B E R E N B E R G P E R S P E K T I V E N VORWORT. A p r i l

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1 B E R E N B E R G P E R S P E K T I V E N A p r i l VORWORT Stefan Keitel Globaler Chefinvestmentstratege Berenberg Während vor allem die Aktienmärkte im vergangenen Jahr alle Risikofelder nahezu ausgeblendet und viele Vorschusslorbeeren verteilt hatten, hat sich das erste Quartal des neuen Jahres erwartungsgemäß deutlich schwankungsintensiver gezeigt. Zwar befinden sich die amerikanischen Indizes noch immer in der Nähe ihrer Allzeithochs, allerdings wurden die letzten Stärkebewegungen von immer weniger Unternehmen getragen. Viele andere Märkte befinden sich bereits in einem sichtbaren Korrekturmodus. Dabei spielen weniger die weiterhin auf Robustheit deutenden makroökonomischen Faktoren eine Rolle. Vielmehr mahnt die noch immer vorherrschende Diskrepanz zwischen Gewinnerwartungen und der Faktenlage in Verbindung mit spezifischen Risiken wie z. B. dem Krisenherd in Osteuropa weiterhin zur Vorsicht. Daneben haben sich diverse technische Divergenzen eher verstärkt, so dass wir von nochmaligen Rücksetzern ausgehen, bevor dann eine erneute Marktphase mit wieder dominierenden Chancen warten sollte. Aus unserer untergewichtigen Positionierung würden wir dann sukzessive zukaufen und haben die europäischen Märkte, vor allem die Euro-Zone, sowie Japan und die asiatischen Schwellenländer im Visier. Auf der Anleihenseite beabsichtigen wir an unserer vorsichtigen Positionierung keine visiblen Änderungen vorzunehmen. Mangels attraktiver Renditen im längeren Laufzeitbereich und eines zunehmenden Zinsänderungsrisikos planen wir unser Untergewicht bei Staatsanleihen und die maßvoll kurze Duration beizubehalten. An den noch bestehenden Beimischungen aus den weniger zinssensitiven Segmenten der Unternehmens- und Hochzinsanleihen werden wir mit Blick auf die noch immer erzielbaren Aufschläge ebenfalls festhalten, bei den Schwellenländeranleihen selektiv sogar unser Exposure eher ausdehnen. Wir beobachten aktuell sehr interessante Entwicklungen in einigen asiatischen Regionen, wie z. B Indien und Indonesien, wo aufgrund von fundamentalen Verbesserungen die Kapitalströme angefangen haben zu drehen. Auch währungsseitig sehen wir in diesen Gefilden selektiv Chancen, trotz der jüngsten Rücksetzer in moderater Form auch beim chinesischen Renminbi. Bei den großen Währungsblöcken der entwickelten Volkswirtschaften sollte es erneut zu keinen großen Bewegungen kommen. Allerdings erwarten wir über die nächsten Monate eine graduelle Erstarkung des US-Dollars, da die massiven Kapitalströme in Richtung Euro abebben und das stärkere US-Wachstum sowie die restriktivere Notenbankpolitik des Fed den US-Dollar befeuern sollten. Das passt auch zum Rohstoffbild, was sich gegenüber 2013 in den Segmenten Edelmetalle und Agrarrohstoffe bereits verbessert hat. Selektiv könnten Industriemetalle mit Zeitverzug aufschließen. Hierbei gehen wir jedoch klar von eher taktischen Bewegungen aus, die es allerdings auch von Zeit zu Zeit zu nutzen gilt. Schließlich versuchen wir in unserer Investmentstrategie stets neben einer optimalen strategischen Ausrichtung auch mit Blick auf die erwarteten kurzfristigeren Marktzyklen eine zielführende taktische Bewirtschaftung zu erreichen. Auf den Folgeseiten werden meine Kollegen aus den Anlagekomitees die Anlageklassen noch näher durchleuchten. Herzlichst Inhaltsverzeichnis Volkswirtschaft Im Aufschwung Seite 2 Aktien Fortsetzung der Korrektur Seite 3 Anleihen Diversifizierung ist angesagt Seite 4 Alternative Investments Im Bann der Konjunkturentwicklung Seite 5 Währungen Moderate Schwankungsbreite Seite 6 Emerging Markets Auf die Kapitalströme kommt es an Seite 7 1 / 8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

2 VOLKSWIRTSCHAFT Im Aufschwung Die Aussichten für die Weltkonjunktur haben sich weiter aufgehellt. Allerdings gibt es ein neues Risiko: Putin. Kräftiger Aufschwung in den USA, Großbritannien und Deutschland; Euro-Reformstaaten holen auf. Inflationsgefahren bleiben denkbar gering. Konjunktur: im Aufschwung Die Aussichten für die Konjunktur in Europa und der Welt haben sich in den vergangenen Monaten weiter aufgehellt. Die Aufräumarbeiten nach den großen Finanzkrisen der letzten fünf Jahre sind mittlerweile so weit fortgeschritten, dass die Welt schrittweise zu normaleren Verhältnissen zurückkehren kann. Die wesentliche Triebkraft des Aufschwungs ist die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken, die in den USA und Großbritannien bereits einen kräftigen Aufschwung angeschoben hat. Da zudem die Fehlbeträge in den Staatshaushalten spürbar zurückgegangen sind, müssen die Staaten die Bürger und Unternehmen nicht mehr so sehr durch höhere Steuern und ein weiteres Kürzen der Staatsausgaben belasten, wie dies in den vergangenen beiden Jahren der Fall war. In den USA und Großbritannien kann das Wachstum im Jahr 2014 Raten von knapp 3 % erreichen, trotz eines Rückschlags in den USA durch den extrem kalten Winter. Die weiter abflauende Euro-Krise deutet darauf hin, dass der zunächst verhaltene Aufschwung in der Euro-Zone im Laufe des Jahres 2014 mehr Dynamik gewinnen kann. Dabei werden Deutschland, Spanien, Portugal und Irland wahrscheinlich zu den Spitzenreitern gehören. Für China zeichnen sich trotz mancher Irritationen im Finanzsektor weitere Zuwächse der Wirtschaftsleistung um knapp 7,5 % ab, mit langsam nachlassender Dynamik. Dabei verlagern sich die Nachfrageimpulse allmählich von den teilweise staatlich gesteuerten Investitionen und der Ausfuhr hin zum privaten Verbrauch. In Japan könnte dagegen der überdimensionierte Stimulus langsam verpuffen, sofern das Land nicht sein Wachstumspotenzial durch einschneidende Strukturreformen stärkt. Für die Schwellenländer bleibt das Bild gemischt. Während einige exportstarke Länder vom Aufschwung in den USA und Europa profitieren können, müssen sich andere Länder mit hohen Fehlbeträgen in der Außenwirtschaft auf höhere Finanzierungskosten einstellen, da die US-Notenbank ihre Liquiditätszufuhr schrittweise drosselt. Die Türkei bleibt ein Wackelkandidat. Das Risiko eines erneuten Aufflackerns der Euro-Krise hat weiter nachgelassen, auch wenn es noch nicht völlig überwunden ist. Allerdings müssen wir ein neues Risiko beobachten. Sollte Russland nach der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim auch in der Ostukraine einfallen, könnte ein russisch-ukrainischer Krieg das derzeit hohe Zukunftsvertrauen der Unternehmen und Haushalte in Europa so sehr erschüttern, dass der Aufschwung für einige Zeit zum Erliegen käme. Auch global verbleiben einige Risiken. In Japan könnte eine übermäßig aggressive Geldpolitik einen neuen Einbruch des Yen-Wechselkurses auslösen. Inflation: nicht hier, nicht jetzt In der westlichen Welt sind die Inflationsgefahren auf absehbare Zeit außerordentlich gering. Dies gilt für die Euro-Zone noch mehr als für die USA. Die Geldmenge expandiert kaum, die Kreditnachfrage ist rückläufig, der Euro ist stark. Auch die weiterhin hohe Arbeitslosigkeit macht es sehr unwahrscheinlich, dass es in Europa zu einer Lohn-Preis-Spirale kommen könnte. Notenbanken: Niedrigstzinsen bis ins Jahr 2015 Der geringe Inflationsdruck ermöglicht es der Europäischen Zentralbank und den anderen großen Notenbanken der westlichen Welt, ihre Zinsen bis ins Jahr 2015 hinein niedrig zu halten. Da das US-amerikanische Fed die Anleihekäufe nur langsam einschränkt, erwarten wir nicht, dass es damit die konjunkturelle Dynamik nennenswert bremsen könnte. Wirtschaftsklima steigt Zeitraum: Quelle: EU-Kommission Dr. Holger Schmieding Das Wirtschaftsklima ist seit dem Machtwort der EZB im August 2012 kräftig gestiegen. Peripherie: gewogener Durchschnitt für Italien, Spanien, Griechenland, Portugal, Irland. 2/8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

3 AKTIEN Fortsetzung der Korrektur Mit wenigen Ausnahmen tendierten die globalen Aktienmärkte im ersten Quartal eher seitwärts oder sogar abwärts. Risiken bestehen kurzfristig fort und dominieren die Chancen. Das Jahresende dürfte versöhnlich ausklingen. Taktisch bleiben wir wachsam und halten die Aktienquote reduziert. Strategisch bleiben wir für 2014 optimistisch. Nach einem verhaltenen Börsenstart ins Jahr 2014 setzten viele Aktienindizes zunächst ihren Aufwärtstrend fort. Die Ausnahme bildeten die US-Leitindizes sowie die Aktienmärkte einiger Schwellenländer, die spürbar korrigierten. Schwache Konjunkturdaten insbesondere aus China und politische Unruhen vor allem in der Türkei und der Ukraine belasteten die Aktienmärkte zum Ende Januar hin und erneut ab Anfang März. Im Gegensatz zur Regierungsumbildung in Italien und zum Entscheid des Bundesverfassungsgerichts das Staatsanleihenkaufprogramm der EZB durch den EuGH zu prüfen, die beide so gut wie keine Auswirkungen auf die Aktienmärkte hatten, drückte die Krim-Krise deutlich auf die Stimmung. Der seitens der russischen Regierung beabsichtigte und nach dem erfolgreichen Referendum eingeleitete Anschluss der Schwarzmeer-Halbinsel an die Russische Föderation ließ an den Märkten Unsicherheit über ein Wiederaufleben des Kalten Krieges aufkommen. Wir erwarten eine Fortsetzung der Korrekturbewegung in den nächsten Wochen. Die aktuellen Risiken überlagern die augenblicklichen Chancen. Der Russland/Ukraine-Konflikt dürfte die Kapitalmärkte länger belasten, insbesondere wenn eine Spirale von Sanktionen die angespannte Situation eskaliert. Sorgen vor einer Konjunkturabschwächung in China sowie eine breitere Diskussion über vorgezogene Zinserhöhungen in den USA dürften die Märkte ebenso belasten. Vorsichtssignale senden auch die Markttechnik und das Investorensentiment. Zum Jahresende rechnen wir mit wieder steigenden Aktienkursen, unterfüttert durch eine dynamischere Konjunkturentwicklung in Europa und den USA. Einmal mehr wird es dabei auf die Unternehmensgewinne ankommen. Sollten diese die Erwartungen in den kommenden Quartalen erfüllen oder übertreffen, bestünde eine gute Chance, den liquiditätsgetriebenen Aufwärtstrend der Märkte durch eine fundamentale Basis abzustützen. Strategie Aktien Wir bleiben vorsichtig positioniert und behalten die reduzierte Aktienquote vorerst bei. Im Fortgang der Korrektur beabsichtigen wir dann antizyklisch neue Investments vorzunehmen. Im Blick haben wir derzeit die Euro-Zone, Japan sowie die asiatischen Schwellenländer. Darüber hinaus prüfen wir diverse aussichtsreiche und zurückgebliebene Sektoren. Wir gehen von einer Fortsetzung der Korrektur aus und behalten unsere vorsichtige Aufstellung zunächst bei. Mit der erwarteten Korrektur in den kommenden Wochen sollten sich neue, attraktivere Einstiegsmöglichkeiten ergeben. Strategisch und bis Ende 2014 bleiben wir im Hinblick auf Aktien, wenngleich unter Einkalkulierung von Schwankungen, insgesamt optimistisch gestimmt. Neben der Steuerung der Aktienquote wird insbesondere die regionale Allokation in Europa, USA, den Emerging Markets und Japan entscheidend für die weitere Wertentwicklung im Jahr 2014 sein. Peter Reichel, Daniel Markus Schwarz Wertentwicklung ausgewählter Aktienindizes 2014 In % EURO STOXX 50 Zeitraum: Quelle: Bloomberg S&P 500 DAX MSCI World in USD NASDAQ Dow Jones Composite MSCI Emerging Markets in USD Nikkei Während sich insbesondere US-amerikanische Technologieaktien im ersten Quartal noch gut halten konnten, mussten die Emerging Markets erneut Einbußen verkraften. 3/8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

4 ANLEIHEN Diversifizierung ist angesagt In den meisten Rentensegmenten waren im ersten Quartal 2014 Kursanstiege bzw. sinkende Zinsen zu verzeichnen. Dies traf auch auf Bundesanleihen und US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit zu, die noch im Vorquartal durch Zinsanstiege hervorstachen. Mit Blick auf die Kommunikation des Fed gehen wir von moderat steigenden Zinsen aus. Maßvoll kurze Duration und selektierte Kreditrisiken prägen das Portfolio. Strategie Anleihen Wir beabsichtigen die Zinssensitivität des Anleiheportfolios in Erwartung moderat steigender Zinsen niedrig zu halten und überschaubare Risiken zur Renditeerzielung vielmehr auf der Bonitätsseite in Kauf zu nehmen. Dabei bleibt die Diversifikation auch innerhalb des Anleihesegments ein zentrales Element. Wir behalten den Fokus auf europäische Unternehmens- und Finanzanleihen bei. Ebenso mischen wir ausgewählte Staatsanleihen aus der Peripherie Europas sowie ausgesuchte Anleihefonds mit Fokus auf die Emerging Markets und Hochzinsanleihen hinzu. Die wichtigsten Rentenindizes haben sich in den ersten Monaten des Jahres positiv entwickelt, wobei die einzelnen Anleihesegmente signifikante Performanceunterschiede aufweisen. Mit am stärksten konnten sowohl in Europa als auch weltweit Staatsanleihen von der anhaltenden Nachfrage nach verzinslichen Wertpapieren profitieren. Gesucht waren aber auch Unternehmensund Finanzanleihen aus der Euro-Zone sowie deutsche Pfandbriefe. Trotz der Verringerung der monatlichen Staatsanleihekäufe durch die US-Notenbank und einer eventuell früher als von Experten erwarteten ersten Leitzinsanhebung in den USA im Jahr 2015 verzeichneten US-Staatsanleihen ebenfalls Kursgewinne. Mit der Aussicht auf das Ende der US-Anleihekäufe im Herbst dürfte die Debatte um eine möglicherweise frühere Leitzinserhöhung in den USA die Märkte bewegen. Wir erwarten, dass die Renditen diesseits und jenseits des Atlantiks moderat steigen werden. Zwar dürfte das historisch niedrige Zinsniveau kurzfristig bestehen bleiben. Jedoch ist mit zwischenzeitlichen Schwankungen an den Rentenmärkten zu rechnen. Dabei dürfte der Tiefpunkt der Renditen bereits durchschritten sein. Nachdem die geforderten Zinsaufschläge gegenüber vermeintlich sicheren Staatsanleihen spürbar gefallen sind, gilt es die unterschiedlichen Kreditrisiken im Rahmen des positiven konjunkturellen Umfelds weiterhin genau im Auge zu behalten. In Europa erwarten wir ein Abebben der Disinflationsbefürchtungen und rechnen insofern mit keinerlei deutlichen zusätzlichen expansiven Maßnahmen der EZB. Wir rechnen für die kommenden Monate mit moderat steigenden Renditen sowohl in den USA als auch in Europa. Eine niedrige bis moderate Kapitalbindungsdauer erscheint im Kontext der Renditeerzielung als optimal. Eine ausgewogene Streuung über verschiedene Anleihesegmente macht Risiken beherrsch- und Renditen erzielbar. Wertentwicklung europäischer Rentenindizes In % Dez 12 Mrz 13 Jun 13 Sep 13 Dez 13 Mrz 14 Deutsche Pfandbriefe Zeitraum: Unternehmensanleihen Euro-Zone Quelle: Bloomberg, normiert auf % zum Finanzanleihen Euro-Zone Europäische Staatsanleihen Martin Mayer Europäische Staatsanleihen schnitten im Vergleich zu den Renten-Subsegmenten Unternehmensanleihen Euro-Zone, Finanzanleihen Euro-Zone und deutsche Pfandbriefe im ersten Quartal 2014 am besten ab /8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

5 ALTERNATIVE INVESTMENTS Im Bann der Konjunkturentwicklung Die Preise für eine Vielzahl von Rohstoffen haben sich im ersten Quartal spürbar stabilisiert. Gold könnte auf niedrigeren Preisniveaus interessanter werden, bei Industriemetallen gilt es vorerst zuzuwarten. Während einzelne Subanlageklassen innerhalb der Anlageklasse Alternative Investments stets nach Chancen und Risiken abgewogen werden und meist taktischer Natur sind, bleibt die Anlageklasse Alternative Investments im Portfoliokontext dennoch eine sinnvolle Ergänzung der gesamtheitlichen Strategie. Rohstoffe fielen in den ersten drei Monaten durch ihre heterogene Wertentwicklung auf. Edelmetalle konnten dieses Jahr bisher eine positive Performance erzielen. Sowohl die günstigere Angebots- und Nachfragesituation als auch das Eindecken von Leerverkäufen bestimmter Investoren führte zu steigenden Preisen. Industriemetalle litten hingegen durch die abnehmende Konjunkturdynamik in China und verloren erneut spürbar an Wert. Die Russland/Ukraine-Krise hatte hingegen auf die Entwicklung der Öl- und Gaspreise im ersten Quartal kaum Auswirkungen. Edelmetalle, insbesondere Gold, werden weiterhin dem Wechselspiel aus fundamentalen Faktoren wie Angebot und Nachfrage, aber auch den kurz- und längerfristigen Inflationserwartungen unterliegen. Zwar scheinen die Inflationserwartungen derzeit niedrig verankert zu sein, jedoch ist Gold auch in Krisenzeiten eine gesuchte Alternativanlage. Die Industriemetalle dürften in besonderem Maße an der Konjunkturentwicklung in Asien hängen, die zuletzt etwas an Fahrt verloren hat. Eine Seitwärtsentwicklung dieser Anlageklasse ist über die nächsten Wochen wahrscheinlich. Hingegen sprechen die aktuelle Angebots-/Nachfrage-Situation sowie Streiks großer Minenbetreiber für weitere Preissteigerungen bei Platin. Im Ölpreis steckt aktuell wenig Phantasie, nachdem der Iran Entspannungssignale sendet, Saudi- Arabien die Förderung von Syrien und dem Irak teilweise kompensieren konnte und die USA aufgrund des Frackings weniger Öl importieren. Strategie Alternative Investments Sollte der Goldpreis wieder in Richtung US- Dollar/Unze zurückfallen, wären attraktive Einstiegs- bzw. Aufstockungszeitpunkte erreicht. Auch aus Gründen der Portfolioabsicherung im Zuge wieder höherer Aktienquoten erschiene eine stärkere Goldposition vernünftig. Zwar bleibt unser Ausblick für Rohstoffe kurzfristig noch verhalten, jedoch erscheint im Portfoliokontext eine Beimischung von Alternativen Investments längerfristig weiterhin sinnvoll. Hierzu zählen auch Investments in Total-Return-orientierte Ansätze sowie Investmentstrategien mit geringen Korrelationen (z. B. Cat Bond-Fonds) zu den wichtigen Anlageklassen Aktien und Renten. Gold dürfte bei niedrigeren Preisen als Investmentopportunität wieder stärker ins Visier geraten. Verhaltene Einschätzung zu Industriemetallen und Energierohstoffen. Mittelfristig bleibt die gesamte Anlageklasse aus Aspekten der Wertentwicklungspotenziale und Korrelationsparameter interessant. Wertentwicklung ausgewählter Rohstoffsubindizes In % Dez 12 Feb 13 Apr 13 Jun 13 Aug 13 Okt 13 Dez 13 Feb 14 Zeitraum: Dow Jones UBS Edelmetalle Subindex Dow Jones UBS Industriemetalle Subindex Dow Jones UBS Energierohstoffe Subindex Quelle: Bloomberg, normiert auf % zum Philip Kalthöfer Energierohstoffe, vor allem aber Edelmetalle konnten im ersten Quartal 2014 zulegen, während Industriemetalle erneut spürbar an Wert verloren /8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

6 WÄHRUNGEN Moderate Schwankungsbreite Der Euro ist anhaltend stärker, als viele Beobachter dies während der Euro-Vertrauenskrise für möglich hielten. Die Wertentwicklung des US-Dollars ist relativ schwach, trotz guter US-Konjunktur und trotz des Ausstiegs aus der ultraexpansiven Geldpolitik. Sichere Anlagehäfen wie der Schweizer Franken sind in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten gesucht. Der Rückblick auf das erste Quartal 2014 liefert drei markante Beobachtungen: 1. Der Euro war anhaltend stärker, als viele auch Euro-optimistische Beobachter dies während der Euro- Vertrauenskrise für möglich hielten. 2. Die Wertentwicklung des US-Dollars war relativ schwach, trotz guter US-Konjunktur und trotz des Ausstiegs aus der ultraexpansiven Geldpolitik. 3. Sichere Anlagehäfen wie der Schweizer Franken waren und sind in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten gesucht. Gemessen am handelsgewichteten Wechselkurs ist der Euro so stark wie zuletzt im Sommer 2011 und stärker als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Die Gemeinschaftswährung profitiert noch immer davon, dass die Euro-Konjunktur viele Marktteilnehmer positiv überrascht hat und die Euro-Krise von den Märkten ausgepreist wird, was sich auch in den anhaltenden Kapitalströmen in die Anlageklassen der Euro-Zone zeigt. Auch wenn wir den Euro weiter stark einschätzen, erwarten wir, dass der US-Dollar im weiteren Jahresverlauf angesichts überwundener Haushaltskrise und geldpolitischer Wende Vertrauen zurückgewinnt und dass der Euro-Kurs deshalb in Richtung 1,30 Dollar je Euro moderat zurückfallen wird. Gegenüber dem Schweizer Franken und dem Japanischen Yen sehen wir allerdings Kurspotenzial für den Euro, sobald die Märkte die (geopolitischen) Risiken wieder ausblenden. Dabei sehen wir langfristig Japan strukturell durchaus kritisch. Die japanische Wirtschaftspolitik ist riskant, weil nach wie vor die eigentlich dringend benötigten Reformen nicht angepackt werden. Schließlich hat China seine Währungspolitik im März modifiziert. Die einbahnstraßenartige Aufwertung des Chinesischen Yuan gegenüber dem US-Dollar ist somit Vergangenheit. Kurzfristig kann der Yuan durchaus an Wert verlieren. Mittelfristig erwarten wir wie viele andere Marktbeobachter aber weiter einen moderat steigenden Yuan. Strategie Währungen Fremdwährungen bieten nach wie vor attraktive Investmentmöglichkeiten - insbesondere aus Gesichtspunkten unterschiedlicher Wertsteigerungspotenziale, der teilweise günstigen Korrelationseigenschaften im Portfoliokontext sowie unter dem Aspekt der Erhaltung der globalen Kaufkraft. Hierbei wird der US-Dollar fortwährend eine zentrale Stellung im Fremdwährungskontext des Portfolios einnehmen. Sollte sich der Euro in Richtung 1,43 entwickeln, erwägen wir derzeit einen weiteren Aufbau im US- Dollar. Neben der chinesischen Währung bilden sich darüber hinaus neue Investmentmöglichkeiten an, die wir aktuell analysieren. Der US-Dollar sollte in Relation zum Euro mittelfristig wieder aufwerten. Fremdwährungen haben im Portfoliozusammenhang diverse wichtige Funktionen. Sollte der US-Dollar zwischenzeitlich weiter zur Schwäche neigen, ergäben sich antizyklisch neue Einstiegsmöglichkeiten. Euro: Der Aufwärtstrend hält an In US-Dollar 1,60 1,50 1,40 1,30 1,20 Zeitraum: Quelle: Bloomberg Dr. Jörn Quitzau 1,10 1,10 Mrz 09 Mrz 10 Mrz 11 Mrz 12 Mrz 13 Mrz 14 Nach dem Ende der Vertrauenskrise fällt das Comeback des Euro beeindruckend aus. Ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone ist an den Märkten kein Thema mehr. 1,60 1,50 1,40 1,30 1,20 6/8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

7 EMERGING MARKETS Auf die Kapitalströme kommt es an Die asiatischen Börsen haben sich bisher auch 2014 besser als die restlichen Emerging Markets entwickelt. Viele Schwellenländerindizes schlossen am Quartalsende unterhalb ihrer Schlusskurse aus dem Vorjahr. Monatelange Mittelabflüsse zeugen vom Vertrauensverlust vieler Investoren. Asien bleibt die attraktivste Region innerhalb der Emerging Markets. Zu Beginn des Jahres 2014 hat sich der Trend aus dem Vorjahr in den Emerging Markets mit unterschiedlichen Dynamiken in den einzelnen Regionen fortgesetzt. So beschleunigte sich die Abwärtsbewegung an den europäischen Schwellenländerbörsen aufgrund der unsicheren politischen Situation und den damit einhergehenden unklaren wirtschaftlichen Aussichten für die Ukraine, Russland und deren Nachbarstaaten. An den asiatischen Emerging Markets belastete wiederum die Sorge um die abnehmende Konjunkturdynamik in China. Im Vergleich haben sich diese allerdings deutlich besser gehalten als die Emerging Markets allgemein. Nach wochenlangen Mittelabflüssen insbesondere aus Lateinamerika sowie Osteuropa sowie zuletzt auch aus Asien sollten sich die Kapitalströme bald stabilisieren und vereinzelt wieder umkehren. Viele Schwellenländer haben den Grad der Ungleichgewichte in den Komponenten der Zahlungsbilanzen verringert. Insbesondere Aktien und Anleihen der Regionen und Länder, die eine günstigere Entwicklung von Leistungsbilanzdefiziten ausweisen, dürften stärker profitieren. Die Abwertungen einzelner Fremdwährungen haben hierfür den Weg weitestgehend geebnet. Dennoch stehen zahlreiche Reformen aus, um die Glaubwürdigkeit in die wirtschaftliche Stabilität wieder herzustellen. Als aussichtsreichste Region identifizieren wir Asien vor Lateinamerika und Osteuropa. Einen neuen Werttreiber könnten positive Überraschungen zur Wachstumsdynamik aus Asien liefern. Strategie Emerging Markets Nachdem die globalen Investoren unter Konsensaspekten zunehmend negativ auf die globalen Emerging Markets zu sprechen sind, besteht nunmehr vereinzelt eine attraktive Investmentmöglichkeit unterbewertete und aussichtsreiche Märkte zu identifizieren. Auf der Aktienseite steht unter Chance-Risikoaspekten Asien an vorderster Front. Auf der Anleihenseite zielen wir auf Fondslösungen mit Schwerpunkt auf Staats- und Unternehmensanleihen, diese jedoch in Hartwährungen und eher mit einer kürzeren Restlaufzeit. Mithin wird es, naturgemäß für die Emerging Markets, immer wieder zu spürbaren Schwankungen kommen. Von den mittel- und längerfristigen Wertaufholungspotenzialen bleiben wir überzeugt. Die Grundstimmung vieler Investoren ist auf dem Tiefpunkt, Mittelabflüsse prägten das Bild der jüngeren Vergangenheit. Positive Überraschungen aus den Regionen können schnell zu einem Trendwechsel und zur Suche nach Exposure in den Emerging Markets führen. Asien bleibt bei Aktien die favorisierte Region auf der Aktienseite, auf der Anleihenseite konzentrieren wir uns auf Wertpapiere mit kurzer Duration in Hartwährungen. Emerging Markets Wertentwicklung 2014 In % Dez 12 Feb 13 Apr 13 Jun 13 Aug 13 Okt 13 Dez 13 Feb 14 Peter Reichel Zeitraum: MSCI Emerging Asia in Euro MSCI Emerging Markets Latin America in Euro MSCI Emerging Markets Europe in Euro Quelle: Bloomberg, normiert auf % zum Die Emerging Markets verloren 2014 bisher weiter an Boden. Die Russland/Ukraine-Krise führte zu einem zweistellig prozentualen Rückgang an den europäischen Schwellenländerbörsen. 7/8 Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG

8 IMPRESSUM Herausgeber Stefan Keitel Globaler Chefinvestmentstratege Dr. Holger Schmieding Chefvolkswirt Dr. Jörn Quitzau Volkswirt Peter Reichel Leiter Investmentstrategie Martin Mayer Portfolio Manager, Anlageklassenspezialist Anleihen Philip Kalthöfer Portfolio Manager, Anlageklassenspezialist Alternative Investments Daniel Markus Schwarz Kapitalmarktanalyst Wichtige Hinweise Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung der Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG, Berenberg. Es stellt keine Finanzanalyse im Sinne des 34b WpHG, keine Anlageberatung, Anlageempfehlung oder Aufforderung zum Kauf von Finanzinstrumenten dar. Es ersetzt außerdem keine rechtliche, steuerliche oder finanzielle Beratung. Die in diesem Dokument enthaltenen Aussagen basieren entweder auf den eigenen oder allgemein zugänglichen Quellen Dritter und berücksichtigen den Stand zum Datum der Präsentationserstellung. Nachträglich eintretende Änderungen können nicht berücksichtigt werden. Die gemachten Angaben wurden nicht durch eine außen stehende Partei, insbesondere eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, geprüft. Zur Erklärung verwandter Fachbegriffe steht Ihnen auf ein Online-Glossar zur Verfügung. Stand: 1. April 2014 Die in diesem Bericht enthaltenen Aussagen basieren auf allgemein zugänglichen Quellen und dienen lediglich Informationszwecken. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Keinesfalls sollte ein Anleger hierauf ohne vorherige Beratung und ohne eigene Urteilsbildung eine Anlageentscheidung stützen. Sämtliche zugrunde gelegten Annahmen unterliegen permanenten Veränderungen und können sich daher zukünftig als nicht richtig erweisen. Wir übernehmen daher keine Haftung für unmittelbare oder mittelbare Schäden, die infolge der Verwendung einzelner Aussagen entstehen. Sofern dieses Strategiepapier Ausführungen zu rechtlichen und steuerlichen Aspekten einzelner Vermögensanlagen enthält, besprechen Sie sich vor einer Anlageentscheidung in 8/8 jedem Fall Joh. mit Berenberg, Ihrem Steuerberater Gossler & oder Co. KG Rechtsanwalt. Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG Neuer Jungfernstieg Hamburg Telefon Telefax

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