Newsletter Center for Global Politics - Alumni Moscow

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1 Center for Global Politics - Alumni Moscow Rubriken Seite 1 Grußwort 2 Neuigkeiten 6 Thema 14 Alumni 19 Unsere Unis 21 Center for Global Politics

2 Grußwort Liebe Studierende und Alumni, liebe Freunde und Partner, das Frühjahr geht bald schon in den Sommer über und am MGIMO neigt sich das Studienjahr schon dem Ende entgegen. An der Freien Universität Berlin haben wir derweil noch die ein oder andere Semesterwoche vor uns. Es ist also Zeit für einen weiteren. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet dieses Mal das deutsch-russische Doppelmasterprogramm Internationale Beziehungen (MAIB), ein Kooperationsprojekt von fünf Universitäten, darunter die FU Berlin und das MGIMO. Dieser Studiengang ist insbesondere für diejenigen sinnvoll, die sich für die Beziehungen zwischen Russland und Deutschland interessieren. Am MGIMO können sich Interessenten an dem zweijährigen Studiengang noch bis zum bewerben. In diesem berichten deutsche und russische Studierende, Maria Apanovich, Maria Zadvornaya, Matthias Conrad, Constanze Soeder und Angela Zeilhofer über ihre Erfahrungen im Studienprogramm. Außerdem stellt sich Dr. Sergey Veselovskiy, Koordinator in Moskau, als Ansprechpartner für alle Fragen rund um den MAIB vor und es gibt Neuigkeiten und einführende Infos zum Studiengang von Ulrike Krey und Julia Gerlach. Ansonsten enthält dieser Neuigkeiten rund um German Studies Russia. Im GSR schließt in Kürze der fünfte Jahrgang das Programm erfolgreich ab Gratulationen zum Jubiläum; einiges dazu findet sich hier. Wir berichten u. a. über die Jubiläumsfeier in Moskau, In der Rubrik Center for Global Politics findet ihr Informationen zur Most Internship Fair, die zweimal im Jahr in Berlin stattfindet interessant für alle diejenigen unter euch, die sich für ein Praktikum interessieren. In Unsere Unis stellen wir euch Dr. Dorothea Rüland, die Direktorin des neuen Center for International Cooperation der Freien Universität Berlin vor. Sie spricht über die Internationalisierung im akademischen Bildungsbereich und die damit einhergehenden globalen Veränderungen und über Alumniarbeit. In der Alumni-Sparte stellt unsere GSR-Alumna Assja Wischnewskaja ihr Engagement im Deutschlandstudienklub des MGIMO vor. Janine Schneider, Marianne Karthäuser und Julia Gerlach berichten über Alumni-Veranstaltungen in Moskau. Wie so ein internationales Alumni-Netzwerk weiterentwickelt und gestärkt werden kann, darüber hat sich Victoria Muntendorf, die den Bereich Marketing am Center for Global Politics leitet, beim Workshop UNICA Strategies for International Alumni Network hier an der Freien Universität Berlin informiert. Viel Spaß beim Lesen und einen schönen Frühling und Sommer wünscht Euch Euer GSR-Team Studierende der Freien Universität Berlin auf dem grünen Campus in Berlin-Dahlem. (Foto: David Ausserhofer) 1

3 Neuigkeiten German Studies Russia feiert fünfjähriges Jubiläum Bei German Studies Russia steht der fünfte Jahrgang kurz vor dem Abschluss Anlass genug für eine Jubiläumsveranstaltung. Diese fand am 3. April im Deutsch-Russischen Haus in Moskau statt. Rund 30 Studierende und Alumni sowie 15 Vertreter des MGIMO, der FU, des DAAD und der Deutsch-Russischen Außenhandelskammer nahmen daran teil. Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein Jubiläumsbüchlein präsentiert, zu dem viele Freunde und Partner, Studierende und Alumni mit Artikeln und Fotos beigetragen haben. Wer noch kein Exemplar besitzt im FU-Büro am MGIMO (Raum 3023) sind noch Ausgaben zu haben. Unser Jubiläumsbuch fünf Jahre German Studies Russia! (Foto: Denis Popov) Modul Recht Im ihrem zweiten GSR-Semester belegen die Studierenden Lehrveranstaltungen in den Modulen Recht und Politik. Für das Modul Recht ist eine neue Tutorin vor Ort am MGIMO, Kathleen Jäger. Sie unterrichtet das Tutorium zum Seminar Deutsche Rechtsordnung zwischen Grundgesetz und Europäischem Recht. Elena Vodyanitskaya von der Fakultät für Internationales Recht am MGIMO unterrichtet diesen Kurs. Modul Politik Im Modul Politik dreht sich im zweiten Semester alles um Internationale Beziehungen und Außenpolitik. Janine Schneider begleitet die Studierenden weiterhin als Tutorin. Das Blockseminar zu Internationalen Beziehungen erteilte Professor Klaus Segbers. Sein Kollege Dr. Christian Tuschhoff von der Freien Universität Berlin unterrichtete die Blockveranstaltung zur Außenpolitik Deutschlands. 2

4 Praktika Im Anschluss an das Sommersemester absolvieren alle Teilnehmer ein sechswöchiges Praktikum bei einer deutschen oder deutschsprachigen Firma oder Vertretung. Diesmal verschlägt es unsere Studierenden unter anderem zu einer Anwaltskanzlei nach Berlin und zu Mercedes nach Moskau. Sechster Jahrgang GSR Im September geht der sechste GSR-Jahrgang an den Start. Das Interesse am GSR ist ausgesprochen hoch, Tendenz steigend. Für das Studienjahr /2010 haben sich 35 Interessenten um die Teilnahme am GSR beworben, ein neuer Rekord! Positiv ist vor allen Dingen, dass sich Studierende vieler verschiedener Fakultäten für den GSR interessieren. Politikwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Verwaltungswissenschaftler, Juristen und Journalisten finden sich unter den Bewerbern. Da ein Markenzeichen des GSR eine optimale Betreuungssituation ist, können leider nicht alle Interessenten aufgenommen werden. In kurzen Interviews erhielten alle Bewerber die Gelegenheit, sich einer deutsch-russischen Auswahlkommission vorzustellen. Auf Grundlage der Interviews und schriftlicher Bewerbungsunterlagen wurden rund 20 Teilnehmer für /2010 ausgewählt. Wir wünschen dem neuen Jahrgang schon jetzt ein spannendes GSR-Jahr und viel Erfolg! Alle, bei denen es in diesem Jahr nicht geklappt hat, ermutigen wir, sich im nächsten Jahr wieder zu bewerben. Deutsch-Russisches Doppelmasterprogramm Internationale Beziehungen Beim deutsch-russischen MAIB fanden im Frühjahr zwei sogenannte Joint Seminars statt. Diese ein- bis zweitägigen Blockveranstaltungen bringen russische und deutsche Studierende und Dozierende zusammen und ermöglichen einen intensiven Austausch. Für den dritten Jahrgang, jeweils drei deutsche und drei russische Studierende, ging es Mitte März unter Leitung von PD Markus Lederer von der Universität Potsdam und Professor Aleksandr Bulatov vom MGIMO um die Internationale Finanzkrise und Institutionen. Der vierte Jahrgang, fünf Studierende vier unterschiedlicher Staatsangehörigkeiten (Russland, Ukraine, Slowenien, Deutschland), kam Anfang April zum Thema Internationale Konflikte und Konfliktmanagement in Berlin zusammen. Dr. Ingo Peters, Freie Universität Berlin, und Frau Professor Marina Lebedeva, MGIMO, diskutierten mit den Teilnehmern über Forschungskonzepte zum Rahmenthema. Auch das deutsch-russische Doppelmasterprogramm erfreut sich wachsendem Interesse: auf deutscher Seite bewarben sich für den Jahrgang rund 30 Interessenten. Bis zu vier Studierende können im Oktober das Studium antreten. Am MGIMO liegt der Bewerbungsschluss für den Jahrgang am Auch von russischer Seite sind bis zu vier Plätze zu vergeben. Wer Interesse am MAIB hat, kann sich im FU-Büro am MGIMO oder bei Herrn Dr. Sergey Verselovskiy über das Studienprogramm informieren. Übrigens: GSR-AbsolventInnen sind besonders willkommen! Die drei deutschen Partneruniversitäten des MAIB sind die Humboldt Universität zu Berlin, die Universität Potsdam und die Freie Universität Berlin. (logos: 3

5 Interview mit Sebastian Herlt von Marie Budde Wir wollen die Gelegenheit nutzen, um an dieser Stelle Sebastian Herlt vorzustellen, der als studentischer Mitarbeiter für German Studies Russia am Center for Global Politics in Berlin arbeitet. Einige von euch haben Sebastian vielleicht schon persönlich kennen gelernt, seit er Ende September 2008 mit seiner Arbeit angefangen hat. Marie Budde arbeitet als Redakteurin am Center for Global Politics. Sie ist für die der akademischen Programme verantwortlich. Ihre Adresse ist: (Foto: privat) Sebastian, wie hast du von der Ausschreibung als studentischer Mitarbeiter erfahren und warum hat es dich interessiert, bei German Studies Russia mitzuarbeiten? Ich habe mit meiner Vorgängerin in Amt, Andrea Pretis, zusammen in Rostock Politikwissenschaft studiert und bei einem gemeinsamen Treffen von der vakant werdenden Stelle bei GSR erfahren. An der GSR-Stelle haben mich besonders die internationale Ausrichtung und der politikwissenschaftliche Bezug gereizt. Für welche Arbeitsbereiche bist du bei German Studies Russia verantwortlich? Mein Tätigkeitsfeld ist relativ breit gefächert. Das Hauptaugenmerk liegt vor allem im administrativen und organisatorischen Bereich von German Studies Russia. Ich unterstütze das Programm etwa, wenn es darum geht, die Immatrikulation von Stipendiaten vom MGIMO oder Wohnheimplätze zu organisieren. Daneben unterstütze ich Julia Gerlach, die Programmkoordinatorin, bei der Betreuung der GSR-Stipendiaten in Berlin. Auch bei der Vorbereitung der Lehre in Moskau leiste ich einen Beitrag, zum Beispiel bei Recherchen oder der Einrichtung von Blackboard. Was macht dir bei deiner Arbeit am meisten Spaß? Am meisten Freude macht mir der Umgang mit den russischen Studierenden, die für ein oder zwei Semester hier in Berlin sind. Aber auch die Mitarbeit bei der Vorbereitung von Lehrveranstaltungen ist spannend, da man den universitären Betrieb aus einer anderen Perspektive kennen lernt und viel für das eigene Studium mitnehmen kann. Sebastian Herlt ist studentischer Mitarbeiter für German Studies Russia. Eines seiner Talente ist auf jeden Fall der gute Umgang und die Kommunikation mit den Studierenden. Ihr könnt ihn unter erreichen. (Foto: privat) Kannst du uns etwas von dir selbst erzählen - was ist dein eigener akademischer Hintergrund? Ich habe mein Abitur in Dresden gemacht und bin 2004 nach dem Wehrdienst in die schöne Hansestadt Rostock gezogen, um Politikwissenschaft und Öffentliches Recht auf Bachelor zu studieren. Ende 2007 bin ich dann nach Berlin weiter gezogen und habe während eines halbjährigen Praktikums meine Bachelorarbeit zum Thema Lobbying in Deutschland geschrieben. Zum Wintersemester 08/09 habe ich mich an der Universität Potsdam für Public Policy und Governance eingeschrieben und hoffe, in eineinhalb Jahren erfolgreich abzuschließen. Hattest du, bevor du hier angefangen hast, bereits Berufserfahrungen? Ich habe früh angefangen bei meinem Vater zu arbeiten, der Kletterwände baut. Als Rostocker Student war ich unter anderem als wissenschaftliche Hilfskraft für PR angestellt und habe als Roadie bei größeren Rockkonzerten in Deutschland Geld verdient. Nach meinen Bachelorabschluss Mitte 2008 setzte ich ein Semester aus und zog nach Berlin, wo ich als Wahlkämpfer und im Bereich Interessenvertretung tätig war. Hast du schon eine Vorstellung davon, was du nach deinem Studium machen willst? Ich habe in der Branche Public-Affairs erste Einblicke gewinnen können und mein Wunsch in diesem Umfeld zu arbeiten ist groß. Insbesondere eine Tätigkeit im Verbandswesen kann ich mir sehr gut vorstellen. Allerdings bin ich flexibel und harre der spannenden Dinge die da kommen mögen. Was hältst du vom Studieren im Ausland? Hast du selbst bereits Auslandserfahrungen gesammelt oder hast du vor, dies in der nahen Zukunft zu tun? Ich halte Auslandserfahrung für unerlässlich. Das Kennenlernen eines anderen Landes und seiner Leute sowie die Bewältigung des eigenen Alltages in der Fremde macht nicht nur Spaß, sondern ist auch ungeheuer spannend und formt den Charakter. Ich habe im Rahmen eines einjährigen High-School-Jahres in den USA die Erfahrung gemacht, dass man nirgendwo eine Sprache schneller und gründlicher lernen kann, als in einem Land, in dem die Sprache beheimatet ist. Sprachkenntnisse sind in der heutigen Welt Voraussetzung für höhere berufliche Aufgaben und werden von fast jedem Arbeitgeber eingefordert. Deswegen werde ich wohl noch im Masterstudium ein Semester im Ausland verbringen. Was machst du in deiner Freizeit am liebsten, wenn dir dein Vollzeitstudium und die Arbeit am Center for Global Politics noch Zeit lassen? Ich bin ich sehr gesellig und versuche so oft wie möglich mich mit Freunden zu treffen. Gemeinsam gehen wir relativ oft schwimmen, Badminton und Fußball spielen oder einfach nur raus in die Sonne. Daneben bin ich ein wahrer Vielleser und baue kontinuierlich meine eigene kleine Bibliothek aus. 4

6 Rechtswissenschaften bei German Studies Russia von Kathleen Jäger und Elena Vodyanitskaya Zwerge darf man nicht werfen. Aber wenn der Zwerg es selber doch will? Dann muss man den Zwerg vor sich selbst schützen. Er ist ein Mensch und kein Objekt. Im Modul Recht haben wir im Programm German Studies Russia die Aufgabe, den Studierenden die Grundlagen des deutschen Verfassungsrechts, vor allem in seiner Verknüpfung zum Recht der Europäischen Union, näherzubringen. Staatsorganisationsrecht, die komplizierten Geflechte der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern und am allerschlimmsten der Verwaltungsaufbau beider Ebenen treiben deutsche Jurastudenten regelmäßig zur Verzweiflung. Zudem hat das Recht eine ganz eigene, nicht selten sehr umständliche und äußert alltagsfremde Sprache. Während wir die Veranstaltungen im Modul Recht in Berlin vorbereiteten, kreisten unsere Gespräche daher immer wieder um die Frage, wie denn bloß russische Studierende, dazu noch verschiedener Fachrichtungen, unseren Stoff meistern sollten. Die Antwort lag unter anderem im Zwergenweitwurf. Dieses, zugegebenermaßen obskure Beispiel ließ unsere Studierenden gleich in der ersten Veranstaltung zu Disskussionshochformen auflaufen. Am Ende gaben wir dem Bundesverfassungsgericht, das den Zwergenweitwurf wegen des Verstoßes gegen die Menschenwürde für rechtswidrig erklärt hatte, im Großen und Ganzen Recht. Mit ihren ausgezeichneten Sprachkenntnissen, ihrer Neugier und Lust am Diskutieren haben sich unsere Studierenden bis jetzt auch im Modul Recht hervorragend bewährt. Für uns Dozenten ist es besonders schön zu beobachten, wie diejenigen Studierenden, die über besondere Vorkenntnisse im Recht oder der Rechtsterminologie verfügen, den anderen aushelfen und so alle immer gut einbezogen sind. Neben fachlichen Kompetenzen möchte German Studies Russia auch die interkulturelle Kompetenz der Teilnehmer fördern. Im Modul Recht geschieht dies ganz nebenbei: beim Thema föderale Verteilung von Gesetzgebungszuständigkeiten besprachen wir kürzlich das Ladenschlussrecht. Feste Regelungen, wann Geschäfte zu öffnen oder zu schließen haben und dass in Deutschland Supermärkte am Sonntag geschlossen sind, erschienen unseren Studierenden kaum weniger absurd als das Werfen kleinwüchsiger Menschen. Indem man so auch das alltägliche Leben zweier Länder vergleicht, wird sicherlich viel zur Vermittlung interkultureller Kompetenz getan. Wir freuen uns über einen so aufmerksamen Kurs und sind gespannt auf die zweite Halbzeit im Modul Recht. Kathleen Jäger studierte in Jena, Indianapolis, Moskau und Berlin Rechtswissenschaft mit Schwerpunkt Völker- und Europarecht und ist seit Februar als Tutorin im Modul Recht tätig. (Foto: privat) Elena Vodyanitskaya hat bis 2003 am MGIMO Internationales Recht studiert und ist dort seit 2005 Dozentin am Lehrstuhl für Verfassungsrecht. Für German Studies Russia ist sie seit Februar für das Seminar in Recht zuständig. Elenas Forschungsschwerpunkt liegt im Verfassungsrecht ausländischer Staaten, derzeit arbeitet sie an ihrer Promotion zum österreichischen Verfassungsrecht. (Foto: privat) 5

7 Thema Das Masterprogramm Internationale Beziehungen von Julia Gerlach Wer träumt nicht von Reisen in die große, weite Welt? Sicherlich gibt es viele, die nicht nur träumen, sondern ihren Traum auch leben wollen oder anders gesagt, viele, die später im globalen Kontext international arbeiten möchten. Neben einer Karriere im Wirtschaftsbereich gibt es auch im Feld der Politik viele Möglichkeiten, international Karriere zu machen: Internationale Organisationen, internationale Projekte, von Andorra bis Zaire, überall im globalen Dorf lassen sich interessante Positionen und Perspektiven entdecken. Julia Gerlach ist die Programmkoordinatorin für German Studies Russia. (Foto: privat) Der Weg dorthin führt zumeist über eine fundierte akademische Ausbildung, die global, international ausgerichtet ist. Für Studierende, die sozialwissenschaftlich/politikwissenschaftlich interessiert sind, bietet das zweijährige Masterprogramm Internationale Beziehungen (MAIB) eine hervorragende Möglichkeit, einen einschlägigen Studienabschluss zu erwerben, der gleichzeitig eine hohe Reputation genießt: der MAIB gehört zu den zehn Top-Masterstudiengängen in Deutschland (Auszeichnung des Deutschen Akademischen Austauschdiensts und des Stifterverbandes im Jahre 2006) und hat sich seit seinem Programmstart im Jahre 2003 etabliert. Das lässt sich auch an den jährlich steigenden Bewerberzahlen ablesen. Im Jahr konkurrieren zehn Bewerber um einen Studienplatz. Eine wahre Heimat hat der MAIB nicht, denn er ist ein Kooperationsprojekt von insgesamt fünf Universitäten, davon drei in Deutschland, eine in Frankreich und eine in Russland. Dementsprechend gibt es auch drei Programmlinien innerhalb des MAIB: (1) eine deutsche; Partner-Universitäten sind die Freie Universität Berlin, die Humboldt Universität zu Berlin sowie die Universität Potsdam, (2) eine deutsch-französische; Partner sind hier die drei oben genannten deutschen Hochschulen sowie Science Po in Paris (Doppelmaster), (3) eine deutsch-russische; Partner sind wiederum die drei Berlin-Brandenburgischen Universitäten und das Moskauer Staatliche Institut für Internationale Beziehungen (Doppelmaster). Ein Bereich des Curriculums ist allen drei Programmlinien gemeinsam, zumal alle Studierenden einen Teil ihres Studiums in Berlin/Potsdam verbringen. So stellen die Diskurse Kooperation und Konflikt, Sicherheit und Ordnung, Globalisierung und Entwicklung und Transformation und Demokratisierung Kernfelder der Ausbildung dar. Hinzu kommt eine individuelle Spezialisierung im Bereich der regionalen Politikanalyse. Insbesondere die russisch-deutsche Programmlinie ist in der akademischen Ausbildung weltweit einmalig. Russland und Deutschland verbinden vielfältige, enge Beziehungen auf wirtschaftlicher, kultureller und politischer Ebene. Damit verknüpft sind auch zahlreiche berufliche Perspektiven. Das deutsch-russische Doppelmasterprogramm Internationale Beziehungen will dieser Kooperationsdichte gerecht werden und jungen Leuten die Expertise mit auf den Weg geben, die es ihnen ermöglicht, die bilateralen deutsch-russischen Beziehungen selbst mit zu gestalten. Neben der Vermittlung akademischer Fähigkeiten und Sprachkenntnisse steht ein intensiver Austausch zwischen beiden Ländern im Vordergrund. Der Masterstudiengang Internationale Beziehungen ebnet den Weg für eine internationale Karriere. Er wurde in Deutschland als einer von zehn internationalen exzellenten Masterprogrammen ausgezeichnet. (Logo und Foto: ) 6

8 Deutsch-Russischer Doppelmaster Internationale Beziehungen geht in die fünfte Runde von Ulrike Krey Der deutsch-russische Masterstudiengang Internationale Beziehungen geht mit Semesterbeginn im Oktober in Berlin/Potsdam in die fünfte Runde. Jedes Jahr können bis zu vier Studierende entweder über die Freie Universität Berlin, die Humboldt Universität zu Berlin, die Universität Potsdam oder über das Moskauer Staatliche Institut für Internationale Beziehungen des Außenministeriums der Russischen Föderation ihr Studium aufnehmen. Ulrike Krey ist Repräsentantin der Freien Universität Berlin am MGIMO in Moskau. Im Rahmen ihrer Tätigkeit betreut sie die MAIB- Studierenden am MGIMO. (Foto: privat) Die deutschen und russischen Bewerber müssen neben sehr guten deutschen, russischen und englischen Sprachkenntnissen einen Bachelor Abschluss aus dem Feld der Sozialwissenschaften sowie ein hohes Maß an Motivation mitbringen. Das Studium geht über zwei Jahre. Die ersten beiden Semester verbringen die MAIB- Studierenden in Berlin/Potsdam, das dritte und vierte Semester in Moskau. Absolventen fühlen sich nach ihrem Studium in beiden Hochschullandschaften zu Hause, sowohl in der deutschen, als auch in der russischen. Es findet intensiver Austausch zwischen russischen und deutschen Studierenden und Dozierenden statt, unter anderem in sogenannten Joint Seminars, in denen deutsche und russische Hochschullehrer gemeinsam unterrichten. Auch die Betreuung der Masterarbeit wird von russischen und deutschen Betreuern gemeinsam getragen. Charakteristisch für die Ausbildung im Doppelmasterprogramm ist also der Austausch zwischen Deutschland und Russland. Damit einher geht die Förderung von Sprachkompetenz: Lehrveranstaltungen finden in russischer, deutscher und englischer Sprache statt. Studierende erhalten während eines sechswöchigen Praktikums im Gastland auch einen Einblick in die dortige Arbeitswelt. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Studierenden sowohl von den deutschen als auch von der russischen Hochschule jeweils ein Studienabgangszeugnis. Mit ihrem Doppeldiplom über 120 ECTS haben die Absolventen eine ausgezeichnete Basis für eine erfolgreiche berufliche Laufbahn geschaffen. Sie qualifizieren sich auf Grundlage ihrer praxisnahen binationalen Ausbildung, die sie an ausgesprochen renommierten deutschen und russischen Universitäten absolviert haben, nicht nur als Führungskräfte im deutsch-russischen sondern auch im internationalen Bereich. So sind die Absolventen des deutsch-russischen Masterprogramms heute in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig. Unter anderem im Bundestag, bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, im Hochschul-, Consulting- und Energiebereich sowie im Außenministerium. Darüber hinaus haben sich ehemalige Masterstudierende für eine Promotion entschieden; dies teilweise neben dem Beruf. Mit Sicherheit werden sie auch diese Herausforderung erfolgreich meistern. Auf dem weiteren Wege wünschen wir viel Erfolg! 7

9 Interview with Dr. Sergey Veselovskiy, Administrative Coordinator of the Russian-German Double Master in International Relations by Julia Gerlach Sergey Veselovskiy has been the Administrative Coordinator of the Russian-German Double Master in International Relations since May (photo: private) Sergey, please tell us about your daily work at MGIMO (U). Since April 2008 I have been in charge of administering Master s Programs in two of our main fields of study at MGIMO; International Relations and Political Science. In International Relations we have two Master s Programs (World Politics and International Politics and Transnational Business), and we also have one in Political Science (Russian Politics). World Politics is the oldest Master s Program at MGIMO: it directly derives from the first, and still existing joint Master s Program in International Relations between MGIMO and Science-Po, a well-known French university, which started in The students of the joint master s degree by MGIMO and FUB are, while studying in Moscow, enrolled in the Master s Program in World Politics along with the Russian students and have the same academic and administrative rights and obligations. As the administrative coordinator, I take care of all students of the programs and keep in touch with the professors involved in the academic process. Basically, I am the person who is responsible for the students from the day they pass their entry exams and are accepted in the program until they graduate and receive their MA diplomas. My job is to be there and make the master s course academic experience as smooth as possible. How did you get into the position of being a coordinator, what is your educational background? I graduated from the Master s Program in World Politics in 2003, the very program I am now coordinator of. In November 2003, I became a Ph.D. student at the chair of World Politics, where I began working as a lecturer in September In May 2007, I successfully defended my Ph.D. thesis on multilateral cooperation against transnational terrorism and was awarded a Ph.D. degree in Political Science. In April 2008 I became coordinator of the Master s Programs in International Relations and Political Science. I think I am the only coordinator who administers a program from which he has previously graduated. How is the administrative structure for Master s Programs at MGIMO (U) organized? Since fall 2007 all the Master s Programs at MGIMO are directed by the directorate of Graduate Programs, which is supervised by the Vice-Rector Alexei Bogaturov. The Master s Programs are divided into broad fields of study, such as economy, management, law, etc. At the Master s Program level there is always a coordinator, such as myself, who is usually assisted by an aide, who is responsible for handling part of the extensive paperwork and interacts with students where minor problems arise. What do you think is special about the Russian-German Double Master in International Relations? I honestly believe that the students of the Russian-German double degree Master s in International Relations have a unique opportunity to study in two excellent academic institutions, namely MGIMO and FUB, and receive two prestigious MA diplomas, economizing one of the great irreplaceable resources time. When, at the end of the two-year course, most of the master s level students at MGIMO will be awarded one diploma, the graduates of the Russian-German Master s Program will get two. That s certainly a great opportunity! What are your professional goals in your job? As I mentioned earlier, my job is to make the academic process as easy as possible for both students and professors. It gives me great pleasure to see that things are moving along in the best possible way and everything is going according to plan. Master s programs are actually in the early stages in Russia, since the amendments to the federal law on high education formally introducing a two-level higher education system (four years for a Bachelor degree and two for a Master s degree) were passed only in October Therefore, the potential for the development of master s programs is great, and I hope to make my contribution to this process. 8

10 Is there something that could be optimized in the cooperation with Free University of Berlin? To me the cooperation between MGIMO and FUB is an exemplar that others can take into account. The new cooperation agreement that should come into effect later this year will be a solid basis for the future development of the program. What kind of further education (Graduate School, etc.) is there at MGIMO (U) in the field of IR/ Political Sciences? After graduating from any Master s Program one can enter a Ph.D. program. The Bologna process implies that there might be a joint international postgraduate program, but we don t have one at MGIMO at the moment. Yet, the idea of having a joint postgraduate program is a very interesting one and we might see the development of such programs in the near future. Why do you think German students should go to MGIMO (U) for their studies? From my point of view there are quite a few reasons for a German student to join the program: the double degree offers a great opportunity to experience first hand the master s level programs in Russia; compare the quality of German Bachelor level education with the Russian, learn more in depth about Russia and its large cultural heritage and also make good friends. These are all very good reasons. Why is it, in your opinion, important to bring Russian and German students and lecturers together, and what can they learn from each other? As I mentioned in my answer to the previous question, comparing knowledge, assessment and perceptions are all very important parts of the whole joint master s program. The joint seminars we hold are a unique form of interaction between students and professors, both from the Russian and from the German side. Any advance in science involves the spreading of knowledge and finding new, sometimes unexpected, ways of applying it. In that aspect, any exchange of opinions between the Russian and German professors, as well as students, is precious. I had the pleasure of having some of the German students in my classes, and I must say that their level of expertise in the field of international relations impressed me very much. What would you say to future applicants to the program? In times of economic instability and financial turmoil it is hard to find a good investment. Luckily, there is one investment that is sure to bring benefit your education. I understand that joining a double degree master s program may involve some sacrifice, but I think it is worth the cost because of the future benefits it is sure to bring. Therefore, to all the undecided, I highly recommend joining the Double Russian-German Master Program MGIMO-FUB, and I look forward to seeing you in Moscow. Sergey Veselovskiy is based at the MGIMO Institute, where he studied the Master s Program World Politics. (photo: 9

11 Auslandssemester in Berlin: einmal erleben niemals vergessen! von Maria Apanovich Ein Auslandssemester ist immer eine Überraschung. Es bringt nicht nur neue Kenntnisse und Wissen, sondern auch die Möglichkeit, sich besser zu verstehen und ein klares Ziel im Leben zu setzen. So möchte ich meine persönliche Erfahrung hier teilen. Erst muss ich sagen, dass ich eine Studentin des Doppelmasterprogramms Internationale Beziehungen (Berlin-Potsdam-Moskau) bin. Bei mir war es so, dass ich in den ersten beiden Semestern in Moskau studierte, im dritten in Deutschland und dann wieder in der Heimat, wo ich meine Staatsprüfungen mache und meine Masterarbeit abgebe. Ich finde, dass ein Semester nicht genug ist, aber es hat mir schon vieles gebracht. In Miriams Berliner WG: Miriam, Mona, Anna-Maria und ich (von links nach rechts). Aber immer eins nach dem anderen. In den ersten beiden Monaten arbeitete ich als Praktikantin bei der russischen Redaktion des Radiosenders Deutsche Welle. Außer der beruflichen Erfahrung habe ich dort auch Lebenserfahrung gesammelt, die ich kurz in zwei Wörtern zusammenfassen kann Aufmerksamkeit und Hören. Man muss immer vorsichtig sein, wenn man etwas sagt, sowohl in seiner eigenen Sprache, als auch insbesondere in der Fremdsprache, weil viele Wörter viele verschiedene Bedeutungen haben. Manchmal bemerken wir das in der Muttersprache nicht. Beim Radio wurde mir klar, dass man immer sehr präzise sein muss, damit der Hörer alles richtig versteht. Und gleichzeitig muss man aufmerksam zuhören und Schlüsse nur aus dem ziehen, was man gehört hat, unabhängig von dem, was man selbst denkt. Und diese zwei kurzen Regeln kann man immer anwenden, egal welchen Beruf man hat. Dann (im Oktober) begann das Wintersemester. Eigentlich muss man vor Studienbeginn viele bürokratische Sachen erledigen (Anmeldung beim Bürgeramt, Visumverlängerung, Immatrikulation - für uns sogar in allen drei Partner-Universitäten). Aber glücklicherweise ist das menschliche Gedächtnis selektiv. Es ist alles schon lange vorbei und deshalb ist alles, woran ich mich erinnere, meine WG (Wohngemeinschaft) in Berlin-Charlottenburg. Hier wie bei meinem Praktikum hatte ich Glück. Diese Erfahrung war ganz neu für mich, weil es in Russland keine solchen WGs gibt. Und jetzt kann ich sagen, dass ich mich freue, Mona, Miriam und Anna- Maria (meine Mitbewohnerinnen) kennen gelernt zu haben. Sie alle kommen aus Lübeck, wo sie zusammen in die Schule gingen, und für 6 Monate waren sie eine Familie für mich. Zusammen ins Kino gehen, zusammen kochen, zusammen essen, zusammen wohnen... Auf der Studienfahrt im Herbst Ah ja, Studium. Was soll ich sagen? Einfach Kurse beschreiben möchte ich nicht. Das alles steht auf der offiziellen Seite des Programms. Hier möchte ich ein paar Worte über meinen Jahrgang sagen. Mein Doppelmasterprogramm ist ein Teil des gesamten Masterstudiengangs IB (Internationale Beziehungen), in dem etwa 30 Studenten sind. Während unseres ersten Treffens haben alle etwas über sich selbst erzählt. Die meisten von ihnen haben schon mehr als ein Praktikum (bei der UN, NGOs, etc) auch im Ausland gemacht, aber sie waren nicht hochnäsig oder arrogant. Unsere Studienfahrt zu einem See in Brandenburg hat ihre Persönlichkeiten gezeigt. Als wir in dem Boot ruderten, waren wir nicht eine Gruppe, wir waren ein Team. Dann organisierte die kleine Gruppe das ganze Semester über Treffen: Fußball spielen, den Weihnachtsmarkt oder interessante Konferenzen besuchen, Blut spenden... Oktober, November, Dezember, Januar... Die Zeit läuft so schnell. Die Vorlesungen, Seminare und Referate sind irgendwann vorbei und dann kommt die Zeit der Prüfungen und Hausarbeiten. Da organisierten wir Klausur- und Prüfungsgruppen, wo wir zusammen Leselektüre besprachen. War irgendein Thema unklar, konnte man das dort klären. Als Vorbereitung, glaube ich, waren diese Treffen sehr hilfreich. Zwei Monate Praktikum bei der Deutschen Welle in Bonn, Juli bis August Das war ein Einblick in mein Auslandssemester in Deutschland. Wie ist das Ergebnis? Danke Bonn, danke Berlin. Das war eine tolle Möglichkeit, zwei Lehrsysteme, zwei Lebensstandards und Gewohnheiten (Russlands und Deutschlands bzw. des Westens) zu vergleichen. Dann trifft jeder seine eigene Lebensauswahl. Ich habe meine schon getroffen, aber das lassen wir in diesem Artikel außen vor. Universität Potsdam Humboldt Universität zu Berlin Freie Universität Berlin WS 08/09 (Fotos: Maria Apanovich) 10

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