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1 NACHRICHTEN Donnerstag, 15. April 2010 MÄRKTE DEUTSCHLAND/STEUEREINNAHMEN: Ungeachtet der günstigen Konjunktursignale sinken die Steuereinnahmen weiter. Im März nahm der deutsche Fiskus 3,7% weniger Steuern als im Vorjahresmonat ein, erfuhr das "Handelsblatt" (HB - Donnerstagausgabe) aus dem Bundesfinanzministerium. Damit summiert sich der Einnahmenrückgang im ersten Quartal nun auf 4,8%. Das entspricht einem Loch von 5,6 Mrd EUR. EU/STABILITAETSPAKT: EU-Währungskommissar Olli Rehn sieht nicht die Gefahr, dass Portugal in ähnliche Finanznöte gerät wie Griechenland. Rehn sagte laut Agentur ddp am Donnerstag im Deutschlandfunk, Griechenland sei ein Sonderfall. Es gebe keinen Anlass, über Rettungsmaßnahmen für Portugal nachzudenken. Aus dem Fall Griechenland müsse die Europäische Union aber die Lehre ziehen, den Stabilitätspakt zu stärken. Zur Stärkung des Stabilitätspakts sollten die Haushaltsentwürfe der Euro-Länder auf die Einhaltung der EU-Regeln hin überprüft werden, noch bevor sie den jeweiligen Länderparlamenten vorgelegt würden. Dies schränke die Souveränitätsrechte der Mitgliedsstaaten nicht ein, sagte Rehn. Letztlich gehe es nur darum, Vereinbarungen durchzusetzen, die die Mitglieder selbst getroffen hätten. EZB/BANKENREGULIERUNG/BASELER AUSSCHUSS: Der Baseler Ausschusses für Bankenregulierung bekommt nach Aussage seines Vorsitzenden, Nout Wellink, Widerstand aus der Finanzbranche wegen der geplanten Reform der Finanzmarktregulierung zu spüren. "Allmählich baut sich Gegendruck auf, weil die Banken realisieren, was uns vorschwebt", sagte das Mitglied des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) der "Börsen-Zeitung" (BöZ/Donnerstagausgabe). International wird gegenwärtig an einer Reform der Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen sowie allgemein an einer Verbesserung der Krisenfestigkeit und Transparenz des Finanzsystems gearbeitet Wellink zufolge werden die Änderungen tiefgreifend sein. "Es ist erforderlich, dass wir die Kapitalbasis der Kreditwirtschaft ebenso stärken wie die Liquidität. Aber wir müssen diese Korrekturen im System vornehmen", sagte er. Dabei stellte Welink bestimmte Übergangsfristen in Aussicht. "Zunächst müssen wir dafür sorgen, dass wir das richtige System bekommen. Danach stellt sich die Frage wie und wann das neue Regime angewandt wird." Es verstehe sich von selbst, dass die Erholung des Sektors nicht gefährdet werden dürfe. "Die Dauer der Übergangsfristen oder Regeln für Altfälle sind Fragen, die es nun zu klären gilt", so Wellink. Dabei werden nach Angaben des Niederländers allerdings einige der geplanten Maßnahmen sofort wirksam. "Dass das Gesamtpaket dann bis spätestens 2012 implementiert sein, aber nur allmählich eingeführt werden soll, liegt daran, dass zwar einige Banken sich wieder deutlich erholt haben." Das gelte vor allem für Investmentbanken, während viele andere Institute aber noch ums Überleben kämpften. "Das rührt nicht zuletzt daher, dass noch erhebliche Verluste für die Banken erwartet werden, die aus der tiefen Rezession herrühren", sagte Wellink. NORDSTREAM: Nur wenige Tage nach dem offiziellen Baustart für die neue Gaspipeline Nord Stream zwischen Russland und Deutschland werden deutlich höhere Kosten für das Projekt bekannt. Die Kosten würden von der Betreibergesellschaft nun auf 8,8 Mrd EUR statt 7,4 Mrd EUR geschätzt, schrieb Jochen Homann, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium in einer Antwort an die Grünen-Fraktion, wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ - Donnerstagausgabe) berichtet. Nord Stream habe die Angaben bestätigt. Ein Sprecher des Konsortiums habe erklärt, dass nun auch die Kosten für die Finanzierung des Projekts enthalten seien. Die Beschaffung der Finanzmittel sei wegen der Finanzkrise teurer. Insgesamt sollen über Nord Stream jährlich 55 Mrd Kubikmeter Erdgas von Russland in die Europäische Union fließen. Das Investitionsbudget wurde von dem Betreiberkonsortium, dem die Versorger Gazprom, BASF SE/Wintershall Holding GmbH, E.ON Ruhrgas und Gasunie angehören, bisher auf 7,4 Mrd EUR geschätzt. Davon soll etwa 30% durch Eigenkapitalbeteiligungen der Anteilseigner finanziert werden. Für die verbleibenden 70% ist eine externe Projektfinanzierung unter Einbeziehung von Banken und Exportkreditagenturen vorgesehen. FED/ZINSPOLITIK: Die US-Notenbank muss nach Einschätzung des Präsidenten der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard, die Folgen eines niedrigen Leitzinses über einen längeren Zeitraum hinweg bedenken. "Wenn die Zinsen für lange Zeit wirklich niedrig sind, scheint es, als ob spekulative Ausschweifungen gefördert werden", sagte Bullard am Mittwoch (Ortszeit) Fox Business Network. Auch der Offenmarktausschuss (FOMC) der US- Notenbank mache sich darüber Gedanken. Mit ihrer ultraexpansiven Geldpolitik wolle die US-Notenbank jedoch sicherstellen, dass sich die Konjunkturerholung festige. Erst wenn das Wachstum selbsttragend sei und sich die Lage am Arbeitsmarkt und in der Finanzbranche bessere, werde eine Zinserhöhung erwogen. Die jüngsten US-Konjunkturdaten bezeichnete der Währungshüter als "ermutigend" und fügte hinzu: "Ich würde sagen, die Erholung ist derzeit ziemlich stark." Das Wachstum dürfte sich im zweiten Quartal beschleunigen. Bullard besitzt in diesem Jahr ein Stimmrecht im FOMC. FED/WIRTSCHAFTSENTWICKLUNG: Die US-Wirtschaft ist nach einer Erhebung der US-Notenbank von Ende Februar bis Anfang April in fast allen Regionen des Landes gewachsen. Die Wirtschaftsaktivität legte in elf von insgesamt zwölf Distrikten zu, wie es im Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank heißt, der am Mittwoch veröffentlicht wurde. Nur im Gebiet um St. Louis hat sich die Wirtschaft abgeschwächt. Im Rest des Landes verbuchten insbesondere der Einzelhandel und die Automobilindustrie steigende Absätze, auch am Häusermarkt gab es eine erhöhte Aktivität. Der gewerbliche Immobiliensektor zeigte jedoch weiter Schwäche. Der Bericht, der von der Federal Reserve Bank von Minneapolis erstellt wurde, dient zur Vorbereitung 1/7

2 der nächsten Zinsentscheidung am 28. April. Zur Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise hat die US-Notenbank ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0% bis 0,25% gesenkt und Milliardensummen in das Banken- und Finanzsystem gepumpt. Inzwischen hat die US-Notenbank einige Krisenhilfen aber auslaufen lassen, da sich die US-Wirtschaft seit Jahresende 2009 von der schwersten Rezession der Nachkriegszeit erholt. Allerdings hat sich die Situation am US-Arbeitsmarkt noch nicht so stark verbessert wie erhofft, im März war der Stellenaufbau hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Den US-Arbeitsmarkt schätzt die Federal Reserve als weiterhin schwach ein, auch wenn es in einigen ausgewählten Bereichen und Regionen zu Personalaufbau gekommen ist; viele Neueinstellungen erfolgten allerdings nur zeitlich befristet. Die befragten Unternehmen meldeten denn auch einen nur minimalen Lohndruck. Die Banken- und Finanzwirtschaft verzeichnete eine gemischte Entwicklung. In einigen Regionen gab es eine nur schwache Kreditnachfrage, während andere Distrikte zumindest eine Stabilisierung verbuchen konnten. Die Kreditvergabekriterien haben sich den Berichten zufolge wenig verändert, die Kreditqualität wurde als gemischt charakterisiert. Im Bereich der gewerblichen Immobilien gab es in einigen Regionen allerdings eine Verschärfung der Kreditvergaberichtlinien. Zuvor hatte Fed-Chairman Ben Bernanke bei einer Anhörung vor dem US-Kongress gesagt, dass die US-Wirtschaft in den nächsten Quartalen ihre moderate Erholung fortsetzen werde. Doch dürfte es eine beträchtliche Zeit brauchen, um die 8,5 Millionen Arbeitsplätze zu ersetzen, die während der Rezession verloren wurden. Der oberste US-Währungshüter bekräftige vor diesem Hintergrund und angesichts der gedämpften Inflation seine Einschätzung, dass die Zinsen "für einen längeren Zeitraum" niedrig bleiben würden. FED/TO BIG TO FAIL-PROBLEMATIK: Ein führendes Mitglied der US-Notenbank hat sich für eine internationale Vereinbarung zur Aufspaltung der größten US-Finanzinstitute in kleinere Einheiten ausgesprochen. Bei einer Veranstaltung des Levy Economics Institute of Bard College sagte der Präsident der Federal Reserve Bank von Dallas, Richard Fisher, am Mittwoch, die Einrichtung eines Mechanismus zur geordneten Abwicklung eines insolventen Instituts reiche nicht aus, um das Problem des "too-big-to-fail" in den Griff zu bekommen. Vielmehr würde damit bei den Gläubigern möglicherweise der Eindruck erweckt, diese großen Institute verfügten weiterhin über einen besonderen staatlichen Schutz. Institute, die wegen ihrer Größe ein Risiko für das System darstellten, müssten aufgespalten werden, bevor sie in Schwierigkeiten gerieten, sagte Fisher. Dabei sollten die USA notfalls auch alleine vorgehen, und zwar vor der nächsten Finanzkrise. Fisher, der gegenwärtig im Offenmarktausschuss (FOMC) der Fed nicht stimmberechtigt ist, sprach sich zudem für eine weitere Anhebung des Diskontsatzes aus. Damit würde sich der Abstand zwischen dem Diskontsatz und der Fed Funds Rate vergrößern, was im Zuge der Besserung an den Finanzmärkten sinnvoll sei. Die in dieser Woche veröffentlichten Minutes der vergangenen Sitzung hatten bereits gezeigt, dass die Dallas-Fed als einzige der regionalen Fed-Banken für eine weitere Diskont-Erhöhung plädiert hatte. Für eine Anhebung des Zielsatzes der Fed Funds Rate besteht Fisher zufolge dagegen keine Eile. Die US-Notenbank muss nach seinen Worten sehr vorsichtig entscheiden, wann in den Statements der Fed nicht mehr für einen längeren Zeitraum niedrige Zinsen versprochen werden. CHINA/WIRTSCHAFTSWACHSTUM: Das Wachstum der chinesischen Wirtschaft hat im ersten Quartal deutlich an Dynamik gewonnen. Wie die nationale Statistikbehörde am Donnerstag berichtete, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zwischen Januar und März um 11,9% zum Vorjahresquartal. Das war die höchste Wachstumsrate seit Beginn der Finanzkrise. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen Zuwachs um 11,5% erwartet, nachdem im Vorquartal ein BIP-Anstieg um 10,7% registriert worden war. Damit hat sich das Wachstum in China wieder kräftig beschleunigt, was der Statistikbehörde zufolge aber auch an einer niedrigen Vergleichsbasis im Vorjahr lag. Im ersten Quartal 2009 war das BIP um lediglich 6,1% expandiert und hatte damit das schwächste Wachstum seit fast zwei Jahrzehnten verzeichnet. Auch die massiven Konjunkturpakete der Regierung, die im Zuge der Finanzkrise aufgelegt worden waren, dürften die Wirtschaftsentwicklung gestützt haben, sagten Beobachter. CHINA/INDUSTRIEPRODUKTION: Das Wachstum der chinesischen Industrieproduktion hat im März an Fahrt aufgenommen, wenn auch etwas schwächer als erwartet. Wie die Statistikbehörde des Landes am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich die industrielle Erzeugung im März um 18,1% zum Vorjahreszeitraum. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten im Mittel ein Plus von 18,3% erwartet, nachdem die Produktion im Februar - wegen des chinesischen Neujahrsfestes - lediglich um 12,8% gestiegen war. CHINA/PREISENTWICKLUNG: Der Preisauftrieb in China hat sich im März stärker als erwartet abgeschwächt. Wie die nationale Statistikbehörde am Donnerstag berichtete, lagen die Lebenshaltungskosten um 2,4% über dem Vorjahresniveau. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten für März mit einer Jahresteuerung von 2,6% gerechnet, nachdem die Verbraucherpreise im Vormonat noch um 2,7% höher gelegen hatten. Der Aufwärtstrend bei den Erzeugerpreisen setzte sich im März fort, allerdings schwächer als prognostiziert. Hier wurde ein Anstieg um 5,9% zum Vorjahr gemeldet, während Ökonomen ein Plus von 6,6% erwartet hatten. Im Februar waren die Erzeugerpreise auf Jahressicht um 5,4% zum Vorjahr gestiegen. DEUTSCHLAND COGNIS: Die Eigentümer des Spezialchemiekonzerns Cognis halten sich Finanzkreisen zufolge trotz des regen Kaufinteresses seitens strategischer Investoren nach wie vor die Option eines Börsengangs von Cognis offen. Derzeit würden die Cognis-Eigner Goldman Sachs sowie der Finanzinvestor Permira anfängliche Gespräche mit mehreren strategischen Interessenten führen. Konkrete Angebote hätten die potenziellen Käufer - dazu zählen unter anderem die BASF SE sowie deren US-Wettbewerber Lubrizol - allerdings noch nicht abgegeben, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen am Mittwoch. Den potenziellen Wert von Cognis im Verkaufsfalle bezifferten Finanzkreise zuletzt auf bis zu 3,5 Mrd EUR. Ob die 2/7

3 Noch-Eigner Goldman Sachs und Permira diesen Preis erzielen werden, hänge letztlich aber von der Zahl der ernsthaft interessierten Bieter ab. Nicht zuletzt deshalb dürften sich Goldman Sachs und Permira solange wie möglich die Option eines Börsengangs für Cognis offen halten. Zu Jahresbeginn hatte Cognis-CEO Antonius Trius erklärt, das Unternehmen bereite nach der erfolgten Restrukturierung den Gang aufs Börsenparkett vor, um die Schuldenquote zu senken. COMMERZBANK: Die Verluste schreibende Commerzbank AG will in diesem Jahr durch die Integration der Dresdner Bank 1,1 Mrd EUR einsparen - das sind 100 Mio EUR mehr als ursprünglich geplant. Damit werde die Bank bereits 2010 fast die Hälfte der angestrebten Synergien erreichen, sagte der Bereichsvorstand für Integration, Markus Krebber, am Mittwoch in Frankfurt. An dem Ziel, bis 2013 insgesamt 2,4 Mrd EUR einzusparen, hält die Bank unverändert fest. Auch mit dem Stellenabbau komme die Bank zügig voran. Bis Februar dieses Jahres wurden mehr als Stellen gestrichen, und die Streichung von weiteren Arbeitsplätzen sei bereits vertraglich vereinbart, wie Krebber weiter sagte. Insgesamt will die Bank Stellen abbauen, hiervon im In- und im Ausland. Das soll sozialverträglich geschehen: Betriebsbedingte Kündigungen schließt die Bank bis mindestens 2011 aus. Diese Vereinbarung soll bis 2013 verlängert werden, wenn die mit den Arbeitnehmervertretern vereinbarten Ziele erreicht werden. Nach außen sichtbar wird die Verschmelzung der beiden Banken im Frühsommer: Das Logo mit dem gelben Commerzbank-Dreieck soll Mitte Juni an den Filialen angeschraubt werden. Zur Markenumstellung im Juni werden dann auch die neuen EC-Karten eingeführt. Etwas länger dauert die Vereinheitlichung der IT-Systeme. Diese werde Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein, sagte Krebber. Schwierigkeiten bei der Angleichung sieht er nicht. "Wir sind mit den Testergebnissen bisher zufrieden", sagte er. Die Umstellung der Software laufe nach Plan. Die Commerzbank hatte sich an dem Kauf der Dresdner Bank zum Höhepunkt der Finanzkrise verhoben. Insgesamt musste der Bund die Commerzbank mit 18,2 Mrd EUR stützten und hält seither 25% plus eine Aktie des Kapitals in Form einer stillen Einlage. Im vergangenen Jahr hatten nicht zuletzt die hohen Dresdner-Kosten für den Milliardenverlust der Commerzbank gesorgt. Die Integrationskosten für die Dresdner Bank hätten das "unbefriedigende" Ergebnis der Commerzbank mit rund 1,9 Mrd EUR belastet, hatte Vorstandsvorsitzender Martin Blessing erklärt. Zu dem ersten Quartal, über das die Bank am 6. Mai berichten will, hatte sich Finanzvorstand Eric Strutz bereits sehr zufrieden geäußert: Er erwartet vor Steuern wieder einen Gewinn. LINDE/S&P: Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat ihre langfristige Bonitätsbewertung der Linde AG erhöht. Wie Standard & Poor's Ratings Services am Mittwoch mitteilte, wird der Münchener Gase- und Engineering-Konzern nun mit "A-" bewertet nach zuvor "BBB+". Der Rating-Ausblick ist laut S&P stabil. Das Kurzfrist-Rating "A-2" wurde bestätigt. Der DAX-Konzern habe sich im Krisenjahr 2009 gut behauptet und als widerstandsfähig erwiesen, begründete S&P die Rating-Hochstufung. Die Ratingagentur zeigte sich zudem zuversichtlich, dass die Verschuldungskennziffern von Linde in diesem Jahr den Anforderungen eines "A-"-Ratings entsprechen werden. NORDEX: Der Windanlagenbauer Nordex hat den Zuschlag für die Lieferung von 12 Großturbinen der Baureihe N90/2500 erhalten. Kunde ist ein griechischer Windpark-Entwickler, wie die Nordex AG, Norderstedt, am Donnerstag mitteilte. Die ersten Turbinen sollen im Herbst geliefert werden. Der komplette 30-MW-Windpark soll dann bis Mitte 2011 in Betrieb gehen. Die Anlagen sollen auf einen Jahresertrag von Megawattstunden kommen. Der Liefervertrag umfasst zudem einen fünfjährigen Premium-Service. Die vorbereitenden Infrastrukturarbeiten übernimmt der Kunde selbst. Finanzielle Details nannte Nordex nicht. RWE/BAYERNGAS: Das kommunale Gasunternehmen Bayerngas ist weiterhin an dem Erwerb des Ferngasnetzes des Energiekonzerns RWE interessiert. Bayerngas wolle das zum Verkauf stehende Ferngasnetz gemeinsam mit weiteren kommunalen Partnern und eventuell auch mit einem Finanzinvestor kaufen, sagte Bayerngas-Geschäftsführer Marc Hall Dow Jones am Rande einer Gaskonferenz am Mittwoch in Berlin. Bayerngas rechne nicht nur mit einem weiteren Zusammenwachsen der Marktgebiete, sondern gehe mittelfristig auch von einer Konsolidierung bei den Ferngasnetzbetreibern aus, sagte Hall weiter. In diesem Prozess wolle Bayerngas zu den Treibern der Entwicklung gehören. Auch biete der Betrieb eines Ferngasnetzes trotz der Regulierung gute Geschäftsmöglichkeiten. Anteilseigner von Bayerngas sind sieben bayerische Stadtwerke und die österreichische Tigas. Wie der Bayerngas-Geschäftsführer weiter sagte, ist mit dem Start des Verkaufsprozesses ab Mitte dieses Jahres zu rechnen. Die Bundesnetzagentur werde voraussichtlich noch vor der Sommerpause die für den Netzverkauf notwendige Berechnung der Erlösobergrenzen abschließen. In Branchenkreisen war der Preis für das unter Thyssengas firmierende und etwa km lange RWE-Ferngasnetz zuletzt auf rund 600 Mio EUR taxiert worden. SAP: Das Personalressort im Vorstand des Softwarekonzerns SAP wird einem Magazinbericht zufolge künftig mit einer Frau besetzt. Die Unilever- Managerin Angelika Dammann wechsele zur SAP AG, berichtet das "manager magazin" am Mittwoch. Der SAP-Aufsichtsrat werde auf seiner heutigen Sitzung beschließen, Dammann als Vorstandsmitglied des Walldorfer DAX-Konzerns zu bestellen. Die Entscheidung sei unter anderem auf Dammann gefallen, weil sie bereits für zwei weltweit operierenden Konzerne - Shell und Unilever - tätig gewesen sei, heißt es in dem Bericht weiter. Bei SAP war am Mittwochnachmittag auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. THYSSENKRUPP/MOODY'S: Die Werften-Vereinbarung zwischen der ThyssenKrupp AG und Abu Dhabi MAR hat keine Auswirkungen auf die Bonitätseinstufung des DAX- Konzerns durch die Ratingagentur Moody's. Die Vereinbarung sei Rating-neutral, teilte Moody's am Mittwoch mit. Gegenwärtig wird ThyssenKrupp von Moody's mit "Baa3" mit negativem Ausblick bewertet. Der in Duisburg und Essen ansässige Stahl-und Technologiekonzern hatte zuvor mitgeteilt, einen Großteil seiner Schiffbauaktivitäten wie erwartet an Abu Dhabi MAR abzugeben. Abu Dhabi MAR und ThyssenKrupp Marine Systems hätten einen entsprechenden Vertrag zur Übernahme von Blohm + Voss durch Abu Dhabi MAR unterzeichnet. Der Vertrag beinhaltet den Angaben zufolge den Erwerb von Blohm + Voss Shipyards in Hamburg sowie der Fertigungseinrichtungen für den zivilen Schiffbau der ehemaligen HDW Gaarden inklusive der Mitarbeiter in Kiel. Zudem übernehme Abu Dhabi MAR jeweils 80% an den Hamburger Ge- 3/7

4 sellschaften Blohm + Voss Repair und Blohm + Voss Industries. Die beiden Unternehmen einigten sich außerdem auf eine enge strategische Partnerschaft, die die Gründung eines paritätischen Joint Ventures für den Bereich Design und Projekt-Management im Überwasser- Marineschiffbau beinhaltet. Im Oktober 2009 hatten die beiden Unternehmen bereits eine Absichtserklärung zur Übernahme eines Großteils der Schiffbauaktivitäten durch Abu Dhabi MAR unterzeichnet. Darin war die Übernahme von HDW Gaarden nicht erwähnt worden. Allerdings hatten Gewerkschaften bereits vor längerem bekannt gegeben, dass auch HDW Gaarden an die Araber gehen soll. WIRECARD: Die Wirecard AG will ihren Aktionären nach dem soliden Wachstum im abgelaufenen Jahr eine Dividende von 0,09 EUR je Aktie zahlen. Dies werde der Hauptversammlung am 17. Juni 2010 vorgeschlagen, teilte das Unternehmen aus Grasbrunn am Donnerstag bei Vorlage des Geschäftsberichts 2009 mit hatte der im TecDax notierte Anbieter von elektronischen Zahlungs-und Risikomanagementlösungen die Anteilseigner erstmals am Ergebnis beteiligt und 0,08 EUR je Aktie ausgeschüttet stieg der Konzernumsatz um rund 16% auf 228,5 Mio EUR. Das EBITDA wuchs um ebenfalls 16% auf 60,7 (52,4) Mio EUR, während das EBIT 56,5 (49,0) Mio EUR erreichte. Den Gewinn nach Steuern bezifferte Wirecard auf 45,5 (42,3) Mio EUR bzw 0,45 (0,41) EUR je Aktie. An der Einschätzung für das laufende Jahr hält das Unternehmen fest und bestätigte die Ende Januar genannte Prognose eines EBITDA von 70 Mio bis 75 Mio EUR. Wirecard sei zuversichtlich, ihre Ziele zu erreichen, wird Vorstandsvorsitzender Markus Braun am Donnerstag in einer Mitteilung zitiert. An der strategischen Konzentration auf Europa und Asien halte der Konzern fest. Er gehe davon aus, dass der Internetmarkt auch in den nächsten Jahren ein kraftvoller Wachstumsmarkt sein werde. SCHWEIZ METALL ZUG: Die Metall Zug Gruppe rechnet im laufenden Geschäftsjahr 2010 mit einem Umsatz von mehr als 800 Mio CHF. Der Betriebsgewinn soll bei rund 85 Mio CHF zu liegen kommen, teilte die Gruppe am Donnerstag mit. Insgesamt rechnet die Gruppe aber auch im Jahr 2010 mit einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld. In der Schweiz dürfte die Gesamtnachfrage für Haushaltapparate kaum zunehmen und auf den internationalen Märkten werde sich der Konkurrenzkampf weiter verschärfen, heisst es weiter. Von den Geschäftsbereichen Infection Control und Wire Processing könne ein moderates Umsatzwachstum sowie eine Ergebnissteigerung erwartet werden. Aufgrund der Portfolioerweiterungen werde auch der Immobilienbereich die Erträge steigern können, schreibt Metall Zug. Das Jahresergebnis 2009 hat Metall Zug bereits Ende März vorgelegt. Dabei wurde ein Rückgang des Umsatzes um 2,3% auf 790,2 Mio CHF ausgewiesen und ein Rückgang des Betriebsergebnisses (EBIT) um 31,7% auf 61,8 Mio. Dank eines starken Finanzergebnisses von 22,7 Mio konnte die Gruppe den Gewinn dennoch um 125,3% auf 71,7 Mio CHF steigern. Den Aktionären soll eine unveränderte Dividende von 20,25 Mio CHF ausgeschüttet werden. Dies entspreche 4,50 CHF je Namenaktie A und 45 CHF je Namenaktie B, hiess es Ende März. Weiter soll den Aktionären die Zuwahl von zwei neuen Mitgliedern in den Verwaltungsrat vorgeschlagen werden, bestätigt das Unternehmen. Der Wahl stellen sich Peter Terwiesch, Chief Technology Officer bei ABB, und Martin Wipfli, geschäftsführender Partner der Baryon. Auf der anderen Seite werde Günter F. Kelm aus dem Verwaltungsrat zurücktreten, um eine schrittweise Erneuerung des Gremiums zu ermöglichen. ROCHE: Der schweizerische Pharmakonzern Roche hat den Umsatz im ersten Quartal in lokalen Währungen um 9% auf 12,25 (11,58) Mrd CHF gesteigert und damit besser abgeschnitten als von Analysten mit 11,89 Mrd CHF erwartet. Zudem bestätigte die Roche Holding AG, Basel, am Donnerstag den Ausblick für Für 2010 rechnet Roche für die Division Pharma und den Konzern mit einem Verkaufszuwachs in lokalen Währungen im mittleren einstelligen Prozent-Bereich (ohne die Verkäufe von Tamiflu). Für das Segment Diagnostics werde ein deutlich über dem Markt liegendes Verkaufswachstum erwartet. Zwar sei davon auszugehen, dass die Verkäufe von Tamiflu von 3,2 Mrd CHF im Vorjahr auf 1,2 Mrd CHF zurückgehen werden, dennoch strebe Roche für 2010 ein prozentual zweistelliges Wachstum des Kerngewinns pro Aktie zu konstanten Wechselkursen an. In der Sparte Pharma kletterten die Verkäufe im ersten Quartal um 10% (6% in Franken, 15% in US-Dollar) auf 9,73 Mrd CHF. Analysten hatten hier 9,38 Mrd CHF vorhergesagt. Wie von Beobachtern erwartet, profitierte der Konzern vor allem von seinen Krebsmedikamenten. Für das umsatzstärkste Krebsmedikament Avastin meldete Roche ein Umsatzplus von 18%. Mit dem Grippemittel Tamiflu wurden 517 Mio CHF und damit 32% mehr umgesetzt. Die Sparte Diagnostics wachse mit 9% weiterhin deutlich schneller als der Markt, stellte der Konzern fest. Gestützt werde die Entwicklung von den Produkten der Bereiche Professional Diagnostics, Diabetes Care und Applied Science. "Mit einem Wachstum von 9% hat Roche das Geschäftsjahr 2010 sehr gut begonnen", kommentierte CEO Severin Schwan die Zahlen. Beide Divisionen würden weiterhin schneller als ihre jeweiligen Märkte wachsen. Damit sei Roche 2010 voll auf Kurs. Mit Blick auf die Forschungs- und Entwicklungs-Pipeline in der späten Entwicklungsphase kündigte Schwan an, dass noch in diesem Jahr bei der US-Gesundheitsbehörde FDA ein Zulassungsgesuch für das Brustkrebsmedikament T-DM1 eingereicht werde. SGS: Der Warenprüfkonzern SGS SA übernimmt die Korea Construction Quality Test & Analysis (KCQT). Das südkoreanische Unternehmen erwirtschaftete 2009 einen Umsatz von 7 Mio CHF und beschäftigt derzeit 60 Mitarbeiter, wie SGS am Donnerstag mitteilt. Über den Übernahmepreis werden in der Meldung keine Angaben gemacht. Die Transaktion geschehe in Einklang mit der Wachstumsstrategie von SGS Industrialservices, heisst es weiter. KCQT wurde im 2000 gegründet und ist im Bereich der Prüfung von Baumaterial und Geotechnik aktiv. SULZER: Die Marktsitutation für die vier Kerndivisionen der Sulzer AG hat sich gemäss CEO Ton Büchner weiter verbessert. Es gebe positive Signale, erklärte Büchner am Donnerstag im Gespräch mit AWP. "Wir gehen neu davon aus, dass der Bestellungseingang im Jahr 2010 sich auf vergleichbarem Niveau wie im 2009 bewegen wird. Noch im Januar haben wir mit einem Rückgang gerechnet," so Büchner. Die Belebung der Märkte habe sich insbesondere bei Grossprojekten gezeigt. "Einige Grossprojekte sind wieder aus dem 'Kühlschrank' genommen worden, nachdem 4/7

5 die Kunden aufgrund der konjunkturellen Unsicherheiten über längere Zeit mit einer Realisierung dieser Projekte zugewartet hatten", sagte Büchner. Dies sei zwar keine strukturelle Verbesserung des Marktes mit Neuprojekten, zeige aber auf, dass die Weltkonjunktur von den Kunden wieder optimistischer beurteilt wird. Büchner rechnet damit, dass in den kommenden Monaten weitere solche Grossprojekte reaktiviert werden. An den Mittelfristzielen der Gruppe hält Büchner fest. Eine Neubeurteilung werde frühestens bei der Publikation der Halbjahreszahlen vorgenommen. Zuletzt hatte Sulzer für die Jahre 2010 und 2011 ein durchschnittliches Umsatzminus von 5% sowie einen Rückgang der EBIT-Marge vor Restrukturierungskosten in den Bereich von 10% erwartet. Auch sei Sulzer mit dem Restrukturierungsprogramm gut auf Kurs. "Wir sind der Meinung, dass wir die Lage Ende 2009 richtig eingeschätzt haben. Mit der Restrukturierung kommen wir sogar schneller voran, als geplant", sagte Büchner. Bis im Jahr 2011 will Sulzer mit verschiedenen Massnahmen Kosten im Umfang von 110 Mio CHF einsparen. Sulzer hält zudem weiter Ausschau nach möglichen Übernahmen. "Wir haben in allen Kerndivisionen einige kleinere Firmen, die wir anschauen, in der Pipeline", so der CEO. Noch sei aber nichts spruchreif. "Wir kommunizieren erst, wenn die Verträge unterzeichnet sind." SYNGENTA: NTA: Der Agrochemiekonzern Syngenta hat im ersten Quartal 2010 unter dem langen Winter auf der Nordhalbkugel gelitten. In Lateinamerika habe das Unternehmen hingegen eine "hervorragende" Anbausaison erlebt. Ab dem zweiten Quartal rechnet Syngenta wieder mit steigenden Absatzmengen. Das Unternehmen rechnet weiterhin mit einem steigenden Gewinn pro Aktie. Der Umsatz ging um 3% auf 3'528 Mio USD zurück, profitierte jedoch von einem schwächeren Dollar. Zu konstanten Wechselkursen wären die Verkäufe um 8% zurückgegangen. Auf der nördlichen Halbkugel habe die Anbausaison spät begonnen, wobei sich das Geschäft gegen Ende des Quartals deutlich verbessert habe, teilte Syngenta am Donnerstag mit. Der ausgewiesene Umsatz lag rund 2% unter den durchschnittlichen Analystenschätzungen. Der Umsatz des Bereichs Pflanzenschutz sank im Berichtszeitraum um 3% auf 2'510 Mio USD oder um 8% in Lokalwährungen. Der Rückgang geht zu gleichen Teilen auf die Absatzmengen und auf tiefere Preise zurück. In Europa habe sich der lange Winter auf das Pflanzenschutzgeschäft ausgewirkt, in der Region NAFTA hätten hohe Lagerbestände in den Vertriebskanälen zu einem härteren Marktumfeld geführt, insbesondere bei Glyphosat und einigen selektiven Herbiziden. Lateinamerika habe hingegen eine "hervorragende" Anbausaison mit deutlich höheren Umsätzen verzeichnet. Die Anbauflächen für Soja seien ausgedehnt worden und ergiebige Niederschläge hätten den Krankheitsbefall erhöht. Dies führte zu einem intensivierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. In den Schwellenländern Asiens habe sich das Wachstum fortgesetzt. Die Umsätze mit selektiven Herbiziden gingen wegen der verspäteten Anbausaison auf der Nordhalbkugel und der Verschiebung von Umsätzen in Frankreich und Deutschland um 7% zurück. Der Rückgang bei nicht-selektiven Herbiziden um 29% spiegelt Syngenta zufolge den Druck im Glyphosatmarkt wider. Der Umsatz des Geschäftsbereiches Saatgut sank um 2% auf 1'036 Mio USD oder um 6% in Lokalwährungen. Um vorgezogenen Verkäufe bei Mais & Soja in der Region NAFTA im vierten Quartal 2009 bereinigt, hätte der Umsatz jedoch 7% höher gelegen. Das Absatzvolumen des Geschäftsbereiches sank insgesamt um 6%, während die Verkaufspreise unverändert blieben. Der Umsatz mit Mais- und Sojasaatgut stieg auf bereinigter Basis um 6%. Insbesondere in den USA sei eine "starke" Performance erzielt worden, Grund sei die Angebotsausdehnung beim Triple-Stack-Maissaatgut. Auf der Nordhalbkugel entwickelt sich die Anbausaison dem Unternehmen zufolge nach dem späten Beginn "erfreulich". Syngenta erwartet daher eine Reduktion der hohen Lagerbestände in den Vertriebskanälen, die zuletzt zu den niedrigeren Preisen von Pflanzenschutzmitteln beigetragen hätten. Syngenta rechne ab Beginn des zweiten Quartals 2010 mit wieder steigenden Absatzmengen. Das Unternehmen werde im Gesamtjahr von niedrigeren Rohstoffkosten, günstigen Währungseffekten sowie weiteren Margenverbesserungen im Bereich Saatgut profitieren. Diese Faktoren würden ein Wachstum beim operativen Ergebnis ermöglichen. Dieses Wachstum werde die Entwicklung des Gewinns pro Aktie übersteigen, so Syngenta weiter. Darueberhinaus sieht sich Syngenta vom Strategiewechsel seines Konkurrenten Monsanto bei der Preisgestaltung von Saatgut nicht unter Zugzwang. Die Amerikaner haben zuletzt wegen Absatzproblemen ihre Preisstrategie auf den Prüfstand gestellt und planen die Umsetzung eines dynamischeren Modells, dass unter anderem vermehrt Nachlässe vorsieht. "Wir sehen keinen Strategiewechsel für die Saatgutsparte vor", sagte CEO Mike Mack am Donnerstag im Gespräch mit AWP. Das EBITDA-Margenziel von 15% bis 2011 für die Saatgutsparte bleibe daher unangetastet. EUROPA AMADEUS: Der Reise-Reservierungsanbieter Amadeus hat die indikative Preisspanne für den geplanten Börsengang auf 9,20 bis 12,20 EUR je Aktie festgelegt. Das Madrider Unternehmen hat nach eigenen Angaben vom Mittwoch damit eine Marktkapitalisierung von 4,3 Mrd bis 5,4 Mrd EUR. Wenn die Platzierung gelingt, wäre es der bisher größte Börsengang in Europa in diesem Jahr. Der Unternehmenswert (Enterprise Value) entspräche den weiteren Angaben zufolge 7,3 Mrd bis 8,4 Mrd EUR. Das Emissionsangebot sei als eine globale Tranche für spanische und internationale Investoren strukturiert, hieß es weiter. Goldman Sachs International, J.P. Morgan und Morgan Stanley seien als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners des Emissionsangebots beauftragt worden. Ende März hatte die Amadeus IT Holding SA Pläne für ein IPO an der Madrider Börse im ersten Halbjahr angekündigt. Das Unternehmen will mindestens 25% neue Aktien platzieren und damit rund 910 Mio EUR einsammeln. Die Hauptaktionäre - mit Ausnahme der Fluggesellschaft Iberia - wollen zudem 35,3 Mio Aktien verkaufen und damit 324,5 Mio bis 430,3 Mio EUR aufbringen. Mit den Erlösen sollen die Schulden zurückgeführt werden. Notiert werden sollen die neuen Anteilsscheine ab dem 29. April. Amadeus war 2005 von der Börse genommen worden, nachdem die Private-Equity-Gesellschaften BC Partners und Cinven einen Mehrheitsanteil von den Fluggesellschaften Iberia, Air France-KLM und der Deutschen Lufthansa übernommen hatten. Air France ist noch mit 23,14% beteiligt. Iberia und Lufthansa halten jeweils 11,57%. BC Partners und Cinven Group kommen zusammen auf 52,76%. Amadeus bietet Technologie- und Vertriebslösungen für die Reise- und Tourismusbranche an setzte die Gesellschaft 2,46 Mrd EUR um und erzielte ein bereinigtes EBITDA von 897 Mio EUR. 5/7

6 DANONE: Begünstigt von dem besseren Wirtschaftsumfeld hat die Danone SA im Auftaktquartal 2010 einen Umsatzsprung verzeichnet. Wie der Nahrungsmittelkonzern aus Paris am Donnerstag mitteilte, kletterten die Erlöse um 8,3% auf 3,98 (Vorjahr 3,67) Mrd EUR. Damit nahmen die Franzosen mehr ein, als von Analysten mit 3,91 Mrd EUR im Mittel erwartet. Zudem bekräftige der Hersteller probiotischer Joghurtdrinks seine Prognose für das laufende Gesamtjahr. Demnach sollten die vergleichbaren Umsätze um mindestens 5% zulegen. FLUGHAFEN WIEN: Der Flughafen Wien hat im März 2010 mehr Passagiere befördert als im Vorjahresmonat. Wie der Flughafenbetreiber am Donnerstag mitteilte, stieg die Anzahl der abgefertigten Passagiere um 9% auf 1,492 Millionen. Osteuropa verbuchte bei den Passagierzahlen im Vergleich zum März 2009 ein Plus von 12,9%. Während die Anzahl der Fluggäste nach Westeuropa um 9,2% stieg, verzeichnete der Nahe und Mittlere Osten im Berichtsmonat einen Passagierzuwachs von 22,4%. Die Flugbewegungen stiegen um 3%, das Höchstabfluggewicht (Maximum Take Off Weight) legte um 7,7% zu, die Fracht um 32,6%. RIO TINTO: Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto hat im ersten Quartal mit rund 43,4 Mio t 39% mehr Eisenerz gefördert als im Jahr zuvor. Grund für den Anstieg war ein Basiseffekt, in den ersten drei Monaten des Vorjahres hatten starke Regenfälle die Erzeugung beeinträchtigt, schreibt die in London ansässige Rio Tinto plc am Donnerstag im Operation Report. Gegenüber dem Vorquartal, einem Rekordquartal, ging die Produktion um 8% zurück. In der Eisenerzmine Pilbara seien 53 Mio t gefördert worden, 48% mehr als im Vorjahr. Davon seien dem Unternehmen 41 Mio t zuzurechnen. Für das Jahr 2010 erwartet die Gesellschaft in ihren Minen in Australien und Kanada eine Förderung von etwa 234 Mio t. Die Erzeugung von Kupfermetall sank in der Berichtszeit um 8% auf t soll die Gewinnung von Kupfer und raffiniertem Kupfer t bzw t erreichen. Der Aluminumausstoß ging in den ersten drei Monaten 2010 um 1% auf t zurück. Die Nachfrage aus China sei deutlich gestiegen, und auf den Märkten in einigen OECD-Ländern sei eine Erholung beobachtet worden, führte CEO Tom Albanese an. Dennoch sei er hinsichtlich der kurzfristigen Visibilität vorsichtig. Langfristig sei der Ausblick aber weiterhin stark. AMERIKA APPLE/IPAD: Wegen der starken Nachfrage in den USA müssen die Käufer in Deutschland und anderen Ländern länger als geplant auf das ipad warten. Der Hersteller Apple verschob den Verkaufsstart seines neuen Tablet-Computers am Mittwoch außerhalb der USA auf Ende Mai. Das US- Unternehmen sprach in einer Erklärung von einer "schwierigen Entscheidung" und räumte ein, selbst von der hohen Nachfrage in den USA überrascht worden zu sein. "Obwohl wir mehr als ipads in der ersten Woche ausgeliefert haben, ist die Nachfrage sehr viel höher als vorausgesagt und wird unser Angebot vermutlich auch in den nächsten Wochen noch übersteigen", erklärte Apple. Details zum Verkauf und den Preisen will das Unternehmen am 10. Mai bekanntgeben. Dann können außerhalb der USA auch erstmals Geräte online vorbestellt werden. Eigentlich hätte das Gerät in Deutschland und anderen Ländern bereits Ende April in den Handel kommen sollen. "Wir wissen, dass viele internationale Kunden jetzt enttäuscht sein werden", erklärte Apple. Die große Nachfrage in den USA stelle aber die Qualität des Geräts unter Beweis. Analysten von Credit Suisse gehen inzwischen davon aus, dass Apple im ersten Jahr 4,8 Millionen und im zweiten Jahr 8,7 Millionen ipads verkaufen wird. Experten von Morgan Stanley rechnen sogar mit sechs Millionen verkauften Geräten im ersten Jahr. Apple verkauft das ipad, das eine völlig neue Klasse von Geräten zwischen Computer und Handy begründen soll, seit Anfang April in den USA. Allein am ersten Tag gingen rund Geräte über den Ladentisch. Der Tablet-PC sieht aus wie das Apple-Handy iphone, ist aber etwa so groß wie ein DIN- A4-Blatt. Bedient wird es über einen Touchscreen, also einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Gedacht ist das Gerät vor allem zur mobilen Unterhaltung: Die Besitzer können darauf Musik hören, Filme ansehen, spielen und Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften lesen. MORGAN STANLEY/FIDEURAM/BANCA INTESA: Morgan Stanley führt keine Gespräche über eine Beteiligung an der Intesa-Tochter Fideuram. Mit dieser Aussage reagierte der Leiter der Italien- Aktivitäten der US-Bank, Domenico Siniscalco, am Mittwoch auf einen Zeitungsbericht, wonach Morgan Stanley beim geplanten Börsengang der Intesa-Tochter Fideuram einen Anteil von 5% bis 10% übernehmen könnte. Zu Gerüchten, er könne in Kürze zum Chairman des Management Board der Intesa Sanpaolo SpA ernannt werden, sagte Siniscalco am Mittwoch am Rande einer Veranstaltung in Venedig, für derartige Diskussionen sei es noch zu früh. UPS: Das US-Logistikunternehmen United Parcel Services (UPS) hat im ersten Quartal 2010 besser abgeschnitten als am Markt erwartet und seine Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Der in Atlanta ansässige Konzern meldete am späten Mittwoch ein Ergebnis je Aktie von 0,53 (0,40) USD. Nach Sonderposten verblieben 0,71 (0,52) USD je Anteil. Der Umsatz legte um 7% zu, gestützt von einem Anstieg um 18% im internationalen Paketgeschäft sowie einem Plus von 14% im Segment Supply Chain und Fracht. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit einem bereinigten Ergebnis je Aktie von 0,58 USD und einer Zunahme des Umsatzes um 6% auf 11,56 Mrd USD gerechnet. Die Zahlen des gemessen am Auslieferungsaufkommen größten Logistikkonzerns werden als Stimmungsbaraomter für den weltweiten Handel gesehen. Die United Parcel Service Inc (UPS) hatte nach Aussage ihres CFO Kurt Kuehn damit gerechnet, dass das erste Quartal das schwierigste im Jahr 2010 sein würde. Nun aber sei der Umsatz stärker gestiegen als erwartet, vor allem dank der Entwicklung im internationalen Geschäft. Auch in den USA seien die Auslieferungen im Jahresvergleich erstmals seit mehr zwei Jahren wieder gestiegen. UPS kommt ebenso wie dem Wettbewerber FedEx die Erholung der US-Wirtschaft zugute. Für das Gesamtjahr erwartet UPS nun ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 3,05 bis 3,30 USD, im Februar waren 2,70 bis 3,05 USD in Aussicht gestellt worden. Weitere Angaben zum ersten Quartal will UPS am ursprünglich für die Veröffentlichung der Erstquartalsergebnisse genannten Termin, dem 27. April, machen. 6/7

7 ASIEN AGRICULTURAL BANK OF CHINA: Die Börsenpläne der Agricultural Bank of China nehmen Form an. Das Finanzhaus hat eine Gruppe von Konsortialbanken für ihren geplanten Börsengang (IPO) in Schanghai und Hongkong ausgewählt, wie die Agricultural Bank am Mittwoch auf ihrer Webseite mitteilte. Von den gewählten Konsortialbanken soll einzig die China International Capital Corp sowohl das IPO in Hongkong als auch in Schanghai betreuen. Citic Securities Co, Guotai Junan Securities Co und China Galaxy Securities Co sind für die A-Aktien-Emission in China zuständig. Goldman Sachs Group Inc, JPMorgan Chase & Co, Morgan Stanley, die Deutsche Bank AG und Macquarie Group Ltd betreuen die H-Aktien-Emission in Hongkong, hieß es auf der Webseite. Auch die hausinterne Investmentbanking-Sparte der Agricultural Bank, ABC International Holdings Ltd, werde beim Börsengang in Hongkong mitarbeiten. Die Agricultural Bank ist das letzte der vier großen Kreditinstitute des Landes, das noch nicht börsennotiert ist. Der IPO könnte nach Einschätzung von Analysten und Investmentbanken durchaus den 22 Mrd USD schweren Börsengang der Industrial & Commercial Bank of China Ltd im Jahr 2006 übertreffen und damit zum bis dato weltgrößten werden. Der Zeitpunkt des Listings ist noch ungewiss, wird von Investmentbanken in Asien ebenso wie weltweit jedoch sehnsüchtig erwartet, die auf Gebühren von insgesamt rund 500 Mio USD hoffen. Weitere Einzelheiten nannten die chinesische Bank nicht. Mit der Angelegenheit vertraute Personen erklärten jedoch, der IPO solle im dritten Quartal oder Anfang des vierten Quartals stattfinden, abhängig von den Marktbedingungen. MACARTHUR/NEW HOPE: Der australische Kohlekonzern Macarthur hat am Mittwoch auch das revidierte Übernahmeangebot des Wettbewerbers New Hope zurückgewiesen. Gleichzeitig erklärte die Macarthur Coal Ltd, sie wolle ihre Aktionäre wie geplant am Montag über die eigene angestrebte Übernahme des australischen Konkurrenten Gloucester Coal abstimmen lassen. Um Macarthur ist ein Bieterwettstreit entbrannt. Erst vor einer Woche hatte der Konzern ein verbessertes Angebot über 3,56 Mrd AUD des US-Kohlekonzerns Peabody Energy als zu niedrig zurückgewiesen. New Hope hatte am Mittwoch ihr ursprüngliches Gebot abgeändert. Der australische Kohlekonzern bietet weiterhin 3,71 Mrd AUD, anders als zuvor besteht die Offerte jedoch nicht mehr vollständig aus Aktien. Die Anteilseigner können zwischen 2,7 New-Hope-Aktien für eine Macarthur-Aktie oder 14,50 AUD je Aktie in bar wählen. Die Höchstsumme, die New Hope in bar zahlen wird, ist auf 950 Mio AUD begrenzt. Laut Macarthur enthält das Angebot aber keinen angemessenen Aufschlag dar. Der Konzern bevorzuge immer noch die eigene Übernahme von Cloucester und den damit verbundenen Kauf des restlichen Anteils am Middlemount-Kohleprojektes von Coucsters Mehrheitsaktionär Noble Group Ltd. Macarthur hatte im Dezember ein freundliches Angebot für Cloucester unterbreitet. "Der Vorstand hat den Aktionären Übernahme von Cloucester und die Akquisition von Middlemount empfohlen, und glaubt weiterhin, dass diese Transaktionen im besten Interesse von Macarthur und ihren Aktionären sind, auch nachdem das verbesserte Angebot von New Hope in Betracht gezogen wurde", erklärte Macarthur-Chairman Keith de Lacy. Auch der schweizerische Rohstoffkonzern Xstrata hat Kontakt zu Macarthur aufgenommen und die Macquarie Bank als Berater engagiert. Dies befeuerte Spekulationen Xstrata könnte in den Bieterwettstreit um die Kontrolle über den australischen Konzern einsteigen. TOYOTA: Der japanische Automobilhersteller Toyota hat am Donnerstag einen weltweiten Verkaufsstopp seines Geländewagens "Lexus GX 460" verhängt, nachdem die Maßnahme zunächst nur in den USA umgesetzt worden war. "Die Firma hat entschieden, den Geländewagenverkauf weltweit auszusetzen, das heißt nach den USA auch in Russland und im Nahen Osten", sagte eine Sprecherin in Tokio. Die Vierradantrieb- Versionen anderer Modelle wie Land Cruiser, Land Cruiser Prado und Rav4 würden überprüft, deren Verkauf werde aber nicht ausgesetzt, sagte die Sprecherin. Ein US-Verbrauchermagazin hatte beim Lexus GX 460 Sicherheitsmängel kritisiert und in einem seltenen Schritt vom Kauf abgeraten. Wegen Schwachstellen in der Elektronik könne das Fahrzeug sich bei hohem Tempo überschlagen, hatte "Consumer Reports" gewarnt. In Deutschland wird der Lexus GX 460 einer Firmensprecherin zufolge nicht verkauft. Der japanische Konzern hat derzeit mit einer beispiellosen Pannenserie zu kämpfen. Die US-Regierung will gegen das Unternehmen eine Millionenstrafe verhängen, weil sie auf Sicherheitsprobleme nicht schnell genug reagiert haben soll. wurde Ihnen überreicht durch: Sallfort AG - Your personal broker Institutional Sales & Trading Dufourstrasse 25, Postfach 525 CH Basel Tel.: +41 (0) Fax: +41 (0) /7

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