Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten 21. August 2015

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1 Liebe Leserinnen, liebe Leser, die Sorge um das chinesische und damit auch das Welt- Wirtschaftswachstum haben erneut für Unruhe an den Märkten gesorgt. Zur Abwertung des Yuan durch die Notenbank in Peking in der Vorwoche kamen jetzt auch noch stagnierende Geschäfte im Reich der Mitte hinzu. Vor allem bei Risikopapieren wie Aktien hat das auf die Kurse gedrückt. An den Rentenmärkten wurde zusätzlich über den Zeitpunkt der Zinserhöhung durch die US- Notenbank Fed spekuliert. In den aufstrebenden Volkswirtschaften kam es zu weiteren Währungsabwertungen. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihr Portfoliomanagement Union Investment Privatkunden. Wöchentliche Information zu den Kapitalmärkten 21. August 2015

2 Inhaltsverzeichnis Aktien: China belastet weiter globale Märkte Export-Werte besonders betroffen Akquisition in der Pharmabranche Renten: Einerseits und andererseits - Anleger unschlüssig Wahrscheinlichkeit für Zinsschritt wieder gesunken Ausgewählte EM-Währungen unter Druck Ausblick: Kursveränderungen Marktindikator Stand am ca. 16:00 seit Wertentwicklung Seit Dow Jones ,8 % -5,6% EuroStoxx ,6% 4,8% Dax ,5% 4,7% Nikkei ,3% 11,4% Vom Regen in die Traufe? Treffen in Jackson Hole MSCI Emerging Markets ,1% -6,6% Euro-Leitzins 0,05 0 BP 0 BP Rendite 10-jähriger Bundesanleihen 0,59-7 BP 5 BP IBoxx Euro Sovereign 223,58 0,1% 0,9% Spread EMU-Unternehmenszu EMU-Staatsanleihen 84 2 BP 11 BP US-Leitzins 0,25 0 BP 0 BP Rendite 10-jähriger US-Treasury-Bonds 2,07-13 BP -11 BP Euro-Wechselkurs in USD 1,1288 1,0% -7,0% Ölpreis (WTI) in USD/Barrel 41,28-2,8% -22,2% Marktticker 21. August 2015 Seite 2

3 Aktien China belastet weiter globale Märkte Wie bereits in der Vorwoche war China der Haupttreiber des erheblichen Kursdrucks auf die globalen Aktienmärkte. Nicht nur in China selbst stießen Anleger ihre Risikopapiere ab, auch in Europa und den USA stand ein dickes Minus auf den Kurstafeln. Neben der Abwertung des Yuan durch die People s Bank of China (PBoC) in der Vorwoche sorgten Spekulationen über die Stabilität des chinesischen Wachstums weiter für Unruhe an den Märkten. Der vorläufige Caixin/Markit- Einkaufsmanagerindex für August fiel um 0,7 auf 47,1 Punkte. Damit blieb das Barometer den sechsten Monat in Folge unter der Schwelle von 50 Zählern, ab der üblicherweise von Wachstum gesprochen wird. Ein befürchtetes Abkühlen der chinesischen Volkswirtschaft - immerhin der zweitgrößten der Welt - hätte Implikationen für die Weltwirtschaft, insbesondere für enge Handelspartner des Landes. Eine kontinuierliche Abwertung der chinesischen Währung könnte, so die Sorge, die Erlöse der europäischen Unternehmen in China nachhaltig beeinträchtigen. Zudem drohten einigen Branchen Absatzprobleme im Reich der Mitte, wenn Güter aus dem Westen dort wechselkursbedingt teurer würden. Export-Werte besonders betroffen Vor allem exportorientierten Industrien machte die China-Sorge zu schaffen, europaweit fielen Aktien aus der Branche um rund sechs Prozent, auch in Deutschland gaben BMW, Daimler und Volkswagen rund fünf Prozent ab. Ohnehin: Deutsche Unternehmen gehörten auf Wochensicht zu den größten Verlieren. Mehr als sechs Prozent verlor der Deutsche Aktienindex DAX. Allein in den ersten Handelsminuten am Freitag fiel er um zwei Prozent auf ein Sieben-Monats-Tief von Zählern und konnte den Verlust trotz positiver Konjunkturdaten aus der Eurozone bis zum Nachmittag nur mit Mühe wieder eingrenzen. Unter andrem das Papier von ThyssenKrupp musste Federn lassen: 9,6 Prozent hat es die Aktie nach unten gezogen, obwohl die jüngsten Zahlen des Stahlkonzerns positiv waren. Hintergrund für die Entttäuschung der Anleger ist die Sorge um den chinesischen Markt, der für das Unternehmen essenzielle Bedeutung hat. Schwächster Wert im DAX war aber die Aktie des Energieversorgers RWE. In der Vorwoche hatte das Unternehmen seine Halbjahreszahlen veröffentlicht und dabei einen Gewinnrückgang um 28 Prozent auf 543 Millionen Euro offenbart. Bis Donnerstagabend gab die Aktie 10,3 Prozent ab. Akquisition in der Pharmabranche Auch in den USA war es keine gute Aktienwoche. Neben der China-Sorge ist dort vor allem das Warten auf die Zinserhöhung der US-Notenbank Fed Thema. Selbst die Akquisition von Sprout durch den kanadischen Pharmakonzern Valeant für eine Milliarde US-Dollar konnte die Stimmung nicht verbessern. Sprout Pharmaceuticals ist der Hersteller einer umstrittenen Pille namens Addyi. Es handelt sich um ein luststeigerndes Präparat für Frauen. Die Arzneibehörde FDA in Washington hatte am Dienstag mit dem Mittel Flibanserin zum ersten Mal ein solches Medikament zugelassen, das jetzt unter dem Namen Addyi auf den Markt kommen soll. Flibanserin wurde vom deutschen Hersteller Boehringer Ingelheim entwickelt - als Mittel gegen Depressionen. Die luststeigernde Wirkung wurde erst später bekannt. Nach einem negativen FDA-Bericht gaben die Rheinland-Pfälzer das Projekt 2010 auf. Marktticker 21. August 2015 Seite 3

4 Renten Einerseits und andererseits Anleger unschlüssig Die Marktteilnehmer am europäischen Staatsanleihenmarkt waren in der vergangenen Handelswoche völlig hin- und hergerissen. Viele der Themen, die momentan diskutiert werden liefern einerseits belastende, andererseits aber auch unterstützende Impulse. So sorgen die weiter rückläufigen Rohstoffpreise für geringen Inflationsdruck, wirken allerdings auf viele europäische Volkswirtschaften auch wie ein kleines Konjunkturprogramm. Gleiches gilt für die Wachstumssorgen in China. Was schlecht für die Entwicklung der Weltwirtschaft ist, kann jedoch zugleich einen Gewinn an Wettbewerbsfähigkeit für exportorientierte Volkswirtschaften im Euroraum bedeuten. In Summe erscheinen die globalen Wachstumssorgen aktuell übertrieben. Auch wenn sich einige Wirtschaftsdaten etwas eintrüben, ist das zumindest bislang noch kein Grund zur Sorge. Viele Händler sind jedoch im Urlaub, sodass sich kaum ein Marktteilnehmer gegen die ausgesprochen negative Stimmungslage stellt. Getrieben von schwachen Aktienkursen flüchteten einige Investoren deshalb wieder in sichere Anlagehäfen. Hierzu zählen vor allem Anleihen aus den Kernländern der Eurozone. Die Renditen von Bundesanleihen kamen daher weiter zurück und die Zinsstrukturkurve verflachte sich. Papiere aus den Peripherieländern litten hingegen ein wenig unter der negativen Stimmung. Unterm Strich glichen sich die beiden Bewegungen weitgehend aus, sodass europäische Staatsanleihen, gemessen am iboxx Euro Sovereign Index, in der abgelaufenen Handelswoche ein leichtes Plus von 0,1 Prozent verbuchten (per Freitag 12 Uhr). Wahrscheinlichkeit für Zinsschritt wieder gesunken Für die US-Notenbank Fed stellen all diese Faktoren jedoch ein mögliches Hindernis dar, die Zinsen schon im September zu erhöhen. Inflationsdruck kommt so schnell nicht auf, weshalb kein Zinsschritt nötig wäre. Und das Wachstum? Immer wieder betonen die Währungshüter, dass sie weitere Konjunkturdaten sehen wollen, weil sie selbst wohl unsicher sind wie es mit der US-Wirtschaft weitergeht. Gemessen an dem, was am Markt eingepreist ist, hat sich die Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im September, was wohlgemerkt schon in wenigen Wochen ist, wieder erheblich verringert. Fakt ist also, die Fed muss nicht, sie will aber die Zinsen anheben. Interessant ist auch, eine zweite Zinserhöhung wird nicht vor November 2016 eingepreist. In diesem Umfeld kamen die US-Renditen in der Handelswoche deutlich zurück. US-Staatsanleihen gewannen daher im Vergleich zur Vorwoche 0,6 Prozent an Wert. Ausgewählte Emerging Markets-Währungen unter Druck Nach China kam es in den vergangenen Tagen zu weiteren Währungsabwertungen anderer aufstrebender Volkswirtschaften wie Vietnam und Kasachstan. Viele Länder koppeln ihren Wechselkurs an Hartwährungen wie etwa dem US-Dollar. Was eigentlich für Stabilität sorgt, wird zum Problem, wenn der Greenback an Stärker gewinnt. Kasachstan wertete nun den Tenge um 30 Prozent ab. Was zunächst viel klingt, relativiert sich, wenn man bedenkt, dass der wichtigste Handelspartner Russland ist und der Rubel in den letzten Monaten fast 40 Prozent verlor. Marktticker 21. August 2015 Seite 4

5 Ausblick Vom Regen in die Traufe? Kaum sind die Griechenland- Sorgen abgeklungen, steht mit den globalen Wachstumssorgen das nächste Krisenszenario vor der Tür. Insbesondere die Schwellenländer geraten in den Sog des stotternden chinesischen Wirtschaftsmotors und auch in den Industrienationen trübten sich zuletzt einzelne Indikatoren ein. Weiteren Aufschluss über die aktuelle Lage bieten die Zahlen der kommenden Woche: Für das ifo Geschäftsklima gehen Analysten von einem leichten Rückgang aus es liegt aber immer noch klar im Wachstumsbereich. Auch das am Freitag leicht schwächer erwartete Wirtschaftsvertrauen der Eurozone deutet weiter auf eine robuste Konjunktur hin. Der seit Wochen auf Talfahrt befindliche Ölpreis sollte laut Expertenmeinung schließlich dafür gesorgt haben, dass die Juli-Inflation in Deutschland gering ausfiel. Zum Wochenende dürften Anleger schließlich gen USA blicken: Seit 1982 richtet die Federal Reserve Bank of Kansas City in Jackson Hole, einem kleinen Tal am Fuß der Rocky Mountains, ein wirtschaftspolitisches Symposium aus. Neben Spitzenvertretern führender Notenbanken nehmen auch internationale Top-Ökonomen am Treffen teil. Zwar hat Fed- Chefin Yellen ihre Teilnahme am Notenbanktreffen frühzeitig abgesagt, allerdings werden andere Mitglieder des Offenmarktausschusses in Jackson Hole erwartet. Die Fed hat das Symposium in der Vergangenheit regelmäßig genutzt, um den Märkten konkrete Hinweise zum weiteren geldpolitischen Kurs zu geben. Im Vorfeld der Notenbanksitzung am 16. und 17. September, an der die Fed ihre erste Zinserhöhung seit 2006 wagen könnte, düften Aussagen der FOMC-Mitglieder daher besonderes Gehör finden. Termine Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, EWU: Volumen der EZB-Käufe von Staatsanleihen, Pfandbriefen und ABS USA: Chicago Fed National Activity Index (Jul.) D: BIP (Q2), Ifo-Geschäftsklima (Aug.) USA: Case Shiller Hauspreisindex (Jun.), Markit Einkaufsmanagerindex (Aug.), Verbrauchervertrauen Conference Board (Aug.), Neubauverkäufe (Jul.) USA: Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter (Jul.); Rohöllagerbestände CHN: Index der Frühindikatoren (Jul.) D: Einzelhandelsumsätze (Jul.) F: Geschäftsklima (Aug.) EWU: Geldmenge M3 (Jul.) USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, Schwebende Hausverkäufe (Jul.), BIP (Q2, zweite Schätzung) USA: Jackson Hole Symposium D: Verbraucherpreise (Aug.) EWU: Wirtschaftsvertrauen (Aug.) J: Arbeitslosenquote (Jul.), Verbraucherpreise (Jul.), Einzelhandelsumsätze (Jul.) USA: Jackson Hole Symposium Marktticker 21. August 2015 Seite 5

6 Disclaimer Die Inhalte in diesem Dokument wurden von der Union Investment Privatfonds GmbH nach bestem Urteilsvermögen erstellt und herausgegeben. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, auch im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Ihre Kontaktmöglichkeiten Union Investment Service Bank AG Weißfrauenstraße Frankfurt am Main Telefon Telefax Als Grundlage dienen Informationen aus eigenen oder öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für deren Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit steht der jeweilige Verfasser jedoch nicht ein. Alle Indexbzw. Produktbezeichnungen anderer Unternehmen als Union Investment werden lediglich beispielhaft genannt und können urheber- und markenrechtlich geschützte Produkte und Marken dieser Unternehmen sein. Alle Inhalte dieses Dokuments dienen ausschließlich Informationszwecken. Sie dürfen daher weder ganz noch teilweise verändert oder zusammengefasst werden. Sie stellen keine individuelle Anlageempfehlung dar und ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Für die Eignung von Empfehlungen zu Fondsanteilen oder Einzeltiteln für bestimmte Kunden oder Kundengruppen übernimmt Union Investment daher keine Haftung. Impressum Union Investment Privatfonds GmbH Investment Office Weißfrauenstraße Frankfurt Dieses Dokument wurde mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Es wird keinerlei Haftung für Nachteile, die direkt oder indirekt aus der Verteilung, der Verwendung oder Veränderung und Zusammenfassung dieses Dokuments oder seiner Inhalt entstehen, übernommen. Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 21. August 2015, soweit nicht anders angegeben. Marktticker 21. August 2015 Seite 6

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