Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling. Dipl.-Ök. Christine Stockey

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1 Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling Dipl.-Ök. Christine Stockey

2 Aufgabe 2a, 9 Punkte Skizzieren Sie zunächst überblicksartig die einzelnen Komponenten einer Balanced Scorecard Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 2

3 Lösung Aufgabe 2a Zwingend zu nennen: Vision: Subjektive Vorstellung der Unternehmensleitung darüber, wie sich das Unternehmen in Zukunft auszeichnen will Mission und Leitbild: Mission informiert über den Unternehmenszweck, Unternehmensziele sowie zentrale Werte; Leitbild ist eine schriftlich fixierte Mission Stoßrichtung und Positionierung: Operationalisierung von Vision und Mission Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 3

4 Lösung Aufgabe 2a Strategische Ziele: Konkretisierung der strategischen Stoßrichtung; langfristige Ziele mit einem Zeithorizont von über drei Jahren Strategische Maßnahmen: Aktivitäten, deren Realisierung zur Erfüllung der strategischen Ziele führen Messgrößen und Zielwerte: Messgrößen bilden den Zielerreichungsgrad der strategischen Maßnahmen ab; Zielwerte dienen zu Vergleichszwecken Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 4

5 Lösung Aufgabe 2a Ergänzend zu nennen: Perspektiven: strategische Ziele und Maßnahmen werden so genannten Perspektiven (in der Regel vier) zugeordnet Ursache-Wirkungs-Ketten: Verdeutlichung, wie die einzelnen strategischen Ziele zueinander in Beziehung stehen Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 5

6 Aufgabe 2b, 8 Punkte Zu den Erfolgsfaktoren der Balanced Scorecard wird häufig die Darstellung der strategischen Ziele in so genannten Perspektiven gezählt. Benennen Sie die Perspektiven der ursprünglichen Modellierung einer Balanced Scorecard nach Kaplan/Norton. Formulieren Sie anschließend pro Perspektive eine Frage, mit deren Hilfe sich strategische Zielsetzungen dieser Perspektive ableiten lassen Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 6

7 Lösung Aufgabe 2b Perspektiven Finanzperspektive Kundenperspektive interne Geschäftsprozesse Lern- und Entwicklungsperspektive (Potenzialperspektive) Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 7

8 Lösung Aufgabe 2b Fragestellungen Finanzperspektive: Welche Ziele leiten sich aus den finanziellen Erwartungen der Anteilseigner ab? Kundenperspektive: Welche Ziele hinsichtlich Struktur und Anforderungen unserer Kunden müssen verfolgt werden, um unsere finanziellen Ziele zu erreichen? Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 8

9 Lösung Aufgabe 2b Interne Geschäftsprozesse: Welche Maßnahmen in Bezug auf unsere Prozesse müssen unternommen werden, um die Ziele der Finanzund Kundenperspektive zu erfüllen? Potenzialperspektive: Welche Ziele hinsichtlich unserer Potenziale müssen erreicht werden, um den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen gewachsen zu sein? Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 9

10 Aufgabe 2c, 13 Punkte Stellen Sie zunächst allgemeine Stärken und Schwächen des Verfahrens dar. Diskutieren Sie darauf aufbauend die Anwendung von Balanced Scorecards im Innovationskontext Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 10

11 Lösung Aufgabe 2c Allgemeine Würdigung + geschickte Kombination von Altem (Kennzahlen und Kennzahlensysteme) und Neuem (Perspektiven, Ursache-Wirkungs-Ketten) + Ausgewogenheit: Ergebniskennzahlen geben Auskunft über Vergangenes und Gegenwärtiges, Leistungstreiber über zukünftige Entwicklungen; perspektivische Darstellung trägt darüber hinaus zur Ausgewogenheit bei Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 11

12 Lösung Aufgabe 2c + Strategiefindungsprozess: Von der Strategie bis zur damit verknüpften operativen Maßnahme + Komplexitätsreduktion: Strategische Ziele bilden die Erfolgsfaktoren eines Unternehmens ab, durch Beschränkung auf wenige (nicht mehr als 20) findet eine Komplexitätsreduktion statt Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 12

13 Lösung Aufgabe 2c - Ursache-Wirkungs-Ketten: Herleitung richtiger Ketten ist problematisch; keine mathematischen Verknüpfungen zwischen den Kennzahlen, allenfalls empirische Wirkungszusammenhänge; Wahrheitsgehalt der Kausalkette oftmals fragwürdig - Top-Down-Kommunikation: Kann zu Blockadeverhalten bei den Mitarbeitern führen Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 13

14 Lösung Aufgabe 2c - Implementierung: Oftmals wird der Anschein erweckt, eine BSC wäre schnell und einfach zu implementieren; durchschnittliche Dauer beträgt jedoch vier bis neun Monate Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 14

15 Lösung Aufgabe 2c Anwendung im Innovationskontext Innovationen entstehen häufig in kreativen Prozessen, die sich häufig nur schwerlich voraussehen bzw. in Kennzahlen abbilden lassen BSCs können auch im Innovationskontext zu Komplexitätsreduktion beitragen Top-Down-Kommunikation: Innovatives Verhalten kann nicht erzwungen bzw. vorgegeben werden etc Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 15

16 Aufgabe 2d, 13 Punkte Skizzieren und erläutern Sie das Wertkettenmodell der internen Prozessperspektive Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 16

17 Lösung Aufgabe 2d Die interne Prozessperspektive strebt eine Optimierung bestehender oder neu zu gestaltender Prozesse an, dies aber nicht nur auf der Herstellungsprozessebene sondern vielmehr für die ganze Wertkette, von der Identifizierung des Kundenwunsches bis hin zu dessen Befriedigung Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 17

18 Lösung Aufgabe 2d Innovationsprozess Betriebsprozess Kundendienstprozess Kundenwunsch identifiziert Schaffung des Produktes/ Dienstleistungsangebots Marktidentifizierung Herstellung des Produktes/ der Dienstleistung Auslieferung des Produktes/ der Dienstleistung Dem Kunden dienen Kundenwunsch befriedigt Diese Wertkette umfasst neben dem Betriebsprozess, zu dem die Herstellung des Produktes und dessen Auslieferung gehört, auch den vorgelagerten Innovationsprozess und den nachgelagerten Kundendienstprozess Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 18

19 Aufgabe 2e, 17 Punkte Erläutern Sie die Balanced Chance and Risk- Card. Gehen Sie hierbei vor allem auf Zweck und Aufbau ein. Nehmen Sie anschließend eine kurze Würdigung vor Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 19

20 Lösung Aufgabe 2e Unternehmerisches Handeln besteht nicht nur in der Nutzung von Chancen, sondern auch in Abwägungen dieser Chancen mit den damit verbundenen Risiken. Balanced Scorecard wird um Risikoaspekt erweitert, was eine vergleichende Betrachtung von Chancen und Risiken ermöglicht. Balanced Chance and Risk-Card ist sowohl eine Erweiterung als auch Konkretisierung der Balanced Scorecard Konzeption im Hinblick auf Chancen und Risiken Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 20

21 Lösung Aufgabe 2e Schwerpunkte liegen auf unternehmensindividuellen Erfolgs- und Risikofaktoren, über deren Wirkungszusammenhänge sie einen konzentrierten Überblick gibt. Drei wesentliche Systemelemente: Kennzahlen, die den Unternehmenswert abbilden, Erfolgsfaktoren, die auf den Unternehmenswert wirken, und eine vergleichende Chancen- und Risikoanalyse Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 21

22 Lösung Aufgabe 2e Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 22

23 Lösung Aufgabe 2e Balanced Chance and Risk-Card erweitert und konkretisiert die Balanced Scorecard durch die Ausrichtung auf drei Kernkennzahlen, den Ersatz der Perspektiven durch Erfolgsfaktoren und das Hinzufügen einer Risikoperspektive mit sowohl endogenen Faktoren als auch einem exogenen Faktor. Übernahme dieser Modifikationen beim Einsatz der Balanced Scorecard ist unternehmensindividuell zu beurteilen. Risikoaspekte sollten jedoch berücksichtigt werden (KonTraG) Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 23

24 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Fragen? Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 24

25 Klausurrelevanter Stoff Nicht klausurrelevant: KE 3: Grundlagen des Innovationscontrolling Aufgabe 2: Schnittstellencontrolling 25

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