Konjunkturausblick und Anlagestrategie für das erste Quartal 2012

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1 Pressemitteilung Paris, den 13. Februar 2012 Konjunkturausblick und Anlagestrategie für das erste Quartal 2012 I Konjunkturausblick Die europäische Konjunktur bleibt besonders schwierig Die Situation in Griechenland und Spanien zeugt weiterhin davon, dass die ergriffenen wirtschaftlichen und geldpolitischen Maßnahmen nicht zur Lösung der Probleme dieser überschuldeten Euroländer geeignet sind. Im ersten Fall wird sich der Schuldenabbau durch eine organisierte Insolvenz schnell als unzureichend herausstellen, da das Land nicht dazu in der Lage ist, für mehr Wachstum zu sorgen und die Steuern zu erhöhen. Wird sich Griechenland von der Eurozone verabschieden müssen? Im zweiten Fall stranguliert die Rosskur, die sich das Land in Sachen Abbau des Haushaltsdefizits auferlegt hat, das Wachstum und dies verhindert wiederum eine Verbesserung der Haushaltslage. Diese Risiken in Griechenland und Spanien sowie deren Auswirkungen auf die Wahlen in Frankreich oder die Wirtschaftslage in Deutschland, wo für dieses Quartal ein negatives Wachstum wie bereits im letzten Quartal erwartet wird, sorgen in Europa für eine weiterhin schwierige konjunkturelle Lage. Die aktive Rolle der EZB hat dennoch ermöglicht, das systemische Risiko in der Eurozone vorübergehend abzuwenden. Die EZB hat entschieden, den Geschäftsbanken unbeschränkte langfristige Refinanzierungsoperationen (LTRO) mit einer Laufzeit von drei Jahren anzubieten, was positiv zu bewerten ist. Durch diese indirekte quantitative Lockerung hat die EZB dem Bankensystem die gesamte erforderliche Liquidität zur Verfügung gestellt und die Zentralbank tritt gegenüber den staatlichen Emittenten an die Stelle des Kreditgebers in letzter Instanz und wendet das systemische Risiko vorübergehend ab. Die Banken erhalten so auβerdem die Möglichkeit, sich durch günstige Carry Trades zu erholen, sofern es zu einem endgültigen Ende der Krise in Europa kommt. Dieses Instrument kann dabei helfen, die zahlreichen Emissionen von Staatsanleihen in diesem Quartal zu meistern, und kurzfristig zu einer etwas konstruktiveren Stimmung hinsichtlich der europäischen Aktienmärkte beitragen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass das Überleben der Eurozone unserer Ansicht nach von einer expansiveren Geldpolitik in Verbindung mit einer Haushaltspolitik abhängt, die die Konjunktur unterstützt. Erstens muss die Zentralbank die Leitzinsen sehr niedrig halten und ohne Begrenzung Staatsanleihen der gefährdetsten Länder aufkaufen, um die Refinanzierungskosten der Staatsschulden und den Kurs des Euro deutlich zu senken. Und zweitens müssen Investitionen gefördert werden, was die Hoffnung auf ein erneutes Wachstum schürt und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Zukunft beiträgt. Vereinigte Staaten: Aufschwung nimmt kurzfristig Gestalt an Die USA haben im vierten Quartal eindeutig eine Wirtschaftserholung verzeichnet, sodass die Wachstumsprognosen für 2012 auf rund 2% angehoben werden konnten. Die allmähliche, aber kontinuierliche Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt und die ersten - wenn auch noch zu bestätigenden - Anzeichen einer Stabilisierung des Wohnimmobilienmarkts tragen zu diesem Aufschwung bei. Wir halten es jedoch für unwahrscheinlich, dass diese Prognosen 2012 nach oben revidiert werden. Dafür sprechen drei Gründe: Erstens kann der Konsum nicht mehr länger durch sinkende Sparquoten auf seinem robusten Niveau gehalten werden: In der gegenwärtigen globalen

2 Wirtschaftslage ist eine Sparquote von 3,5% auf keinen Fall gerechtfertigt. Ein solches Niveau wurde nur in der Zeit erreicht, als sich in den USA die Immobilienblase bildete, die ein Gefühl von Wohlstand vermittelte. Zweitens trägt ein Nachholbedarf zur hohen Industrieproduktion bei, da die durch den Tsunami in Japan unterbrochene Produktionskette mittlerweile wieder normal funktioniert. Drittens wurde die Möglichkeit einer beschleunigten Abschreibung für Unternehmen nicht verlängert, was die Investitionsbereitschaft ab Januar gefährden könnte. Auch wenn wir im derzeitigen Umfeld noch Zweifel haben, dass diese Dynamik weiter beibehalten werden kann, nehmen wir die Widerstandskraft der US-amerikanischen Wirtschaft zur Kenntnis. Die inzwischen gezügelte Inflation in China rechtfertigt eine schrittweise Lockerung der Geldpolitik Die Inflation in China erreichte erwartungsgemäß im Frühjahr mit 6,5 % ihren Höhepunkt und sank dann bis November wieder auf 4,2%. Aufgrund der verzögerten Auswirkungen der Zinserhöhungen und des rückläufigen Welthandels dürfte sich die Wachstumsrate in China 2012 auf 7-8% verringern. Es wird also weiterhin von einer hohen Wirtschaftsaktivität ausgegangen. Um die Inflationserwartungen so niedrig wie möglich zu halten, können die Währungshüter deshalb nur sehr schrittweise ihre restriktive Geldpolitik umkehren. Daher dürfte die bereits stattfindende geldpolitische Lockerung in China nicht beschleunigt werden, es sei denn, es kommt zu einer spürbaren Verschlechterung des internationalen Handels. Die Wirtschaftspolitik wird in China immer gezielter auf eine Stärkung der Binnennachfrage ausgerichtet, was eine strikte Anti-Inflationsdisziplin erfordert. Eine solche Wirtschaftspolitik wird sich mit der Zeit auch positiv auf das Wachstum der restlichen Welt auswirken. Überdies lässt sie auf eine anhaltende tendenzielle Aufwertung des Yuan gegenüber den Währungen der Industrieländer schließen, dem auch die anderen Währungen der Region folgen dürften. Diese Aufwertung der Wechselkurse stellt ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Inflation dar. In absehbarer Zeit dürften davon die Lokalwährungsanleihen der solidesten Länder profitieren. 2

3 II Anlagestrategie I Internationale Aktien Wir haben uns zu Beginn des Jahres 2012 für eine offensive Positionierung entschieden Ein Umfeld mit einer freundlicheren chinesischen Geldpolitik, in dem sich die amerikanische Politik scheinbar dafür entschieden hat, jegliche Blockade angesichts der im November bevorstehenden Wahlen zu vermeiden, sowie eine deutliche Verbesserung der Liquiditätslage in Europa durch die Vergabe von Krediten mit drei Jahren Laufzeit haben dazu geführt, dass wir uns zu Beginn des Jahres 2012 für eine offensivere Positionierung entschieden haben. Diese deutlichen Verbesserungen sind in der Lage, die Aktienmarktbewertungen wieder auf ihr Gleichgewichtsniveau steigen zu lassen, und haben dazu geführt, dass wir unser Aktienexposure in unserem gesamten Fondsmanagement erhöht haben. Erstens glauben wir, dass China zumindest relativ gesehen seinen Börsenrückstand dank seines eingeschlagenen geldpolitischen Kurswechsels wieder aufholen wird. Und zweitens wird die unvermeidbare Rolle der EZB als Kreditgeber in letzter Instanz den Rückgang des Euro, der seit letztem Sommer zu beobachten ist, noch verstärken. Diese letzte Überzeugung ermöglicht uns, bereits auf die Renditeaussichten der gröβtenteils in Fremdwährungen getätigten Anlagen zu vertrauen, noch bevor sich die deutlichere Änderung der Vorgehensweise der EZB überhaupt positiv auf das Vertrauen an den Aktienmärkten ausgewirkt hat. Das Thema der Verbesserung des Lebensstandards in den Schwellenländern wurde verstärkt Das Thema der Anhebung des Lebensstandards in den Schwellenländern wurde noch verstärkt und sein Anteil an den Vermögenswerten von Carmignac Investissement von 34% auf 37,3% erhöht. Wir glauben, dass die Risikoaversion, unter der die Schwellenmärkte im Jahr 2011 zu leiden hatten, eine sehr attraktive Chance geschaffen hat. Daher haben wir unseren Bestand an Gome Electrical mehr als verdoppelt. Es handelt sich um ein Vertriebsunternehmen, das sich mitten im Umschwung befindet und von der Dynamik des Konsums und der Entwicklung des sozialen Wohnungsbaus in China profitieren kann. Überdies haben wir den Bier- und Limonadenhersteller Ambev hinzugefügt, der in ganz Amerika Marktführer ist. Unser Engagement in China wurde auch über das amerikanische Unternehmen Yum! Brands verstärkt, das eine sich beachtlich entwickelnde Schnellrestaurant-Kette betreibt, sowie durch Zukäufe bei Mead Johnson, dem Marktführer im Bereich Säuglingsnahrung (60% des Umsatzes in Schwellenländern). Defensive Positionen wurden etwas stärker und der Bereich Innovation deutlich geringer gewichtet Der Anteil defensiver Werte am Portfolio von Carmignac Investissement wurde durch Hinzufügen des Discounthändlers Dollar Tree von 13,3% auf 14,2% erhöht. Im Gegenzug haben wir unseren Bestand an Vertex veräußert. Dessen Medikament gegen Hepatitis C steht unter erheblichem Konkurrenzdruck. Das Exposure im Themenbereich Innovation wurde wiederum deutlich von 10,7% auf 7,1% des Fondsvermögens reduziert. Wir haben unser Engagement im Bereich Goldminen beibehalten und die Energiepositionen erhöht Der Anteil des Energiesektors an den Vermögenswerten von Carmignac Investissement ist von 12,2% auf 13,9% gestiegen, hauptsächlich durch die Aufstockung unserer Position in Ensco sowie die relative Wertsteigerung des Sektors, der gut positioniert ist, um von der geldpolitischen Lockerung in China und dem weiter anhaltenden Wirtschaftsaufschwung in den Vereinigten Staaten zu profitieren. Die Gewichtung der Goldminen wurde mit 14,4% des Portfolios beibehalten. Dieser Position wurde eine Beteiligung an Franco Nevada hinzugefügt, wodurch die 3

4 Konsolidierung dieses Sektors im vergangenen Quartal ausgeglichen werden konnte. Der Aktivismus der Zentralbanken auf der ganzen Welt bewegt uns dazu, unsere Absicherung durch Gold beizubehalten, zumal Goldminen einen bedeutenden Rückstand im Vergleich zum Goldpreis aufholen müssen. Die Liquidität beträgt 9% der Vermögenswerte und trägt zum allgemeinen Gleichgewicht des Portfolios bei Die Beibehaltung einer Liquiditätsreserve von 9% sorgt neben den Goldminen und defensiven Werten für eine defensive Position, die 37,6% des Portfolios von Carmignac Investissement ausmacht. Die beiden anderen Drittel sind Themenbereichen gewidmet, die vom Wirtschaftswachstum abhängen. Auf diese Weise sollte das Portfolio von der festgestellten Verbesserung der Bedingungen für Aktienanlagen profitieren. Das fehlende Euro-Engagement schützt vor dem stets vorhandenen Risiko einer erneuten Verschlechterung der Lage in Europa, auf die die EZB künftig mit Maβnahmen reagiert, die zu einer Schwächung der Einheitswährung beitragen. Diese liquiden Mittel können schrittweise eingesetzt werden, sollte sich der jüngste Trend bestätigen. II Performancemotoren im Anleihensegment Unsere Unternehmensanleihen dürften 2012 Wert generieren Im Jahr 2012 dürften sich Unternehmensanleihen als ein bedeutender Performancemotor unter den Anleihenpositionen von Carmignac Patrimoine erweisen. Zunächst einmal hat die Liquidität, welche die EZB den Banken über 3-Jahres-Tender bereitstellte, zu einem Rückgang der Volatilität beigetragen. Dies ebnet den Weg für eine Rückkehr des Risikoappetits. Überdies profitiert unser Kreditportfolio mit einem durchschnittlichen Rating von BBBvon einer attraktiven Rendite von 6,4% für eine mittlere Laufzeit von 5,6 Jahren. Die Fundamentaldaten der Unternehmen sind schließlich immer noch solide, was einer sehr vorsichtigen Unternehmensführung dies- und jenseits des Atlantiks zu verdanken ist. Die technischen Aspekte des Marktes sind nach wie vor günstig, da die Mehrheit der Anleger wieder hohe Kaufkapazitäten aufgebaut hat. Dieser Posten stellt 26,3% der Vermögenswerte von Carmignac Patrimoine dar. Unser Engagement in Staatsanleihen der Industrieländer bleibt stabil In einem Umfeld, in dem die Risiken, die mit der Bewältigung der Schuldenkrise in Europa verbunden sind, weiter hoch bleiben werden, lassen wir gegenüber europäischen Staatsanleihen weiter Vorsicht walten. In den USA kann die Rendite 10-jähriger Anleihen mittlerweile als eine Variable angesehen werden, die von der Geldpolitik gesteuert wird. Ein geldpolitischer Kurswechsel würde einen Zyklus steigender Renditen einläuten. Unseres Erachtens ist es dafür noch zu früh. Daher bleiben die US-Staatsanleihen wegen ihres Status als sicherer Hafen in unserem Portfolio. Vor diesem Hintergrund blieb unser Anteil von Staatsanleihen der Industrieländer mit 10,4% des Portfolios von Carmignac Patrimoine stabil. Unsere Gewichtung von Staatsanleihen der Schwellenländer wird selektiv angehoben Der Anteil der Schwellenländeranleihen wurde ebenfalls unverändert beibehalten und lag bei 2,5% der Vermögenswerte (1,7% davon sind in Lokalwährungsanleihen angelegt). Wir planen, das Engagement in diesem Segment wieder selektiv zu erhöhen. Allmählich dürfte sich das Umfeld wieder zugunsten von Schwellenländeranleihen in Lokalwährung entwickeln, zumal ein deutlicher Rückgang der Inflationsrate weitere Zinssenkungen erlaubt. 4

5 Unser Euro-Engagement bleibt weiter schwach Im letzten Quartal 2011 waren wir weiterhin nur sehr schwach in der europäischen Währung investiert. Am Ende des Berichtszeitraums belief sich das Engagement auf 10%. In einem Umfeld, in dem die europäische Geldpolitik einen expansiveren Kurs wird einschlagen müssen, gehen wir sogar davon aus, dass sich die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar und dem Yen bald beschleunigen wird. Unsere verfügbaren Mittel, die vor allem in amerikanische und japanische Staatsanleihen investiert wurden, sind im zweiten Halbjahr 2011 deutlich gestiegen und ihr Anteil an den Vermögenswerten liegt zum Jahresende bei 24% dienten sie uns noch als Sicherheitsreserve, doch 2012 können wir diese liquiden Mittel nutzen, um von den attraktiven Risikoprämien zu profitieren, die für Aktien und Unternehmensanleihen geboten werden. Redaktionsschluss: 3. Februar 2012 Ansprechpartner für die Presse: CARMIGNAC GESTION STOCKHEIM MEDIA Marie VANBREMEERSCH Alexandra ZAHN Tel.: Tel.: Über Carmignac Gestion Carmignac Gestion wurde 1989 von Edouard Carmignac gegründet und gehört heute zu den führenden europäischen Akteuren im Investmentmanagement. Das Kapital der Gesellschaft wird vollständig von der Geschäftsleitung und den Mitarbeitern gehalten. Diese stabile Aktionärsstruktur sichert den Fortbestand des Unternehmens und verleiht eine Unabhängigkeit, die den grundlegenden Wert für ein erfolgreiches und ausgezeichnetes Fondsmanagement darstellt. Carmignac Gestion verwaltet ein Vermögen in Höhe von mehr als 45 Milliarden Euro und bietet 19 OGAW in den Vermögensklassen Aktien, Anleihen und diversifizierte Anlagen an. Unsere Fonds werden aktiv in 11 europäischen Ländern vertrieben: Frankreich, Luxemburg, der Schweiz, Belgien, Italien, Deutschland, Spanien, den Niederlanden, Österreich, Schweden und Vereinigtes Königreich. Um seiner internationalen Ausrichtung gerecht zu werden verfügt Carmignac Gestion über zwei Tochtergesellschaften in Luxemburg und Frankfurt sowie zwei Büros in Madrid und Mailand und hat in Singapur die gesamte Fondspalette für professionelle Anleger registriert. Disclaimer Dieses Dokument stellt weder eine Anlageempfehlung noch eine Finanzanalyse dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Informationen können in keiner Weise als rechtlich bindend verstanden werden. Dieses Dokument wurde ausschließlich zu Informationszwecken hergestellt. Carmignac Gestion kann weder für eine Entscheidung, die auf der Grundlage von in diesem Dokument enthaltenen Informationen getroffen wurde, noch für die Nutzung dieses Dokuments durch Dritte haftbar gemacht werden. Dieses Dokument darf ausschließlich zu dem Zweck verwendet werden, zu dem es erstellt wurde, und darf ohne vorherige schriftliche Zustimmung von Carmignac Gestion von Dritten weder vollständig noch teilweise reproduziert, verbreitet oder kommuniziert werden. 5

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