Einstieg zum Aufstieg

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1 Jetzt unterschreiben: KGV-Volksinitiative «Ja zu fairen Gebühren» Die Zeitung für KMU und UnternehmerInnen > 18. Oktober /2012 Interview mit Patrik Schellenbauer Weiter denken Thomas Pfyffer, Redaktion «Zürcher Wirtschaft» Die Berufslehre nach schweizerischem Zuschnitt ist ein eigentliches Erfolgsmodell. Eine hohe Arbeitsmarktfähigkeit von Jugendlichen, die grosse Sozialisationsleistung und die Heranbildung eines qualifizierten, fähigen Berufsnachwuchses sind deren positiven Effekte. Die Schweizer Wirtschaftsstruktur durchlief in den letzten Jahrzehnten allerdings einen Wandel hin zu einer ausgeprägten Dienstleistungswirtschaft. In der Folge dividieren sich das nach wie vor hohe Angebot an gewerblichindustriellen Lehrberufen und die Nachfrage nach Lehrabgängern auseinander. Über die weiteren HerausforderungenundHintergründeunterhielten wir uns mit PatrikSchellenbauer über seine Studie «Die Zukunft der Lehre». Mehr ab Seite 4. Bildung und Karriere Einstieg zum Aufstieg Die achte Ausgabe der Berufsmesse Zürich steht vor der Tür. Sie steht allen Jugendlichen offen, die sich für einen berufsorientierten Einstieg zum Aufstieg entscheiden wollen. Kaum ein Berufsfeld, das an unserer Berufsschau nicht vertreten wäre. 10 Zeit Mensch Dinge 12 Überlegt nah kaufen 14 Ja zu fairen Gebühren 28 Entscheide des Arbeitsgerichts Anzeige Für kürzere Bauzeiten. Immobilien in besten Händen Bewirtschaftung Handel/Beratung Bau/Renovation Facility Management Finanzielle Verwaltung Eberhard Unternehmungen Kloten, Oberglatt, Rümlang, Luzern, Basel Telefon

2 Willkommen bei der Bank, die auch ein KMU ist. Als lokale, unternehmerisch unabhängige Bank sind wir selbst ein KMU und kennen deshalb Ihre Herausforderungen bestens. Wir sind flexibel, engagieren uns für Ihre Ziele und sprechen Ihre Sprache. Gleichzeitig sind wir Teil der Raiffeisen Gruppe mit über 200 Firmenkundenberatern. Dadurch verfügen wir über ein weitreichendes Netzwerk und das Know-how, umsie kompetent und zukunftsorientiert zu beraten. Vertrauen auch Sie wie bereits jedes dritte KMU inder Schweiz einem fairen und soliden Partner. Ganz gleich, ob es um Zahlungsverkehr, Liquidität, Investitionen oder Ihre Nachfolge geht. Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin. Wir machen den Weg frei 3832

3 Mitteilungsblatt für die Mitglieder des Kantonalen Gewerbeverbandes Zürich Herausgeber Kantonaler Gewerbeverband Zürich KGV Badenerstrasse 21, Postfach Zürich Telefon Fax Redaktion Telefon Mitarbeiter: Regula Nowak; Ursula Speich, Redaktorin BR; Ueli Bamert Chefredaktor Thomas Pfyffer, ZürcherWirtschaft Kantonaler Gewerbeverband Zürich Badenerstrasse 21, Postfach Zürich Telefon , Fax Zürcher Wirtschaft Auflage Expl. Erscheinungsort: Zürich Erscheinungsweise: 12-mal pro Jahr Nachdruck unter Quellenangabe gestattet, Belegexemplare erbeten Produktion Bachmann Printservice Inhaber: Samuel Bachmann Seestrasse 86, Postfach 681, 8712 Stäfa Telefon , Fax Druck Tamedia AG Druckzentrum, Zürich Gestaltungskonzept KOKO Konstruktive Kommunikation GmbH Seestrasse 567, 8038 Zürich Telefon , Anzeigenverwaltung Zürichsee Werbe AG, Postfach, 8712 Stäfa Inserateverkauf: Claudio Moffa Telefon , Fax Annahmeschluss für Inserate am 15. des Vormonats Adressänderungen bitte direkt an den Herausgeber: Kantonaler Gewerbeverband Zürich KGV Badenerstrasse 21, Postfach 2918, 8021 Zürich Telefon , Fax Besuchen Sie uns im Internet: Über Unternehmen in der Schweiz zahlen im Jahr CHF für eine Mitgliedschaft bei Creditreform. Warum? Darum! Mehr Sicherheit dank Wirtschaftsauskünften. Verbesserte Liquidität.Weniger Verluste. Fünf kostenlose Auskünfte pro Monat. Freien Online-Zugriff auf wertvolle Infos. WeitereVorteile erfahren Sie direkt. GEMEINSAM GEGEN VERLUSTE. Creditreform Egeli Zürich AG Binzmühlestrasse 13 CH-8050 Zürich Tel Fax Editorial Jetzt unterschreiben Wer in seinem Leben etwas unternimmt und das trifft in besonderem Mass für Unternehmer zu kennt es zur Genüge: Ist ein Amt involviert oder eine Bewilligung nötig, langt der Staat zu. Manchmal in einem geradezu unverschämten Ausmass. Gebühren sind bald für jedetätigkeit eines Beamten geschuldet, auch wenn Arbeitsplatz, Infrastruktur und Lohn vom Steuerpflichtigen bereits bezahlt sind. Aber damit ist offenbar noch nicht abgegolten, dass sich der Staatsdiener auch noch bewegen soll. Oder wie sonst soll erklärt werden, dass selbst die Bestätigung, dass ich lebe oder wohne, kostenpflichtig ist? Für Unternehmer und Hauseigentümer wird es besonders ärgerlich, wenn die Bemessungsgrundlage nichts mit dem effektiven Aufwand der Behörde zu tun hat. Letztlich gibt es kaum sachliche Argumente, warum die Bewilligung für den Bau einer einfachen Werkhalle für 2 Mio. die doppelte Gebühr kosten soll, wie die Bewilligung für den Bau eines hochkomplexen Gebäudes, das aber nur 1 Mio. kostet. Hier hat der Staat den einfachsten Weg gewählt und den tatsächlichen Aufwand ausgeblendet. Viel Ärger verursacht aber auch die ständige Ausdehnung der Gebührenpflicht auf immer neue Gebiete. Mittlerweile ist selbst die Montage von Werbebannern auf dem eigenen Grund und Boden in gewissen Gemeinden gebührenpflichtig. DiesemTreiben soll mit den beiden Initiativen, diesie in der Beilage finden, ein Ende gesetzt werden. Das widerstandsfreie Ausweichen der Behörden um die mühselige Steuerdiskussion soll künftig nicht mehr möglich sein. Wenn die Stimmberechtigten in der Lage sind, ihre Steuern selber festlegen zu können, dann sollte dies auch bei den Gebühren und Abgaben möglich sein. Der beigelegte Initiativbogen umfasst zwei Initiativen: eine betrifft die kantonale Ebene, die andere die Gemeindeebene. Unterschreiben Sie beide Initiativen sofort, falten Sie den Bogen zusammen und werfen Sie ihn in den nächsten Briefkasten. Damit wir schon bald selber darüber bestimmen können, für welche Leistungen des Staates welche Gebühr zu zahlen ist. Ja zu fairen Gebühren! Mehrfamilienhäuser... verkaufen wir mit Begeisterung und Engagement. Profitieren Sie von unserer 27-jährigen Erfahrung und unseren Marktkenntnissen. Gerne erstellen wir für Sie eine Marktwertschätzung zum Vorzugspreis. Kontaktieren Sie uns. Thomas Moser Martin Arnold Geschäftsleiter KGV Beilage: Kantonale Volksinitiativen: «Ja zu fairen Gebühren» Impressum 3 Editorial 3 Interview 4 5 Nicht unter Wert verkaufen 6 Einstieg zum Aufstieg 7 Aktuelle Bildungsangebote initieren statt delegieren 9 Zeit Mensch Dinge 10 Kompetenzprofile wichtige Karrierewegweiser 11 Preislich auf Augenhöhe mit Deutschland 12 Ja zu fairen Gebühren 14 Mieterfrieden erhalten 15 Zwei Pflöcke eingeschlagen 17 Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie als Schlüssel zur Nachhaltigkeit 18 Wozu werden Partien eigentlich noch gebraucht? 19 Prinzipienlose Genossen 23 Christiane Fimpel 27 AVENIR SUISSE Verjüngungskur für die Altersvorsorge Mit Cloud Service auf Wolke 7? 22 Patisserie und Gipfeli im besten Licht 26 Lehrstellenmarkt in guter Verfassung Mit Luxus und Fahrspass zu neuen Ufern 32 Die Autowelt in neun Marken 32 Nachruf Peter Malama 32 Herbstevent AVES Zürich 32 Entscheide des Arbeitsgerichts Zürich 2011 ein kleiner Einblick 28 Sozialversicherungen bei grenzüberschreitenden Arbeitsverhältnissen Oktober /2012 3

4 Im Gespräch mit Patrik Schellenbauer «Die Berufslehre nicht verabsolutieren» Thomas Pyffer, Redaktion «Zürcher Wirtschaft» Die Errungenschaften der Berufslehre in derschweiz sind unbestritten. Neben der Vermittlung von fachlichen Kompetenzen, erbringt sie insbesondere eine grosse Sozialisationsleistung. AvenirSuisse denkt die Berufslehre weiter. PatrikSchellenbauer gibt Auskunft über die aktuelle Studie und Ansätze zur Weiterentwicklung der Berufslehre. Welche Lehren ziehen Sie aus der Diskussion und aus den Veranstaltungen, die sich im Zusammenhang mit Ihrer Studie ergeben? In derschweiz ist es nicht einfach, unvoreingenommen über die Berufslehre zu diskutieren. Das istverständlich, weil die Lehre viel zu unserem Erfolg beiträgt, birgt aber auch die Gefahr, notwendige Veränderungen verspätet einzuleiten. Man könnte auch von einer gewissen Idealisierung sprechen. Diese Lektion nehme ich persönlich aus meinerarbeit mit. Müssen wir aufgrund Ihrer Erkenntnisse, die Sie durch Ihre Avenir Suisse-Studie «Die Zukunft der Lehre» schöpfen, davon ausgehen, dass die Berufslehre heutigen Zuschnitts mittelfristig ausgedient hat? Von einem Auslaufmodell kann überhaupt keine Rede sein. Wir kommen viel eher zur Erkenntnis, dass man gerade aufgrund dersehr hohen Popularität und tiefen Verankerung der Berufslehre im schweizerischen Bildungssystem die Zukunftsweichen richtig stellen sollte. Zukunftsentscheide bezüglich Berufslehre betreffen in unserem Land ja rundzwei Drittel aller Jugendlichen. Wer lieferte die Initialzündung zur Studie? Der Anstoss kam aus dem industriellen Teil des Förderkreises von AvenirSuisse. Die Idee wurde also von Kreisen an uns herangetragen, die sich Gedanken, um nichtzu sagen, Sorgen, um die Lehre der Zukunft machen. Wie schätzen Sie die Ausgangslage bezüglich Berufslehre und deren Verortung in der Schweiz ein? Ein Bildungssystem hängt sehr stark mit Patrik Schellenbauer: «Beim Lehrstellenangebot rangieren Renditeüberlegungen weit vorne.» der Kultur eines Landes zusammen. Darum beanspruchen Änderungen viel Zeit und es wäre sogar gefährlich, das System aufgrund irgendwelcher Vorstellungen vollständig umzukrempeln. Reformen müssen auf den gegebenen Verhältnissen aufsetzen. DieSchweiz ist stark von der Kultur der Lehre geprägt, der Kultur der Lehrmeister. Das ist der grosse Vorteil, den es zu nutzen gilt. Es stelltsich aberdie Frage, wie wirdie Lehre weiter entwickeln können, damit es auch künftig ein Erfolgsmodell bleibt. Wo orten Sie Defizite in der heutigen Berufslehre? Das Angebot an Lehrstellen hat innerhalb der letzten 30 Jahre die Entwicklung der schweizerischen Wirtschaftsstruktur nur bedingt nachvollzogen. Heute erzielt die Schweiz rund 80% ihrer Wertschöpfung aus Dienstleistungen. Diese Angaben beruhen auf einerdifferenziertenabbildung der Wirtschaft, nach der auch Teile des industriellen Sektors auf Dienstleistungen basieren, so z. B. der ganze Bereich des Servicing und Unterhalts. Unsere Angaben beziehen sich also auf eine Berufsbasis. Die Berufslehre ihrerseits hat ihre Wurzeln im industriell-gewerblichensektor, was man anhand derangebotsstruktur noch bestens erkennen kann, in den Dienstleistungen hat sie nicht im gleichen Ausmass und in der gleichen Breite Fuss gefasst. Welchen Effekt hat diese Situation? Es manifestieren sich heute Unterschiede zwischen Arbeitsmarkt und den geforderten Qualifikationen einerseits und dem vorhandenen Lehrstellenpool anderseits. Klar, die Berufslehre erbringt neben beruflichen Qualifikationen eine unbestrittenesozialisationsleistung. Ich schätze dieses Argument nicht gering, aber man darf es nicht verabsolutieren. Ökonomen wägen ab und sehen auch, dass viele Menschen einen Beruf erlernen und die Hälfte von ihnen zehn Jahre später in einem komplett anderen Berufsfeld tätig ist. In diesem Spannungsfeld befinden wir uns. Können Sie dieses «Spannungsfeld» noch etwas präzisieren und erklären? Beim Lehrstellenangebot rangieren Renditeüberlegungen bei vielen Unternehmen weit vorne. Das ist legitim und macht dassystem selbsttragend. Die angebotenen Lehrstellen entsprechen aber nicht zwingend den Berufen, die Jahre später auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt werden. Hier öffnet sich eine gewisse Schere zwischen Arbeits- und Lehrstellenmarkt. Diese Tatsache unterstreicht aber auch, dass ein flexibler Arbeitsmarkt in der Schweiz wichtiger ist denn je. Gäbe es bei uns Verkrustungen im Arbeitsmarkt wie in Italien, die Stelleninhaber gegenüber jungen Berufsleuten stark schützen, wäre dies eine fatale Situation für die Schweiz. Der hiesige liberale Arbeitsmarkt mit flexibler Lohnbildung stützt die Wirtschaft gerade auch im Kontext des Bildungssystems. Wo liegen die Ursachen, dass die Berufslehre in zahlreichen Branchen nicht verankert ist? Die Gründe dafürsind äusserstvielfältig. In Branchen mit einer globalen Ausrichtung spielt die Berufslehre eine untergeordnete Rolle, vor allem inteilen der ICT- Branche. Die Gründe liegen in der Kultur einer Branche, aber auch in der Herkunft der ICT-Spezialisten; die meisten haben einen akademischen Background und kennen die Berufslehre kaum. Die Branchenstruktur ist ein weiterer, gewichtiger Grund: wo sich, wie in der ICT, viele kleine, hoch spezialisierte Unternehmen tummeln, können kaum Lehrstellen von den Unternehmen direkt angeboten werden. Hier bieten sich Lehrstellenverbünde an, die ja teilweise schon bestehen. Wenn wirbei derict bleiben,so müssen wir auch feststellen, dass heute zahlreiche Unternehmen faktisch ausgelagerte Projektorganisationen sind. Diese Ausgangslage erschwert es, nachhaltig Lernende auszubilden, da weder Planbarkeit noch Langfristigkeit gegeben sind. Sie sprechen damit das Investitionsmotiv im Zusammenhang mit der Berufslehre an. Sie kennen sicherlich auch Beispiele, wo deranreiz der Investition sehr gut funktioniert. NehmenSie zum Beispiel eine ABB oder Oktober /2012

5 die Industrie Deutschlands, die langfristig in Lehrstellen investieren und qualifiziertes Personal so an sich binden. Der interne Arbeitsmarkt solch grosser Anbieter eröffnet attraktive Karrierepfade, auf denen Ausgebildete aufsteigen können. Wenn Unternehmen einer Branche aber aufgrund ihrer Grösse keine Handhabe haben, reizvolle Karrierepläne anzubieten, so werden sie kaum CHF in die Ausbildung einer Arbeitskraft stecken. Die Arbeitskräfte solcher Firmen sind zudem meist mobil und werden ihr Glück oft bei einer anderen Unternehmung suchen. Wo sehen Sie Alternativen, beispielsweise für die ICT-Branche? Man sollte zumindest Alternativen prüfen. Hier könnten es zum Beispiel Informatik-Mittelschulen mit hohem Praxisbezug sein. Entsprechende Angebote gibt es ja schon. Ich glaube nicht, dass wir es alleine auf dem Berufsbildungsweg schaffen, hiergenügend Berufsnachwuchs zu gewinnen und ich gehe davon aus, dass längerfristig beide Modelle parallel existieren werden. Es gibt ebenso gute wie vielfältige Gründe, Lernende auszubilden: Sie sind produktiv tätig, können als Investition gesehen werden, auch das Motiv der sozialen Verantwortung mag bei Ausbildnern eine Rolle spielen. DenkenSie, die Motive haben sich über die Jahre verändert? Direkte Vergleiche mit früher sind nicht möglich, da die Vergleichs-Datenbasis schlicht fehlt. Das Lehrstellenmarketing vermittelt den Unternehmen aber stark, dass es sich lohnt, Lernende auszubilden. Heute steht also der Rentabilitätsgedanke im Vordergrund. Hier wünschte ich mir wieder einen längerfristigen Fokus. Nur weil sich ein Lernender kurzfristig «rechnet», heisst das noch nicht, dass wir mit unseren Lehrstellen die besten Ausbildungen anbieten. Wenn die Schweiz das hohe Wohlstandsniveau halten will, braucht es aber die besten Ausbildungen. Inwiefern hinken Vergleiche mit Deutschland bei der Berufslehre? Die Berufslehren in Deutschland lohnen sich im Schnitt für die Unternehmen nicht. Der Unterschied in der Kosten-Nutzen-Rechnung ist im Vergleich zur Schweiz beträchtlich. DerVergleich hinkt insofern, weil die Gewerkschaften bei der Ausbildung ein gewichtiges Wort mitreden. Die Betriebe sind oft gezwungen, Arbeitskräfte auszubilden, wenn sie nicht Probleme mit Gewerkschaften und Betriebsräten riskieren wollen. Der moralisch-politische Druckist hier beträchtlich, was manchmal gar zu Benachteiligungen bei Auftragsvergaben führen kann. In der deutschen Grossindustrie spielen interne Arbeitsmärkte eine grosse Rolle, was das Motiv der Investition in Arbeitskräfte stärkt; der Arbeitsmarkt insgesamt ist viel weniger offen. Vergleiche mit Deutschland sind also mit Vorsicht zu geniessen. Sie reden in Ihrer Studie auch von der abnehmenden Integrationskraft des dualen Systems. Was verstehen Sie darunter? In derschweiz wird oft die Grafik der tiefen Jugendarbeitslosigkeit ins Feld geführt. Diese soll belegen, dass dort, wo die Berufslehre stark vertreten ist, sich kaum Jugendarbeitslosigkeit findet. Umgekehrt, etwa in der Westschweiz und in Basel, sei sie entsprechend höher. Diese Darstellung scheint mir zu holzschnittartig. Will man die Effektivität eines Bildungsteils beurteilen, so scheint es mir heikel, mit der Gesamtarbeitslosigkeit unter den Jugendlichen zu argumentieren; auch die Arbeitslosigkeit unter der Gesamtbevölkerung ist unterschiedlich hoch. In der Wissenschaft hat sich die«relative Jugendarbeitslosigkeit» als Standard etabliert. Kein schöner Begriff, dennoch ein sehr wichtiger. Er bezeichnet dasverhältniszwischen Jugendund Gesamtarbeitslosigkeit. Dieser Indikator ist auch in der Schweiz in den letzten 20 Jahren stark angestiegen. In Genf ist die relative Arbeitslosigkeit nicht höher als im Thurgau oder in Graubünden, obwohl der Anteil der Berufslehre ingenfnur30% beträgt. In meinerwahrnehmung liegt ein Grund dieser abnehmenden Wirksamkeit der Arbeitsmarktfähigkeit unter Jugendlichen beim Auseinanderdriften von Arbeits- und Lehrstellenmarkt. Wohlverstanden: wir stehen nach wie vor um Welten besser da als andere Länder, aber die schleichende Erosion stellt uns vor neue Herausforderungen. Wo sehen Sie aufgrund Ihrer Erkenntnisse Ansatzpunkte, um die Berufslehre in eine erfolgreiche Zukunft zu überführen? Im Bereich des Allgemeinwissens orten wir einen Bedarf. Die Hälfte aller Lehren sehen keine Fremdsprache vor, dies wird einer hoch internationalisierten Wirtschaft nicht mehr gerecht. Hier ist Kreativität gefragt, ich denke nicht unbedingt an mehr Beschulung. Im MINT-Bereich geht es auch um mehr mathematisches und naturwissenschaftliches Basiswissen. Weiter sind die Berufsbilderzu spezifisch, die Zahl der möglichen EFZ zu hoch. DerGrund besteht in der angespro- chenen Betonung der Rentabilität. Ein duales Studium sehen wir als weitere Entwicklungsmöglichkeit für gewisse Berufe, was einer Lehre auf Tertiär-Niveau entspräche. Basis dafür wäre wie bei der traditionellen Lehre ein Lehrvertrag mit einer Unternehmung. Herr Schellenbauer, herzlichen Dank für das Gespräch. Die Zukunft der dualen Bildung: Die Berufslehre vor neuen Herausforderungen Öffentliche Diskussionsveranstaltung von Avenir Suisse und Forum Bildung am - Donnerstag, 15. November von bis Uhr - im Kulturhaus Central, Brauereistrasse 2, 8610 Uster (10 Min. Fussweg vom Bahnhof; Situationsplan unter Wie kann die Berufsbildung auf neue Entwicklungen in Wirtschaft und Gesellschaft reagieren? Welche Zukunftsperspektiven eröffnen sich für das duale Prinzip? Verantwortliche aus der Berufsbildung diskutieren mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Begrüssung Gerhard Schwarz Direktor Avenir Suisse Inputreferat Patrik Schellenbauer Projektleiter Avenir Suisse Podium Regine Aeppli Bildungsdirektorin Kanton ZH Rainer Huber Geschäftsführer Forum Bildung Karin Lenzlinger Diedenhofen CEO Lenzlinger Söhne AG Otto Schlosser Rektor Wirtschaftsschule KV Uster Moderation Michael Schönenberger NZZ Anmeldung unter Der Eintritt ist frei. Nach der Veranstaltung wird ein Apéro offeriert. KONTAKT Avenir Suisse, Daniela Lepori, Giessereistrasse 5, 8005 Zürich, Telefon +41 (0) , 18. Oktober /2012 5

6 Die Berufsbildung aus der Perspektive des KGV Nicht unter Wert verkaufen Dieter Kläy, Präsident Berufsbildungskommission KGV DiedualeBerufsbildungwirdzuRechtals eine Stärke des Bildungs- und Wirtschaftsstandortes Schweiz gelobt. Ihre Vorteile sind breit anerkannt: Praxisbezug, breiteberuflicheweiterbildungsmöglichkeiten, eine tiefe Jugendarbeitslosigkeit. Studien belegen zudem, dass Menschen mit einer höheren Berufsbildung am wenigsten Gefahr laufen, erwerbslos zu werden. Der politische Alltag sieht aber oft anders aus. Die Berufsbildungmusskämpfenundwirdes auchinzukunfttunmüssen. AktuelleBeispiele aus der Bundes- und Kantonspolitik veranschaulichen diese Entwicklung und geben Anlass zu nachzudenken. Dieter Kläy eine Möglichkeit, die Abhängigkeit von ausländischen Fachpersonen zu verringern. Dies zeigt, dass der Wert der Berufsbildung und der höheren Berufsbildung verkannt wird und seitens des Gewerbes und vor allem bei den Organisationen der Arbeitswelt noch viel Aufklärungsarbeit bevorsteht. Schliesslich stehen dank der grossen Durchlässigkeit im schweizerischen Bildungswesen Personen mit Berufsbildungsabschluss auch die Fachhochschulen und Universitäten bzw. die ETH offen. Kampf um Finanzen Heute Berufsmesse-Besucher übermorgen hoch qualifiziert: Jugendliche an derberufsmesse Zürich Berufsweltmeisterschaften als Nagelprobe In Bundesbern werden die Beiträge des Bundes zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovationen für die Jahre 2013 bis 2016 diskutiert. Die Verfassung sagt, dass die berufliche und die akademische Bildung gleich zu behandeln sind. Seit Jahren fordert der Schweizerische Gewerbeverband sgv deshalb, dass zugunsten der höheren Berufsbildung ein klares Zeichen gesetzt und diese mit zusätzlichen 400 Millionen Franken gefördert wird. Immerhin hat der sgv mit Unterstützung der Gewerkschaften erreicht, dass ihr ab 2012 jährlich zusätzlich 100 Millionen Franken zugewiesen werden. Mehr wird es wohl nicht geben. Der Nationalrat will zusätzliche 300 Millionen den Hochschulen zuschanzen. Immer mehr Gymischüler? Verschiedene Akteure aus dem Bildungsbereich versuchen unser duales Berufsbildungssystem in Frage zu stellen. Die einen plädieren für mehr Gymnasiastinnen und Gymnasiasten und monieren, dass die hohen Eintrittshürden ansgymnasium ungerecht seien, weil sie einen zu frühen Richtungsentscheid erzwingen, der das gesamte spätere Leben tief greifend präge. Andere meinen, dass die grosse Mehrheit der Jugendlichen, die mit ihrer Berufsbildung und Berufsarbeit zumteil schon weitvor dem zwanzigsten Lebensjahr beginnen, dafür nicht selten den Preis einer bloss rudimentären Bildung bezahlen würde, als ob es keine höhere Berufsbildung gäbe und eine Weiterentwicklung an einer Fachhochschule nicht möglich sei. Solche Überlegungen zeugen von einem ungesunden Hierarchiedenken in der Ausbildung. So wird sich der Kantonsrat in naherzukunft mit der Frage befassen, ob die Gemeinden flächendeckende Vorbereitungskurse für die Aufnahmeprüfung ans Gymnasium anbieten müssen. Solche Entwicklungen, die eine Erhöhung der Maturitätsquote zur Folge haben werden, können nicht imsinne der Berufsbildung und des Gewerbes sein. Auch volkswirtschaftlich macht es wenig Sinn, den Trend zur Mittelschule und zum Hochschulstudium zu fördern, da die Gesellschaft auch in Zukunft auf ein starkes Gewerbe mit dem entsprechenden Nachwuchs angewiesen sein wird. Zuwanderung in den Kanton Zürich Eine Mitte September 2012 publizierte Studie über Auswirkungen der Zuwanderung auf den Zürcher Arbeits- und Wohnungsmarkt kommt zum Schluss, dass Fachkräftemangel ein Motor der Zuwanderung ist. Treibender Faktor der Zuwanderung sei die Arbeitsmigration von Hochqualifizierten. 70 Prozent der Zuzügerinnen und Zuzüger würden wegen einer Erwerbstätigkeit oder als Familiennachzug solcher Zuzüger nach Zürich kommen. Das kann nur heissen, dass die Nachfrage nach Hochqualifizierten nicht allein durch Schweizerinnen und Schweizer abgedeckt werden kann. Das Amt für Wirtschaft und Arbeit ortet Handlungsbedarf (NZZ ) und sieht in der Erhöhung der Gymiplätze Gymnasiale Ausbildung und Berufsbildung sollten nicht weiter gegeneinander ausgespielt werden. EineSteigerung der Gymiquote braucht es nicht, damit die Schweiz für die Zukunft gewappnet ist. Mit ihrem dualen Berufsbildungssystem ist die Schweizer Wirtschaft für die Zukunft gut gerüstet. Bei den Berufsweltmeisterschaften zum Beispiel landet die Schweiz regelmässig auf den vorderen Plätzen. Der Wettbewerb zeigt letztlich, wer erfolgreich im Beruf bestehen kann und wer nicht. Das duale Berufsbildungsmodell muss weiterentwickelt und gefördert werden. Die bevorstehende Berufsmesse Zürich vom 20. bis 24. November hilft, das zu veranschaulichen. h Oktober /2012

7 Berufsmesse Zürich 2012 Einstieg zum Aufstieg Thomas Pfyffer, Kommunikation Kantonaler Gewerbeverband Zürich Für grosse Momente sorgen Schweizer Berufsleute jeden Tag. Einen idealen Einstieg in die Berufswelt bietet Jugendlichen die Berufsmesse Zürich vom 20. bis 24. November Die Berufsmesse Zürich profiliert sich auch in ihrer achten Austragung durch ein vielfältiges Angebot sowie ein attraktives Rahmenprogramm. Die Vielfalt der Berufsschau reicht so weit, dass die ausstellenden Verbände und Unternehmen fast die komplette Berufswelt abbilden notabene unter einem Dach. Im Rahmenprogramm kämpfen die besten Lernenden zweier Berufsgattungen um Tickets für die Berufsweltmeisterschaften 2013 in Leipzig: für junge Berufsleute gleichbedeutend mit den olympischen Spielen. Weiter bietet sich den Besucherinnen und Besuchern im Forum der Berufsmesse Zürich in kompakter Form Aktuelles aus Beruf und Karriere; die Kurzveranstaltungen thematisieren die «Suche nach dem richtigen Beruf» ebenso wie beispielsweise «Tipps für das Bewerbungsgespräch». Edle Bescheidenheit ist fehl am Platz Wo alles beginnt: Zwei junge Damen auftuchfühlung mitderberufswelt. Zahlreiche Länder nehmen sich die Schweiz für ihr Berufsbildungssystem zum Vorbild. England und Schweden sind nur zwei Beispiele. Die Berufsweltmeisterschaften ihrerseits bringen Jahr um Jahr grosse Erfolge, die mit viel Wettkampfgeist und Können auf das Konto des schweizerischen Berufsbildungssystems gehen. Diese Errungenschaften eines Systems, das nach erlerntem Beruf Perspektiven zu höheren Berufsabschlüssen bietet und die Möglichkeit eines Studiums eröffnet, sollten nicht als selbstverständlich hingenommen werden. Stellen wir unsere Leistungen nicht unter den Scheffel edle Bescheidenheit muss nicht sein. Viele jüngere Branchen wie beispielsweise die LifeScience bekennen sich nichtzuletztzumschweizer Produktionsstandort, weil hier die perfekte Symbiose zwischen Akademikern und hoch qualifizierten Praktikern möglich ist. Die Veranstalter der Berufsmesse Zürich freuen sich, eine Plattform zum Einstieg unserer Jugend in die Berufswelt bereitzustellen. Nach fünf intensiven Messetagen wird es ganz im Geiste der olympischen Spiele dann heissen: «Und alle Jugendlichen waren dabei». h Der Treffpunkt für Berufswahl, Grund- und Weiterbildung Öffnungsdauer Berufsmesse Zürich Dienstag, 20., bissamstag, 24. November Öffnungsdauer Treffpunkt Weiterbildung Freitag, 23., bis Samstag, 24. November Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag: Samstag: Ort: Eintritt frei 8.30 bis 17 Uhr 10 bis 17 Uhr Messe Zürich Wallisellenstrasse Zürich Anzeige 8032 Zürich 8132 Egg Rütistrasse 30 Tel Pappelweg 9 Fax Oktober /2012 7

8 Für unsere Geschäftskunden Kompetent und persönlich Jetzt auch auf Rechnung! NEW Ab sofort können Sie auch als Geschäftskunde auf Rechnung einkaufen. Beantragen Sie einfach Ihren Rechnungsstatus Online oder direkt in einer unserer Filialen. Unsere zentrale Stärke Über unser gesamtes Angebot hinweg können Sie jederzeit auf eine zentrale Stärke zählen: Die kompetente Beratung und die persönliche Betreuung unserer Geschäftskunden. Unser b2b-team wurde speziell ausgebildet, um Ihnen die bestmöglichen Produkte für die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anzubieten und Sie im Beschaffungsprozess zu unterstützen. STEG b2b steht für: Persönliche Betreuung Zuverlässigkeit Nachhaltige Beziehungen Jetztneu auchmit Büromaterial! Das ganze Sortiment unter steg-electronics.ch Wir beraten und betreuen Sie natürlich auch Vorort. Kontaktieren Sie uns unverbindlich und vereinbaren Sie einen Termin mit einem unserer Berater. Jérôme Jutzeler Verkaufsleiter b2b Phone: jerome. b2b Deutschschweiz Phone: (D /I) b2b Westschweiz Reto Schmid Phone: (F) Vostro x1080 Intel Core i7-3612qm, 2.10GHz 6GB(1x 4GB&2x1GB) DDR3 (1600 MHz), 750GB (HDD) AMD Radeon HD 7670M, 1024MB dedicated DVD-Writer Win 7 Professional 64Bit Art Art i7 VIDAR Garantieerweiterung auf Microsoft Windows 7Professional 64Bit 3Jahre +CHF 75.- Gigabyte H77-DS3H, Intel Sockel 1155 Intel Core i7-3770, 3.40GHz, 8GB (2x 4GB) DDR3 (1600MHz) 120GB 2.5 (SSD) SATA 6Gb/s, 1.0 TB 3.5 (HDD) SATA 6Gb/s Intel HD Graphics 4000, 1740MB shared DVD-Writer & LightScribe, 2x USB 3.0 1Jahr Garantie Off.JetPro8600 eplus InkJet All-in-One A x1200dpi 18.0 ISO-Seiten/Min. 250 Blatt USB 2.0 1x LAN 10/100Mbit/s &802.11b/g/n Duplex-Einheit Fax Ersatz-Patronen: Schwarz: (~2 300 S.) /Cyan: (~1 500 S.) Magenta: (~1 500 S.) /Gelb: (~1 500 S.) Art /61cm Ultrasharp U2412M Auflösung: 1920x1200 WUXGA (16:10) Kontrast: 1 000:1 Bildschirm-Typ: Anti-Glare IPS-Panel 300 cd/m² 8.0ms 1x VGA &1xDVI-D DL Art Preise, technische Änderungen, Irrtümer und Druckfehler vorbehalten. Preise inklusive Rabatt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Angebote gelten nur solange Vorrat. * Angebotsberechtigung: Das Windows-Upgrade-Angebot gilt für Kunden, die: 1. Zwischen dem 2. Juni 2012 und dem 31. Januar 2013 einen Windows 7-PC erwerben, auf dem eine Originalversion von Windows 7 Home Basic, Home Premium, Professional oder Ultimate vorinstalliert ist. 2. Das Windows-Upgrade-Angebot online bis zum 28. Februar 2013 einlösen. steg-electronics.ch 4099

9 Sicht der Arbeitgeber Aktuelle Bildungsangebote initiieren statt delegieren Jürg Zellweger* Angesichts der Trends in der Arbeitswelt genügt es nicht, in der Berufsbildung die Tradition fortzuschreiben. Bildungsinhalte müssen mit höherer Kadenz aktualisiert werden. Die geeigneten Bildungsgefässe gibt es bereits. Die viel zitiertentrends in derarbeitswelt gehen davon aus, dass einfachetätigkeiten tendenziell zurückgehen und Denkbeziehungsweise Koordinationsarbeit dagegen zunehmen. Dies spricht für die Notwendigkeit einer hohen fachlichen Fitness einerseits und ausgeprägte Soft Skills andererseits. Teamarbeit über Betriebs- und Landesgrenzen hinausverlangt etwa nach kommunikativen Kompetenzen, Lernfähigkeit oder reflektiertemselbstmanagement. DasVerwischen von Arbeits- und Freizeit oder von Arbeits- und Wohnort zum Beispiel macht Letzteres immer bedeutsamer für erfolgreiches und gesundes Arbeiten. Wo immer besser qualifizierte Personen Aufträge mit einem grossen Mass an Freiheit ausführen und sich entsprechend als «Unternehmerin beziehungsweise Unternehmer im Unternehmen» fühlen, braucht es massgeschneiderte..braucht es massgenschneiderte Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten: Diese Angebote müssen den Karrierevorstellungen der Angestellten entsprechen und mit ihrer aktuellen Situation in Job und Familie vereinbar sein sowie last but not least für die Arbeitgeber Sinn machen, wenn diese die Ausbildung unterstützen sollen. Direktes Engagement in der Aus- und Weiterbildung In der Schweiz verfügen wird über gute Voraussetzungen um auf diese Herausforderungenzu reagieren. Fastjederfünfte Betrieb engagiert sich in der AusbildungvonBerufslernenden, dazukommen noch strukturierte Praktika für Maturanden oder Hochschüler. Ein solches Engagementwirktsich auch positivauf die übrige Belegschaft aus. Zum Engagement der Betriebe in der Ausbildung gehören Unternehmen sind gut beraten, über die Berufsverbände entwicklungsfähige Bildungsangebote mitzugestalten. auch spezielle Programme, um Maturandinnen oder Hochschulabgänger in Grossunternehmen oder eine Branche einzuführen. Ein weiteresdirektesförderengagement der Arbeitgeber betrifft die berufliche Weiterqualifizierung, etwa im Rahmen derhöheren Berufsbildung, von berufsbegleitenden Fachhochschulausbildungen oder der berufsorientierten Weiterbildung (z.b. Sprach-, FührungsoderIT-Kurse). Rundzwei Drittel allerweiterbildungskurse dererwerbstätigen werden durch die Arbeitgeber in Form von Arbeitszeit, Geld oder beidem unterstützt, wie eine Hochrechnung der Universität Bern basierend auf der Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) 2006 ergeben hat. Die Weiterqualifizierung der Mitarbeitenden kann aber kaum einzig über externes Lernen in Bildungsgängen oder Kursen, welche im expandierenden Weiterbildungsmarktangeboten werden, bewältigt werden. Lernen am Arbeitsplatz oder noch besser während der Arbeit ist zentral. In der Industrie denkt man an Lerninseln oder Werkstattzirkel, im Dienstleistungssektor ist E-Learning über Social Media, Web-Tools und Apps angesagt. Bewährt und weiterhin beliebt sind «Götti»- beziehungsweise Coaching-Programme. Wichtige Rolle der Verbände Jürg Zellweger UnternehmenhabenbeachtlicheMöglichkeiten, über ihre Verbände die berufliche Aus- und Weiterbildung in ihrer Branche auszugestalten. Üblicherweisegehtesum die höhere Attraktivität der Berufsbilder: das Berufsmarketing gegen aussen, die Pflege des «Produkts» gegen innen. Das ErfordernisderfachlichenFitnessruftnach Aktualisierungen der Bildungsinhalte in erhöhterkadenz. GrössereVerbändepflegen und unterhalten ausgeklügelte branchenspezifische Bildungssysteme oder sogar eigene Bildungsstätten. Der spürbare Mangel an Fachleuten verlangt jedoch verstärkt den Blick über die Branchengrenzen hinaus. Gefässe um BranchenwechsleroderWiedereinsteigerinnen anzuziehen und gezielt zu qualifizieren, ist das eine; den Mitarbeitenden zu zeigen, dass die eigene Branche keinesackgasse ist, dass man sich erfolgreich entwickeln kann, das andere. Beides macht Berufe interessant. Angebote auch für ältere Arbeitnehmende können helfen, Fachkräftepotenziale besser zu nutzen. Ohne Milizarbeit geht es nicht Die entscheidende Entwicklungsarbeit bei der Gestaltung der Aus- und Weiterbildungswege können Verbände oder Trägerschaften nicht ohne engagierte MilizarbeitihrerMitgliederunternehmungen leisten. ImVordergrundstehtdie Koppelung und Rückbindung der Verbandsaktivitäten an die Bedürfnisse der Unternehmen. Gerade mit Blick auf die sich beschleunigendentrendsgenügtdas vermeintlich bewährte Fortschreiben der Tradition oftnichtmehr: Bisheriges muss auf die aktuell geforderte Funktionalität hin überprüft und optimiert werden. Solche in Verbänden initiierte Veränderungen brauchen Druckvon und Abstützung bei dermitgliederbasis. DieVerbundpartnerschaft, also die kooperative ZusammenarbeitderVerbände, desbundesund der Kantone in Berufsbildungsfragen, ist anspruchsvoll und macht Prozesse gerade auchfürmilizleute kompliziertund träge. Die Gefahr ist also durchaus gegeben, dass die Reformfreude derverbundpartnerdadurch gebremstwird oderman sich lieber mit der administrativen Optimierung des Bisherigen befasst. Es wird also in der nächsten Zeit noch wichtiger, dass sich Unternehmen in Verbänden proaktiv engagieren und für entwicklungsfähige Bildungsangebote einsetzen. Dazu gehörtidealerweise auch ein wachsames Auge auf die bildungspolitischen Rahmenbedingungen: Komplizierte Regelungen in Berufs- oderweiterbildung dienen oft eher der Optimierung bestehender Strukturen und sind den eigentlich gefragten Funktionalitäten meist abträglich. h *Der Autor ist Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes und zuständig für das Ressort Bildung und berufliche Aus- und Weiterbildung Oktober /2012 9

10 Kuratorin am Gewerbemuseum Winterthur Zeit Mensch Dinge Ursula Speich, Redaktion «Zürcher Wirtschaft» Seit Beginn des Jahres 2012 ist die Ethnologin und Filmwissenschaftlerin Susanna Kumschick als stellvertretende Leiterin des Gewerbemuseums Winterthur tätig, ausgebildet und diplomiert an der Universität Zürich. Als eines ihrer Hauptinteressensgebiete bezeichnet die Kuratorin die Schnittstelle zwischen Kunst und Design und das Erforschen von Zeitphänomenen aufgrund der heutigen Alltagswelt und deren Objekte. Im Sinne dieses «in die Alltags-Kulissen Schauens» präsentierte Susanna Kumschickim WinterthurerGewerbemuseum bereits im Sommer 2012 die vielbeachtete Ausstellung «Oh, Plastiksack!». Gleichzeitig wurde auch die zum Thema passende Ausstellung «Heimliche Helden. Das Genie alltäglicher Dinge» gezeigt, welche dem Besucher ausschliesslich Dinge des täglichen Gebrauchs wie Reissverschlüsse, Büroklammern, Dübel und ähnliche, in der Regel alsselbstverständlichkeit betrachtete Gebrauchsgegenstände vor Augen hielt. Diese Ausstellung wurde vom Vitra Design Museum konzipiert und war in Winterthur «auf der Durchreise». Unverwüstlich und doch vergänglich Konzept und Präsentation der Plastiksack-Ausstellung entsprangen demsinn und Geist der federführenden Kuratorin Kumschick. Mit einer optisch ebenso geschickten Darbietung der Objekte, die weltweit gebraucht, unverwüstlich und leider gleichzeitig umweltschädigend unentbehrlich und polarisierend im Gebrauch stehen, vermochte die Ausstellerin den Besuchern mittels einer Susanna Kumschick deren seltener Nachname einem alten Innerschweizer Geschlecht entstammt. prägenden Bildlichkeit die heutigen, zu Kultobjekten gewordenen Plastikgegenstände vor Augen zu führen. Man begriff diese Dinge als Gebrauchsteile zeitgenössischer Kultur oder «Un»-Kultur, je nach dem Standpunkt des Betrachters sowie als Vermittler moderner Geschichten und als «coole» Produkte der Designindustrie. Susanna Kumschick, welche Ausbildung haben Sie durchlaufen? Ich verbrachte meine Jugend unter anderem in Luzern und besuchte die dortigen Schulen, um anschliessend meine Studien in Zürich und Freiburg zu absolvieren. Nach dem Studium leitete ich die Abteilung «Visuelle Anthropologie» am Völkerkundemuseum der UniversitätZürich und konzipierte gleichzeitig erste Ausstellungen. Danach zog ich nach Bern, um dort die Leitung des Fachbereichs «Gestaltung und Kunst» an der Hochschule der Künste in Bern zu übernehmen. Esfolgte ein Wechsel in die Ostschweiz, wo ich in Verantwortung für den künstlerischen Aufbau des Vögele Kulturzentrums der Charles und Agnes VögeleStiftung und für dessen Betrieb während der Neuausrichtung stand, bevor ich als Kuratorin im Gewerbemuseum Winterthur zu arbeiten begann. Woher kommt Ihr Interesse an der heutigen Kultur und deren Phänomene? Neben meinen oben genanntentätigkeiten faszinierte mich schon immer die Filmwelt, darunter vor allem die Begegnung mit densolothurner Filmtagen und den Winterthurer Kurzfilmtagen, wo sich das Filmgeschehen und seine Geschichten als minutiöses Abbild dergegenwart und somit als ausgesprochen wichtiger Kulturbereich zeigen. Ich habe selbst unter anderem ein dokumentarisches Projekt über die Kontrollgänge an den Flughäfen gemacht mit der Kernfrage «Was bleibt an diesen Grenzen hängen?» auch dies eine mögliche Lebensfrage. Mich interessieren das Alltägliche, verschiedene Lebenswelten und Kulturen. Dies kommt in meinen Projekten und Ausstellungen zum Ausdruck, wie zum Beispiel in einer früheren Ausstellung über historische Postkarten, die auch Kulturgeschichte vermitteln. Sie versuchen, dahinter zu sehen und suchen einen Sinn? Welchen? Mit der Erforschung der Zeitphänomene versuche ich bei den Betrachtern und interessierten Menschen einen Prozess in Gang zu bringen, der zum Nachdenken übereben diese heutigezeitanregt. Dazu nutze ich Darstellungsformen auf einer künstlerischen Basis unter Einbezug von Design und Alltagskultur, wie das Beispiel der«plastiksack»-ausstellungzeigt. Mein Bestreben ist, das Betrachten wichtiger Fragen der heutigen Zeit in einer interdisziplinären Form von verschiedenen Seiten her zu ermöglichen oder mit anderen Worten: Die Kulturgeschichte des Alltags im Bezug zu den Künsten und dem Design zu zeigen. Eigentlich möchte ich mit einem ethnologischen und philosophischen Blickganz einfach Neugierde wecken und Schanzen bauen zwischen der Zeit, dem Menschen und den Dingen. h Gewerbemuseum Winterthur Nächste Ausstellung ( bis ) woodloop auf biegen und brechen Von der Entwicklung der Formgebungsverfahren im Verlauf der Holzbearbeitung. E+S ASW version internet ABACUS Business Software Version Internet > Vollständig neu in Internetarchitektur entwickelte ERP-Gesamtlösung > Skalierbar und mehrsprachig > Rollenbasiertes Benutzerkonzept > Unterstützung von Software-as-a-Service (SaaS) > Lauffähig auf verschiedenen Plattformen, Datenbanken und Betriebssystemen Oktober /

11 Berufsbildung Kompetenzprofile wichtige Karrierewegweiser Ueli Bamert, Redaktion «Zürcher Wirtschaft» Was kann ich was will ich? Diese Frage stellen sich alljährlich tausende von Sekundarschülerinnen und -schülern, wenn es darum geht, am Ende der obligatorischen Schule die Weichen für eine erfolgreiche berufliche Zukunft zu stellen. Die KGV-Kompetenzprofile bieten den Jugendlichen in dieser entscheidenden Phase seit Jahren eine wichtige Entscheidungshilfe. Nun wurde das beliebte Instrument inhaltlich, technisch und gestalterisch komplett überholt und steht somit auch weiterhin auf der Website des KGV zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung. Der Übergang von der Schule ins Erwerbsleben ist sowohl für Jugendliche als auch für Lehrmeister eine grosse Herausforderung. Jugendliche müssen sich in einem relativ jungen Alterfür einen Beruf entscheiden und Lehrmeistersind darauf angewiesen, dass sie diejenigen Lehrlinge erhalten, die für die zu bewältigenden Aufgaben auch wirklich geeignet sind. Reibungslosen Übergang ermöglichen Der KGV setzt sich seit Jahren dafür ein, diesen Übergang zu erleichtern und für das Gewerbe möglichst vorteilhaft zu gestalten. Aus diesem Antrieb heraus hat der KGV 2004 ein Instrument entwickelt, das es Sekundarschülern erlaubt, ihre Kompetenzen einordnen und mit den Anforderungen ihres Wunschberufes abgleichen zu können. Dieses Instrument eine Art Online-Fragebogen wurde in den letzten Jahren intensiv genutzt, und zwar von Schülern und ganzen Schulklassen aus der gesamten Deutschschweiz. Auf dem Stand der Zeit Da sich Berufsbilder und Anforderungen mit der Zeit aber wandeln, sah sich die Verbandsleitung des KGVgezwungen, die Kompetenzprofile komplett zu überarbeiten. Dafür sind in Zusammenarbeit mit Dr. Emil Wettstein, Berufsbildungsexperte und Mitglied der KGV-Bildungskommission, verschiedene Workshops organisiert worden. Im Rahmen dieser Workshops haben Berufsschullehrer und Lehrmeister aus den verschiedensten Branchen gemeinsam neue Kompetenzprofile für die wichtigsten Lehrberufe erarbeitet. Diese wurden im Anschluss noch von den jeweiligen Berufsverbänden abgesegnet. Der grosse Aufwand hat sich gelohnt: Unter stehen heute Kompetenzprofile für über 60 verschiedene Berufe zur Verfügung, allesamt auf dem Stand der Zeit und übersichtlich dargestellt. Technische Neuerungen Auch technisch ist das Instrument Kompetenzprofile heute auf dem letzten Stand. Neu können Schülerinnen und Schüler den Kompetenzfragebogen online ausfüllen und Zwischenresultate dabei auch abspeichern. Die so gesteigerte Benutzerfreundlichkeit wird sich mit Sicherheit in höheren Nutzerzahlen niederschlagen. Ein gutes Zeichen, denn besser informierte Schüler bedeuten eine effizientere Lehrstellensuche und weniger aufgelöste Lehrverhältnisse eine Situation, die den Gewerblern, den Jugendlichen und letztlich der gesamten Wirtschaft nützt. h Verpflegungsbeiträge Schweizer Lunch-Check 8027 Zürich Tel Fax Lunch-Checks sind erste Wahl. Bis CHF 180. pro Monat (CHF pro Jahr) sind Lunch-Checks von Sozialabgaben (AHV/IV/EO/ALV/NBU) befreit. Erfahren Sie mehr unter Oktober /

12 Im Gespräch mit Yves von Ballmoos «Preislich auf Augenhöhe mit Deutschland» Thomas Pfyffer, Redaktion «Zürcher Wirtschaft» Einkaufstourismus ist seit dem spürbar schwachen Euro ein Thema und eine Herausforderung für die Schweiz. Wieso sich der Einkauf von Designmöbeln im Ausland nicht lohnt, erklärt Yves von Ballmoos im Gespräch. Aus welcher Motivation heraus haben Sie die Interessengemeinschaft Design- Möbel Schweiz (IGDS) gegründet? Als sich der Euro im Juni 2011 im freien Fall befand, schlossen wir das sind zehn renommierte Möbelhändler aus der Nordostschweiz - uns zur IG DesignMöbel Schweiz zusammen. Zu diesem Zeitpunkt vermisste ich Verbände, die sich alssprachrohr für unsere Interessen einsetzten. Aufgrund unseres Geschäftsmodells waren wir stets in der Lage, die Wechselkurs-bedingten Preisvorteile an unsere Kundschaft weiterzugeben. Der Grund ist simpel: Designmöbel werden nicht an Lager gehalten, sondern individuell bestellt bzw. gefertigt. Diesen unseren Standpunkt wollten wir in die Öffentlichkeit tragen, weshalb wir uns zur IG zusammen taten. Wie grenzen sich Designmöbel eigentlich gegenüber anderen Qualitätsmöbeln ab? Das ist in der Tat eine schwierige Frage! Man könnte argumentieren, dass alle Möbel, die von bekannten Designern stammen, Designmöbel sind. Diese ausschliessliche Orientierung an den Namen verkörpert aber nicht der Wahrheit letzter Schluss. Die Abgrenzung bleibt schwierig und in derpraxisistesso, dass sie sich eher über das Geschäftsmodell als über die Möbel selbst definiert. Bei unseren Fachhändlern steht die Beratung im Vordergrund, andererseits ist die Ausstellungsfläche begrenzt. Der herkömmliche Qualitätsmöbel- Kauf spielt sich eher auf grösseren Flächen und bei weniger Beratungstiefe ab. Die in Preis und Qualität hochwertigeren Produkte ziehen ganz automatisch eine umfassendere Beratung nach sich, «Mit der Aufrechnung der Fahrtkosten alleine schmilzt der nominelle Preisvorteil dahin.» die wir bei Zingg-Lamprecht meist mit ausgebildeten Innenarchitekten wahrnehmen. In welcher Grössenordnung bewegen sich die Designmöbel-Käufe in der Schweiz in Relation zum gesamten Möbelmarkt? Rund 7 bis 8 Prozent beträgt unser Anteil, was bei einem Gesamtmarkt von vier Milliarden etwa 300 Millionen Franken entspricht. Vom schweizerischen Markt werden gegen 50 Prozent der Designmöbel im Grossraum Zürich abgesetzt. Der aktuelle Möbelmarkt ist kein Wachstumsmarkt, er entwickelt sich höchstens im tieferen Segment. Diese Stagnation hängt zahlenmässig aber auch mit den sinkenden Preisen der Produkte zusammen; man spricht daher von einer sektoralen Deflation. Welchen Stellenwert hat der Preis beim Designmöbelkauf generell? Nun, das Preisniveau unserer Möbel spricht eine bestimmt Käuferschicht an. Ist der Entscheid für ein Produkt gefallen, so fordert der Käufer den korrekten Preis. Umgekehrt haben unsere Preissenkungen vom vergangenen Jahr, die sich aufbiszu 25 Prozentbeliefen, kaum einen positiven Kaufanreiz ausgelöst. BrauchenSie sechsstühle zu Ihrem Esstisch, so erhöhen Sie ja die Menge nicht einfach aufgrund des aktuellen Preises. Was haltensie von grenznahen Händlern auf deutscher Seite, die aggressiv den Schweizer Markt bewerben? Grundsätzlich ist das legitim. Es gibt aber einzelne Anbieter, die sich nah am unlauteren Wettbewerb bewegen. Aus der Praxis wissen wir, dass es Händler gibt, die mitpreisenwerben,dieeinerprüfungnicht standhalten, also schlicht nicht stimmen. BeiderAusgangslageheuteistaberebenso klar, dass für die Konsumenten Wirtschaftsräume und nicht Landesgrenzen massgebendsind; dermarktistheutealso grenzüberschreitend. Ergeben sich beispielsweise Garantie- und daraus Streitfälle, so istesfürschweizerkundschaftsicherlich nicht von Vorteil, sich ihr Recht in Deutschland erstreiten zu müssen. Weshalb haben Sie bei der Fachhochschule St. Gallen eine unabhängige Studie in Auftrag gegeben? Wir wollten unsere subjektive Wahrnehmung, nach der sich Schweizer Designmöbel-Preise auf Augenhöhe mit deutschen befinden, durch eine objektive und unabhängige Studie überprüfen lassen. Was ist das Fazit aus Ihrer Studie? Es gibt Produkte die hierzulande etwas günstigersind undsolche, die in Deutschland leicht weniger kosten. Beim grössten Teil der Designmöbel besteht praktisch kein Preisunterschied. Untersucht man den typischen Warenkorb, den Konsumenten von Designmöbel-Händlern beziehen, so manifestiertsich eine Preisdifferenz von fünf bis sieben Prozent zugunsten Deutschlands. Diese Rechnung lässtfahrtkosten, allfälligetransportkosten sowie die Risiken des grenzüberschreitenden Verkehrs ausser Acht. Der kleine nachgewiesene nominelle Preisvorteil schmilzt mit der Aufrechnung der Fahrtkosten alleine schon dahin. Zur Person Seit 2002 ist Yves von Ballmoos Geschäftsleiter der Zingg-Lamprecht AG, ein führendes designorientiertes Einrichtungshaus mit Geschäftsstellen in Zürich, Erlenbach und Brüttisellen. Zingg-Lamprecht betreut eine anspruchsvolle, service- und qualitätsorientierte Privatkundschaft und zum anderen Firmen- und Objektkunden. Yves von Ballmoos ist Mitbegründer und Sprecher der Interessengemeinschaft DesignMöbel Schweiz (IGDS) Oktober /2012

13 Wir danken unseren Sponsoren für Ihre Unterstützung der Anlässe des Kantonalen Gewerbeverbandes Zürich (KGV). Bestellen Sie Ihr Abo der «Zürcher Wirtschaft» unter für CHF 50.. Wir wünschen dem KGV einen interessanten Gewerbekongress. Besuchen Sie uns auf

14 Volksinitiative «Ja zu fairen Gebühren» Ja zu fairen Gebühren Martin Arnold, Geschäftsleiter KGV Die Volksinitiativen «Ja zu fairen Gebühren» des KGV und des Hauseigentümerverbandes sind auf gutem Weg. Bereits nach kurzer Sammelzeit ist die Hälfte der benötigten Unterschriften zusammengekommen. Offensichtlich nehmen die Initiativen ein wichtiges Anliegen von Gewerbe und Hauseigentümern auf: der ungehinderten Abzocke durch Gebühren und Abgaben soll ein Riegel geschoben werden. Richtig ausgefüllt? Die Gebühren sollen sowohl auf der Stufe Gemeinde als auch beim Kanton demokratisch festgesetzt werden. Deshalb sind zwei Initiativen nötig. Hier ein kleiner Leitfaden zum richtigen Ausfüllen der Unterschriftenbögen: 1. Füllen Sie beide Initiativbögen mit Ihren Angaben aus und unterschreiben Sie eigenhändig. 2. Animieren Sie Ihre Familie und Ihr Umfeld dazu, die Initiativen ebenfalls zu unterschreiben. 3. Die Zeilen müssen vollständig ausgefüllt sein «Gänsefüsschen», dito und ähnliche Angaben sind ungültig. 4. Falten Sie den Bogen zusammen, so dass die Postanschrift aussen sichtbar ist und kleben Sie ihn zu. Es müssen nicht alle Zeilen ausgefüllt sein. 5. Reissen Sie die Bögen nicht auseinander, sonst sind sie ungültig. 6. Bitte achten Sie darauf, dass nur Personen aus der gleichen politischen Gemeinde den Bogen unterschreiben. Der Rücklauf an ausgefüllten Unterschriftenbogen für unsere Volksinitiativen «Ja zu fairen Gebühren» ist erfreulich. Bereits sind rund die Hälfte der benötigten 6000 Unterschriften beim KGV eingetroffen. Offensichtlich haben die beiden Verbände mit den Initiativen «Ja zu fairen Gebühren» den Nerv von Gewerbe und Hauseigentümern getroffen. Nicht von ungefähr ist der Ärger gerade in diesen Kreisen über die ständige Ausweitung der Gebühren- und Abgabenlast gross. Jede Handlung einer Behörde kostet und die Phantasie, wo noch Gebühren eingezogen werden könnten, kennt kaum Grenzen. Zu durchschaubar ist die Taktik, über Gebühren und Abgaben die Staatskasse vorbei an den Stimmberechtigten und den lästigen Steuerdiskussionen elegant weiter zu füllen. Dabei geht es den beiden Verbänden keineswegs darum, den Staat auszuhungern. Der hohestandard unserer Leistungen und Infrastrukturen hat seinen Preis und ist weitgehend so gewollt. Das ist auch im Interesse des Gewerbes und der Hauseigentümer. Was jedoch fehlt ist die Transparenz und die demokratische Kontrolle. Zu viele Gebühren (z.b. Notariate) werden nicht nach dem Kostendeckungsprinzip erhoben oder beinhalten versteckte Steuern. Es bleibt also weitgehend unklar, wie sich eine Gebühr zusammensetzt und welche effektiven Kosten dahinterstecken. Deshalb fordern die Initiativen, dassgebühren strikt nach dem Kostendeckungsprinzip erhoben werden. Jetzt unterschreiben! In der aktuellen Ausgabe der «Zürcher Wirtschaft» findensie einen Unterschriftenbogen mit unseren beiden Initiativen «Ja zu fairen Gebühren». Füllen Sie beide Unterschriftenbogen umgehend aus und schickensie ihn portofrei an uns zurück. Nur so können Unternehmer und Hauseigentümer ein klares Zeichen setzen, dass der Wildwuchs an Gebühren und Abgaben so nicht länger hingenommen wird! Selbstverständlich könnensie auf www. faire-gebuehren.ch weitere Bögen herunterladen, ausfüllen und an uns schicken. Gerne senden wir Ihnen auch weitere Bögen per Post zu. Dank Ihrer Hilfe wird unsere Initiative zu einem vollen Erfolg. Dafür danken wir Ihnen schon jetzt herzlich! h möbelbüros ganz individuell. Profitieren Sie vom Jubiläumsprogramm SIMPLY und den Jubi-Preisen. Ob Schreibtisch oder komplette Bürolandschaft, SIMPLYist unglaublich flexibel und lässt sich Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen! Nutzen Sie die Chance und profitieren Sie jetzt von Ihren attraktiven Gewerbe-Konditionen! Wir feiern 75 Jahre Bürokompetenz Bald gebührenpflichtig? Ladenschild überder öffentlichen Luftsäule. Id diga muesch higa! 1023 Crissier/Lausanne 8854 Galgenen/SZ 8953 Dietikon/Zürich 4614 Hägendorf/Olten 8600 Dübendorf/Zürich 3421 Lyssach/Bern 6032 Emmen/Luzern 4133 Pratteln/BL 1700 Fribourg/Nord 9532 Rickenbach/Wil Oktober /2012

15 2x NEIN zu den streitfördernden Initiativen des Mieterverbandes Mieterfrieden erhalten Hans Egloff, Präsident HEV Kanton Zürich Gleich zwei Attacken reitet der Mieterverband Zürich gegen die Vermieter und die Immobilienbranche: Am 25. November 2012 kommen die Mietervorlagen «Rechtsschutz für alle» (Mietgericht gebührenfrei) und «Transparente Mieten» (Wiedereinführung Formularpflicht) im Kanton Zürich zur Abstimmung. Die erste Initiative gefährdet die bisher bewährte Konfliktlösung zwischen Mietern und Vermietern durch die kostenlose Schlichtungsbehörde als erste verbindliche Anlaufstelle, bevor man ans Mietgericht gelangen kann. Die Schlichtungsbehörde setzt sich aus einem Juristen (Vorsitzender) und je einem vom Hauseigentümer- und Mieterverband gestellten Mietschlichter zusammen. Der Weg über die Schlichtungsstelle ist auf jeden Fall zu befürworten, da er effizient und kostengünstig ist. Fallen jedoch die Verfahrenskosten (Gebühren) vor Mietgericht weg, schwächt dies die Schlichtungsbehörde, weil sehr schnell weiter geklagt würde, d. h. jeder Bagatellfall könnte ohne Kostenrisiko weitergezogen werden. Dieser Leerlauf führtzu einer Belastung der Gerichte und dadurch zu Mehrkosten, für die dersteuerzahler aufkommen muss. Und die Auswirkungen auf den Mieterfrieden wären grundsätzlich negativ, weil mehr gerichtet als geschlichtet würde. Keinen Keil zwischen Mieter und Vermieter Mehr schlichten statt richten: 2x Nein für den Erhalt des Mieterfriedens. NEIN zu beiden Mieter-Initiativen Wiederaufnahme Formularpflicht NEIN VorMietgericht gratis drauflos klagen NEIN Die alte Leier der Formularpflicht 2003 wurde im Kanton Zürich die Formularpflicht erfolgreich und zu Recht abgeschafft, weil das Formular praktisch von niemandem verwendet wurde. Von den gegen neu abgeschlossenen Mietverträgen pro Jahr machten weniger als 1 Promille der Mieter von diesem Formular Gebrauch. Jetzt will die zweite Initiative «Transparente Mieten» die Formularpflicht bei Neuvermietungen wieder einführen. So sollen die Mieter unaufgefordert über die Höhe der Vormiete informiert werden mit dem Vermerk, dass der Anfangsmietzins angefochten werden könne. Kommt dazu, dass das Formular keine zusätzlichen Rechte für den Mieter schafft und somit ein bürokratischer Leerlauf ist. Der Mieter hat heute schon die Möglichkeit, die Höhe der Vormiete zu erfahren. Diese kann dann problemlos innert 30Tagen bei derschlichtungsbehörde angefochten werden. Die Formularpflicht hat weder eine mietzinsdämpfende Wirkung noch kann sie die angespannte Wohnungssituation in Zürich verbessern. KGV sagt Stopp! Der KGV ist gegen beide Initiativen, ebenso der Hauseigentümerverband. Diese Haltung wurde im Parlament von der BDP, EDU, FDP, GLP undsvp geteilt. Ebenso ist der Zürcher Regierungsrat für 2x NEIN. h 18. Oktober /

16 Trendfarben 2012 Starke Farben zeichnen aus. So auch Ihre Zeitung. Unsere herausragende Farb- und Druckqualität macht Ihre Zeitungsprodukte unwiderstehlich. Dies bestätigt auch der International Newspaper Color Quality Club*, der uns 2012 einmal mehr als eine der besten Zeitungsdruckereien weltweit ausgezeichnet hat. Erfahren Sie mehr unter *Der INCQC (International Newspaper Color Quality Club) ist eine Initiative der WAN-IFRA (World Association of Newspapers and News Publishers) und prämiert alle zwei Jahre die Druckqualität von Zeitungen. Ein Unternehmen von Tamedia 4086

17 Aktuelles aus dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv Zwei Pflöcke eingeschlagen Hans-Ulrich Bigler, Direktor Schweizerischer Gewerbeverband sgv Der vergangene September war für den Schweizerischen Gewerbeverband sgv ein eigentlicher Supermonat mit zwei Grosserfolgen: Erstens konnten die notwendigen Unterschriften für das Referendum gegen die Revision des Raumplanungsgesetzes relativ locker zustande gebracht werden, und zweitens gelang es uns nach mehrjährigem Kampf, das Präventionsgesetz in der vergangenen Herbstsession definitiv zu versenken. Raumplanung: Das Volk hat das letzte Wort Der 3. Oktober 2012 war für den sgv ein denkwürdigertag: Insgesamt Unterschriften konnten der Bundeskanzlei gegen die missratene Revision des Raumplanungsgesetzes eingereicht werden. Allen Zürcherinnen und Zürchern, die mitgeholfen haben, sei an dieser Stelle ganz herzlich gedankt. Mit der eindrücklichen Zahl von Unterschriften hat der sgv seine Referendumsfähigkeit deutlich unter Beweis gestellt, und dies notabene ohne die Unterstützung durch andere Dachverbände der Wirtschaft und nach einem harzigen Start zu der Unterschriftensammlung mitten in der Sommerpause. Damit hat voraussichtlich in der ersten Hälfte des nächsten Jahres das Volk das letzte Wort. Es kann selbst entscheiden, ob es einervorlage zustimmen will, die mit bodenrechtlichen und eigentumsfeindlichen Zwangsmassnahmen in einigen Punkten weiter geht als die rotgrüne Landschaftsinitiative. Die Antwort aller freiheitlichen und dem föderalistischen Gedankengut verpflichteten Bürgerinnen und Bürger kann hier nur ein klares Nein sein. Präventionsgesetz: Nein zur staatlichen Bevormundung Nach jahrelangem Tauziehen um eine zentralistische und überflüssige Vorlage zur Regelung der Prävention hat derständerat am zweitletztentag der Herbstsession das Gesetz definitivversenkt, nachdem der Antrag der Einigungskonferenz nach Lösung der Schuldenbremse das notwendige qualifizierte Mehr nicht erreicht hat. Damit hat sich für einmal das Gedankengut des französischen Philosophen und Staatsmannes Charles de Montesquieu durchgesetzt: «Wenn es nicht unbedingt nötig ist, ein neues Gesetz zu schaffen, ist es unbedingt nötig, kein neues Gesetz zu schaffen.» In der Tat konnte der Beweis, dass es ein Präventionsgesetz wirklich braucht, nie erbracht werden. Für sinnvolle, auf Risikogruppen ausgerichtete Präventionsmassnahmen, die auch vom sgv unterstützt werden, reichen die heutigen Gesetzesgrundlagen völlig aus. Was mich besonders freut: Mit der Ablehnung des Präventionsgesetzes ist ein starkes Signal gegen die zunehmende staatliche Bevormundung des Volkes und der KMU sowie gegen Eingriffe in die Privatsphäre gesetzt worden. h Ein Tag zum Erinnern: Die Übergabe der beglaubigten Unterschriften überdas Raumplanungsgesetz an die Bundeskanzlei. Der richtige Partner ist für uns die beste medizin thomas Kast, geschäftsleiter, und stéphane Brandt, mercedes-benz Automobil Ag, schlieren, zürich-city, zürich-seefeld Die Mercedes-Benz Automobil vertraut, wie bereits Unternehmen und mehr als 1 Million Versicherte, auf die führenden Versicherungslösungen von SWICA. Dadurch profitieren Sie, neben umfassender Sicherheit bei Krankentaggeld und Unfall, von einer überdurchschnittlichen Servicequalität. SWICA sorgt zudem für die optimale medizinische Betreuung der Mitarbeitenden. Entscheiden Sie sich jetzt für die beste Medizin. Telefon swica.ch/kollektivpartner 4088 Für die Beste medizin. heute und morgen Oktober /

18 Serie: KMU und Nachhaltigkeit Teil 5 IT als Schlüssel der Nachhaltigkeit Thomas Wälchli, Öbu Informations- und Kommunikationssysteme sind fester Bestandteil und unverzichtbare Helfer unseres Alltags geworden. Auch für Unternehmen ist eine gut funktionierende IT-Infrastruktur unabdingbar. Richtig eingesetzt, können die modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) dazu beitragen, die Energie- und Ressourcenkosten im Unternehmen zu senken und die Umweltauswirkungen zu reduzieren. Weltweit stehen weit über eine Milliarde ICT-Geräte im Einsatz, Tendenz steigend. Auf der Schattenseite dieser elektronischen Flut steht die Umweltbilanz nicht nur der Endgeräte, sondern auch der gesamten erforderlichen Kommunikations- unddateninfrastruktur. InderSchweizbenötigtdieInfor-mationsundKommunikationstechnologieca. 10% des gesamten Stromverbrauchs. Der Stromverbrauch durch ICT hat sich in der Vergangenheit etwa alle 5 Jahre verdoppeltund wird inzukunftweiteransteigen. Dieser Umstand stellt Unternehmen, die eine Reduktion ihres ökologischen Fussabdrucks erreichen wollen und dabei gleichzeitig auf eine sichere und leistungsfähige ICT-Infrastruktur angewiesen sind, vor eine Herausforderung: Sie müssen ihre ICT unter Berücksichtigung sowohl ökonomischer als auch ökologischer Erwägungen optimieren. Pioniere machen es vor Mit Green-ICT-Massnahmen kann die effiziente Nutzung der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien sichergestelltwerden. (Quelle: Swisscom). Verschiedene Mitglieder der Öbu zeigen dasspektrum von lohnenden Green-ICT- Massnahmen auf: DieSwisscom hat beispielsweise die Kühlung ihrer Telekom-Infrastruktur mit innovativen Massnahmen optimiert. Ihre Telefonzentralen laufen pausenlos auf Hochtouren und müssen gekühlt werden. Mit dem Projekt «Mistral» hat die Swisscom ein neuartiges, ökologisches Lüftungssystem entwickelt, das die Zentralen mit frischer Aussenluft kühlt und warme Innenluft nach aussen ventiliert. Damit spart die Swisscom jedes Jahr so viel Energie wie 9000 Haushalteverbrauchen (45 Millionen Kilowattstunden). Umweltschädliche Kühlmittel werden nicht mehr benötigt. Die iphone-klinik, der grösste Reparatur- Service für iphones in der Schweiz, verlängert mit ihrer Dienstleistung die Lebensdauer der beschädigten Smartphones und trägt damit zu einer Reduktion des anfallenden Elektroschrotts in der Schweiz bei. Und dabei entsteht die Wertschöpfung lokal im Quartier statt beim globalen Grossunternehmen. Die SBB haben mit dem Einsatz vonthin Clients und Laptops mit einem geringeren Ressourcenverbrauch in Produktion und Betrieb als herkömmliche PC den Stromverbrauch von Arbeitsplätzen um 25 Prozent gesenkt. Fast jedes Unternehmen kann mit geeigneten Green ICT-Massnahmen die Energie- und Ressourcenkosten senken, die Umweltauswirkungen reduzieren und im besten Fall die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöhen. Genau hier setzt der Effizienz-Check«Büro / Kommunikation / Informatik» auf der Webseite an. Denn mitgreen-ict- Massnahmen können nicht nur der Energieverbrauch reduziert, sondern auch Kosten gespart werden. Green ICT bedeutet einerseits, den Betrieb der ICT-Infrastruktur energieeffizienter und ressourcenschonender zu gestalten (Green in ICT), andererseits aber auch, mit intelligenter Technologie neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, die ihrerseits einen Beitrag zur Energieeffizienz und Emissionsvermeidung leisten (Green by ICT). Wirkungsvolle IT-Konzepte in diese Richtung zu realisieren und dabei spürbare Kosteneffekte zu erzielen, bedeutet jedoch nicht, die gesamte Infrastruktur auf den Kopf stellen zu müssen. So können Unternehmen gemäss dem Bundesamt für Energie z.b. über 40% der Stromkosten für Serveranlagen sparen, wenn diese über Nacht und am Wochenende nur während der unbedingt notwendigen Zeit in Betrieb sind. Solche und ähnliche einfache Massnahmen für Unternehmen werden im Effizienz-Check aufgezeigt und mittipps zur Umsetzung ergänzt. Kostenloser Green-CT-Informationsanlass für KMU am in der Umweltarena Wie der Effizienz-Check genau funktioniert und wiesie Green-ICT-Massnahmen erfolgreich in Ihrem Unternehmen umsetzen, erfahren Sie an der nächsten Proofit-Informationsveranstaltung, die in Zusammenarbeit mitswisscom durchgeführt wird: Am 14. November von 16 bis 19 Uhr werden unter dem Titel «Attraktive Arbeitsplätze durch Green ICT» in der kürzlich eröffneten Umweltarena in Spreitenbach Effizienzmassnahmen im Bereich Büro, Informations- und Kommunikationstechnologie thematisiert. Ein Input-Referat von HSG-Professor Moritz Loock zeigt die Bedeutung und das Potenzial von Green ICT für Schweizer Unternehmen auf. Anschliessend vertiefen dieteilnehmerinnen diethemen «Mobiles Arbeiten und Home Office» sowie «Energieeffiziente Arbeitsplätze» in zwei Workshops und erhalten Tipps für die Umsetzung von Green-ICT-Massnahmen im eigenen Unternehmen. Während des abschliessenden Apéros ist die Ausstellung in der Umweltarena offen zur Besichtigung. Anmeldung und weitere Informationen findensie auf der Proofit- Webseite: agenda/. h Was ist Proofit? ist eine Plattform der Öbu, dem Schweizer Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften (www.oebu. ch). Die Öbu realisiert unternehmensspezifische und wirtschaftspolitische Projekte und fördert den Erfahrungsaustausch zwischen den über 400 Mitgliedern. Proofit bietet KMU einen leichten Einstieg in die betriebliche Nachhaltigkeit. Die Plattform enthält zudem weitere Informationen zur Umsetzung von Green-ICT-Massnahmen im Unternehmen Oktober /2012

19 INTERNET-TREUHÄNDER Die clevere Lösung, um Sie spürbar zu entlasten Wozu werden Parteien eigentlich noch gebraucht? Karl Lüönd, Publizist und Buchautor, Arbeiten Sie modern und webbasiert mit dem Internet-Treuhänder von BDO. Dies mit den Tools AbaWeb, der Abacus Business Software fürs Internet und einer Online-Datenablage. Kein -Verkehr mit vertraulichen Informationen, kein Versand von Originaldokumenten. Alle Ihre Unterlagen sind elektronisch archiviert, leicht auffindbar und jederzeit auch von unterwegs zugänglich. PERSÖNLICH, MOBIL, EFFIZIENT! Lassen Sie sich beraten Wir freuen uns auf Sie! BDO AG Fabrikstrasse Zürich Tel Prüfung Treuhand Beratung Wollen Sie Ihr Unternehmen verkaufen? Wir begleiten Unternehmer seit 12 Jahren erfolgreich beim Verkauf ihrer Firma. Dank unserer umfangreichen Erfahrung finden wir die beste Lösung für Sie. Das grosse Beziehungsnetz, verbunden mit einer hohen Kompetenz, ist unser Erfolgsrezept. Wir garantieren absolute Diskretion und eine professionelle Abwicklung. Wir arbeiten auf reiner Erfolgsbasis. PARTNERINVEST AG c/o Citecs AG, Dr. Jean-Luc Cornaz, Lägernweg 10, 8185 Winkel Die Frage ist nicht abwegig, und die Antwort ist ziemlich klar: Aus den Weltanschauungsgemeinschaften des 19. Jahrhunderts sind Vereinigungen für die Organisation des politischen Personalwesens geworden. Parteien sind sozusagen die Übungsbühnen für neue Talente. In den Gemeinden werden Macher und Mitläufer evaluiert, hier gewinnt die politisierende Persönlichkeit ihr Profil, ihren Stellenwert, ihr ganz persönliches «Rating». Interessant ist, dass Politik, je näher sie bei den Leuten stattfindet, desto weniger parteienbestimmt ist. In den kleinen Gemeinderäten und Schulbehörden herrscht in aller Regel eine gesunde, sachliche Problemlösungsmentalität. Die parteiliche Herkunft spielt nur in Ausnahmefällen eine Rolle, allenfalls bei der Besetzung der personal- und budgetintensivsten Departemente, was indirekt eine Machtfrage ist. Bau- und Finanzwesen sind als Schlüsseldepartemente und Querschnittsfunktionen am begehrtesten, denn hier wird über Aufträge entschieden. Personalintensive Ressorts wie Bildung und Gesundheit sind begehrt, weil sie ein Stimmen-Reservoir sein können (oder aber, bei Nichtgefallen, das Gegenteil...) Parteien vermitteln den politisierenden Newcomern die ersten Erfolgserlebnisse, und die älteren und erfahrenen Mitglieder leiten den Nachwuchs an. Nicht mehr zu gebrauchen sind die Parteien indessen als ideologische Wagenburgen oder gesinnungspolitische Kampfgemeinschaften. Das moderne Leben, die ArbeitsteilungunddieständigenVerteilungskämpfehabenesmitsichgebracht, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger nach ihren Interessen wählen. Nur eine Minderheit folgt noch einem angestammten, durch Herkunft und Familie, Religion und Stand eingefärbten Banner. Als Arbeitersohn in Uri habe ich in den sechziger Jahren die Parteien als verlängerte Arme der grossen Machtapparate erlebt. Insbesondere die CVP, die sich damals noch in schöner Offenheit «katholisch-konservativ» nannte, stand sozusagen als Schildwache vor den Toren des Rathauses und vor dem Kirchenportal. Wenn es um wichtige Beamtenpositionen ging oder um Entscheide, denen etwas Grundsätzliches beigemessen werden konnte, konnte dieser träge Machtapparat durchaus tückisch und brutal werden. Die Freisinnig-Liberalen wurden als Eskorte des Besitzbürgertums minorisiert, und gegen die Sozialdemokraten und Gewerkschafter wurde, wenn s hart auf hart ging, auch von der Kanzel herunter gepredigt, unter Namensnennung, wie ich mich genau erinnere. Die Mehrheit unterfütterte ihren Machterhalt mit grotesken Entscheiden, auch in Gebieten, die der öffentlichen Kontrolle verborgen blieben, zum Beispiel im Kreditwesen. Meinem Vater wurde von einem Würdenträger der Kantonalbank ein bescheidener Hypothekarkredit verweigert mit der Begründung: «Ein Arbeiter braucht kein eigenes Haus!» Heute lächeln wir über solche Verbohrtheiten und fühlen uns hoffentlich so frei, die zu wählen, die im modernen Parteienbetrieb noch am bildungsfähigsten aussehen Oktober /

20 Pensionskassen Verjüngungskur für die Altersvorsorge Jérôme Cosandey und Alois Bischofberger,Avenir Suisse Die berufliche Vorsorge ist seit der Einführung des Obligatoriums 1985 in die Jahre gekommen. Seither hat sich die Gesellschaft stark gewandelt. Die Schweizer Altersvorsorge kann nur sicher bleiben, wenn sie den Wandel mitmacht. Die Gesellschaft steht nicht still. Die letzten Jahrzehnte brachten in allen Bereichen des menschlichen Lebens tiefgreifende Veränderungen. Ihnen müssen die wirtschaftlichen und sozialen Organisationen Rechnung tragen, wenn sie nicht an Akzeptanz einbüssen wollen. Das gilt nicht zuletzt für die Altersvorsorge und ihrezweite Säule. Die Gesellschaft ist durch mehr Individualität geprägt: Aufgrund des Wandels im Familienleben und inder Unternehmenswelt lassen sich Karrieren kaum mehr planen. Auf atypische Erwerbskarrieren mit Familienzeit oder Auslandaufenthalten istdas BVGaber nicht ausgerichtet. Dazu kommt, dass die Gleichung «Alt gleich arm» nicht mehr gilt: Häufig haben Jüngere mit Familie eine stärkere finanzielle Belastungzutragen dochsie müssen für die Kosten der Älteren aufkommen. Die Bevölkerung wird älter: Längere Lebenserwartung und niedrigere Geburtenziffern lassen die Zahl der Menschen im Rentenalter im Vergleich zu den Personen im Erwerbsalter markant steigen. Das ist nicht nur ein Problem für die AHV mit ihrem Umlageverfahren, sondern auch für die Pensionskassen: Ihre Parameter,vor allem der Umwandlungssatz, der die Höhe der Rente bestimmt, entsprechen nicht der demografischen Realität. Der dritte Beitragszahler schwächelt: In der kapitalgedeckten Altersvorsorge sind neben der Lebenserwartung der Versicherten die auf den Altersguthaben erzielbaren Renditen ein wesentlicher Einflussfaktor auch dieser Parameter hat sich seit der Einführung des BVG stark verändert. Einerseits sind die nominellen Zinsen seit den 1980er-Jahren kräftig gesunken. Anderseits nimmt die Volatilität auf den Kapitalmärkten zu. Die Vorsorgeeinrichtungen müssen diese Entwicklungen bei ihren Leistungsversprechen berücksichtigen. Die Vorsorgewerke stehen unter Komplexitätsstress: Die berufliche Vorsorge baute auf Bestehendem auf, deshalb war es von Anfang an komplex. In den letzten Jahrzehnten hat die Regulierungsdichte stark zugenommen. Die Pensionskassen müs- sen deshalb externe Experten beiziehen, was die Verwaltungskosten steigenlässt. Die Politik wird weniger berechenbar: Aufgrund der Polarisierung in der Politik mit «unheiligen Allianzen» gegen Kompromisslösungen haben es nachhaltige Reformen in der Altersvorsorge schwer. Dazu kommt, dass der Einfluss der Rentner dank ihres wachsenden Anteils an der Gesamtbevölkerung zunimmt:sie werden Rentenkürzungen kaum zustimmen. Das führtzu einem Reformstau. Der Mut zu Reformen fehlt: Die Politik geht sozialpolitische Reformen zögerlich an, weil sie in der Regel unpopulär sind und weil die Folgen der Untätigkeit erst mittel- und längerfristig sicht- Altersvorsorge ie Verjüngungskur für die A lt tersvorsor g Vorschläge zur Reform der zweiten Säule Verlag Neue Zürcher Zeitung Jérôme Cosandey und Alois Bischofberger Verjüngungskur für die Altersvorsorge Vorschläge zur Reform der zweiten Säule Jérôme Cosandey und Alois Bischofberger Zürich: Avenir Suisse und Verlag Neue Zürcher Zeitung 2012 ISBN: WeitereInformationen: -> Publikationen Die Politik muss bei den kantonalen Kassen handeln Jérôme Cosandey, Avenir Suisse In der Ostschweiz stehen die kantonalen Pensionskassen relativ solide da vom Kanton Zürich abgesehen. In der Westschweiz klaffen dagegen grosse Löcher in den Kassen. Wer die Deckungsgrade der 26 kantonalen Pensionskassen vergleicht, der erkennt ein klares Gefälle von Ost nach West.In der lateinischen Schweiz (FR, GE, JU, NE, VD,VS undti) beträgt der Deckungsgrad per Ende 2011 im Durchschnittchnitt62%. Er istdamit um satte 30 Prozentpunkte tiefer als in den anderen Kantonen. Den tiefsten Wert weist der Kanton Genf mit 53% auf, den besten der Romandie findet man in Fribourg (77%). Am anderen Ende des Spektrums zeichnen sich die Kantone Appenzell (AR und AI) und Obwalden mit Deckungsgraden vonüber 100% aus.die fehlenden Mittel für eine Vollkapitalisierung der kantonalen Kassen in Unterdeckung belaufen sich schweizweit auf 27 Mrd. Fr.Von diesem Betrag fallen 65%(16 Mrd. Fr.) in der lateinischen Schweiz an bei nur 30% der Bevölkerung. Als Ausnahme in der Nordostschweiz mit ihren solideren Pensionskassen fällt nur der Kanton Zürich auf. Immerhin steht er mit einem Deckungsgrad von 83 Prozent noch besser da als der beste welsche Kanton. Die Bestechungsskandale bei der BVK werden jetzt (endlich) von der Justiz und der Politik aufgearbeitet sie sind aber,entgegen der verbreiteten Meinung,nicht direkt die Ursache für die schlechte Lage. Die ungetreuen Kassenverwalter verloren zwar mit ihren fragwürdigen Investitionen Vorsorgegelder in dreistelliger Millionenhöhe, in der Kasse fehlen aber 3,6 Milliarden Franken, und diesvorwiegend aufgrund politischer Fehlentscheide: Rund ein Drittel des Lochs kommt von den sogenannten «Beitragsferien» in den Jahren 1998 und 2001 aufgrund der vermeintlich glänzenden Performance an der Börse, ein weiteres Drittel von freiwilligen Teuerungszulagen bei den laufenden Renten zwischen 1995 und 2000 und das letzte Drittel von der Veränderung der technischen Grundlagen zwischen 2000 und Die Frage, woher die Unterschiede bei den Deckungsgraden der kantonalen Pensionskassen kommen, lässt sich denn auch ein- fach beantworten: von der Politik. Alle kantonalen Pensionskassen unterstehen dem Bundesgesetz über die berufliche Vorsorge (BVG). Ihre Einnahmen, primär die Höhe der Lohnbeiträge, und ihre Ausgaben, z.b. die Höhe der Renten oder die Möglichkeiten zur Frühpensionierung,sind jedoch im Pensionskassenreglement und manchmal auch in kantonalen Gesetzen festgelegt. Es sind also politische Entscheide in den Kantonen, die das Gleichgewicht zwischen EinundAusgaben bestimmen. Die tiefen Deckungsgrade in der lateinischen Schweiz reflektieren deshalb andere politische Prioritäten. Es ist in der Romandie schwieriger, das Thema «Vorsorge der Verwaltung» anzugehen. Die Gewerkschaften der öffentlichen Hand sind stark, und Streikdrohungen von Staatsangestellten gibt es am Genferseehäufiger als in der übrigen Schweiz. Regierungsräte können kaum auf eine Wiederwahl hoffen, wenn sie zu offensiv gegen ihre eigene Verwaltung vorgehen Oktober /2012

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