MittelstandsNachrichten

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1 Ausgabe Oktober 2013 Deutsche Schuldenstreit Das Ende einer Weltmacht: China ruft Obama zur Ordnung Der chinesische Premier Li Keqiang hat die Amerikaner dazu aufgefordert, ihre Schulden an China pünktlich zu bezahlen Der chinesische Premier Li Keqiang US-Dollar auf dem Spiel. hat sich am Donnerstag mit einer Schon zu Beginn der Woche hatte der deutlichen Botschaft an US-Außenminister John Kerry gewandt: Li sagte, dass China dem Thema der amerikanischen Schulden-Obergrenze große Aufmerksamkeit widme. Die Aussagen wurden auf der Regierungswebsite veröffentlicht. Diese Wortmeldung, so kurz sie sein chinesische Vize-Finanzminister Zhu Guangyao die Amerikaner aufgefordert, die Sicherheit der chinesischen Investments zu gewährleisten. Für den Fall, dass die USA die Schuldenobergrenze nicht erhöhen können, müssten die Amerikaner zuerst ihren Schuldendienst an den Inhabern von mag, wirft ein Schlagschlicht auf die Verhältnisse der Weltmächte: Die Amerika- den Amerikanern die pünktliche Bezahlung der Tatsächlich ist das Risiko einer techni- Staatsanleihen leisten, sagte Zhu. Der chinesische Premier Li Keqiang fordert von ner haben sich massiv verschuldet und Schulden. China ist der größte Gläubiger der USA schen Pleite gering wie Goldman Sachs und führt den Schuldenpräsidenten nun regelrecht vor. Foto: Flickr/FriendsofEurope/CC BY 2.0 ermittelt hat: Diese würde sich an den müssen nun nach der Pfeife der Chinesen tanzen. China hat etwa 60 Prozent seiner ausländischen Investments in US-Assets gesteckt. Für Peking stehen also 2 Billionen Kreditversicherungen (CDS) orientieren, welche mit insgesamt 23 Milliarden Dollar Analyse Hersteller profitieren von kurzfristig sinkenden Energiepreisen Im August haben deutsche Produzenten ihre Preise so stark gesenkt wie zuletzt im März Die Preise fielen im Schnitt um 0,5 Prozent. Experten hatten mit einem leichten Anstieg der Preise gerechnet. Der Index der Erzeugerpreise misst die durchschnittliche Preisentwicklung von Rohstoffen und Industrieerzeugnissen, die in Deutschland hergestellt und verkauft werden. Auslöser für die Preissenkung waren die um 2 Prozent geringeren Energiekosten. Strom wurde knapp 5 Prozent billiger. Leichtes Heizöl ging um 9 Prozent zurück und der Preis für Diesel fiel um etwa 6 Prozent. Auch die Vorleistungsgüter wurden billiger. So kostete Metall 5,9 Prozent weniger als noch vor einem Jahr, berichtet Reuters. Die Nahrungsmittelpreise sind hingegen um insgesamt 3,7 Prozent gestiegen. Butter wurde um 44 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Die Milchpreise kletterten um 20 Prozent. Der Preisanstieg lässt vermuten, dass auch die Verbraucherpreise für Lebensmittel deutlich ansteigen dürften. Ein Rückgang ist kurzzeitig nicht zu erwarten: Diese Entwicklung bei den Nahrungsmitteln geht wohl noch eine Weile so weiter, sagte Postbank- Volkswirt Thilo Heidrich. Die Produzenten von Rohstoffen und Industriegütern gehören zum Verarbeitenden Gewerbe, zu den Energie- und Wasserversorgern und zum Bergbau. Die sinkenden Preise lassen auf Überkapazitäten schließen. Ist das Angebot zu hoch oder die Nachfrage zu gering, gelingt es den Produzenten nicht, die Preise stabil zu halten. Die Erzeugerpreise gelten auch als Frühindikator für die Entwicklung der gesamten Inflation. Im September ist die Inflation in Deutschland zurückgegangen und liegt dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge derzeit bei 1,4 Prozent, was wiederum auf sinkende Preise für Kraftstoff zurückzuführen ist. Die Entwicklung der Preise in Deutschland spiegelt sich auch in Europa wider. Hier sanken die Erzeugerpreise um 0,8 Prozent. Die gesamte Inflationsrate im Euro-Währungsraum liegt mit 1,1 Prozent auf einem sehr tiefen Stand. Zwar dürften sich die Preise bis zum Ende des Jahres wieder leicht erhöhen, der Anstieg der Inflation dürfte sich mittelfristig aber noch im Rahmen halten, sagte Heidrich. Denn die USA und Japan befinden sich in einem Wettlauf um die höchste Inflationsquote. Die US-Zentralbank Fed druckt jeden Monat 85 Milliarden Dollar, um den Wert der Währung zu drücken und die Finanzmärkte mit frischem Geld zu versorgen. In Japan geschieht Ähnliches: Die Regierung will den Wert des Yen so stark wie möglich senken, um dem Exportsektor einen Preisvorteil zu verschaffen. Der Euro gerät so unter Aufwertungsdruck. Für deutsche Unternehmen bedeuten die sinkenden Erzeugerpreise kurzfristig günstigere Betriebsbedingungen. Sie sollten sich aber nicht darauf verlassen, dass die Preise für Energie weiter fallen. Im Verlauf der Energiewende wurden Unternehmen und Privathaushalte ständig mit einem Anstieg der Preise konfrontiert. Einerseits treibt die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz die Strompreise in die Höhe. Andererseits erhöhen die Energieversorger ihrerseits die Preise und rechtfertigen dies mit steigenden Investitionskosten. Thomas Gollmann 1

2 zu Buche stehen. Davon sind 3,3 Milliarden Dollar mit einer Fälligkeit bis Ende September ausgeschrieben. Diesen Kredit-Event würde die ISDA ausrufen, die internationale Sammelstelle für Kreditversicherungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies geschieht, ist gering, erklärt Goldman auf Business Insider. Tatsächlich erinnert der Vorgang an Griechenland: Auch die Griechen stecken in der Schuldenfalle nicht, weil die Bürger in Saus und Braus leben, sondern weil der hochverschuldete Staat seine Schulden nicht bedienen kann. Bereits in Griechenland war zu sehen, warum die eigentlich überfällige Staatspleite nicht erfolgte: Die Banken mussten sicherstellen, dass das Geld, das sie in ihren Bilanzen in Form von Schuldscheinen stehen haben, irgendwie über das Schneeballsystem des globalen Finanzsystems aufgebracht wurde. So hat sich die groteske Situation ergeben, dass Griechenland in einem Fort Geld von der EU bekommt nicht, um den Euro zu retten, sondern um den Banken und dem Staat den Schuldendienst mit europäischen Steuergeldern zu finanzieren. Das Geld geht dann, wie bei jedem guten Schneeballsystem, wieder in die Taschen derjenigen, die es eigentlich gegeben haben: Im Falle Griechenlands ist das die EZB. Die Zinslast führt jedoch dazu, dass die Schulden immer höher werden. Das nennt man Drogenabhängigkeit im Weltfinanzsystem. Auch im Fall der US-Pleite ist längst derselbe Prozess im Gang wie in Europa: Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) kauft wie verrückt US-Staatsanleihen. Damit zieht die Fed das Geld aus den Märkten und zwingt die US-Steuerzahler dazu, die Haftung für die US-Schuldenpolitik zu übernehmen. Genau dasselbe ist in Griechenland passiert: Die Banken haben durch Schuldenschnitt und rechtzeitigem Abzug all ihre Schrottpapiere auf die europäischen Steuerzahler übergewälzt. Und die zahlen nun auf Jahrzehnte hinaus. Genauso werden die amerikanischen Steuerzahler zahlen. Die Ohrfeige der Chinesen für Obama entspricht ebenfalls dem griechischen Modell: Regierungschefs aus Athen werden in Brüssel behandelt wie schlechte Schuldner eben behandelt werden: Man bringt sie nicht um, weil man sie noch braucht schließlich schadet der Totalausfall dem Gläubiger genauso wie dem Schuldner. Doch man demütigt sie, etwa, indem man ihnen jeden Monat die Troika vorbeischickt. Eine Troika wird bei Präsident Obama nicht auftauchen. Der Ordnungsruf aus Peking, der früher als Einmischung in die inneren Angelegenheiten ganz und gar undenkbar gewesen wäre, ist eine härtere Maßnahme als ein paar Bürokraten zum Geldeintreiben. Er macht den Gesichtsverlust deutlich. Das ist in Asien die Höchststrafe. Die großen Schlachten verliert man nicht bei einem Waffengang, sondern in Symbolhandlungen, die klar machen, wer oben und wer unten ist. Die USA haben mit dem hemmungslosen Schuldenwahn ihren Nimbus verloren. Amerika das Ende einer Weltmacht. Investitionen Sinkende Kreditnachfrage: Mittelstand finanziert sich selbst Mittelständische Betriebe reizen ihre Kreditlinien nicht mehr aus und versuchen, Investitionen aus eigener Kraft zu zahlen Das Kerngeschäft der Commerzbank, die Kreditvergabe an den deutschen Mittelstand, ist um mehr als ein Drittel eingebrochen. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres ist das Geschäft um 38 Prozent auf 542 Millionen Euro eingebrochen. Der Markt ist hart umkämpft. Wachstum gibt es nur noch, wenn eine Bank durch ein günstiges Kreditangebot eine andere verdrängt. Grund dafür ist die Zurückhaltung der Firmen bei Investitionen. Der verfügbare Kreditrahmen wird nicht mehr in Gänze in Anspruch genommen. Derzeit würden nur 55 Prozent genutzt vor der Krise seien es 70 Prozent gewesen, sagte Markus Beumer, Vorstandsmitglied der Commerzbank, der Börsen-Zeitung. Stattdessen werde versucht, Investitionen aus eigener Tasche zu finanzieren. Für die Commerzbank bedeutet das einen Gewinnrückgang auf 1,13 Milliarden Euro (von vorher 1,65 Milliarden), berichtet Reuters. Schon im August musste die Bank ihre Rücklagen für faule Kredite erhöhen. Im Vergleich zum Vorjahr machte die Bank bislang 270 Millionen Euro weniger Gewinn. Um die großen mittelständischen Betriebe ist ein Konkurrenzkampf zwischen den Kreditinstituten ausgebrochen. Die Landesbanken haben Offensiven im Mittelstandsgeschäft angekündigt und fordern die Commerzbank in diesem Segment heraus. Denn was machen neue Wettbewerber? Sie kehren die Treppe von oben. Da ist wieder Druck auf die Marge zu spüren, so Markus Beumer. Große Firmen sind meist finanziell solide aufgestellt und nicht so sehr auf Kredite angewiesen, weswegen die Banken diese Kunden mit Sonderkonditionen locken müssen. Die kleinen und jungen Betriebe haben es bedeutend schwerer, an neues Geld zu günstigen Konditionen zu kommen. Denn sie müssen häufig ein größeres Risiko eingehen. Je höher das Risiko, desto teurer wird der Kredit. Die Banken schauen ganz klar hin und achten noch viel stärker auf das Rating, sagte Finanzexperte Björn Stübiger von der Beratungsfirma Rödl & Partner einem Bericht von Haufe zufolge. Denn die neuen Kreditrichtlinien, die ab Januar 2014 gelten sollen, auch bekannt unter dem Namen Basel III, verlangen höhere Eigenkapitaldecken bei den Banken und strengere Auflagen für die Kreditvergabe. Schon jetzt versuchen die Banken, die Vorschriften von Basel III zu erfüllen und bauen Reserven für Krisenzeiten auf. Die Auswirkungen von Basel III auf die kreditfinanzierte Wirtschaft sind noch nicht abzusehen. Einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zufolge sehen zwar nur 14 Prozent der Unternehmen in der Finanzierung ein Risiko für ihre Geschäftstätigkeit. Da sich die Banken auf Kosten der kleinen Betriebe 2

3 Trotz anziehender Geschäftsentwicklung ist das Kreditneugeschäft rückläufig. sanieren, könnten sich die Bedingungen für Mittelständler aber verschlechtern. Große Investitionen aus eigener Tasche zu finanzieren, kann zu finanziellen Grafik: KfW Engpässen führen. Stübinger rät Firmen, ihre Bilanzen in Ordnung zu bringen, langfristig zu planen und auf die Banken zuzugehen. Sie müssen sich also überlegen, wo will ich in fünf Jahren sein, abgestimmt auf Wachstum, Finanzbedarf und Verschuldung. Das wird oft nicht gemacht, so Stübiger. Von Alternativen zum Bankkredit rät der Finanzexperte aber ab. Bei Schuldscheinanleihen privater Anleger, Anleihen oder um Kapital von Beteiligungsgesellschaften zu erhalten, müssten Firmen einen hohen Aufwand auf sich nehmen, und billiger sind solche Modelle nicht. Für kleine Betriebe kämen solche Modelle kaum in Frage. Dem Kreditmarktausblick der KfW zufolge ist die Kreditnachfrage beim deutschen Mittelstand im dritten Quartal um 4,7 Prozent gesunken. Für den weiteren Jahresverlauf rechnet die Bank damit, dass der Abwärtstrend anhält. Erst wenn die Rezession in Europa überwunden ist und die Zentralbank im Begriff ist, die Zinsen anzuheben, könnten Firmen ihre geplanten Kreditaufnahmen vorziehen, um sich die niedrigen Zinsen zu sichern. Innovation Experiment: Künstlicher Blitz lädt Handy-Akku auf Es ist machbar: In einem Experiment wurde ein Handy-Akku mit der elektrischen Spannung aus der Luft wieder aufgeladen Wie man spektakulär leere Akkus aufladen kann, bewiesen kürzlich Forscher der britischen University of Southampton mittels eines künstlichen Blitzes. Mit der gewaltigen Energie, die so freigesetzt wurde, konnte ein Nokia Lumia 925 aufgeladen werden. Bei dem Versuch wurde Wechselstrom mit einem Spannungswandler auf Volt gebracht und durch eine nur 30 Zentimeter große Lücke gejagt. Der künstlich erzeugte Blitz setzte dabei Energie frei, die auf der anderen Seite von einem zweiten kontrollierenden Spannungswandler wieder eingefangen und sozusagen beruhigt wurde, wie die Universität bekanntgab. Zur Begeisterung der Forscher konnten die Schaltkreise des Handys das beruhigte Signal stabilisieren. So war es möglich, das Handy auf diese außergewöhnliche Weise aufzuladen. Bei dem Versuch handelt es sich um eine Machbarkeitsstudie, die als Experiment in Kooperation mit dem Handy-Hersteller durchgeführt wurde. Für die Forscher des Tony Davies High Voltage Laboratory, dem durchführenden Institut, ist der Versuch natürlich nicht nachahmenswert. Es gehe ihnen vielmehr darum, die Grenzen der Technologie zu erweitern. Das Anzapfen von Naturkräften könne beispielsweise Energiequellen für Gebiete mit schlechter Versorgungsleistung hervorbringen. Das liegt jedoch noch in weiter Ferne, denn allein für das Laborexperiment und das Akkuaufladen brauchte es eine komplexe Versuchsanordnung. Die Entdeckung der Forscher beweist, dass es möglich ist, Geräte mit Spannung zu laden, die sich durch die Luft bewegt. Ein Trend, der natürlich verlockend ist, denn in Zukunft soll kabelloses Aufladen Standard werden. Und die Forscher bezeichnen dieses Experiment als einen großen Schritt in diese Richtung. Denn moderne Smartphones, Tablets Wissenschaftler haben Akkus mit der Energie aus Blitzen aufgeladen. In Zukunft sollen Naturkräfte immer mehr als Energiequellen dienen. Foto: Flickr/Bruce Guenter oder Notebooks sind wahre Energiefresser. Die Hersteller sind sich dessen bewusst und suchen auch nach Möglichkeiten, die Laufzeit zu verlängern. So gab es bereits Versuche mit menschlichem Urin oder Reishülsen. Diese bleiben als Überbleibsel nach der Reisernte übrig, haben aber einen sehr hohen Siliziumgehalt, den Wissenschaftler zur Herstellung von Super-Akkus nutzen wollen. 3

4 Innovation Autos kommunizieren mit Kreuzungen Die angeblich sicherste Kreuzung Deutschlands befand sich in diesen Tagen in Aschaffenburg. Dort haben Wissenschaftler zu Forschungszwecken sowohl Autos als auch die Straßenkreuzung mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet. Projektziel war, die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Unbestritten ist, dass Kreuzungen Unfallschwerpunkte sind. Ein Drittel aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden passieren an diesen Knotenpunkten, so das Statistische Bundesamt. Vier Jahre haben Experten aus Industrie und Forschung für das Projekt zusammengearbeitet, um diese Gefahrenquelle sicherer zu machen, gab die Universität Ulm bekannt. Die zu bekämpfende Problematik: Gerade bei Kreuzungen werden Gefahren oft verdeckt und so nicht rechtzeitig erkannt. Ein typisches Beispiel: Ein Fußgänger, der zwischen zwei parkenden Autos auf die Fahrzeuge sollen per Videoüberwachung mit Straßenkreuzungen und anderen Verkehrsteilnehmern vernetzt werden Kameras und Sensoren sollen den Verkehr im Kreuzungsbereich für Fußgänger sicherer machen, behaupten die Forscher der Universität Ulm. Foto: Flickr/AmpelmannBerlin Fahrbahn tritt. Hier soll die neue Technologie ansetzen. Lasersensoren und Kameras an Ampeln und Laternenmasten übertragen die aus verschiedenen Perspektiven ermittelten Daten an das Fahrzeug. Dort sollen sie zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. Gleichzeitig hat die Daimler AG eine Situationsanalyse beigesteuert, die darüber hinaus die aktuelle Konstellation an der Kreuzung sowie mögliche Handlungsoptionen der Verkehrsteilnehmer untersucht und die Wahrscheinlichkeit für ihr Eintreten berechnet. In zahlreichen Studien wurde bewiesen, dass mangelnde Aufmerksamkeit und schlechte Sicht die häufigsten Unfallursachen sind. In diesem Projekt wurde als Antwort darauf erstmals ein fahrzeugübergreifender Informationsaustausch realisiert. In Kombination mit der Situationsanalyse soll der Fahrer vor schwierigen Situationen gewarnt und gefährliche Situationen wie Notbremsungen vermieden werden. Die Kommunikation zwischen Kreuzung und Fahrzeugen hat laut Forschern funktioniert. Sie gehen davon aus, dass entsprechend aufgerüstete Fahrzeuge in einigen Jahren marktreif sein werden. Dazu müssten aber ganze Straßenzüge mit Kameras und Sensoren bestückt werden. Kosten Inflation und Steuern belasten deutsche Bürger Bruttolohnerhöhungen bringen oft mehr Frust als Freude. Steigende Preise und hohe Steuern zehren am Nettoverdienst Für deutsche Arbeitnehmer gibt es seit einem Jahr keine Nettolohnsteigerung. Vom zweiten Quartal 2012 bis zum zweiten Quartal 2013 sind die Reallöhne unverändert geblieben. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, erhöhten sich Nominallöhne und Verbraucherpreise in diesem Zeitraum jeweils um 1,5 %, sodass sich nichts von der Bruttolohnerhöhung bei den Arbeitnehmern im Portemonnaie wiederfindet. Der Nominallohnindex gibt Auskunft über die Veränderung des Bruttoverdienstes und bezieht Sonderzahlungen an vollzeit-, teilzeit- und geringfügig beschäftigte Arbeitnehmer mit ein. Diese Sonderzahlungen fielen in den vergangenen 12 Monaten sehr gering aus, was zu dem geringen Anstieg der Nominallöhne geführt hat. Ein vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer verdiente in Deutschland im zweiten Quartal 2013 ohne Sonderzahlungen durchschnittlich Euro brutto im Monat, berichtet Destatis. Bei den Banken und Versicherungen sind es Euro, ähnlich wie in der Energieversorgung (4.522 Euro) und im Bereich Information und Kommunikation (4.485 Euro). Der niedrigste Bruttomonatsverdienst wird im Gastgewerbe gezahlt (2.013 Euro). Der Bund der Deutschen Steuerzahler kritisiert vor allem die unvorteilhafte Besteuerung der Einkommen bei geringen Lohnerhöhungen. Arbeitnehmer, die 3 Prozent mehr Lohn erhalten, müssen bis zu 7,4 mehr Steuern zahlen. 4

5 Reallöhne, Nominallöhne und Verbraucherpreise. Veränderung zum Vorjahresquartal in Prozent. Grafik: Destatis Das liegt an der sogenannten kalten Progression. Bei einer Lohnerhöhung rutschen Arbeitnehmer automatisch in einen höheren Steuertarif. Bei geringen Bruttolohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen sollen, wirkt sich die höhere Besteuerung auf das Nettogehalt der Arbeitnehmer negativ aus. Im Jahr 2009 sind die Reallöhne aufgrund dieser heimlichen Steuererhöhung sogar erstmals gesunken. Betrachtet man eine längere Zeitspanne, so gibt es kein anderes Industrieland, indem sich die Löhne seit 2000 so schwach entwickelt haben wie in Deutschland. Im Schnitt hatten die Bürger 2010 einem Spiegel-Bericht zufolge, der eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zitierte, 4,5 Prozent weniger Geld in der Tasche als im Jahr Die Kaufkraft sinkt also trotz Inflationsausgleich, der Staat verdient durch höhere Steuereinnahmen deutlich. So ist das Aufkommen aus der Lohn- und Einkommensteuer für den Staat zwischen April und Juni des Jahres von 60,8 Milliarden auf über 97,1 Milliarden Euro gestiegen, berichtet der Tagesspiegel. Für das gesamte Jahr soll dieser Betrag noch auf knapp 200 Milliarden Euro ansteigen. Schon jetzt befinden sich die Steuereinnahmen des Bundes aufgrund des relativ hohen Beschäftigungsniveaus auf Rekordhöhe. Die Besteuerung und die Inflation belasten vor allem Geringverdiener. Im internationalen Vergleich ist deren Anteil in Deutschland hoch. Als Geringverdiener gilt, wer weniger als zwei Drittel des nationalen Medianlohns zur Verfügung hat. In Deutschland liegt dieser Wert bei 9,54 Euro Brutto pro Stunde. Demnach ist fast jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland ein Geringverdiener, ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für die Löhne aus Bei den Geringverdienern liegt Deutschland an der Spitze vor allen anderen EU-Ländern. Den höchsten Anteil an Geringverdienern gibt es bei Frauen, jungen Arbeitnehmern, geringfügig Qualifizierten, Ausländern, befristet Beschäftigten und Arbeitnehmern in Kleinbetrieben. Die Gewerkschaften handeln im Arbeitskampf höhere Tariflöhne für die Mitarbeiter aus. Nach Abzug von Steuern und inflationsbereinigt bleibt davon nicht viel übrig. Foto: Flickr/mueritz/CC BY-SA 2.0 Innovation Plastiktüten: Aus Abfall und Wärme wird Hightech Ein in Australien entwickelter Recyclingprozess gibt Plastiktüten ein zweites Leben in Form von hochsensibler Elektronik Australische Forscher der University of Adelaide haben eine unglaubliche Zweitkarriere für die Haushaltshelfer entdeckt. Sie nutzen den in den Plastiktüten enthaltenen Kohlenstoff, um daraus sogenannte Kohlenstoff-Nanoröhrchen herzustellen. Zwar verwendet man dieses winzig kleine Recyclingprodukt noch nicht in handelsüblichen Produkten, aber wegen der hervorragenden Materialeigenschaften gelten Kohlenstoff-Nanoröhrchen als eines der wichtigsten Hightech-Materialien der Zukunft. Hergestellt wurden die Nanoröhrchen, die 1991 das erste Mal entdeckt Plastik vermüllt die Weltmeere. Jetzt haben Forscher eine Zweitkarriere für Plastikabfall entdeckt. Foto: Flickr/Konstantinos Koukopoulos/CC BY 2.0 wurden, zunächst aus Ethanol. Dann kamen die Forscher auf die Idee, es mit jeder beliebigen Kohlenstoffquelle zu versuchen also auch mit alten Plastiktüten. Dazu wurden Stücke aus den Tüten verdampft. Die Wissenschaftler brachten im neuen Verfahren die Kohlenstoffschichten nach und nach an eine Aluminiumoxid-Membran an. So lassen sich Form und Ausmaße besonders gut kontrollieren. Da das Verfahren ohne Katalysatoren oder Lösungsmittel auskommt, werden Plastikabfälle verwertet, ohne dass nebenbei Giftstoffe entstehen. Die außergewöhnliche Strombelastbarkeit (etwa das Tausendfache von Kupferdrähten) und die Wärmeleitfähig- 5

6 keit der Röhrchen bieten beispielsweise Einsatzmöglichkeiten als Papier-Akkus, hochempfindliche Sprengstoffsensoren oder Stoffe, die Strom aus Körperwärme gewinnen, wie die Universität mitteilte. Seit der Handel in den 1960er Jahren begann, die Einkäufe seiner Kunden in Plastiktüten zu verpacken, haben die praktischen Helfer die Haushalte auf allen Kontinenten erobert. Lange sah man darin kein Problem, man machte sich um die lange Lebensdauer der Plastiktüten keine Gedanken. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. Heutzutage gibt es in den Weltmeeren große Müllstrudel voller alter Einkaufstüten über die Größe streiten sich Experten, Fakt ist aber: sie sind da, brauchen Jahre, um in immer kleinere Teilchen zu verfallen und sind deswegen besonders umweltschädlich. In vielen Ländern, wie etwa Frankreich, Italien oder der Schweiz, wurden Plastiktüten im Handel mittlerweile verboten. Wirtschaft Deutsche Exporte gehen im August deutlich zurück Die Ausfuhren fielen im August deutlich geringer aus, als von Experten erwartet. Das Minus beträgt 5,4 Prozent Waren im Wert von 85,3 Milliarden Euro wurden im August ausgeführt. Diesem Wert stehen 72,2 Milliarden Euro gegenüber, die für Waren aus dem Ausland ausgegeben wurden. Bei den Exporten entspricht das einem Rückgang von 5,4 Prozent und bei den Importen von 2,2 Prozent im Vergleich zum August 2012, berichtet das Statistische Bundesamt (Destatis). Die Außenhandelsbilanz schloss mit einem Überschuss von 13,1 Milliarden Euro ab. Im August 2012 gab es noch ein Plus von 16,3 Milliarden Euro. Die Leistungsbilanz die Berücksichtigung der Salden für Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögenseinkommen, laufende Übertragungen sowie Ergänzungen zum Außenhandel beträgt 9,4 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es noch 13,2 Milliarden Euro. Der Warenexport in die Mitgliedstaaten der EU nahm im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent ab. Der Süden Europas und dazu zähle ich auch Frankreich hängt nach wie vor durch, sagte Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA dem SWR. Von dort werden auch in den kommenden zwölf Monaten noch keine Impulse kommen. Die Exporte in Länder außerhalb der EU nahmen um 7,2 Prozent ab. Begründet wird das mit verschiedenen Deutsche Baufirmen können dank der Fußball-WM 2022 vom Bauboom in Katars Hauptstadt Doha schon jetzt profitieren. Foto: Flickr/ianmunroe/ CC BY 2.0 Faktoren. Zum einen erfordert die unsichere politische Situation im Nahen Osten mehr Vorsicht bei den deutschen Exporteuren. Bestellungen gehen zurück. Zum anderen ist der Schuldenstreit in den USA noch im Gange. Alles ist dort in Wartestellung, Investitionen werden aufgeschoben, so Börner. Das Wachstum werde aber noch kommen. Im schlechtesten Fall erwartet der BGA-Präsident eine Stagnation des Exports. In China gebe es jedoch noch Kapazitäten. Dort hat die deutsche Wirtschaft noch viel Platz. Ähnliches gelte für Lateinamerika und teilweise auch für Afrika. Im arabischen Katar kann die mittelständische Bauwirtschaft derzeit vom anhaltenden Boom profitieren. Bis 2022 werden dort zum Start der Fußball- WM 2022 etwa 200 Milliarden US-Dollar in den Bau neuer Einrichtungen investiert, zeigte die Deutsche Auslandshandelskammer in einer Informationsveranstaltung auf. Deutsche Firmen sollten die Chancen nutzen, die sich ihnen auf der arabischen Halbinsel eröffnen. Impressum Herausgeber: Dr. Michael Maier. Redaktion: Thomas Gollmann, Gregor Schulmeister, Jennifer Bendele. Layout: Nora Lorz. Copyright: Blogform Social Media GmbH, Kurfürstendamm 206, D Berlin. HR B B. Telefon: +49 (0) 30 / , Fax +49 (0) 30 / Erscheinungsweise wöchentliches Summary: 52 Mal pro Jahr. Bezug: Mediadaten: blogformgroup.com. 6

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