Das Urteil über das Stehlen von Geld von einer Bank der Kuffār durch Betrug und Täuschung

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1 Abu Muh ammad al-maqdisı Das Urteil über das Stehlen von Geld von einer Bank der Kuffār durch Betrug und Täuschung Minbar al-tawh ı d wa al-jiha d, Frage 1089 Aus dem Arabischen von: Abu ʿAlla l al-sunnı Herausgegeben von: MUHALLA Publikationen Elektronische Ausgabe Hamburg, (07. Schaʿba n 1434 A. H.)

2 Frage: Al-Sala m ʿalaykum, was ist das Urteil daru ber, eine Bank auf Grundlage dessen zu bestehlen, dass sie von ungla ubigen Beho rden und Regierungen inanziert und verbu rgt wird? Dies, indem eine Person von einer Bank einen Kredit aufnimmt und diesen vollsta ndig zuru ckzahlt, um so ihr Vertrauen zu gewinnen; dann nimmt er danach einen gro ßeren Kredit als den ersten auf und verla sst unbehelligt das Land. Bitte setzt uns schnell in Kenntnis, Bru der in Allah. Wa al-sala m ʿalaykum wa rah mat Allah wa Baraka tuh. Antwort: Gepriesen sei Allah, und Segen und Heil seien auf dem Gesandten Allahs. Alsdann, an den fragenden Bruder: Allah, der Erhabene, sagt: O ihr, die ihr glaubt, erfüllt eure Verträge. Und er, der Gepriesene, sagt: Allah be iehlt euch die anvertrauten Güter ihren Besitzern zurückzugeben. Und der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagt: Wer betru gt, geho rt nicht zu mir. Schau dir diesen Wortlaut an, der in S ah ı h Muslim zu inden ist und der nicht wie in der anderen U berlieferung ist, in der es heißt wer uns betru gt, sondern der allgemeiner ist und auch das Verbot die Kuffa r zu betru gen umfasst, so wie auch die oben genannten Verse allgemein sind. Aus diesem Grunde ist das Brechen von Vertra gen, das Veruntreuen von Gu tern und das Betru gen selbst mit den Kuffa r nicht erlaubt, da die Texte, die dies verbieten, allgemein sind und es unzula ssig ist, sie ohne einen Beweis einzuschra nken. So du rfen sie nicht nach Gelu sten oder Gutdu nken eingeschra nkt werden, oder aus Trachten nach den Gütern des diesseitgen Lebens, wo es doch bei Allah reiche Beute gibt. 2

3 Dem Propheten, Allahs Segen und Heil auf ihm, wurde von den Kuffa r in Mekkah vor seiner Entsendung der Titel des Wahrhaftigen, des Vertrauenswu rdigen gegeben. Er veruntreute kein Gut eines Ka irs, brach kein Abkommen und betrog niemals in einem Vertrag - in keinster Weise! Genau so sollten auch seine Anha nger und Unterstu tzer seiner Religion sein, wenn sie wollen, dass sie Erfolg haben und siegen, so wie er Erfolg hatte und wie er siegte. Allah der Erhabene sagte: Sprich: Wenn ihr Allah liebt, so folgt mir, lieben wird euch Allah und eure Sünden wird er euch vergeben. Allah ist verzeihend, barmherzig. In der prophetischen Biographie ist die Geschichte von al- Mughı rah Ibn Schuʿbah zu inden, der in der vorislamischen Zeit zwo lf Ma nner begleidete, die den Ko nig von al-h abaschah aufsuchten. Er beschenkte sie, bedachte sie mit Gaben und zeigte sich ihnen gegenu ber großzu gig, al-mughı rah hingegen beschenkte er nicht, worau hin al-mughı rah einen Groll in seinem Inneren hegte. Auf dem Ru ckweg verband er sich auf dem Schiff den Kopf und gab vor unter Kopfschmerzen zu leiden und sagte zu ihnen: Ich werde heute fu r euch ausschenken. So schenkte er ihnen Wein aus, bis sie betrunken waren. Dann to tete er sie und nahm ihr Vermo gen an sich. Er ging als Muslim zum Propheten in al-madı nah, Allahs Segen und Heil auf ihm. Der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sagte: Was den Isla m angeht, so nehme ich ihn von dir an. Was jedoch das Geld angeht, so habe ich nichts damit zu tun, denn es wurde durch Betrug genommen. Diese Geschichte ist maßgeblich fu r unsere Situation heranzuziehen und ihre Richtigkeit wird von dem nahegelegt, was in 3

4 S ah ih al-bukha rı in Kita b al-schuru t bezu glich der Geschichte von al-h udaybiyah und der Diskussion von ʿUrwah Ibn Masʿu d mit dem Propheten, Allahs Segen und Heil auf ihm, enthalten ist. ʿUrwah war der Onkel von al-mughı rah und in dem Bericht heißt es, dass er als er al-mughı rah sah, zu ihm sagte: Was fu r ein Betrug! Noch immer mu he ich mich wegen deiner Betru gerei ab. D.h. dass er noch immer als sein Onkel Blutgeld zahlte und sich bemu hte die Sta mme der Ma nner zufriedenzustellen, die al-mughı rah geto tet hatte. Schau, wie der Prophet, Allahs Segen und Heil auf ihm, sich von dem Geld enthielt, welches auf diese Art und Weise erlangt wurde, obwohl al-mughı rah es in seiner vorislamischen Zeit genommen hatte. Dies ist vielleicht auch der Grund dafu r, dass die U berlieferungen uns nicht berichten, dass er ihm befahl es zuru ckzugeben, jedoch nahm er es nicht an. Es ist damit noch viel naheliegender, dass er, Allahs Segen und Heil auf ihm, eine solche Tat nicht von einem Muslim, der seiner Religion folgt, akzeptieren wu rde und nicht damit zufrieden wa re. Daher ist mein Rat an den fragenden Bruder und an die u brigen Muslime, dass sie diese Methode unterlassen sollen, die unza hlige Nachteile fu r die Daʿwah, den Islam und die Muslime nach sich zieht. Sie sollen sich im Umgang mit allen Menschen an den Charakter ihres Propheten, Allahs Segen und Heil auf ihm, halten, der weder zu betru gen, noch zu ta uschen oder zu veruntreuen p legte, selbst wenn es um das Vermo gen der beka npften Kuffa r ging, welches Allah ihm und seiner Ummah erlaubt gemacht hat. Es kann nur durch die vom islamischen Gesetz bestimmte Methoden geschehen, die von der Art der Kriegsbeute und der ohne Kampf erlangten Gu ter und dergleichen sind. Was jedoch 4

5 das Betru gen, Veruntreuen und Ta uschen angeht, so geho rt es weder zur Religion der Muslime noch zu ihrem Weg. Wer aber dem Gesandten entgegenwirkt, nachdem ihm die Rechtleitung klargeworden ist, und einem anderen Weg, als dem der Gläubigen folgt, den werden Wir dem zukehren, dem er sich zugekehrt hat, und ihn der Hölle aussetzen, und wie böse ist der Ausgang! 5

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