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2 Überblick DtA Mio. EUR Geschäftsvolumen Bilanzsumme Kreditvolumen Zins- und Provisionsüberschuss Verwaltungsaufwand Risikovorsorge/Verlustübernahme Kernkapital Jahresüberschuss (-fehlbetrag) 130 Beschäftigte Überblick DtA-Konzern Mio. EUR Geschäftsvolumen Bilanzsumme Kredit-/Beteiligungsvolumen Zins- und Provisionsüberschuss Verwaltungsaufwand Risikovorsorge Kernkapital Jahresüberschuss 0 Beschäftigte

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5 Vorwort des Vorstandes Mehr Mut, Gründer! Wir über uns Neuer Schwung in der Mittelstandsförderung BERICHT DES VORSTANDES ZUSAMMENGEFASSTER LAGEBERICHT Geschäftsfelder Existenzgründungs- und Unternehmensfinanzierung Beteiligungsfinanzierung Umweltschutz Bildungsfinanzierung Soziales Ergebnis & Risikobericht Geschäftsergebnis Ausblick Konzern-Risikobericht Personal & Organisation DtA-Engagement Microlending: Neue Kleinstaaterei in Europa Zukunft gründen Aufbruch wagen! Fluthilfe: Gegen den Strom JAHRESABSCHLUSS UND KONZERNABSCHLUSS Jahresbilanz DtA Jahresbilanz Konzern DtA Gewinn- und Verlustrechnung Konzern Gewinn- und Verlustrechnung Zusammengefasster Konzernanhang Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Bericht des Verwaltungsrates Personalien

6 Vorwort s Wer hier zu Lande etwas werden will, der geht zu einem Großunternehmen und fängt nicht mit einer kleinen Firma auf dem Hinterhof an. Oder etwa doch? 1,6 Millionen Bundesbürger haben im Vorjahr eine selbstständige Tätigkeit aufgenommen. Als Pizzabäcker, Elektroinstallateur, Softwarespezialist die Liste ist lang. Knapp eine Million der neuen Selbstständigen sind Teilzeitunternehmer, die aus kleinsten Anfängen heraus starten. Soweit die gute Nachricht. Die weniger gute: Die Wachstumslokomotive neuer Mittelstand kommt nur langsam in Fahrt. Wenn sich in Deutschland die Zahl der Gründer nur um zehn Prozent erhöhen würde, so die Rechnung, entstünden auf einen Schlag neue Arbeitsplätze. s Neue Unternehmer braucht das Land und eine neue Lust am Unternehmertum. Dafür müssen erstens althergebrachte Karrierebilder über Bord. Noch träumt jeder zweite Student in Deutschland von einer Karriere beim Staat. Zweitens müssen wir mutiger werden: 50 Prozent der Deutschen haben Angst vor einer selbstständigen Tätigkeit, weil sie sich der neuen Aufgabe nicht gewachsen sehen. Gründermut und Alter s Woher rührt eigentlich diese Angst? Durch harte Fakten jedenfalls ist sie nicht zu erklären. Laut DtA-Statistik wirft nur einer von zehn geförderten Gründern wieder das Handtuch. Gründermut ist wohl auch eine Frage des Alters. Jenseits der 35 lässt erfahrungsgemäß der Drang zur Selbstständigkeit nach. Wie kann man vermehrt die Generation der über 40-Jährigen zur Unternehmensgründung bewegen? Wie das Potenzial an jungen Menschen angesichts zahlenmäßig schwächerer Jahrgänge noch besser ausschöpfen? Mit solchen Fragen wird sich die Wirtschaftspolitik in nächster Zeit verstärkt beschäftigen müssen. s Neue Unternehmen entstehen nicht auf Knopfdruck. Gesucht sind mutige Gründer und nicht minder mutige Financiers. Die sind zur Zeit am Kapitalmarkt eher Mangelware. Kaum ein junges Wachstumsunternehmen traut sich derzeit zu, frisches Kapital an der Börse aufzutreiben. Für die auf Fremdmittel angewiesenen Unternehmen aus traditionellen Wirtschaftsbereichen ist der Gang zur Bank beschwerlicher als früher. Bereits jedes dritte Unternehmen, so das Ergebnis einer aktuellen KfW-Umfrage, hat ernsthafte Probleme, die benötigten Geldmittel zu bekommen. Die kleinen Arbeitgeber s Bei Gründern ist die Situation kaum besser. Jeder zweite ist auf fremdes Geld angewiesen, um seine Pläne realisieren zu können. Die Mehrzahl davon kommt allerdings mit bescheidenen Euro aus. Das entspricht der Obergrenze eines DtA-Mikro-Darlehens. Ähnlich wie die Zuschüsse der Bundesanstalt für Arbeit für 4

7 Vorwort die Ich-AG -Gründer trägt auch dieses DtA-Produkt dazu bei, Schwellenängste bei Gründern und Investoren abzubauen und damit neue Arbeitsplätze zu schaffen. Zwar starten heute immer mehr Gründer klein, aber nicht aus Gründen der Selbstbeschäftigung. Die meisten wollen wachsen, wollen neue Mitarbeiter einstellen. Mit jedem DtA-Mikro-Darlehen werden immerhin durchschnittlich drei Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert. s Erfolgreicher Unternehmer wird man nicht mit einem Crash-Kurs. Bereits die Schule sollte damit beginnen, junge Menschen zur Selbstständigkeit zu ermuntern. Die Anleitung zur Selbstständigkeit sollte, wie im Unternehmer-Musterland USA, fester Bestandteil der Hochschulausbildung sein. 40 Gründerlehrstühle sind für Deutschland ein guter Anfang, aber eben nicht genug. s Immer häufiger werden neue Firmen jetzt von Frauen gegründet auch dies ist ein erfreuliches Resultat der DtA-Gründungsförderung. Aber es sind im internationalen Vergleich noch zu wenige. In Ländern mit starken Gründungsaktivitäten wie den USA, so die Gründerklimastudie Global Entrepreneurship Monitor (GEM), ist der Anteil der von Frauen gegründeten Firmen besonders hoch. Das zeigt, wohin der Zug geht. Dass in Deutschland jährlich rund Chefsessel neu zu besetzen sind, sollte gerade auch für angehende Unternehmerinnen zusätzlicher Anreiz sein. Die Mittelstandsbank s Dem Ziel einer schlanken Mittelstandsförderung sind wir mittlerweile ein gutes Stück näher gekommen. Bereits zu Beginn des Jahres 2003 hat die neue Mittelstandsbank als Förderinitiative von DtA und KfW ihre Arbeit aufgenommen. Die Mittelstandsbank ist kein neues Institut, sondern Mittelstandsfinanzierung in optimierter Form: kompakter, übersichtlicher, besser. Gründer, junge Unternehmer und nicht zuletzt gestandene Mittelständler haben nach der Verschmelzung der DtA auf die KfW nur noch einen Ansprechpartner in Finanzierungsfragen eben die Mittelstandsbank. s So wichtig neue Unternehmen für Wachstum und Beschäftigung auch sind, durch verstärkte Gründungsaktivitäten allein sind die Probleme in Deutschland nicht zu lösen. Wir müssen durch gezielte Anreize dafür sorgen, dass auch bestehende Unternehmen wieder mehr investieren. Die Mittelstandsbank mit ihrem Finanzierungs- und Beratungsangebot aus einem Guss ist dafür das richtige Signal. Auch die jüngsten Erleichterungen der Bundesregierung für Kleinstfirmen sind für das Investitionsklima nur vorteilhaft. Die geplanten Maßnahmen werden umso besser greifen, je zügiger es gelingt, Bürokratie abzubauen, Lohnnebenkosten zu senken und das Steuerrecht zu vereinfachen. Dr. Peter Fleischer Sprecher des Vorstandes der DtA 5

8 Wir über uns Auf dem Weg zur Mittelstandsbank s Mit ihrem Förderangebot ist die DtA eingebunden in die Mittelstandsoffensive der Bundesregierung. Sie kann dabei auf ihre mehr als 50-jährige Erfahrung in der Mittelstandsförderung zurückgreifen. Im Focus der DtA-Förderung stehen ferner Ziele der Umweltpolitik, der Bildungspolitik sowie Soziales. Das Motto Wir fördern Zukunft bildet die Klammer der vier Kerngeschäftsfelder. s Die DtA greift ihren Kunden mit günstigen Kreditfinanzierungen, Bürgschaften und Beteiligungen unter die Arme. Sie leistet Geburtshilfe bei neuen Firmen im Vorjahr mal. Daneben hilft sie kleinen und mittleren Betrieben, ihr Wachstum zu finanzieren und neue Technologien zu entwickeln. DtA-Produkte bilden somit eine wichtige Basis für mehr Wachstum und Beschäftigung, sie bringen Innovation und Strukturwandel voran. Netzwerk der Beratungskompetenz s Überall im Bundesgebiet erhalten unsere Kunden DtA-Produkte zu attraktiven Bedingungen. Allerdings nicht direkt von uns, sondern über ihre Hausbank am Ort. Neben Geld gibt es als added value umfangreiche Beratungsleistungen. Von der Erstberatung am Infotelefon und im Internet über regionale Sprechtage bis zur Firmenpannenhilfe. Gemeinsam mit Kammern, Verbänden und Banken vor Ort bilden wir ein Netzwerk der Beratungskompetenz. So können wir den Unternehmer von der ersten Geschäftsidee bis zur Regelung der Nachfolge begleiten. s Weil die Hausbanken das hohe Risiko einer Gründungsfinanzierung nicht mehr alleine tragen können, geht die DtA mit ins Risiko. Neue Produkte wie das DtA-Mikro-Darlehen setzen dabei Maßstäbe. Für die Hausbanken bedeutet das: weniger Risiko, mehr Marge. Auch bei den etablierten Produkten wurde die Stellschraube Marge neu justiert um die Kreditrisiken besser abfedern zu können. 6

9 Wir über uns 52 Milliarden Euro Bilanzsumme s Mit einer Bilanzsumme von rund 52 Mrd. Euro gehört die DtA heute zu den 30 größten Kreditinstituten im Bundesgebiet. Das Neugeschäft betrug 2002 rund 6,1 Mrd. Euro. Die DtA refinanziert sich über die KfW am Kapitalmarkt und aus dem ERP-Sondervermögen. s Die DtA ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts, 100-prozentiger Eigentümer ist der Bund. Sie ist Mitglied im Bundesverband öffentlicher Banken (VÖB) und dessen Einlagensicherungsfonds. Über die DtA-Beteiligungs-Holding AG ist sie jeweils zu 100 Prozent an der tbg Technologie-Beteiligungs-Gesellschaft mbh und der gbb-beteiligungs AG beteiligt. An den Standorten Bonn, Berlin sowie im Büro Brüssel arbeiten rund 870 Mitarbeiter für den DtA-Konzern. Start für Die Mittelstandsbank. s Im Dezember 2002 kündigten die Bundesminister Wolfgang Clement und Hans Eichel die Neuordnung der Mittelstandsförderung auf Bundesebene an. Seitdem arbeiten DtA und KfW daran, das Angebot zu optimieren und die Mittelstandsbank beim Kunden zu etablieren. Bereits seit Jahresbeginn 2003 können Unternehmen Darlehen der Mittelstandsbank über ihre Hausbank mit einem gemeinsamen Antragsformular von DtA und KfW beantragen. Unter hat die Förderinitiative einen eigenständigen Auftritt im Internet. s Mit der Verschmelzung der DtA auf die KfW wird die Mittelstandsförderung des Bundes übersichtlicher und transparenter. Für Hausbanken, Gründer und Mittelstand gibt es auf Bundesebene damit nur noch einen Ansprechpartner. Zur Zeit werden die Förderaufgaben für kleine und mittlere Unternehmen sowie Gründer, die beide Institute bislang getrennt wahrgenommen haben, neu strukturiert. Mehr Effizienz, Konsistenz und Transparenz s Die Mittelstandsbank ist keine physisch neue Förderbank weder heute, noch nach der Fusion. Die Mittelstandsbank wird nach der Verschmelzung der DtA auf die KfW ein Förderbereich der KfW-Bankengruppe sein, die an den drei Standorten Berlin, Bonn und Frankfurt dem Mittelstand Förderprodukte anbieten wird. Es wird dann keine Überschneidungen mehr im Förderangebot geben, keine Zweifelsfragen, ob noch Existenzgründer oder bereits etabliertes mittelständisches Unternehmen. Und es wird auch keine Unsicherheiten mehr darüber geben, ob und wie einzelne Programme miteinander kombiniert werden können. s Die DtA bringt in die neue Mittelstandsbank ihre Förderphilosophie mit ein. Und natürlich ihre mehr als 50-jährige Erfahrung auf dem Gebiet der Gründungs- und Mittelstandsförderung. 7

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14 Zusammengefasster Lagebericht s 1,6 Millionen Menschen, so das zentrale Ergebnis des DtA-Gründungsmonitors 2002, haben sich im Vorjahr in Deutschland selbstständig gemacht. Die Mehrzahl startet zwar in kleinem Rahmen, aber drei Viertel der neuen Selbstständigen beschäftigen bereits eigene Mitarbeiter. Der Nachschub an neuen Unternehmen wird allerdings schwächer, wenn auch der Saldo aus Gründungen und Liquidationen zur Zeit noch positiv ist. Zu diesem Ergebnis kommt der 2003 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellte Mittelstandsmonitor, den die DtA zusammen mit der KfW und verschiedenen Forschungsinstituten entwickelt hat. s Die schwache Konjunktur bremst den Gründungselan der Deutschen. Und sie verhindert, dass die 3,3 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Schwung kommen. Denn die Ertragslage ist schlecht, die Investitionsneigung gering. Nur wenige Betriebe wollen neue Mitarbeiter einstellen. Und daran wird sich, folgt man dem Mittelstandsmonitor, auch im Jahr 2003 nicht viel ändern. Von der Mittelstandskonjunktur, so das Fazit, sind in diesem Jahr keine nennenswerten Impulse für Wachstum und Beschäftigung zu erwarten. s Für diese Entwicklung allein die schwache Gesamtnachfrage verantwortlich zu machen, würde zu kurz greifen. Denn die angespannte Lage im Mittelstand hat auch einen harten strukturellen Kern die Probleme in der Finanzbranche. So schlecht waren die Zeiten schon lange nicht mehr. Die Geldhäuser haben zu hohe Risiken in den Büchern, zu niedrige Erträge und zu hohe Kosten. s Der scharfe Wettbewerb unter den Kreditinstituten hat zwar den Kunden relativ günstige Preise beschert aber auch ein Problem. Denn teilweise sind die Preise für Kredite so niedrig, dass die Hausbanken bei der Kreditvergabe zurückhaltender sind als früher. Bonität und Basel II s Vor diesem Hintergrund betrachten die mittelständischen Unternehmen die geplanten neuen Eigenkapitalrichtlinien für Kreditinstitute (Basel II) mit gemischten Gefühlen. Die Kreditinstitute sollen die Bonität ihrer Kunden durch ein objektiviertes und statistisch abgesichertes Rating beurteilen, um besser gegen Zahlungsausfälle geschützt zu sein. Die Branche soll dadurch insgesamt wetterfester werden. Nicht wenige Unternehmer befürchten aber Nachteile, zum Beispiel in Form höherer Zinsen. s Eine allgemeine Kreditverknappung, so auch die Einschätzung der Bundesbank, ist nicht zu erwarten. 12

15 Zusammengefasster Lagebericht s Gleichwohl wird es für angehende Unternehmer immer schwieriger, Startkapital für pfiffige Gründungsideen loszueisen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn das Vorhaben mit einem hohen Risiko behaftet oder vom Volumen her sehr klein ist. Laut DIHK-Umfrage ist davon bereits jeder zweite Gründer betroffen. Es trifft vor allem jene, die mehr als andere auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Eine richtige Diagnose führt aber nicht automatisch schon zur richtigen Therapie. Der Ruf nach dem Staat gipfelt teilweise in der Forderung, staatliche Hilfen künftig direkt zu vergeben. s Aus guten Gründen werden Fördermittel über die Hausbanken vergeben. Als Marktpartner prüfen sie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten das Risiko jedes einzelnen Vorhabens und tragen grundsätzlich auch das Risiko. Mögen staatlich geförderte Gründer viel seltener scheitern als andere, für Banken und Sparkassen ist es grundsätzlich ein Geschäft mit Risiko. Dabei werden immer mehr Unternehmen im Dienstleistungsbereich gegründet, im Falle eines Scheiterns gibt es wenig Verwertbares. DtA-Förderstatistik 2002 s Laut DtA-Förderstatistik 2002 versuchen drei Viertel aller Gründer mittlerweile ihr Glück im Bereich Handel und Dienstleistungen gingen zudem erstmals mehr Freiberufler als Handwerker ins Rennen. Jeder dritte Gründer war zuvor arbeitslos. Inzwischen wird jedes vierte Unternehmen von einer Frau gegründet. s Mit knapp 2,5 Mrd. Euro blieb das Neugeschäft 2002 in der Sparte Existenzgründung/Unternehmensfinanzierung 2002 Gründungs- und Wachstumsfinanzierung deutlich hinter dem Vorjah- Darlehen in Mio. EUR Zusagen nach Branchen Anzahl der Volumen reswert von 3,7 Mrd. Euro zurück. Dem Unternehmernachwuchs standen davon rund 1,5 Mrd. Euro zur Verfügung, um neue Unternehmen zu gründen oder bestehende zu übernehmen. Eine Milliarde Euro flossen in den Ausbau bestehender Unternehmen. Eigene Mittel und Bankkredite hinzugerechnet, investierten Industrie Baugewerbe Handel Dienstleistungen Gesamt davon: Handwerk Freie Berufe die Geförderten mit Hilfe der DtA rund 4,8 Mrd. Euro in den Auf- und Aus- bau ihrer Unternehmen. Dadurch konnten Arbeitsplätze neu geschaffen bzw. gesichert werden. s Von den rund Darlehen zur Gründungs- und Wachstumsfinanzierung entfielen etwa auf die alten und auf die neuen Bundesländer. Die Zahl der Neukunden betrug rund Davon gründeten ein neues Unternehmen oder erwarben eines. 13

16 Zusammengefasster Lagebericht Dünne Eigenkapitaldecke s Der Mittelstand braucht den Bankkredit. Denn aufgrund der Größe und der Art des Geschäfts ist der Zugang zu alternativen Finanzierungen sehr schwierig. Lediglich drei bis fünf Prozent der Mittelständler, so die Deutsche Bundesbank, kommen dafür überhaupt in Frage. Zugleich wird der Spielraum für neue Kredite immer enger. Laut einer Studie der KfW und verschiedener Fachverbände der Wirtschaft haben sich bei knapp der Hälfte der Unternehmen in Deutschland die Finanzierungsbedingungen verschlechtert. Ein wichtiger Grund hierfür: Die Eigenkapitaldecke der meisten Betriebe ist zu dünn. Bei der Neuausrichtung der Mittelstandsfinanzierung kommt der Eigenkapitalbildung deshalb eine zentrale Rolle zu. s Ein bewährtes Instrument zur Eigenkapitalbildung ist die Eigenkapitalhilfe des Bundes. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hatte bereits Ende der 70er Jahre in einem Gutachten gefordert, angehende Unternehmer bei der Beschaffung von Eigenkapital zu unterstützen. Mit Hilfe eines unbesicherten Nachrangdarlehens, das im Krisenfall wie Eigenkapital haftet, wird seitdem die Eigenkapitallücke beim Start in die Selbstständigkeit geschlossen. s Die Eigenkapitalhilfe, besser bekannt unter dem Kürzel EKH, ist eine so genannte Mezzanine-Finanzierung. Kaum ein anderes staatliches Finanzierungsprodukt hat die Gründungsförderung ähnlich geprägt. Allein seit 1990 bewilligte die DtA mit mehr als EKH-Darlehen über insgesamt 14 Milliarden Euro mehr Mezzanine-Kapital als jeder andere Anbieter in Deutschland. Seit September 2001 können auch etablierte Unternehmen in Ostdeutschland dieses Produkt für so genannte Sprunginvestitionen in Anspruch nehmen. s Die Eigenkapitalhilfe wird gewöhnlich mit weiteren Darlehen kombiniert, die entweder aus dem ERP-Sondervermögen oder am Kapitalmarkt refinanziert werden. Größere Finanzierungsvorhaben lassen sich damit bis zu 75 Prozent aus öffentlichen Mitteln bestreiten bis zur Förderhöchstgrenze von zwei Millionen Euro. 14

17 Zusammengefasster Lagebericht Vom Programm-Mix zum Light-Produkt s Die meisten Gründer benötigen aber nicht annähernd so viel Startkapital. Nur jeder zweite Gründer braucht laut DtA-Gründungsmonitor 2002 überhaupt Geld für sein Vorhaben. Und von den Gründern mit Finanzierungsbedarf gehen zwei Drittel mit weniger als Euro an den Start. Anstelle eines aufwändigen Programm-Mix ist ein Light-Produkt gefragt, das die Förderung einfacher und effizienter und damit für die Hausbanken attraktiver macht. Ein solches Produkt brachte die Bank erstmals 1999 mit dem DtA-StartGeld auf den Markt. Ein vergleichsweise einfaches Verfahren für kleinere Vorhaben bis Euro, bei geringem Eigenrisiko der Hausbank. Das Vorhaben kann zudem zu 100 Prozent aus öffentlichen Mitteln finanziert werden. Mehr als Darlehen wurden aus diesem Programm bis Ende 2002 bewilligt, gut 700 Millionen Euro ausgezahlt. Unter den Kunden sind auffallend viele Frauen mit 35 Prozent liegt ihr Anteil höher als in allen anderen Programmen der Bank. Viele Gründer waren zuvor arbeitslos gemeldet. s Mit dem DtA-Mikro-Darlehen (bis Euro) wurde Anfang Oktober 2002 das Angebot für Gründer mit kleineren Vorhaben noch zielgenauer. Auch hier ist die Stellschraube der Förderung nicht mehr in erster Linie der Zinssatz, wie bei den klassischen Förderprodukten. Es geht primär darum, dem unternehmerischen Nachwuchs leichter Zugang zu Finanzierungsmitteln zu verschaffen und zwar über die Hausbank. Und das funktioniert so: Mit Hilfe des Europäischen Investitionsfonds (EIF) trägt die DtA 80 Prozent des Ausfallrisikos. Als zusätzliche Anreize gibt es eine von der Kredithöhe unabhängige fixe Bearbeitungsgebühr sowie eine Marge, die besser als in allen anderen Programmen der Bank ist. Bereits drei Monate nach dem Programmstart sind die ersten 550 DtA-Mikro-Darlehen im Gesamtwert von elf Millionen Euro ausgezahlt. Die durchschnittliche Kreditsumme liegt bei Euro. s Im globalen Wettbewerb können die Kreditinstitute auf Dauer nur mit Margen operieren, welche die tatsächlichen Kosten und Risiken widerspiegeln. Die Herausforderung für die Förderpolitik besteht also darin, die Abwicklung der Programme zu vereinfachen, attraktive Margen anzubieten und das Kreditrisiko der Hausbanken 15

18 Zusammengefasster Lagebericht zu beschränken. Bei den neuen Finanzierungsprodukten im kleinteiligen Geschäft gehören diese Forderungen gewissermaßen zum Pflichtenheft. Aber auch bei älteren Produkten geht die DtA mit ins Risiko. Bei etwa einem Drittel aller Finanzierungen greift eine Haftungsfreistellung. Inzwischen wurde auch die Stellschraube Marge neu justiert allerdings unter Risikogesichtspunkten. In Abhängigkeit von der Bonität der Kreditnehmer können die Hausbanken nunmehr im Einzelfall den Programmzins um 0,5 Prozentpunkte erhöhen, um auf diesem Wege höhere Risiken abzufedern. Meilenstein einer schlanken Mittelstandsförderung Existenzgründung/Unternehmensfinanzierung 2002 Anzahl der Darlehen Volumen in Mio. EUR Alte Länder s Anfang 2003 begannen DtA und Neue Länder KfW damit, ihre Finanzierungsprodukte für Existenzgründer, mittel- Bundesgebiet ständische Unternehmer und Freiberufler unter dem Dach der Mittelstandsbank zu konzentrieren. Bei praktisch unveränderten Finanzierungsschwerpunkten Gründung, Investition und Innovation wird das Angebot gestrafft und weiterentwickelt mit dem Ziel, die Förderung übersichtlicher, effizienter und kostengünstiger zu machen. Die Mittelstandsbank ist damit ein wichtiger Baustein in der Mittelstandsoffensive der Bundesregierung. Bereits seit Jahresbeginn können Förderdarlehen beider Häuser mit einem einzigen Formular beantragt werden. Für die ERP-Programme und Eigenprogramme beider Häuser gibt es erstmals einheitliche Allgemeine Geschäftsbedingungen. Noch im Jahr 2003 soll die DtA auf die KfW verschmolzen werden. Die Mittelstandsbank ist dann ein rechtlich unselbstständiger Teil der KfW-Bankengruppe vgl. Seite 7 Bremsklotz Bürokratie s Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind etwa zehn Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland selbstständig, in den 60er Jahren lag die Quote noch bei 14 Prozent. Diese Marke peilt die Bundesregierung wieder an. Im Rahmen der Mittelstandsoffensive sind zahlreiche Erleichterungen für Gründer und Kleinunternehmer geplant. Zum Beispiel Existenzgründungszuschüsse für Arbeitslose ( Ich-AG ). Aber auch steuerliche Erleichterungen und Bürokratieabbau sind wichtig, um wieder mehr Menschen in unserem Land zur Selbstständigkeit zu ermuntern. Folgt man der internationalen Gründerklimastudie Global Entrepreneurship Monitor (GEM), wollen sieben Prozent der Erwachsenen in Deutschland in den nächsten drei Jahren eine selbstständige Tätigkeit aufnehmen und damit nur halb so viele wie im Durchschnitt aller 37 Staaten, die an der GEM-Studie 2002 teilgenommen haben. 16

19 Zusammengefasster Lagebericht s Obwohl sich das Teilnehmerfeld im Vergleich zum Vorjahr stark erweitert hat, belegt Deutschland in der aktuellen GEM-Studie bei der öffentlichen Förderinfrastruktur Platz drei und ist damit im internationalen Vergleich weiter führend. Auch an guten Ideen herrscht kein Mangel, wohl aber an Mut. Die Angst zu scheitern lähmt hier zu Lande jeden zweiten potenziellen Gründer. Ein gutes Gründerklima ist offenbar nicht allein eine Frage des Geldes, vielmehr sind eine ganze Reihe von Faktoren dafür verantwortlich. Zum Beispiel eine schlanke Verwaltung und ein vorbildliches Bildungswesen. Und genau hier liegt der Knackpunkt. s Beispiel Bürokratie: Sie trifft die kleineren Unternehmen mit Wucht. Damit sich der Unternehmernachwuchs im Dickicht der kommunalen Zuständigkeiten nicht verheddert, baute die DtA in enger Abstimmung mit den Spitzenverbänden der Kommunen ihre Plattform weiter aus. Mehr als 40 Städte, Gemeinden und Kreise sind mit Coaching, One-Stop-Agency und anderen Maßnahmen Vorbild für andere in Sachen Entbürokratisierung. Für eine bessere Gründungsberatung durch die Kommunen wird ferner ein Informationssystem entwickelt. Wirtschaftsförderer sollen damit künftig alle für das jeweilige Gründungsvorhaben erforderlichen Gesetze, Verordnungen und Verwaltungserlasse bequem und schnell online abrufen können. Vorboten einer neuen Gründerkultur s Beispiel Bildungssystem: Während in den Vereinigten Staaten bereits die Schulen den Unternehmergeist ihrer Zöglinge fördern, lassen unsere Bildungsstätten unternehmerischen Tatendrang noch vermissen. Vorbild sind die mittlerweile mehr als 40 Gründerlehrstühle, die in den letzten vier Jahren an bundesdeutschen Hochschulen meist mit Hilfe von Sponsoren entstanden sind. Als Brücke in die Selbstständigkeit bereiten sie junge Menschen gezielt auf eine unternehmerische Tätigkeit vor. 17

20 Zusammengefasster Lagebericht s Solange die Erziehung zur Selbstständigkeit dem Engagement einzelner Lehrer überlassen bleibt, ist das Feld für eine neue Gründergeneration noch nicht bestellt. Bereits in der Schule müssen die Grundlagen für eine neue Kultur der Selbstständigkeit gelegt werden durch Vermittlung entsprechender Kenntnisse im Unterricht. Für den Leipzig, Magdeburg, München und Oestrich- Einsatz im Schulunterricht hat die DtA einen Winkel: Bei gleich vier Gründerlehrstühlen ist Schulordner mit Unterrichtsmaterial zum Thema die DtA als Finanzierungspartner mit im Boot. Selbstständigkeit entwickelt, den immer mehr Nur noch SAP kann ebenso viele vorweisen. Lehrer jetzt auch als online-angebot nutzen. Beratung als Mehrwert s Die DtA offeriert ihren Kunden neben Finanzierungen auch umfangreiche Beratungsleistungen, einen Mehrwert ( added value ), der zunächst auf die Bedürfnisse des unternehmerischen Nachwuchses zielt. Zum Kreis der Nutznießer gehören nicht zuletzt die Hausbanken. Denn die Gründer kommen besser vorbereitet zum Kreditgespräch, das erspart der Hausbank Beratungskosten. Immer mehr Kreditinstitute machen zudem von der Möglichkeit Gebrauch, Wackelkandidaten an den Runden Tisch der DtA zu schicken. Dieses erprobte Kriseninstrument hat bereits viele Betriebe vor dem Aus bewahrt und die Hausbanken vor teuren Abschreibungen. s Beim Aufbau ihres Beratungsnetzwerkes konnte die DtA auf vorhandene regionale Strukturen zurückgreifen insbesondere auf die Kammern vor Ort als Beratungspartner. Erste Finanzierungsfragen beantworten unsere Kreditexperten am DtA-Telefon ( ) im Customer Contact Center (CCC) in Bonn täglich bis zu 500 Anrufe. Monat für Monat besuchen rund User unser Internet-Portal mit Informationen über staatliche Finanzierungen oder surfen in unserem Virtuellen Gründerzentrum. Stark frequentiert waren wiederum unsere 50 DtA-Beratungszentren, die über das gesamte Bundesgebiet verteilt sind. Dort beraten unsere Finanzierungsexperten Gründer und junge Unternehmer in einem persönlichen Gespräch mehr als Intensivberatungen wurden geführt. Gelegenheit zur persönlichen Beratung boten auch die sieben nationalen Messen und über 100 regionale Infomärkte, an denen die DtA im Jahr 2002 teilnahm. Dabei übertraf die START-Messe in Essen mit mehr als Besuchern und rund 950 Beratungsgesprächen am DtA-Stand während der drei Messetage alle Erwartungen. 18

21 Zusammengefasster Lagebericht Erfolgreiche Firmenpannenhilfe s Knapp Unternehmer mit teilweise erheblichen finanziellen Problemen nahmen 2002 am Runden Tisch der DtA Platz ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Damit erhöhte sich die Zahl der insgesamt betreuten Betriebe auf Durch rechtzeitiges und entschlossenes Krisenmanagement konnte über die Hälfte der Not leidenden Betriebe wieder auf sichere Füße gestellt werden. Bereits 1995 nahm der erste von mittlerweile 50 Runden Tischen in Leipzig seine Arbeit auf. Durch die Firmenpannenhilfe wurden seitdem rund Arbeitsplätze in den alten und neuen Ländern gerettet. s Familienunternehmen wird eine gewisse Beratungsresistenz nachgesagt. Um Berührungsängste abzubauen, wurde 1996 die DtA-Beratungsagentur gegründet. Sie vermittelt mittelständischen Unternehmen kostenlos zuverlässige Berater. Der Beraterpool umfasst mittlerweile Spezialisten, rund 700 Anfragen konnten im Geschäftsjahr bedarfsgerecht bedient werden. s Im Unterschied zu diesen auf Honorarbasis arbeitenden Kräften offerieren die rund Wirtschaftspaten als ehemalige Unternehmer und Manager ihre Dienste ehrenamtlich. Im Jahr 2002 verzeichnete die Patenstatistik rund 800 Einsätze in Ostdeutschland, seit Übernahme des Patenmodells 1997 sind es insgesamt Auf Seminaren der DtA-Akademie können sich Unternehmensberater, Kammermitarbeiter und Banker gezielt auf ihre Beratungsaufgabe vorbereiten rund Seminarteilnehmer besuchten 2002 diese Beraterschule der DtA. Nach der Gründerwelle die Übernahmewelle s Ein beliebter Anlaufpunkt für Seniorchefs, die einen Nachfolger außerhalb der eigenen Familie suchen, ist die Internetplattform mit vielen wertvollen Informationen zum Thema Unternehmensnachfolge. Mehr als Firmenchefs bieten über die angeschlossene Nachfolgebörse CHANGE (www.change-online.de) ihr Unternehmen zum Verkauf an mal konnte Mit Zugriffen im Monat ist das nexxt-portal ein ein geeigneter Käufer im Vorjahr vermittelt werden. Die 700 Netzwerkpartner bieten darüber hin- beliebter Unternehmertreff im Netz zur Regelung der Nachfolge und seit Herbst 2002 um eine Attraktion reicher. In der neuen DtA-Franchisebörse präsentieren aus noch eigene Serviceleistungen an in vielen bereits 60 Anbieter ihre Systeme. Sie ist damit schon Fällen kostenlos. jetzt eine wahre Fundgrube für neue Geschäftsideen. Alle vorgestellten Systeme sind zudem förderfähig. 19

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