CLEARIT. > Im Jahr des E-Commerce Interview mit Dr. Hansjörg Leichsenring über Trends im mobilen Zahlungsverkehr. > Das Schweizer Messer der Zukunft

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1 CLEARIT Schweizer Fachzeitschrift für den Zahlungsverkehr Ausgabe 48 Juni 2011 > Im Jahr des E-Commerce Interview mit Dr. Hansjörg Leichsenring über Trends im mobilen Zahlungsverkehr > Das Schweizer Messer der Zukunft > Garaus der Malware

2 2 INHALT / CLEARIT Juni 2011 Interview Seite 4 Im Jahr des E-Commerce Technologie- und Telekomfirmen, Mobilfunkbetreiber und Kreditkartenkonzerne liefern sich gegenwärtig ein Wettrennen um die elektronische Brieftasche der Konsumenten. Welche Rolle spielen dabei die Finanzinstitute? Dr. Hansjörg Leichsenring, ein ausgewiesener Experte und Bankenberater im deutschsprachigen Raum, beleuchtet Trends im mobilen Zahlungsverkehr. Ins & Outs Seite 8 Das Schweizer Messer der Zukunft Das Handy ist das Schweizer Messer der Zukunft. Mobiles Internet ist für viele Anwender unverzichtbar, ob nur der Wetterbericht oder Börsenkurse abgefragt oder auch schon Bankgeschäfte abgewickelt werden. Der Trend ist eindeutig. Bereits in naher Zukunft werden mehr Menschen das Internet über mobile Geräte nutzen als über stationäre Computer. Products & Services Seite 11 Mit Applikationen Geldgeschäfte erledigen Die Mobiltelefonie verändert unser Leben, unsere Ökonomie und Geschäftsmodelle. Musik- und Filmbranche stehen bereits inmitten dieses Umbruchs. Zeitungsverlage fürchten um ihre Kundenbeziehung, weil Drittfirmen wie Google und Apple den Zugang zu redaktionellen Texten via ipad und Handy kontrollieren können. Auch der Zahlungsverkehr kann sich diesem Trend nicht entziehen. Products & Services Seite 12 Prepaid-Karte fürs Internet Mit der «Internet Cash»-Karte hat Swiss Bankers Prepaid Services im letzten November in Zusammenarbeit mit MasterCard eine Prepaid-Lösung für Zahlungen im Internet lanciert. Die Firma Swiss Bankers gibt es seit 36 Jahren. Sie wurde als Travelers Cheque Center von Banken gegründet und ist heute selbst eine Bank. Products & Services Seite 13 Online-Zahlungen ohne Kreditkarte Seit kurzem gibt es eine globale, sichere und einfache Methode, um Zahlungen auszuführen und zu empfangen, ohne notwendigerweise auf eine Kreditkarte zurückzug reifen. Zum ersten Mal im Zahlungsverkehr wird SuisseID der elektronische sichere Identitätsnachweis von der Firma SwiKey eingesetzt. Bits & Bytes Seite 14 Der Malware den Garaus machen In den letzten Jahren haben sich die Angriffe auf Banking-Services im Internet weiterentwickelt. Statt relativ einfacher Attacken mit dem Ziel, Anmeldeinformationen zu stehlen, sind jetzt intelligentere Methoden im Vormarsch. Üble Schadprogramme, so genannte Malware, werden auf den Endgeräten der Nutzer eingeschleust, um Inhalte zu manipulieren. Eine Praxisimplementierung bei UBS zeigt, wie man diesen Risiken unter Beachtung von Kundenkomfort und Mobilität begegnen und gleichzeitig die höchste Ebene an Sicherheit beibehalten kann.

3 Editorial / CLEARIT Juni Liebe Leserin, lieber Leser Nach einer ausgeprägten Euphorie um die Jahrtausendwende, einem abrupten Platzen hochgesteckter Ziele und Träume sowie einer darauffolgenden, langjährigen Durststrecke nimmt das Thema E-Business wieder rasant an Fahrt auf. Acht von zehn Personen in der Schweiz besitzen einen Internetanschluss, mehr als 95% davon haben damit schon einmal online eingekauft, über 90% aller Haushalte verfügen über mindestens ein Mobiltelefon und rund 2,4 Millionen Personen in der Schweiz sind bei Facebook registriert. Kein Wunder, dass sich auch der Zahlungsverkehr wieder verstärkt virtualisiert. Getrieben wird diese Entwicklung zur Zeit vor allem von Nicht-Finanzinstituten. Vorreiter ist das Unternehmen PayPal, dessen Bezahlmöglichkeit sich im Internet fest etabliert hat. Ebenfalls erfolgreich im Zahlungsverkehr konnten sich Telekommunikationsunternehmen bewähren, die in Drittweltländern Bankdienstleistungen übers Mobiltelefon anbieten. Andere Unternehmen entwickeln zur Zeit ebenfalls mit Hochdruck virtuelle Zahlungsverkehrslösungen. So hat Facebook eine virtuelle On line-währung realisiert, mit der man für Internet-Dienstleistungen bezahlen kann. Und auch von Google und Apple wird erwartet, dass sie in den kommenden Monaten eigene Bezahl-Dienstleistungen im Markt lancieren werden. Speziell diesen beiden Unternehmen wird zugetraut, dass sie solche neue Geschäftsfelder erfolgreich erschliessen und kommerzialisieren können. Dass der Finanzplatz Schweiz diese Entwicklungen aktiv beobachtet und ernst nimmt, bezeugt die vorliegende Ausgabe des CLEARIT. Sie befasst sich im Detail mit der Virtualisierung des Zahlungsverkehrs und berichtet unter anderem über neu entwickelte Applikationen für das Mobiltelefon, über neue Zahlkarten, Entwicklungen im Bereich Sicherheit oder über eine Zahlungsanwendung von SuisseID einem neuen, standardisierten elektronischen Identitätsnachweis für den elektronischen Geschäftsverkehr. Der Finanzplatz Schweiz hat in den vergangenen Jahren gezeigt, dass er im Zahlungsverkehr bei Kundenund zukunftsweisenden Lösungen an vorderster Front mitwirkt. Dies gilt es auch in Zukunft zu beweisen. < Marcel Schuler Verwaltungsrat der SIX Interbank Clearing AG Leiter Client Support Center, Credit Suisse AG Und das könnte durchaus neue Herausforderungen für Finanzinstitute bergen. Im günstigeren Fall verpassen sie möglicherweise zukunftsweisende Entwicklungen, die sie anschliessend mit grossen Anstrengungen wieder aufholen müssen. Im schlimmeren Fall versperren die neuen Anbieter den Finanzinstituten den Zugang bzw. das Mitwirken in ihren (geschlossenen) Zahlsystemen komplett. Dies würde den Finanzinstituten umso mehr weh tun, je erfolgreicher sich eine solche Zahlmöglichkeit etabliert. Und im schlimms ten Fall gelingt es den Drittanbietern sogar, über Zahlmöglichkeiten nach und nach in weitere Bankge schäfte vorzudringen, z.b. ins Kontogeschäft oder in die Vergabe von Kleinkrediten.

4 4 INHALT Interview / CLEARIT / CLEARIT September Juni Dezember Im Jahr des E-Commerce Technologie- und Telekomfirmen, Mobilfunkbetreiber und Kreditkartenkonzerne liefern sich gegenwärtig ein Wettrennen um die elektronische Brieftasche der Konsumenten. Welche Rolle spielen dabei die Finanzinstitute? Dr. Hansjörg Leichsenring, ein ausgewiesener Experte und Bankenberater im deutschsprachigen Raum, beleuchtet Trends im mobilen Zahlungsverkehr. CLEARIT: Wenn ich nach «geld anlegen» google, erscheinen Anzeigen eines Edelholzinvestors, eines Photovoltaik- An lagenbauers, zweier Kreditvermittler und Emittenten, einer Zeitschrift, internationalen Anlageverwaltungsgruppe, Online-Trading-Bank sowie einer liechtensteinischen und US-amerikanisch beherrschten hiesigen Bank. Wie erklären Sie sich, dass arrivierte Schweizer Finanzinstitute nicht um die Inserateplätze kämpfen? Hansjörg Leichsenring: Ich würde als etablierter Anbieter auch kein Geld für Google-Anzeigen ausgeben. Ich würde auch nur sehr bedingt Geld für eine Bevorzugung bei den Suchergebnissen ausgeben. Vielmehr würde ich in die Suchmaschinenoptimierung investieren und mein Web- Angebot so darauf trimmen, dass es bei Google (und anderen Suchmaschinen) leicht zu finden ist. Dabei spielen Inhalte eine Rolle, aber auch die Art und Weise, wie man diese im Netz «verkauft». Ganz generell würde ich aber allen etablierten Banken empfehlen, zu überlegen, wie sie ihr Marketing- und Werbebudget in den nächsten Jahren einsetzen wollen. Mit Blick auf soziale Medien wäre meine Empfehlung: Mindestens 20%, besser wären 30-40%, in soziale Medien investieren als in klassische Marketinginstrumente. Und damit meine ich nicht einfach nur eine Facebook-Seite «schick» machen. Vorher muss erst mal eine Strategie für soziale Medien und deren Einsatz vorhanden sein. Letzten November hat Google ein neues Smartphone mit NFC-Technologie vorgestellt, welches Zahlungen ermö g- lichen soll. Solche Handys können als Geldbeutel verwendet werden, aber auch die Funktion einer Kreditkarte übernehmen oder theoretisch die Kreditkarte sogar ersetzen. Wohin geht Ihrer Meinung nach die Reise? Wir müssen nach meiner Meinung die Märkte in den USA und anderen von Ländern wie der Schweiz oder Deutschland deutlich unterscheiden. Dort spielt die Kreditkarte vor allem im Verbindung mit dem «Revolving Credit» eine grosse Rolle, die hierzulande so nicht besteht. Auch sind dort Debitkarten anders positioniert. In den USA sollen bis Ende diesen Jahres ja bereits über 70 Mio. Mobil telefone mit NFC ausgerüstet sein, und das Potenzial von mobilen NFC-Zahlungen wird für 2013 auf USD 75 Mrd. geschätzt, wobei diese Schätzungen beinahe monatlich nach oben angepasst werden. Auch bei uns sehe ich ein hohes Potenzial für den Einsatz von NFCs in Handys. Nicht nur als Zahlungsmittel sondern auch zum Einsatz als Trambillett, Kino- oder Theaterkarte, Führerschein oder ähnliches. Das entscheidende Element aber ist die Möglichkeit per NFC dem Handynutzer Angebote in Abhängigkeit von seinem Aufenthaltsort zukommen zu lassen, die so genannten Geolocation Services. Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf der Bahnhofstrasse spazieren und bekommen eine SMS, die Ihnen bei Sprüngli Kaffee und Gipfeli zum halben Preis anbietet. Sie müssen nur reingehen und das Angebot per Handy einlösen. Mobiltelefone mit NFC Near Field Communication ist ein kontaktloser, einfach verwendbarer, im Nahfeld (3-5 cm) arbeitender Kommunikationsstandard, der von der Mobilfunkindustrie gestützt wird, und sichere Anwendungen erlaubt. Das kontaktlose Bezahlen mit Kreditkarte ist bereits Geschichte. Weltweit werden 75 Mio. kontaktlose Kreditkarten bei Händlern akzeptiert. Eine andere Anwendung ist bargeldloses Bezahlen mit Handys. Erfolgreiche Pilote haben auch in der Schweiz stattgefunden. Eine breite Anwendung wird erst stattfinden können, wenn Handy-Hersteller ihre Geräte mit NFC-Chips ausstatten. Grosse Mobiltelefonhersteller sollen solche Geräte in diesem Jahr lancieren. Sie reden von Märkten in verschiedenen Ländern. Was sicherlich fehlt, sind international einheitlich funktionierende Standards. Wann wird es möglich sein, mit der gleichen elektronischen Geldbörse ein Trambillet in New Jersey, London und Zürich zu kaufen? Die neuen Anbieter haben ja für sich genommen international durchaus einheitliche Standards. Wenn PayPal, Google oder andere mobiles Zahlen anbieten, dann werden die Kunden mit einem «Konto» oder Handy alle Funktionen überall auf der Welt nutzen können. Prinzipiell können Sie das ja heute auch schon mit Ihrer Kreditkarte, insofern

5 Editorial Interview / CLEARIT / CLEARIT September Juni Kurzbiografie Dr. Hansjörg Leichsenring befasst sich seit über 30 Jahren beruflich mit Banken und Finanzdienstleistern. Nach einer Banklehre studierte er Volks- und Betriebswirtschaftslehre in Mainz und St. Gallen und arbeitete danach in verschiedenen Positionen, u.a. als Direktor bei der Deutschen Bank, als Vorstand einer Sparkasse und als Geschäftsführer eines Online Brokers. Er bietet Banken und anderen Finanzinstituten Dienstleistungen im Bereich (Interims)Management und Beratung/ Consulting an. Einer seiner Themenschwerpunkte ist der Einsatz sozialer Medien. Weiterhin ist er Repräsentant der Firma Meniga, einem innovativen Anbieter für White-Label-Lösungen im Bereich Persönliches Finanz Management (PFM) für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Als Herausgeber des Bank-Blogs berichtet er regelmässig über aktuelle und grundsätzliche Entwicklungen und Trends rund um Banken und Finanzdienstleister. Darüber hinaus hat er zahlreiche Artikel in verschie denen Fachzeitschriften veröffentlicht. Ausserdem ist er als Referent und Moderator bei internen und externen Veranstaltungen im In- und Ausland tätig und hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre.

6 6 INHALT Interview / CLEARIT / CLEARIT September Juni Trends im Zahlungsverkehr: Mit reger Beteiligung des Publikums diskutierten Ronny Bertels (Equens), Ruth Wandhöfer (Citi), Daniel Wettstein (SNB), Roland Greber (PostFinance) und Hansjörg Leichsenring am Swiss Banking Operations Forum vom 5. April dürfen wir gespannt sein, was uns veranlassen soll, zukünftig etwas anderes zu benutzen. «Zahlungsverkehr ist zwar nur ein Teil des Geschäftes mit Privatkunden, aber ein sehr wichtiger.» Bis vor kurzem war das Bankkonto die Drehscheibe für jeden Zahlungsverkehr. Heute scheint es verzichtbar zu sein. Zumindest im Online-Konsumbereich, wo PayPal, Twitpay und Facebook Bezahl- und Kreditgeschäfte in banken unabhängigen Wertschöpfungsketten abwickeln. Bei Google Checkout sind Zahlungen beispielsweise auch direkt über die Mobilfunkrechnung möglich. Wie schätzen Sie die Gefahr ein, dass das Geschäft des Massenzahlungsverkehrs den Finanzinstituten entgleitet? Zahlungsverkehr ist zwar nur ein Teil des Geschäftes mit Privatkunden, aber ein sehr wichtiger. Sie nennen das völlig zu Recht «Drehscheibe». Also eine ganz zentrale Funktion des Service- und Leistungsangebots der Banken an ihre Kunden. Für die Banken wird es wichtig sein, in dem Bereich zumindest bei den Zahlungsströmen weiter dabei zu bleiben, sonst gehen ihnen im ersten Schritt wertvolle Informationen über ihre Kunden und im zweiten Schritt die Kunden selbst verloren. Das wird ein schleichender Prozess sein und keine Revolution, aber die Margen werden sich weiter vermindern, und die Banken werden einen immer kleiner werdenden Teil vom Kuchen erhalten, wenn sie nicht aufpassen. Und es wäre nicht das erste Mal, dass den Banken die Kundenbeziehung mehr und mehr entgleitet Können die Banken diesem schleichenden Prozess durch neue Services entgegenwirken? Durch Einführung neuer Zahlungsmethoden wie beispielsweise E-Payments? Was halten Sie davon, wenn Konsumenten in die Lage versetzt werden, ihre täglichen Online-Einkäufe direkt, d.h. in Echtzeit über ihre Bankkonten zu begleichen? Schwer zu sagen, ob die Banken den Zug noch erreichen werden. Frau Bussemaker von der Rabobank hat ja am Swiss Banking Operations Forum den Versuch der Banken vorgestellt, einen einheitlichen Standard im SEPA-Raum zu entwickeln. Ich bin mir nur nicht so sicher, ob dies in absehbarer Zeit gelingen wird. Vielleicht müssen einzelne Banken einfach ihren Kunden eine eigene Lösung anbieten, um schnell zu sein. Was den zweiten Teil Ihrer Frage betrifft, was ist schlecht daran, wenn Konsumenten neue Dienstleistungen angeboten werden, die ihrem Bedarf zu entsprechen scheinen. PayPal wird ja rege genutzt. Spannend finde ich eher die Frage, ob es den Anbietern gelingt, ihre bislang aufs Internet

7 Editorial Interview / CLEARIT / CLEARIT September Juni beschränkten Angebote auch in den Shops am Point-of- Sale an den Kunden (und an den Händler) zu bringen. «Die Banken müssen auf der Hut sein!» Es ist schwer, den Überblick über neue mobile Zahlungsinitiativen zu behalten. Es gibt den bilateralen Weg, den beispielsweise PayPal und Starbucks mit App-Bezahlung des Kaffees beschreiten und der recht erfolgreich zu verlaufen scheint. Daneben hat es auch multilaterale Projekte wie dasjenige zwischen drei US-amerikanischen Telekommunikationsunternehmen. ISIS verspricht den mobilen Geldbeutel ohne Kredit- und Debitkarten, Tickets, Gutscheine etc. Wie erfolgversprechend sind solche Arten der Zusammenarbeit? Es erscheint mir nur logisch, dass die Anbieter von Mobiltelefonie ihre Infrastruktur nicht einfach anderen überlassen wollen, sondern selbst von der abzusehenden rasanten Entwicklung mobiler Zahlungen profitieren möchten. Da werden sicherlich auch noch einige andere nachrücken. Allein Apple hat in seinem itunes mehr als 200 Mio. Kreditkarten von Kunden gespeichert. Mit itunes steht ein Shop bereit, mit dem iphone oder dem ipad ein mobiles Gerät; was noch fehlt, ist eine Infrastruktur für den Zahlungsverkehr. Geld genug ist auch vorhanden, also was sollte Apple davon abhalten, eine eigene Bank zu gründen, um so die komplette Wertschöpfungskette selbst abzudecken? Es bleibt dabei: Die Banken müssen auf der Hut sein! Ist nicht eben Facebook im Begriff, diese Wertschöpfungskette samt eigener Zahlungsverkehrsinfrastruktur abzu decken? Das weltgrösste soziale Netzwerk hat im März eine Tochtergesellschaft für Zahlungsabwicklung gegründet. Es hat sogar seine eigene virtuelle Währung, die Facebook Credits, die als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Wie sollen sich denn die Finanzinstitute gegenüber solchen Entwicklungen konkret verhalten? In der Tat hat Facebook das Jahr 2011 zum «Jahr des E-Commerce» ernannt. So sind ab 1. Juli 2011 innerhalb von Facebook Apps die Credits Pflicht. Für Banken stellen sich derzeit gleich zwei Herausforderungen: Zum einen müssen sie und darüber reden wir hier den neuen Anbietern im Zahlungsverkehr etwas entgegensetzen. Zum anderen sollten sie sich dringend und schnell mit den (schon nicht mehr so) neuen sozialen Medien auseinandersetzen. Mit denen tun sich die Banken unheimlich schwer, dabei liegen hier enorme Chancen für sie. Ich empfehle dem Top Management einer Bank, sich mal einen Tag zu einem Strategie-Workshop zurückzuziehen und über den Umgang mit sozialen Medien und die eigene diesbezügliche Strategie zu beraten. Im Zweifel sollten sie sich dazu jemanden von aussen als Moderator holen. Der sollte nicht nur von sozialen Medien, sondern auch von Banken und von Strategieentwicklung etwas verstehen. «Es fällt mir schwer, zu glauben, dass eine Grossbank den Zahlungsverkehr nicht als strategisches Geschäftsfeld ansieht.» Vielleicht ist es sinnvoll zwischen grossen, internationalen Banken und kleineren, regionalen Finanzinstituten zu unterscheiden. Nehmen wir an, für eine Grossbank ist das Massenzahlungsverkehr kein Kerngeschäft, so dass sie gelassener auf die Herausforderungen der Internet- Giganten reagieren kann. Wie sehen Sie aber die Handlungsspielräume eines Instituts, das den Fokus auf den Zahlungsverkehr richtet? Es fällt mir schwer, zu glauben, dass eine Grossbank den Zahlungsverkehr nicht als strategisches Geschäftsfeld ansieht. Im Privatkundengeschäft ist es eine wichtige Drehscheibe und im Firmenkundengeschäft ebenfalls. Insofern glaube ich, dass keine Bank wirklich gelassen sein kann. Ein Institut wie die schweizerische PostFinance, die derzeit ja noch keinen Bankstatus besitzt und für die der Zahlungsverkehr eine höhere Bedeutung hat als für andere, muss natürlich besonders auf der Hut sein und sich etwas einfallen lassen, um die Kunden bei Laune zu halten. Nach meiner Beobachtung ist das dort aber auch im Bewusstsein verankert. Einen Weg, den ich sehe, ist es, Zusatzangebote rund um den Zahlungsverkehr und das Konto anzubieten. Eines davon wäre beispielsweise ein Persönliches Finanz Management (PFM), eine neue Verbindung zwischen privater Finanzplanung und Web 2.0. In Amerika gehört das schon zum guten Standard im Retail Banking, in Europa erleben wir gerade erste Angebote. Hier liegt aus meiner Sicht derzeit eine der seltenen Chancen für die Banken, sich mit einer neuen attraktiven Dienstleistung am Markt zu positionieren und vom Wettbewerb abzuheben. Was ist Web 2.0 «Web 2.0» beschreibt einen Komplex aus sozialen Nutzungsmustern und modernen Online-Technologien. «Customer Created Content» charakterisiert das Web 2.0 wohl am besten. Social Software gehört als Hauptbestandteil zu diesem Komplex. Sie unterstützt den Beziehungsaufbau und die Kommunikation in einem sozialen Kontext und orientiert sich an Prinzipien wie Selbstorganisation, Social Feedback, Verknüpfung von Inhalten sowie Transparenz von Personen, Beziehungen, Inhalten und Bewertungen. (Quelle: Wikipedia)

8 8 INHALT Interview / CLEARIT / Ins & Outs September / CLEARIT 2010 Juni 2011 «Vor allem aber müssen Banken neue eigene mobile Inhalte gestalten, also Dienstleistungen und Services anbieten, die Kunden unterwegs nutzen wollen.» Forschungsinstitute geht davon aus, dass mobile End geräte für den Internetzugang bald wichtiger sein werden als PCs. Dazu kommt, dass mobile Kanäle das Umsatz-Wachstum im E-Commerce beschleunigen werden. Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Finanzindustrie? Ich habe kürzlich einen Bericht gelesen, dass ipad-nutzer mehr Zeit am ipad als am PC verbringen. Für Finanzdienstleister sehe ich mehrere Handlungsfelder: 1. Sie sollten die neuen Technologien selbst nutzen, z.b. im Beratungsgespräch mit Kunden einen ipad einsetzen, statt noch mit Papier und Stift Informationen abzufragen, die dann später in den PC oder sogar noch den Grossrechner eingegeben werden müssen. Entsprechende Apps selbst für Wealth Management gibt es ja bereits. 2. Banken sollten den vorhandenen eigenen Content «mobil-fähig» machen. 3. Vor allem aber müssen Banken neue eigene mobile Inhalte gestalten, also Dienstleistungen und Services anbieten, die Kunden unterwegs nutzen wollen. Ein Beispiel hierfür wären Tools für Persönliches Finanz Management wie ich es eben erwähnt habe. Sie machen es dem Kunden leichter, seine Finanzen zu planen und zu verwalten und helfen ihm dabei noch, zusätzliche Vorteile zu sichern. Soll das auch das E-Banking «mobil-fähig» gemacht werden? Das geschieht bereits. Wobei ich persönlich sehr skeptisch bin, ob die Kunden sich über die fünfte App ihrer dritten Nebenbank wirklich noch freuen. Mobil werden erfahrungsgemäss sehr wenige Funktionen wirklich gebraucht, z.b. der verfügbare Kontostand. Der grösste Nutzen für die Kunden läge darin, wenn die Banken ihnen tatsächlich ein modernes Persönliches Finanz Management an die Hand geben würden, das ihnen bei der Planung der täglichen und nicht alltäglichen Ausgaben hilft und mit dafür sorgt, dass am Ende des Monats noch genug Geld übrig bleibt, um sich auch besondere Wünsche erfüllen zu können. Wenn es dafür dann auch eine mobile Unterstützung gibt, umso besser. < Interview: Gabriel Juri, SIX Interbank Clearing Das Schweizer Messer der Zukunft Das Handy ist das Schweizer Messer der Zukunft. Mobiles Internet ist für viele Anwender unverzichtbar, ob nur der Wetterbericht oder Börsenkurse abgefragt oder auch schon Bankgeschäfte abgewickelt werden. Der Trend ist eindeutig. Bereits in naher Zukunft werden mehr Menschen das Internet über mobile Geräte nutzen als über stationäre Computer. Daher liegt es auch auf der Hand, das Handy zukünftig auch als unsere Brieftasche zu nutzen. Statt vieler Plastikkarten mit uns rumzutragen wird unser ständiger mobiler Begleiter auch Kundenkarten, Bezahlkarten, Transport tickets, Zutrittsschlüssel und vieles mehr speichern. Die neue Dimension Das bringt wesentliche Vorteile: Die Karten sind nie mehr verlegt oder vergessen. Zudem ist die Nutzung noch übersichtlicher und bequemer, da auch der Kontostand oder die Cumulus- oder Supercard-Punkte angezeigt werden. Bis dato hat dazu aber der «letzte Zentimeter» gefehlt, die Strecke vom Handy zum davinci-terminal oder zum Zutrittsleser an der Tür. Die neue Technologie «Near Field Communication», kurz NFC, erlaubt nun diese Verbindung der virtuellen mit der realen Welt. Der Endkunde erlebt eine neue Dimension für das Einkaufen, Reisen und das mobile Arbeiten: Der Kunde kann seine Bezahl- und Loyalty-Karten beim Einkaufen bequem im Handy tragen Eine Bezahlung von Kleinbeträgen erfolgt deutlich rascher und einfacher als jede Cash-Transaktion Konto- und Punktestände und Transaktionen können visualisiert werden Sammelprogramme können mit Online-Diensten verknüpft werden und ermöglichen neue Marketingkanäle Gutscheine können bequem am Handy verteilt und eingelöst und zudem von einer Person auf eine andere übertragen werden («virales Marketing»)

9 Editorial Ins &/ Outs CLEARIT / CLEARIT September Juni Zielgerichtete Angebote können auf das Handy zugestellt werden Rechnungen und Garantiescheine können bequem gesammelt werden Soziale Netzwerke können durch das Berühren zweier Handys vergrössert werden Tickets können direkt am Handy bestellt und gespeichert werden Schlüssel können mit einer bestimmten Lebensdauer zugestellt werden (der Pflegedienst oder Servicetechniker erhält genau dann und dort Zugang, wann und wo nötig) Transaktionen erfolgen durch eine einfache Berührung. Dies ist intuitiv und für alle Zielgruppen, ob alt oder jung, mühelos zu bedienen. Und das alles erfolgt sicher und zuverlässig. So sicher wie jede Bankkarte Die Technologie ist nicht neu. Wir kennen kontaktlose Karten zum Bezahlen wie PayPass oder paywave oder für den Zutritt mit LEGIC seit mehreren Jahren. Neu ist, dass NFC es ermöglicht, genau diese Karten nun zu virtualisieren und mit dem Handy verwendbar zu machen. NFC beruht auf der bewährten drahtlosen Kommunikationstechnologie RFID. Die Anwendung erlaubt es z.b. mit dem Handy ein Werbeplakat zu berühren und automatisch eine Information über das Internet abzurufen. Statt dem mühsamen Tippen einer URL genügt nun eine Berührung am TouchPoint. Diese Möglichkeit erlaubt viele Anwendungen wie das Anzeigen von Produktinformation, den Austausch von Kontakten, das Sammeln von Coupons etc. In diesem Szenario «Open NFC» ist das Handy ein mobiler NFC-Leser («Reader Mode»). Damit das NFC-Handy jedoch auf einem Terminal bezahlen kann, muss es Karten emulieren und diese Funktionalität auch so sicher abwickeln wie jede Bankkarte. Damit das «Secure NFC» möglich ist, haben die NFC-Handys einen sicheren Speicherbereich, das so genannte «Secure Element». Dieses kann über die «Card Emulation» sowohl von einem Terminal kontaktlos gelesen als auch von einer Handyapplikation verwendet werden. In der Praxis gibt es verschiedene Formfaktoren des Secure Elements: Eine spezielle SIM-Karte, genannt USIM, kann neben den SIM-Informationen auch sichere NFC-Applikationen ablegen und über das Single-Wire-Protocol mit dem NFC-Handy austauschen. Manche Hersteller integrieren diesen Secure Element-Chip direkt im Handy. Auch das Nachrüsten mit NFC-fähigen Micro-SD-Karten oder NFC- Adaptern ist für bestimmte Handy-Modelle möglich. Wettbewerbs- und Kooperationsmodelle Entscheidend für die kommerzielle Einführung von NFC ist aber nicht, wie das Secure Element physikalisch ausgeführt ist, sondern wer es herausgibt und logisch verwaltet. Eine USIM wird vom Mobile Network Operator (MNO) herausgegeben. Damit muss in diesem Fall für das Verteilen eines NFC-Applets wie z.b. von PayPass oder paywave eine kommerzielle Vereinbarung und technische Verbindung mit dem MNO getroffen werden.

10 10 INHALT INs & outs / CLEARIT / CLEARIT September Juni Damit nicht jeder Anbieter von mobilen Diensten mit jedem Mobile Network Operator oder Herausgeber von Secure Elements sowohl kommerzielle Vereinbarungen als auch technische Anbindungen vornehmen muss, gibt es im NFC-Ökosystem die neue Rolle eines «Trusted Service Managers», kurz TSM. Wenn Banken, Retailer oder Transportunternehmen im Ökosystem als Serviceprovider zusammenge fasst nun ihren Kunden mobile kontaktlose Produkte auf das NFC-Handy verteilen wollen, so erfolgt die «Produktion» der Secure Applets über eine Luftschnittstelle (Over-The- Air) vom TSM. Kunden können ihre mobilen Kreditkarten innerhalb von Minuten auf ihr Handy zugestellt bekommen. Der TSM garantiert zudem, dass dieser Prozess sicher und kundenfreundlich abläuft. Die Funktion, die ein Trusted Service Manager einem Endkunden anbietet, betrifft aber nicht nur eine Erstverteilung. Wenn der Kunde ein neues Handy erhält, so managt der TSM das «Zügeln» der Applikationen, er sperrt Services bei Verlust des Handys und kann auch Daten aktualisieren, z.b. ein SBB-Abonnement verlängern. Im neu entstehenden NFC-Markt wird der Trusted Service Manager von den Service Providern für die Verteilung der virtuellen Karten vergütet. Der TSM entrichtet eine Gebühr an den He rausgeber des Secure Elements für die Bereitstellung des multifunktionalen Speichers wie z.b. die USIM im Falle von Mobile Network Operators. Durch die unterschiedlichen NFC-Formfaktoren können aber auch z.b. Banken selbst Micro-SD-Cards he rausgeben und somit NFC-Dienste unabhängig von MNOs anbieten. In der Praxis wird es sowohl Wettbewerbs- als auch Kooperationsmodelle unter den Teilnehmern geben. Für den Kunden wichtig ist natürlich die Akzeptanz: Wo kann er damit bezahlen, Punkte sammeln etc. Immer mehr Hersteller bieten ihre Terminals standardmässig mit kontaktloser Schnittstelle an, die neben den in der Schweiz in Umlauf befindlichen kontaktlosen Kreditkarten auch die NFC-Bezahlung akzeptieren. Warum wird NFC erfolgreich werden? Der Mehrwert für den Kunden in Form von verbesserten und schnelleren Services, zielgerichteten Angeboten und insgesamt einer neuen Benutzererfahrung beim Einkaufen werden in Zukunft nicht mehr wegzudenken sein. Um diesen Mehrwert im Handy erlebbar zu machen, wird eine mobile Brieftasche unsere Karten und Schlüssel verwalten. Das NFC-Wallet macht das Handy zum Schweizer Messer der Zukunft. < Kurt Schmid, Geschäftsführer NEXPERTS GmbH Die Rollen im NFC-Ökosystem Wiederkäufer des Secure Elements Herausgeber des Secure Elements (z.b. MNO) Vertrag Erhält NFC Handy mit Secure Element Provisioniert Services Over the Air Trusted Service Manager Vertragsbeziehung für ein Service (z.b. Bezahlen, Ticketing) Endbenutzer Service Provider

11 PRODUCT Editorial & SERVICES / CLEARIT / CLEARIT September Juni Mit Applikationen Geldgeschäfte erledigen Die Mobiltelefonie verändert unser Leben, unsere Ökonomie und Geschäftsmodelle. Musik- und Filmbranche stehen bereits inmitten dieses Umbruchs. Zeitungsverlage fürchten um ihre Kundenbeziehung, weil Drittfirmen wie Google und Apple den Zugang zu redaktionellen Texten via ipad und Handy kontrollieren können. Auch der Zahlungsverkehr kann sich diesem Trend nicht entziehen. Apple hat mit der Lancierung des iphones im Jahr 2008 neue Massstäbe gesetzt. Die Kombination aus einfach bedienbaren Endgeräten sowie neuen Konzepten wie den App-Store für die Kundenansprache, Dienstleistungskonzeption und -vertrieb lässt sich auch für den Zahlungsverkehr nutzbringend einsetzen. Der persönliche Finanzassistent in der Tasche Viele Finanzinstitute haben den ersten Schritt in Richtung Mobile Banking bereits Ende der 90-er Jahre gemacht, als sie die Kontostandabfrage durch SMS ermöglichten. Erst mit der Verbreitung von Apps für iphones hat das Mobile Banking die Aufmerksamkeit wieder auf sich gezogen. PostFinance hat im Herbst 2010 als erstes Schweizer Finanzinstitut ihre SMS-basierten Dienste wie Kontostand abfragen, Geld überweisen und Gesprächsguthaben aufladen in eine einfach zu bedienende App integriert. In derselben Applikation können Standorte von Postomaten, Poststellen und PostFinance-Filialen angezeigt und die Entwicklung von Aktien- und Devisenkursen verfolgt werden. Einfachheit und Datensicherheit Für Finanztransaktionen oder Kontoinformationen muss sich der Benutzer einmalig mit einem starken Au then - tisierungsverfahren anmelden. Hier wird das bekannte Login-Verfahren mit der PostFinance Card, ein Lesegerät und ein Challenge Response-Verfahren eingesetzt. Nach der Anmeldung kann der Benutzer bei jeder zukünftigen Verwendung der App mit einem persönlichen Passwort auf die Informationen zugreifen und kleinere Beträge über weisen sowie Gesprächsguthaben aufladen. Ein mehrstufiges Verschlüsselungs- und Identifizierungsverfahren sorgen dafür, dass Unbefugte die Daten weder abfragen noch lesbar machen können. Chance und Gefahr Das Handy wird die bisher separat erbrachten Bankingund Zahlungs-Dienstleistungen näher zusammenbringen. Services für Kontozugriffe sowie Zahlfunktionen in Applikationen von Dritten wie SBB, Coop oder LeShop könnten mittelfristig verschmelzen. Werden Bankkundinnen und -kunden auf demselben Gerät über unterschiedliche Abläufe, Masken und Sicherheitsverfahren Geld von einem Konto zum anderen bewegen wollen? Die Antwort auf diese Frage birgt sowohl Chancen als auch Gefahren und ist der Schlüssel für die Finanzbranche, um die Kundenbeziehung für Geldgeschäfte halten und ausbauen zu können. < Roland Greber, Leiter Kompetenzzentrum PostFinance Mobile Kasten: Sabrina Jantschik, SIX Card Solutions App als mobiles Terminal SIX Card Solutions bietet ab Sommer 2011 ein neues mobiles Karten-Terminal an. Die Saferpay mobile App ist eine Erweiterung von Deutschlands erstem, mobilem Kreditkarten-Terminal «ipaymobile», das vor einem Jahr lanciert wurde. Neben den gängigen Kreditkarten verarbeitet sie auch deutsche Lastschriften. Die neue App ist noch einfacher zu bedienen und verfügt über viele zusätzliche Funktionalitäten. Neu können beispielsweise Gutschriften für Kreditkartenzahlungen ausgeführt werden. Die App eignet sich besonders für den Einsatz bei Kurier-Diensten, Taxifahrern und jeder Art von Lieferanten (z.b. Pizza- Service).

12 12 INHALT PRODUCT / CLEARIT & SERVICES September / CLEARIT 2010 Juni 2011 Prepaid-Karte fürs Internet Mit der «Internet Cash»-Karte hat Swiss Bankers Prepaid Services im letzten November in Zusammenarbeit mit MasterCard eine Prepaid-Lösung für Zahlungen im Internet lanciert. Die Firma Swiss Bankers gibt es seit 36 Jahren. Sie wurde als Travelers Cheque Center von Banken gegründet und ist heute selbst eine Bank. Rund 70% der Schweizer Bevölkerung kaufen im Internet ein. Über die Hälfte hat dabei Bedenken, dass die Daten ihrer Kreditkarte missbraucht werden könnten. Weitere 25% würden zwar gern online einkaufen, haben aber keine Kreditkarte dafür. Mit Internet Cash von Swiss Bankers und MasterCard sollen auch die Bedürfnisse dieser Konsumenten abgedeckt werden. Die Karte ist zudem für Bankkunden eine sinnvolle Ergänzung ihrer bestehenden Kreditkarten. Für Internet Cash wird den Konsumenten keine Jahresgebühr belastet. Sie bezahlen in der Regel eine Gebühr von 2% des Ladebetrages sowie beim Bezahlen je nach Kartenwährung CHF 3, EUR 2 oder USD 3 pro Transaktion. Partner Die Internet Cash-Karte, die von Swiss Bankers herausgegeben wird, ist an das weltweite Akzeptanznetz von MasterCard angeschlossen. Besitzer dieser Karte können so bei Millionen von Anbietern online bezahlen. Verarbeitet werden die Transaktionen von MasterCard. Die Karte kann schweizweit an über 140 SBB Change-Schaltern und bei der St.Galler Kantonalbank erworben (und wieder aufgeladen) werden. MasterCard SecureCode bietet zusätzlichen Schutz gegen Missbrauch der Kartendaten im Internet. Die St.Galler Kantonalbank, eine Aktionärin von Swiss Bankers, war die erste Vertriebspartnerin. Das neue Produkt kann ohne grossen Aufwand eingeführt werden, weil sämtliche Prozesse sowie das Bestell- und Abrechnungssystem mit denjenigen der Travel Cash Karte identisch sind. Eine Vertriebspflicht für Aktionäre existiert nicht. Selbstverständlich können auch Finanzinstitute ohne Anteilsbesitz den Vertrieb übernehmen. < Thomas Beck, CEO Swiss Bankers Prepaid Services AG Erfahrung und Investitionen Der Vertrieb von Prepaid-Zahlungsmitteln über Banken gehört zum Kerngeschäft von Swiss Bankers und ist historisch begründet wurde das Swiss Bankers Travelers Cheque Center von verschiedenen Banken als einfache Gesellschaft gegründet, um den Cheque in Schweizer Franken herauszugeben hat das Unternehmen seine Rechtsform geändert. Neben Easy Cash und Internet Cash ist Travel Cash das Kernprodukt von Swiss Bankers. Es ist eine Weiterentwicklung des Travelers Cheques und wird von 160 Banken in der Schweiz vertrieben. Travel Cash hat den Grundstein für das zukunftsgerichtete Geschäft mit elektronisch einsetzbaren Prepaid-Zahlungsmitteln gelegt. Dabei kann das Unternehmen auf gut ausgebaute Plattformen und etablierte Prozesse zurückgreifen, ohne bei jeder Lancierung von weiteren Prepaid-Karten neu investieren zu müssen. Prepaid-Karten in der Schweiz Neben Swiss Bankers geben folgende Unternehmen Prepaid-Karten heraus: Cornèr Bank («Cornèrcard Reload»: MasterCard und Visa), PostFinance («Value»: nur MasterCard), Viseca («PrePaid»: MasterCard und Visa), Valartis («Advanced Card»: nur Visa) und SIX Multipay («CASH»). Im Ende 2009 waren Prepaid-Karten im Umlauf. Über das ganze Jahr wurden mit knapp 16 Millionen Transaktionen rund CHF 70 Million umgesetzt. (Quellen: Cornèrcard, PostFinance, Viseca, Valartis, BIZ)

13 PRODUCT Editorial & SERVICES / CLEARIT / CLEARIT September Juni Online-Zahlungen ohne Kreditkarte Seit kurzem gibt es eine globale, sichere und einfache Methode, um Zahlungen aus zuführen und zu empfangen, ohne notwendigerweise auf eine Kreditkarte zurückzugreifen. Zum ersten Mal im Zahlungsverkehr wird SuisseID der elektronische sichere Identitätsnachweis von der Firma SwiKey eingesetzt. Funktionsweise einer Prepaid-Geldbörse von SwiKey Auflademöglichkeiten Bankkonto SwiKey-Umgebung CHF, EUR, USD CHF, EUR, USD Abhebemöglichkeiten Bankkonto PostFinance Baraufladung* Kreditkarten* Geldbörse A privat oder geschäftlich SwiKey SA Vertrau lichkeit Sicherheit Geldbörse B privat oder geschäftlich PostFinance * in Kürze Sofortige Zahlung Das Ziel ist, Käufern im Internet zu ermöglichen, über den Kauf von aufladbaren Coupons an verschiedenen Verkaufsstellen in Schweizer Franken, Euro oder Dollar zu bezahlen. Jedes bei SwiKey registrierte Mitglied (Einzelperson oder Unternehmen) besitzt eine elektronische Geldbörse, die es auf verschiedene Arten aufladen kann: durch Banküberweisung, über E-Finance der PostFinance oder mit PostFinance-Karte, mit aufladbaren Coupons, die an verschiedenen Verkaufsstellen verfügbar sind (in Kürze), und mit Kreditkarte (in Kürze). Das Mitglied kann Geld an ein anderes Mitglied übersenden oder auf einer Verkaufs- Webseite eines Partners bezahlen. Die Gebühren (1% für Direktzahlungen oder 3% für vermittelte bzw. sog. Escrow-Zahlungen beispiels weise bei Online-Auktionen) gehen zu Lasten des Verkäufers. Ein Wechselkursmechanismus ermöglicht die Umrechnung von Devisen. Es gibt zwei Arten von Geldbörsen: begrenzte und unbegrenzte. Im ersten Fall ist es nicht nötig, sich bei der Anmeldung durch Vorlage von Dokumenten auszu weisen. Die Transaktionen sind jedoch auf CHF 5000, EUR 3500 und USD 4700 pro Jahr beschränkt. Bei unbegrenzten Geldbörsen müssen sich die Inhaber ausweisen, bevor sie ihre Geldbörse verwenden. Mit der SuisseID kann man sich schnell registrieren oder auf sehr sichere Weise eine Verbindung zur eigenen Geldbörse herstellen. Der Anmeldevorgang wird beschleunigt, da es nicht nötig ist, Ausweisdokumente einzusenden. Der Zugang zur Geldbörse kann je nach Wunsch des Benutzers auf sehr sichere Weise über einen Navigator mit SuisseID oder über ein einmaliges Kennwort (Mobile OTP) erfolgen. Darüber hinaus erlaubt die kostenlose iphone-anwendung «MPayment», den Kontostand abzufragen, eine Zahlung an ein Mitglied zu veranlassen, Geld auf das eigene Bankkonto zu überweisen oder die Geldbörse aufzuladen. Die Integration der SwiKey-Services bei den Partnern erfolgt auf komfortable und sichere Weise mit IPN (Instant Payment Notification, sofortige Zahlungsbestätigung), deren Dokumentation auf Anfrage verfügbar ist. < Joe Farage, SwiKey SA, SwiKey SA Das neu gegründete Schweizer Unternehmen ist im Online-Zahlungsverkehr tätig. Seine Dienstleistungen werden seit etwa einem Jahr auf dem Markt angeboten und sollen in grossem Umfang ausgebaut werden. SwiKey sucht Handelspartner im Bereich Luxusartikel, Fluggesellschaften, Reisen und Online- Spiele. Darüber hinaus soll das Netzwerk für Baraufladestellen erweitert werden. SuisseID Die SuisseID ist der erste sichere elektronische Identitätsnachweis der Schweiz, mit dem sowohl eine rechtsgültige elektronische Signatur als auch eine sichere Authentifizierung möglich sind. Dank SuisseID können Transaktionen zwischen Einzelpersonen und Unternehmen, zwischen Unternehmen sowie zwischen Bürgern und Verwaltung online abgewickelt werden.

14 14 INHALT Bits & BYtes / CLEARIT / CLEARIT September Juni Der Malware den Garaus machen In den letzten Jahren haben sich die Angriffe auf Banking-Services im Internet weiterentwickelt. Statt relativ einfacher Attacken mit dem Ziel, Anmelde informationen zu stehlen, sind jetzt intelligentere Methoden im Vormarsch. Üble Schadprogramme, so genannte Malware, werden auf den Endgeräten der Nutzer eingeschleust, um Inhalte zu manipulieren. Eine Praxisimplementierung bei UBS zeigt, wie man diesen Risiken unter Beachtung von Kundenkomfort und Mobilität begegnen und gleichzeitig die höchste Ebene an Sicherheit beibehalten kann. Angriffe zur Inhaltsmanipulation, deren Ziel die über den Computer des Kunden eingegebenen Transaktionsdaten sind, gelten als die häufigste und bedrohlichste Angriffsform. Sie treten typischerweise in Aktion, nachdem Malware den Computer des Kunden infiziert hat. Der Grund ist, dass in der Praxis für Surfen/ s und für Online-Banking der gleiche PC verwendet wird. Angriffspunkt für betrügerische Handlungen ist daher meistens der Computer des Kunden, auf dessen Sicherheit die Bank keinen Einfluss hat. Von Internet und PC unabhängige Transaktionsbestätigung Die einzige langfristige Antwort auf diese Bedrohung liegt in einer doppelten Authentisierung. Zusätzlich zur Identitätsprüfung bei der Anmeldung sollen ausgewählte vertrauliche Transaktionsdaten, wie z.b. den Begünstigten, oder die ganze Transaktion bei der Eingabe bestätigt werden. Dafür ist eine so genannte Trusted Plattform einzusetzen, die weder mit dem Internet noch mit dem Computer des Kunden verbunden ist. Mit anderen Worten: Der Vorgang der Bestätigung der vertraulichen Transaktionsdaten muss vom Computer auf ein vertrauenswürdiges externes Gerät verschoben werden, das mindestens über einen Display, ein oder mehrere Tasten sowie die Benutzer-Anmeldedaten verfügt. So kann der Benutzer wichtige ausgewählte Transaktionsdaten zuverlässig auf dem externen Display überprüfen, beispielsweise das Begünstigtenkonto einer Zahlungsanweisung, und dann die jeweiligen Daten über die externen Tasten bestätigen. Das Gerät erzeugt dann normalerweise eine transaktionsspezifische Signatur, die an den Banking-Server gesendet wird. Anmeldedaten, mit denen dies durchgeführt wird, sind in keinem Fall mit dem Computer des Kunden verbunden. Das heisst, dass das externe Gerät immer das signiert, was der Benutzer auf diesem Gerät gesehen und bestätigt hat. Vom System getrennte Anzeigelösung Eine Lösung, die bei allen Kunden mit Anschluss an UBS e-banking in der Schweiz weltweit im Einsatz ist, ist die so genannte UBS Access Card mit entsprechendem Karten leser. Dieses Identifikationssystem basiert auf einer chipkartenbasierten Lösung mit einem eigenständigen Gerät zur Code generierung, das nicht mit dem PC oder einem Netzwerk verbunden ist. Der Kartenleser stellt einen Smartcard-Leser mit einfachem Display und einem Tastenfeld dar. Darüber hinaus besitzt der Zugriffsberechtigte eine Smartcard mit einem personalisierten Schlüssel und einem Zähler, mit dem er eine Antwort auf eine gegebene Aufforderung erstellen kann. Zur Benutzerauthentisierung stellt der UBS-e-banking-Server eine benutzerspezifische zufällige Aufforderung auf einer Webseite bereit. Nach dem Einlegen der Karte und der PIN-Eingabe überträgt der Benutzer manuell die Aufforderung von der Webseite in den Leser, der sie zur Antwortberechnung an die UBS Access Card sendet. Schliesslich kopiert der Benutzer die auf dem Lesegerät angezeigte Antwort zurück in die Webseite, um sie an den UBS-e-banking-Server zu senden. Diese Authentisierungslösung wurde nun insofern erweitert, dass die Bestätigung des Begünstigten ermöglicht wird. Dazu verlangt der Server eine Ziffernfolge, nämlich die Kontonummer des Zahlungsempfängers, bevor eine Transaktionsanfrage verarbeitet wird. Das bedeutet, dass Effektive Bestätigung des Begünstigten Obwohl die Praxis in jedem Land unterschiedlich sein kann, hängt der Erfolg eines Zahlungsauftrags häufig nicht davon ab, ob der angegebene Name und/oder die Adresse des Zahlungsempfängers richtig sind, sondern allein davon, ob das angegebene Konto des Zahlungsempfängers und/oder die Zahlungsreferenznummer richtig sind. Für eine effektive Bestätigung des Begünstigten ist deshalb eines entscheidend: identifizieren, was den Zahlungsempfänger einer Transaktion eindeutig bestimmt, abhängig von dessen Bank und der Art der Zahlung, und dann den Benutzer veranlassen, nur dies zu prüfen und zu bestätigen.

15 EdIToRIAL BITs & BYTEs / CLEARIT / CLEARIT September Juni Client-PC (mögliche unsichere Umgebung) Webbrowser Aufforderung: Antwort: W0PQ W0PQ W0PQ Aufforderung/Antwort manuell vom Benutzer kopiert TLS-Verbindung Backend (Server) heutigen Lösungen. Die Methode ist intuitiv und funktioniert mit allen Standard-PCs, Betriebssystemen und Webbrowsern, ohne dass zusätzliche Software installiert werden muss. Deshalb kann sie leicht mitgenommen und fast überall eingesetzt werden, obgleich das Gerät durch das eigene Tastenfeld etwas sperrig ist. Last but not least sind die Kosten für einen Einsatz in grossem Umfang angemessen. Moderne Internet-Banking Services können im Hinblick auf heutige Attacken nur überleben, wenn Banken die Angemessenheit ihrer Lösungen genau abwägen und Benutzer sich ihrer Verantwortung und Sorgfaltspflicht bewusst sind, um ihre Anmeldedaten zu schützen und Transaktionsdaten bei Bedarf sorgfältig zu überprüfen. < 4 7 * # Aufforderung/ Antwort Smartcard Alain Hiltgen, UBS AG Stefan Brunner, UBS AG Nicht verbundenes Lesegerät der Benutzer die Kontonummer des Begünstigten in das Lesegerät eingibt und die Antwort zurück in die Webseite kopiert genau wie bei der Benutzerauthentisierung. Zu diesem Zeitpunkt wird die Kontonummer nicht auf der Webseite angezeigt, da die Anzeige auf dem Computer des Kunden nicht als vertrauenswürdig angesehen wird. In diesem Fall wird der Zugriffsberechtigte aufgefordert, die zur Bestätigung angezeigten Informationen entsprechend der ihm ursprünglich vorliegenden Auftragsinstruktion, beziehungsweise vertrauenswürdigeren Quelle zu beziehen. Für den Fall, dass die Kontonummer als Ziffernfolge zu lang ist, zeigt die Webseite an, welcher Teil der Kontonummer verwendet werden soll. Wenn die Kontonummer beispielsweise ist und als Ziffernfolge verwendet werden soll, zeigt die Webseite 12xxxxx89 an, um den Benutzer anzuleiten. Diesen ziemlich zeitaufwändigen Bestätigungsvorgang für jede Transaktion vom Benutzer einzufordern, wäre nicht durchführbar. Nur in Kombination mit der Verwaltung von bereits bestätigten, respektive vertrauenswürdigen Begünstigten (white list management) wird die Lösung für die meisten Benutzer praktikabel. Praktische Ergebnisse Von der Sicherheitsperspektive aus lassen sich mit der Lösung Angriffe zur Inhaltsmanipulation zuverlässig vereiteln, wenn Kunden und deren Zugriffsberechtigten sich ihrer Verantwortung und Sorgfaltspflicht zur korrekten und sorgfältigen Ausführung der Bestätigung auch bewusst sind. Im Hinblick auf businessrelevante Aspekte wie Komfort, Mobilität, Integration und Kosten erhöht die neue Methode die Benutzervorteile erheblich im Vergleich zu Verwaltung von bestätigten Begünstigten Für die Effektivität der Bestätigung von Begünstigten im Zahlungsverkehr ist es entscheidend, nur dann eine Bestätigung anzufordern, wenn der Zahlungsempfänger weder der Bank noch dem Kunden als vertrauenswürdig bekannt ist. Die Erfassung vertrauenswürdiger Zahlungsempfänger bedeutet im Wesentlichen, Positivlisten zu bestätigten sowie vertrauenswürdige Begünstigte zu verwenden, die jeweils von der Bank und den einzelnen Zugriffsberechtigten eines Kunden verwaltet werden. Die Verwaltung von bestätigten Begünstigten entspricht dann dem Hinzufügen oder Streichen eines Zahlungsempfängers in der persönlichen Positivliste eines Kunden durch dessen Zugriffsberechtigten. Bevor eine Transaktion ausgeführt wird, prüft die Bank in einem solchen Fall nur, ob der Zahlungsempfänger sich auf einer globalen Liste der Bank oder auf der persönlichen des Kunden befindet. Sie fordert nur in dem seltenen Fall eine zusätzliche Bestätigung, wenn ein nicht global vertrauenswürdiger Zahlungsempfänger durch die Zugriffsberechtigten eines Kunden zum ersten Mal angegeben wird. Mit einer solchen mehrstufigen Verwaltung von bestätigten und vertrauenswürdigen Begünstigten ist der Komfort für die grosse Mehrzahl der gelegentlichen Benutzer, die normalerweise Transaktionen mit global vertrauenswürdigen Zahlungsempfänger abwickeln, sehr hoch.

16 Impressum Herausgeber SIX Interbank Clearing AG Hardturmstrasse 201 CH-8021 Zürich Bestellungen/Feedback Ausgabe Ausgabe 48 Juni 2011 Erscheint regelmässig, auch online unter Auflage Deutsch (1300 Exemplare) und Französisch (400 Exemplare) sowie Englisch (elektronisch auf Fachbeirat Patrick Bürki, PostFinance, Boris Brunner, UBS AG, Susanne Eis, SECB, Martin Frick, SIX Interbank Clearing AG, Andreas Galle, SIX Interbank Clearing AG, André Gsponer (Leiter), Enterprise Services AG, Gabriel Juri, SIX Interbank Clearing AG, Roger Mettier, Credit Suisse AG, Christoph Weder, Liechtensteinischer Bankenverband, Jean-Jacques Maillard, BCV, Giuseppe D'Alelio, SNB Redaktion André Gsponer, Enterprise Services AG, Andreas Galle, Gabriel Juri (Leiter) und Christian Schwinghammer, SIX Interbank Clearing AG Übersetzung Französisch: Word + Image, Englisch: HTS Gestaltung Felber, Kristofori Group, Werbeagentur Druck Binkert Druck AG, Laufenburg Kontakte Product Management SIX Interbank Clearing AG T Customer Service Swiss Euro Clearing Bank GmbH T Weitere Informationen zum UBS Access Card Reader sowie zur Firmenkundenlösung (UBS Access Key): Weitere Informationen zu den Schweizer Zahlungsverkehrssystemen finden Sie im Internet unter

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