Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie

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1 Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: 24. April 2012, 12:45 Uhr Rede des Bayerischen Staatsministers für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie Martin Zeil anlässlich des Startschusses des Projektes Intelligente Spannungshaltung Mittelspannungsnetz (ISM) am 24. April 2012 in Regensburg Hauptgebäude Pressestelle: Prinzregentenstr. 28, München Bettina Bäumlisberger Telefon Internet Abteilung Landesentwicklung (0 89) , -2291, Bayer. Energieagentur Energie Innovativ Telefax mobiles Internet Prinzregentenstr. 24, München (0 89)

2 Anreden Umbau Energieversorgung Der Umbau unserer Energieversorgung ist eine enorme Herausforderung. In nur 10 Jahren wollen wir ohne Atomkraft auskommen. Drei Ziele Bei diesem Kraftakt müssen wir stets drei Ziele im Blick haben: Strom muss bezahlbar bleiben. Wir dürfen die Klimaziele nicht aus den Augen verlieren und die Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein. Gerade damit Strom weiter zuverlässig fließt, sind Innovationen und Investitionen in intelligente Stromnetze von entscheidender Bedeutung. Startschuss Projekt Und deswegen sind wir heute in der Hochschule Regensburg zusammengekommen. Denn der Startschuss für das Verbundforschungsprojekt Intelligente Spannungshaltung Mittelspannungsnetz ist ein Meilenstein für den Umbau unserer Energieversorgung.

3 - 2 - Zu diesem wichtigen Anlass darf auch ich Sie alle ganz herzlich begrüßen! Projektpartner Meine Damen und Herren! Wie ich sehe, stehen die Projektpartner schon in den Startlöchern: Die Hochschule Regensburg mit ihren Kompetenzen in Elektrotechnik, Informationstechnik und Informatik. Der regionale Energieversorger REWAG AG als Betreiber von Stromverteilnetzen. Und die Maschinenfabrik Reinhausen als Weltmarktführer im Bereich der Regelung von Leistungstransformatoren. Gute Zusammenarbeit Damit machen Sie das Förderprojekt der Bayerischen Forschungsstiftung zu einem exzellenten Beispiel für die gute Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft. Und genau diese Zusammenarbeit brauchen wir überall in Bayern, damit der Umbau unserer Energieversorgung gelingt.

4 - 3 - Was hier in Regensburg entsteht, ist vorbildlich. Sie leisten echte Pionierarbeit. Bedeutung des Projekts Mit Ihrem Projekt wollen Sie die Energietechnik intelligenter und das Mittelspannungsnetz berechenbarer machen. Das wird gerade angesichts volatiler Einspeisungen aus alternativen Energiequellen immer wichtiger. Denn immer mehr kleinere dezentrale Energieerzeuger, beispielsweise aus der Photovoltaik und der Windkraft, kommen hinzu. Damit Strom auch künftig zuverlässig und störungsfrei fließt, brauchen wir insbesondere mit Messtechnik ausgestattete Mittelspannungsnetze. Genau hier setzt Ihr Vorhaben an. Nach Abschluss Ihres Projektes soll die Einspeisung regenerativer Energien berechenbarer und damit planbarer werden. Dadurch ließe sich die Ausnutzung von Mittelspannungsnetzen verbessern und auch der Aufwand für den Netzausbau verringern.

5 - 4 - Herausforderung Netzausbau Gerade beim Netzausbau stehen wir vor einer kaum zu bewältigenden Herkules-Aufgabe. Bundesweit rechnen Experten mit einem Ausbaubedarf der Verteilnetze von weit mehr als Kilometern. Allein in Bayern werden nach Schätzungen bis zu Kilometer in der Mittelspannung benötigt. Das entspricht etwa dem Erdumfang! Und bei der Niederspannung sind es sogar bis zu Kilometer. Also zweimal um den Globus! Bei solchen Dimensionen läppern sich die Beträge schnell. Umso wichtiger ist es, unnötige Kosten zu vermeiden. Ich plädiere dafür, die Netzeinspeisung von Strom aus volatilen Erneuerbaren Energien auf 85 oder 90 Prozent der Spitzenleistung zu begrenzen. So geht nur sehr wenig Strom verloren, aber wir sparen Tausende von Netzkilometern ein.

6 - 5 - Es ist unsinnig und letztlich auch unwirtschaftlich, Leitungen für eine Maximaleinspeisung zu dimensionieren, die nur an ein paar Stunden im Jahr vorkommen kann! Gesetzgebung des Bundes Die bisherigen Gesetzgebungsaktivitäten des Bundes in diesem Bereich mögen gut gemeint sein, aber sie reichen nicht aus. Bedarfsplan für das Übertragungsnetz Die Bundesnetzagentur muss unbedingt mehr Tempo machen. Der Bedarfsplan für das Übertragungsnetz ist schon lange angekündigt, aber er ist nicht da! Spätestens bis zur Sommerpause muss der Bedarfsplan auf dem Tisch liegen, damit er schnell ins Gesetzblatt kommt. Erdverkabelung Was dringend vom Tisch muss, ist die Diskussion um die Erdverkabelung der Hoch- und Höchstspannungsleitungen. Die entsprechenden Regelungen der letzten Jahre halte ich für nicht zielführend.

7 - 6 - Erdverkabelungen machen den Bau von Hoch- und Höchstspannungsleitungen wesentlich teurer und verzögern ihn noch weiter. Ganz abgesehen davon, dass diese Erdkabel im Falle einer Störung nur schwer zu erreichen und damit auch schwer zu reparieren sind! Der Versorgungssicherheit erweisen wir damit einen Bärendienst. Zudem: Freileitungen können im Gegensatz zu Erdkabeln bei Engpässen überlastet werden, ohne dass sie Schaden nehmen. Ich fordere daher mit Nachdruck: Der Vorrang der Erdverkabelung muss aus den Gesetzen gestrichen werden! Forschung für Energieumsteig entscheidend Meine Damen und Herren! Noch einmal: Nur mit Kooperationen von Wirtschaft und Wissenschaft in Forschung und Technologie ist der Energieumstieg zu schaffen. Das Wirtschafts- und das Wissenschaftsministerium haben deshalb zusammen mit einer

8 - 7 - hochrangigen Expertenkommission ein Rahmenkonzept ausgearbeitet. Nachtragshaushalt Zentrale Elemente dieses Konzepts sind im Nachtragshaushalt 2012 umgesetzt worden. Dort haben Energie und Klimaschutz ein ganz besonderes Gewicht erhalten. Dieses Jahr investieren wir rund 126 Mio. zusätzlich, vor allem in die Energieforschung und die Energieeffizienz. Im Mittelpunkt stehen dabei herausragende Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zur Energieerzeugung, effizienteren Energieverwendung, Speicherung sowie für die Stabilität der Netze. Projekte Beispiele sind: Der Aufbau eines Zentrums für Speichertechnologie in Sulzbach-Rosenberg und Straubing (20 Mio. ), Forschungsplattformen für energiesparende Produktionstechniken (15 Mio. ) und

9 - 8 - Technologieverbünde zu Themen wie virtuelle Kraftwerke oder Smart Grids (36 Mio. ). Und auch die Bayerische Forschungsstiftung ist mit dabei, die Energieforschung zu unterstützen. Davon zeugt nicht zuletzt Ihr Verbundforschungsprojekt, sehr geehrter Herr Professor Welsch. Ich bin mir sicher, diese herausragenden Forschungs- und Entwicklungsvorhaben werden sich schon in naher Zukunft auszahlen. Zieldreieck Meine Damen und Herren! Ich sage es noch einmal: Bezahlbarkeit, Verlässlichkeit und Beachtung der Klimaziele so lautet unser Zieldreieck für den Umbau der Energieversorgung. Das ist unsere Verantwortung gegenüber den Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen und gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern. Wir werden aber nur erfolgreich sein, wenn wir gemeinsam entschlossen handeln.

10 - 9 - Dieses Projekt ist für mich ein sehr gutes Beispiel dafür, wie Politik, Wirtschaft und Wissenschaft den Umbau der Energieversorgung voranbringen. Gemeinschaftsaufgabe Der Umbau unserer Energieversorgung ist eine Gemeinschaftsaufgabe für Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Das zeigt auch beispielhaft das Regensburger Forschungsvorhaben Intelligente Spannungshaltung Mittelspannungsnetz. Gute Wünsche Ich wünsche allen Beteiligten gutes Gelingen und besten Erfolg! Vielen Dank!

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