Erinnern und Vergessen

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1 6 DAS KUNSTWERK Erinnern und Vergessen Texte und Kontexte I. Wozu Geschichte? E DIE GEDEN KSTÄTT II. Krieg und Frieden III. Der Fall Dresden: manipulierte Erinnerung Bac-Training LESEVERSTEHEN: Vergangenheit verschweigen SCHRIFTLICHER AUSDRUCK: Auseinandersetzung mit der Vergangenheit HÖRVERSTEHEN: Maus. Die Geschichte eines Überlebenden MÜNDLICHER AUSDRUCK: Große Gesten der Geschichte Rund ums Thema uu Chronologie: Deutschland zweiundneunzig Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben. in der Lobby des Primo Levi ( ), Zitat hnmal (1986) t-ma caus Holo Informationsorts unter dem DIE AUSSTELLUNG

2 DAS TAGEBUCH DIE AUTOBIOGRAFIE ERINNERUNGSKULTUR DAS MUSEUM DAS MAHNMAL Erinnerungskultur A. Woran soll hier erinnert werden? B. Sehen Sie sich die einzelnen Abbildungen genau an. Was fällt Ihnen dazu ein, was wissen Sie darüber? C. Versuchen Sie, den Begriff Erinnerungskultur ins Französische zu übersetzen. dreiundneunzig 93

3 6 Texte und Kontexte I 1. Geschichte A. Sehen Sie sich den Cartoon an und beschreiben Sie ihn. Wie wird Geschichte hier interpretiert? B. Wo triff t man Geschichte überall im Alltag an? Nennen Sie Beispiele aus Ihrem Umfeld: Denken Sie dabei an Straßennamen, Filme und Bücher, legendäre Persönlichkeiten... Jan Tomaschoff, Geschichte, Wozu Geschichte lernen? A. Auf diese Frage antworten Schülerinnen und Schüler der Klasse 12 des Jakob-Fugger-Gymnasiums in Augsburg. Lesen Sie ihre Beiträge. A Toter Ballast Unnötige Schuldgefühle Spannende Geschichten Interessante Anfänge oher? Antwort auf die Frage W Lehrreiche Beispiele Blick in die Zukunft!! Angelika Felber B Michael Kottke D C Damit Zukunft verantwortungsbewusst gestaltet werden kann. Um zu wissen, was man aus der Geschichte hätte lernen können, wenn man aus der Geschichte gelernt hätte. Um zu wissen, woher unsere heutige Kultur stammt, und weil Geschichte in vielen Fällen spannend und interessant ist. Andreas R. Michael Kretschmer E sellschaft, in der wir leben, Ge der t mi bst sel s un um te, ich sch Wir lernen Ge und rgründe besser verstehen zu können nte Hi die um en, nn kö zu ren zie fi identi vielleicht etwas zu lernen. n, rde wu t ach gem l ma ein on sch die um aus Fehlern, d chtigste Teil unseres Kulturgutes un wi der t mi te ich sch Ge die ist m rde Auße r Allgemeinbildung. Steffen Oehler gehört damit schlicht und einfach zu Aus: Projekt: Wozu Geschichte lernen?, Jakob-Fugger-Gymnasium, Augsburg; 94 vierundneunzig

4 Texte und Kontexte I 6 B. Welche positiven Seiten des Fachs Geschichte werden von den Schülern jeweils genannt? Erstellen Sie eine Liste. C. Lesen Sie, was ein Oberstudienrat zum gleichen Thema meint Wozu Geschichte? Auf den ersten Blick scheint es, als wenn Geschichte keinen verwertbaren Nutzen hätte. In der Tat ist geschichtliches Wissen wenig hilfreich, wenn es darum geht, einen Computer zu installieren oder ein Regal (für Geschichtsbücher) zusammenzubauen. [...] Kenntnisse über die Geschichte befriedigen zunächst einmal die Neugierde 1. Wenn wir schon nicht sicher sein können, wohin wir gehen, können wir wenigstens lernen, woher wir gekommen sind. Es ist allemal spannend, etwas über den Reichtum früherer Kulturen, die Lebensgewohnheiten anderer Völker sowie menschliche Höchst- und Fehlleistungen 2 zu erfahren. [...] Erfahrungen aus der Geschichte können und sollten eine Richtschnur 3 sein für zukünftiges Handeln. Dies gilt gleichermaßen für den privaten Bereich wie für politische Entscheidungen. [...] Geschichte ist drittens ein wesentlicher Teil der Allgemeinbildung 4 (was übrigens nicht erst seit dem Boom der Quizsendungen im Fernsehen gilt). Über ein Mindestmaß an Kenntnissen dessen, was das menschliche Leben so vielfältig und faszinierend macht, sollte jedermann verfügen [...]. Man ist kein unglücklicherer Mensch, wenn man wenig von Geschichte weiß, aber ein viel ärmerer. Geschichte bietet auch eine Gesamtschau all dessen, was der Mensch zu leisten im Stande ist zum Wohle der Menschheit oder zu ihrem Schaden. [...] Das Nachdenken über das Wirken anderer kann helfen, die eigene Identität besser zu erkennen und Wertmaßstäbe 5 zu überprüfen und gegebenenfalls zu korrigieren. Schließlich trägt der vertiefte Umgang mit Geschichte zum Erwerb von so genannten Sekundärfähigkeiten bei. [...] Die intensive Interpretation geschichtlicher Quellen, Ereignisse und Prozesse fördert nämlich dialektisches Denken und Argumentieren, die Fähigkeit zum Verallgemeinern und Abstrahieren, eine präzise und klare Ausdrucksweise, Kritikfähigkeit, soziokulturelle Kompetenz sowie Aufgeschlossenheit 6 und Toleranz [...]. All diejenigen, die immer noch dem Fach Geschichte skeptisch gegenüberstehen, können vielleicht durch die folgende Aussage eines Historikers überzeugt werden: Selbst wenn die Geschichte zu nichts anderem zu gebrauchen wäre, eines muss man ihr sicher zugutehalten sie ist unterhaltsam. Aus: OStR Otmar Zeck, Meranier Gymnasium, Lichtenfels; D. Notieren Sie, wie er für das Fach Geschichte plädiert. Welche Argumente stimmen mit den Zitaten der Schüler überein? Welche Argumente sind neu? E. Mögen Sie das Fach Geschichte, wie es in Ihrer Schule vermittelt wird? Was würden Sie vorschlagen, um es (noch) attraktiver zu machen? F. Verfassen Sie ein kurzes Plädoyer, in dem Sie sich für das Fach Geschichte einsetzen. Ihre Notizen aus Aufgabe B und D helfen Ihnen dabei. Wortschatz 1. die Neugierde befriedigen satisfaire la curiosité 2. Höchst- und Fehlleistungen l exploit, l échec 3. eine Richtschnur sein être la ligne de conduite 4. die Allgemeinbildung la culture générale 5. die Wertmaßstäbe les valeurs 6. die Aufgeschlossenheit l ouverture d esprit G. Tragen Sie Ihr Plädoyer in der Klasse vor. fünfundneunzig 95

5 6 Texte und Kontexte II 1. Krieg und Frieden A. Lesen Sie den Songtext. Sie können das Lied auf einer der gängigen Internetplattformen anhören. 5 Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst Wie weit ist weit genug weg? Wie weit ist weg? Wie weit? Was sind sechzig Jahre? Ein Wimpernschlag 1 in der Zeit Wie lang ist lange vorbei? Wie lang wann ist es vorbei? Wie lang ist langweilig lang? Wir waren schon lang nicht dabei Die erfolgreiche deutsche Band Wir sind Helden besteht seit Ihre Liedtexte stehen für soziales und politisches Engagement Was ist so lustig? Was ist so lustig an Liebe und Frieden? Was ist so lustig? Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst Du kriegst zurück, was du verdrängst 2 Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst Du kriegst zurück, was du verdrängst 20 Wie weit ist weit genug weg? Wie weit ist weg? Na warte! Wie weit ist weit genug weg Zehn Finger breit auf der Karte Wortschatz 1. der Wimpernschlag le battement de cils 2. etw. verdrängen refouler qqch. 3. etw. verpennen fam. : louper qqch. 25 Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst Du kriegst zurück, was du verpennst Der Krieg kommt schneller zurück, als du denkst Du kriegst zurück, was du verpennst 3 Aus: Wir sind Helden, Album Soundso, 2007 B. Ordnen Sie die Kerngedanken den Strophen zu. Welchen Kerngedanken finden Sie am interessantesten? Warum? A Der Zweite Weltkrieg ist noch gar nicht so lange vorbei. (Zeile...) B Wir dürfen den letzten Krieg nicht vergessen, damit es nicht wieder Krieg gibt. (Zeile...) C Es wird Zeit für einen neuen Krieg, der neue Perspektiven bringt. (Zeile...) D In vielen anderen Ländern außerhalb Europas herrscht zurzeit Krieg. (Zeile...) 96 sechsundneunzig

6 Texte und Kontexte II 6 2. Am 8. Mai... A. Was ist am 8. Mai 1945 passiert? Lesen Sie einen Auszug aus der historischen Rede des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum 40. Jahrestag. Rede des Bundespräsidenten am 8. Mai Der 8. Mai ist ein Tag der Erinnerung. Erinnerung heißt, eines Geschehens 1 so ehrlich und rein zu gedenken, daß es zu einem Teil des eigenen Innern wird. Das stellt große Anforderungen 2 an unsere Wahrhaftigkeit. [...] Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen. Jüngere und Ältere müssen und können sich gegenseitig helfen, zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten. Es geht nicht darum, Vergangenheit zu bewältigen 3. Das kann man gar nicht. Sie läßt sich ja nicht nachträglich ändern oder ungeschehen machen. Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. [...] Das jüdische Volk erinnert sich und wird sich immer erinnern. Wir suchen als Menschen Versöhnung 4. Gerade deshalb müssen wir verstehen, daß es Versöhnung ohne Erinnerung gar nicht geben kann. [...] Bei uns ist eine neue Generation in die politische Verantwortung hereingewachsen. Die Jungen sind nicht verantwortlich für das, was damals geschah. Aber sie sind verantwortlich für das, was in der Geschichte daraus wird. Wir Älteren schulden der Jugend nicht die Erfüllung von Träumen, sondern Aufrichtigkeit 5. Wir müssen den Jüngeren helfen zu verstehen, warum es lebenswichtig ist, die Erinnerung wachzuhalten. [...] Wir lernen aus unserer eigenen Geschichte, wozu der Mensch fähig ist. Deshalb dürfen wir uns nicht einbilden 6, wir seien nun als Menschen anders und besser geworden. Es gibt keine endgültig errungene moralische Vollkommenheit 7 für niemanden und kein Land! Wir haben als Menschen gelernt, wir bleiben als Menschen gefährdet. Aber wir haben die Kraft, Gefährdungen immer von neuem zu überwinden 8. Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Haß zu schüren 9. Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Haß gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. Aus: Bundeszentrale für politische Bildung B. Von Weizsäcker spricht in seiner Rede die jüngere und die ältere Generation an. Wozu fordert er die jungen Leute auf, wozu die älteren? C. Was können Sie persönlich im Alltag zu diesen Gedanken beitragen? Es ist eines der bekanntesten Fotos aller Zeiten: Zwei sowjetische Soldaten hissen auf dem Dach des Reichstages die Rote Fahne. Das Foto wurde allerdings auf Wunsch der sowjetischen Regierung inszeniert zwei Tage, nachdem die Fahne nachts gehisst worden war. Der deutsche Politiker Richard von Weizsäcker (geb. 1920) war von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin und von 1984 bis 1994 der sechste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Durch seine Rede zum 8. Mai 1985 erhielt er große internationale Anerkennung. Noch heute ist er ein politisches und menschliches Vorbild. Wortschatz 1. eines Geschehens gedenken rappeler solenellement le souvenir 2. Anforderung stellen avoir des exigences 3. die Vergangenheit bewältigen assumer le passé 4. die Versöhnung la réconciliation 5. jmdm. Aufrichtigkeit schulden devoir sincérité à qqn 6. sich etw. einbilden s imaginer 7. die Vollkommenheit la perfection 8. etw. überwinden surmonter qqch. 9. schüren attiser siebenundneunzig 97

7 6 Texte und Kontexte III 1. Eine zweite Chance A. Lesen Sie den Romanauszug. B. Aber ich habe es wieder falsch gemacht. Erklären Sie, was der Protagonist damit meint C. Wie fühlt sich Gerhard Selb nach dem Zwischenfall? Beschreiben Sie kurz, wie es ihm geht und warum. Orientieren Sie sich dabei an diesen Gefühlen. Trauer Enttäuschung Nachts in der U-Bahn Ohnmacht Scham Angst Mutlosigkeit Der Kontext: Der etwa 70-jährige Privatdetektiv Gerhard Selb ist in Berlin, um wegen eines Mordfalls Recherchen anzustellen. Am Halleschen Tor wollte ich umsteigen. Aber als ich aus dem letzten Wagen des Zugs trat, standen sieben oder acht junge Leute mit kahlrasierten Schädeln 1, dunklen Jacken und Springerstiefeln da, als hätten sie auf mich gewartet.»he, Opa!«Ich wollte weitergehen, aber sie ließen mich nicht durch, und als ich ihnen ausweichen wollte, ließen sie mich nicht vorbei. Sie drängten mich an den Rand des Bahnsteigs. Die U-Bahn ist hier als Hochbahn über den Landwehrkanal gebaut, und unter mir sah ich das dunkle Wasser.»Wo geht s denn hin, Opa?«Auf dem gegenüberliegenden Bahnsteig sah ich ein paar Jugendliche, die neugierig herüberschauten. Sonst waren die Bahnsteige leer.»ins Hotel und ins Bett.«Sie lachten, als hätte ich die witzigste Antwort gegeben.»ins Hotel«, wiederholte der eine, beugte sich vor und schlug sich noch mal und noch mal mit den Händen auf die Schenkel 2,»ins Bett«. Dann sagte er:»du warst doch noch dabei, Opa.Bei was?beim Führer, was sonst. Hast du ihn mal gesehen?«ich nickte. [ ]»Und wie hast du ihn gegrüßt?das wissen Sie doch.zeig s mir, Opa!Ich möchte das nicht.du möchtest es mir nicht vormachen? Dann mach s mir nach!«er knallte die Hacken zusammen 3, riß den rechten Arm hoch und rief:»heil Hitler!«Von den anderen sagte keiner einen Ton. Er ließ den Arm sinken.»na?ich möchte nicht.möchtest du lieber da unten schwimmen?nein, ich möchte einfach gehen, in mein Hotel und in mein Bett.«Diesmal lachte keiner. [ ] Ich hatte Angst. Ich konnte nicht schnell genug denken: Sollte ich mitspielen? War es klüger? War es feige 4? War es Verrat 5? War, worum es ging, eine Verletzung oder eine Erkältung wert? Dann packten sie mich, und ich stammelte:»heil Hitler«, und weil der Wortführer verlangte, daß ich es lauter sagte, sagte ich es lauter, und als er sagte:»noch lauter«und sie mich losließen, stand ich auf dem Bahnsteig und rief, so laut ich konnte:»heil Hitler.«Der Jurist Bernhard Schlink, geboren 1944 in Bielefeld, war Richter des Verfassungsgerichtshofs für das Land Nordrhein-Westfalen. Seinen ersten Kriminalroman, Selbs Justiz, schrieb er 1987 gemeinsam mit Walter Popp. Die Reihe wurde 1992 durch Selbs Betrug und 2001 durch Selbs Mord ergänzt. Sein bekanntester Roman ist Der Vorleser (1995). 98 achtundneunzig

8 Texte und Kontexte III Jetzt lachten sie wieder und klatschten.»bravo, Opa, bravo.«aber der Wortführer schüttelte stumm den Kopf, bis auch die anderen verstummten, und sagte:»habt ihr nicht gesehen? Er hat den Arm nicht gehoben. Ohne Arm gilt nicht.«sie schauten ihn an und mich und ihn und begriffen, ehe ich begriff. Sie packten mich an Armen und Beinen, johlten 6, schwangen mich hin und her,»eins und zwei und drei«, und als dröhnend die U-Bahn einfuhr, ließen sie mich übers Geländer in den Kanal fliegen. [...] Ich war nicht ernsthaft zu Schaden gekommen 7. Die eine Seite, mit der ich auf dem Wasser aufgeschlagen war, war am nächsten Morgen ein großer blauer Fleck. Ich hatte auch eine laufende Nase und ein bißchen Fieber. Aber weh tat etwas anderes. Ich hatte die Gelegenheit gehabt, richtig zu machen, was ich seinerzeit 8 falsch gemacht hatte. Wann hat man das schon! Aber ich habe es wieder falsch gemacht. Aus: Bernhard Schlink, Selbs Mord, Diogenes, 2001 Wortschatz 1. der Schädel le crâne 2. die Schenkel la cuisse 3. die Hacken zusammenknallen claquer des talons 4. feige lâche 5. der Verrat la trahison 6. johlen hurler 7. zu Schaden kommen avoir des dommages corporels 8. seinerzeit à l époque 2. Schicksal einer Stadt A. Lesen Sie die Schlagzeile. Aus welchem Jahr stammt sie wohl? Was wissen Sie über die Vergangenheit der Stadt Dresden? Die Alliierten bombardieren Dresden: Die Stadt wird zum Großteil zerstört! B. Sehen Sie sich das Plakat an. Wozu wird aufgerufen? Stellen Sie Vermutungen an, warum das Plakat an den 13. Februar erinnern möchte. élève 21 classe 23 C. Hören Sie die Radiomeldung und notieren Sie, welche weiteren Details Sie zu den einzelnen Punkten hören. A Rechtsradikale instrumentalisieren die Bombardierung Dresdens politisch. B Tausende Neonazis organisieren Aufmärsche im Stadtzentrum Dresdens. C Die Dresdner Bürger bilden eine gigantische Menschenkette. neunundneunzig 99

9 6 Bac-Training COMPRÉHENSION DE L ÉCRIT 1. Eine kleine Geschichte A. Lesen Sie die Erzählung. Der Kontext: Der Ich-Erzähler berichtet, wie seine Tante und sein Onkel am Ende des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit reagierten Das Loch Als der Führer in seinem Bunker in Berlin den Heldentod starb 1, grub mein Onkel Otto in seinem Vorgarten in Moosach ein Loch. Groß war das Loch, das mein Onkel Otto grub. So groß und geräumig, dass der tote Führer bequem darin Platz gefunden hätte. [...] Und entweder schweigend oder murrend, entweder mit verzweifeltem oder finsterem Blick, ist mein Onkel Otto hinausgegangen in den Garten, hat einen Spaten 2 genommen und zwischen den Gemüsebeeten begonnen das Loch, um das es hier geht, zu graben. Und weil meine Tante Sophie mit wie man so sagt gesundem Menschenverstand 3 ausgestattet war, ist sie meinem Onkel Otto nachgegangen und hat sich hinter ihm aufgestellt und hat dabei vielleicht sogar die Fäuste in die Hüften gestemmt 4. [...] Vermutlich war ihm dabei die Vorstellung äußerst unangenehm, die Nachbarn könnten ihn beobachten. Denn hätten ihn die Nachbarn dabei beobachtet, wären sie sicher schadenfroh 5 gewesen oder sogar zornig geworden.»grab es nur recht tief, das Loch, damit du auch noch mit hineinpasst!«, hätten die Nachbarn möglicherweise sogar gerufen, hätten sie ihn beim Graben des Loches beobachtet. Richtiggehend Angst hätte er bekommen müssen, vor den Nachbarn, mein Onkel Otto denn immerhin war er ja jahrelang der Blockwart 6 gewesen aber dazu hatte er jetzt gar keine Zeit, denn der Führer war in seinem Bunker in Berlin den Heldentod gestorben, der Amerikaner stand in Garmisch und deshalb musste er jetzt ein Loch graben, gleich, was die Nachbarn dachten. Und irgendwann, nach einer halben oder einer ganzen Stunde, sagte meine Tante Sophie:»Das reicht.«und das Loch war groß genug und fertig. Und mein Onkel Otto und meine Tante Sophie gingen ins Haus. Und mein Onkel Otto holte seine SA-Uniform 7 aus dem Schrank und meine Tante Sophie legte sie zusammen. [...] Und mein Onkel Otto legte seine Hakenkreuzbinde 8 und sein Parteiabzeichen 9 auf die Uniform. Und er nahm das Bild des Führers von der Wohnzimmerwand und legte es auf die anderen Sachen. Und als er Mein Kampf aus dem Bücherschrank nahm, sagte meine Tante Sophie:»Das nicht, das war unser Hochzeitsgeschenk von der Partei«, und nahm es an sich. Deutsches Haus mit Vorgarten Wortschatz 1. den Heldentod sterben mourir en héros 2. der Spaten la bêche 3. der gesunde Menschenverstand le bon sens 4. die Fäuste in die Hüften stemmen se mettre les mains sur les hanches 5. schadenfroh se réjouir avec un malin plaisir 6. der Blockwart le gardien d immeuble (sous le régime nazi) 7. die SA-Uniform l uniform des SA (membres des sections d assaut nazies) 8. das Hakenkreuz la croix gammée 9. das Parteiabzeichen l insigne du parti 100 einhundert

10 COMPRÉHENSION DE L ÉCRIT Bac-Training Und dann gingen mein Onkel Otto und meine Tante Sophie wieder hinaus in den Vorgarten, zwischen die Gemüsebeete, wo das Loch war, und legten alles hinein. Und dann schaufelte mein Onkel Otto das Loch wieder zu, trat die Erde darauf fest und verteilte die Erde darauf so regelmäßig, dass keiner je im Leben auf die Idee gekommen wäre, an dieser Stelle hätte sich einmal ein Loch befunden. Mein Onkel Otto und meine Tante Sophie haben dann später nie wieder von dem Loch gesprochen. Nicht miteinander und schon gar nicht mit anderen. Wer spricht auch schon von so einem Loch. Was kann man von so einem Loch auch schon groß sagen. Wer will sich auch schon an so ein Loch erinnern. Und wer versteht denn heutzutage auch schon, was so ein Loch bedeutet. Erst viele Jahre später, als mein Onkel Otto bereits tot war, ging meine Tante Sophie einmal an die Küchenvitrine und holte hinter den Tellern ein Buch hervor und zeigte mir das Hochzeitsgeschenk von der Partei, wie sie es immer noch nannte. Und dann erzählte sie mir mit ganz leiser Stimme so als sei jemand hier, der sie nicht hören dürfte, die Geschichte, wie mein Onkel Otto in seinem Vorgarten in Moosach das Loch gegraben hatte. Georg M. Oswald wurde 1963 in München geboren, wo er noch immer als Anwalt und Schriftsteller lebt und arbeitet. Seine Werke sind in zehn Sprachen übersetzt. Aus: Georg M. Oswald, Das Loch. Neun Romane aus der Nachbarschaft, Albrecht Knaus Verlag, 1995 B. Das Wort Loch kommt im Text sehr häufig vor. Wofür steht es Ihrer Meinung nach? Loch steht für... a. die Gegenwart. b. die Vergangenheit. c. die Zukunft. C. Finden Sie die entsprechende Stelle im Text und geben Sie die Zeile an. Zeile(n) 1. Es ist Tante Sophies Idee, dass Onkel Otto ein Loch im Garten graben soll. 2. Onkel Otto war aktiver Nationalsozialist und bei den Nachbarn nicht sehr beliebt. 3. Otto hat keine Lust, ein Loch zu graben, aber seine Frau setzt sich durch. 4. Die Alliierten sind in Deutschland einmarschiert, deshalb muss alles versteckt werden, was die Zugehörigkeit zu den Nationalsozialisten beweist. 5. Tante Sophie und Onkel Otto haben viele Jahre über ihre Vergangenheit geschwiegen. 6. Tante Sophie erzählt dem Ich-Erzähler erst nach Onkel Ottos Tod vom Loch. 7. Das Ehepaar hat von der Partei Hitlers Mein Kampf geschenkt bekommen. D. Haben Sie es richtig verstanden? Beantworten Sie die Fragen. 1. Was erfahren wir über Ottos Leben? 2. Wann entscheidet er sich, ein Loch im Garten zu graben? 3. Und dann erzählte sie mir mit ganz leiser Stimme so als sei jemand hier, der sie nicht hören dürfte (Zeilen 51 52). Was meint wohl der Erzähler mit diesem Satz? einhunderteins 101

11 6 Bac-Training expression ÉCRITe 2. Sich der Vergangenheit stellen A. Warum haben Tante Sophie und Onkel Otto nie wieder über die Vergangenheit gesprochen? Wählen Sie aus der Liste passende Gründe aus und belegen Sie Ihre Meinung im Text. 1. Es war ihnen peinlich, Anhänger der Nationalsozialistischen Partei gewesen zu sein. 2. Sie waren davon überzeugt, dass es falsch gewesen war, die Nationalsozialisten zu unterstützen. Sie wollten sich aber nicht öffentlich damit auseinandersetzen. 3. Sie hatten Angst, wegen Ihrer Vergangenheit Schwierigkeiten zu bekommen. Sie haben sich aber nie kritisch damit auseinandergesetzt. 4. Sie hatten keinen Mut, zu ihrer Vergangenheit zu stehen. Sie wussten aber, dass sie ein kriminelles Regime unterstützt hatten. B. Welche Argumente sprechen dafür, sich mit einer konfliktreichen Episode der Vergangenheit auseinanderzusetzen? Warum ist es so wichtig, die Erinnerung an positive und an negative Geschehnisse zu bewahren? Sehen Sie noch einmal die ganze Lektion an und erstellen Sie eine Liste. C. Welche negativen Konsequenzen hat es, wenn man sich nicht kritisch der Vergangenheit stellt? Wählen Sie die Ihrer Meinung nach wichtigsten zwei Argumente aus. Struktur des Artikels für die Schülerzeitung Einleitung uukurz begründen, warum man über das Thema schreiben möchte Hauptteil uudie These aufstellen uuargumente für das Erinnern vorbringen uunegative Konsequenzen des Vergessens nennen sich nicht kritisch mit Vorurteilen auseinandersetzen nicht aus der eigenen Geschichte lernen Schluss uuthese noch einmal bekräftigen uuschlusswort keine konstruktive Einstellung zur Zukunft haben immer wieder dieselben Fehler machen D. Verfassen Sie einen Artikel für die Schülerzeitung zum Thema: Warum ist die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit so wichtig? (150 Wörter). Das Thema ist für die Gesellschaft wichtig Bei Diktaturen gibt es immer Sicherlich ist es nicht einfach... Einerseits ist Schweigen thema Warum ist es wichtig, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen? Andererseits Man darf nicht vergessen, dass Trotzdem ist es notwendig, Deswegen bin ich der Überzeugung, dass Abschließend kann man sagen, dass 102 einhundertzwei

12 COMPRÉHENSION DE L ORAL Bac-Training 6 3. Von Katzen und Mäusen A. Betrachten Sie das Buchcover und den Cartoon und stellen Sie Vermutungen an, worum es im Buch gehen könnte. B. Lesen Sie die Aussagen und hören Sie die élève 22 classe 24 Radiosendung. Hören Sie dann ein zweites Mal und entscheiden Sie, ob die Aussagen richtig (R) oder falsch (F) sind. Aussage R/F Maus wurde als erster Comic 1992 mit dem Pulitzer-Literaturpreis ausgezeichnet. Art Spiegelmans Eltern stammten aus Polen und überlebten das Konzentrationslager Auschwitz nicht. Der Comic ist eine Autobiografie und eine historische Dokumentation. Der Künstler hat im Comic die Menschen als Tiere dargestellt, um sich emotional zu distanzieren. Art Spiegelman lebt heute in New York und publiziert keine Comics mehr. C. Fassen Sie schriftlich auf Französisch die Informationen zum Comic zusammen und erklären Sie, was ihn zu etwas Besonderem macht. Maus. Die Geschichte eines Überlebenden (Originaltitel: Maus. A Survivor s Tale, 1991) besteht aus zwei Teilen: Das erste Buch wurde bis 1986 in Spiegelmans Avantgarde-Comic-Magazin RAW mit dem Titel My Father Bleeds History veröffentlicht erschien es erstmals in Buchform, 1989 dann auf Deutsch mit dem Titel Mein Vater kotzt Geschichte aus. Der zweite Band erschien 1991 mit dem Titel Und hier begann mein Unglück ( And Here My Troubles Began ) und ergänzt die autobiografische Geschichte. einhundertdrei 103

13 6 Bac-Training ExPRESSION ORALE 4. Gesten, die Geschichte machten A. Sehen Sie sich die Materialien zu diesen bedeutenden Ereignissen an und entscheiden Sie sich für eines der beiden. B. Lesen Sie den Text zum gewählten Ereignis und machen Sie sich Notizen. A Willy Brandt: der Kniefall von Warschau Eine Geste war es, nicht mehr. Aber mit großer Wirkung. Aus dem Moment heraus, ungeplant. Eine halbe Minute, die weltweit beachtet wurde. Und in der Bundesrepublik zu heftigen Reaktionen führte. Cover des Spiegel-Magazins: Bundeskanzler Willy Brandt kniet am nach der Kranzniederlegung am Denkmal für die Toten des Warschauer Ghettos nieder Wortschatz 1. der Aufstand la révolte 2. einen Kranz niederlegen déposer une couronne 3. der Büßer le pénitent 4. versagen ici: manquer 5. die Versöhnungsbereitschaft la volonté de réconciliation Warschau, 7. Dezember Bundeskanzler Willy Brandt legt einen Kranz am Mahnmal für den Aufstand 1 im Warschauer Ghetto nieder 2. [...] Plötzlich fällt er auf die Knie, ungestützt, die Hände übereinander, den Kopf nach unten geneigt. Eine halbe Minute bleibt er in dieser Haltung, die an einen Büßer 3 erinnert. [...] Niemand ist darauf gefasst, niemand hat vorher davon gewusst. Selbst Brandts engste Vertraute trifft der Anblick wie ein Schock. [...] Brandt wird später sagen: Unter der Last der jüngsten Geschichte tat ich, was Menschen tun, wenn die Worte versagen 4. So gedachte ich Millionen Ermordeter. Es ist ein Bild, das um die Welt geht. Es ist ein Bild, das Geschichte schreibt. Brandt kniet nicht um seinetwillen. Er hatte seit der Machtergreifung 1933 die Nationalsozialisten bekämpft und war sogar ins Exil gegangen. Er bekennt sich zu einer Schuld, an der er selber nicht zu tragen hat, und bittet um eine Vergebung, nicht für sich, sondern für Deutschland. Das Ausland ist überrascht. Brandt steht für ein Deutschland, das man so bisher nicht kannte. International wird der Kniefall als die Geste zur Versöhnungsbereitschaft 5 gewertet und trägt zum Ansehen des Kanzlers Brandt und dem der Bundesrepublik bei. Das Time-Magazin erklärt Willy Brandt zum Mann des Jahres 1970, ein Jahr später erhält der westdeutsche Kanzler den Friedensnobelpreis. Aus: 104 einhundertvier

14 expression orale Bac-Training 6 Kohl und Mitterand: Hand in Hand in Verdun Es regnete in Strömen an diesem Tag. Es war, als wäre der Himmel auf die Erde gekommen, um die Toten von Verdun noch einmal auf das Schlachtfeld 1 zurückzuholen. Verdun ist einer der blutigsten Kriegsschauplätze 2 der Geschichte. Im Ersten Weltkrieg fielen dort in nur einem Jahr deutsche und französische Soldaten Tote pro Quadratmeter. B Vor dem Beinhaus 3, in dem die Gebeine von mutmaßlich französischen Soldaten ruhen, standen die Veteranen des Krieges Spalier. Vor ihnen der französische Staatspräsident François Mitterrand und der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl, mitten im Regen. In langen, dunklen Mänteln, ohne Schirm. Mitterrand wurde im Zweiten Weltkrieg in Verdun verletzt und von deutschen Soldaten gefangen genommen, Kohls Vater hatte im Ersten Weltkrieg in den Hügeln ringsum gekämpft. Bundeskanzler Helmut Kohl und der Staatspräsident François Mitterand gedenken der toten Soldaten der Schlacht von Verdun, Die beiden Staatsmänner schweigen. Sie halten sich an den Händen. Ganz fest. Minutenlang. Ein Bild, das in die Geschichte eingehen wird, war am nächsten Tag in deutschen Zeitungen zu lesen: als Zeichen vor allem für die Nachkriegsgeneration, dass die Erbfeindschaft 4 zwischen Deutschen und Franzosen endgültig vorbei war. Wortschatz 1. das Schlachtfeld le champ de bataille 2. der Kriegsschauplatz la scène de guerre 3. das Beinhaus l ossuaire 4. die Erbfeindschaft l ennemi hériditaire 5. aufrüsten s armer [...] In Verdun haben Kohl und Mitterrand zueinandergefunden. Von dieser neuen deutsch-französischen Freundschaft wurde viel erwartet. Gerade in der Zeit des Kalten Krieges, in der die Großmächte ständig aufrüsteten 5, war das Treffen vor den Gräbern zweier Weltkriege ein Signal der Friedenssehnsucht, titelte die Presse. Aus: Susanne Steffe, C. Strukturieren Sie Ihre Bild-Präsentation mithilfe der vorgegebenen Struktur. Die Redemittel helfen Ihnen dabei. D. Halten Sie Ihren Vortrag vor der Klasse. Struktur der Bild-Präsentation Einleitung uuerklären, welches Foto man beschreiben will uubegründen, warum man es gewählt hat Hauptteil uudas Bild detailliert beschreiben uuinformationen zur Vorgeschichte geben uudie Bedeutung der Geste interpretieren Das Foto, das mich beeindruckt hat, zeigt... Bei genauerem Betrachten kann man... erkennen. Um das Foto zu verstehen, muss man die Vorgeschichte dazu kennen: Im Jahre... Man kann die Geste als... interpretieren. Diese Geste war damals... und ist auch heute noch... Für mich zeigt diese Geste... Schluss uudie Bedeutung von Gesten in Bildern kommentieren uuabschließenden Kommentar abgeben einhundertfünf 105

15 6 Rund ums Thema Deutschland nach 1945 Der Krieg ist vorbei: Berlin ist zum Großteil zerstört DAS GESCHAH IN DER NACHKRIEGSZEIT Mai 1945: Die alliierte Besatzung Der Krieg ist zu Ende. regiert in Deutschland Man spricht von der (Briten, Franzosen, Stunde null. Amerikaner und Sowjets). Der Ost-West-Konflikt Deutschland zerfällt beginnt. Man spricht in zwei Teile: Ost und vom Kalten Krieg. West. Im August 1961 wird ohne Vorwarnung mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen DAS GESCHAH IM WESTEN DEUTSCHLANDS... Der westdeutsche Westdeutschlands 23. Mai 1949: Staat entsteht nach Wirtschaft wird nach Das Grundgesetz wird dem Modell einer dem Modell der verkündet, Gründung parlamentarischen Marktwirtschaft wieder der Bundesrepublik Demokratie. aufgebaut. Deutschland. Die Bundesrepublik 1950er Jahre: Beginn der 1970er Jahre: Deutschland wird in Das Wirtschaftswunder Bundeskanzler Brandt den westlichen Block bringt Wohlstand wagt eine neue mit der Führungsmacht für alle. Ost-Politik. USA integriert. 106 einhundertsechs

16 Rund ums Thema 6 DAS GESCHAH IM OSTEN DEUTSCHLANDS... Der ostdeutsche Staat entsteht nach dem Modell eines sozialistischen Staates. Ostdeutschlands Wirtschaft wird nach dem Modell der Planwirtschaft aufgebaut. 7. Oktober 1949: Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wird gegründet. Die DDR wird in den Ostblock mit der Führungsmacht Sowjetunion integriert. 17. Juni 1953: In der DDR findet ein Volksaufstand statt. 13. August 1961: Die Berliner Mauer wird gebaut. 19. März 1970: Willy Brandt besucht die DDR. Erich Honecker ( ), von Generalsekretär des Zentralkomitees der Einheitspartei (SED) der DDR IN DEUTSCHLAND UND EUROPA BEGINNT EINE POLITIK DER ENTSPANNUNG 21. Juni 1973: Der Grundlagenvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten wird geschlossen. 9. November 1989: Die Grenze wird geöffnet. Man spricht vom Mauerfall. Ich bin ein Berliner. John F. Kennedy vor dem Rathaus Schöneberg in West-Berlin am Der Mauerfall: Wieder ist das Brandenburger Tor Symbol für die Veränderung einhundertsieben 107

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