Edelmetalle, wirtschaftliches und finanzielles Umfeld Rückblick und Ausblick

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1 Herbst 2013 Prof. Dr. Hans J. Bocker Vierteiliger Beitrag 1/4 In einer Zeit allgegenwärtigen Betruges ist es ein revolutionärer Akt, die Wahrheit zu sagen. George Orwell Edelmetalle, wirtschaftliches und finanzielles Umfeld Rückblick und Ausblick Teil 1 Kleines Quiz für Zweifler Von Prof. Dr. Hans J. Bocker copyright Das nachstehende Quiz, das für heute und zur Einleitung zunächst nur aus 7 Fragen und Antworten besteht, ist für die unstrukturierte, jedoch zahlreiche Gemeinde der Zweifler bestimmt, denen die Edelmetalle als Anlageinstrument noch suspekt erscheinen. Mögen sie sich noch rechtzeitig in die stärker strukturierte jedoch noch relativ kleine Gemeinde der Überzeugten einreihen. Prüfen Sie Ihr Wissen. Hier! Teil 1 a): Quiz, die Fragen 1. Was war das Schicksal ALLER Papierwährungen, die die Menschheit seit den Zeiten des alten China (vor etwa 4000 Jahren) jemals hervorgebracht hat? 2. Was wäre also das entsprechende Schicksal von Dollar, Euro, Yen und Co.? 3. Sind die fast schon euphorischen Meldungen der systemtreuen Medien über die große Verbesserung der Wirtschaftslage im Euroraum ernst zu nehmen? 4. Was hat das Weltfinanzsystem nach dem Zusammenbruch der Lehman-Bank gerettet? 5. Was ist häufig der Begleiter eines Währungszusammenbruches? Seite 1 von 26

2 6. Gibt es so etwas wie einen Zyklus für Kriege? 7. Welche Faktoren waren im Wesentlichen für die scharfe Korrektur der Edelmetallpreise im Sommer 2013 verantwortlich? Teil 1 b): Quiz, die Antworten 1. Sie gingen alle auf ihren wahren inneren Wert zurück auf Null. Es gab keine Überlebenden. Doch die Menschen fallen immer und immer wieder auf den uralten Trick herein, mit dem vorgegaukelt wird, dass Papier einen inneren Wert habe und kein am Ende stets uneinlösbares Versprechen darstelle. Es gilt die alte Weisheit: Wer mit der Lüge lebt, stirbt mit der Wahrheit. Ein weiteres typisches Lügen-Beispiel: Vor etwa 10 Jahren wurde von den Grünen nebst Helfershelfern ein völliges Abschmelzen der Polkappen vorausgesagt. Was geschah? Bis heute hat sich die Fläche dieser Eiskappen um ca. 60 % vergrößert. Außerdem hat sich die mittlere Lufttemperatur der Erde, Klimawissenschaftlern zufolge, in den letzten 15 Jahren nicht verändert. Politiker wollen hiervon nichts wissen und bezeichnen die entsprechenden Forschungsergebnisse als wissenschaftlich irrelevant. Sie sind jedoch für bestimmte Interessengruppen wirtschaftlich hoch relevant. Dennoch: Dies sind schlechte Nachrichten für die Klimareligion, ihre Hohepriester und die Klimaprofiteure an Börsen und in Banken. 2. Genau das gleiche. Ohne Edelmetalldeckung haben Papierwährungen keine Überlebenschance. Früher oder später sterben sie. Der schmerzhafte Tod kommt zunächst leise in Gestalt von erst galoppierender und dann laut als Hyper-Inflation, wobei der Todeskampf Monate oder Jahre dauern kann, wie in Deutschland 1923 oder Zimbabwe in den letzten Jahren. Oder aber in Form eines Donnerschlags in Form offenen Staatsbankrotts gewöhnlich über Nacht, von Freitag Nachmittag bis Montag Morgen (rascher Schocktod wie z. B. in Deutschland 1948 oder am Ende der Sowjetunion). Eine dritte Variante ist Krieg, der von der tatsächlichen Enteignung der Bürger und deren Verursachern ablenkt und den Volkszorn geschickt kanalisiert (siehe unten). 3. Etwa so ernst wie die furchtbaren Massenvernichtungswaffen im Irak. Diese Jubelmeldungen erscheinen stark verfrüht. So sank beispielsweise das BIP der EU im 1. Quartal 2013 um 0,3 %, um im Folgequartal diese 0,3 % Rückschritt dann wieder wett zu machen. Das Jubelgeschrei der Systemlinge nach der Melodie die Krise ist endlich überwunden betäubte selbst die Ohren Schwerhöriger. Doch diese Verbesserung erfolgte gegen den Hintergrund weiter massiv anschwellender Staatsdefizite (man lebt munter weiter auf Pump - und noch mehr Pump), von immer rascher laufenden Gelddruckmaschinen, sowie künstlich nahe Null gehaltener Zinsen. Diese wunderbaren Verbesserungen und das Krisenende sind alles andere als gesund und natürlich. Die Zentralbanken sorgten und sorgen weiter - für einen superkünstlichen Scheinaufschwung, der später oder eher früher in einem bust, auf gut Deutsch - einem entsprechenden Abschwung - münden muss. Vor allem befinden sich die Investitionsvolumina im EU-Raum seit 2007 im Sinkflug. Das heutige Niveau realer Investitionen entspricht demjenigen des Jahres Eine Wirtschaft aber, ohne - oder mit nur geringen bzw. fallenden Investitionen - hat naturgemäß eine eher düstere Zukunft vor sich. Der Trend in Richtung Wirtschaftsabschwung ist damit vorprogrammiert. Die Gefahr von spekulativen Fehlinvestitionen aufgrund des fast schon kostenloses Geldes und der daraus resultierenden Seite 2 von 26

3 Zinslasten ist zudem riesengroß, zumal für etwaige Megaverluste primär die EZB und sekundär natürlich der Steuerzahler aufkommen. Gewinne der Banken und Großkonzerne werden einbehalten, Verluste sozialisiert. Gab es je etwas Schöneres? 4. Den systemischen Crash verhinderten: Künstliche Nullzinsen, Gelddruck in nie gekanntem Ausmaß, sei es nun in Papierform oder schlicht in digitalen Einheiten ( Computergeld ), weitere Aufschuldungen in nie dagewesener Höhe, Vertrauen erweckende und die Bürger einschläfernde Propagandabreitseiten (in den USA: Schulden spielen keine Rolle, wir schulden es uns selbst... entspricht der Logik: Wer ins Wasser springt wird niemals nass ), Betrug bzw. schleichende Enteignung der Sparer und Anleger durch weltweite Negativrenditen sowie Nicht-Bereinigung der durch hoch spekulative Anlagen im Casinostil aufgelaufenen Fehlinvestitionen der Banken und Großkonzerne. Das Ganze schaukelt sich fortlaufend weiter auf. Wie lange noch? 5. Krieg, der neben dem Zweck sich Rohstoffe und vor allem Ölquellen anzueignen sowie immer neue Machtbasen auf fremden Territorien zu errichten wie sagte Arthur Schopenhauer doch so schön: Die Ursache aller Kriege aber, ist Diebesgelüst - einem weiteren Zweck dient. Er lenkt nämlich die Volkswut der per Währungsreform oder Währungszwangsumtausch oder einfach per galoppierender Inflation zu enteignenden Massen von den Fehlern und der Schuld der Führungseliten ab, und präsentiert einen (fast immer fiktiven) Sündenbock, der an allem Schuld ist. Sündenböcke können, je nach Zeitalter und politischen Präferenzen beispielsweise sein: Kommunisten, Juden, Muslime, die marxistische Weltverschwörung, die weltbedrohenden syrischen Hackerarmeen, Hacker in Russland und China, die die westlichen Banken und Finanzsysteme angreifen, Al Quaida, die bösen Kapitalisten, reaktionäre Kräfte, Rechtsextremisten, Linksextremisten, Volksverräter, die Hochfinanz, die Rebellen, Staatsfeinde, Währungsmanipulatoren, Krisengewinnler, Chinesen, Russen, Radikale, superböse Spekulanten, Sekten, Kriegstreiber, Monopolisten, Geldwäscher, und vor allem die nebulösen, niemals greifbaren Terroristen aller Arten und Schattierungen. 6. Gewiss, man könnte sagen, der wohl wichtigste wurde zuletzt von Kress entdeckt. Vereinfacht ausgedrückt: Der Kress-Zyklus ist der Kriegs-Zyklus. Um es zusammenzufassen: Fast immer führten beispielsweise die USA einen Krieg im Jahre nach der Präsidentenwahl, gelegentlich ein halbes Jahr später. Diese unheilverheißenden Kress-Chancen für einen strammen Krieg stehen für das letzte Quartal 2013 oder für das erste Halbjahr 2014 recht gut. Vorsichtshalber sollte sich jeder, im Rahmen seiner Liquidität und Möglichkeiten so gut wie es eben geht, mit Gold und vor allem auch mit Silber in kleinen Einheiten sowie haltbaren Vorräten in vernünftiger Weise eindecken. Die Mormonen, wie bis vor einigen Jahren auch die Schweizer - tun - oder taten dies - in systematischer Weise. Mindestens 15 bis 25 % des Gesamtvermögens gehören in physische Edelmetalle. Für Ängstliche und Papiergeldsystem-Zweifler sollte dieser Anteil noch höher liegen. 7. Nachdem die Gold- und Silber-Preise rund elf Jahre lang, also von der Einführung des Euro an gerechnet, in allen wichtigen Währungen im Durchschnitt um 17 % jährlich stiegen, war eine Korrektur mit Ruhepause, mitten in einem langfristigen Bullenmarkt durchaus normal, denn Preisanstiege wie auch Preisrückgänge verlaufen nie einfach linear, also geradlinig wie der Pfeilflug, nach oben oder unten. Nicht zu vergessen: Der Euro verlor zeitgleich über 60 % seiner Kaufkraft, was seinen Besitzern einen Verlust von rund 6 % pro Jahr einfuhr. Merkwürdigerweise verschwiegen die Medien diese unangenehme Tatsache. Zwischenzeitlich setzte auch schon wieder eine leichte Erholung der Goldpreise ein. Die fünf wichtigsten Faktoren, die für den überraschend scharfen Einbruch sorgten, sind schnell ausgemacht: Seite 3 von 26

4 Zunächst machte eine bestens koordinierte und breit gestreute Medienkampagne Gold wieder einmal madig. Motto: Der Goldboom ist für immer vorbei. Das gelbe Metall ist einfach ein Rohstoff mit geringer praktischer Bedeutung. Es ist zinslos und man kann es nicht essen. Es ist und bleibt ein barbarisches Relikt ohne jede wirtschaftliche Funktion. Wer sich hier als Anleger engagiert wird herbe Verluste erleiden. Seht doch nur, wie die Preise abstürzen. Also bitte in den so starken und wunderbaren Papiergeldwährungen bleiben. Und man setzte, nicht ohne Häme, nach: Das geschieht den Goldnarren recht. Der zweite und wohl wichtigste Faktor waren die in ihrem Volumen beispiellosen Leerverkäufe an den Terminbörsen, insbesondere an der COMEX. Man verkauft also mit starker Hebelwirkung Metallmengen, die man nicht besitzt. Da standen plötzlich, meist zu Nachtzeiten bei extrem dünnen Handel, des öfteren zweistellige Milliardenverkaufsorders aus anonymer Quelle im Raum. Mit physischen Verkäufen half die COMEX diesem Abwärtstrend munter nach. Ihr Bestände an Metall nahmen entsprechend ab. Der dritte Faktor: Jetzt gerieten die Goldeigner in Panik und die schwachen Hände, meist kleine und mittelstarke Investoren, aber auch Institutionelle, trennten sich vielfach fluchtartig und mit Verlusten von ihren Beständen, was die Preise weiter drückte. Die Goldund Silberbäume wurden also kräftig geschüttelt und das Fallobst wanderte zumeist in Richtung Osten, also nach Asien. Chinesen, Inder, Araber, aber auch die im Westen herrschenden Eliten, die heimlich kauften, waren dankbare Abnehmer. Viertens kamen immer wieder Gerüchte auf, und Fed Chef Bernanke machte wiederholt entsprechende Andeutungen, dass man das Q3-Programm ( Quantitative Easing ), im Klartext: Das wilde Gelddrucken und die Aufkäufe von dubiosen Wertpapieren (Staatsanleihen und Hypothekenpapiere) demnächst auslaufen lassen wolle. Da aber Q3, genau wie seine Vorgänger Q2 und Q1, hoch inflationär wirkt, und Gold den wohl besten Inflationsschutz darstellt, begann vor allem Gold aus den ETFs (Exchange Traded Funds) abzufließen, denn die Inflationsgefahr ist ja nun gebannt. Und fünftens boten die Aktienmärkte einen sicheren Hafen für viele nach Anlagealternativen Suchende. Die kolossale Geldschwemme beflügelte die Börsen schon seit dem Beginn von Q1 - und die Kurse hoben entsprechend ab. Dies umso mehr, als Bernanke im September 2013 plötzlich erklärte: April, April, wir werden Q3 munter weiter führen. Damit war das weitere Abheben der Börsenkurse, nicht etwa durch gute Wirtschaftsdaten und gesunde Unternehmensgewinne, sondern durch nicht enden wollende Spritzen mit aus dem Nichts geschaffenem Kunstgeld inspiriert - vorläufig jedenfalls - garantiert. Die Aktienhändler hatten, ihrem Glauben nach, nichts mehr zu befürchten. Dies wiederum führte zu sich selbst verstärkenden Massenabflüssen mit hunderten von Tonnen aus den Gold-ETFs, was den Goldmarkt - mit Silber im Schlepptau - extrem negativ beeinflusste. Die freiwerdenden Mittel verstärkten dann die Aktienblase weiter. Danach setzten bis dato noch nie gesehene Ketten von Zwangsliquidationen im Bereich der Termingeschäfte ein. Untermalt wurde das Ganze durch extrem niedrige Long-Positionen und übermäßig hohe Short-Positionen am Terminmarkt - alles preisdrückende Faktoren. Doch nachdem Gold und Silber soviel an Boden verloren, steht dem Gesetz des Zyklus zufolge demnächst ein massiver Aufwärtstrend ins Haus. Nichts bleibt für immer am Boden. Seit tausenden von Jahren hat Gold seine Anhänger, die zeitweise etwas Geduld aufbringen mussten, noch niemals im Stich gelassen. Die gold-bugs sollten Mut fassen. Nur kurzsichtige Anleger glauben derzeit, umgeben von der im Denken gleichgeschalteten Herde, dass der Goldpreis für immer fallen und die Aktienkurse für immer steigen werden. Geschichte und Erfahrung lehren, dass ein solcher Herdentrieb, also das Rennen mit der Masse, eine Idiotie ist und mittel- oder längerfristig immer zu herben Verlusten führt. Bevor Seite 4 von 26

5 Gold und Silber als Anlagevehikel der letzten Instanz ihre Schutzrolle verlieren, friert eher die Hölle zu. Während Q1 in Kraft war, stieg der Goldpreis um bis zu 51 % und während der Dauer von Q2 um bis zu 25 %. Während des noch laufenden Q3-Programms, fiel er in der Spitze um bis zu 24 %. Es dürfte sich um die wohl grösste Monetarisierung von Staatsanleihen und kranker Hypotheken aller Zeiten handeln. Und der Goldpreis sollte auf diese inflationären Trends nicht entsprechend reagieren? Das ist hochgradig unlogisch und geradezu absurd. Irgendwann und zwar bald, haben die Manipulatoren in den Zentralbanken und an den Terminbörsen ihre Trickkiste geleert. Auf Dauer ist niemand, auch nicht die Finanzelite, größer als die natürlichen Marktkräfte, die sich am Ende immer wieder Geltung verschaffen, und dies nach langer Unterdrückung oft schlagartig und in brutaler Weise, ganz ähnlich einer überlang und intensiv zusammengedrückten Spiralfeder, die sich dann blitzartig entspannt. Dieses Quiz soll später fortgesetzt und erweitert werden. Seite 5 von 26

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