Marktkommentar für den Februar 2014 Die große Bitcoin-Krise?!

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1 Marktkommentar für den Februar 2014 Die große Bitcoin-Krise?! Während diese Zeilen entstehen, bin ich mir unsicher, ob es Sinn macht, nur auf den zurückliegenden Februar einzugehen. Die historischen Ereignisse in der Ukraine beherrschen derzeit das politische Weltgeschehen und sorgen für Unsicherheit an den Kapitalmärkten. Daher werde ich zwar den Februar kommentieren, aber auch dort auf das aktuelle Geschehen eingehen, wo es m.e. sinnvoll erscheint. Auch im Ausblick am Ende werden wir das Thema noch einmal aufgreifen. Vor diesem Hintergrund erscheint die Krise bei der Krypto-Währung Bitcoin fast nebensächlich. Die ehemals größte Handelsplattform Mt.Gox mit Sitz in Tokyo hatte am 28. Februar 2014 einen Insolvenzantrag gestellt. Nach Unternehmensangaben belaufen sich die Schulden auf rund 6,5 Mrd. Yen (46,6 Millionen Euro). Mt.Gox hat inzwischen den Verlust von annähernd Bitcoins (368,4 Millionen Euro) bestätigt. Mit Münzen stammt der Großteil des vermissten Kryptogeldes von den Kunden der Börse, die weiteren Bitcoins gehörten Mt.Gox selbst. In der offiziellen Bekanntmachung des Insolvenzverfahrens vor dem Amtsgericht in Tokio heißt es von den Betreibern, man gehe davon aus, dass ein technischer Fehler "im Bitcoin-System" Grund für den Diebstahl der Krypto-Münzen sei. Die Webseite ist mittlerweile komplett vom Netz genommen worden. Auch andere Anbieter sind inzwischen betroffen und mussten teilweise ebenfalls ihre Pforten schließen. Der Diebstahl durch Hacker hat das Vertrauen in die noch junge Währung tief erschüttert. Es bleibt abzuwarten, ob diese sich davon erholen kann. Wir werden dies im Auge behalten. Ein anderes Ereignis hat die Aktienmärkte ebenfalls aufhorchen lassen der Chart of Doom. Eine Grafik ging die letzten Wochen um die Welt und zeigte erstaunliche Parallelen zwischen 1929 und heute. Viele Anleger fürchten einen Crash wie damals am Schwarzen Freitag. Dabei ist alles nur ein raffinierter Trick. Auf den ersten Blick sieht der Verlauf recht ähnlich aus, doch die Grafik ist manipuliert. Würde man richtigerweise die prozentuale Veränderung an den Achsen abtragen, würde man erkennen, dass sich der Dow Jones damals (rechte Achse) verdoppelt hat, während er heute nur um mehr als 20 % gestiegen ist (linke Achse). Die verblüffende Parallelität ist somit zum Glück dahin. Fazit: Seit der Lehman-Krise 2008 leben wir in einzigartigen Zeiten - Krise reiht sich an Krise. Trotzdem können wir auf einen fünfjährigen Aktien-Bullenmarkt zurückschauen, der im März 2009 begann. Beendet nun die Krim-Krise diesen Trend? Bekommt der Chart of Doom doch noch Recht? Die Krim-Krise ist politisch motiviert und rational nicht greifbar. Der russische Präsident hat sich in eine Situation manövriert, aus der es schwierig wird, ohne Gesichtsverlust herauszukommen. Das macht es so gefährlich. Mit Notenbankgeld kann man hier wenig ausrichten. Seite 1

2 Konjunktur / Wirtschaftspolitik Wir werden diesen Monat den Konjunkturteil etwas kürzer halten. Dies hat mehrere Gründe. Einerseits rücken aufgrund der Krim-Krise die volkswirtschaftlichen Daten in den Hintergrund. Andererseits sind die Konjunkturdaten in den USA durch den kalten Winter verzerrt und haben eine geringe Aussagekraft. Einzig China werden wir etwas detaillierter betrachten. Deutschland ifo Geschäftsklimaindex ein weiteres Mal gestiegen Der ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im Februar weiter gestiegen. Die aktuelle Geschäftslage ist von den Unternehmen deutlich besser bewertet worden als im Vormonat. Die Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlauf haben einen kleinen Dämpfer erhalten, bleiben jedoch weiterhin optimistisch ausgerichtet. Die deutsche Wirtschaft behauptet sich in einer wechselhaften Großwetterlage. Das Geschäftsklima für das Verarbeitende Gewerbe hat sich zum vierten Mal in Folge verbessert. Die Unternehmen sind deutlich zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage. Die immer noch zuversichtlichen Erwartungen an den weiteren Geschäftsverlauf haben sich leicht abgeschwächt. Die Seite 2

3 Exportaussichten der Industriefirmen trübten sich zwar deutlich ein, doch blieben sie mehrheitlich optimistisch. Im Großhandel hat der Geschäftsklimaindex nach dem starken Anstieg im Vormonat etwas nachgegeben. Die Großhändler waren nochmals erheblich zufriedener mit den laufenden Geschäften. Mit Blick auf die weiteren Aussichten sind sie jedoch nicht mehr ganz so optimistisch. Im Einzelhandel ist der Geschäftsklimaindex deutlich gestiegen. Die aktuelle Lage hat sich verbessert und wurde so gut bewertet wie zuletzt im Frühjahr Auch die Erwartungen an den zukünftigen Geschäftsverlauf haben sich weiter aufgehellt. Im Bauhauptgewerbe ist der Geschäftsklimaindex leicht gesunken. Die aktuelle Geschäftslage ist auf einem hohen Niveau als etwas weniger gut beurteilt worden. Ebenso hat der Optimismus im Hinblick auf die nächsten sechs Monate etwas nachgelassen, so Hans-Werner Sinn, Präsident des ifo Instituts. Europa weiter Auf ohne Schwung Der finale Markit Eurozone Einkaufsmanager Index (PMI) stieg im Februar den achten Monat in Folge von 52,9 Punkte um 0,4 Punkte auf 53,3 Punkte, den höchsten Stand seit 32 Monaten. Der Sub-Index für die Industrie fiel allerdings etwas von 54 Punkten im Vormonat auf 53,2 Punkten im Februar. Frankreich ist zwar weiterhin Schlußlicht, doch der PMI für die Industrie nähert sich mit einem Wert von 49,7 Punkten der Wachstumszone. Erfreulich ist, dass der Arbeitsmarkt langsam von der sich verbessernden Konjunktur profitiert. So fiel die Arbeitslosenquote in Spanien zum ersten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2007 wenn auch nur minimal. Sie nahm um 0,04 % auf 4,8 Millionen ab, teilte das Arbeitsministerium mit. Im Vergleich zum Februar 2013 ging die Zahl um rund 4,5 % zurück. Die Deflationsgefahr ist im Februar etwas gesunken. Die Inflation im Euroraum verharrte bei 0,8 %. Die EZB wird die Preisentwicklung und die Kreditvergabe durch die Banken an die Privatwirtschaft weiter sehr genau beobachten, um ein Japan-Szenario zu verhindern. Bezüglich der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 7. Februar zum OMT ist die EZB entspannt und wird die endgültige Entscheidung abwarten, was sich noch Jahre hinziehen kann. Karlsruhe hat große Zweifel an den Anleihekäufen der EZB (Outright Monetary Transaction) geäußert und lässt sie vom Europäischen Gerichtshof überprüfen erstmals in der Geschichte des Bundesverfassungsgerichts. Seite 3

4 USA im Kälteschock Viele veröffentlichten Daten aus den USA enttäuschten in den letzten Wochen. Einige Volkswirte sehen aber den extrem kalten Winter als Grund und glauben nicht an eine zurückgehende Wachstumsdynamik in den USA. Somit sind die Daten mit Vorsicht zu genießen und es wird noch bis Ende April dauern, bis man beurteilen kann, ob es am Wetter lag oder die US-Wirtschaft ein echtes Problem hat. Dies macht es auch für die Fed schwierig, die Lage in Bezug auf das tapering richtig einzuschätzen. Sollte das Wetter für die schwachen Daten verantwortlich gewesen sein, dann sollten sich die Einzelhandelsumsätze wieder deutlich erholen. Extreme Winter (severe winters) gab es seit 1978 fünfmal. (Quelle: Haver Analytics, Guggenheim Investments per 31. Januar 2014). Japan Japans Wirtschaft entwickelt sich weiter sehr stark, auch wenn die Dynamik im Februar etwas nachließ. Der Markit/JMMA PMI der verarbeitenden Industrie ging von 56,6 Punkten leicht auf 55,5 Punkte im Februar zurück. Dies ist der 12. Wert über 50 in Folge. Getrieben wird die Nachfrage vor allem aus dem Inland Vorzieheffekte aufgrund der anstehenden Steuererhöhung. Der Export hingegen entwickelt sich eher schwach. Vielversprechend ist auch der Anstieg bei der Beschäftigung der stärkste seit Februar Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die mögliche Abkehr Japans vom Wassenaar Abkommen 1 von Premierminister Shinzo Abe schrieb Anfang Januar einen Artikel mit dem Titel Japan s coming wage surprise. Das Erbe von Wassenaar lag in der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und der Tatsache, dass der Staat wieder vom Spielfeld der Tarifparteien verbannt wurde. Auch Ronald Reagan und Margaret Thatcher nahmen die Ergebnisse auf. Die Folge war das Ende der Inflation. Läutet nun Abe nach 30 Jahren eine neue Ära ein, in der der Staat versucht, die Löhne und Gehälter wieder nach oben zu bewegen? 1 Seite 4

5 China Kreditkrise? Kann es ein zweites Lehman geben? Neben der Krim-Krise steht China wieder bzw. weiterhin im Fokus der Investoren. Die Stimmen, die vor einem hard landing (starke Abkühlung der Wirtschaft) warnen, verstummen nicht. Genährt wird die Angst vom offiziellen Einkaufsmanagerindex PMI, der im Februar von 50,5 auf 50,2 Punkte und damit auf ein Achtmonatstief gefallen ist. Man sollte die Zahlen aber etwas mit Vorsicht genießen, da das chinesische Neujahrsfest dieses Jahr auf die erste Februarwoche fiel und die Daten dadurch eventuell negativ beeinflusst sind. Der von der HSBC errechnete Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (PMI) ging von 49,5 im Januar auf 48,5 im Februar zurück (Grafik links). Während der offizielle PMI noch über 50 liegt und Wachstum anzeigt, weist der Wert von HSBC auf eine leichte Kontraktion hin. Die unterschiedlichen Werte resultieren u.a. von den Unternehmen, die regelmäßig befragt werden. HSBC hat einen Schwerpunkt auf eher kleine und mittelgroße Unternehmen (SMEs), während Regierungsstellen die großen, oft in Staatsbesitz befindlichen Unternehmen (SOEs), befragen. Anlass zur Sorge bereiten auch die veröffentlichten Export-Daten. Zum ersten Mal seit elf Monaten hat China im Februar wieder ein Defizit in der Handelsbilanz verzeichnet. Die Exporte fielen unerwartet stark um 18,1 % im Vergleich zum Vorjahr, wie das Handelsministerium in Peking berichtete. Der Rückgang der Ausfuhren lässt sich auch hier zum Teil durch das chinesische Neujahrsfest erklären. Die Importe legten um 10,1 % zu. Die größte Angst ist aber der Kollaps des chinesischen Kreditmarktes. Nach der Lehman-Pleite kam es in China zu einer massiven Ausweitung der Unternehmensverschuldung von 100 % des BIP im Jahr 2008 auf über 150 % des BIP im Jahr Standard & Poor's schätzt, dass die Schulden chinesischer Unternehmen in diesem Jahr auf 13,8 Billionen US-Dollar steigen und damit die USA überholen werden. Da passt es ins Bild, dass Anfang März ein Solar-Unternehmen Chaori Solar Energy Science & Technology Co. aus Shanghai 2 erstmals in der Geschichte Chinas den Zins auf eine Unternehmensanleihe nicht mehr bedienen konnte. Einige Analysten ziehen hier Parallelen zu der Pleite von Bear Stearns in den USA in 2008, die im Endeffekt zur Lehman Pleite führte. Allerdings hinkt dieser Vergleich. In den USA trocknete damals die Liquidität aus und der Geldmarkt kollabierte, da sich Banken nicht mehr vertrauten und kein Geld mehr untereinander ausliehen. Das wird in China nicht passieren, da der Staat involviert ist und die Banken impliziert garantiert. Allerdings zeigt die Regierung in Peking auch dem Schattenbankensystem, dass man nicht mehr jedes Unternehmen retten wird. Dies wurde auch im dritten Plenum beschlossen, um marktwirtschaftliche Kräfte zu stärken. Weitere Ausfälle sind somit vorprogrammiert und werden dazu führen, dass das Wachstum in China geringer ausfallen wird. Dies hat aber langfristig positive Effekte, da so das Finanzsystem und damit die gesamte Wirtschaft gestärkt wird. Ein zweites Lehman sehen wir definitiv nicht! 2 Das Unternehmen stellte zuvor Dreiräder her und versuchte zwei IPOs, die scheiterten. International war das Unternehmen ohne Bedeutung. Seite 5

6 Spezial zur Krise in der Ukraine / Russland In den Medien wird derzeit rund um die Uhr zum Thema berichtet. Daher verzichten wir hier auf zu viele Informationen. Ich möchte aber anhand der folgenden Grafik, warum die Ukraine wichtig für Europa ist. Ein großer Teil des russischen Erdgases wird durch Pipelines gepumpt, die durch die Ukraine führen. Allerdings nimmt die Wichtigkeit des russischen Gases in Europa ab, wie die Grafik im Anhang zeigt. Darüber hinaus ist die Ukraine als Agrarland sehr wichtig für die Erzeugung von Getreide. 30 % der weltweiten fruchtbaren Schwarzerdefläche liegt in der Ukraine. Man nannte das Land früher auch die Kornkammer der Sowjetunion. Und ein dritter wichtiger Punkt ist der Flottenstützpunkt Sewastopol auf der Halbinsel Krim. Es ist Russlands Sprungbrett ins Mittelmeer und von strategischer Bedeutung. Auch wenn ich kein Experte bin, halte ich eine Teilung der Ukraine für recht wahrscheinlich. Der östliche Teil würde sich dann Russland anschließen. Seite 6

7 Aktienmärkte Wenn alle an den großen Crash glauben Februar 1. Quartal 2014 Dax 4,14 % 1,46 % 1,46 % MDax 4,23 % 1,91 % 1,91 % VDax -20,40 % 7,07 % 7,07 % Der Dax konnte die Verluste des Januars wieder sehr schnell aufholen. Nachdem die Punkte- Marke nicht unterschritten wurde, kam es zu einer kräftigen Aufwärtsbewegung. Im Februar stieg der Index um 4,14 %. Gleichzeitig ging der Angstmesser VDax wieder um 20,4 % zurück, ist aber immer noch höher als zu Jahresbeginn. Das niedrige Volatilitäts-Niveau können institutionelle Investoren weiterhin nutzen, um Sicherungsstrategien zu implementieren - gerade jetzt, wo der Ausgang der Krim-Krise ungewiss ist. Trotz der Angst, die momentan herrscht, ist der Aufwärtstrend aber weiter intakt. Bei einer Eskalation der Krise wird es sehr wichtig sein, ob die Unterstützung bei Punkten hält dort verläuft inzwischen auch der Aufwärtstrend. Ein Bruch würde die 200-Tage-Linie bei Punkten ins Spiel bringen. Es wäre auch ein schneller Einbruch bis Punkte möglich, der aber für Käufe genutzt werden sollte. Bei einer Entspannung ist ein erneuter Versuch auf die Markte sehr wahrscheinlich. Auch der breitere, 70 Werte umfassende MDax, erholte sich im Februar und stieg um 4,23 %. Das Jahresplus beträgt 1,91 % und mittelgroße Aktien setzten ihre Outperformance gegenüber den Dax- Werten fort trotz einer höheren Bewertung. Seite 7

8 Februar 1. Quartal 2014 DJ Euro Stoxx 50 4,49 % 1,29 % 1,29 % Stoxx 600 Banken 3,40 % 4,85 % 4,85 % Auch der EuroStoxx 50 erholte sich im Februar um sehr gute 4,49 %. Der Ausbruch über die Widerstandszone bei 3.050/3.100 Punkten ist noch nicht endgültig geglückt. Auch hier belastet die Krise in der Ukraine. Bei einer Eskalation gilt für den EuroStoxx 50: erst unter Punkten trübt sich die Situation deutlich ein und das positive Szenario steht zur Disposition. Die Gewinner des Jahres sind bis jetzt aber Bankaktien, die um weitere 3,40 % zulegen konnten und ein Jahresplus von 4,85 % aufweisen. Sollte der diesjährige Bankenstresstest der EZB nicht zu viele negative Überraschungen ans Licht bringen, stehen die Chancen für Bankaktien auch in 2014 weiter sehr gut. Bei einem Anstieg über 432 Indexpunkte könnte es noch einmal zu einem deutlichen prozyklischen Impuls kommen. Allerdings haben sich die Bewertungen in den letzten Wochen weiter normalisiert und einige Investoren beurteilen die Aussichten von Bankaktien wieder positiver. Somit würden sich Gewinnmitnahmen nach einem weiteren Anstieg anbieten. Auch die Situation bei spanischen Banken verbessert sich. Die spanische Regierung gibt Anteile an der verstaatlichten Krisenbank Bankia ab. 7,5 % ihrer ursprünglichen 68,5 % wurden zu 1,3 Mrd. Euro platziert. George Soros griff dankend zu, ebenso wie weitere 94 Investoren, die sich Aktien sicherten. Seite 8

9 Februar 1. Quartal 2014 S&P 500 4,31 % 0,60 % 0,60 % Nasdaq 100 4,95 % 2,90 % 2,90 % Russell ,61 % 1,67 % 1,67 % Der S&P 500 stieg im Februar um 4,31 % und lief wieder bis an die obere Begrenzung des Trendkanals heran. Etwas unterhalb der Mitte verläuft bei Punkten die 200-Tage-Linie, die bei einer Korrektur als Unterstützung dienen kann. Unsere nach wie vor favorisierten Hightech-Werte aus dem Nasdaq 100 konnten ihre relative Stärke auch im Februar unter Beweis stellen und stiegen um 4,95 %. Der Index hat inzwischen das Niveau von 2001 erreicht (siehe Chart). Aktiengesellschaften des Russell Auch der 2000 Aktien umfassende Russell 2000 Index legte mit 4,61 % mehr als der S&P 500 zu. Solange dieser steigt, ist auch die Marktbreite intakt. Er repräsentiert 10 % der Marktkapitalisierung der USamerikanischen Aktienmärkte. Als Basis dienen die 2000 kleinsten Update zur Berichtssaison (4. Quartal 2013): Die Gewinne der 496 Unternehmen aus dem S&P 500 stiegen um 9,2 %, wobei 64,3 % die Erwartungen übertrafen. Die Umsätze stiegen nur um 0,7 %. Der Finanzsektor ist für einen Großteil des Wachstums verantwortlich. Dieser Sektor wuchs um 22,8 %. Ohne diesen lag das Gewinnwachstum bei 6,4 %. Details finden Sie hier Seite 9

10 Februar 1. Quartal 2014 Nikkei 225-0,49 % -8,90 % -8,90 % USD/JPY -0,38 % -3,35 % -3,35 % EUR/JPY 1,96 % -2,92 % -2,92 % Der japanische Nikkei 225 musste auch im Februar einen leichten Verlust von -0,49 % verbuchen. Das Jahresminus liegt bei -8,90 %. Trotz der kräftigen Korrektur glauben wir, dass das Potential bei japanischen Aktien noch nicht ausgereizt ist, wobei ausländische Investoren, die noch in Japan überinvestiert sind, vorher aus dem Markt herausgeschüttelt werden müssen. In den ersten 11 Monaten des vergangenen Jahres investierten Ausländer eine Rekordsumme von 125 Mrd. US-Dollar. Enttäuscht wurden zu Jahresbeginn aber viele Investoren von der abwartenden Haltung der japanischen Notenbank (BoJ) und lösten erste Positionen (Aktien long/yen short) auf. Die BoJ möchte zuerst die Auswirkungen der Steuererhöhung zum 1. April abwarten, bevor man (höchstwahrscheinlich) mit der ultralockeren Geldpolitik fortfährt. Notenbankchef Kuroda und Premier Abe werden aber den Aktienmarkt und die Währung genau beobachten, denn ein zu starker Rückgang des Nikkei würde den Erfolg von Abenomics in Frage stellen. Unser Ziel ist aber unverändert das Hoch vom Juli 2007, das bei rund Punkten liegt. Auch aus Bewertungssicht spricht wenig dagegen, da in Japan als einziges Land im letzten Jahr die Gewinne deutlich gestiegen sind und mit den Kurssteigerungen Schritt gehalten haben. Somit hat sich das KGV kaum verändert. Seite 10

11 Februar 1. Quartal 2014 Shanghai B -7,07 % -9,75 % -9,75 % MSCI EM 3,20 % -3,61 % -3,61 % BRIC 2,17 % -5,80 % -5,80 % MSCI FM 2,93 % 3,80 % 3,80 % Kommen wir nun zum Epizentrum der Angst übrigens ein Wort, für das es keine Übersetzung im englischen gibt dem chinesischen Aktienmarkt. Ebenso wie Japan mussten chinesische Indizes einen weiteren negativen Monat hinnehmen, was saisonal eher selten ist. Der Shanghai B Index fiel um -7,07 %. Das Jahresminus ist mit -9,75 % fast zweistellig. Nach dem Rückgang ist der Index an der ersten Unterstützung bei rund 225 Punkten angelangt. Sollten die Banken weiter unter Druck kommen, könnte der Index im worst case bis 195 Punkte fallen. Auch andere Indizes wie der CSI 300 oder der MSCI China Index fielen auf Mehrmonatstiefs. Allen ist aber gemein, dass diese eher das alte China reflektieren. Betrachtet man sich aber einige aktiv gemanagte Investmentfonds, so erreichen diese interessanterweise Mehrjahreshochs! Woran liegt es? Diese investieren in das neue China. Die Studie World s Most Innovative Companies 4 von Fast Company zeigt, dass chinesische Unternehmen entgegen der landläufigen Meinung innovativ sind und besonders im Bereich Social Media die Entwicklung vorantreiben. Hier sind Unternehmen wie Haier, Tencent und YY Inc. zu nennen. Die übrigen Emerging Markets (+3,20 %) und die vier BRICs (+2,17 %) konnten einen Teil der Verluste des Januars wieder aufholen, wobei Indien unter den BRICs momentan positiv heraussticht. Globale Frontier Märkte sind momentan von der Krise nur wenig betroffen und konnten auch den Februar mit einem Zuwachs von 2,93 % abschließen. Hier zeigt sich, wie wenig korreliert die Frontier Märkte zu den übrigen Märkten sind. 4 und Seite 11

12 Aufgrund der Krim-Krise haben wir uns den aktuellen Verlauf der russischen Börse und der während zweier weiterer Krisen, der Yukos Krise 2003/04 und dem Georgien Krieg 2008 angeschaut. Leider geben die Charts keinen Hinweis auf die aktuelle Situation. Nach der Yukos-Krise kam es zu einer starken Erholung, während die Börse in 2008 (Georgien Krieg) schon in einem Abwärtstrend war und noch von der Lehman-Pleite verstärkt wurde. Der Krieg hatte hier keinen nennenswerten Einfluss. Fazit: Unsere Einschätzung zu Aktien bleibt unverändert und unsere Favoriten haben sich nicht geändert: Japan, Europa und europäische Banken sowie US IT-Aktien. Besonders das Internet spielt hier eine immer größere Rolle - dieses hat heute, am seinen 25. Geburtstag. Am stellte Tim Berners-Lee ein Informations-Management-System vor, das die Grundlage für das world wide web werden sollte. Heute ist unser Leben vom Internet durchdrungen und ohne nicht mehr vorstellbar. Wie dieses in der Zukunft ausschauen könnte, zeigt eine Studie vom Pew Research Center. 5 Globale Emerging Markets und hier besonders China bieten aus antizyklischer Sichtweise weiter ein attraktives Chance-/Risikoverhältnis. Frontier Märkte und im Besonderen der afrikanische Subkontinent sind hoch interessant. 5 Seite 12

13 Rentenmärkte Was erlauben Zinsen? Februar 1. Quartal 2014 Rex Performance 0,39 % 2,24 % 2,24 % Bundesanleihen setzten ihren Aufwärtstrend auch im Februar fort trotz steigender Aktien. Der RexP stieg um 0,39 %. Ende des Monats wurde sogar kurzfristig ein neues Hoch im Bund Future erreicht. Deutlich dynamischer ist aber der Zinsrückgang in den Peripherieländern. Der Spread zwischen Bundesanleihen und italienischen und spanischen Staatsanleihen hat sich inzwischen auf unter 2 % eingeengt (siehe Grafik im Anhang). Anhand der Grafiken kann man sehen, dass die Zinsen in den beiden Staaten unter 3,5 % gefallen sind. Besonders in Italien ist der Zins in den letzten Wochen seit Ernennung des neuen Regierungschefs Matteo Renzi gefallen. Quelle: Bloomberg Seite 13

14 Aber auch in Griechenland fallen die Zinsen immer weiter mittleweile liegen diese unter 7 % (siehe Grafik im Anhang). Während in Europa die Zinsen eher gefallen sind, hat sich bei 10jährigen US-Staatsanleihen wenig getan. Aktuell sehen wir einen recht breiten Korridor zwischen 2,40 % und 3,20 %. Ab 3,00 % würden wir eine Allokation in US-Staatsanleihen aufbauen. Zinsen in den USA zum Jahresende deutlich gestiegen sind. Eine interessante Randnotiz ist der Fakt, dass die chinesische Notenbank PBoC im Dezember 2013 US-Anleihen im Volumen von 47,8 Mrd. US-Dollar verkauft hat so viel wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch ein Grund, warum die Fazit (unverändert): Das Risiko liegt mittelfristig weiter bei G7-Staatsanleihen wenn sich die US- Wirtschaft erholt und das tapering fortgeführt wird. Allerdings könnte 2014 noch einmal ein relativ gutes Jahr für Staatsanleihen werden, bevor 2015 die Zinsen erneut steigen könnten. Große Erträge sind allerdings auf Grund der niedrigen Zinsen nicht zu erwarten. Daher muss man sich im Bereich der Anleihen auf der Risikoleiter nach oben bewegen. Hochzinsanleihen sind als Beimischung weiter interessant, auch wenn die Renditeerwartungen nicht mehr so hoch sein dürfen. Außerdem gehören ausgewählte Emerging Markets-Anleihen für Anleger mit langem Anlagehorizont aus antizyklischer Sicht ebenfalls in ein Depot. Aber auch Wandelanleihen als Hybridinstrument sind unverändert eine Idee wert. Man muss sich allerdings bewusst sein, dass das Risiko damit zunimmt. Seite 14

15 Währungen Kommt doch der Ausbruch beim Euro? Februar 1. Quartal 2014 EUR/USD 2,35 % 0,37 % 0,37 % USD/JPY -0,38 % -3,35 % -3,35 % USD/CNY 1,43 % 1,51 % 1,51 % Der Euro scheint nun doch nach oben ausbrechen zu wollen. Im Februar legte die Gemeinschaftswährung um 2,35 % zu. Am 7. März konnte der Euro sogar kurz über 1,39 EUR/USD steigen und den höchsten Stand seit Oktober 2011 markieren. Somit drängt sich als nächstes Ziel die runde 1,40 EUR/USD auf, wobei unser Maximalziel bei 1,4250 EUR/USD liegt. Hinweise geben. Der langfristige Wochenchart zeigt recht deutlich, wie wichtig die aktuelle Situation ist. Sollte der Ausbruch nach oben gelingen, könnte der Euro vor einer neuen Aufwärtsbewegung stehen. Scheitert der Versuch allerdings, besteht die Gefahr einer neuerlichen Schwäche bis in den Bereich 1,25/1,20 EUR/USD. Die nächsten Tage und Wochen sollten hier weitere Seite 15

16 Zum Japanischen Yen gibt es wenig Neues. Er stieg im Februar leicht um 0,38 %. Wie erwartet ist der USD/JPY erst einmal am Widerstand bei 105,50 USD/JPY gescheitert - dem 61,8 % Fibonacci- Retracement (das heißt, dass 61,8 % des Weges zwischen dem Tief im Oktober 2011 und dem Hoch im Juli 2007 bei 124,50 USD/JPY bereits aufgeholt wurde). Dieses Hoch bleibt unverändert unser Ziel für die aktuelle Bewegung. Kritisch würde es, wenn die Korrektur nicht bei 100 USD/JPY enden sollte. Diese Marke beobachtet aber mit Sicherheit auch die japanische Notenbank, da mit der Währung der Nikkei 225 eng verknüpft ist. Im Fokus stand im Februar diesmal der chinesische Renminbi (USD/CNY). Am 25. Februar gab er um 0,50 % nach, der größte Tagesverlust seit Dezember Im gesamten Februar verlor die Währung, die sonst nur eine Richtung nach oben kannte, beachtliche -1,43 %. Dies ist der größte Monatsverlust seit der Freigabe des Renminbi in Marktteilnehmer sind der Auffassung, dass dieser Rückgang von der chinesischen Notenbank PBoC initiiert bzw. unterstützt wurde, um Investoren/Spekulanten zu zeigen, dass der teils gehebelte Carry Trade (long Renminbi/short US-Dollar) keine risikofreie Einbahnstraße ist. Man konnte feststellen, dass in den vergangenen Monaten sehr viel heißes Geld (hot money) nach China und in die Währung geflossen ist. Das möchte man durch diese Aktion eindämmen. Seite 16

17 Auf Bitcoin sind wir bereits am Anfang eingegangen. Die Pleite von Mt.Gox führte kurzfristig zu einem Einbruch der Währung bis auf etwa 130 US-Dollar. Danach wurde der Chart durch Mt.Gox nicht mehr aktualisiert und steht so weiter im Netz (linke Grafik). Da die Krypto-Währung auf verschiedenen Plattformen gehandelt wird, sieht man die Erholung im rechten Chart. Zum Monatsende pendelte der Kurs knapp unter 600 US-Dollar. Fazit: Wir sind weiterhin der Überzeugung, dass der japanische Yen zur Schwäche neigen wird, während die chinesische Notenbank den Renminbi auch 2014 weiter aufwerten wird trotz der aktuellen Schwäche. Beim Euro könnte der Ausbruch aus dem Trendkanal nach oben gerade beginnen. Seite 17

18 Edelmetalle Der Abwärtstrend könnte vorbei sein Februar 1. Quartal 2014 Gold 6,51 % 9,89 % 9,89 % Silber 10,38 % 8,67 % 8,67 % Gold konnte auch im Februar kräftig um 6,51 % zulegen und liegt seit Jahresbeginn mit knapp 10 % im Plus. Mittlerweile wurde auch die 200-Tage-Linie durchstoßen und die obere Begrenzung des Trendkanals erreicht. Nach einer Konsolidierung könnte das nächste Ziel bei US-Dollar anvisiert werden. Noch stärker gestiegen sind die von uns favorisierten Goldminenaktien. Der NYSE Gold Bugs Index (HUI) konnte im Februar erneut um knapp 10 % zulegen. Seit Jahresbeginn sind es 20,2 %. Seite 18

19 Fazit: Gold, Silber (+10,38 % im Februar) und Goldminenaktien stehen wieder im Fokus der Investoren. Wir präferieren weiterhin Goldminen an Stelle von physischem Gold. Schaut man in die 30-jahrige Historie des Goldminenindex, so gab es nie mehr als drei Verlustjahre in Folge ( und ). Sollte 2014 die in 2011 begonnene dreijährige Phase enden? Die ersten beiden Monate unterstützt diese These. Allerdings muss man und das ist nichts Neues starke Nerven bei Edelmetallen haben und die Volatilität ertragen können. Energie Öl weiter seitwärts Februar 1. Quartal 2014 Brent Crude Oil (Nordsee) 2,50 % -1,58 % -1,58 % WTI Crude Oil (USA) 5,40 % 4,28 % 4,28 % Erdöl ist weiter sehr schwer zu greifen. In der Tendenz bewegt es sich auf hohem Niveau seitwärts. Deutlich mehr Bewegung war im vergangenen Monat bei Erdgas zu beobachten. Die Kältefront in den USA lies den Preis von Gas, das für die Erzeugung von Heizwärme genutzt wird, von etwa 5 US- Dollar/mBtu 6 auf knapp 8 US-Dollar/mBtu ansteigen. Zum Monatsende ging es wieder bergab auf knapp über 4,5 US-Dollar/mBtu. Fazit: Die Preise für Energie tendieren eher seitwärts. Besonders fracking in den USA sorgt dafür, dass die Preise tendenziell nicht steigen. In Europa könnte dies anders aussehen, da wir weiterhin auf Öl aus der Krisenregion Naher Osten und Erdgas aus Russland angewiesen sind. 6 Btu = British Thermal Unit Seite 19

20 Tabelle mit ausgewählten Performancezahlen per 28. Februar 2014 EM = Emerging Markets, FM = Frontier Markets Krim-Krise Wie geht es weiter? Der weitere Verlauf der Krim-Krise ist schwierig vorherzusagen. Der Westen, und hier vor allem die Deutsche Bundesregierung 7, wird versuchen einerseits durch Verhandlungen, andererseits durch Sanktionen, Druck auf Putin auszuüben. Es ist allerdings nicht ungefährlich, ihn zu stark zu bedrängen. Hier gilt es Fingerspitzengefühl zu haben und eine Brücke zu bauen, ohne dass er sein Gesicht verliert. Denn eines ist auch klar: der Westen braucht Russland bei den Verhandlungen mit dem Iran, Syrien etc. Vom politischen Schaden abgesehen, ist Russland finanziell schon jetzt der große Verlierer neben der Ukraine. Die russische Börse hat an einem Tag allein 10 Mrd. US-Dollar an Wert ausradiert ein Umstand, der den wohlhabenden Russen nicht gefallen wird. Auch der Rubel verliert weiter an Wert und vernichtet Volksvermögen. Fazit: Wir sind der Überzeugung, dass die Auswirkungen der Krim-Krise auf die übrigen Kapitalmärkte überschaubar sind. Bis jetzt reagieren die Marktteilnehmer auch noch recht besonnen. Sollten allerdings Schüsse fallen, könnte die Volatilität zunehmen. Wir sind trotzdem für Aktien weiter optimistisch und ändern an unserer Sichtweise nichts in der Regel haben politische Börsen kurze Beine. Zum Schluss wollen wir noch einmal dem Bullenmarkt zum Fünften Happy Börsday wünschen und hoffen, auch noch den sechsten Geburtstag im März 2015 feiern zu können. 7 Durch die Verhandlungen kann die Bundesregierung von ihrer Untätigkeit im eigenen Land ablenken, da seit der Wahl in Berlin Stillstand herrscht abgesehen von der Erhöhung der Diäten. Seite 20

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