3. Inzell-Forum Stadt und Umland im Rahmen der Inzell-Initiative Verkehrsprobleme gemeinsam lösen von BMW und LH München 18. Mai 2011, Oberhaching

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1 E r g e b n i s p r o t o k o l l 3. Inzell-Forum Stadt und Umland im Rahmen der Inzell-Initiative Verkehrsprobleme gemeinsam lösen von BMW und LH München 18. Mai 2011, Oberhaching Begrüßung und Einführung Horst Mentz, Abteilungsleiter Verkehrsplanung, Planungsreferat LH München Joseph Seybold, Abteilung Verkehr, Referat Stadtverkehr, IHK Stefan Schelle, Bürgermeister Oberhaching TOP 1: Der Mobilitätskostenrechner als Internet-Tool zum Vergleich von Wohn- und Fahrtkosten in der Region München Bernhard Fink, MVV München TOP 2: Ergebnisse der 2. Stufe des Projekts Siedlungsentwicklung und Mobilität Birgit Kastrup, Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München TOP 3: Langfristige Siedlungsentwicklung in der Region München Gerhard Gross, Planungsreferat LH München TOP 4: Projekte der AG Mobilität der Europäischen Metropolregion München- EMM Horst Mentz, Planungsreferat LH München, Leiter der AG Mobilität - EMM Alexander Kreipl, ADAC Südbayern sowie Joseph Seybold, IHK für München und Oberbayern Leiter der FAG Wirtschafts- und Pendlerverkehr TOP 5: Sonstiges Beginn des Forums: Ende des Forums: 13:15 Uhr 16:30 Uhr Teilnehmerliste Anlage 1 CD mit allen 6 Vorträgen des 3. Inzell-Forums Stadt und Umland Anlage 2 Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern Postanschrift: München Hausanschrift: Max-Joseph-Straße 2, München Tel Fax Internet:

2 Seite 2 Begrüßung und Einführung Herr Mentz eröffnet als einer der beiden Paten des Forums das 3. Inzell-Forum Stadt und Umland. Er weist auf die Tradition der stadt-regionalen Kooperation und des Austauschs zwischen Landeshauptstadt und Umlandgemeinden hin, die im Stadt-Umland-Forum seit 2004 betrieben wird und betont aufgrund der zunehmenden stadtgrenzenüberschreitenden Verkehre die Bedeutung diese Zusammenarbeit fortzusetzen und zu intensivieren. (Präsentation siehe CD Vortrag 1 ) Herr Bürgermeister Schelle betont, dass mit dem neuen E-Netz Rosenheim im Südosten Münchens das ÖV-Angebot in der südöstlichen Metropolregion München verbessert werden wird. Gerade die aktuelle Entwicklung zeige, dass man in einer Region mit Wachstum an Einwohnern und Arbeitsplätzen bezahlbare Mobilität nach weiter draußen, außerhalb des Stadt-Umland-Bereichs schaffen muss, um mit der Erweiterung des Einzugsbereichs Wachstumsdruck von innen zu nehmen. Er stellt fest, dass der aktuelle Umgriff des MVV-Raumes und das Tarif-System von 1972 stammt und aufgrund der Entwicklungen der vergangenen 20 Jahre heute nicht mehr zeitgemäß ist. Beispielsweise müsste das Tarifsystem vereinfacht werden, um auch Gelegenheitsfahrer und Freizeitverkehr zur MVV-Nutzung zu bringen. Hinsichtlich des Umgriffs wäre eine Erweiterung des Verbunds auf den EMM-Raum mittelfristig sinnvoll. Herr Seybold begrüßt stellvertretend für Herrn Dr. Rothkopf ebenso in seiner Eigenschaft als Forums-Pate die Teilnehmer. Sein besonderer Dank gilt Herrn Schelle, Bürgermeister der Gemeinde Oberhaching, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten und die Übernahme der Teilnehmer-Bewirtung. Er betont, dass man für die Durchführung des 3. Inzell-Forums keinen besseren Ort als die Gemeinde Oberhaching hätte wählen können. Zum einen führt die Autobahn A 995 von der Landeshauptstadt München direkt nach Oberhaching und von hier weiter zum Autobahnkreuz München- Süd. Zum anderen verfügt die Gemeinde über den sogenannten Biberger Bürgerbus, dessen Betrieb allein auf dem freiwilligen Engagement von Bürgern basiert und von der Gemeinde lediglich finanziell unterstützt wird. Gerade im Hinblick auf den Bürgerbus kann festgehalten werden, dass das Generalmotto der Inzell-Initiative nämlich Verkehrsprobleme gemeinsam lösen in Oberhaching bereits in geradezu vorbildlicher Weise praktiziert wird.

3 Seite 3 1. Der Mobilitätskostenrechner als Internet-Tool zum Vergleich von Wohn- und Fahrtkosten in der Region München Bernhard Fink, MVV München Herr Fink präsentiert den erstmals entwickelten Wohn-Mobilitätsrechner (WoMo- Rechner) des MVV München. Ziel dieses Rechners ist es, einen Vergleich und die Veränderung von Wohn- und Mobilitätskosten in Abhängigkeit der räumlichen Lage der Wohnung zum Arbeitsplatz zu erhalten. Damit soll eine sowohl auf objektiven Kosten als auch auf zeitlichen und Umweltaspekten (CO 2 -Ausstoß) beruhende Hilfestellung bei der Wohnortentscheidung geboten werden. (Präsentation siehe CD Vortrag 2 ) In der anschließenden Diskussion wurden folgende Fragestellungen erörtert und geklärt: Bisher sind nur MVV-Parameter einbezogen worden. Schon jetzt wurde oftmals der Wunsch geäußert, den WoMo-Rechner für die gesamte EMM-Region anzubieten. Jedoch sei es schwierig an die erforderlichen Daten zu kommen bzw. deren Gültigkeit zu verantworten, da sie nicht beim MVV existierten, sondern extern eingeholt werden müssten. Je nach Wohnstandort werden für die Mobilitätskosten und den Schadstoffausstoß zusätzliche Wege mit dem PKW oder ÖV (sonstige Wege) angenommen. Hierzu wurde eine Unterteilung der Wohnstandorte in Mobilitätsklassen vorgenommen und als Rechengrundlage hinterlegt. Da sonstige weitere Wege im WoMo-Rechner eingegeben werden können, können auch Freizeitwege integriert werden. Ein zusätzliches extra WoMo-Tool für Freizeitwege sei jedoch nicht geplant, da der Freizeitverkehr nur schwer abgebildet werden kann. Des Weiteren solle der WoMo-Rechner so einfach wie möglich bleiben und mit möglichst wenigen Eingaben auskommen. Die Kraftstoffpreise sind zum Start des WoMo-Rechners am 1. Mai 2011 mit dem damals aktuellen Preis von (1,55 EUR für Super, 1,40 EUR für Diesel) hinterlegt worden. Tatsächlich können diese jedoch auch vom Nutzer entsprechend individuell eingegeben werden. P & R Preise seien nicht hinterlegt, würden jedoch nur einen minimalen Einfluss auf das Ergebnis haben.

4 Seite 4 2. Ergebnisse der 2. Stufe des Projekts Siedlungsentwicklung und Mobilität Birgit Kastrup, PV München Frau Kastrup stellt die Ergebnisse der 2. Stufe der Siedlungsentwicklung und Mobilität vor, deren Schwerpunkt auf der Untersuchung fiskalischer Wirkungen aus kommunaler Sicht liegen. Am Projekt beteiligt waren neun Kommunen im Münchner Umland. Die Ergebnisse sollen Kommunen Hilfestellung zur detaillierten Bewertung der Flächen zur Flächennutzungsplanung und Baulandausweisung bieten. Es werden zudem Aussagen getroffen, ob es sich für eine Kommune lohnt Bauland auszuweisen und ob eine SPNVnahe Lage Einfluss auf die Kosten hat. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die Bilanz für Kommunen im Münchner Umland plus / minus Null bis eher negativ ist. Kommunale Grundstückstransaktionen können die Bilanz jedoch in einen deutlich positiven Bereich heben. Tendenziell stehen SPNV-nahe Baugebiete fiskalisch besser da als SPNV-ferne. Die Kurzfassung des Berichts steht über folgenden Link als PDF zur Verfügung: Die Langfassung kann auf Anfrage per CD bereitgestellt werden. (Präsentation siehe CD Vortrag 3 ) In der anschließenden Diskussion wurden folgende Dinge erörtert: Kostenbeteiligungen von Grundstückseigentümern im Rahmen städtebaulicher Verträge wurden in den Berechnungen berücksichtigt. Bisher handelt es sich um Fallstudien, deren Ergebnisse nur tendenziell auf andere Kommunen übertragen werden können. Ein entsprechendes allgemeinverfügbares Werkzeug existiert bisher nur für den Hamburger Raum Was kostet mein Baugebiet?. Jedoch zeigt dieses Tool auch, dass ortspezifische Unterschiede sehr stark durchschlagen können. Um die kommunalen Kosten des Infrastrukturerhalts und -ausbaus zu verringern, könnte das Instrument der Straßenausbaubeitragssatzung zukünftig in immer mehr Kommunen eine Rolle spielen.

5 Seite 5 3. Langfristige Siedlungsentwicklung in der Region Gerhard Gross, Planungsreferat LH München Herr Gross präsentiert die prognostizierten Entwicklungen und daraus resultierenden Planungen zur langfristigen Siedlungsentwicklung in München und der Region. Sowohl für die LH München als auch für das Umland wird für die nächsten zwanzig Jahre ein starker Zuwachs an Einwohnern und Beschäftigten prognostiziert. Dem entstehenden Wohnungsdruck muss durch eine langfristige und vorausschauende Planung von Siedlungsflächen und Infrastruktur in Stadt und Umland entgegengewirkt werden. Zunehmende Flächenknappheit, v.a. innerhalb der Stadtgrenze, steht dem entgegen. Durch Umstrukturierung und Verdichtung in innerstädtischen Gebieten sowie durch Ausweisung von Neubauflächen am Stadtrand wird versucht, auf städtischer Ebene der absehbaren Entwicklung langfristig Rechnung zu tragen. Da der prognostizierte Zuwachs an Einwohnern und Beschäftigten die Region München ebenso wie die Landeshauptstadt betrifft, sollten auch im Umland und der gesamten Metropolregion Strategien diskutiert und konkrete Maßnahmen entwickelt werden, um durch Ausweisung von Siedlungsflächen an geeigneten Orten und bedarfsgerechten Ausbau des schienengebundenen ÖPNVs einem zukünftigen Engpass an bezahlbaren Wohnraum entgegenzuwirken. Hierfür erscheint der Aufbau einer tragfähigen Kooperation zwischen Stadt und Umland sinnvoll und zielführend. (Präsentation siehe CD Vortrag 4 ) In der anschließenden Diskussion wurden folgende Dinge erörtert: Da auch der Bevölkerungs- und Flächendruck auf das Umland wächst, wird die Frage diskutiert, inwieweit die in die Region ziehende Bevölkerung, auch gewisse Ansprüche an den neuen Wohnort bzgl. der Bebauungsdichte oder der Gebäudehöhe hat. Die Vermutung wird geäußert, dass die Bevölkerung einer Verdichtung und dem Bau entsprechend höherer Mehrfamilienhäuser negativ gegenübersteht. In Hamburg sei dies der Fall. Dort bildete sich ein Bürgerbegehren gegen den Bau weiterer 6000 Wohnungen, und damit gegen eine weitere Verdichtung. Die Akzeptanz zur Verdichtung sei in München auch nicht höher, da es beispielsweise auch schon Prozesse aufgrund von Flächenengpässen gegeben hätte.

6 Seite 6 Des Weiteren wurde die Überlegung geäußert, der Siedlungsentwicklung im Sinne einer Strategievermeidung entgegenzuwirken, indem man die Eingangsparameter verändert. Als Möglichkeit wird Mobilitätsberatung genannt, die z.b. die durch demographische Veränderung hervorgerufene Haushaltsstrukturen in EFH-Gebieten positiv beeinflussen soll (Umzug alleinlebender Senioren von größeren in kleinere Wohnungseinheiten ausgelöst durch vorherige Beratungsarbeit). Die Orte zukünftiger Verdichtung werden auch im Regionalplan kartographisch dargestellt.

7 Seite 7 4. Projekte der AG Mobilität der Europäischen Metropolregion München-EMM Horst Mentz, Planungsreferat LH München, Leiter AG Mobilität - EMM Joseph Seybold, IHK für München und Oberbayern Alexander Kreipl, ADAC Südbayern Herr Mentz, Herr Kreipl, ADAC Südbayern, und Herr Seybold, stellen abschließend noch Projekte der AG Mobilität der Europäischen Metropolregion München (EMM) vor. Mit diesen Projekten soll gezeigt werden, welche Möglichkeiten es noch gibt und durch deren Bekanntmachung Multiplikatoreffekte erzielt werden. EMM-Erreichbarkeitsatlas Das Web-Tool zum EMM-Erreichbarkeitsatlas wird bei der Metropolkonferenz der EMM am in Füssen vorgestellt werden. In naher Zukunft ist eine Vertiefung der räumlichen Analysen und thematische Auswertungen auf Landkreisebene sowie eine wissenschaftliche Vertiefung durch Doktorandenkolleg und universitäre Kooperationen vorgesehen. Regionales Mobilitätsmanagement: Herr Mentz erklärt, dass Mobilitätsmanagement als eine systematische, verkehrsträgerübergreifende (multimodale) Information, Beratung, Motivation, Bildung und Erziehung zur besseren Organisation persönlicher und betrieblicher Mobilitätsabläufe verstanden werden kann. Dabei sind die verschiedensten Zielgruppen der Mobilitätsnachfrage und die verschiedenen Maßstabsebenen im Visier zu behalten. Am fand in Weilheim die 3. Regionalkonferenz Mobilitätsmanagement statt. Hierbei erfolgte die Vorstellung des neuen Mobilitätsmanagementkonzepts der Stadt Weilheim Mobil mit Gefühl sowie des Weilheimer Mobilitätskompasses. Erfolge des regionalen Mobilitätsmanagements in der EMM: Im Rahmen der Tätigkeit der Projektgruppe wurden bisher 16 Gebietskörperschaften und Unternehmen beraten und zeigten Interesse an der Entwicklung eines Mobilitätsmanagementkonzepts. Die- AG Mobilität der EMM fungiert hier als eine Plattform, um die in der LH München bereits verankerte Idee des Mobilitätsmanagements in der EMM zu verbreiten und den regionalen Erfahrungsaustausch voranzubringen. (Präsentation siehe CD Vortrag 5 )

8 Seite 8 Pendlerparkplätze Herr Kreipl vom ADAC Südbayern zeigt den aktuellen Stand des Projekts Pendlerparkplätze der FAG Wirtschafts- und Pendlerverkehr. Neben dem Druck des Flyers Parken und Mitfahren wurden Kriterien für einen Musterpendlerparkplatz erstellt, der im Gewerbegebiet an der A8 der Gemeinde Bergkirchen umgesetzt werden soll. Derzeit laufen noch Prüfungen, ob eine staatliche Förderung möglich ist. Lastenfahrräder Abschließend stellt Herr Seybold das Projekt Lastenräder vor, bei dem es um eine teilweise Verlagerung des motorisierten Lieferverkehrs auf Lastenräder im innerstädtischen Wirtschaftsverkehr geht. Nach einer Befragung verschiedener Fahrradkurierdienste und Lastenradhersteller wird zur Zeit geprüft, ob die LH München im Rahmen eines Pilotprojekts ein Förderprogramm aufsetzt. (Präsentation siehe CD Vortrag 6 ) 5. Sonstiges Herr Mentz und Herr Seybold teilen zum Abschluss der Veranstaltung mit, dass die Paten im Rahmen des IX. Inzell-Plenumsworkshops am 27. Januar 2012 über den Sachstand und Ergebnisse des 3. Inzell-Forums Stadt und Umland berichten werden. Die Teilnehmer werden aufgefordert neue Themen zur formulieren und diese per Mail den Paten zukommen zu lassen. München, 26. Juli 2011 Für die Projektgruppe: Protokollführerin: Horst Mentz Joseph Seybold Kerstin Swoboda Leiter Abteilung Verkehrsplanung Referat für Stadtplanung und Bauordnung der Landeshauptstadt München Leiter Referat Stadtverkehr IHK für München und Oberbayern Referentin für Stadtverkehr IHK für München und Oberbayern

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