1995 als scherzhafte Scheindiagnose von dem New Yorker Psychiater Ivan Goldberg erfunden

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1 ONLINE ZWISCHEN GENUSS UND SUCHT MEDIENTAG INGELHEIM AM

2 INTERNETSUCHT 1995 als scherzhafte Scheindiagnose von dem New Yorker Psychiater Ivan Goldberg erfunden Reaktionen: Vielzahl von s von Personen, die sich von der Störung betroffen fühlten Existenz der Internetsucht in Fachkreisen allerdings sehr umstritten Gestiegene Verbreitung Eigenständige Behandlungskonzepte

3 BEGRIFFSBESTIMMUNG: INTERNETSUCHT Internationale Synonyme: Nationale Synonyme: (Inter-)Net Addiction Online Addiction Internet Addiction Disorder (IAD) Pathological Internet Use (PIU) Cyberdisorder Internetsucht Onlinesucht Internetabhängigkeitssyndrom(IAB) Pathologischer Internet Gebrauch (PIG) Internetabhängigkeit

4 FORMEN DER INTERNETSUCHT Online Sexsucht / Cybersexual Addiction Personen, die eine Neigung zum Cybersexhaben verbringen sehr viel Zeit mit dem Betrachten, Herunterladen und Handeln von erotischen Inhalten und halten sich verstärkt in speziellen Erwachsenenchats auf. Online Kommunikationssucht / Cyber-Relational Addiction- Personen, die unter einer Cyber-Relational Neigung leiden, gehen verstärkt Onlinebeziehungen ein. Online-Freunde werden schnell wichtiger als die realen Freunde und Familie. In vielen Fällen führt dieses zu massiven Eheund familiären Problemen. Online Spielsucht / Net Gaming Diese Suchtform beinhaltet viele Formen der Netzaktivitäten wie z.b. Spielen, Einkaufen oder Aktienhandel. Insbesondere werden Onlinecasinos besucht, interaktive Spiele gespielt, Auktionshäuser besucht und/oder Aktienhandel betrieben. Dieses führt in der Regel zu massiven Geldverlusten und gefährdet Arbeitsplatz und persönliche Beziehungen.

5 MOTIVE JUGENDLICHER Widerstand gegenüber Erwachsenen; Ausdruck für Opposition und Widerstand Eintrittskarte in die peer-group; Möglichkeit, Anerkennung von Gleichaltrigen zu bekommen Symbol des Auslebens persönlicher Freiheit mangels anderer Alternativen oder als Abgrenzung gegenüber Verhaltensweisen der Erwachsenen Experimentierphase, um Grenzen auszutesten Erlebnisreiche Lebensgestaltung und intensive Gefühlswahrnehmung aus dem Bedürfnis nach Abenteuer und Erlebnis Kompensations-oder Ersatzfunktion für unangenehme Gefühle, wie Ängste, Einsamkeit, Ärger, Leere, Kränkung, Stress usw.

6

7 FUNKTIONEN AM BEISPIEL WOW Zugehörigkeit Anerkennung Gemeinschaft Erfolgserlebnisse Spaß Ablenkung Stressverdrängung Gefühl des Gebrauchtwerdens POSITIVE ALLTAGSERFAHRUNGEN als Form der Lebensbewältigung

8 AUSSAGEN VON JUGENDLICHEN da bin ich wer! da kann ich Befehle geben! da bekomme ich Aufmerksamkeit! da ist wenigstens jemand! da kann ich alles kontrollieren / bestimmen! da passiert wenigstens etwas, das ist nicht so langweilig! da vergesse ich den Ärger! da kann ich abtauchen / abschalten! da kann ich meine Wut / meinen Frust abbauen!

9 HÄUFIGKEIT DER COMPUTERNUTZUNG QUELLE: JIM-STUDIE 2005, Mädchen Jungen täglich/ m ehrm als pro Woche einmal/ Woche - mehrmals im Monat einm al/monat, seltener nie

10 SUCHTTRICHTER Genuss Gebrauch Missbrauch Sucht

11 KENNZEICHEN DER ABHÄNGIGKEIT Craving gesteigertes, fast unbezwingbares Verlangen nach der Computernutzung Verminderte Kontrollfähigkeit Beginn, Menge und Beendigung des PC-Konsums sind nicht voll kontrollierbar Einengung auf PC-Kosum Organisation des Tagesablaufs, so dass PC-Konsum möglich ist; fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen (z.b. Reduzierung sportlicher Aktivitäten, nachlassende soziale Kontakte, Rückzugstendenzen)

12 KENNZEICHEN DER ABHÄNGIGKEIT Toleranzentwicklung zunehmend längere Zeit am PC, um ähnlich positive Gefühle zu erhalten Entzugssymptome Gereiztheit, Aggressivität, Unruhe, Motivationslosigkeit, Langeweile bei nachlassendem PC-Konsum; Wutausbrüche bei Begrenzung von außen Konsum trotz schädlicher Folgen Fortsetzung des PC-Konsums trotz Wahrnehmung negativer sozialer Folgen oder psychischer Veränderungen

13 RISIKOFAKTOREN Störung der Impulskontrolle Mangelndes Selbstwertgefühl Ungefestigte Ich-Strukturen Zwanghafte Züge Neurotische Vermeidungs-und Verdrängungsmechanismen Antidepressive Selbstmedikation Quelle:

14 SCHUTZFAKTOREN GEGEN SUCHT Selbstwirksamkeitserwartung Kommunikationsfähigkeit Fähigkeit mit Gefühlen gut umzugehen Positives Selbstwertgefühl Unverträglichkeit Psychische Merkmale Körperliche Merkmale Person Eigenschaften des Computerspiels/ Internets Droge Umwelt Kulturelle Faktoren Soziale Faktoren Personelle Faktoren Konsum geächtet/ illegal Mangelnde Verfügbarkeit Gutes sozialesnetz Gesellschaftliches Hilfesystem Sportlichkeit Positive Beziehung zu Gleichaltrigen

15 KRITERIENKATALOG ZUR VERHALTENSBEOBACHTUNG (GRÜSSER-SINOPOLI, 2006) 1. Aktivitäten/Hobbys Weitere Interessen werden verfolgt, Sorgfalt bei den HA gleich Änderung früherer Verhaltensweisen, Gewohnheiten, Interessen 2. Gesundheit Unveränderte Schlaf- und Essgewohnheiten Deutliche Einschänkungen im Ausgehverhalten/freizeitverhalten 3. Bewältigung von Stress Problemlösend, verharmlosen, aktiv, entspanned ablenkend-vermeidend (passiv), hilflose Aggression 4. Soziale Kontakte Hohe Qualität und häufige soziale Kontakte zu Gleichaltrigen Angst vor Zurückweisung, Schwierigkeiten bei Kontaktaufnahme 5. Reaktionen auf Spielverbote Keine größeren Auseinandersetzungen bei Restiktionen Aggressive, beleidigende Reaktionen; depressives, ängstliches zurückgezogenes Verhalten

16 SITUATION IN INGELHEIM Beratungsnachfrage 10 Beratungsprozesse in 2005 (3,2 % der Gesamtnachfrage) 22 Beratungsprozesse in 2006(7,6 % der Gesamtnachfrage) 16 Beratungsprozesse in 2007 (6,1 % der Gesamtnachfrage) Thematisierung im Rahmen der Prävention sowohl bei Veranstaltungen mit Jugendlichen als auch mit Eltern Spezielles Medienprojekt in Kooperation mit Landesfilmdienst und der Jugendabteilung

17 SELBSTTESTONLINESUCHT

18 SELBSTTESTPOKER

19 LITERATUR UND LINKS

20 KONTAKT Daniel Fauth Sucht- und Jugendberatung An der Griesmühle Ingelheim 06132/1020

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