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1 Islamic Banking Islamische Banken sollen Anlegern aus der Finanzkrise helfen Europäische Großanleger interessieren sich nun auch für zinslose islamische Anleihen. Den Berichten der Tageszeitung Today`s Zaman zufolge steigt die Nachfrage nach islamischen Anleihen (Sukuks). Deshalb kommt es derzeit verstärkt zur Emission (Ausgabe) von Sukuks durch islamische Beteiligungsbanken. Nachrangige islamische Anleihen würden den Banken helfen das Ungleichgewicht zwischen den Laufzeiten ihrer Verbindlichkeiten und Vermögensgegenständen zu lösen. Gleichzeitig würden den Banken mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, so der Chef der Finanzabteilung von der türkischen Bank Asya, İbrahim Öğüdücü. Auch immer mehr nicht-islamische Anleihen-Interessenten investieren in die Sukuks, da sie in Zeiten der Finanzkrise als relativ stabile Investitionen eingestuft werden. Aber vor allem Investoren aus Malaysia und den islamischen Golfstaaten sind interessiert an den Sukuks. In Sukuks wurden von der Kuveyt Türk her- bisher nur zwei Sukuks emittiert. Beide der Türkei gibt es derzeit vier islamische ausgegeben und hatten einen Wert von Beteiligungsbanken. Zu ihnen gehören 450 Millionen Dollar. Die Bank Asya wird neben der Bank Asya auch die Kuveyt im ersten Quartal 2013 ebenfalls einen Türk, die Türkiye Finans und die Albaraka Sukuk im Wert von 200 bis 300 Millionen Dollar veräußern. Albaraka Türk Türk. In der zweijährigen Geschichte des türkisch-islamischen Bankwesens wurden hat ebenfalls angekündigt, dass man Filiale der Islamic Bank of Britain. Zinslose Anleihen werden immer beliebter. Foto: tnarik/flickr eine Sukuk-Emission plane. Der Europa- Nahost- und Afrika-Chef (EMEA) der Citigroup, Alberto Verme, hatte bereits 2012 im Gespräch mit der türkischen Zeitung Hürriyet gesagt, dass die Bank mit den Regierungen von Bahrain und Katar in Verhandlungen getreten sei, um sich am islamischen Bankenwesen zu beteiligen. Analyse Arbeitsmigration: OECD beklagt schlechtes deutsches Image Deutschland hat sein Zuwanderungsrecht liberalisiert. Doch vielen Fachkräften im Ausland ist das nicht bekannt. Die Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR), Professor Dr. Christine Langenfeld, hat sich zum jüngsten OECD-Bericht geäußert. In einer entsprechenden Mitteilung, die den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegt, wird zwar darauf hingewiesen, dass Deutschland die Zuwanderungsregelungen für Hochqualifizierte stark liberalisiert hat. Doch dies sei nur wenigen Menschen im Ausland bekannt. Deshalb empfiehlt Langenfeld den deutschen Auslandsbotschaften Migrationsbeauftragte einzustellen, die potentielle hochqualifizierte Einwanderer ausgiebig informieren. Allerdings sei es nicht nur eine staatliche Aufgabe die Zuwanderung von Fachkräften (auch ohne Hochschulabschluss) zu fördern, sondern auch die der Unternehmerverbände und Handelskammern. Berufsbezogene Sprachkurse seien ebenfalls wichtig, um die gesellschaftliche Integration der Bewerber zu fördern. Dem OECD-Bericht zufolge, kommen im internationalen Vergleich weniger Fachkräfte dauerhaft nach Deutschland. Dabei wird in dem Bericht betont, dass qualifizierte Menschen es grundsätzlich leicht haben, nach Deutschland zu kommen. Doch deutsche Unternehmen würden sich nur selten die Mühe machen, ihren Personalbedarf durch Fachkräfte aus dem Ausland zu decken. In einer Unternehmensbefragung der OECD bezüglich 2010/11 wurde nach den Gründen gefragt. Die Mehrheit der Unternehmen gab an, dass die Möglichkeit ausländischer Fachkräfte zur Deckung des Personalmangels gar nicht in Erwägung gezogen wurde. Für andere war die Anwerbung aus dem Ausland zu kompliziert oder es wurden unzureichende Deutschkenntnisse befürchtet. Darüber hinaus stellt der Bericht fest, dass Personen mit mittlerer Qualifikation (Fachberufe) die schlechtesten Karten hätten, denn bei ihnen bestehen enorme rechtliche Hürden. Cüneyt Yılmaz 1

2 Vor allem die Türkei sei ein sehr interessanter Wachstumsmarkt für seine Bank. Zinslose Sukuks bereichern die Auswahl von Anleihen für die Kunden. Alternativen werden geschaffen. Insgesamt gibt es im islamischen Bankenwesen fünf verschiedene Hauptarten der Sukuks: Die Sukuk al-murabaha ist ein Kauf- und Rückkaufvertrag, bei dem ein Kunde einen Sachgegenstand von der islamischen Bank erwerben möchte. Zu Beginn des Kaufs wird zwischen der Bank und dem Kunden ein Rückkaufpreis für den verkäuflichen Sachgegenstand festgelegt, was auch die Kosten der Bank beinhaltet. Wertsteigerungsund Risikozuschlag sind in diesem Preis enthalten. Beim Sukuk al-idschara liegt ein Leih- oder Leihkaufvertrag vor. Dieser Sukuk ähnelt einem Pachtvertrag, denn die Bank bleibt Eigentümer des Vermögensgegenstandes und trägt alle Risiken. Der Vermögensgegenstand wird mit einer zeitlichen Befristung an den Kunden verliehen und der Kunde muss eine festgelegte Pacht zahlen. Liegt jedoch ein Leihkaufvertrag vor, gelten die Pachtzahlungen als Abzahlung des Vermögensgegenstandes bis zum kompletten Erwerbszeitpunkt durch den Kunden. Nutzungsdauer und Wert des Vermögensgegenstandes werden vorher festgelegt. Der Sukuk al-muscharaka ist ein Gewinn- und Verlustvertrag, wonach die Bank und der Kunde das Eigentum gemeinsam erwerben. Die Haftung beschränkt sich auf die Einlagen. Bei der fünften Sukuk-Kategorie, Sukuk al-mudaraba, geht es um die Aufnahme von Eigenkapital. Dabei wird das Eigentumsrecht an einem bestimmten Projekt für dessen Finanzierung der Sukuk ausgegeben wurde, verbrieft. Der Sukuk almudaraba findet seine Anwendung bei Großprojekten. Mehrere Parteien beteiligen sich mit Einlagen in verschiedenen Höhen und erhalten Gewinnanteile entsprechend ihrer Einlagen. Den Untersuchungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young zufolge könnte die weltweite Nachfrage nach islamischen Anleihen bis zum Jahr 2017 die 900 Milliarden US- Dollarmarke erreichen. NSU-Affäre Türkische Gemeinde wird eigenen NSU-Bericht veröffentlichen Die türkische Gemeinde in Deutschland misstraut der fehlerbehafteten deutschen Politik in der Aufklärung der Morde. Der Chef der türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, lobt Arbeit des NSU- Ausschusses. Foto: boellstiftung/flickr Die türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) hat einen Bericht veröffentlicht, in dem die geplanten Initiativen der TGD für das Jahr 2013 niedergeschrieben wurden. Ihr Vorsitzender Kenan Kolat geht dabei auf einzelne Punkte und Ereignisse ein, die der TGD wichtig sind. Der rote Faden, der sich für die türkische Gemeinde durch das gesamte Jahr hindurchziehen wird, bestehe aus den Themenbereichen gesellschaftliche Teilhabe und Kampf gegen Rassismus. Das Wahljahr 2013 sei sehr wichtig. Deshalb werde man die Programme der Parteien miteinander abgleichen und schriftlich verfasste Forderungen an die Bundestagskandidaten senden. Die Förderung des Urnengangs der türkischstämmigen Deutschen bei der Bundestagswahl sei ihnen ein besonderes Anliegen. In den ersten sechs Monaten werde der NSU-Untersuchungsausschuss einen Bericht vorlegen. Die TGD wird in diesem Rahmen einen eigenen Bericht erstellen. Jener Untersuchungsbericht soll dann der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Hier wird betont, dass die Arbeit des parlamentarischen Ausschusses und aller weiteren Kommissionen, die sich mit der NSU befassen, genau beobachtet und ausgewertet werden. Zuvor hatte Kenan Kolat im Rahmen der NSU-Affäre den deutschen Behörden institutionellen Rassismus und Vertuschung vorgeworfen. Er verlangte weitere personelle Konsequenzen für hochrangige Mitarbeiter der Verfassungsschutzämter und möchte, dass die Bundeskanzlerin die NSU-Untersuchung zur Chefsache mache. Gleichzeitig lobt und unterstützt Kenan Kolat die Arbeit des NSU-Ausschusses, deren Arbeit leider konterkariert werde, so Kolat. Unglücklicherweise haben die einzelnen Skandale um die Morde der NSU einen enormen Vertrauensverlust in der deutsch-türkischen Bevölkerung ausgelöst. Jener Vertrauensverlust richtet sich nicht nur gegen Einzelpersonen, sondern vor allem gegen den deutschen Staat. Doch eine lückenlose Aufklärung könnte dazu führen, dass Deutsch-Türken ihren Glauben in die deutsche Justiz und den Sicherheitsbehörden zurück erlangen. 2

3 Bildung Online Lernplattformen erobern türkische Schulklassen Chancengleichheit entsteht in der Türkei durch breite Bildungsangebote im Internet für alle. Während hierzulande neue deren Regionen große Unterschiede in allen Bereichen Technologien nur langsam Einzug in die Klassenzimmer finden, begeistern türkische aufweisen, liegt es auf der Hand, dass ein Kind, das auf Lernplattformen Schüler und eine Istanbuler Privatschule Lehrer mit bunten Angeboten. Alle staatlichen Schulen und deren Lehrer können die Angebote, kostenlos nutzen - auf diese Weise soll mehr Chancengleichheit entstehen. Für die Ausbildung ihrer Kinder müssen Eltern in der Türkei häufig tief in die Tasche greifen. Zwar gibt es in der Türkei das geht, ganz andere Voraussetzungen hat als ein Schüler in einem Dorf einer südöstlichen Provinz. Die Türkei ist allerdings eines der Länder mit der höchsten Internet-Nutzung weltweit, hier anzuknüpfen, liegt auf der Hand. Auch, wenn zu Hause kein Internet-Anschluss vorhanden ist, System der Ganztagsschule mit Selbst Aufgaben aus der Physik sind so interaktiv wie möglich gestaltet. Foto: E-Vitamin Verpflegung, doch um bei dem sind schon die Jüngsten entweder in der Schule mit dem leistungsorientierten Unterricht mitzukommen, muss auch nach Schulschluss am Abend noch viel gebüffelt werden. Meistens werden dazu Bücher genutzt, die Multiple Choice Tests mit Lösungen beinhalten. Denn alle Prüfungen in der Türkei - egal in welcher Klassenstufe - werden auf diese Weise durchgeführt. Nicht gerade eine aufregende Art zu lernen. Die türkischen Lernplattformen im Internet sehen dagegen ganz anders aus: bunt, interaktiv und multimedial. Die Online-Lösungen bieten Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder auch mit einem geringen Budget zu unterstützen. Die bekanntesten in der Türkei sind Vitamin Egitim, Morpakampüs und Okulistik. Chancengleichheit ist uns wichtig, sagt Seden Kozan von Vitamin. Dabei sind die Unterschiede in der Türkei umso größer. Obwohl die Türkei zentralistisch ist und eigentlich derselbe Lehrplan und dieselben Standards für alle Provinzen gelten müssten, ist dieses Ideal noch lange nicht erreicht. Teilweise unterscheiden sich Provinzen in den schulischen Möglichkeiten enorm. Die Plattform, die ein Projekt der Türk Telekom ist und bereits in anderen Ländern erfolgreich ist, bietet staatlichen Schulen, deren Lehrern und Schülern die Nutzung von Vitamin kostenlos an. Lediglich, wenn Schüler die Webseite außerhalb der Schule nutzen wollen, fällt eine monatliche Gebühr an. Das Grundproblem des türkischen Bildungssektors ist elementar: Der Bildungsstandard der Schülerinnen und Schüler entspricht nicht der gewünschten Höhe, so Kozan. Gerade in einem Land wie der Türkei, Internet in Berührung oder besuchen das Internetcafé um die Ecke. Einer Studie der EU-Kommission zufolge nutzen rund 90 Prozent der türkischen Kinder im Alter von neun bis 16 Jahren das Internet überwiegend für schulische Zwecke. In der Türkei wird derzeit wie in keinem anderen Land die Nutzung neuer Technologien im Unterricht gefördert. Mit dem Fatih Projekt soll bis 2015 jede Schule mit Internetanschluss, Whiteboards und Tablet PCs ausgestattet sein. Im Zuge dieser Entwicklung werden auch die Internetseiten, die Lernmaterial anbieten, immer beliebter. In der heutigen Zeit, so die Vitamin-Sprecherin Kozan, sei es wichtig, visuelle Mittel für das Lernen zu nutzen. So bieten viele Seiten komplette Lösungen für den Unterricht an. EU Frankreich unterstützt wieder den EU-Beitritt der Türkei Die Mehrheit der türkischen Bürger wollen eine starke Türkei. Aber ohne die EU. Frankreich gibt die Blockadehaltung interessiert sei. Das berichtet die FT. Die gegen den EU-Beitrittsprozess der Türkei auf. Der französische Außenminister finden kurz vor dem Türkei-Besuch Hol- aktuellen positiven Signale aus Frankreich Fabius sagte seinem Amtskollegen Ahmet landes statt. Davutoğlu bei einem Treffen in Paris, dass 2007 sagte Sarkozy der Tageszeitung François Hollande im Gegensatz zu Nicolas Sarkozy am Vorankommen der Türkei Europa sei. Doch fügte er damals Figaro, dass der Platz der Türkei nicht in hinzu, dass er sich nicht per se gegen die Türkei richte, sondern die Grenzen Europas festlegen wolle. Deshalb blockierte der ehemalige französische Präsident insgesamt fünf von 34 Verhandlungskapiteln. Unter den blockierten Kapiteln befanden sich die Agrarpolitik, die Währungspolitik, die 3

4 Frankreichs Präsident François Hollande plant für Anfang 2013 einen Staatsbesuch in der Türkei. Foto: jmayrault/flickr Wirtschaftspolitik, die Regionalpolitik und die Finanz- und Haushaltsbestimmungen. Dem lag eine Strategie zugrunde, denn jene fünf Verhandlungskapitel hätten der Türkei eine konkretere Perspektive auf die EU-Vollmitgliedschaft eröffnet. Seit Dezember 2012 fängt die Türkei an, sich langsam aber sicher von der EU zu verabschieden. Zumindest der Premierminister Erdoğan betonte immer wieder, dass die Türkei auch Alternativen zur EU habe und nannte nebenbei die SOZ. Hier erhielt sie sogar Unterstützung aus Peking. Bei einem Staatsbesuch in Tschechien sagte Erdoğan, dass die EU die Türkei brauche und nicht anders herum. Seine Regierung habe sogar das Selbstvertrauen europäischen Geschäftsleuten, die Investitionen in der Türkei tätigen, die türkische Staatsbürgerschaft zu verleihen. Hinzu kamen Erdoğans Anschuldigungen, die EU würde die Terrororganisation PKK unterstützen. Auch der Europaminister Egemen Bağış verlangte ein Vorgehen gegen die PKK. Außenminister Fabius hatte schon im Januar 2013 positive Signale nach Ankara ausgesendet. An diesem Punkt lassen sich Ansätze für eine konstruktive Entwicklung der türkisch-französischen Beziehungen beobachten. Doch die Mehrheit der EU-Bürger sind vehemente Gegner eines türkischen EU-Beitritts. Das Überraschende ist, dass den Informationen der FT zufolge auch jeweils zwei von drei Türken gegen einen EU-Beitritt ihres Landes sind. Die Türken werden immer EU-skeptischer und wollen sich nicht mehr gängeln lassen. Adoptionsrecht Minister Bozdağ ist gegen Assimilation von Deutsch-Türken Muslimische Pflegekinder sollen in muslimischen Familien untergebracht werden. Der türkische Vizepremier und Verantwortliche für die Auslandstürne gezielte Assimilations- er dem deutschen Staat keiken, Bekir Bozdağ, ist derzeit in Sorge um die in Deutschland und Europa lebenden Türken. Er befürchtet eine zunehmende religiöse und kulturelle Assimilation der Auslandstürken. Sehr mitgenommen hat Kampagne unterstelle, sondern Verfehlungen sehe, die zwangsläufig zu einer Assimilation und Konversion von muslimisch-türkischen ihn die Geschichte eines deutsch-türkischen Kindern führen. Denn Mädchens namens Elif Yaman. Das Sorgerecht über das Mädchen wurde ihren jene Kinder werden automatisch in eine kulturelle Eltern im Alter von zwölf Jahren entzogen. Zwangslage versetzt und Sie wurde für sieben Jahre bei einer deutschen Pflegefamilie untergebracht und ist weder der türkischen Sprache mächtig, noch kennt sie sich in der türkischen Kultur aus. Anfang Februar 2013 wurde sie im Rahmen einer großangelegten türkischen Medienkampagne ihrer Mutter in der Türkei zugeführt. Das Ereignis wurde im türkischen Fernsehen übertragen und lief sehr emotional ab. Derzeit befinden sich 4000 muslimisch-türkische Kinder in der Obhut deutscher Pflegefamilien. Das ist nicht das erste Mal, dass Bozdağ diese Problematik anspricht. In einem Interview mit dem Journalisten der Tageszeitung Hürriyet, Fatih Çekirge, beschwerte er sich über die Unterbringung von muslimisch-türkischen Pflegekinder bei deutschen Familien. Bozdağ sagt, dass es entstehen Identitätsprobleme, die zu Psychosen führen, so Bozdağ. Sowohl das körperliche Wohl, als auch das geistige Wohl der Kinder müssen im Vordergrund stehen. Er beobachte Fahrlässigkeit bei den Jugendämtern. Mittlerweile setzen sich die Jugendämter deutschlandweit für die Anwerbung von muslimischen Pflegefamilien ein. Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht (DIJuF) stellte im Jahr 2007 im Rahmen eines Gutachtens fest, dass die Nachfrage muslimischer Familien nach Pflegekindern sehr gering sei. Deshalb gebe es Schwierigkeiten bei der Unterbringung von muslimischen Kindern in muslimischen Familien. An dieser Stelle Das Schicksal von Pflegekindern: Wandeln im Schatten der Gesellschaft. Foto: featkae/flickr ist ein wichtiger Paragraph des bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) zu erwähnen, an den sich alle Jugendämter halten müssen. Gemäß 1801 BGB, ist bei der Unterbringung des Mündels durch das Jugendamt auf das religiöse Bekenntnis oder die Weltanschauung des Mündels und seiner Familie Rücksicht zu nehmen. Die Forderung Bozdağs ist gesetzlich verankert. Nun muss nur noch die Nachfrage nach muslimischen Kindern durch muslimische Familien steigen. Dann dürfte auch dieses Problem aus der Welt sein. 4

5 Meldungen Kriminalität: Istanbul ist die sicherste Stadt der Welt Den Statistiken der türkischen Polizeibehörde Istanbul zufolge soll Istanbul die sicherste Metropole der Welt sein. In den ersten sechs Monaten (zwei Quartale) des Jahres 2012 wies die Stadt am Bosporus eine relative Häufigkeit von 0.88 pro Einwohner auf. Das ist ein positiver Rekord. Die absolute Häufigkeit beträgt 117 Morde. In Istanbul leben 13,2 Millionen Menschen. Im Vergleich dazu wurden in den ersten beiden Quartalen in der Stadt New York 227 Morde, in Tokio 739 Morde, in Berlin 44 Morde, in Mexico City 717 Morde und in Amsterdam 176 Morde begangen. Damit ist Tokio mit einer relativen Häufigkeit von 8.31 Morden pro Einwohner Spitzenreiter. Berlin hingegen weist eine relative Häufigkeit in Höhe von 1,28 auf und liegt damit hinter Istanbul. Das berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Das US-amerikanische Büro für diplomatische Sicherheit bestätigt diese. Die Gesamtkriminalitätsrate in Istanbul ist im Vergleich zu anderen Städten derselben Größenordnung verhältnismäßig gering. Die Mehrheit der Straftaten sind keine Körperverletzungs-, Totschlags- oder Morddelikte. Sie konzentrieren sich auf mehrheitlich touristische Gebiete wie den Taksim-Platz, die Istiklal-Straße, das Viertel Sultanahmet und den großen Basar, heißt es im Kriminalitäts- und Sicherheitsreport 2012: Istanbul. Mit Sorge wird in der Türkei der politische Extremismus betrachtet. So gebe es eine Reihe von gewalttätigen linken, radikal-islamistischen und kurdischen Gruppierungen, die zu Anschlägen neigen. Unter ihnen ist auch die linksextreme Organisation DHKP/C, die Anfang Februar 2013 einen Anschlag in der US-Botschaft in Ankara verübt hatte. Baumarktkette Praktiker zieht sich aus der Türkei zurück Wie die türkische Zeitung Zaman berichtet, habe die türkische Tochtergesellschaft der Praktiker AG bereits Anfang Februar 2013 die Eröffnung eines geordneten Insolvenzverfahrens bei einem Gericht in Istanbul beantragt. Wir können uns einen dauerhaften Verlustbrin-ger wie die Türkei nicht leisten. Wir haben intensive Anstrengungen unternommen, um unsere türkische Tochtergesellschaft zu veräußern. Doch zu einem akzep-tablen Geschäft sind wir nicht gekommen, zitiert das Blatt Armin Burger, seit Mitte Oktober 2012 Vorstandsvorsitzender von Praktiker. Der ehemalige Aldi-Süd-Manager, der den glücklosen Interims-Chef Kay Hafner abgelöst hat und nun den angeschlagenen Konzern wieder auf Kurs bringen soll, will sich fortan auf die Profitabilität seiner Märkte in allen anderen Ländern konzentrieren. Geschehen solle das durch eine Optimierung der Strukturen und Prozesse sowie die Eindämmung der Kosten. Im Zuge des Insolvenzverfahrens in der Türkei sollen die neun Märkte samt des noch vorhandenen Warenbestands ganz oder teilweise verkauft werden. Praktiker ist übrigens nicht die erste europäische Kette, die in der Türkei das Handtuch wirft. Bereits im Juni 2012 wurden Meldungen laut, dass das größte Einzelhandelsunternehmen Europas, die französische Kette Carrefour, den Exit aus der Türkei plane. Der Sanierungsprozess der Praktiker AG, die sich mit ihrer Rabattpolitik selbst ein Bein gestellt hatte, lief seit Ende Anfang Oktober 2012 dann ein erstes Aufatmen. Das angeschlagene Unternehmen konnte erfolgreich neue Kredite verhandeln und will seither mit Hilfe eines Finanzierungspakets in Höhe von 40 Millionen Euro den Umbau stemmen. Das Geld stammt von der österreichischen Privatbank Semper Constantia. Noch im Sommer zuvor war der Baumarktkette nur eine geringe Überlebenschance prophezeit worden. Während die Praktiker AG geht, machte im August 2012 die Nachricht die Runde, dass der größte Brillenglashersteller der Welt, Essilor, sich nach elf Jahren wieder in der Türkei niederlassen wolle. Nachdem das französische Unternehmen, das derzeit gut Mitarbeiter beschäftigt, bereits 70 Prozent der Yeda Tora Optik und 51 Prozent von Opak Optik gekauft hatte, wollte man darauf hin weiter in der Türkei investieren und von dort aus die gesamte Region erschließen. SPD fordert doppelte Staatsbürgerschaft für Deutsch-Türken Sigmar Gabriel will im Falle eines Wahlsieges die Regelung der doppelten Staatsbürgerschaft im vollem Umfang reaktivieren. Es gebe in Deutschland eine Reihe hochqualifizierter Deutsch-Türken, die die Bindung zum Heimatland ihrer Eltern nicht aufgeben wollen. Diese müsse man zum Bleiben in Deutschland moti-vieren, denn viele türkischstämmige Akademiker kehren Deutschland den Rücken. Der Vorsitzende der Union der europäisch-türkischen Demokraten (UETD), Hasan Özdoğan, sagt, dass Sigmar Gabriel und weitere SPD Politiker die doppelte Staatsbürgerschaft wohlwollend unterstützen. Wenn die SPD die Bundestagswahlen gewinnt und die Mehrheit im Bundesrat beibehält, wird sie das Problem lösen. Viele deutsche Politiker sind gegen die derzeitige Regelung, weil fast ausschließlich Türken betroffen sind. Dazu gehören auch einige CDU Politiker, so Özdoğan im Gespräch mit der Tageszeitung Zaman. Weiterhin berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, Gabriel sei sehr unglücklich über den Missstand, dass viele Deutsch-Türken in Deutschland nicht in etwa Angela Merkel ihre Vertreterin sehen, sondern in Premierminister Erdoğan. Schuld daran seien die Schwierigkeiten, die man den Deutsch- Türken bereiten würde. Erdoğan komme nach Deutschland und fülle ganze Stadien mit Menschenmassen wie kein anderer in Deutschland. Gabriel, dessen Ex-Ehefrau Türkin ist, hat einen direkten Einblick in die Probleme der deutsch-türkischen Gesellschaft. Ich liebe die türkische Kultur und vor allem die Musik, so Gabriel im Gespräch mit der Hürriyet. Türke lässt sich Steve Jobs als Marke eintragen Das verstorbene Urgestein von Apple, Steve Jobs wird von seinem Unternehmen nach wie vor verehrt. Auch auf der namensrechtlichen Ebene. Denn der Name Steve Jobs ist auf dem US-amerikanischen Markt das Eigentum von Apple. Ob das auch für den türkischen Markt gilt? 5

6 Denn der türkische Textilhändler Kamil Kürekçi soll sich jenen Namen als Marke gesichert haben. Der Antrag beim türkischen Patentamt wurde schon im Oktober 2011 eingereicht. Die türkische Handelsmarke soll für eine neue Sportkleider-Kollektion genutzt werden. Das berichtet die türkische Zeitung Posta. Kürekçi selbst soll ein großer Fan von Steve Jobs sein. Es gibt eine Reihe von Berühmtheiten, die in verschiedenen Labels unsterblich werden. Wir wollten Steve Jobs unvergesslich und unsterblich werden lassen und haben uns für diesen Schritt entschieden, so Kürekçi. Er ist Inhaber des Unternehmens Cannur Tekstil Nakış Ayakkabı Sanayi ve Ticaret Şirketi und habe den Domainnamen Steve Jobs auch schützen lassen. Der Apple-Blog, Cult of Mac berichtet, dass der türkische Textilhändler plane seine neue Kollektion auch in Auslandsmärkten abzusetzen und wolle so vom Namen Steve Jobs profitieren. Europol deckt größten Fußball-Wettskandal der Geschichte auf Die 18 Monate langen Ermittlungen haben Manipulationen bei Spielen in europäischen Topligen, aber auch bei Partien der Champions League und Spielen zur EMund WM-Qualifikation aufgedeckt. Neben Deutschland, der Türkei und der Schweiz sind 13 weitere Länder betroffen. Acht Millionen Euro sollen mittels Wettbetrugs verdient worden sein. Europol spricht davon, dass Spieler und Schiedsrichter für ihre Mitarbeit insgesamt etwa zwei Millionen Euro erhalten haben Euro soll der höchste Betrag gewesen sein, der an eine Einzelperson gezahlt wurde. Für uns steht fest, dass es sich um den größten Fall aller Zeiten in diesem Bereich handelt, sagte Europol-Direktor Rob Wainwright. Es sei das Werk eines organisierten Verbrecherrings aus Asien mit kriminellen Verbindungen quer durch Europa, fügte er hinzu. Der türkische Journalist Aytunç Altındal erhebt schwere Vorwürfe gegen den scheidenden Papst, Benedikt XVI. Er behauptet, dass Papst Benedikt XVI. Millionen-Beträge auf geheimen Bankkonten gehortet habe. Er beruft sich dabei auf offizielle Informationen des US-Professors für nationale Sicherheit und Finanznachrichtendienste, John Patrick Quirk. Quirk hat jahrelang für US-amerikanische und verbündete Nachrichtendienste als Lehrkraft und Ausbilder gearbeitet. Quirk gehört zu den bekanntesten Personen des offiziellen CIA Personals. Ferner war er über die Jahre hinweg maßgeblich an der Aufdeckung von internationalen Fällen des Finanzbetrugs und der Geldwäsche beteiligt. Altındal sagt, er habe die Informationen von Quirk, den er einen Freund nennt, direkt erhalten. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe beispielsweise ein Konto bei der Hauck & Aufhäuser Bank, sagt Altındal. Dorthin sollen allein zwischen 2007 und ,4 Millionen Euro überwiesen worden sein. 20 Millionen gingen Altındal zufolge von jenem Bankkonto an JP Morgan. Anschließend floss der Betrag an die Joseph Ratzinger Papst Benedikt XVI.-Stiftung in München. Die Behauptungen sind fragwürdig, denn Altındal hat keinerlei neuen Beweise vorgelegt. Dass der Papst ein Konto bei der Aufhäuser-Bank hat, ist in dem Buch von Gianluigi Nuzzi dokumentiert. Die Zahlung von 20 Millionen Euro an JP Morgan wurde von der italienischen Justiz gestoppt, weil der Verdacht der Geldwäsche vorlag. Erst nach einem Jahr wurde der Betrag freigegeben. Die Bilanz der Ratzinger-Stiftung ist ebenfalls von Nuzzi an die Öffentlichkeit gebracht worden. Aus ihr geht hervor, dass der Papst Millionen-Einnahmen durch seine Buch- Erlöse verbuchen kann. Altındal äußerte sich auch zu der Thematik des Kindesmissbrauchs in der katholischen Kirche. So sei der Papst zutiefst angewidert gewesen von den Missbrauchsskandalen und kam in Konflikt mit den Kardinälen: Ich kann ihnen eine Garantie darauf geben, dass man den Papst nach dem 28. Februar inoffiziell wegsperren wird. Er wird ab März 2013 aus den Augen der Öffentlichkeit verschwinden und der Vatikan wird dafür sorgen, dass das auch weitgehend so bleibt, meint Altındal. Dies ist allerdings keine besonders gewagte Prognose: Das Kirchenrecht sieht vor, dass ein Papst, der zurücktritt, keine öffentlichen Auftritte mehr absolvieren darf, sondern nach klösterlichen Regeln leben muss. Die wahren Hintergründe über den Rücktritt des Papstes sind immer noch unklar: Allerdings verdichten sich die Anzeichen, dass die Finanz-Skandale eine entscheidende Rolle gespielt haben dürften. Außerdem scheint der Papst in einem offenen Machtkampf im Vatikan den Rückzug angetreten zu haben. Impressum Herausgeber: Dr. Michael Maier, Redaktion: Merve Durmuş, Nicole Oppelt, Cüneyt Yılmaz. Layout: Britta Frenzel. Copyright: Blogform Social Media GmbH, Kurfürstendamm 206, D Berlin. HR B B. Telefon: +49 (0) 30 / , Fax +49 (0) 30 / Erscheinungsweise wöchentliches Summary: 52 mal pro Jahr. Bezug: Mediadaten: 6

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