Staatsanleihen ein sicherer Hafen?

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1 Staatsanleihen ein sicherer Hafen? In Griechenland kreisen die Pleitegeier und schon sind die Bilder der grössten Staatsbankrotte der Vergangenheit wieder da. Viele Medienvertreter lassen sich aktuell dazu hinreissen, die Beschwörung einer Hyperinflation, wie sie Deutschland nach dem 1. Weltkrieg erlebte, zu kommunizieren. Es gibt unzählige solcher Episoden. Schon im römischen Reich wurden die Gläubiger regelmässig vom Kaiser übers Ohr gehauen, und in noch früheren Zeiten waren Staatsbankrotte in Ägypten keine Seltenheit. Die Botschaft aus der Vergangenheit ist klar und deutlich: Mit Staatsbankrotten muss jederzeit gerechnet werden. Sie sind nicht wie die Pest oder Cholera, die durch wissenschaftlichen Fortschritt zum Verschwinden gebracht werden konnten. Sie sind Resultat menschlichen Versagens und dagegen ist kein Kraut gewachsen. Der Staatsbankrott Griechenlands ist ein typischer Fall, vergleichbar mit dem berühmten argentinischen Staatsbankrott im späten 19. Jahrhundert, der unter der Baring-Krise in die Geschichte einging. Damals wie auch heute flossen riesige Kapitalströme von internationalen Geschäftsbanken in die aufstrebenden Märkte. Die Investoren waren überzeugt, dass die Erschliessung der enormen Rohstoffvorkommen auf Jahrzehnte hinweg einen grossen Profit bringen würde. Argentinien hatte ausserdem den Goldstandard eingeführt, was der damaligen Währung grosse Stabilität suggerierte ähnlich der Einführung des Euros in Griechenland, die dem griechischen Staat zu einem besonders guten Länderrating verhalf. Die Investoren gingen fortan mit griechischen Anleihen allzu sorglos um. Das Wachstum verlangsamte sich in der Weltwirtschaft und die Rohstoffpreise fielen derart, dass 1890 Argentinien zahlungsunfähig wurde. Die Bank Baring Brothers (eines der damals grössten Geldhäuser Londons) drohte zu kollabieren und wandte sich an die Bank of England. Die Zentralbank damals konnte nur mit grösster Mühe eine Panikreaktion abwenden. Dessen ungeachtet ergriff diese Krise viele Länder (Südafrika, Australien, Vereinigte Staaten). In den 1890er Jahren wurden mehr als 12 Länder zahlungsunfähig. Die russische Revolution von 1917 war eine der grössten Katastrophen für westliche Investoren. Die Bolschewiki verstaatlichten alle Privatbetriebe darüber hinaus löschten sie alle Auslandsschulden, die unter dem Zar ein hohes Niveau erreicht hatten. Wäre die damals entstandene Sowjetunion ein eher schwaches Land gewesen, wäre es vermutlich von den Westmächten erobert worden etwa wie Ägypten, das 1870 zahlungsunfähig wurde und darauf Grossbritannien zur direkten Kontrolle der ägyptischen Staatsfinanzen überging. Der Suez-Kanal wurde dann auch gleich vereinnahmt. Selbst das osmanische Reich musste die Staatsfinanzen nach dem Bankrott 1876 westlichen Mächten überlassen. 1

2 Die Geschichte lehrt aber auch, dass Staatsbankrotte nicht immer in einer Katastrophe enden müssen. Sie haben im Gegenteil manchmal sogar positive Wirkung, weil sie die Verringerung der Schuldenlast ermöglichen und die innenpolitische Unterstützung zum Sparen stärken. Daher finden sich auch immer wieder Gläubiger, die nach einem Staatsbankrott Anleihen zu vernünftigen Konditionen zeichnen. Staatspleiten sind deshalb mit Firmenpleiten nicht zu vergleichen. Firmen kommen und gehen Staaten bleiben! Interessant ist die Tatsache, dass die Anzahl der Staatspleiten in den letzten 200 Jahren deutlich geringer war. Das ist zweifelsohne darauf zurückzuführen, dass mit Einführung einer obersten gesetzgeberischen Instanz in Grossbritannien Ende des 17. Jahrhunderts endlich eine Institution Einnahmen und Ausgaben verwaltete. Diesem Beispiel folgten viele Staaten. Bis vor 50 Jahren waren hohe Staatsschulden in der Regel auf Kriegsanstrengungen zurückzuführen. Es genügte zur Staatssanierung vollkommen, wenn man diese Ausgaben zurückfuhr und die hohen Kriegssteuern beibehielt. Die neuen Verpflichtungen, die die Staatshaushalte zu überfordern drohen, sind von ganz anderer Qualität. Sie beruhen auf finanziellen Versprechungen, die ein gutes Leben suggerieren. Es ist durchaus möglich, dass die reichen Länder auch diese Herausforderung meistern, indem sie Ansprüche und Zahlungen schrittweise wieder ins Gleichgewicht bringen. In den letzten 30 Jahren haben zudem einige europäische Kleinstaaten bewiesen, dass grosse Schuldenreduktionen möglich sind, wenn alle einen Beitrag leisten. Dennoch braucht man kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass uns in den nächsten Jahrzehnten grosse finanzpolitische Kämpfe bevorstehen. Was ist jetzt also für Sie die richtige Reaktion? Eins ist klar. Das vorliegende Phänomen ist nicht neu, ganz im Gegenteil. Wie oben beschrieben, können Sie in der Geschichte immer wieder derartige Phasen betrachten. Den grössten Schutz von einer drohenden Staatspleite (wo auch immer) betroffen zu sein, bietet die breite Streuung Ihres Vermögens. Die Strategie von Helios-Invest basiert geradezu auf diesem Fundament. In jeder Anlageklasse, auch bei Anleihen, wird in verschiedenste Bereiche und Länder investiert. Somit wirkt sich der Staatsbankrott eines Landes nur marginal auf das Gesamtvermögen aus. 2

3 Heute kläre ich Sie sehr gern im Detail darüber auf, in welchen Anleihen die von mir gewählten Indexfonds im Staatsanleihen-Bereich tatsächlich investiert sind und was das für Sie im konkreten bedeutet. ishares Government Bond 1-3 Der Indexfonds bildet den Barclay Capital Euro Government Bond 1-3 Term Index ab, der nachfolgende Ländergewichtungen aufweist. Sie sehen, dass dieser Index nur die Kernstaaten der EWU beinhaltet. Die Anleihen müssen einen Minimum Investmentbonität aufweisen und eine Laufzeit zwischen Jahren haben. 3

4 In diesem Indexfonds sind keine Anleihen des Krisenlandes Griechenland enthalten. Dieser Fonds weisst eine etwas geringere Streuung auf gegenüber anderen Indexanlagen und konzentriert sich auf die Kernstaaten der EWU. Mit der recht kurzen Laufzeit werden Zinsänderungsrisiken weitestgehend vermieden. ishares Inflation Linked Bonds Der Indexfonds investiert auf Basis des Barclay Capital EUR Government Inflation-Linked Index. Der Index bietet direkten Zugang zu Wertpapieren, dessen Zins und Kapitalbedingungen an einen Inflationsindex gekoppelt sind. Die Laufzeiten der einzelnen Wertpapiere belaufen sich zwischen 1 15 Jahren. Wobei eine mittlere Laufzeit von ca. 8 Jahren existiert. Die Anlage bietet eine Möglichkeit, aufkommender und steigender Inflation entgegenzuwirken. 4

5 Bleiben wir bei den Tatsachen Die Beratung von Helios-Invest basiert auf der Erkenntnis, dass breite Streuung in allen Anlageklassen den besten Schutz vor Einzelereignissen bietet. Vielfach werde ich angesprochen, wie man sein hart verdientes Geld jetzt doch der drohenden Inflation entzieht. Soll man vielleicht in Gold investieren? Darauf kann ich Ihnen einen guten Rat geben: Zum einen ist es noch nicht ausgemachte Sache, dass die Inflation stark steigt kann gut passieren wissen wird es heute kein Mensch. Eine komprimierte Anlage in Gold widerspricht dem Streugedanken einer ausgewogenen Vermögensstruktur und ist damit nicht zu empfehlen. Ein Blick in die jüngste Geschichte zeigt, dass ein besonnener Investor, der seine Strategie beibehalten hat, über einen überschaubaren Zeitraum von inflationären Tendenzen kaum beeinträchtigt war. Klar hat derjenige Anleger grosse Verluste erlitten, der inmitten der Krisenzeiten realisiert hat. Müsste sich nicht dieser Anleger wirklich fragen, ob die grundsätzliche Ausrichtung seines Vermögens richtig eingestellt war? Nachfolgend sehen Sie, wie sich ein klassisch ausgewogenes Depot zwischen (Zeiten sehr hoher Staatsverschuldung und Inflation) entwickelt hat. Wie Sie gut erkennen können, hat sich die Substanz eines Depot mit 50% Aktien und 50% Renten Deutschlands in einer Zeit von hohen Inflationsraten (Summe in 10 Jahren >50%) gut gehalten. Nach Inflation hat sich der Wert des Vermögens stabil gehalten. Dabei wurde das Depot jährlich diszipliniert an die Grundstrategie angepasst. In der nachfolgenden Grafik sehen Sie, wie bewegt die 70er waren. Zweifelsohne hat jeder Investor starke Nerven und eben auch einen starken Berater gebraucht, um diese Zeit unbeschadet zu überstehen. Es lohnt sich also doch, Modethemen und kurzfristigen Trends tatsächlich nicht zu erliegen. 5

6 Wir sollten uns nicht zu sehr von der medialen Aufmachung der bekannten Probleme vereinnahmen lassen. Eine Alternative zu einem breit aufgestellten Vermögen gibt es nicht, ohne dabei das Risiko weit zu erhöhen. Daher kann meine Empfehlung in dieser Zeit an Sie nur lauten: 1. Ruhe bewahren und sich nicht von der Unruhe an den Märkten anstecken lassen. 2. Ihre persönliche Situation genau betrachten und entscheiden, ob die gewählte Strategie immer noch ihre Berechtigung hat. 3. Wenn ja Beibehalten und diesen Sturm vorbeiziehen lassen! Gern stehe ich Ihnen für Ihre persönlichen Fragen zur Verfügung und freue mich auf Ihr Feedback. Beste Grüsse Ihr Andy Bretschneider 6

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