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1 Institut für Neurofeedback/EEG-Biofeedback Seestrasse Erlenbach Newsletter April/Mai 2006 Inhalt: 1. Ausbildungsangebote: diverse Kurse am Institut für Neurofeedback/EEG-Biofeedback: 2. Interview mit der erfahrenen Neurofeedback-Therapeutin Hanna Hänseler 3. aktuelles Wissen: Neurofeedback an der Brain Fair Uni Zürich 4. Fall-Beispiele: Depression hier stellen erfahrene Neurofeedback- Therapeuten und -Therapeutinnen Fallbeispiele vor. In diesem Newsletter stellt Susy Schmid, Neurofeedback-Therapeutin, lic. theol., eine interessante Therapie eines Depressiven vor, mit QEEG-Bildern, vor und nach der Therapie. 5. Job-Börse: wer sucht einen Platz in einer Gemeinschaftspraxis, eine Assistentin, eine Intervisionsgruppe, eine Supervision, etc. Bitte meldet Euch hier! 6. Kongresse 1.Ausbildungsangebote Spezielle Weiterbildung: - Neue Feedback-Methoden und neueste Animationen, sowie neue Entwicklungen mit Siegfried Othmer: 27. und 28. Mai 2006 (auch nur einen Tag belegbar!) Auskunft: und -Grosser Ausbildungskurs mit 156 Stunden (EMR/ASCA-anerkannt) Kurskosten: alle drei Level à 156 Stunden mit Abschluss-Certifikat: Fr Level 1 und 3 à je 48 h: Fr , Level 2 à 56 h: Fr Einzelne Tages-Module nach Wahl und Wunsch zur Weiterbildung: Fr Kurs-Programm bitte anfordern bei oder unter Level 1 Grundausbildung Basic mit Diplom, à 48 h (6 Samstage) - Kursdaten: 13.5., 20.5., 10.6., 17.6., , Ort: Küsnacht/Zürich Level 2 Advanced, mit Diplom, à 56 h (7 Samstage) - Kursdaten: 19.8., 26.8., 2.9., 9.9., 16.9., 23.9., Ort: Küsnacht/Zürich Level 3, Expert, mit Abschluss-Diplom, (Zertifikat) à 48 h (6 Samstage) - Kursdaten: , 4.11., , , , Ort: Küsnacht/Zürich

2 2. Kurzes Interview mit Hanna Hänseler, Neurofeedbacktherapeutin, : MHL: Wie bist Du auf Neurofeedback/EEG-Biofeedback gekommen? Ich habe mich in den USA, bei J.Isaac, in die Wissenschaft des Neurofeedback- Trainings einführen lassen und dort einige Kurse besucht. Zurück in der Schweiz habe ich im Internet die Kurse vom Institut für Neurofeedback/EEG-Biofeedback mit Marie-Helen Lüchinger, gefunden und sofort daran teilgenommen. Ich war begeistert, hier Kollegen und Kolleginnen zu finden, die ebenso interessiert an Neurofeedback waren, wie ich selber. MHL: Wie arbeitest Du heute? Ich arbeite vor allem mit dem NCP (NeuroCarePro), aber ich setze auch hie und da den BioExplorer und den BrainMaster ein. Die Klienten kommen durchschnittlich 15 bis 30 Stunden zu mir. Es gibt aber immer wieder Fälle, die schon nach 10 Sitzungen abgeschlossen werden können. MHL: Hast Du ein besonderes Erlebnis im Zusammenhang mit Neurofeedback gehabt? Natürlich habe ich viel erlebt. Ein Erlebnis kommt mir spontan in den Sinn. Ein Junge mit Epilepsie, jedoch schon länger anfallsfrei, kam vor allem wegen sozialen Auffälligkeiten zu mir in die Therapie. Er war schwierig und schlecht integriert in einer Sonderschulklasse. Heute, nach einer längeren Neurofeedback-Behandlung, ca. 40 Sitzungen am NCP, ist er anfallsfrei und voll integriert in einer normalen Schulklasse. Er ist interessiert und akzeptiert und sehr umgänglich geworden. Jetzt ist er gerade dabei, einen Lehrvertrag zu unterschreiben. Dies freut mich sehr. MHL: was würdest Du noch mehr wünschen? Ich würde mir noch konkreteren Kontakt und Austausch unter den verschiedenen Neurofeedback-Therapeuten wünschen. (Anmerkung von MHL: es besteht bereits einen Treff, der vor allem von der Ausbildungsgruppe 04 organisiert wird: sie treffen sich ca. einmal monatlich. Auskunft bei Patricia Heuberger, oder Claudia Habermacher, ). Besten Dank, für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit Deiner Arbeit. 2. aktuelles Wissen: Neurofeedback an der Brain Fair, Uni Zürich März 2006 Wie jedes Jahr im März hat auch dieses Jahr die Universität Zürich die Tore für die Brain Fair geöffnet und dem Publikum vielseitiges Wissen über das Hirn und viele Aktivitäten, Forschungen und Studien im Zusammenhang mit dem Hirn gezeigt.

3 Dieses Jahr hat auch Neurofeedback einen Platz gefunden. Neurofeedback wurde am Freitagmorgen, 17. März 2006, von über 10 Therapeutinnen und Therapeuten dem interessierten Publikum und vor allem vielen Schulklassen erklärt und auch demonstriert. Dieser Anlass wurde vom Neurofeedback-Verband Schweiz organisiert. Im Foyer der Universität Zürich Zentrum waren 10 Tische aufgestellt, an denen die verschiedenen Therapeuten ihre Systeme installiert hatten. In Gruppen wurden nun die über 600 Schüler, Studenten, unter die sich auch Lehrer und interessiertes Publikum mischten, an die verschiedenen Tische geführt. Dort wurde ihnen die Wirkungsweise von Neurofeedback erklärt und demonstriert. Das Interesse war gross und überall waren Jugendliche mit Elektroden am Kopf in einem einfachen Training zu sehen. Unzählige Fragen wurden sorgfältig erklärt, Hirnwellen wurden aufgezeigt und Trainingsmöglichkeiten besprochen. An einem Tisch war das allerneuste Spiel zu bewundern: hier wurde das gewünschte Hirnwellen-Verhalten nicht wie gewohnt mit Musik und Bild auf einem zweiten Monitor verstärkt, sondern mit einem kleinen Autorennen, das auf einer eigens aufgebauten kleinen Modellrennbahn stattfand. Der Schüler, den ich beobachten konnte, vertiefte sich mit höchster Konzentration in dieses Spiel, bis sich die Hirnwellen auf der gewünschten Aktivität bewegten und das kleine Auto wirklich losfuhr. Sobald die Konzentration nachliess, und er die gewünschten Wellen weniger intensiv produzieren konnte, begann das kleine Modell-Auto zu stocken. An diesem Tisch waren vor allem männliche Jugendliche anzutreffen, aber auch Mädchen, die mitspielen und ihre Fähigkeiten testen wollten. Eine grosse Auswahl der verschiedensten Systeme war zu sehen, von BrainMaster, Rocatti und BioExplorer bis zu NeuroCarePor und HEG. Und überall erhielten die interessierten Zuschauer kompetent und ausführlich Antworten auf ihre vielen Fragen. Neurofeedback wird als therapeutisches Instrument bei vielen unterschiedlichen Störungen und Auffälligkeiten zur Leistungssteigerung und zur Verbesserung der Selbstregulationsfähigkeit des Gehirns eingesetzt. Ziel ist es, die Hirnaktivitäten zu normalisieren. Neurofeedback wird in Ergänzung zu anderen Therapiemethoden angewendet und dies schon seit ca. 25 Jahren. Die Ausbildung der Neurofeedback-Therapeuten und Therapeutinnen findet nach Studium und Ausbildung statt. Die meisten Therapeutinnen und Therapeuten haben ein psychologisches oder pädagogisches Diplom. In diversen Kursmöglichkeiten bilden sie sich zum Neurofeedback/EEG-Biofeedback-Therapeuten aus und bieten dann ihre Fähigkeiten in einer eigenen Praxis an. Es ist von Vorteil, wenn sich die Therapeuten und Therapeutinnen auch gleichzeitig die Anerkennung vom EMR und von der ASCA erarbeiten, damit sie über die Zusatzversicherungen abrechnen können. Die Therapie ist anspruchsvoll, und es sind auch gute Geräte und Systeme erforderlich. Da oft unglaubliche Verbesserungen der Lebenssituation, des Wohlbefinden und der Arbeits- und Lernfähigkeit festzustellen sind, so dass viele Störungen, Krankheiten, Arbeits- und Schulleiden vermindert werden können, ist dieses Training ein grosser Gewinn für den einzelnen und auch für die Gesellschaft. Deshalb ist das Bekanntmachen des Neurofeedback-Trainings, wie jetzt an der Brain Fair geschehen, von hohem Wert. Die Mitarbeiter des Instituts für Neurofeedback/EEG-Biofeedback freuen sich riesig über diesen grossen Einsatz und gratulieren ihren Kollegen für die erfolgreiche

4 Veranstaltung. Der Einsatz hat sich gelohnt und hat weiteres Interesse für diese Therapie-Methode geweckt. In Zürich und Umgebung gibt es bereits eine beachtliche Anzahl bestens ausgebildeter, fähiger und kompetenter Neurofeedback-Therapeutinnen und Therapeuten, die bereit sind, bei verschiedenen Problemen Abhilfe zu leisten und sich mit den Klienten an den guten Erfolgen zu freuen. Es gibt auch einige Kollegen in den Kantonen Aargau, Bern, Luzern und Basel und im Tessin. Die Adressen sind in den Verbänden und Organisationen zu finden: Ein grosses Dankeschön an meine Kolleginnen und Kollegen für Ihren Einsatz und allen einen schönen Frühling, Marie-Helen Lüchinger 4. Fallbeispiel aus der Praxis von Susy Schmid, lic. theol. Herr Q., ein Mann Mitte 50, kam vor einem Jahr, im Februar 2005, zu mir in die Praxis. Er litt an einer akuten Depression. Alles war nur noch ein Müssen für ihn. Bei der Arbeit war er völlig blockiert, zog sich sofort zurück, war stark verunsichert im Umgang mit Andersdenkenden und stellte sich ernsthaft die Frage, ob das Leben überhaupt noch einen Sinn machte. Ich schlug ihm vor, eine gründliche Abklärung seiner Hirnaktivität mit einem sequentiellen quantitativen EEG zu machen (sqeeg nach Dr. Rocatti). Ich habe die Hirnaktivität an 19 Ableitungen des 10/20 Systems jeweils eine Minute mit geschlossenen Augen, eine Minute mit offenen Augen und eine Minute mit einer, je nach Hirnregion unterschiedlichen Aufgabe gemessen. Das Bild, das die Abklärung ergab war eine deutliche Bestätigung seiner Beschwerden. Der Befund (hier die Brainmaps beim Aufgaben lösen, also bei der Aktivierung des Gehirns) zeigt eine deutliche Überlagerung der gesamten Hirnaktivität mit Delta- Wellen. Bis zu 68% der Hirnaktivität (siehe Skala) wird von dem Frequenzbereich

5 Delta beherrscht. Die übrigen Frequenzbänder weisen nicht mehr als max. 9% der Hirnaktivität auf. Wir begannen mit dem Neurofeedbacktraining. Ich trainierte mit ihm vor allem bipolar-monohemisphärisch (C3/T3 und C4/T4 je als Aktive/Referenz, den Erder am Ohr) Beta mit gleichzeitigem Inhibieren von Delta und Theta (1-8 Hz). Danach jeweils ein Alphatraining mit Delta und HiBeta Inhibition auf P3 und P4. Abschliessend ein interhemisphärisches Training auf C3/C4 mit SMR auf Hz belohnt, das restliche Band inhibiert. Der Zustand des Patienten veränderte sich zusehends, er begann sich besser zu fühlen, wurde gelassener, nahm Belastungen nicht mehr als solche wahr, konnte besser schlafen und reduzierte langsam seine Antidepressiva auf die halbe Dosis. Nach 14 Sitzungen begann ich anstelle des bipolarmonohemisphärischen Trainings mit ihm frontal mit Hämoenccephalographie (HEG) zu trainieren. Nach 20 Trainingssitzungen habe ich ein Kontroll-EEG mit ihm gemacht. Der Befund hat sich nicht nur subjektiv, sondern auch objektiv stark verändert. Die Dominanz im Delta-Bereich ist stark zurückgegangen, der Delta-Anteil macht nur noch 45% der Hirnaktivität aus. Die übrige Hirnaktivität ist wieder sichtbar und durch die interhemisphärischen Trainings in allen Frequenzbändern annähernd symmetrisch. Der Patient selber berichtet, dass er die Dinge viel positiver sieht, sich nicht mehr zurückziehen muss, viel gelassener ist, sehr gut schläft und sich dadurch auch tagsüber gut fühlt. Die sichtbare Veränderung im quantitativen EEG hat ihn und natürlich auch mich ausserordentlich gefreut und hat gezeigt, dass die subjektive Veränderung durch das Neurofeedbacktraining durchaus auch objektiv dargestellt werden kann. 5. Job-Börse Neurofeedback-TherapeutInnen suchen eine Assistenz-Stelle, eine Möglichkeit in einer Gemeinschaftspraxis einzusteigen, Kolleginnen, die in einer Gemeinschaftspraxis mitmachen wollen, eine Weiter-Bildungs- oder Lern-

6 Gruppe, Intervisionsgruppen, Supervision etc. Hier soll ein reger Austausch stattfinden können. Es würde mich freuen, wenn diese Möglichkeit genutzt würde. Besten Dank für Eure Anfragen. Die Ausschreibungen sind kostenlos. 6.Kongresse und Kurse im Ausland: AAPB: April 2006 in Portland, USA, Advanced QEEG mit prof. Juri Kropotov und Dr. Andreas Müller, CH, Ende April ISNR: September 2006 in Atlanta, USA, SAN: September 2006 in Swansea, UK, Und die Schweiz? Plant einen Kongress demnächst. Auf einen schönen Frühling! Redaktion: Marie-Helen Lüchinger Leitung Institut für Neurofeedback/Biofeedback Im April

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