Jahresbericht. Leitthema Kultur. Sparkasse UnnaKamen. Region mit Zukunft Leitthema Entwicklung

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1 Sparkasse UnnaKamen Jahresbericht 2013 Region mit Zukunft Leitthema Entwicklung Leitthema Kultur 175 Jahre ein Ohr für ihre Kunden: Die Sparkasse hat die Entwicklung der Region engagiert begleitet. Außerdem: Gewerbebau ist mehr als reine Effizienz Stiftung fördert Ingenieur-Nachwuchs Vom Feinkostladen zum Food-Dienstleister

2 2 Inhalt Sparkasse UnnaKamen Jahresbericht Region mit Zukunft Leitthema Entwicklung 2013 Leitthema Kultur Förderung: Marie-Luise Götz hilft mit ihrer Stiftung dem Ingenieur- Nachwuchs Jahre ein Ohr für ihre Kunden: Die Sparkasse hat die Entwicklung der Region engagiert begleitet. Außerdem: Gewerbebau ist mehr als reine Effizienz Stiftung fördert Ingenieur-Nachwuchs Vom Feinkostladen zum Food-Dienstleister Jahresbericht 2013 Leitthema Entwicklung Kommunikation mit den Kunden kennzeichnet die Arbeit in der Sparkasse seit Jahrzehnten, symbolisiert von Wilfried Landwehr, dem dienstältesten Mitarbeiter, und Nele Wichert, die 2013 ihre Ausbildung mit Dualem Studium begonnen hat. Food-Dienstleister: Die EGV Unna AG liefert Lebensmittel an Großküchen. 18 Eine junge, eine langjährige Karriere: Auszubildende Nele Wichert und Wilfried Landwehr, Leiter der Organisationsabteilung, engagieren sich bei der Sparkasse. 4 Entwicklung Fit für die nächsten Jahrzehnte 4 Die geglückte Fusion und das erfolgreiche Geschäftsjahr 2013 sind für die Sparkasse UnnaKamen eine gute Basis für das Jubiläumsjahr. Die Nahversorgungs-Planer 8 Architektin Regina Bieber zeigt mit ihrer Arbeit, wie sich Ästhetik und Effizienz in der Stadtentwicklung miteinander vereinbaren lassen. Viel mehr als nur Fassade 10 Marcus Michalski verändert mit seinem Betrieb für Maler- und Restaurierungsarbeiten das Erscheinungsbild der Stadt. Verantwortung Förderung für talentierten Ingenieur-Nachwuchs 12 Marie-Luise Götz hat die Karl-Schlotmann-Stiftung gegründet, um Studierende finanziell zu unterstützen. Engagement von Bürgern für Bürger 14 Pfarrer Herbert Ritter leitet einen Verein, der unentgeltlich unterschiedliche Alltagshilfen anbietet. Leistung Wo vor allem Vertrauen zählt 16 Das PrivateBanking ist extrem anspruchsvoll und tief in den Werten der Sparkassenwelt verankert. Vom Feinkostladen zum modernen Food-Dienstleister 18 Die EGV Unna AG versorgt Großküchen im ganzen Norden Deutschlands mit Lebensmitteln. Ausgezeichneter Einsatz 20 Manuel Storkebaum engagiert sich ehrenamtlich für die Belange von Kindern und Jugendlichen im Kreis Unna in Zahlen: Bilanzkommentar, GuV, Bilanz 21

3 Vorwort 3 Fundament für die Zukunft im Geschäft zu sein, das ist eine lange Zeit, auch für 175Jahre Traditionsunternehmen wie die Sparkassen. Wie sich daran ablesen lässt, ist unser Geschäftsmodell also wirklich nachhaltig angelegt. Oft genug wird in solchen Fällen zu Recht stolz auf das geblickt, was hinter einem liegt. Und auch wir tun das gern, haben wir doch unseren Erfolg vor allem den Kunden zu verdanken, die uns Jahrzehnte die Treue halten. Mit zweien, die das sogar seit rund 80 Jahren tun, haben wir sprechen dürfen, wie Sie in diesem Bericht ab Seite 4 lesen. Gleichwohl darf der Blick zurück nicht den auf die Zukunft verstellen. Schon unsere Titelgeschichte hat deshalb Aspekte, die zeigen, wie wir diese Zukunft mitgestalten wollen. Und der Bericht selbst steht unter dem Jahresmotto Entwicklung. Wo die Reise hingehen kann, das zeigen Sie uns unsere Kunden. Bei Ihnen und den gemeinsamen Projekten mit Ihnen haben wir nachgeschaut. Dabei erweist sich, wie wichtig es ist, dass Stadtentwicklung darauf baut, leerstehende Flächen zu aktivieren, statt immer neue auszuweisen. Und an einem weiteren Beispiel kann man sehen, dass sich privates Investment und Denkmalpflege gut miteinander vereinbaren lassen. Wie zukunftsweisend privates Engagement ist, dafür liefert dieser Bericht Beispiele im Teil Verantwortung : Hier setzt eine Kundin ihr Vermögen dafür ein, dass der Ingenieur-Nachwuchs auch am Standort gefördert wird. Dort kümmern sich in einem Kamener Verein Bürger um Bürger, helfen in Alltagssituationen. Nichts Spektakuläres, aber etwas, das Sicherheit und Vertrauen schafft. Ganz wie die Arbeit der Sparkasse, möchte man hinzufügen. Dass unsere Arbeit künftig nicht ohne Herausforderungen bleibt, wissen wir. Zur demografischen Entwicklung gehört zum Beispiel auch, dass immer mehr erfolgreiche Unternehmer ihren Nachfolgern geregelte finanzielle Verhältnisse hinterlassen wollen. Ein Fall für unser neu aufgestelltes PrivateBanking. Auch das ist aber nur ein Baustein in unserem Haus. Das wollen wir gern noch viele weitere Jahre erfolgreich weiterentwickeln. Mit Ihnen, unseren Kunden. Darauf freuen wir uns. Vorstand im Jubiläumsjahr: Frank Röhr, Jürgen Schneider, Klaus Moß meier, Bernd Wenge (v.l.) Der Vorstand der Sparkasse UnnaKamen Klaus Moßmeier Frank Röhr Jürgen Schneider Bernd Wenge

4 4 Entwicklung Fit für die nächsten Jahrzehnte Die gemeisterte Fusion und das erste, erfolgreiche gemeinsame Geschäftsjahr 2013 sind die vorläufigen Höhepunkte der Entwicklung einer Sparkasse, ohne die auch die Entwicklung der Region nicht vorstellbar wäre. Und sie sind eine gute Basis fürs Jubiläumsjahr 2014, in dem die Sparkasse 175 Jahre alt wird.

5 5 Entwicklung Mit Zeitzeugen über den Start der Sparkasse UnnaKamen zu sprechen, das ist bei einem Jubiläum von 175 Jahren naheliegenderweise nicht möglich. Doch es gibt Menschen, die dank ihres hohen Alters weit zurückreichende Erinnerungen teilen können wie Hanns-Wilhelm Niermann, geboren am 24. Dezember 1919 in Unna. Seine rote Sparkassen-Dose hat der 94-Jährige noch genau vor Augen. Über 80 Jahre schätzt er ist es her, dass er als Heranwachsender begann, den Inhalt des Behältnisses mit Münzen zu füllen. Die kamen in der Sparkasse auf ein Zählbrett, um den Gesamtwert zu bestimmen. Deutlich mehr als seine Spardose erbrachte sein erstes Gehalt als Volksschullehrer, das er sich Anfang der 1950er-Jahre in der Sparkasse abholte. Für die Angestellten dachte sich der Lehrer später etwas Sympathisches aus: Die sollten mal etwas ganz anderes sehen als Formulare und Tastaturen, erzählt er. Daheim hatte er einen Kalender mit klugen Gedichten, die besten sammelte er und legte sie bestimmt zwei Jahre lang jeder seiner Überweisungen bei mit der handschriftlichen Notiz: Zu Ihrer Erfrischung. Niermann mochte den persönlichen Kontakt und die vertrauten Ansprechpartner in seiner Filiale an der Hertingerstraße, die 1961 eröffnet hatte. Ich pflege gern ein persönliches Verhältnis zu den Menschen, mit denen ich zu tun habe. Das ist wichtig, um einander vertrauen zu können. Sparkass Unna info Elfriede Herges, Privatkundin 100-Jährige mit weit zurückreichender Sparkassen-Erfahrung Beraterin: Petra Krause- Wördenweber, Vermögensmanagement sparkasseunnakamen.de Generationenübergreifend im Jubiläumsjahr für die Kunden im Einsatz: Auszubildende Nele Wichert und Wilfried Landwehr, Leiter der Organisationsabteilung. Langjähriges Vertrauen in die Sparkasse hat auch Elfriede Herges. Im April feierte sie ihren 100. Geburtstag eine Zahl, die sie selbst nicht glauben mag. Die Tochter ostpreußischer Eltern wuchs in Gelsenkirchen auf, 1939 zog sie nach Unna, weil ihr Ehemann hier eine neue Arbeit gefunden hatte. Er war es auch, der alles Finanzielle mit der Sparkasse regelte. Das war ja damals so üblich, sagt sie. Aber als er einmal krank war, sind wir zusammen hingegangen und ich bekam eine Unterschriftsberechtigung. Heute wohnt Elfriede Herges in einer ehemaligen Königsborner Zechensiedlung, direkt neben ihrem Sohn Rainer und dessen Ehefrau Gudrun. Die beiden sind selbst Sparkassen- Kunden und unterstützen ihre (Schwieger-) Mutter bei den Bankgeschäften. Die Schecks, mit denen sie ihr Bargeld holen, unterschreibt sie immer noch eigenhändig. Ähnlich wie Elfriede Herges und Hanns- Wilhelm Niermann haben viele Kunden ihren ersten Kontakt oder besondere Erlebnisse mit der Sparkasse präsent. Dieter Totzek etwa war einer der Pioniere, die das Online-Banking 1839 Am erteilt der Oberpräsident in Münster die staatliche Genehmigung für die Spar-Casse zu Unna Auch in der Nachbarkommune Kamen erfolgt die Gründung einer Sparkasse Die Sparkasse des Amtes Unna-Camen entsteht.

6 6 Entwicklung Ein hohes Maß an Vertrauen erarbeitet Drei Fragen an Klaus Moßmeier, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse UnnaKamen 175 Jahre wird die Sparkasse in diesem Jahr. Was ist für Sie das Wichtigste? Was mich vor allem an den Gesprächen mit langjährigen Kunden beeindruckt: Es ist der Sparkasse gelungen, sich ein hohes Maß an Vertrauen zu erarbeiten. Das ist nicht selbstverständlich, gerade für ein Finanzinstitut. Für uns leite ich daraus die Verpflichtung ab, sich dieses Vertrauen immer wieder neu zu verdienen, immer nah am Kunden zu sein. Was bedeutet kundennah in der Zukunft? Schon jetzt sehen wir natürlich, dass die Online-Nutzung rapide wächst inzwischen kommen ja auch die Computererfahreneren in die Jahre. Das wird sicher noch zunehmen. Für Standardleistungen wie Überweisungen kommt bald keiner mehr zu uns. Aber wir sehen auch, dass qualifizierte Beratung wie bei unserem ganzheitlichen Finanzkonzept gefragt ist, ganz unabhängig von der Höhe des Guthabens. Hier werden wir immer auf Tuchfühlung bleiben. Eine Sparkasse im Zentrum der Stadt bleibt unverzichtbar. Künftig wird es sicher schwerer, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Was tut die Sparkasse? Daran arbeiten wir auf mehreren Ebenen. Zum einen wollen wir Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten auf höchstem Niveau bieten, daher gibt es auch bei uns jetzt die Möglichkeit, den sicher anstrengenden, aber vielversprechenden Weg des Dualen Studiums zu gehen. Zum anderen liegt uns ebenso viel daran, qualifizierten Nachwuchs auch in der Breite optimal auszubilden. Dafür steht unser Ausbildungskonzept außerdem sind wir auch gezielt darauf aus, Potenziale früh zu fördern, und beteiligen uns deswegen an regionalen Bildungsinitiativen. ausprobierten. Ende 1995 hatte die Sparkasse die technischen Voraussetzungen für den Internet-Zugriff geschaffen, ab Anfang 1996 wurden die ersten Kunden freigeschaltet, unter ihnen Totzek. So komfortabel wie heute sei der Einstieg ins Online-Banking in der Anfangszeit nicht gewesen: Die Installation der Software war kompliziert. Und die Updates gab es damals noch auf Disketten, erzählt der 75-Jährige. Der zuständige IT-Berater Ralf Becker habe ihn aber tatkräftig unterstützt. Überweisungsaufträge per Internet möchte Totzek nicht mehr missen. Neuerdings macht er sich mit der App Sparkasse+ vertraut, die er sich auf sein Smartphone geladen hat. Bei der Sparkasse hatte Totzek übrigens seine berufliche Laufbahn begonnen: Die Lehre startete er 1955 zeitgleich mit seiner späteren Ehefrau Karin an der Kamener Bahnhofstraße, später wurde er als Quereinsteiger Steuerberater. Erst lernte ich Kontonummern auswendig, dann Paragraphen. In seine Lehrlingszeit fiel auch eine ungewöhnliche Aktion, als das Wasser der überfluteten Seseke durch die Kanalisation stieg und im Keller den Nachttresor für Bareinzahlungen in Mitleidenschaft zog. Ich musste Gummistiefel kaufen und unter der Aufsicht eines Revisionsbeamten die Geldbomben herausholen, um den Inhalt im Chefzimmer zum Trocknen auszubreiten. Als Sparkassen-Kunden relativ neu dabei sind Nenad Petkovic und Svenja Wenzel. Das Ehepaar hatte Mitte 2012 über ein Altersvorsorge-Angebot zur Sparkasse gefunden. Zugleich ließen die beiden Interesse an einem Eigenheim erkennen. Kurz darauf haben wir ein erstes Gespräch über die Möglichkeiten geführt, berichtet der hinzugezogene Baufinanzierungsberater Wolfgang Kaiser. Im Oktober 2013 war der Vertrag für die Doppelhaushälfte unter Dach und Fach. Die Stadt hat die Bausubstanz des Altbaus von 1906 als besonders erhaltenswert eingestuft. Gefördert über ein KfW-Darlehen, lassen die Eltern zweier Kinder ihre neue Bleibe derzeit umfassend energetisch sanieren. Herr Kaiser hat sich viel Zeit für unsere Beratung genommen, um alle Modelle zu besprechen, lobt Svenja Wenzel. Sowohl das persönliche Gespräch als auch die Konditionen waren deutlich besser als bei unserer alten Hausbank. Seit Februar dieses Jahres hat Nenad Petkovic auch sein Gehaltskonto bei der Sparkasse und ist damit ein gutes Beispiel für die ganzheitliche Beratungsphilosophie, Kunden passgenau mehrere Produkte aus einer Hand anzubieten. Neben den Kunden gibt es natürlich auch die Mitarbeiter, die das Sparkassen-Geschehen prägen und geprägt haben. Die 89-jährige Ilse Grüning zum Beispiel kann noch von Arbeitsbedingungen aus früheren Tagen berichten, die mit den heutigen kaum vergleichbar sind: 1909 Die Sparkasse richtet ihre ersten Zweigstellen ein zum Auftakt in Unna-Massen und Holzwickede In Hamm entsteht die Sparkasse des Landkreises Unna Buchungsmaschinen ersetzen in vielen Bereichen die handschriftliche Buchhaltung Die erste Nachttresor-Anlage wird in Unna installiert.

7 7 Entwicklung Ohne moderne IT mussten die Sparkassen- Mitarbeiter viel Handarbeit erledigen, mit Stiften und Stempeln in Büchern oder auf Sammelscheinen. Rechenmaschinen, die das manuelle Buchen ersetzten, erhielten erst nach und nach Einzug. Auch Ilse Grüning, die ihre Lehre 1941 bei der Sparkasse Unna anfing und dann in der Giro-Abteilung arbeitete, erzählt von einer Buchungsmaschine, mit der sie die Kundenkonten deutlich schneller als per Hand bearbeiten konnte. Einmal ging die Maschine kaputt und wir mussten uns mit den Buchungssachen auf den Weg bis nach Holzwickede machen. Die Sparkassen-Arbeit zu Kriegszeiten brachte aber ganz andere Belastungen mit sich: Bei Fliegeralarm haben wir die Bücher kistenweise in den Tresorraum getragen, sagt Ilse Grüning, die in der ehemaligen Amtssparkasse am Standort des heutigen P&C-Gebäudes am Nordring beschäftigt war. Nach dem Krieg musste sie sich nach einem neuen Arbeitgeber umsehen, kehrte 1966 zur Sparkasse zurück und erlebte 1970 den Start des elektronischen Geschäftsverkehrs mit. Während Ilse Grüning Ende 1984 in den Ruhestand ausschied, ist Wilfried Landwehr derzeit der dienstälteste aktive Mitarbeiter der Sparkasse UnnaKamen. Meine Lehre begann am 1. April 1966, an einem Freitag, sagt er. Das wisse er so genau, weil er sich damals dachte, unmittelbar vor dem Wochenende werde wohl nicht viel auf dem Programm stehen. Doch der Auftakt war zunächst alles andere als gemütlich: Nach einer kurzen Einführung hieß es: Sie arbeiten ab heute in der Filiale Fliederstraße Ihr Bus fährt in zehn Minuten! Seit 1997 verantwortet der 62-Jährige nun schon die Schaltzentrale der Sparkasse, wie er die Organisationsabteilung bezeichnet. Diese verwaltet unter anderem die gesamte IT und ist zuständig für das Gebäudemanagement. Ohne,die Orga läuft nichts, spitzt Landwehr zu. Auf seine Kenntnisse greifen Kolleginnen und Kollegen oft zurück. Und ich lasse natürlich gerne mein,fossiles Wissen anzapfen, sagt er schmunzelnd. Eine enorme technische Herausforderung sei die Fusion zur Sparkasse UnnaKamen gewesen, die sein 16-köpfiges Team mit hohem Zeitdruck erfolgreich gestemmt habe. Eine Selbstverständlichkeit ist die fusionierte Sparkasse schon für Nele Wichert, die ihre Karriere hier noch vor sich hat. Die 19-Jährige startete im vergangenen Jahr ihre Ausbildung. Sie ist die Erste, mit der wir den Weg des Dualen Studiums gehen, sagt Björn Möllenhoff, zuständig für die Aus- und Weiterbildung. Betreut von der Sparkassen akademie Nordrhein- Westfalen, erwirbt Nele Wichert drei Abschlüsse: als Bankkauffrau, Sparkassenbetriebswirtin und Bachelor of Science. Eine Mischung aus Präsenzveranstaltungen und internetgestützten Selbstlernphasen ermöglicht das neunsemestrige Studium parallel zur Vollzeitausbildung. Erforderlich ist allerdings ein hohes Maß an Disziplin und Selbstorganisation. Wer sich dieser Herausforderung stellen will, muss wie Nele Wichert vorab einige Hürden im Bewerbungsverfahren nehmen. Dazu gehört ein ganztägiges Assessment-Center an der Sparkassenakademie in Münster. Ich war sehr nervös und das Prozedere mit den Aufgaben unglaublich intensiv, berichtet die Auszubildende. Können Sie eigentlich noch etwas mit dem Begriff T-Konto anfangen?, erkundigt sich Orga-Leiter Wilfried Landwehr bei ihr. Als die Sparkasse die Konten früher als gebundene Bücher führte, erinnerte die zweispaltige Darstellung von Einnahmen und Ausgaben an den Buchstaben T, daher der Name. Als Nele Wichert bestätigt, die Geschichte der Kontensysteme sei Teil der Ausbildung, ist Landwehr beruhigt. Das zeigt zweierlei: Sein fossiles Wissen gegenüber dem Sparkassen- Nachwuchs ist zumindest in diesem Punkt nicht exklusiv und die Zukunft des Geldinstituts in gut geschulten Händen. Sparkass Unna info Nenad Petkovic und Svenja Wenzel, Neukunden erfüllten sich ihren Traum vom Eigenheim Berater: Wolfgang Kaiser, Baufinanzierung sparkasseunnakamen.de 1969 Die bestehenden Sparkassen fusionieren mit Ausnahme der Kamener Das Computer-Zeitalter erreicht die Sparkasse Geldautomaten und Kontoauszugsdrucker ergänzen den Kundenservice. Die erste Phase ist abgeschlossen Die Sparkassen Unna und Kamen fusionieren.

8 8 Entwicklung Zielstrebiges Team: Architektin Regina Bieber (m.), Akquisiteur Stephan Höckmann (l.), Bauingenieur Uwe Bieber sowie die Teammitglieder Mirja Scholz (2.v.l.) und Architektin Annette Mannel. Die Nahversorgungs-Planer Schöne Bauten einerseits, schnöde Effizienz andererseits flächensparende Planung einerseits, wirksame Wirtschaftspolitik andererseits: In der Stadtentwicklung muss manchmal Hand in Hand gehen, was unvereinbar scheint. Mit dem richtigen Spezialisten-Team kann das klappen wie die Arbeit der Architektin Regina Bieber zeigt. Die Städte steuern gezielt, dass wieder mehr Nahversorger in innerstädtischen Lagen zu finden sind und ich halte das für absolut richtig, angesichts der demografischen Entwicklung, sagt Regina Bieber. Die Dortmunder Architektin kann das beurteilen, ist sie doch schon seit über 30 Jahren in diesem Geschäft. Am Anfang sind wir ja eher durch Zufall in den Gewerbebau gerutscht, aber schnell wurde daraus unser Spezialgebiet. Lange Zeit stand die Arbeit von Bieber und ihrem Team unter dem Zeichen der Flächenexpansion im Handel: Mehr Märkte, mehr Quadratmeter und viel auf der grünen Wiese. Der Erreichbarkeit mit dem Auto wegen. Vor allem Discounter waren dabei. Es gab Phasen, da hatten wir hier im Büro quasi ein Lidl-Postfach. Schon vor Jahren war allerdings Fachleuten klar, dass immer mehr Fläche in immer mehr Märkten keine Garantie auch für langfristige wirtschaftliche Erfolge ist. Ein Grund: die älter werdende Gesellschaft. Immer mehr Menschen zieht es wieder in die zentralen Lagen, man will den länger gewordenen Lebensabend nicht mehr mit weiten Wegen belasten. Einzelhandelsketten wie REWE oder EDEKA versuchen daher verstärkt, ihren Kunden noch näher zu sein, optimieren bestehende Standorte oder suchen wohnortnahe neue in Baulücken. Regina Bieber sucht mit. Ich bin ständig unterwegs, um zu

9 Entwicklung 9 schauen, wo könnte etwas besser gemacht werden, ein Standort optimiert und damit langfristig gesichert werden. Genaues Hinsehen war auch im Kamen-Karree wichtig. Denn hier tat sich nach dem Umzug von Ikea lange Jahre wenig, lag Gewerbegelände brach. Vorgesehen war hier eine Autostadt mit illustren Marken, das Autohaus hatte sogar schon eine Straße gebaut. Dann sagten zentrale Hersteller ab, der Plan fiel in sich zusammen. Ein weiterer Versuch mit einem großen Baumarkt scheiterte, es verging wieder viel Zeit. Dass sich dann doch innerhalb weniger Monate unter anderem KFC, Carglass, die Dekra, die Firma Elmer und die Post mit einem großen Zustellzentrum auf dem Gelände ansiedelten, ist einem Team um Regina Bieber zu verdanken. Wie bei vielen ähnlichen Vorhaben wurde eine Projektgesellschaft gegründet, die neben der Planerin auch einen Banker und den Akquisitionspezialisten Stephan Höckmann umfasste. Das Konzept der Vierten VLP Projektmanagement GmbH überzeugte schnell auch die Sparkasse und Berater Thomas Hein. Wir waren da angesichts der vielen gescheiterten Ansätze natürlich zunächst skeptisch, aber was wir hörten, hatte Hand und Fuß und die langjährige Erfahrung des Büros war schließlich ein gutes Argument. Die Finanzierung stand also schnell und schnell waren auch Nutzer gefunden. Das geht jedoch nur, wenn man gute Verbindungen zu Interessenten ebenso wie zur Planungsbehörde hat, und wenn man auch über Baurecht Bescheid weiß. Die Architektin: Ich habe nicht verstanden, wieso zuvor der Handel angesprochen wurde. Das Gelände ist als Gewerbegebiet im Bebauungsplan ausgewiesen und da kommt Einzelhandel absolut nicht in Frage. Auch andere Probleme wurden schnell gelöst: Die Straße hatte das Autohaus zwar gebaut, aber ohne das mit dem Tiefbauamt abzusprechen, die existierte sozusagen juristisch nicht. Mehr noch. Wie sich herausstellte, waren inzwischen die Kanäle schadhaft und die Straße auch nicht richtig für den Schwerlastverkehr ausgelegt. Natürlich hatten wir uns das alles genau angeschaut, Kanalfahrten gemacht und mit Testbohrungen die Straße geprüft. Der Aufwand hielt die Projektgesellschaft nicht davon ab, schnell voranzukommen. So wurde die Straße für über eine halbe Million Euro komplett saniert. Thomas Hein: Uns hat imponiert, wie zielstrebig und kenntnisreich unser Partner insgesamt vorgegangen ist. Gute Verbindungen helfen nicht nur bei solchen Großprojekten, sondern auch, wenn es um den Einzelhandel um die Ecke geht. Hier sind das dann weniger die Drähte zu den Nutzern, sondern die zu den Stadtplanern und zu den Nachbarn gefragt. Auch das nicht immer eine leichte Aufgabe, wie Regina Bieber weiß: Ich habe gern einen Lebensmittelladen in der Nähe. Nur nicht gerade genau neben meinem Haus. So etwas hören wir öfter, und es ist ja auch verständlich. Ganz beilegen kann man die Probleme aber manchmal nicht, immerhin muss angeliefert, müssen die Müllcontainer abgeholt werden, gibt es Kundenverkehr bis in den Abend. Aber wir versuchen bei jedem Projekt, die Nachbarn frühzeitig einzubinden und zu informieren und deren Bedenken zu berücksichtigen. Solche Bedenken sind auch mal ästhetischer Natur. Je näher die Märkte wieder zu den Menschen rücken, desto ansehnlicher soll auch die Architektur sein. Früher haben wir auch mal in Gewerbegebieten eine schlichte Blechkiste hingestellt denn die dafür zahlenden Investoren bekommen ja nicht mehr Miete, wenn ein Markt besser aussieht. Heute ist das anders. Selbst Discounter haben inzwischen ein deutlich interessanteres Gesicht. Wie beim Bieber- Projekt an der Iserlohner Straße in Unna: Eine blaue Wand unterbricht die weiße Fassade, ein schräges Fenster sorgt für Aufmerksamkeit. Auch Nahversorgung darf gefällig sein. Sparkass Unna info Vierte VLP Projektmanagement GmbH Projektpartnerschaft mit der Sparkasse beim Kamen-Karree Finanzierung von Kauf, Aufbereitung und Vermarktung des Geländes Berater: Thomas Hein, Firmenkundenbetreuer sparkasseunnakamen.de Leerstand behoben: Lange Zeit blieb der Bereich südlich des Kreisels ohne Nutzer bis die Projekt gesellschaft um Architektin Bieber das Vorhaben in die Hand nahm. Luftbild: Bieber

10 10 Entwicklung Viel mehr als nur Fassade Mit seinem Malerbetrieb, der auch Restaurierungsarbeiten übernimmt, trägt Geschäftsführer Marcus Michalski seinen Teil zur Stadtentwicklung bei. Sparkasse Unna Michalski setzte für sich selbst eine Penthouse-Wohnung oben drauf. Damit krönte er einen Wunsch aus frühen Tagen: Das Haus war mir schon als Jugendlicher aufgefallen und ich habe mir damals gesagt: Das will ich mal haben. Im September 2013 konnte er mit allen am Umbau Beteiligten die Fertigstellung feiern. Seitdem ist das neue alte Landratsamt, das sich mit weißem Anstrich hervorhebt, ein Hingucker in der Stadt. Bei seinen Unternehmungen weiß Michalski einen verlässlichen Finanzpartner an seiner Seite: Die Sparkasse war schon die Hausbank meiner Eltern, betont der 44-Jährige, der sich in dieser Tradition sowohl als Privat- als auch als Firmenkunde optimal betreut fühlt: Wir führen immer sehr offene Gespräche. Die Vermögensanainfo Marcus Michalski, Michalski GmbH Privat- und Firmenkunde Sparkasse war schon Hausbank der Eltern Finanzierungen Berater: Bernd Kersting, Firmenkundenbetreuer sparkasseunnakamen.de Vermögensanalyse und -planung Berater: Michael Westing, Leiter PrivateBanking sparkasseunnakamen.de Schon sein Karriereauftakt stellte Marcus Michalski vor eine große Herausforderung: Kaum hatte er seinen Meistertitel als Maler und Lackierer in der Tasche, übernahm er als gerade einmal 25 Jahre junger Mann den Malerbetrieb seiner Eltern. Und die ließen ihrem Sohn freie Hand: Sie zogen für einige Jahre nach Mallorca, und ich durfte als Geschäftsführer weitermachen, erzählt Michalski mit verblüffender Selbstverständlichkeit. Damals, das muss er zugeben, sei es natürlich der berüchtigte Sprung ins kalte Wasser und ein Wagnis gewesen, gerade die Anfangszeit verlief nicht immer konfliktfrei. Michalski ist jedoch keiner, der sich vor schwierigen Aufgaben drückt. Im Gegenteil: Was er beginnt, das will er auch mit reichlich Energie zum Erfolg machen. So entwickelte sich der elterliche Malerfachbetrieb unter seiner Führung ab 1995 gesund weiter. Mit seinem über 30-köpfigen festen Mitarbeiterteam und umfangreicher Maschinenlogistik zählt er längst zu den leistungsfähigsten Anbietern im Kreis Unna. Dabei ging es nie nur um das reine Malergeschäft etwa an Fassaden. Einfache Sanierungsarbeiten gehörten auch schon zu den Leistungen der 1975 gegründeten Michalski GmbH. Im Laufe der Zeit erweiterten und spezialisierten die Michalskis ihr Portfolio. Heute umfasst es Aufträge im Außenbereich wie die Installation von Wärmedämmverbundsystemen, aufwändige Altbau- und Betonsanierungen oder Außenputzarbeiten, häufig mit künstlerischem Anspruch. Auch für den Innenbereich ist Michalski Experte: Hier sind unter anderem Bodenbeläge, stilvolle Stuckarbeiten und spezielle Putzsysteme für eine bessere Raumakustik Teil der Dienstleistungen. Bevorzugt kooperiert Michalski für seine Projekte mit Partnern aus der direkten Umgebung. Ich bin überzeugt, dass jede Stadt vor Ort die Handwerker hat, die gebraucht werden. Das gilt auch für Unna erweiterte er den Malerbetrieb um den Trockenbau. Unsere Kunden haben dabei uns als Ansprechpartner für mehrere Handwerkszweige, so Michalski, der als zusätzliches Standbein eine Immobiliengesellschaft ins Leben gerufen hat. Während der Schwerpunkt des Geschäfts im Raum Unna auf dem privaten Sektor liegt, ist Michalski 2010 ins Großprojekte-Geschäft eingestiegen und betreut im Raum Düsseldorf Baustellen als Generalunternehmer für Konzerne wie Bilfinger oder Hochtief. Dabei geht es in erster Linie um Wohnungsbau. Das Umsatzpotenzial ist enorm und bringt uns stetiges Wachstum in diesem Bereich. Es ist beachtlich, wie sich aus einem Großprojekt schnell das nächste ergibt. Doch auch die Projekte im Kleinen haben ihren Reiz. Für Aufsehen in der City von Unna sorgte Michalski beispielsweise, als er als Investor das ehemalige Landratsamt an der Burgstraße einer Kernsanierung unterzog, um es in ein hochwertiges altengerechtes Wohnhaus samt Büroanteil umzubauen. Die Stadt hatte das Gebäude zuletzt genutzt, es war ziemlich marode.

11 Entwicklung 11 lyse und -planung klappt sehr gut, das ist eine entscheidende Grundlage für meinen Geschäftserfolg. Eines seiner aktuellen Projekte dient hauptsächlich dem Eigenbedarf: Für den Spätsommer ist der Umzug der Firma in ein ehemaliges Fachwerkhaus an der B1 geplant, es steht nur einige hundert Meter vom jetzigen Sitz im Gewerbegebiet an der Werler Straße entfernt. Doch bis zur Einweihung bleibt noch viel zu tun: Das Gebäude, einst als Remise für landwirtschaftliche Geräte genutzt, hat rund 200 Jahre auf dem Buckel und bedarf einer gründlichen Sanierung, mit der Stadt hat Michalski Details zu Denkmalschutzauflagen zu klären. Geplant ist unter anderem eine großzügige Ausstellungsfläche, außerdem ein Dekorationsladen und eine Event- Location, für die er bereits einen Partner als Betreiber gefunden hat. Direkt an der Bundesstraße sind wir natürlich noch sichtbarer und werden die Eröffnung mit einem großen Open-Air-Konzert feiern, sagt Geschäftsmann Michalski der sich nicht nur bei Fassadengestaltungen bestens mit gelungener Außenwirkung auskennt. Altes Landratsamt in neuem Glanz: Schon in seiner Jugend war Malermeister Marcus Michalski von dem Haus in der Innenstadt von Unna beeindruckt. Als Investor organisierte er eine aufwändige Kernsanierung und ließ seniorengerechte Wohnungen einrichten. Er selbst hat in dem Gebäude eine Penthouse-Wohnung bezogen.

12 12 Verantwortung Förderung für talentierten In Marie-Luise Götz hat mit ihrem Erbe von Stromag-AG-Gründer Karl Schlotmann eine Stiftung geschaffen, die jungen Menschen im Raum Unna Natur- und Ingenieurwissenschaften schmackhaft macht und Studierende finanziell unterstützt. info Marie-Luise Götz, Karl-Schlotmann- Stiftung Sparkasse Unna langjährige Kundin der Sparkasse Sparkasse verwaltet einen Teil des Stiftungsvermögens Berater: Andreas Golisch, Leiter Vermögensmanagement sparkasseunnakamen.de Wenn sie über ihren Vater spricht, ist Sparkassenkundin Marie-Luise Götz voll des Lobes: Er war ein leidenschaftlicher und talentierter Geschäftsmann, sehr ehrgeizig und fleißig, erinnert sie sich. Mitten in der Wirtschaftskrise 1932 gründete der Diplom-Ingenieur Karl Schlotmann mit zwei weiteren Gesellschaftern in Unna die Stromag AG, die bis heute über die Region hinaus als Unternehmen für mechanische Antriebstechnik bekannt ist. Schlotmann verantwortete die Bereiche Entwicklung und Vertrieb, mehrere Patente zeugen von seinem Einfallsreichtum. Wichtig war ihm eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Praxis, deshalb hat er gute Verbindungen zu Professoren gepflegt, erzählt Marie-Luise Götz. Und um sich für junge Studierende einzusetzen, habe er zahlreiche Praktika und Promotionen über die Stromag AG gefördert und begleitet. Karl Schlotmann, Jahrgang 1901, starb Nach dem Verkauf der Stromag AG 2007 machte sich Marie-Luise Götz Gedanken, wie sie den Erlös aus ihrem Anteil sinnvoll verwenden könnte. In meinem Alter brauche ich nicht mehr so viel, sagt die heute 82-Jährige. Aufgewachsen war sie mit ihren Eltern und ihrer zehn Jahre jüngeren Schwester zunächst in Dortmund, dann in Unna. Nach den Kriegswirren legte sie 1952 an der Höheren Mädchenschule ihr Abitur ab. Mit der Schule habe ich nie Probleme gehabt. Die Eltern finanzierten ihr daraufhin ein VWL-Studium, das sie nach Freiburg, Bonn und München führte und das sie 1956 als Diplom-Volkswirtin abschloss. Ihren späteren Ehemann, einen Franken, hatte sie bereits während des Studiums in München kennengelernt. Später traf sie ihn berufsbedingt bei der Ruhrkohle AG in Essen wieder heirateten sie, ihr Mann wechselte zwei Jahre danach zur Stromag AG. Er starb Da Marie-Luise Götz keine direkten Nachkommen hat, entschied sie sich, das väterliche Erbe einzusetzen, um anderen Gutes zu tun. Sie sah sich in der Tradition ihres Vaters, junge Menschen auf ihrem Berufsweg zu unterstützen. Also fasste sie den Entschluss, sich für die Begabtenförderung in Technik- und Naturwissenschaften zu engagieren und zwar in Form der Karl-Schlotmann-Stiftung, die sie nach ausführlicher Beratung über formale Bedingungen 2005 ins Leben rief. Ich fühle mich dem Ethos meines Vaters verpflichtet und habe die Stiftung in seinem Sinn aufgebaut. Ich möchte junge Menschen im Raum Unna fördern und unterstützen, die sich zielstrebig einem technischen Studium widmen wollen. Die Stiftung startete 2008 mit sechs Stipendiaten, inzwischen sind es mehr als 40. Die ersten Geförderten aus dem Auftaktjahrgang sind inzwischen fertig, zwölf Alumni gibt es bereits. Unser Prinzip ist, dass sich alle am Stiftungswirken beteiligen, sowohl in internen Projektgruppen als auch an Aktionen und Workshops in Schulen, um den Nachwuchs für Technik und Naturwissenschaften zu begeistern, sagt Marie-Luise Götz, die mit Klaus Lichtenauer und Dr. Friedhelm Steinweg das Kuratorium bildet. Zweimal jährlich haben sie ein großes Meeting mit dem Vorstand, der aus Prof. Dr. Gerd Grube, Claudia Pscherer und Heiderun John besteht. Unser Stiftungsteam passt sehr gut zusammen, zeigt sich Marie-Luise Götz zufrieden. Die Stipendiaten sind Studierende der Fachbereiche Maschinenbau, Physik, Elektro- und Informationstechnik, Bioingenieurwesen und Informatik. Monatlich erhalten sie von der Stiftung eine finanzielle Unterstützung zwischen 400 und 600 Euro. Die Höhe hängt ab vom individuellen Bedarf, der sich etwa aus der Wohnsituation ergibt.

13 Verantwortung 13 genieur-nachwuchs Jährlich wächst der Kreis der Geförderten, am Auswahlverfahren ist die Gründerin persönlich beteiligt. Es ist mir eine besondere Ehre, dass ich dabei sein kann, wenn pro Jahrgang sechs oder sieben neue Kandidaten zu bestimmen sind, sagt sie bescheiden und kokettiert: Ich versuche eigentlich, mich nicht einzumischen das gelingt mir allerdings nicht immer. Voraussetzung für Bewerber sei ein guter Zensurendurchschnitt. Aber es zählen auch Persönlichkeit, Hobbys und soziales Engagement. Das Prozedere sei recht anstrengend: Aus mehr als zwanzig Bewerbungen wählen wir etwa zwölf junge Leute aus, die wir zum Vorstellungsgespräch einladen und mit denen wir uns nacheinander an einem einzigen Tag befassen, berichtet Marie-Luise Götz. Da muss man zwischendurch schon mal Pause machen und Luft holen, um sich zu konzentrieren. Schließlich geht es ja auch um einiges. Wir diskutieren heftig und geben uns wirklich viel Mühe, die Richtigen auszuwählen. Bisher ist es ja auch immer gut gegangen. Ihre Lebenserfahrung und ihr Bauchgefühl scheinen ihr dabei verlässliche Ratgeber zu sein. Der Leitspruch der Stiftung, die neben der Stipendiaten-Förderung und Netzwerkpflege beispielsweise auch Schulen mit modernen Lehrmaterialien unterstützt, stammt übrigens von dem amerikanischen Schriftsteller und Erfinder Benjamin Franklin: Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. Förderin und Geförderte: Stiftungsgründerin Marie-Luise Götz schätzt den persönlichen Kontakt zu den Stipendiaten. Ihren Master-Abschluss machen in diesem Jahr Christoph Kanthak (links im Bild, 26), der sich an der Ruhr- Universität Bochum auf Konstruktions- und Automatisierungstechnik spezialisiert hat, sowie Marius Schumacher (rechts im Bild, 26), dessen Fokus an der RWTH Aachen auf der Motorentwicklung liegt. Voraussichtlich im kommenden Jahr fertig wird Chris Kittl (23), der sich an der TU Dortmund mit Energietechnik beschäftigt.

14 14 Verantwortung Mobile Unterstützung: Karin Clausing (links) ist Vorstandsmitglied im Verein Bürger für Bürger. Für Seniorin Ottilie Kleinjohann übernimmt sie unter anderem Fahrdienste und begleitet sie beim Einkaufen. Engagement von Bürgern für Bürger Pfarrer Herbert Ritter ist in Kamen Vorsitzender eines Vereins, deren Mitglieder ehrenamtlich Verantwortung für andere übernehmen indem sie sich unentgeltlich mit unterschiedlichen Alltagshilfen für sie einsetzen. Sobald jemand im Kamener Stadtteil Heeren-Werve seinen Rat braucht, ist Pfarrer Herbert Ritter einer, der sich kümmert. Wenn ich helfen kann, dann mache ich das auch, sagt der Kirchenmann. Für sein offenes Ohr und seine Hilfsbereitschaft ist er nicht nur bei den Mitgliedern seiner evangelischen Kirchengemeinde bekannt. Die Konfession ist für mich im Umgang mit Menschen nicht entscheidend.

15 Verantwortung hatte er als Vikar in Heeren-Werve angefangen, 1986 folgte die Wahl zum Pfarrer. Ich habe die Gemeinde schnell schätzen gelernt. Und die offensichtlich auch ihn: Viele vertrauensvolle Kontakte seien in den zurückliegenden Jahren gewachsen, es gibt nur wenige Familien, die ich nicht kenne. Mit der Mentalität im Ruhrgebiet hatte der gebürtige Hesse, der aus einer Arbeiterfamilie aus der Nähe von Kassel kommt, nie Probleme. Manchmal herrscht hier ja ein rauer Umgangston. Der Vorteil ist aber: Weil nicht drumherum geredet wird, weiß man schnell, was Sache ist. Heeren sei für ihn und seine Ehefrau, die als Krankenhaus-Seelsorgerin in Kamen arbeitet, zur neuen Heimat geworden, der wir auf Dauer treu bleiben. Und für diese neue Heimat bringt sich der Vater von zwei Söhnen gerne ein, nicht nur als Pfarrer. So ist er unter anderem Mitglied im Jugendhilfeausschuss, wobei er Wert legt auf politische Unabhängigkeit: Ich möchte immer kritisch den Mund aufmachen dürfen, ohne an Vorgaben gebunden zu sein. Einmischen und helfen das tut er mit weiteren engagierten Heerenern auch an anderer Stelle: Seit 2005 ist er Vorsitzender des Vereins Bürger für Bürger, eines gemeinnützigen Sozialwerks, in dem Ehrenamtliche ihre Fähigkeiten für Mitbürger einsetzen, die Unterstützung brauchen. Das können zum Beispiel Fahrdienste sein, oft verbunden mit der Begleitung zum Einkaufen, zum Arzt oder zu Behörden, so Ritter. Andere freuen sich über Hilfe im Haushalt oder auch über regelmäßige Besuche, wenn jemand einfach Zeit für Gespräche aufbringt, etwa auf einem Spaziergang. Bei fachlichen Fragen stellt das Sozialwerk Kontakt zu Experten her. Häufige Themen, mit denen sich Interessierte an den Verein wenden, beziehen sich auf die Standorte von Seniorenwohnheimen und die Betreuung im Alter. Anlaufstelle für alle Anliegen ist das Büro von Bürger für Bürger : Seit 2008 ist es auf dem alten Zechenplatz im denkmalgeschützten Pförtnerhaus der ehemaligen Zeche Königsborn 2/5 untergebracht. An jedem ersten Dienstag im Monat steht dort ein Helfertreffen auf dem Programm. Das Haus, das von der Arbeiterwohlfahrt mitgenutzt wird, ist auf dem zentral gelegenen Zechenplatz gut zu erreichen. Darauf beginnen angestoßen durch das Sozialwerk in Gemeinsame Verantwortung: Vorsitzender Herbert Ritter (3.v.l.) und sein Team sind mit dem Sozialwerk Bürger für Bürger für Hilfsbedürftige da. An der Skulptur, die das Vereinslogo darstellt, trafen sich mit ihm die Vorstandsmitglieder (v.l.) Karin Clausing, Heike Gerull, Friedhelm Lipinski und Ursula Lungenhausen. diesem Jahr die Bauarbeiten für 40 seniorengerechte Wohnungen. Eine unerwartete Finanzspritze bescherte dem Verein die 2012 verstorbene Ursula Meyer. Sie hatte zuvor selbst die Hilfe der Ehrenamtlichen in Anspruch genommen und wollte mit ihrem Erbe dazu beitragen, dass weitere Menschen im Stadtteil unterstützt werden. Sie hatte unseren Verein im Testament als alleinigen Begünstigten eingesetzt, erzählt Ritter. Mit dem Vermächtnis von rund Euro und dem bereits vorhandenen Vereinsvermögen von etwa Euro hatten wir einen ordentlichen Grundstock, um eine Stiftung als Dachorganisation zu gründen. Bei der Anlageberatung und der Verwaltung des Stiftungskapitals erweise sich die Sparkasse als kompetenter Partner. Die Zusammenarbeit war und ist sehr eng, lobt Ritter. Dank des Stiftungsmodells sei das gesellschaftliche Wirken der Initiative Bürger für Bürger, die 2013 ihr zehnjähriges Jubiläum mit mehr als 80 Mitgliedern feiern konnte, für viele weitere Jahre gesichert. Sparkass Unna info Herbert Ritter, Sozialwerk Heeren- Werve e.v., Bürger für Bürger Privatkunde Vorsitzender des Vereins und Stiftungsmitbegründer Anlageberatung und Verwaltung des Stiftungskapitals durch die Sparkasse Berater: Oliver Lüttecken, Vermögensbetreuer sparkasseunnakamen.de

16 16 Leistung Wo vor allem Vertrauen zählt Großes Vertrauen, sehr individuelle Beratung, beste Qualität, enorme Verlässlichkeit, hohe Kontinuität und glaubwürdiges Auftreten das PrivateBanking ist extrem anspruchsvoll. Also gewissermaßen Sparkasse hoch sechs. Gleichwohl ist es tief in den Werten der Sparkassenwelt verankert. Das PrivateBanking- Team: Michael Westing (l.), Anja Baron und Dirk Sträter

17 17 Leistung Beckenbauer gilt als Paradebeispiel für eine komplexe Vermögensstruktur. Diverse Verdienstquellen, diverse Ehefrauen, diverse Kinder. Michael Westing, Leiter PrivateBanking der Sparkasse UnnaKamen, hat schnell einen klassischen, prominenten Fall parat. Bei der Suche nach einem Beispiel aus der Region wird Westing allerdings ziemlich nachdenklich natürlich, weil Diskretion und Vertrauen über alles gehen und er deshalb erkennbar um Formulierungen bemüht ist, die informativ genug sind, aber diskret genug bleiben. Wir konnten kürzlich einem Ehepaar helfen. Die Dame des Hauses ist als Erbin eines Unternehmers zu Vermögen gekommen. Leider hatte der Notar ihrer Eltern vor Jahren eine eher schlecht gestrickte Vorsorgevollmacht aufgesetzt. Nun aber sind die Eltern sehr krank und nicht testierfähig. Wie kann es da für die Tochter weitergehen? Kein Thema, das man aus dem Ärmel schütteln kann. Hier haben wir aber zusammen mit externen Partnern eine sinnvolle, sehr individuelle Lösung gefunden. Solche umfassenden und individuellen Lösungen setzen allerdings ein sehr enges Vertrauensverhältnis zwischen Kunde und Berater voraus. Das kann sich meist nur langsam entwickeln, dazu braucht es Kontinuität. Die gibt es dank der Vorarbeit im VermögensManagement auch im noch jungen PrivateBanking-Ableger der Sparkasse UnnaKamen. Leiter Michael Westing etwa ist schon seit 1997 mit der Betreuung vermögender privater wie institutioneller Kunden befasst aber im Team des PrivateBanking bin ich trotzdem der junge Hüpfer. Eine solche Kontinuität könnten Großbanken in der Regel nicht bieten. Studienfreunde, die bei anderen Banken gelandet sind, hätten schon die gefühlte 47-ste Umstrukturierung mit neuem Kundenportfolio hinter sich, so Westing. Nicht nur Kontinuität unterscheidet das PrivateBanking der Sparkasse von den Großbanken. Da ist die regionale Nähe einerseits, anderseits aber über den Sparkassenverbund der Zugriff auf das weltgrößte Finanznetzwerk, das internationale Geldanlagen innerhalb und außerhalb des Euro-Raums erlaubt. Hinzu kommen Verbindungen zu spezialisierten Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern, Finanzplanern, ja sogar Ärzten. Wir können das komplette Spektrum anbieten, was eine Großbank so nicht immer schafft, sagt Dirk Sträter, Westings Beraterkollege beim PrivateBanking. Er macht den Verbundvorteil an einem Beispiel fest: Vor einiger Zeit kam ein Kunde auf uns zu, dessen von der Mutter ererbtes Haus im Westen NRWs verkauft werden sollte. Nun sagte er uns, dass er sich zwar im Immobilienmarkt in Unna oder Dortmund und Köln oder Düsseldorf auskenne, nicht aber dort. Zwei Telefonate später hatten wir den Kontakt zu einem Experten der Sparkasse vor Ort geknüpft, der mit unserem Kunden zusammen den Wert ermittelte. Geschäftliche und private Aspekte sind gerade bei der ganzheitlichen Beratung, die das PrivateBanking pflegt, eng miteinander verwoben, zum Beispiel, wenn es um die Altersversorgung geht. Einer unserer Kunden ist angestellt bei seiner Firma, sagt Dirk Sträter. Außerdem ist er Gesellschafter seiner Firma und Vermieter seiner Firma. Eine oft anzutreffende Konstruktion. Solange es den jeweiligen Firmen gut geht, funktioniert alles wunderbar. Aber wenn das nicht mehr der Fall ist, sind alle drei Eisen aus dem Feuer: Gehalt gibt es dann keins mehr, der Mieter fällt aus und Gesellschaftsvermögen ist auch nicht mehr da. Ich rate in solchen Fällen, die Risiken bei den Rücklagen zu diversifizieren und nicht zu sehr zum Beispiel auf Aktien nur aus der eigenen Branche zu setzen. Für die Unternehmererbin jedenfalls hat das PrivateBanking eine passende Lösung gefunden über eine spezielle Holding, die als GbR mit mehr vertraglichen Freiheiten als eine GmbH ausgestattet ist, konnte das Vermächtnis der Eltern nun doch neu geregelt werden, damit es langfristig erhalten bleibt. Langfristig den Kunden zu helfen und nicht auf kurzfristige Ausschläge zu setzen, das ist erklärtes Ziel von Westing und seinen Kollegen. Das kann bedeuten, einen Kunden auch einmal vor sich selbst zu schützen. Etwa wenn dieser eigentlich die Sicherheit liebt, aber angesichts schmaler Zinsen bei sichereren Anlagen auf einmal schnell seinen Aktienanteil erhöhen möchte. Da wird dann ganz nüchtern vorgerechnet, was das alles bedeuten kann das bringt den Klienten womöglich von seiner Entscheidung ab. Es sorgt aber dafür, dass sich die Kunden gut aufgehoben fühlen. Und darum langfristig Kunden bleiben. Sechs Werte als Leitlinien sechs zentrale Werte prägen die Arbeit des PrivateBanking: Vertrauen Individualität Qualität Verlässlichkeit Glaubwürdigkeit Kontinuität PrivateBanking startete offiziell am Jahresanfang 2014 mit eigener Organisationsform zwei Berater, eine Assistentin rund 200 Kunden (Klienten, die über mehr als ein gewisses freies Finanzvermögen verfügen)

18 18 Leistung Vom Feinkostladen zum modern Die EGV Unna AG: Mit vier Niederlassungen und der Unnaer Zentrale versorgt das Unternehmen Großküchen im ganzen Norden Deutschlands mit Lebensmitteln. Wir sind dabei, wenn Menschen geboren werden, wir begleiten Kinder in der Tagesstätte, wir haben mit den Schulen zu tun, wir sind Teil des Berufsalltags, des Studiums, der abendlichen Freizeit, kommen mit den Menschen im Krankenhaus und in Altenheimen in Kontakt. Eigentlich sind wir in jedem Lebensabschnitt nah an den Menschen, fasst Vorstand Christian Heumann zusammen, wo man die Produkte der EGV Unna AG findet. Der Lebensmittel- Großverbraucher-Service beliefert nämlich Gastronomie und Großküchen von der Betriebsverpflegung über die Bundeswehr bis zur Uni. Längst nicht mehr nur in der Region, sondern im gesamten Norden der Republik bis hin nach Mecklenburg-Vorpommern und Berlin samt Umland. Wir helfen dabei, viele Menschen satt zu machen, erläutert Matthias Heumann, Bruder und Vorstandskollege des Familienunternehmens mit inzwischen fünf Standorten und rund 600 Mitarbeitern, über 300 davon in der Unnaer Zentrale. Allein ein Kunde aus Berlin, ein Fernverpfleger, versorgt mit den EGV-Lieferungen täglich Menschen. Über den Verbund der Studentenwerke in NRW beliefert die EGV auch alle Hochschul-Mensen des Landes mit täglich über ausgegebenen Mahlzeiten. Und das ist längst nicht alles. So viele Lebensmittel für so viele Menschen zu liefern, das hat für die Heumanns auch viel mit Verantwortung zu tun. Wir sind als einer der ersten im Jahr 1995 nach der ISO-Qualitätsmanagement-Norm zertifiziert worden, betont Matthias Heumann. Die einschlägigen Branchen-Zertifizierungen wie IFS Food Standard folgten. Aktueller Baustein ist die Food Defense, hier geht es darum, Lebensmittel vor absichtlichen Verunreinigungen zu schützen. Das geht ziemlich weit, mit Sicherheitskonzepten wie Besucherkontrolle, bestimmten Zäunen, Kameras und ähnlichen Auflagen, erläutert Christian Mitten in den 8800 Palettenstellplätzen des Unnaer Lagers: Matthias (l.) und Christian Heumann, Vorstände der EGV Unna AG Heumann. US-amerikanische Ketten wie Starbucks legten besonderen Wert darauf. Auch Heumann hält das für sinnvoll. Wir sehen ja, wie schnell wir unsere Produkte verbreiten. Da muss man schon sehr akkurat sein, bei der Hygiene wie der Sicherheit. Darin, in der schnellen Verbreitung, liegt auch das Geheimnis des Erfolgs der Familien- AG. Der Kunde soll gute Qualität mit dem besten Service geboten bekommen. Dazu zählt schnelle Lieferung, daher wird im Schichtbetrieb gearbeitet, persönlich sind Vertriebsmitarbeiter ab sieben Uhr erreichbar, nachts um zwei startet die Auslieferung. Im Notfall liefern wir auch ohne die übliche Vorbestellfrist noch am gleichen Tag Ware aus, wenn das für

19 Leistung 19 en Food-Dienstleister die Versorgung wichtig ist, macht Matthias Heumann die Leistung konkret. Doch Schnelligkeit ist nur ein Aspekt. Gute Qualität der Lebensmittel zählt ebenfalls dazu. Wir verkaufen nichts, was wir nicht auch selbst essen würden, so Christian Heumann. Natürlich müsse man als Lieferant auch Preiswertes bieten können aber auch das gehe nicht unter einer bestimmten Mindestqualität. Nach oben gibt es wenige Grenzen und selbstverständlich gibt es auch Bioware und Meerestiere aus nachhaltiger Fischerei für Großverbraucher. Sehr anspruchsvoll, so Heumann, sei etwa die Mövenpick-Restauration in der Wolfsburger Autostadt, ein langjähriger Kunde der EGV. Der Service geht aber weit über die Lebensmittel hinaus. So können die Kunden heute natürlich nicht nur online bestellen, sondern bekommen hier ganze Menüvorschläge. Dazu können sie die Personenzahl angeben und auf Wunsch wird daraus gleich eine Bestellung erzeugt. Und damit ist nicht Schluss: Kunden können auch ihre Warenwirtschaft über EGV- Technik abwickeln. Dann kann das System bei der Essenplanung sogar mitteilen, dass statt des geplanten Zehn-kg-Sacks der Fünf-kg-Sack reicht, weil noch fünf Kilogramm vorhanden sein müssten. Derartiger Service funktioniert natürlich nur, weil die EGV schon seit längerem eine eigene IT-Abteilung hat mit inzwischen zehn Mitarbeitern. Ihre beachtliche Größe hat die EGV auch mit beachtlicher Geschwindigkeit erreicht. Matthias Heumann hatte selbst noch die Fleischsalat-Töpfchen im elterlichen Feinkostladen im Unnaer Zentrum mit abgefüllt, in dem alles begann. Damals war Vater Wilfried gleichzeitig auch Leiter der Erzeugergenossenschaft der Umland-Bauern. Als die umstrukturiert werden sollte, übernahm Heumann die Genossenschaft und wandelte sie 1984 in eine AG um. Schon zuvor hatte Heumann seine Chance im Großhandel gesehen und belieferte, damals noch vom Unnaer Zentrum aus, unter anderem die umliegenden Bundeswehrkasernen. Schnell weitete sich das Geschäft aus, 1991wurde ein neuer Standort im Industriegebiet Ost gefunden. Kurz zuvor hatte die EGV bereits die erste Niederlassung in Güstrow gegründet, eine weitere in Eberswalde folgte. Mit der Übernahme der Mahlmann Milchprodukte in Detmold erschloss sich die EGV im Jahr 2000 den Zugang zu Hessen und Niedersachsen, mit einer weiteren Gründung in Stade 2005 rundete die EGV die Standortentwicklung ab. Die Region um die Zentrale spielt für die EGV aber nach wie vor eine wichtige Rolle. Die Familie Heumann zählt nicht nur zu den Gründungsmitgliedern der Bürgerstiftung Unna, mit dem Wilfried-Heumann-Gedächtnisfonds unterstützen die Eigentümer viele weitere soziale, caritative und kulturelle Projekte. So ist man dann auch auf diese Weise wieder den Menschen nah. Sparkass Unna info EGV Unna AG langjähriger Sparkassenkunde Unternehmen mit fünf Standorten im Norden der Republik, Zentrale in Unna Zustellservice für Lebensmittel- Großverbraucher, zusammen mit der Verbundgruppe COMO unter den fünf größten deutschen Anbietern Leistungen der Sparkasse: klassischer Hausbank-Service, Finanzierung von Investi tionsgütern Berater: Emilian Klein, Leiter Firmenkunden sparkasseunnakamen.de

20 20 Leistung Ausgezeichneter Einsatz Wenn es um die Belange von Kindern und Jugendlichen im Kreis Unna geht, dann ist Manuel Storkebaum in seinem Element. Sein ehrenamtliches Engagement entging auch dem Bundespräsidenten nicht. Sparkasse Unna info Manuel Storkebaum, Privatkunde Beraterin: Claudia Haarmann, Vermögensbetreuerin sparkasseunnakamen.de Es gibt Menschen, die sogar dann völlig uneitel bleiben, wenn gleich zwei Bundespräsidenten sie einladen. Der 29-jährige Sparkassenkunde Manuel Storkebaum ist so einer. Er stammt aus einem christlich geprägten Elternhaus die Mutter ist Religionslehrerin und er hatte bereits frühzeitig begonnen, zunächst in der Gartenvorstadt Kindergottesdienste mitzugestalten und sich dann in der Evangelischen Kirchengemeinde Unna ehrenamtlich für die Jugendarbeit zu engagieren. Später wurde er Vorsitzender des Kinder- und Jugendrings der Stadt Unna und beratendes Mitglied des Jugendhilfeausschusses. Maßgeblich beteiligt war er beispielsweise daran, einen ersten Kinder- und Jugendförderplan aufzustellen, außerdem organisierte er eine viel beachtete Jugendfahrt zur Gedenkstätte in Krakau. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) würdigte 2010 den damals erst 25-Jährigen mit einem Jugendpreis. Doch damit nicht genug: Um jungen Ehrenamtlichen für ihre Arbeit zu danken, lud ihn der damalige Bundespräsident Christian Wulff auf Vorschlag der Stadt zum Sommerfest 2011 in den Garten von Schloss Bellevue ein. Ich konnte auch kurz mit Herrn Wulff sprechen, erzählt Storkebaum. Im Jahr danach reiste er wieder nach Berlin, nun zu Bundespräsident Joachim Gauck. Und dieses Mal ging es nicht nur um einen besonderen Empfang, sondern auch um eine spezielle Auszeichnung: Storkebaum erhielt für sein Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit einen Verdienstorden, wiederum auf Vorschlag der Stadt. Ich war der Jüngste in der Runde, berichtet Storkebaum über den feierlichen Termin im Dezember 2012, der zwei Tage vor seinem 28. Geburtstag lag. Der Orden, den Gauck ihm samt Urkunde überreichte, besteht aus zwei Mit einem Verdienstorden würdigte Staatsoberhaupt Joachim Gauck (links) das Wirken von Manuel Storkebaum. Teilen: einer goldenen Verdienstmedaille an einem roten Band sowie einer Anstecknadel, die er seither regelmäßig an seinem Anzug hat. Die Medaille trage ich nur zu besonderen Anlässen, zum Beispiel als ich im Gottesdienst die Weihnachtsgeschichte vorgelesen habe. Zu befestigen sei die Auszeichnung übrigens immer auf der linken Seite, so steht es in einer kleinen Mappe mit einigen Regeln, die er vom Bundespräsidialamt erhalten hat. Dass er oft der Jüngste ist, daran hatte sich Storkebaum schon im Kreissynodalvorstand gewöhnt. Seit 2012 gehört er dem Leitungsgremium des evangelischen Kirchenkreises Unna an eine weitere ehrenamtliche Tätigkeit, die der gelernte Veranstaltungskaufmann neben seinem Beruf aufgenommen hat. Für die Party Rent Group, einen europaweit tätigen Event-Ausstatter, ist Storkebaum als IT-Manager und Projektleiter im Einsatz. Obwohl er viel unterwegs ist, bleibt er seiner Heimat und seinem Wohnort treu. Ich wollte nicht einfach zurücklassen, was ich hier aufgebaut habe. Dass sein Wirken von Auszeichnungen und Ehrungen begleitet wird, freue ihn zwar sehr. Seine eigentliche Motivation bleibe jedoch das gute Gefühl, sich für andere einzusetzen, für und mit anderen zusammen etwas zu gestalten.

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