KIRCHE & KOMMUNIKATION Newsletter mit bundesweitem Fernseh- und Radioprogramm

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1 KIRCHE & KOMMUNIKATION Newsletter mit bundesweitem Fernseh- und Radioprogramm 10/2010 Liebe Leserinnen und Leser, Informationen dem 100. Geburtstag des evangelischen Publizisten, Pfarrers und kirchlichen Medienpionier Robert Geisendörfer ist diese Ausgabe von Kirche & Kommunikation gewidmet. Dem bayerischen Theologen zu Ehren ist im Evangelischen Presseverband für Bayern, dem Medienhaus der bayerischen Landeskirche, eine neue Dauerausstellung zu sehen. Unter dem Titel "100 Jahre Robert Geisendörfer" werden neben einem biografischen Überblick ausgewählte Fundstücke und Kuriositäten aus seinem Besitz gezeigt. - Außerdem wurden in München die nach Geisendörfer benannten Medienpreise der evangelischen Kirche verliehen. Lesen Sie dazu auch die Ansprache von Landesbischof Johannes Friedrich auf S. 6 ff. Für den heutigen EPV-Direktor Roland Gertz hat Geisendörfer in vorbildlicher Weise Innovationen vorangetrieben und sich stets an die Spitze von inhaltlichen und technischen Veränderungen in der kirchlichen und nichtkirchlichen Publizistik gestellt. Aktuelles aus Kirche und Medien lesen Sie auf den folgenden Seiten. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen Meldungen 2 Dokumentation 6 Kurzmeldungen 11 Meinung 12 Personalien 13 Termine 14 Fernsehkritiken 15 Programminfos Radiotipps 16 Fernsehtipps 20 Ihre k&kom-redaktion Bestellformular 25 Kirche & Kommunikation (ehemals Kirche & Neue Medien) erscheint im Evangelischen Presseverband für Bayern. Herausgeber: Dr. Roland Gertz. Redaktion: Achim Schmid (verantwortlich), Dirk Johnen, Hans Deyerl, Gerd Geier (beratend) Birkerstraße 22, München, Telefon 089/ , Fax 089/ ,

2 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 Kirche erinnert an Medien-Pionier Robert Geisendörfer (k&kom). Mit einem Festakt hat der Evangelische Presseverband für Bayern (EPV) in München an den kirchlichen Medien-Pionier Robert Geisendörfer ( ) erinnert. Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich eröffnete eine Ausstellung zu Leben und Wirken des Pfarrers und Publizisten, der vor 100 Jahren geboren wurde. Geisendörfer habe zentrale Grundlagen für die evangelische Publizistik geschaffen und frühzeitig die Chancen auch für die Verbreitung der biblischen Botschaft erkannt, sagte Friedrich vor rund 100 geladenen Gästen. Den Verantwortlichen in Medien und Kirchen habe Geisendörfer den unverrückbaren Auftrag "Stimme leihen für die Sprachlosen" ins Stammbuch geschrieben. Ohne dessen Ideen, Tatkraft und Gradlinigkeit wäre die evangelische Publizistik und ihre biblische Botschaft heute inhaltlich "viel ärmer, deutlich weniger hörbar und vielleicht schon zerrieben im Interessengeflecht von säkularen Medienkonzernen, Kirchenpolitik und Schönwetterberichterstattung", fügte der Landesbischof hinzu. EPV-Direktor Roland Gertz würdigte Geisendörfer als "evangelischen Unternehmer" im besten Sinne, der souverän gehandelt habe und sich nicht von scheinbaren medialen Trends in hektische Aktivität hetzen lassen habe. Vielmehr habe er in vorbildlicher Weise Innovationen vorangetrieben und sich stets an die Spitze von inhaltlichen und technischen Veränderungen in der kirchlichen und nichtkirchlichen Publizistik gestellt. Mit Weitblick und visionärer Kraft habe Geisendörfer an seinen Grundprinzipien festgehalten und allen Medienschaffenden und Kirchenvertretern seine Worte von der Freiheit der Publizistik" dem Auftrag "Fürsprache für andere zu üben" ins Herz gemeißelt. Der Medienbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der badische Landesbischof Ulrich Fischer, erinnerte an die großen Verdienste Geisendörfers um den Aufbau einer professionellen, evangelischen Publizistik. Diese sei mit der Gründung des Gemeinschaftswerkes der Evangelischen Publizistik (GEP) in Frankfurt am Main nachhaltig geordnet. Geisendörfers Grundsatz, die "Stimme für die Stummen" zu erheben, bleibe Mahnung und Verpflichtung des publizistischen Handelns der Kirche, sagte Fischer, Vorsitzender des GEP-Verwaltungsrates, dem epd in Karlsruhe. Der heutige GEP-Direktor Jörg Bollmann hob bei dem Festakt hervor, dass Geisendörfers Leitsatz, durch evangelische Publizistik etwas öffentlich zu machen, nach wie vor Bestand habe. Das Gemeinschaftswerk sei das publizistische Lebenswerk Geisendörfers. Ihm sei es als publizistischen Visionär gelungen, "rechtzeitig den Coup zu landen, der evangelischer Publizistik nach wie vor Zugänge öffnet zu Augen und Ohren der Menschen in unserer Gesellschaft", sagte Bollmann laut Redetext. Der evangelische Publizist Robert Geisendörfer wäre am 1. September 100 Jahre alt geworden. Der in Würzburg geborene Theologe war zunächst Direktor des Evangelischen Presseverbandes für Bayern und gründete im Juli 1973 das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik in Frankfurt am Main. Auch sorgte er ab 1960 als Fernsehbeauftragter der evangelischen Kirche für regelmäßige kirchliche Sendeplätze und hob eine Vielzahl von Zeitschriften sowie Medienorganisationen aus der Taufe. Die Ausstellung "100 Jahre Robert Geisendörfer" zeigt neben einem biografischen Überblick ausgewählte Fundstücke und Kuriositäten aus dem Besitz von Robert Geisendörfer. Die Schau ist zu sehen im Haus des Evangelischen Presseverbands für Bayern, Birkerstraße 22, München. Sie ist geöffnet montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr sowie freitags von 10 bis 12 Uhr. Der Eintritt ist frei. 2 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

3 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION Robert Geisendörfer Preise in München verliehen (k&kom). Eine leistungsfähige und kreative Medienarbeit ist nach Ansicht des bayerischen Landesbischofs Johannes Friedrich für die evangelische Kirche unverzichtbar. "Ich sehe nicht, dass wir uns Einschränkungen in der Leistungskraft der evangelischen Publizistik leisten können", sagte Friedrich bei der Verleihung der Robert Geisendörfer Preise in München. Mit dem Medienpreis der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) wurden sechs Hörfunk- und TV-Produktionen ausgezeichnet. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt Euro dotiert. Die Medienarbeit dürfe nicht permanent vor der finanziellen Existenzfrage stehen, sagte Friedrich, der auch Mitglied des Rates der EKD ist. Dankbar zeigte sich der Landesbischof für die "ungebrochene Innovationskraft" heutiger evangelischer Publizistik. Der schnelle Aufbau des Internetangebots "evangelisch.de" habe gezeigt, dass neue Konzeptionen rasch realisiert werden könnten. Das Portal ist seit September 2009 online. (vgl. auch die Dokumentation der Rede S. 6) Der Fernseh-Chefredakteur des gastgebenden Bayerischen Rundfunks, Sigmund Gottlieb, sagte, die 27. Verleihung des Geisendörfer-Preises zeige, dass um die Qualität der Programmangebote in Fernsehen und Hörfunk gerungen werde. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei auch zur Bildung verpflichtet, was die Religiosität einschließe. Gottlieb verwies darauf, dass das Interesse an Sendungen zu Religion, Theologie und Philosophie zunehme. Ausdrücklich verteidigte Gottlieb die Berichterstattung über die Missbrauchsfälle in Kirchen, über die Alkoholfahrt der früheren EKD- Ratsvorsitzenden Margot Käßmann und über die umstrittene Pius-Bruderschaft. Diese Themen seien nicht positiv besetzt gewesen, zur journalistischen Pflicht gehöre aber auch, sich damit auseinanderzusetzen. Der Chefredakteur wies den Vorwurf zurück, es habe sich um eine Medienkampagne gehandelt. Allerdings müssten die Medien nach den Skandalen auch stets die Aufklärung weiterverfolgen. Mit dem Robert Geisendörfer Preis ausgezeichnet wurden die Hörspielautoren Paul Plamper und Nils Kacirek für ihr Stück "Der Assistent", das im Dezember 2009 im WDR urgesendet wurde. Der zweite Radiopreis ging an Claudia Klein und Sabine Smit für ihre Sendungen "Herbst 89, Gethsemane-Kirche Berlin" im Kulturradio des RBB. Einen Fernsehpreis erhielten Franziska Buch und Rodica Döhnert für den Fernsehfilm "Die Drachen besiegen" (BR). Den zweiten Fernsehpreis bekam die TV-Dokumentation "Tiananmen. 20 Jahre nach dem Massaker" (WDR) von Thomas Weidenbach und Shi Ming. Die beiden Kinderfernsehpreise gingen an Christoph Eichhorn, den Regisseur der Folge "rechte Freunde" aus der Kinderkrimi-Reihe krimi.de des Kinderkanals KI.KA, sowie an Marcus Sauermann, Uwe Heidschötter und Johannes Weiland für den Animationsfilm "Die Kleine und das Biest" (ZDF). Der Kinderfernsehpreis wird von der "Gerda und Wolfgang Mann Stiftung - Medien für Kinder" gestiftet. Mit dem Sonderpreis der Jury für exemplarische publizistische oder künstlerische Leistungen wurde Volker Heise geehrt, der künstlerische Leiter von "24h BerlinEin Tag im Leben" (RBB/ARTE). Zeichentrickserie im Kinderkanal will Kinder mit der Bibel bekannt machen (k&kom). Kindern die biblische Geschichte auf spannende Weise näherbringen, das ist das Anliegen der neuen Animationsserie "Chi Rho Das Geheimnis" die der Kinderkanal von ARD und ZDF (Ki.Ka) ab November ausstrahlt. Die deutsche Koproduktion entsteht mit Unterstützung der evangelischen und katholischen Kirche. Nach den Worten des Greifswalder Religions- und Medienpädagogiken und Ko-Autor der Serie, Roland Rosenstock, gehe es bei der Serie nicht um die "Bibelgeschichte ein zu eins", sondern um eine Abenteuergeschichte, die jeweils um eine Episode aus der Heiligen Schrift kreist. Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 3

4 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 Im Mittelpunkt der Serie stehen die Erlebnisse des zwölfjährigen Mädchens Cora, die sich zusammen mit dem Jungen Habib auf eine Zeitreise durch die Welt des Alten und Neuen Testaments begibt, um ihren verschwundenen Vater Professor Petersen zu finden. Was Cora zunächst nicht weiß: Hinter der Entführung des Vaters steht der Bösewicht Hreel, der mit dem Wissen von Professor Petersen die Entstehung der Bibelgeschichten verhindern und so das Christentum auslöschen will. Auf ihrer Zeitreise begegnen die beiden Adam und Eva, Moses, Noah und Jona und immer wieder auch Jesus. In einer Episode müssen sie den zwölfjährigen Jesus im Tempel vor dem Gefängnis retten. Das titelgebende "Chi- Rho", zwei Buchstaben des griechischen Alphabets" steht in Tradition für das Christusmonogramm. Ziel der Serie sei es, so KI.KA-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp, "auf eine zeitgemäße und kindgerechte Art die Bedeutung von Nächstenliebe, Barmherzigkeit und Respekt" darzustellen. Nach den Worten von Udo Hahn, dem Publizistikreferenten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist "Cho-Rho" das derzeit "das innovativste Vorhaben, Kinder mit der Bibel bekannt zu machen." Verantwortlich für die theologische Fachberatung ist der evangelische Nürnberger Regionalbischof und Dozent für das Alte Testament Stefan Ark Nitsche. Die für den Weltmarkt produzierte Zeichentrickserie "CHI RHO - Das Geheimnis" ist eine Koproduktion zwischen der Eikon Süd und der Tellux/Cross Media Medienproduktion, dem KI.KA, der Trickompany und der Beta Film, Sie wird gefördert mit Mitteln der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM). An den Produktionskosten von rund 7,5 Millionen Euro sind die Kirchen mit 20 Prozent beteiligt. Die erste Staffel von 13 Folgen von jeweils 22 Minuten wird ab 1. November montags bis freitags um Uhr ausgestrahlt, die zweite Staffel soll Ostern 2011 gezeigt werden. Begleitet wird die Serie von einem umfangreichen Rahmenprogramm, mit dem Kinder in der kirchlichen Jugendarbeit und im Religionsunterricht angesprochen werden sollen. Bereits ab dem 18. Oktober gehen unter und der Internetauftritt der Serie online. Ab November erscheinen auch die ersten vier die Serie begleitenden Bücher die es den Kindern ermöglichen sollen, einzelne Folgen noch einmal zu erleben und die biblischen Geschichten eingehender zu entdecken. Evangelischer Medienkongress thematisiert den Umgang der Medien mit Krisen und Katastrophen (k&kom). "Bad news are good news Medial trösten und seriös informieren Medien im Krisenund Katastrophenfall" lautet der Titel des 1. Evangelischen Medienkongresses, der am 20. bis 21. Oktober in Köln stattfindet und der den ethisch verantwortlichen Umgang von Journalisten mit Krisen und Katastrophen beleuchten will. Teilnehmer des Kongresses sind unter anderen der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider, ARD-Chefredakteur Thomas Baumann, Elmar-Theveßen, stellvertretender Chefredakteur des ZDF, RTL-Chefredakteur Walter Lindner sowie der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech. Monika Piel, Intendantin des WDR, wird ein Grußwort sprechen.veranstaltet wird der Kongress vom Medienbeauftragten des Rates der EKD von der Rundfunkarbeit im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP). Neues Internet-Portal zum Thema Fundraising (k&kom). Informationen und Materialien rund um das Thema Fundraising für Kirchengemeinden und kirchliche Einrichtungen bietet die neue Internetplattform die von der Fundraising Akademie in Frankfurt am Main im Auftrag der Evangelischen Kirche in 4 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

5 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION Deutschland (EKD) entwickelt wurde. Neben praktischen Tipps finden sich Beispiele für gelungene Spendenaktionen, Hintergrundwissen und Checklisten. Literaturempfehlungen, Hinweise auf aktuelle Fortbildungstermine sowie die Kontaktdaten der Fundraising-Beauftragten in den Landeskirchen runden das Portal ab. Zeitungsverleger wollen mit Initiative Jugendliche als Zeitungleser zu gewinnen (k&kom). Um Jugendliche wieder vermehrt als Zeitungsleser zu gewinnen, hat der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) neue Gesellschaft "Jule - Initiative junge Leser" gegründet. Angesichts der Vielzahl und Verfügbarkeit unterschiedlichster Medien würden Kinder und Jugendliche nicht mehr automatisch zu Zeitungsleser, so BDVZ-Vizepräsident Hans-Georg Schnücker. Die Verlage müssten junge Leser erst für die Zeitung gewinnen für unser Medium gewinnen. Ziel von "Jule" soll die Identifizierung effizienter Maßnahmen zur Gewinnung junger Leser sein. Basis ist eine kontinuierlich lernende Wissensdatenbank, auf die alle teilnehmenden Verlage zugreifen und sich über erfolgreiche Strategien sowie über Konzepte, Ideen, Trends, Erfahrungen, Analysen, Erkenntnisse austauschen können. Deutscher Radiopreis für Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks (k&kom). Die multimedial konzipierte Featuresendung "Die Frage ", die von on3, dem digitalen Jugendprogramm des Bayerischen Rundfunks, produziert wird, wurde in Hamburg mit dem "Deutschen Radiopreis" ausgezeichnet. Die Sendung belegte Platz 1 in der Kategorie "Beste Innovation". In dieser Kategorie sollen neue Radioformate oder -konzepte hervorgehoben werden, die durch die Vernetzung von Radio und Internet "auf besondere Weise die Möglichkeiten des modernen Radios verdeutlichen. Die Frage" wird seit Anfang dieses Jahres einmal im Monat in on3-radio gesendet und ist auch zeitunabhängig abrufbar. Die Sendung behandelt Fragen zu aktuellen, jungen Themen, für deren Beantwortung ein Reporter zwei bis drei Wochen Zeit bekommt. In dieser Zeit führt der Autor ein "Recherche-Tagebuch" im on3-blog und kommuniziert mit jungen Nutzern in sozialen Netzwerken, wie beispielsweise "Facebook". Mit dem Deutschen Radiopreis wollen die öffentlich-rechtlichen und privaten Radiosender gemeinsam herausragende Radioproduktionen und Hörfunk-Macher auszeichnen. Neben der Kategorie "Beste Innovation" wird der Deutsche Radiopreis noch in zehn weiteren Kategorien verliehen. Münchner Tage des Spirituellen Films (k&kom). Bereits zum zweiten Mal veranstalten die Evangelische Stadtakademie München und die evangelische Johanneskirche vom 3. bis 14. Oktober die "Münchner Tage des Spirituellen Films". Alle Veranstaltungen finden in der Johanneskirche am Preysingplatz statt. Nach einem einführenden Vortrag des Münchner Religionswissenschaftlers Michael von Brück über Spiritualität am 3. Oktober um Uhr wird am 10. Oktober um Uhr der südkoreanische Spielfilm "Warum Bodhi-Dharma in den Orient aufbrach?" gezeigt, eine meditative Vermittlung des Zen-Buddhismus..Am 13. Oktober ist Filmregisseurin Carolin Otto mit ihrem Porträt über Max Mannheimer "Der weiße Rabe" zu Gast.. Den Abschluss der Reihe bildet "Monte Grande - Was ist Leben?", die Dokumentation des Lebens und Sterbens von Francisco Varela, einem Brückenbauer zwischen westlicher Wissenschaft und östlicher Spiritualität am 14. Oktober. Nach den Filmvorführungen gibt es jeweils Gelegenheit zum Gespräch mit Fachleuten Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 5

6 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 DOKUMENTATION Im Folgenden dokumentieren wir die Rede des bayerischen Landesbischofs Johannes Friedrich bei der 27. Verleihung der Robert Geisendörfer-Preises am 15. September 2010 in München. Mentor evangelischer Publizistik Zum 100. Geburtstag von Robert Geisendörfer Meine Damen und Herren, es ist mir eine große Freude, Sie heute zur 27. Verleihung des Robert Geisendörfer Preises begrüßen zu dürfen. Durch die alljährliche Auszeichnung mit dem Medienpreis der evangelischen Kirche ist der Mentor evangelischer Publizistik stets gegenwärtig. Der diesjährige Festakt bietet jedoch die Gelegenheit, sich intensiver mit Robert Geisendörfer auseinander zu setzen mit seiner großartigen Lebensleistung, mit seinem Wirken und den aktuellen Herausforderungen unserer Medienarbeit. Geisendörfer wäre am 1. September einhundert Jahre alt geworden. So freue ich mich ganz besonders, seiner heute hier in München gedenken zu können, wo er lange wirkte. Und ich darf das ganz persönlich sagen, dass ich als bayerischer Landesbischof stolz bin, wie viele Impulse von diesem Pfarrer unserer Landeskirche ausgegangen sind. Seine Bedeutung speziell für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern haben wir gestern Abend ausgiebig gewürdigt: mit der Eröffnung der Ausstellung "Robert Geisendörfer Leben und Werk. Sie ist zu sehen in den Räumen des Evangelischen Presseverbandes in Bayern nicht weit von hier in der Birkerstraße. Ein Besuch lohnt sich. Robert Geisendörfers Wirken blieb nicht auf Bayern beschränkt, sondern hatte eine bundesweite, ja internationale Dimension. In Würzburg geboren, studierte er in Tübingen und Erlangen. Nach zehn Jahren im Gemeindepfarramt in Brannenburg am Inn war er 1947 zum Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes für Bayern berufen worden. Für ihn selbst durchaus überraschend, wie es heißt. In seiner Aufbauarbeit hat sich aber schnell gezeigt, dass das Vertrauen in ihn gerechtfertigt war. Geisendörfer hat sich in seiner 20-jährigen Tätigkeit für den Presseverband schnell zum Vordenker entwickelt. Er ist zum Publizisten gereift und zum unermüdlichen Pionier geworden. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang in gebotener Kürze seine Aufgaben in Erinnerung rufen. Zumeist überlappten sie sich. Daran wird deutlich, dass Geisendörfer zur Identifikationsfigur evangelischer Medienarbeit wurde, die initiierte und das Angestoßene mit der Unterstützung anderer in der Praxis umsetzte. Von 1960 bis 1976 war er Fernsehbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland sowie Senderbeauftragter für den Deutschlandfunk und die Deutsche Welle. Von 1963 bis 1976 war er zugleich Senderbeauftragter für das ZDF. An der Gründung der Matthias-Film vor sechzig Jahren war er beteiligt. Der Aufbau der EIKON vor fünfzig Jahren geht auf seine Initiative zurück. Zwei Firmen: die eine, die Filme verleiht, die andere, die Filme entwickelt und produziert. Deren Bedeutung für die evangelische Kirche nicht gering ist wechselt Geisendörfer auf die Bundesebene; 1968 gründet er die Evangelischen Kommentare; 1968 wird er Vorsitzender des Publizistischen Ausschusses der Vereinigten Evangelisch- Lutherische Kirche Deutschlands; 1968 übernimmt er das Amt des Schatzmeisters der World Association for Christian Communication und die Leitung des Europa-Büros dieser Organisation; 1968 wird er Geschäftsführer des Evangelischen Presseverbandes für Deutschland. Aus dieser Position heraus gelang ihm, woran zum Beispiel Bischof Hanns Lilje schon 1949 dachte, als er von der Notwendigkeit sprach, eine "Zentrale für kirchliche Publizistik zu etablieren. Am 5. Juli 1973 war es soweit: Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik kurz "GEP genannt wurde gegründet. Das Jahr 1973 war für Robert Geisendörfer zweifellos der Höhepunkt seines 6 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

7 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION beruflichen Wirkens. 25 Funktionen Geschäftsführer-Tätigkeiten, Vorsitzenden-Aktivitäten, Beauftragungen, Mitglied- und Herausgeberschaften nimmt er in diesem Jahr gleichzeitig wahr. Dann, drei Jahre später, sein plötzlicher Tod: Er stirbt 1976 auf einer Dienstreise. Die evangelische Kirche hat Robert Geisendörfer den Aufbau einer profilierten und in den Grundpfeilern bis heute starken und anerkannten Medienarbeit zu verdanken. Verehrte, liebe Frau Dr. Böning-Geisendörfer: Wir verneigen uns in großer Dankbarkeit vor der Pionierleistung Ihres Vaters! Beeindruckend ist aber nicht nur die durch die bloße Aufzählung von Funktionen entstandene formale Bilanz der Aktivitäten Robert Geisendörfers, sondern ihre inhaltliche Ausgestaltung. Der Name Robert Geisendörfer gilt als Synonym für die "Freiheit der Publizistik. Wann immer in der evangelischen Kirche nach ihrem Verhältnis zu den Medien und ihrem Angebot gefragt wird, stoßen wir auf Stichworte, die von ihm selbst ein ums andere Mal bei zahllosen Anlässen angeführt wurden. Ich nenne neben der "Freiheit noch zwei weitere: "Stellvertretung und "Engagement ohne Eigennutz. Im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik erinnert eine Tafel an seine markantesten Forderungen: "Was Evangelische Publizistik kann: Etwas öffentlich machen. Fürsprache üben. Barmherzigkeit vermitteln. Stimme leihen für die Sprachlosen. Landesbischof Helmut Claß, seinerzeit Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, hat ihn als "Vater der Presse- und Medienarbeit der Evangelischen Kirche bezeichnet. Spuren des Wirkens von Robert Geisendörfer finden sich auch außerhalb der Kirche. Sie zeigen, dass er sich und seiner Kirche Gehör und Respekt verschafft hat. Der damalige ARD-Programmdirektor Hans Abich titulierte ihn als "Vordermann der Unabhängigkeit. Und Hans Bausch, damals Vorsitzender der ARD, nannte ihn "Vorkämpfer der Rundfunkfreiheit auf der vordersten Stelle der Barrikaden. Robert Geisendörfer war im Blick auf die evangelische Publizistik vieles in einer Person: Architekt und Planer, Organisator und Ausführender. Er war auch ein unternehmerisch denkender Stratege. Und natürlich machtbewusst. Ihm war klar, dass die besten Ideen sich nur umsetzen und auf Dauer Wirkung entfalten können, wenn sie sich organisieren und institutionalisieren lassen. Das lässt sich zeigen am Evangelischen Presseverband für Bayern wie am Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik. Walter Schricker, einer seiner langjährigen Mitarbeiter, stellte einmal bewundernd fest: Dass Geisendörfer dies gelingt, hänge "mit seiner fast spielerischen Art zusammen, Vertrauen zu schenken und Vertrauen zu gewinnen, Chancen zu bieten und Erfolg herauszufordern. Robert Geisendörfer war ein Grenzgänger und Mittler, der etwa in den Rundfunkanstalten die Sache der Kirche vertrat und in der Kirche die Sache der Anstalten. Er hat der evangelischen Publizistik in der Kirche eine Bedeutung und einen Stellenwert verschafft, den sie anfangs nicht hatte. Manche Forderung von ihm ist bis heute uneingelöst. Es ist ihm zwar gelungen, Journalisten in der Kirche heimisch zu machen, was einen ungeheuren Professionalisierungsschub auslöste, von dem wir bis heute profitieren. Aber auf einhundert Theologinnen und Theologen einen qualifizierten Journalisten kommen zu lassen, wie er es für wünschenswert hielt, das ist wohl uneinlösbar. Von seinen Impulsen zu Freiheit und Anwaltschaft ist die wohl größte Wirkung ausgegangen. In der Publizistik sah er ein Mittel der Freiheit. Er pochte darauf, dass die Kirche ihr Engagement in den Medien ohne Eigennutz betreibt zum Wohl der Schwachen und im Einsatz für Schwache und Verstummte. Aufgabe kirchlicher Publizistik ist die Information nach innen und außen und nicht die Verkündigung: "Durch Information, durch Meinungsäußerung, durch Orientierung, durch Kritik arbeiten wir an menschlicher Freiheit mit, lautete sein Credo. Er war überzeugt, "dass eine solide, seriöse, sachgemäße und kritische Publizistik eine wesentliche Voraussetzung für Kirche in dieser Zeit ist. Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 7

8 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 Organisatorisch hat er die Zusammenführung der publizistischen Kräfte in Deutschland vorangetrieben. Mit dem von ihm gegründeten Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik war er noch lange nicht am Ziel. Dabei ging es ihm keineswegs um eine Zentralisierung, denn die einzelnen Landeskirchen brauchen ihre Presseverbände. Aber er hat mit den Worten unserer Tage einer besseren Ressourcensteuerung den Weg bereitet, zu mehr Konzentration und Kooperation. Auch heute gilt: Die evangelische Publizistik ist auf dem Weg, aber noch nicht am Ziel. Robert Geisendörfer hat viele Nachfolger gefunden. Im Blick auf seine organisatorische Vernetzungsleistung scheint mir der Finanzchef unserer bayerischen Landeskirche, Oberkirchenrat Dr. Claus Meier, eine heutige Ausprägung Geisendörfers zu sein: durch seine Gremientätigkeit an hervorgehobener Stelle im GEP, bei der EIKON, bei der Matthias-Film, in der Weiterentwicklung der publizistischen Instrumente der evangelischen Kirche. Ich glaube, ich darf sagen, dass es ohne Claus Meier heute wohl kaum die erfolgreiche Zeitschrift "chrismon gäbe. Wo steht die evangelische Medienarbeit heute? Im Publizistischen Gesamtkonzept "Mandat und Markt der Evangelischen Kirche in Deutschland aus dem Jahre 1997 heißt es: "Die evangelische Publizistik ist in einer von Medien bestimmten Welt eine unverzichtbare Äußerungsform der evangelischen Kirche. Ihr Auftrag bezieht sich auf die Botschaft wie auf die Folgen des Glaubens. Sie übernimmt Verantwortung dafür, dass die Botschaft und die Lebensäußerungen der Kirche von allen Menschen wahrgenommen werden können. Sie ermöglicht die Beteiligung der Kirche im öffentlichen Gespräch... Die evangelische Publizistik wird in Wahrnehmung ihres Mandats selbst zum institutionellen Bestandteil Kirche. Hierin ist Robert Geisendörfers Erbe aufgenommen. "Das der evangelischen Publizistik übertragene Mandat bedeutet ein Ja zur verfassten Kirche und die Bereitschaft, den Fortbestand der Kirche publizistisch zu stützen, heißt es in "Mandat und Markt. Das steht keineswegs im Widerspruch zu Geisendörfers Forderung nach einem Engagement ohne Eigennutz. Er selbst konnte um so entschiedener Partei für die Sprachlosen ergreifen, weil die Kirche über eine Stimme verfügte und verfügt, die gehört wird. "Das Mandat der evangelischen Publizistik, so heißt es im dem Gesamtkonzept weiter, "verpflichtet zugleich zu einer unabhängigen Berichterstattung über das kirchliche Leben und die christliche Lebenswirklichkeit sowie zu einer kritischen Begleitung kirchlicher Vorgänge. Loyalität zur Kirche und Freiheit von der Institution ist eine Spannung, die in der evangelischen Publizistik ausgehalten wird. Weil das so ist, haben zum Beispiel der Evangelische Pressedienst epd die älteste Nachrichtenagentur in Deutschland, die zu Jahresbeginn ihr 100-jähriges Bestehen feierte ein so hohes Ansehen auch in den säkularen Medien. Dies gilt in ganz besonderer Weise etwa für den Branchendienst epd medien. Und das gilt auch für das seit Herbst letzten Jahres bestehende Internetportal evangelisch.de, das sich eines wachsenden Zuspruchs erfreut. Ich bin sicher: Robert Geisendörfer hätte an dieser Arbeit im World Wide Web, wenn sie schon zu seiner Zeit bestanden hätte, große Freude gehabt und das Internet wie es die evangelische Kirche tut planvoll mit ihren Angeboten erschlossen. Die Herausforderung, vor der wir in der evangelischen Kirche im Blick auf unser Medienengagement heute stehen, ist eine zweifache: Wir müssen dafür sorgen, dass unsere Medienarbeit nicht permanent vor der finanziellen Existenzfrage steht, sondern sie so ausstatten, dass sie innovativ, kreativ und leistungsfähig bleibt. Dies ist in Zeiten knapper werdender Finanzmittel nicht leicht. Ich bin meiner eigenen Landeskirche sehr dankbar, aber auch der Synode der EKD, dem Rat, der Kirchenkonferenz und dem Medienausschuss, dass die Bedeutung dieses publizistischen Mittlerdienstes sehr wohl gesehen wird. Ich sehe allerdings nicht, dass wir uns Einschränkungen in der Leistungskraft der evangelischen Publizistik leisten können. 8 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

9 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION Die mediale und technische Entwicklung zeigt, dass die evangelische Kirche mit ihrer Publizistik in der Lage ist, Angebote für die immer wieder neue Kommunikationsplattformen hervor zu bringen. Der schnelle Aufbau von evangelisch.de demonstriert, dass konzeptionelles Nachdenken rasch in die Praxis umgesetzt werden kann. Was wir jetzt brauchen, ist eine Vernetzung der Konzeptionen im Rahmen eines neuen Publizistischen Gesamtkonzeptes, das die Aktivitäten auf EKD-Ebene mit denen der Gliedkirchen verbindet. Nach der letzten Ausarbeitung im Jahre 1997 ist eine neue Gesamtkonzeption überfällig. Lassen Sie mich zum Schluss noch auf einen Bereich eingehen, der Robert Geisendörfer in besonderer Weise am Herzen lag: der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Ich halte es für unverzichtbar, dass wir uns in Deutschland dieses qualitätvolle System leisten. Es ist ein wichtiges Gut, dessen Finanzierung uns wert sein muss etwa zur Sicherung der vielfältigen Informationsmöglichkeiten und unserer kulturellen Identität. Die Weiterentwicklung zu einem dualen Rundfunk hat Robert Geisendörfer nicht mehr erlebt. Die evangelische Kirche unterstützt aber diese Ausprägung. Sie nimmt dankbar zur Kenntnis, dass sie über private Sender Menschen ansprechen kann, die sie über andere Aktivitäten nicht erreicht, wie jüngst in einem Beitrag in epd medien nachzulesen war. Ihr Maßstab zur Beurteilung des Programmangebots in diesem Bereich sind und bleiben freilich die Kriterien, die Robert Geisendörfer entwickelt hat. Wie sie sehen, haben wir es mit einem lebendigen Erbe zu tun, das es unter den heutigen Bedingungen weiter zu entwickeln gilt. Robert Geisendörfer, der Mentor evangelischer Publizistik, wirkt dabei auch weiterhin mit seinen Gedanken inspirierend. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 9

10 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 MEDIENTIPPS Der Tod macht das Leben leichter - Eine Provokation aus Amerika (k&kom). Keine Frage: Wer sich Muffins, fette Bratwürste und Starkbier nur in geringen Mengen gönnt, lebt länger und bekommt seltener Nierenprobleme und Parkinson. Aber es könne jemand zwanzig Jahre lang auf Käsekuchen verzichten und dann mit 57 von einem Bus überfahren werden, stellt der amerikanische Romancier und Essayist David Shields lakonisch dagegen. Das Wissen um den Tod, behauptet er, macht das Leben leichter. Denn der Gedanke, dass alles, was lebt, vergänglich ist, könne auf seltsame Weise befreiend sein. Shields, der es mit seinem Buch auf die Bestsellerliste der "New York Times" schaffte, ist kein "Think positive"-dampfplauderer. Er ärgert sich, dass er mit knapp 50 gesundheitlich abzubauen beginnt und ist wahnsinnig neugierig auf alles, was mit menschlicher Anatomie und der gegenseitigen Anziehungskraft der Geschlechter zusammenhängt. Er redet offen darüber, dass ihn die überschäumende Lebenskraft seiner vierzehnjährigen Tochter Natalie und die trotzige Vitalität seines siebenundneunzigjährigen Vaters bisweilen nervt: "Ich möchte, dass er ewig lebt, und ich möchte, dass er morgen stirbt." Deshalb hört man seinen provozierenden Thesen mit steigendem Interesse zu. Buchhinweis: David Shields: Das Dumme am Leben ist, dass man eines Tages tot ist. Eine Art Anleitung zum Glücklichsein. C. H. Beck, 256 Seiten Christian Feldmann Keine Moral, aber Prinzipien - Der "Malteser Falke" als Hörbuch (k&kom). Dashiel Hammett, selbst gelernter Detektiv er arbeitete in der berühmten Detektei Pinkerton in Baltimore hat mit Sam Spade den Prototyp des zynischen, einsamen Kämpfers für die Gerechtigkeit geschaffen. Spade besitzt kaum das, was man Moral nennt, aber Grundsätze. Deshalb will er den Mord an seinem Kollegen aufklären, obwohl er diesen nicht sonderlich schätzte und außerdem ein Verhältnis mit seiner Frau hatte. Er stößt auf eine Gruppe von Gangstern, die auf der Jagd nach dem legendären Malteser Falken sind, einer goldenen, edelsteingeschmückten Statuette aus dem 16. Jahrhundert. Doch da beschuldigt ihn die Polizei, seinen Partner ermordet zu haben Die atemberaubende Detektivgeschichte gilt mit ihren miesen Charakteren und überzeugenden Dialogen als Meisterwerk des "Hardboiled", des harten, illusionslosen Krimis amerikanischer Machart verfilmte John Huston den Roman mit Humphrey Bogart in der Rolle des Sam Spade. Jetzt gibt es den "Malteser Falken" auch zu hören genial gelesen von Wiglaf Droste, dem preisgekrönten Schriftsteller und Jazz-Sänger. Und man begreift, warum auch ein Krimi zur Literaturgeschichte zählen kann. CD- Hinweis: Dashiel Hammett: Der Malteser Falke. Ungekürzte Lesung mit Wiglaf Droste. 8 CDs, 449 Minuten Spielzeit. Diogenes Christian Feldmann 10 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

11 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION KURZMELDUNGEN Mit einer neuen Webseite ist das Onlineportal "Gemeindebrief" gestartet. Unter finden Gemeinden aktuelle Informationen und Ideen zur Öffentlichkeitsarbeit. Auf der Webseite gibt es sowohl Tipps zur Gestaltung von Schaukästen als auch zur professionellen Produktion von Gemeinde-Auftritten im Internet. Ferner bietet die Homepage eine kostenpflichtige Bilddatenbank mit rund Grafiken, Fotografien und Illustrationen an. In neuem Design präsentiert sich das Medienportal der evangelischen Rundfunkarbeit (früher: das über die große Zahl der kirchlichen Sendungen in Hörfunk und Fernsehen sowie über aktuelle Veranstaltungen informieren will. Über eine Mediathek können zudem Sendungen zeitunabhängig abgerufen werden. Die Zahl der Beschwerden beim Deutschen Presserat, der für die Einhaltung des Pressekodex zuständig ist, ist gestiegen. Während 2009 insgesamt Mal auf angebliche Verstöße gegen den Pressekodex hingewiesen wurde, geschah dies in den ersten acht Monaten 2010 bereits Mal. Am häufigsten wurden die Berichterstattung zur Massenpanik bei der Love Parade sowie ein angeblich blasphemisches Titelbild der Satire-Zeitschrift "Titanic" beanstandet. Einen Überblick über mehr als historische Friedhöfe in Deutschland bietet das neue Internetportal Nach Angaben des Bund Heimat und Umwelt (BHU), der das Portal betreut, sind beispielsweise die genaue Lage sowie Einzelgräber berühmter Persönlichkeiten verzeichnet Ziel des Angebots sei es, das regional vorhandene kulturelle Erbe einer breiteren Öffentlichkeit bekanntzumachen. Die Konzilsdokumente aller Kirchen und Jahrhunderte sollen bis 2012 in einer digitalen Bibliothek konfessionsübergreifend zusammengeführt werden. An dem Vorhaben des italienischen Historikers Alberto Melloni beteiligt sich ein Netzwerk von Institutionen in historischen Konzilsund Synodenorten wie Istanbul, Rom, Jerusalem und Moskau, aber auch Aachen, Konstanz, München, Genf und Wien. "Medien und Partizipation" und ist das Thema eines neuen Heft der Zeitschrift " merz - medien + erziehung - zeitschrift für medienpädagogik". Eingegangen wird die zahlreichen Möglichkeit der Partizpation in den neuen Medien wie dem Internet, die sich durch die weitgehende Aufhebung bisheriger Sender-Empfänger-Strukturen ergeben. Drei von fünf Senioren in Deutschland haben nach Angaben des Internet-Branchenverbands Bitkom mittlerweile ein eigenes Handy. Damit liegen ältere Menschen aber deutlich unter dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung, Unter den Deutschen ab 14 Jahren besitzen 85 Prozent ein Mobiltelefon. Aus Anlass des 200. Geburtstags des Oktoberfestes präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek mehr als 200 digitalisierte Objekte rund um das Münchner Oktoberfest auf ihrem Online-Portal. Vor allem finden sich auf Dokumente zur Geschichte des Festes aus den ersten 125 Jahren. Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 11

12 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 Der Mensch ist gut Überall, wo mehrere Menschen zusammenleben, brauchen sie dafür eine Religion oder Idee, die sie zusammenhält. Das kann eine Familie sein, die sich an ihrem Herkommen orientiert, oder eine Kommune mit ihrer Lage und Geschichte, ein Staat im Sinne seiner Bürgerschaft oder ein ganzes Weltreich mit seinem "way of life". Da kommt die geistige, wirtschaftliche und militärische Macht ins Spiel und läßt sich nicht verleugnen, sie muss beherrscht werden. Nur mit der Macht kann man etwas machen. Aber es sind dabei immer Menschen am Werk und machen Geschichte. Willi Brandt ließ sich, als er deutscher Bundeskanzler war, von der Idee leiten "Der Mensch ist gut". Er war ein visionärer Sozialist. Das führte unter anderem zur Abschaffung aller Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Autobahn und vieler anderer Verkehrsregeln, weil sich die Verkehrsteilnehmer nach einer kurzen Zeit der Umgewöhnung vernünftig verhalten und vernünftig fahren würden. Ähnlich dachte der Architekt Günter Behnisch als er beim Bau des Olympiastadions in München im Vertrauen auf den guten Menschen keine Zäune errichtete. Beide Idealisten scheiterten, denn die einen fuhren erst recht zu schnell und die anderen drängten ohne Eintrittskarten zu den Spielen. Die Verkehrsschilder und die Zäune kamen wieder, sind geblieben und haben sich vermehrt. Mögen viele Menschen gute Menschen sein oder das Gute wollen, es zeigen dennoch zahllose Berichte in den verschiedensten Medien, wie viel Bedarf an Bosheit besteht: An Betrügereien, Diebstahl, Überfällen, Raub, Misshandlungen, Morden aus dem Tagesgeschehen, aber auch an erfundenen Grausamkeiten in Filmen oder Dokumentationen echter Geschichte in der Vergangenheit. Es können kaum genug Helden kämpfen, Bösewichte sterben, Mafiosi im Revolverhagel niedersinken, Cowboys zerballert werden, wilde Haufen halbnackter Indios oder Afrikaner ihr Leben lassen, in wunderbarer Weise siegt am Ende meistens doch das Gute. Man nimmt es Hollywood seit seiner frühesten Zeit halb übel und halb gut, dass seine Filme immer happy enden. Aber anders geht es nicht, sonst ginge der Glauben des Menschen an sich und seine Art zu Grunde. Der Mensch muss einfach gut sein. Da könnte man vermuten, die vielfach beklagten schlechten Nachrichten in Zeitungen und Rundfunk dienten dem Zusammenleben der Menschen, weil sie nur der Schatten des Guten sind, den das Licht der Hoffnung wirft. Wäre das so, dann müssten viele Kommentatoren und Kritiker schweigen und der oftmals ungute Profit der Produzenten und Macher wäre gerechtfertigt. Aber man sollte aus der Lehre, die Willi Brandt und Günter Behnisch mit ihren Freunden, Genossen und Auftraggebern aus dem öffentlichen Zusammenleben ziehen mussten, schließen, dass auch die Kommunikation mit Gut und Böse zu rechnen hat. Denn wie beim Straßenverkehr oder den öffentlichen Sportanlagen geht es ohne gemeinsam getragene Regeln nicht gut weiter. Es sollen gute Grundsätze sein. Sie müssen menschlich sein und den Menschen dienen. Gerhard Bogner 12 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

13 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION PERSONALIEN Margot Käßmann, vor einem halben Jahr von Ihren Bischofsämtern zurückgetretene ehemalige EKD-Ratsvorsitzende schildert ihre Eindrücke über ihren gegenwärtigen USA- Aufenthalt in einem Blog für das Internetportal "evangelisch.de" (www.evangelisch.de/themen/blogs/notizen-aus-uebersee )". Bis Ende 2010 verbringt Käßmann einen Gastaufenthalt an der Emory-Universität in Atlanta, die eines der besten Luther-Archive weltweit besitzt. Im Januar 2011 übernimmt sie eine Gastprofessur an der Ruhr-Universität Bochum. Dort wird sie ein Jahr lang auf dem Gebiet der Ökumene und Sozialethik forschen und lehren. Susanne Petersen, bislang beim " Sonntagsblatt. Evangelische Sonntagszeitung für Bayern" (München) für die Regionalausgabe München-Oberbayern zuständig, hat ab 1. September die Stelle der Chefin vom Dienst übernommen. Sie folgt damit Lutz Taubert nach, der Ende Juli in den Ruhestand gegangen ist. Sie ist für die Seiten "Die Woche", "Bayern", die Kommentarseite und die Briefeseite zuständig und betreut die Praktikanten beim Sonntagsblatt. Außerdem koordiniert sie die redaktionelle Kooperation der evangelischen Wochenzeitungen in Deutschland. Ebenfalls ab 1. September betreut Christiane Ried im Rahmen einer halben Stelle die Regionalausgabe für München und Oberbayern beim Sonntagsblatt. Sie behält ihre halbe Stelle beim Desk epd-süd bei. Daniel Staffen-Quant (29), ist ab 1. Oktober neuer Bezirksredakteur des Evangelischen Pressedienstes (epd) in Würzburg. Er folgt Gerhard Lenz nach, der Ende Juni in den Ruhestand gegangen ist. Staffen-Quant studierte Politikwissenschaft, Geschichte, und Germanistik in München und Würzburg und war zuletzt bei der Nachrichtenagentur ddp Büroleiter des Landesdienstes Hessen. Anja Siebert, Vikarin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg schlesische Oberlausitz erhält den ökumenischen Predigtpreis des Verlags für deutsche Wirtschaft. Den Sonderpreis in der Kategorie "Beste Predigt für nichtkirchliche Anlässe" erhalten die Theologiestudentin Emilia Handke (Halle/Saale), und die badische Pfarrerin Monika Lehmann-Etzelmüller (Hemsbach/Bergstraße). In der Kategorie Lebenswerk wird der promovierte katholische Theologe Reinhold Stecher ausgezeichnet, der von 1981 bis 1997 Bischof von Innsbruck war. Mit dem 2000 erstmals ausgelobten Predigtpreis, der undotiert ist, will der Verlag für die Deutsche Wirtschaft die Redekunst in den Kirchen fördern. Henning Kiene (51), Chefredakteur beim ökumenischen Verein "Andere Zeiten" in Hamburg, wechselt zum November ins Reformbüro der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Hannover. Der 51-jährige Pastor wird dort unter anderem für die konzeptionelle Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017 zuständig sein. Als Chefredakteur von "Andere Zeiten" war Kiene für die diesjährige Ausgabe des Kalenders "Der Andere Advent" sowie für die Fastenaktion "Sieben Wochen anders leben" verantwortlich. Der gemeinnützige Verein ist vor allem durch die bundesweite Aktion "Der Andere Advent" bekanntgeworden. Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 13

14 KIRCHE & KOMMUNIKATION INFORMATIONEN 10/2010 TERMINVORSCHAU Oktober Oktober "Voll Porno, Alter!? Sexualisierte Medieninhalte im Alltag von Jugendlichen" Fachtagung des Forums Medienpädagogik der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) in München Oktober Frankfurter Buchmesse, Gastland Argentinien Oktober Leipziger Medienkongress Oktober Demokratie Freiräume für Engagement im Web 2.0 Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll 11. Oktober Der blockierte Medienriese - Symposion der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) in Bonn 11. Oktober Überreichung des katholischen Medienpreises in Bonn Oktober Medientage München 13. Oktober bis 13. November Tage der Medienkompetenz im Rahmen der Initiative Kindermedienland Baden-Württemberg Oktober Mobil und goblal. Kommunkationsformen im Wandel Junges Forum des Evangelischen Akademie Tutzing 20./21. Oktober "Bad news are Good news" 1. Evangelischer Medienkongress in Köln 22. Oktober Verleihung des Argula von Grumbach-Preises in Bad Windsbach Oktober Der Streit ums Netz - Warum sich Verleger und öffentlich-rechtlicher Rundfunk im Internet verbünden sollten Tagung der Evangelischen Akademie Bad Boll 14 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

15 10/2010 INFORMATIONEN KIRCHE & KOMMUNIKATION Fernsehkritiken des Deutschen Evangelischen Frauenbundes Das R-Team Die rüstige Rentner-Comedy, SAT 1, freitags Uhr Der Sender schreibt folgendes über die Serie: "In der mal ganz anderen Versteckte-Kamera-Sendung spielen rüstige Rentner die Hauptrolle. Die in die Jahre gekommenen Lockvögel begeben sich an belebte, öffentliche Plätze und haben nur ein Ziel: Junge Leute auf die Schippe nehmen! Endlich wird der Spieß mal umgedreht und die Oldies haben die Chance, es den Jugendlichen heimzuzahlen." Durch kuriose Sketche tappen die jungen, ahnungslosen Opfer in die Falle und werden in eine Situation versetzt, die sie völlig aus der Fassung bringt. Die perplexen und verblüfften Reaktionen der Reingelegten sind das erklärte Ziel von Das R-Team die rüstige Rentner-Comedy Wenn ein Rentner mit seinem ipad oder seinem Laptop auf der Parkbank sitzt und sich mit einem anderen Rentner unter Verwendung entsprechender Fachbegriffe darüber unterhält, wie er Bilder, s usw. verschickt, dann hat das ja was. Wenn aber der Rentner mit seinem Elektro Mobil auf einer Tischtennisplatte im Park steht und die Jugend um Hilfe bittet, damit er wieder herunter kommt, dann ist das eigentlich nur blöd. Vor allem erzählt der Rentner den Jugendlichen, dass er nicht wisse, wie er hochgekommen sei. Genauso fragwürdig finde ich es, wenn rüstige Rentner Jugendliche nach einem Joint fragen, eine Nonne um Feuer für einen Joint bittet, eine Rentnerin ihre Topfblumen in der Hofeinfahrt mit dem Hochdruckreiniger gießt. Da stellt sich für mich die Frage, wer hier tatsächlich auf die Schippe genommen wird. Luitgard Herrmann, 2. Vorsitzende, Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Förderung von Medienkompetenz Impressum: Deutscher Evangelischer Frauenbund, Landesverband Bayern e.v. Redaktion: Dr. Katharina Städtler (V.i.S.d. P. für Beiträge des Dt. Ev. Frauenbundes und EAM-Rundbrief) Geschäftsstelle Kufsteiner Platz 1, München, Tel. 089/ , Fax Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 15

16 KIRCHE & KOMMUNIKATION RADIO-PROGRAMM OKTOBER 10/2010 Radiotipps Sonntag, 03. Oktober Bayern 2 Katholische Welt. Das SS-Opfer von Götting Pfarrer Josef Grimm. Von Elke Endraß In den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs versuchen die Nazionalsozialisten trotz der aussichtslosen Lage, das Steuer noch einmal herumzureißen. In Götting, einem kleinen Ort in der Nähe von Bad Aibling, sind schon die Geschützdonner der herannahenden Amerikaner zu hören. Da befiehlt Untersturmbannführer Bachot, sämtliche Häuser der kleinen Gemeinde anzuzünden. Wer sich diesem Befehl widersetzt, dem droht die Todesstrafe. Die SS-Einheit will sich von der US- Armee überrollen lassen und hinter den Linien Sabotage betreiben. In dieser Situation folgt der Ortsgeistliche, Pfarrer Josef Grimm, einem Aufruf der "Freiheitsaktion Bayerns. Um weiteres Blutvergießen zu vermeiden, soll überall im Land die bayerische Flagge gehisst werden. Grimm - ohnehin Gegner des NS-Regimes wirft das Hakenkreuz-Banner vom Turm der St. Michaelskirche und ersetzt sie durch die weiß-blaue Fahne. Doch die Aktion hat schwerwiegende Folgen. Ein SS- Kommando verschleppt den Pfarrer in ein nahes Waldstück. Die Schergen misshandeln ihn grausam und erschießen ihn schließlich Bayern 2 Evangelische Perspektiven. Was zusammen gehört... Das Zusammenwachsen der Kirchen nach der Deutschen Einheit. Von Niels Beintker In den 40 Jahren der deutschen Teilung waren die Kirchen die wohl wichtigsten Institutionen für den Austausch über die Grenze hinweg: Viele Kirchen in der alten Bundesrepublik hatten Partnergemeinden in der DDR und waren diesen treu verbunden. Sie organisierten zum Beispiel Besuchsreisen in den Osten und sammelten vielfach Geld für den baulichen Erhalt der Kirchen ihrer Partnergemeinde. In den Evangelischen Perspektiven am 20. Jahrestag der Deutschen stehen Menschen im Mittelpunkt, die diese Einheit selbst leben: Pfarrerinnen und Pfarrer, die sich im Rahmen eines Partnerprogramms zwischen der Bayerischen und der Mecklenburgischen Landeskirche auf den Weg in die neuen Bundesländer gemacht haben. Sie erzählen über ihre Erlebnisse aus den zurückliegenden 20 Jahren und berichten von ihren persönlichen Erfahrungen in einem mental manchmal noch immer geteilten Land Bayern 1 Evangelische Morgenfeier. Pfarrerin Melitta Müller-Hansen, Olching Bayern 1 Katholische Morgenfeier. Pfarrer Claus Chrt, Regensburg Montag, 04. Oktober Bayern 2 Theo.Logik. Über Gott und die Welt. (jeden Montag) 16 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

17 10/2010 RADIO-TIPPS OKTOBER KIRCHE & KOMMUNIKATION Sonntag, 10. Oktober Bayern 2 Katholische Welt. Chiara Luce. Eine 18-jährige wird selig. Von Corinna Mühlstedt Chiara Luce Badano ist 17 Jahre alt, als sie beim Tennisspielen einen stechenden Schmerz im Rücken spürt. Die ärztliche Diagnose ist niederschmetternd: Knochenkrebs. Doch die junge Italienerin nimmt sie mit bedingungslosem Gottvertrauen an: "Wenn Du es willst, Jesus, will ich es auch." Wer das fröhliche Mädchen kannte, bezeugt, dass sie trotz eines zweijährigen Martyriums stets ihr heiteres, offenes Wesen bewahrte und mit ihrer liebevollen Art sogar anderen Hoffnung gab. Chiara gehörte seit ihrem neunten Lebensjahr zur Jugendbewegung der Fokolare. Ihre Freunde begleiteten sie bis zu ihrem Tod im Oktober Nun wurde sie Ende September 2010 in Rom als erstes Mitglied der Bewegung selig gesprochen Bayern 2 Evangelische Perspektiven. Politische Verortung nach dem Mauerfall. Die Linkspartei und ihr Verhältnis zur Evangelischen Kirche. Von Rüdiger Kronthaler Kritik an der Hartz-4-Gesetzgebung und des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr, Engagement für die Entschuldung der "Dritten Welt" - eigentlich überschneiden sich viele politische Positionen von EKD und Linkspartei. Die Lehren von Marx mit der Ethik Jesu zu verbinden, ist spätestens seit der Theologie Paul Tillichs keine Besonderheit mehr. Aber das Verhältnis zwischen Kirche und Linkspartei ist gespannt: anders als zu den restlichen Parteien im Bundestag pflegt die EKD keine formellen Konsultationen mit der Linkspartei. Die Verbindungen zur DDR in der Linkspartei wiegen immer noch zu schwer. Heute, 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ringen sozial engagierte Pfarrer in Ost und West unter unterschiedlichen Voraussetzungen um die richtige Haltung zur Linkspartei Bayern 1 Evangelische Morgenfeier. Pfarrer Martin Vorländer, München Bayern 1 Katholische Morgenfeier. Pfarrer Michael Kleinert, Beilngries Sonntag, 17. Oktober Bayern 2 Katholische Welt. Hass und Dankbarkeit Die katholische Kirche und die Unabhängigkeit des Kongos. Von Simone Schlindwein und Ruth Reichstein Mit der Kolonisierung des Kongo begann auch die systematische Missionierung der Kongolesen zum Christentum. Vordringlichste Aufgabe der katholischen Missionare war es zu taufen und die "Wilden zu zivilisieren", wie König Leopold II es damals ausdrückte. In den folgenden Jahrzehnten arbeiteten die belgische Kolonialmacht und die katholische Kirche Hand in Hand im Kongo - bis zur Unabhängigkeit am 30. Juni Rik Devillé ist Flame und katholischer Priester. Er befasst sich schon sich seit Jahren mit der Rolle der Katholischen Kirche während und nach der Kolonialzeit im Kongo. Für ihn ist klar: Das Verhalten der Kirche im Kongo war für das Christentum kein Ruhmesblatt. Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 17

18 KIRCHE & KOMMUNIKATION RADIO-PROGRAMM OKTOBER 10/ Bayern 2 Evangelische Perspektiven. Auf der Suche nach der Mitte. Das Labyrinth als Symbol für den Lebensweg des Menschen. Von Gerda Kuhn Seit Jahrtausenden faszinieren Labyrinthe die Menschen. Ihr Ursprung liegt mit großer Wahrscheinlichkeit im Mittelmeerraum. Von Nordgriechenland und Kreta aus über Spanien, Italien und England verbreitete sich das Symbol in nahezu allen Ländern der Welt. In Felswände geritzt, mit Farbe gemalt, in Holz gehauen, mit Steinen gelegt oder mit Hecken und Rasenflächen gestaltet: immer führt der Weg von außen nach innen, einem offenkundigen Ziel zu. Unter christlichem Einfluss wurde das Ziel mit der Rückkehr zu Gott gleichgesetzt: alle verschlungenen Windungen des Labyrinths waren nun eine Metapher für die oft beschwerlichen und langwierigen Umwege des Menschen zum wahren Glauben. Bald schmückten Labyrinthe auch den Fußboden großer Kathedralen - das berühmteste Beispiel dafür ist wohl Chartres. Gerda Kuhn geht in den Evangelischen Perspektiven den Spuren eines Symbols nach, das sich auch nach Jahrtausenden noch den Zauber des Geheimnisvollen bewahrt hat Bayern 1 Evangelische Morgenfeier. Pfarrer Eberhard Hadem, Nürnberg Bayern 1 Katholische Morgenfeier. Generalvikar Karl Hillenbrand, Würzburg Sonntag, 24. Oktober Bayern 2 Katholische Welt. Auf den Spuren Matteo Riccis in China. Wie Jesuiten das kirchliche und soziale Leben im Reich der Mitte prägen. Von Marion Krüger-Hundrup Vor 400 Jahren starb Matteo Ricci. Er war der erste Jesuitenmissionar und europäische Wissenschaftler, dem sich die Tore Pekings und der chinesische Kaiserhof geöffnet hatten. Matteo Ricci ( ) gilt als bedeutender Brückenbauer zwischen der chinesischen und europäischen Kultur. Auch heute sind Jesuiten in China in unterschiedlichen Bereichen tätig, dürfen jedoch nicht offen seelsorglich arbeiten. Sie tragen deshalb unter anderem soziale Projekte, die das kirchliche Leben im kommunistischen Land auf ihre Weise prägen. Die Schwierigkeit, dabei den Spagat zu schaffen zwischen der offiziellen katholischen Kirche, die vom Regime geduldet wird, und den Katholiken der verfolgten Untergrundkirche, bleibt eine ständige Herausforderung. Marion Krüger-Hundrup hat sich in China auf die Spuren Matteo Riccis gemacht Bayern 2 Evangelische Perspektiven. Geheimnisse der Seele. Träume als Wegweiser des Lebens. Von Rita Homfeldt Ein Albtraum reißt einen mitten in der Nacht aus dem Schlaf. Schweißgebadet wacht man auf. An Einschlafen ist nicht mehr zu denken. Der Traum bleibt im Gedächtnis. Und jetzt plagt einen die Angst vor dem Wiedereinschlafen, der Traum könnte ja wiederkehren. Die Psychotherapie und die Seelsorge arbeiten mit Träumen, weil sie einen tiefen Blick in die Seele erlauben. Traumbilder können hilfreich und heilsam sein. Sie sind Wegweiser des Lebens. Wer die Bildersprache seiner Träume zu deuten versucht, erkennt oft, dass sie auf Ängste und Bedürfnisse hinweisen, die vom Verstand während des Alltags unterdrückt werden. Auch die Bibel verwendet Bilder, man könnte sagen, sie spricht oft in einer Traumsprache. 18 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

19 10/2010 RADIO-TIPPS OKTOBER KIRCHE & KOMMUNIKATION Bayern 1 Evangelische Morgenfeier. Pfarrer Werner Küstenmacher, Gröbenzell Bayern 1 Katholische Morgenfeier. Monsignore Bernhard Ehler, Augsburg Sonntag, 31. Oktober Bayern 2 Katholische Welt. Dachau hat ihm die Augen geöffnet". Die Reichspogromnacht und das Leben einer deutsch-jüdischen Familie. Von Dagmar Neuhäuser Die 83-jährige Margot Wertheim-Wolheim, die ihre Kindheit und Jugend in Deutschland und England verbrachte, und heute in einem Altersheim in Jerusalem wohnt, ist eine Zeitzeugin mit beeindruckendem Erzähltalent: In großer Klarheit erinnert sie sich an sie und ihre Familie prägenden Erfahrungen, die eingebettet sind in die politischen Ereignisse der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Rückblickend stellt sich die Einlieferung des Vaters ins Konzentrationslager Dachau als Rettung für die Familie dar: "Gott sei Dank, war er in Dachau, sonst wären wir wohl alle in Auschwitz gelandet". Denn erst durch diesen Akt des Hasses und der Willkür sei ihr Vater, ein "strammer" Deutscher, endlich aufgewacht: Durch Hose-Herunterlassen war seine jüdische Abstammung am Frankfurter Hauptbahnhof festgestellt worden - die Wochen im KZ Dachau sollten ihn "total verändern". Margot Wertheim-Wolheim verlässt zusammen mit ihrem Bruder in einem der sogenannten Kindertransporte die eigentlich geliebte Heimat in Richtung England Bayern 2 Evangelische Perspektiven. "Die Schwalbe hat ihr Nest gefunden". Evangelische Königinnen in Bayern. Von Carola Zinner Als der frischgebackene bayerische Kurfürst Max Josef anno 1799 in München einzog, war an seiner Seite seine Frau Karoline, 23 Jahre jung und - eine Protestantin. Für die Münchner war diese Konfession der neuen Kurfürstin und späteren Königin geradezu ein Skandal hatte doch seit dem 30jährigen Krieg "bayrisch zugleich "katholisch bedeutet. Nun aber gab es mit der Gruppe um Karoline eine kleine protestantische Gemeinde in München, die in der Residenz oder in Schloss Nymphenburg gemeinsame Gottesdienste abhielt. Rund ein Jahrzehnt später kam prominente Verstärkung, denn auch Kronprinz Ludwig heiratete mit Therese von Sachsen-Hildburghausen eine evangelische Prinzessin. Fast als Fortsetzung einer Tradition wirkte es dann, als auch Ludwigs Sohn und Nachfolger Max mit der Preußenprinzessin Marie wiederum eine Protestantin zur Frau wählte. Was für ein Schock für die evangelische Gemeinde in München, als Marie im Jahr 1874 zum katholischen Glauben konvertierte! Carola Zinner hat nach den Spuren der protestantischen Königinnen in München gesucht Bayern 1 Evangelischer Gottesdienst zum Reformationstag. Live aus der Neupfarrkirche in Regensburg. Predigt: Landesbischof Johannes Friedrich Liturgie: Dekan Eckhard Herrmann Musikalische Gestaltung: Kirchenmusikdirektor Roman Emilius Orgel: Prof. Stefan Baier Kammerorchester St. Oswald Trompetenensemble Paul Windschüttl Regensburger Kantorei Solisten: N.N. Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott", BWV 80 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ , 19

20 KIRCHE & KOMMUNIKATION FERNSEH-PROGRAMM OKTOBER 10/2010 Fernsehtipps Sonntag, 03. Oktober N24 Um Gottes Willen N24 Ethik, Gast: Jörg Thadeusz Ursprünglich wollte Jörg Thadeusz Pfarrer werden nun ist er als Moderator und Journalist beim Fernsehen gelandet und hat eine klare Meinung zum Mediengeschäft. "Vieles im Mediengeschäft widert mich schlicht an. Ich finde, dass Journalisten ihr eigenes Urteil oft krass überschätzen und dass sie mitunter jede Art von Anstand verloren haben. Bei seiner eigenen journalistischen Arbeit bleibt er seinen moralischen Grundsätzen treu. "Ich werde nicht einen Interviewpartner knacken oder grillen, wie das Kollegen sagen. Das geht einfach nicht. Schließlich bin ich kein Ankläger oder Richter ZDF Ökumenischer Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit aus dem St. Petri Dom in Bremen mit Pastor Renke Brahms, Bischof Franz-Josef Bode und Pastorin Susanne Kayser BR Stationen.Dokumentation. Deckname "Bartholomäus Runge". Pfarrer als Spitzel der Staatssicherheit. Der Staatssicherheitsdienst in der früheren DDR war auch über Kircheninternes stets bestens informiert: Pfarrer, Diakone und Gemeindehelfer waren nicht nur im Auftrag ihrer Kirche unterwegs, sondern verdingten sich auch als "Stasi"-Spitzel. Ihre Informationen und Handlangerdienste waren so wertvoll, dass sie sogar mit Orden ausgezeichnet worden sind. Viele von ihnen hatten der Staatssicherheitsdienst bereits während ihrer Studienzeit "angeworben". Der Film schildert am Beispiel des Altendorfer Friedenskreises die Arbeitsweise und Methoden der Stasi und gibt so einen Einblick in das Funktionieren des Geheimdienstapparates. Der Stasi war jedes Mittel recht: In Protokollen ist festgehalten wie Pfarrer zu "Hurenböcken" und "Trunkenbolden" gemacht worden sind. Entscheidend allein war das Ziel: Gemeindemitglieder sollten das Vertrauen zu ihren Pfarrern verlieren BRalpha Anschi, Karl-Heinz & Co. Ein himmlisches Magazin, jeden Sonntag (Wh. Samstag und Sonntag 06.15) BR Traumpfade. Auf dem Bayerischen Jakobsweg Er ist jahrhundertealt - und erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt worden - der bayerische Jakobsweg - der von Böhmen über Bayern bis nach Tirol führt. Ausgangspunkt ist die gotische St. Veitskirche in Krumau, dessen prächtiges Altstadtensemble am Moldaubogen seit 1992 zum Weltkulturerbe gehört. Durch den Böhmerwald führt der Weg hinab nach Passau, den Inn entlang ins Rottal, weiter über Altötting und von dort nach Tirol, bis nach Maria Stein. Kathrin Meyer ist vor einigen Jahren auf dem spanischen Jakobsweg nach Santiago de Compostela gewandert, jetzt will sie den bayerischen Pilgerweg bewältigen. Drei Wochen lang ist Kathrin Meyer unterwegs, um die mehr als 400 Kilometer zurückzulegen, bis sie ihr Ziel in Maria Stein erreicht. Eine Zeit intensiver Begegnungen mit der Natur, mit anderen Menschen und vor allem mit sich selbst - das ist für sie der bayerische Pilgerweg. 20 Kirche & Kommunikation, Birkerstr. 22, München, Fon 089/ , Fax 089/ ,

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