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1 Q Standpunkt Finanzmarkt-Analysen auf den Punkt Asset Allokation Performance-Erwartung (Zeitraum: 8 Mon.) Fundamentale Einschätzung Die globale Konjunktur ist schwächlich, daran wird sich auch in den kommenden Monaten nicht viel ändern; belastend wirken die global steigenden Anleiherenditen und Rohstoffpreise, insbesondere die für Energie. Darüber hinaus wird der Aufschwung in Europa durch eine allmähliche Stabilisierung des Euro-Wechselkurses gehemmt. Trotz aller Unwägbarkeiten scheint ein Austritt Griechenlands aus dem Euroraum unwahrscheinlich. Rentenmärkte Aufkommende Inflationsbefürchtungen und Anzeichen einer vorsichtigen Konjunkturbelebung in der Eurozone haben an den Rentenmärkten zu starken Kurseinbußen geführt. Möglicherweise ist auf Sicht von einem halben Jahr kaum mehr mit weiteren Kursverlusten zu rechnen. Doch auf Sicht von zwei Jahren sehen wir die Ren- diten nochmals deutlich steigen, was aufgrund der inversen Beziehung zwischen Rentenkursen und -renditen fallende Anleihekurse impliziert. Wir weichen deshalb weiter auf offene Immobilienfonds aus. Von kurzfristigen USD-Engagements raten wir inzwischen ab, weil uns für den USD die Wechselkursfantasie fehlt. Aktienmärkte Viele Fehleinschätzungen zur Entwicklung der Weltkonjunktur haben die Aktienanleger verunsichert und insbesondere in Europa eine Korrektur eingeleitet. Sie könnte aufgrund der vielen Fehlprognosen in den Sommermonaten noch in keinen neuen Aufwärtstrend münden. Bei der Griechenland-Problematik verunsichert weniger ein möglicher Austritt Griechenlands aus dem gemeinsamen Währungsraum, sondern vielmehr das Folgeverhalten anderer Mitgliedsländer, falls Griechenland austreten würde. Immobilien rentenmarkt Aktien Unterdurchschnittliche Wertentwicklung Hochzinsanleihen Neutral Japan EM-Länder ohne Asien Überdurchschnittliche Wertentwicklung Offene Immobilienfonds Sonstige Euro- Staatsanleihen Euro-Unternehmensanleihen Dividenden- Story USA EM-Asien Eurozone Quelle: Bloomberg, TARGOBANK Stand:.. Musterportfolios: Performance Wegen der vermutlich länger anhaltenden negativen realen Verzinsung bei vielen Festzinsanlagen und zusätzlich drohenden Kursverlusten bei Anleihen auf mittlere Sicht meiden wir die konservativeren, sehr rentenlastigen Portfolios; insbesondere das Substanzportfolio sehen wir kritisch. Gleichzeitig ist aufgrund der immer noch durchwachsenen Konjunkturaussichten und der geopolitischen Risiken eine zu große Aktienposition vorerst ebenfalls nicht die richtige Wahl. Es spricht daher vieles für das ausgewogene bzw. für etwas risikofreudigere Investoren für das ertragsorientierte Portfolio. Hier scheint bei einer im Jahresverlauf erwarteten langsamen Belebung der Weltkonjunktur und einer gleichzeitig anhaltenden lockeren Geldpolitik Chance und Risiko in einem günstigsten Verhältnis zueinander zu stehen. Performance der Musterportfolios (in %) Sub Kons Ausg Ert Wach Monat,8,7,,, seit Quartalsbeginn,,7 8,7,8, Monate, 8,,,7 9, Monate 7,9,,7, 9,9 Jahr,79, 8,9,9, Jahre,8,8,7,7, Jahre, 9,9 7, 9,8, Sub = Substanz, Kons = Konservativ, Ausg = Ausgewogen, Ert = Ertrag, Wach = Wachstum Quelle: TARGOBANK Stand:.. Historische Wertentwicklungen sind keine verlässlichen Indikatoren für eine künftige Wertentwicklung. Musterportfolios im Langfrist-Vergleich 8 - / /7 /9 / / / Quelle: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:.. Substanz Konservativ Ausgewogen Ertrag Wachstum Simulationen sind kein verlässlicher Indikator für eine zukünftige Wertentwicklung. *) ohne Ausgabeaufschläge Research im Internet /Research

2 BIP-Prognosen: Zähe Erholung Wachstum gegenüber dem Vorjahr in % Global,7,9, Industrieländer Insgesamt,7,, - USA,,, - Euroraum -,9,,8 - Japan,,,7 Emerging Markets Insgesamt,,7, - Brasilien, -,,7 - China 7,,9,8 - Indien 7, 7,9 8, - Russland, -,8, Quelle: TARGOBANK Stand:.. Historische Wertentwicklungen oder Prognosen sind keine verlässlichen Indikatoren für eine künftige Wertentwicklung. () entgegen den Erwartungen: Die großen Wachstumslokomotiven, wie z. B. China, liefern nicht 8 () und in Europa verflüchtigen sich die Deflationswarnungen,9 () Die Hoffnungen ruhen wesentlich auf der Robustheit des US-Arbeitsmarktes Chin. Einkaufsmanagerindex Chin. Produktion gg. Vj., in % (re. Achse),7,,,,9 Eurozone: Langfristig erwartete Inflationsrate gg. Vj., in %,7 Eurozone: Inflationsrate gg. Vj., in % (re. Achse), - US-Stimmungsindex US-Arbeitslosigkeit gg. Vj., in %, invers (re. Achse) Konjunktur Alles anders als erwartet Das fundamentale Bild Die Fehleinschätzungen der Ökonomen weltweit hätten wahrscheinlich kaum größer sein können. Es gibt nur wenige Bereiche, in denen die Entwicklungen ungefähr den Erwartungen entsprochen haben. Die größte Enttäuschung ist die anhaltende weltweite Konjunkturschwäche. Die drei prognostizierten großen Wachstumslokomotiven für haben bisher nicht wie erwartet geliefert. Das gilt insbesondere für die US-Wirtschaft. Mit einem Rückgang des US-BIP im ersten Quartal von rund einem Prozent hatte kaum einer gerechnet. Aber auch die anhaltende Schwäche der chinesischen Konjunktur belastet. Allmählich wird klar, dass die geldpolitischen Maßnahmen der chinesischen Notenbank den Konjunkturabschwung abbremsen, nicht aber verhindern. Und dann sind da noch die schwächlichen deutschen Wachstumszahlen. Bei einem niedrig bewerteten Euro, stark gedrückten Rohstoffpreisen und einer sehr niedrigen Arbeitslosigkeit ist ein Wachstum von,% im ersten Quartal eine große Enttäuschung. Aber die Fehleinschätzungen gehen weiter. Entgegen der Konsensmeinung sind die Zinsen insbesondere in der Eurozone im zweiten Quartal förmlich explodiert. Die Renditen für deutsche Staatsanleihen sind z. B. von, % auf über, % gestiegen. Der Grund für diese Entwicklung ist, dass sich die übertriebenen Deflationserwartungen nicht erfüllt haben; sie sind inzwischen sogar steigenden Inflationserwartungen gewichen. Die Gründe für die ansteigenden Inflationsraten sind vielschichtig. Anziehende Rohstoffpreise, aber auch steigende Löhne aufgrund der zunehmenden Beschäftigung sollten für Inflationsdruck sorgen. Beängstigend ist in diesem Zusammenhang die unklare Einschätzung zum Ölpreis. Zwar spricht das zusammengebrochene OPEC-Ölpreiskartell und der Vormarsch der US-Fracking-Technologie gegen nachhaltig steigende Energiepreise, dennoch revidieren immer mehr Analysten ihre Prognosen für den Ölpreis nach oben. Überrascht hat auch die Entwicklung des Euro-Wechselkurses. Wider Erwarten hat dieser seit April zu einer Aufwärtsbewegung, insbesondere gegenüber dem USD, angesetzt, und das trotz Griechenland- Krise. Der Grund ist das Zögern der US-Notenbank, ihre Zinsen anzuheben, was inzwischen bei vielen Investoren zu größerer Nachdenklichkeit geführt hat, und folglich die Euphorie für den USD nachhaltig dämpft. Wir sind der Meinung, dass die US-Konjunktur im weiteren Jahresverlauf klare Besserungstendenzen aufweisen wird. Ein US-Zinsschritt Ende des Jahres scheint wahrscheinlich. Dieser dürfte dann auch den zwischenzeitlichen Höhenflug des Euros beenden. Doch auf der anderen Seite sind wir auch der Überzeugung, dass die europäischen Anleihemärkte gerade die Zinswende trotz EZB-Renten-Ankaufprogramm vollziehen. Da sich gleichzeitig die Konjunktur in Südeuropa weiter stabilisieren sollte, für Deutschland gilt Ähnliches, wird der USD deshalb nicht zu alter Stärke zurückfinden. In China wird sich das Wachstum tendenziell weiter abschwächen; das ist für die chinesische Wirtschaft eher günstig zu werten, weil damit auch ein Abbau der extensiv hohen Investitionstätigkeit einhergeht. Was bedeutet diese Einschätzung für die Asset-Allokation? Die beschriebenen vielen grundlegenden Fehleinschätzungen sorgen an den Finanzmärkten für Unruhe. Es wird dauern bis sich an den Rentenmärkten ein neues Gleichgewicht eingespielt hat. Deshalb sehen wir weiterhin an den Rentenmärkten keine großen Performance-Chancen und raten weiterhin zu einem Ausweichen in offene Immobilienfonds. Offene USD-Positionen würden wir in Stärkephasen des USD schließen. Die Aktienmärkte werden unter der Neubewertung an den Rentenmärkten leiden. Hier erhoffen wir uns wieder mehr Schwung im späteren Jahr. Wir bevorzugen daher weiterhin eine defensive Ausrichtung in der Ausgestaltung eines globalen Dividendenansatzes. Regional sehen wir die relativ größten Chancen in Europa und den USA. Quelle für alle Charts: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:.. Standpunkt Q

3 (I) Performance * : Anleihen unter Druck M J J Euroland Staatsanleihen insg. -,,,7 - Jahre -,,8,7 7- Jahre -,, 7,7 Inflationsgeschützt -,,, US-Staatsanleihen -7,7,, EM-Staatsanleihen -,,, Global Staatsanleihen -,9,, * %, in EUR Quelle: J.P.Morgan Indizes; Bloomberg, TARGOBANK Stand:.. () europa vollzieht Zinswende,,,,,,, -, () weil unter anderem die Energiepreise deutlich anziehen Rendite Bundesanleihen, J Ölpreis in USD pro Barrel (re. Achse) Jun Jun Jun Jun Jun () Aber steigende Zinsen in Europa könnte USD-Hausse beenden,7,,,,,,,,9 Rendite Bundesanleihen, J Rendite Bundesanleihen, J EUR/USD-Wechselkurs Rendite Bundesanleihen, J Quelle für alle Charts: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:..,,,,,, -,,,,, -,,,,, Anleihen Die Zinswende ist da Performance Anleihen verzeichneten weltweit in den letzten drei Monaten, insbesondere in den längeren Laufzeiten, deutliche Kursverluste. US-Titel litten darüber hinaus unter der Erholung des Euros. Aktuelle Lage In kürzester Zeit sind die Renditen in Deutschland nach oben geschossen. Im -Jahresbereich stiegen sie von,% (April ) bis auf über,9% (Mitte Juni ). Wegen der gegenläufigen Beziehung von Renditen und Anleihekursen waren Preisabschläge von über % die Folge; für Anleihen mit einer Laufzeit von Jahren belief sich der Kursabschlag auf fast %. Diese Entwicklung hat viele Anleger hart getroffen, weil sie aufgrund der negativen Verzinsung bei kürzerlaufenden Anleihen in die längerlaufende Bonds geflüchtet waren. Markteinschätzung Das Umfeld für die Rentenmärke hat unvermittelt gedreht. Eine geänderte Einschätzung zur Entwicklung der Inflation ist der Hauptgrund. Die im ersten Quartal noch vorherrschenden Deflationsängste also negative Inflationsraten sind in positive Inflationserwartungen umgeschlagen. Auf einmal ist ein Preisanstieg von annähernd zwei Prozent in Deutschland wieder vorstellbar. Sind diese neuen Erwartungen Übertreibungen oder waren die Ökonomen Anfang des Jahres zu skeptisch? Wir neigen dazu, Letzteres zu vermuten. Ein wesentlicher Grund für den starken Rückgang der Inflationsraten war ein massiver Verfall der Energiepreise, der Ölpreis war z.b. von knapp USD pro Fass auf unter USD gesunken. Inzwischen hat sich der Trend umkehrt. Diese Entwicklung kam unerwartet. Das scheinbar zusammengebrochene Ölpreiskartell und die neue Fracking-Technologie schienen ein Garant dafür zu sein, dass sich der Ölpreis auf lange Zeit nicht erholen würde. Ein weiterer Schock für die Rentenmärkte aber stellte der klare Hinweis der EZB dar, gegen die jüngsten massiven Renditeanstiege nicht explizit vorgehen zu wollen. Das überraschte insofern, als die EZB gerade erst ihr Rentenankaufsprogramm gestartet hatte, um die Renditen nachhaltig zu drücken. Was sind die Schlussfolgerungen? Die EZB stößt bei der Bekämpfung der Euro-Krise an Grenzen. Sie vermeidet einen Gesichtsverlust, indem sie den jüngsten Zinsanstieg zu einem normalen Vorgang erklärt. Die Erwartung auf extrem niedrige Zinsen im gesamten Euroraum über einen langen Zeitraum, also mindestens bis Herbst, ist damit aber geplatzt. Konsequenterweise meiden wir weiterhin längerlaufende Anleihen. Wenn die Zinsnormalisierung anhält, werden gerade die langen Laufzeiten weitere Kursverluste hinnehmen müssen. Denn in einer langfristigen Betrachtung ist das Renditeniveau von längerlaufenden Anleihen im Verhältnis zu kürzerlaufenden Titeln immer noch zu niedrig. Auf der anderen Seite erhöhen anziehende Renditen im Euroraum die Attraktivität von europäischen Rentenanlagen. Das sollte sich beim Wechselkurs bemerkbar machen. Möglicherweise überwindet der Euro gerade seine Schwächephase. Wir raten deshalb nicht mehr dazu, Gelder in kurzlaufenden US-Dollar-Papieren zu parken. Wir neigen in der aktuellen Konstellation weiterhin dazu, das Exposure bei offenen Immobilienfonds hoch zu halten bzw. weiter auszubauen. Mit soliden, gut bewerteten offenen Immobilienfonds lassen sich Renditen von bis,% p.a. erzielen und das aus unserer Sicht kurz- und langfristig. Allerdings sind die vergleichsweise hohen Kosten bei deren erstmaligem Erwerb zu beachten. Diese relativieren sich nur, wenn man diese Produkte als langfristige, strategische Anlage in sein Portfolio aufnimmt. Risiko zu unserer Strategie Wenn aufgrund der Griechenland-Misere ein Auseinanderbrechen des Euro-Währungsraums droht, wären ausländische Anlagen, insbesondere in USD, die bessere Alternative. *) Eine frühere Wertentwicklung/Simulation oder Prognose ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Standpunkt Q

4 (I) Performance: Aktien unter Druck* M J J Industrieländer Insgesamt - - USA - - Eurozone Deutschland - - Japan - Emerging Markets Insgesamt - - Lateinamerika Asien Osteuropa 7-7 Quelle: Bloomberg, TARGOBANK Stand:.. Quelle für alle Charts: Bloomberg, TARGOBANK; Stand:.. * MSCI-Indizes in %, in EUR () EURO STOXX unter Druck, weil Kurs- und Gewinnentwicklung auseinanderklaffen, (), der Unterschied zwischen Dividenden- und Bondrendite sinkt EURO STOXX Europ. Aktienindex Unternehmensgewinn pro Aktie (re. Achse) EURO STOXX Dividendenrendite Rendite für dt. Staatsanleihen, J (re. Achse) () und die Hoffnung auf bessere Konjunkturdaten enttäuscht wird Deutsche Industrieproduktion gg. Vj. in % Ifo (re. Achse) - / = Aktien Der Weg nach oben ist vorerst verstellt Performance Die Aktienmärkte weltweit sind in den letzten Monaten unter Druck gekommen. Am ausgeprägtesten war der Rückgang in den Industrieländern insbesondere deutsche Titel haben stark gelitten. In der Gruppe der Emerging Markets überrascht das Plus in Osteuropa. Aktuelle Lage Der Kursrückgang an den europäischen Aktienmärkten fiel unerwartet heftig aus. Dementsprechend groß ist die Verunsicherung unter den Anlegern; diese wiederum macht sich in einem gesunkenen Handelsvolumen bemerkbar. Ein rückläufiger Aktienumsatz in einem abwärts gerichteten Markt allerdings keine positive Vorgabe. Markteinschätzung Alle vier Eckpfeiler für stabile Aktienmärkte liefern nicht. () Die Weltkonjunktur erholt sich kaum. Gerade die drei großen Wachstumslokomotiven, die USA, China und Deutschland, haben bisher enttäuscht. Die USA, der prognostizierte stärkste Impulsgeber, fiel mit einem BIP-Rückgang von,% ggü. Vorquartal besonders negativ auf. () Darüber hinaus sind die Anleiherenditen stark gestiegen. Sie sind zwar im historischen Vergleich immer noch niedrig, und ein Anstieg war durchaus zu erwarten, doch nicht mit der Heftigkeit. Steigende Zinsen verteuern nicht nur die Refinanzierung, sondern schmälern auch die Attraktivität der Dividendenrendite von Aktien, die im Vergleich zur Bondrendite relativ abnimmt. () Zudem hat der Euro im zweiten Quartal gegenüber dem USD aufgewertet, was die internationale Wettbewerbsfähigkeit europäischer Produkte sowie die Gewinnaussichten europäischer Unternehmen schmälert (für US-Unternehmen gilt das Gegenteil). () Letztendlich haben sich auch die Energiepreise wieder deutlich von ihren Jahrestiefpunkten entfernt, was wiederum die Kostenseite der Unternehmen belastet. Diese Fehleinschätzungen verunsichern die Marktakteure. Denn bei allen vier Belastungsfaktoren sind in den kommenden Monaten starke gegenläufigen Entwicklungen unwahrscheinlich, wobei aber auch eine weitere Bewegung in die schlechtere Richtung nicht erwartet wird. Aus dieser Gemengelage werden sich die Aktienmärkte über die Sommermonate wahrscheinlich kaum befreien können. Wie viel Potenzial haben die Aktienmärkte? Weil die vier oben beschriebenen Eckpfeiler weiterhin nicht liefern, werden die eher hohen Aktienbewertungen sowie die schwächliche Gewinnentwicklung vieler Unternehmen wieder stärker in den Vordergrund rücken. Das limitiert das Kurspotenzial. Nach oben sollten die Höchstkurse aus diesem Jahr vorerst die Begrenzung bilden. Da aber die Alternativen zu einem Aktienengagement nicht sehr groß sind, dürfte weiteres Kusverlustpotenzial beschränkt sein. Konkret sehen wir beim DAX Luft nach unten bis zur -Tage-Linie (. Indexpunkte). Die in einer breiten Öffentlichkeit diskutierten Belastungsfaktoren für die Aktienmärkte, zum einen die anhaltende Griechenland-Misere sowie die im zweiten Jahresverlauf erwartete Zinserhöhung in den USA, wirken auf uns wie Scheinargumente: Selbst ein Ausscheiden Griechenlands aus dem europäischen Währungsraum (nicht unsere Erwartung) würde kein Kursbeben auslösen; dafür ist die wirtschaftliche Bedeutung Griechenlands zu klein, und anders als, als Griechenland zuletzt kurz vor der Zahlungsunfähigkeit stand, sind die Kreditbestände westlicher Banken inzwischen deutlich gesunken. In den USA wird dagegen bereits seit fast einem Jahr auf Zinsanhebung spekuliert. Seither haben die Finanzmärkte Zeit, einen solchen Schritt zu diskontieren. Risiken zu unserer Einschätzung Die größten Risiken gehen von den geopolitischen Gefahren (Ukraine, IS) bzw. einem abrupten Konjunkturabschwung insbesondere in den USA und China aus. *) Eine frühere Wertentwicklung/Simulation oder Prognose ist kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung. Standpunkt Q

5 Contrarian View* * An dieser Stelle präsentieren wir eine Einschätzung, die in der Finanzwelt kaum diskutiert wird, die wir aber für wichtig halten. Dieses Mal möchten wir eine These zur Notenbankpolitik der FED präsentieren. Die FED zögert und zögert,, 9, 8, 7,,, US-Arbeitslosigkeit In % US-Leitzinsen, invers (re. Achse), 8 Quelle: Bloomberg, TARGOBANK Stand:.. Wäre es denkbar, dass die US-Notenbank eine auf Europa abgestimmte Wechselkurspolitik betreibt? Schauen wir uns die Situation im letzten Jahr an: Da drohen in vielen Ländern der Eurozone Deflation und Rezession. Die US-Wirtschaft dagegen erholte sich. Vor dem Hintergrund kamen in der Eurozone nur Zinssenkungsmaßnahmen in Frage. So war auch die Erwartungshaltung an den Finanzmärkten. In den USA war wegen der konjunkturellen Aussichten die Erwartungshaltung genau umgekehrt. Was passiert in einem solchen Fall mit dem Wechselkurs? Die Währung des Landes mit der Zinssenkungsfantasie wertet sich auf und umgekehrt. Genauso kam es auch. Doch je stärker der USD sich aufwertete, umso mehr kam auch die US-Konjunktur unter Druck. Das wiederum konnte der FED nicht gefallen. Da aber die FED verstand, dass Europa von seiner extrem lockeren Geldpolitik nicht abweichen konnte, verfiel sie möglicherweise auf den Trick, die vielfach positiven US-Wirtschaftsdaten ungünstig zu interpretieren. Das Ziel war es, den Finanzmärkten zu vermitteln, dass es die FED mit einem Zinsschritt nicht so eilig hat. Das ist gelungen, und prompt wurde der Euro wieder stärker. Die Logik wäre jetzt, dass die FED im Herbst signalisiert, dass ein Zinsschritt bald möglich ist. Das Kalkül wäre, dass sich zu diesem Zeitpunkt in Europa Wirtschaftswachstum und Inflationsraten klar im positiven Bereich stabilisiert haben, sodass eine Diskussion einsetzen könnte, ob die EZB ihre lockere Geldpolitik schneller als erwartet zu Ende führt. In dieser Konstellation bliebe das Aufwertungspotenzial des USD weiter beschränkt. Datenkalender Es geht nur vordergründig um Griechenland An dieser Stelle geben wir einen Überblick über wichtige Wirtschaftszahlen, den wahrschein lichen Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung und ihren möglichen Einfluss auf die Finanzmärkte. (I) Datenkalender für Q Letzter Veröffentlichung Wert Jul Aug Sept Stimmungsindikatoren PMI* USA,8 EU, erster Arbeitstag im Monat CHN, Ifo-Index* DE 8, zwischen dem 8.-. Verbraucherstimmung* USA 9, zwischen dem 8.-. Konjunkturangaben Arbeitslosenquote* USA, erster Freitag im Mon. DE, erste Woche im Mon. Produktion** USA, zwischen dem.-. EU,8 zwischen dem.-8. CHN, zwischen dem.-8. Verbraucherpreise** USA -, zwischen dem.-. EU, zwischen dem.-8. CHN, zwischen dem.-7. Notenbanksitzungen Leitzins FED-Zinssatz USA,-,% EZB-Zinssatz EU, Quelle: TARGOBANK * Indexstand ** Veränderung zum Vorjahr,% Stand:.. Um Börsenreaktionen zu erklären, wird oft mit den Entwicklungen in Griechenland argumentiert. Wir sind der Auffassung, dass es nur vordergründig um Griechenland geht. Die geringe wirtschaftliche Bedeutung Griechenlands für den Euroraum und auch für Deutschland spricht dagegen. Außerdem wäre aktuell, anders als noch, eine Insolvenz Griechenlands keine wirkliche Überraschung mehr. Der unmittelbare Schaden für die Privatwirtschaft sollte klein bleiben, weil westliche Banken entsprechende Engagements in Griechenland inzwischen deutlich zurückgefahren haben. Das größere Thema ist daher die Sorge, welchen Einfluss ein (potenziell möglicher) Austritt Griechenlands auf das Referendum in UK sowie die starke Anti-Europa-Strömung in Spanien und Frankreich hätte. Das gilt es im Auge zu behalten, wenn sich die Situation um Griechenland zuspitzen sollte. Wir gehen allerdings davon aus, dass Griechenland fast um jeden Preis im Euroraum gehalten werden wird. Auf der fundamentalen Seite ist der Fokus klar auf die US-Wirtschaftsdaten gerichtet. Sie sind der Gradmesser für den Zeitpunkt einer US-Zinsanhebung, mit der wir gegen Ende des Jahres rechnen. In Europa liegt ein Augenmerk auf den Konjunkturdaten; die sind in der aktuell angespannten Lage vor allem für die Aktienmärkte wichtig. Aber die größere Bedeutung dürfte europäischen Inflationsdaten zukommen. Je höher diese ausfallen, desto ungemütlicher könnte es an den europäischen Rentenmärkten bleiben. Zur Einschätzung der Inflation muss auch auf den Euro/USD-Wechselkurs und den Ölpreis geachtet werden. Bei den geopolitischen Risiken ist der zuletzt kaum beachtete Ukraine-Konflikt und der ebenso bedrohliche IS-Vormarsch immer schärfer im Auge zu behalten, als es die Finanzmärkte scheinbar zurzeit tun. Standpunkt Q

6 Wichtiger Hinweis der TARGOBANK Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte Die TARGOBANK AG & Co. KGaA ( TARGOBANK ) hat bei der öffentlichen Verbreitung von Finanzanalysen mögliche Interessenkonflikte offenzulegen. Dieser Verpflichtung kommt sie nach, indem sie auf die nachfolgende Darstellung möglicher Interessenkonflikte hinweist. Die möglichen Interessenkonflikte werden mit größtmöglicher Sorgfalt innerhalb der TARGOBANK ermittelt und regelmäßig auf ihre Aktualität überprüft. Die in Finanzanalysen geäußerten Ansichten geben die persönliche Ansicht des Analysten über die genannten Wertpapiere oder Emittenten wieder; die Vergütung des Analysten war weder in der Vergangenheit, ist nicht in der Gegenwart und wird auch nicht in Zukunft an die Empfehlungen oder Ansichten innerhalb der Finanzanalysen gebunden sein. Die in Finanzanalysen genannten Inhalte, Produktinformationen, Ausarbeitungen oder Einschätzungen zu Wertpapieren sind nur zu Ihrer Information bestimmt und sollten nicht als ein Angebot aufgefasst werden, Kapitalanlagen zu kaufen, zu verkaufen oder zu deren Kauf oder Verkauf aufzufordern. Die TARGOBANK stellt Ihnen diese Informationen unverbindlich zur Verfügung und übernimmt keine Gewähr bezüglich der Zuverlässigkeit, Richtigkeit oder Vollständigkeit dieser Informationen, und sie haftet nicht für etwaige Schäden oder Verluste, die dem Nutzer direkt oder als Folgeschäden aus der Verwendung besagter Informationen entstehen. Die Informationen sind sorgfältig und nach dem letzten verfügbaren Stand zusammengestellt. Durch aktuelle Entwicklungen könnten diese jedoch überholt sein oder sich ansonsten geändert haben, ohne dass die bereitgestellten Einschätzungen, Bewertungen, Ausarbeitungen und Informationen geändert wurden bzw. werden. Sofern die Inhalte von Dritten zur Verfügung gestellt wurden bzw. Meinungen Dritter wiedergeben, müssen diese nicht mit den Auffassungen der TARGOBANK im Einklang, sondern können auch im Widerspruch hierzu stehen. Der Wert der in den Finanzanalysen genannten Anlagen unterliegt Schwankungen des Marktes, welche zum ganzen oder teilweisen Verlust des Investments führen können. Zum Beispiel kann infolge von Wechselkursveränderungen bei der Währung, auf die die Kapitalanlage lautet, der Wert der Kapitalanlage steigen oder fallen, wenn die eigene Währung des Anlegers eine andere ist. Anlagen in diese Produkte sind keine Bankeinlagen und sind entsprechend weder durch die TARGOBANK noch im Rahmen der Einlagensicherung garantiert. Die Performance der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf die zukünftige Wertentwicklung zu. Soweit Prognosen abgegeben werden, könnten diese unter Umständen nicht oder nicht vollständig zutreffen. Vor dem Erwerb eines Produkts sollte der Kunde eine selbstständige Anlageentscheidung treffen, ohne sich auf eine Finanzanalyse zu verlassen. Die Finanzanalyse ersetzt keine anleger- und anlagegerechte Beratung. Es sollte eine ausführliche und an der Kundensituation ausgerichtete Beratung erfolgen. Die in Finanzanalysen genannten Geldanlagen in Unternehmen oder Märkte sollten nur von Anlegern in Betracht gezogen werden, die aufgrund ihrer Kenntnisse und Erfahrungen in Finanz- und Wertpapiergeschäften in der Lage sind, die damit einhergehenden Vort eile und Risiken einzuschätzen; andere Personen sollten keine Wertpapiergeschäfte auf Grundlage einer Finanzanalyse tätigen. Die genannten Produkte können nicht von US-Personen erworben werden. Die TARGOBANK erhält für Abschluss und Bestand eines Anlageproduktvertrages vom Emittenten oder der Kapitalverwaltungsgesellschaft Provisionen. Zu genannten Produkten wird ein offizieller Prospekt gemäß den gesetzlichen Vorgaben veröffentlicht. Allein maßgeblich für die Produkte sind die Bedingungen des jeweiligen Prospektes, welcher kostenlos in Ihrer TARGOBANK Zweigstelle erhältlich ist. Die TARGOBANK, aber auch Organe, Führungskräfte sowie Mitarbeiter halten möglicherweise Anteile oder Positionen an Wertpapieren oder Finanzprodukten, die Gegenstand von Bewertungen sind. Die TARGOBANK kann daher auch ein Geschäft mit einem Finanzinstrument getätigt haben, das Gegenstand der Finanzanalyse ist oder war, bevor diese Information dem Kunden zugänglich gemacht worden ist. Die TARGOBANK hat in Übereinstimmung mit den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Regelungen interne organisatorische Vorkehrungen getroffen, um Interessenkonflikte bei der Erstellung und Weitergabe von Finanzanalysen soweit wie möglich zu vermeiden. Impressum Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Otmar Lang Direktor Research Herausgeber: TARGOBANK AG Co. KGaA Kasernenstraße Düsseldorf Schlussredaktion: Dirk Maertens, Maenken Kommunikation Grafik: Birte Janzen, eindesign.de Redaktionsschluss:.. Standpunkt Q

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