Gesundheit: Fit durch die kalte Jahreszeit. Leitthema: Die Rentenversicherung. Schwerpunkt: Kinderlähmung und Spätfolgen

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1 Herbst-Winter 2012/ Jahrgang Leitthema: Die Rentenversicherung Schwerpunkt: Kinderlähmung und Spätfolgen Gesundheit: Fit durch die kalte Jahreszeit

2 Editorial Pflege ist Vertrauenssache Markus Lepack ist Geschäftsführer der PVD Pflegedienst Deutschland GmbH & Co. KG und Herausgeber des Pflegefreundes Liebe Leserinnen und Leser des Pflegefreundes, Pflege ist eine besondere Dienstleistung. Selten kommen sich Kunde und Dienstleister so nahe wie in der Pflege. Daher ist ein solides Vertrauensverhältnis in der Pflege so zentral wie in keiner anderen Branche. Vertrauen entsteht auf zweierlei Weise. Zum einen bildet sich Vertrauen dadurch, dass man ein Unternehmen als vertrauenswürdig kennenlernt, gute Erfahrungen sammelt, aber auch erlebt, dass Anregungen und Wünsche positiv angenommen werden. Solche Unternehmen werden von zufriedenen Kunden weiterempfohlen. Viele unserer Kunden kommen auf Empfehlung aus ihrem Bekanntenkreis zu uns. Manche unserer Kunden haben jedoch keine Bekannten, die Empfehlungen aussprechen können. Sie haben wenig oder keine Erfahrungen mit der Pflege und noch weniger mit Pflegeunternehmen. Oft kommt die Pflegebedürftigkeit in der Familie unerwartet etwa nach einer schweren Krankheit. Vielleicht hat man die Warnzeichen für eine schleichende Veränderung eines nahen Angehörigen übersehen oder falsch gedeutet. Von einem Tag auf den anderen geht es nicht mehr weiter so wie bisher. Plötzlich muss schnell entschieden und rasch gehandelt werden. Ein Pflegedienst muss gefunden werden doch wie findet man ein vertrauenswürdiges Unternehmen, wenn man keine persönliche Empfehlung bekommt? Wodurch zeichnet sich ein Pflegedienst aus, der Vertrauen verdient? Ein vertrauenswürdiger Pflegedienst wird alles tun, um die Qualität seiner Pflege ständig weiterzuentwickeln. Er wird Transparenz schaffen und offen kommunizieren. Er behandelt seine Pflegekräfte mit dem gleichen Respekt wie seine Kunden. Ein weiterer Hinweis auf die Qualität ist auch die Erfahrung und damit die Kompetenz eines Pflegedienstes. Im Jahr 2012 hat die Toll Unternehmensgruppe zwei wichtige Schritte auf dem Wege der ständigen Qualitätsverbesserung unternommen. Die Rezertifizierung unseres Qualitätsmanagements hat unsere erfolgreichen Anstrengungen bestätigt. Bei der Befragung unserer Kunden durch den Bundesverband Ambulanter Dienste (bad e. V.) wurde unsere hervorragende Pflegequalität bestätigt. Das alles geschah nicht von selbst. Das kompetente und hoch motivierte Team von Toll24 und alle Pflegepartnerinnen und -partner haben mit ihrer engagierten Arbeit dazu beigetragen. Auch in 2013 wird die Toll Unternehmensgruppe weiter auf dem Weg der Qualitätsführerschaft in der häuslichen Rundum-Pflege vorangehen. Wir wollen noch mehr pflege- und unterstützungsbedürftigen Menschen mit unserer Pflege ein Leben in Würde zu Hause ermöglichen. Dafür überarbeiten wir unter anderem gegenwärtig unser Pflegeleitbild und planen weiter zu expandieren. Die Toll Unternehmensgruppe geht 2013 in das 27. Jahr seit der Gründung und belegt damit langjährige Erfahrung in der häuslichen Rundum-Pflege. Etliche unserer anvertrauten Kundinnen und Kunden, aber auch Pflegepartnerinnen und Pflegepartner, begleiten uns seit vielen Jahren. Ständig kommen neue hinzu, wie etwa Frau Pfenningsdorf (Seite 24); für sie ist die häusliche Rundum-Pflege eine lohnende und erfüllende Tätigkeit. Für unsere Kunden sind solche motivierten Pflegepartnerinnen der Normalfall. Sie helfen uns, die Herzenswünsche unserer Kunden zu erfüllen (Seite 25). Wir wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser des Pflegefreundes, dass es Ihnen und Ihren Angehörigen weiterhin gut geht. Doch sollten Sie Pflege und Betreuung rund um die Uhr brauchen, hoffen wir, dass Toll24 der Pflegedienst Ihres Vertrauens sein wird. Ihr Markus Lepack 2 l Pflegefreund 2/12

3 Inhalt Rechte für Ältere Die Idee der Gleichheit aller Menschen ist ein tragender Pfeiler unserer Gesellschaft. Dieser mächtige Gedanke aus dem 18. Jahrhundert fand in der Deklaration der Menschenrechte und im deutschen Grundgesetz seinen Niederschlag. Er ist jedoch noch lange nicht überall Wirklichkeit. Menschen werden auch heute noch ungleich behandelt. Sie werden schlechter bezahlt, wenn sie weiblich sind, sie haben weniger berufliche Chancen, wenn sie den falschen kulturellen Hintergrund haben, und sie werden schlechter medizinisch und pflegerisch behandelt, wenn sie zu alt sind. Wer schwach ist und für seine Rechte nicht kämpfen kann, erleidet massive Nachteile. Es ist wie mit allen Rechten ihre Verwirklichung gelingt nur durch ständige Anstrengung. Besonders hilflos sind alte und pflegebedürftige Menschen. Daher fordert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) stärkere, insbesondere präventiv wirkende, Schutzmechanismen, vergleichbar den Regelungen des Kinderund Jugendhilferechts. Der Blick der BAGSO richtet sich vor allem auf die Situation pflegebedürftiger demenzkranker Menschen. Diese stehen in einem sehr starken Abhängigkeitsverhältnis zu den Pflegenden. Selbsthilfeorganisationen wie der Pflege-Selbsthilfeverband e. V. berichten immer wieder erschütternde Beispiele von Menschenrechtsverletzungen im Bereich der Pflege. Dennoch lässt das Thema die meisten Menschen kalt. Und das finde ich seltsam. Denn die meisten der heute berufstätigen Menschen werden eines Tages alt sein. Viele von ihnen werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Hilfe und Unterstützung durch andere brauchen. Je älter man wird, desto höher das Risiko der Pflegebedürftigkeit. Wer sich für die Rechte alter und pflegebedürftiger Menschen einsetzt, verbessert auch seine eigene Chance auf ein würdigeres Leben, wenn er später einmal auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist. Pflegewelt 4 Mehr finanzielle Förderung und Flexibilität in der Pflege 5 Begutachtung von pflegebedürftigen Kindern durch den MDK 6 Igel-Monitor: individuelle Gesundheitsleistungen auf dem Prüfstand 6 Die neue elektronische Gesundheitskarte Rechte und Pflichten 6 Der neue Schwerbehindertenausweis 6 Kostenlose psychologische Beratung für pflegende Angehörige 7 Menschenrechte Älterer effektiv schützen! 7 Schlaganfall rechtzeitig erkennen 8 Pflegefachpersonen müssen Deutsch können 9 Volkskrankheit über die niemand spricht 10 Infos zur Finanzierung der Pflege 11 REHAB in Karlsruhe Leitthema 12 Die Gesetzliche Rentenversicherung 16 Folgewirkungen des demografischen Wandels Schwerpunkt 18 Im Schatten der Kinderlähmung 20 Ich hatte Glück ich lebe noch 21 Etwas Sinnvolles für schwer behinderte Menschen leisten. 22 Schwierigkeiten liegen bei der Versorgung 23 Zuhause ein selbstständiges Leben führen Foto: Museum der Universität Tübingen Pflege rund um die Uhr 24 Die Tätigkeit rundet mein Leben ab 25 Mit 24h-Pflege war es deutlich entspannter 25 Ein Herzenswunsch wird erfüllt 26 Auch pflegende Angehörige brauchen eine Pause Entlastung durch Toll24 Gesundheit 28 Die Abwehrkräfte natürlich stärken 31 Hinhören, was der Körper brauchen könnte Alltagshilfen 32 Neu: Das Invacare Flex 3 Rückensystem für Multifunktions-Rollstühle 32 Wie gefährlich kann ein Schnupfen werden? 33 Taschen-Örtchen für unterwegs für Frauen und Männer 33 Unterstützung zum aktiven Treppensteigen im eigenen Zuhause Rubriken 32 Messen 34 Impressum Titelbild: Dimitry Kalinovsky, Fotolia Foto: Piet_Oberau - Fotolia Ihr Harald Spies Chefredakteur Pflegefreund 2/12 l 3

4 Pflegewelt Foto: Piet_Oberau - Fotolia Mehr finanzielle Förderung und Flexibilität in der Pflege Ab 2013 gibt es verbesserte Leistungen für Pflegeversicherte Gute Nachrichten gibt es ab Januar 2013 für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Das vom Bundesministerium für Gesundheit unter der Leitung des Gesundheitsministers Daniel Bahr Ende März erarbeitete Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung (PNG) tritt ab dem 1. Januar 2013 in Kraft. Pflegebedürftige und Angehörige werden durch das PNG entlastet Pflege soll flexibler werden und sich den Bedürfnissen der Pflegebedürftigen anpassen. Mit dem Gesetz soll ab Januar 2013 künftig zielgerichteter auf die Bedürfnisse von demenzkranken Menschen eingegangen werden: beispielsweise dürfen neben Grundleistungen und hauswirtschaftlicher Versorgung ab Januar 2013 auch spezielle Leistungen in der Betreuung in Anspruch genommen werden, die die Patienten in ihrer aktuellen Situation unterstützen. Pflegegelder und Sachleistungen ändern sich In finanzieller Hinsicht ändert sich zunächst einmal die Höhe der Pflegegelder und der Pflegesachleistungen. Ein Demenzkranker erhält ohne Pflegestufe ein Pflegegeld von 120 Euro oder eine Pflegesachleistung von bis zu 225 Euro. In Pflegestufe 1 bekommt man in Zukunft ein Pflegegeld von 305 Euro oder eine Pflegesachleistung in Höhe von 665 Euro. In der zweiten Pflegestufe steigt der Betrag des Pflegegeldes auf 525 Euro. Auch die Zahl der Pflegesachleistung für einen Demenzkranken in zweiter Pflegestufe erhöht sich von 1100 auf 1250 Euro. Eine weitere Neuerung kommt vor allem den Angehörigen eines 4 l Pflegefreund 2/12 Pflegebedürftigen zugute: diese können sich künftig leichter eine Auszeit nehmen, da trotzdem der halben Pflegegeldbetrag weitergezahlt wird. Pflegegeld oder Sachleistungen für Demenzkranke ohne Pflegestufe 120 Euro Pflegegeld oder 225 Euro Pflegesachleistungen zusätzlich zu den Leistungen nach 45b (Zusatzleistungen bei eingeschränkter Alltagskompetenz). Höhere Leistungen für Demenzkranke in den Pflegestufen I und II Pflegestufe Sachleistungen Pflegegeld I bis zu 665 Euro 305 Euro II 1250 Euro 525 Euro Pflegegeld bei Kurzzeit-/Verhinderungspflege Während pflegende Angehörige verhindert sind, wird zusätzlich zu den Leistungen der Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege die Hälfte des Pflegegeldes weitergezahlt. Förderung ambulant betreuter Wohngruppen Pflegebedürftige in Wohngruppen erhalten einen Zuschlag von 200 Euro Sachleistungen monatlich. Es gibt einen Gründungszuschuss für ambulant betreute Förderung von Selbsthilfegruppen Selbsthilfegruppen in der Pflegeversicherung sollen stärker gefördert werden. Meist vereinfacht es die Situation der pflegenden Angehörigen, wenn man sich mit weiteren Betroffenen austauschen und von deren Erfahrung selbst profitieren kann. Das PNG sieht vor, für Selbsthilfegruppen im Bereich der Pflegeversicherung 10 Cent pro Versicherten und Jahr bereitzustellen. Wohngruppen für Senioren werden finanziell unterstützt. Jeder WG-Mitbewohner bekommt künftig bei Gründung einer Wohngruppe einmalig 2500 Euro. Aufgrund des höheren organisatorischen Aufwands werden zusätzlich 200 Euro monatlich an jeden pflegebedürftigen Bewohner einer Wohngemeinschaft gezahlt. Des Weiteren soll die private Vorsorge gefördert werden. Diese Maßnahme unterstützt Bürger bei der eigenverantwortlichen Vorsorge für den Fall, dass sie pflegebedürftig werden, mit jährlich 60 Euro. Damit die vorgesehenen Leistungen bis Ende des Jahres 2015 allerdings verbessert werden können, ist nach SGB XI eine Anhebung um 0,1 Beitragspunkte in der Pflegeversicherung notwendig. y Neue Leistungen und Änderungen im Überblick Wohngemeinschaften von 2500 Euro pro Person (maximal Euro pro Wohngemeinschaft). Die Fördersumme beträgt insgesamt 30 Millionen Euro. Diese Förderung endet spätestens am 31. Dezember Mehr Wahlmöglichkeiten bei Pflegeleistungen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können künftig bestimmte Zeitvolumen für Betreuungsleistungen wie Vorlesen oder Spazierengehen nutzen. Mit den Pflegediensten können sie die Leistungen für das Zeitkontingent verhandeln. Spezialisierte Betreuungsdienste In geeigneten Modellvorhaben soll überprüft werden, ob spezialisierte Betreuungsdienste adäquate Leistungen für die besonderen Bedürfnisse demenzkranker Pflegebedürftiger erbringen können. Der Spitzenverband Bund der Pflegekassen kann 2013 und 2014 solche Modellvorhaben mit bis zu fünf Millionen Euro aus Mitteln des Ausgleichfonds der Pflegeversicherung fördern.

5 Pflegewelt Begutachtung von pflegebedürftigen Kindern durch den MDK Foto: j.laackman PSL-Studioas Der Begutachtungsexperte Jean-Paul Weber berät seit vielen Jahren pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige in Fragen der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK). In seiner aktuellen Kolumne beschäftigt er sich mit der schwierigen Begutachtung von Kindern mit Pflegebedarf. Begutachtungsexperte Jean-Paul Weber Bei der Entstehung der Pflegeversicherung waren Kinder nicht als Pflegegeldempfänger vorgesehen. Aus rechtlichen Gründen musste nachgebessert werden, dabei blieb es. Die Begutachtung von Kindern und Jugendlichen nach dem Pflegegesetz gestaltete sich von Anfang an als schwierig, weil die gesetzlich vorgegebenen Instrumentarien zur Begutachtung teilweise unzureichend sind. Eine wegweisende Weiterentwicklung der Begutachtungskriterien für Kinder mit Pflegebedarf hat bis zum heutigen Tage nicht stattgefunden. Bei behinderten oder chronisch erkrankten Kindern besteht neben dem zu definierenden Pflegeaufwand ein sehr hoher Zeitaufwand für Förderung und eine adäquate psychosoziale Begleitung. Begutachter sind hoch, was häufig zu Enttäuschungen führt. Probleme bei der Begutachtung von Kindern Häufig wird der zusätzliche Hilfebedarf bei den Verrichtungen des täglichen Lebens gegenüber einem gesunden gleichaltrigen Kind zu gering definiert. Das Führen eines Pflegetagebuches über mindestens einen Monat ist ratsam. Denn damit können die Eltern ihren tatsächlichen Aufwand belegen. Vielen Gutachtern fehlt eine fachliche Kompetenz zu den Entwicklungsstadien bei Kindern. Es reicht nun mal nicht aus, selbst Mutter zu sein. Es ist bei der pflegerischen Begutachtung von Kindern unverzichtbar, sich grundlegend in den Bereichen motorische, kognitive sowie soziale Entwicklungsphasen auszukennen. Ein weiteres häufiges Problem ist die mangelnde Differenzierung zwischen grundpflegerischen Verrichtungen, behandlungspflegerischen Tätigkeiten, psychosozialer Begleitung und den oft sehr umfangreichen hauswirtschaftlichen Verrichtungen. Diese Bereiche sind meist sehr eng verflochten, eine Differenzierung ist jedoch für die Begutachtung zwingend. Eine Präsenzpflicht kann beispielsweise überbewertet werden. Die ständige Verfügbarkeit pflegender Eltern verfälscht oft die objektiven Pflege- und Betreuungszeiten. Hier sollte der Gutachter sehr differenziert vorgehen. Oft müssen die Eltern einen sehr hohen hauswirtschaftlichen Aufwand betreiben, da das behinderte Kind beispielsweise beim Essen alles verschmutzt. Dieser Aufwand hat letztendlich keinen Einfluss auf die Pflegezeiten. Eine letzte Besonderheit ist die Festlegung der Einschränkungen der Alltagskompetenz bei geistig mentalen Einschränkungen, diese werden in 13 so genanten Items festgehalten. An dieser Stelle kommt es oft zu Fehleinschätzungen, da eine Begutachtung sich häufig als Momentaufnahme entpuppt, die nicht repräsentativ für die tatsächliche Situation ist. Dieser Beitrag kann nur anreißen, wie komplex eine Kinderbegutachtung ist und wie viele Faktoren eine wichtige Rolle spielen. Eine fachliche Beratung und Begleitung bei der Begutachtung von Kindern mit Pflegebedarf kann daher sinnvoll sein. Autorenkontakt: Jean-Paul Weber c/o Forum Lebensraum Am Schulgarten 8, Fronhausen Anzeige Das ganze Umfeld leidet Wird eine geistige oder körperliche Behinderung festgestellt, so bricht meist ein ganzes Lebenskonzept auseinander. Dieses traumatische Erlebnis begleitet oft das gesamte familiäre Umfeld ein Leben lang. Es ist für mich oft fraglich, ob sich die Gutachter dieser Tragweite bewusst sind. Die Eltern der betroffenen Kinder sind nun mal in der zusätzlichen Rolle als Pflegepersonen. Sie benötigen zur Bewältigung dieser gemeinsamen Lebenssituation eine hohe Motivation und spezielle Sachkenntnisse. Sie müssen auch sehr belastbar sein. Sie sind meist sehr kritisch und dies auch mit Berechtigung. Ihre Erwartungen an die Pflegefreund 2/12 l 5

6 Pflegewelt Igel-Monitor: individuelle Gesundheitsleistungen auf dem Prüfstand Wer zum Arzt geht, wird oft mit Ihnen konfrontiert werden, den individuellen Gesundheitsleistungen was auf den ersten Blick positiv klingt. Zur Beurteilung der Angebote hilft ein Informationsangebot des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS). Eine individuelle Gesundheitsleistung durch den behandelnden Arzt ist durchaus mit Vorsicht zu genießen. Denn unter einer individuellen Gesundheitsleistung sind alle Behandlungen durch den Arzt zu verstehen, die nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen gehören, also vom Patienten selbst bezahlt werden müssen. Um dem Verbraucher eine Orientierung über diese Angebote zu geben, hat der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e. V. (MDS) eine Homepage, den Igel Monitor in Auftrag gegeben. Erstellt wird diese Seite von einem interdisziplinären Team, das nach eigener Aussage der evidenzbasierten Medizin verpflichtet ist. Die evidenzbasierte Medizin geht davon aus, dass eine medizinische Behandlung auf Grundlage einer empirisch nachgewiesenen Wirksamkeit vorgenommen wird. Nach diesem Prinzip wird ermittelt, in wie weit die angebotenen Maßnahmen wirken, was der Interessierte erwarten kann und ob die angebotenen Leistungen nicht sogar schädlich sein können. Unter der Rubrik Igel von A-Z werden verschiedene Angebote wie zum Beispiel Bachblütentherapie oder Sportcheck in Gutachten dargestellt. Die aufgezeigten Informationen sind für eine Kaufentscheidung unverzichtbar und ein gelungener Beitrag für die Sicherheit und Unabhängigkeit des Patienten. cw Mehr Infos im Internet: Der neue Schwerbehindertenausweis Ab dem ersten Januar 2013 gilt ein neuer Schwerbehindertenausweis. Die bisherigen (alten) Ausweise behalten ihre Gültigkeit für den ausgestellten Zeitraum. Zu welchem genauen Zeitpunkt der neue Ausweis eingeführt werden soll, bleibt zwar den einzelnen Bundesländern überlassen; spätestens ab 2015 werden allerdings nur noch neue Ausweise ausgegeben. Der unbestreitbare Vorteil des neuen Nachweises liegt in seinem Format. Die bisher übliche Papierversion wird durch eine elektronische Karte ersetzt, die dem Format einer Bank- oder Versicherungskarte entspricht. Auf der Karte selbst werden Anmerkungen in Braille-Schrift, aber auch in englischer Sprache zu finden sein. Dadurch wird es für den Benutzer in Zukunft einfacher werden, im Ausland gültige Regelungen wie zum Beispiel Eintrittsermäßigungen für sich zu beanspruchen. Christian Winter Bild: Wikipedia.de Die neue elektronische Gesundheitskarte Rechte und Pflichten Die neue Gesundheitskarte Vorder- und Rückseite Gesetzlich Krankenversicherte erhalten in nächster Zeit Post von ihrer Krankenkasse. Grund ist die Einführung der neuen elektronischen Gesundheitskarte. Auffälligste Neuerung dieses neuen Versicherungsnachweises: sie wird mit einem persönlichen Foto ausgestattet sein. Grundsätzlich ist der Versicherte verpflichtet, seiner Kasse ein Foto zur Verfügung zu stellen. Allerdings kann die alte Versicherungskarte bis zum Ende ihrer Gültigkeit weiter verwendet werden. Ist die alte Karte jedoch erst einmal ungültig, gibt es eine neue Karte nur dann, wenn der Versicherung ein Foto des Versicherten vorliegt. Deshalb ist es ratsam, spätestens dann ein Foto zu senden, um eine gültige Versichertenkarte zu erhalten. Denn ohne gültige Versicherungskarte erhält man keine Leistungen der Krankenkasse. Allerdings ist auch diese Regel nicht ohne Ausnahmen. Versicherte bis zum 15. Lebensjahr müssen kein Foto zur Verfügung stellen. Dies gilt auch für Personen, die an der Erstellung eines Fotos nicht mitwirken können, wie zum Beispiel bettlägerige Menschen. Möchte man diese Erleichterung für sich in Anspruch nehmen, empfiehlt es sich, mit der Krankenkasse Kontakt aufzunehmen. Christian Winter Kostenlose psychologische Beratung für pflegende Angehörige Berlin (ots) Anlässlich des Internationalen Tages der seelischen Gesundheit forderte das Präventionsprojekt pflegenund-leben.de mehr Verständnis und Sensibilität für die Situation pflegender Angehöriger. Über die Hälfte aller Pflegebedürftigen in Deutschland, die zu Hause versorgt werden, wird ausschließlich von Angehörigen gepflegt und betreut. Die Gefahr von seelischen Belastungen durch Überforderung ist groß und wird häufig unterschätzt, so die Geschäftsführerin Dr. Mercedes Hillen. Die psychologische Online-Beratung pflegen-und-leben.de setzt sich mit ihrem kostenfreien Hilfsangebot aktiv für eine bessere Versorgung von pflegenden Angehörigen mit psychischen Belastungen ein. Über das Internetportal können sich Hilfesuchende direkt an ein Team geschulter Psychologen wenden. In einem schriftlichen Prozess arbeitet dieses gemeinsam mit den Ratsuchenden an individuellen Lösungen. Das Portal wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Weitere Infos: 6 l Pflegefreund 2/12

7 Pflegewelt Bild: Bundesarchiv-Lichtblick/Achim Melde Menschenrechte Älterer effektiv schützen! Erklärung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) zum Internationalen Tag der älteren Menschen am 1. Oktober 2012 Prof. Dr. Ursula Lehr, Vorsitzende der BAGSO Die in der BAGSO zusammengeschlossenen Verbände begrüßen, dass die Vereinten Nationen eine Arbeitsgruppe eingesetzt haben, die die Wirksamkeit des bestehenden Menschenrechtssystems in Bezug auf ältere Menschen überprüfen soll. Schutzlücken sehen die Verbände sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene: In Deutschland wird das Sozial- und Familienrecht dem besonderen Schutzbedarf von meist hochaltrigen Menschen, die aufgrund schwerer Pflegebedürftigkeit oder fortgeschrittener Demenzerkrankung in einem besonderen Abhängigkeitsverhältnis zu den Pflegenden stehen, nicht gerecht. Hier braucht es stärkere, insbesondere präventiv wirkende, Schutzmechanismen, vergleichbar den Regelungen des Kinder- und Jugendhilferechts. In Entwicklungsländern fehlt es häufig am Zugang zu medizinischen Leistungen. Pflegerische Dienste werden nicht oder völlig unzureichend vorgehalten, obwohl auch hier familiäre Unterstützungsnetze schwächer werden. Das Fehlen funktionierender Alterssicherungssysteme bedeutet für viele eine wirtschaftliche Abhängigkeit von den Kindern, die zu einer stärkeren Gefährdung ihrer Rechte beiträgt. Die Einsetzung eines UN-Sonderberichterstatters zur Lage der Menschenrechte Älterer könnte genaueren Aufschluss über mögliche Schutzlücken geben und überfällige politische Entscheidungen auf nationaler Ebene beschleunigen. Weitere Informationen: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e. V. (BAGSO) Bonngasse 10, Bonn Tel.: / Fax: Schlaganfall rechtzeitig erkennen Jährlich erleiden etwa Menschen einen Schlaganfall. Etwa sterben daran innerhalb eines Jahres behalten massive Schäden zurück und sind dauerhaft auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. Viele der Betroffenen könnten noch leben oder wären nicht so stark eingeschränkt, wenn die Behandlung rechtzeitig begonnen worden wäre. Doch viele Schlaganfälle werden nicht rechtzeitig erkannt. Ein Beispiel: Während eines Familienfestes stolperte eine 45-jährige Frau und fiel hin. Man half ihr auf und bot ihr an, einen Arzt zu rufen. Sie war zittrig und blass. Sie lehnte ab und versicherte, alles sei in Ordnung. Scheinbar erholte sie sich rasch und verbrachte den Abend fröhlich mit den anderen Gästen, bevor sie mit Ihrem Mann nach Hause fuhr. Am späten Abend ging es ihr immer schlechter. Ihr Mann rief den Notarzt. Sie wurde sofort in Krankenhaus gebracht. Dort verstarb sie gegen 23 Uhr an den Folgen eines Schlaganfalls. Ein Schlaganfall, der innerhalb von drei Stunden behandelt wird, hat eine gute Chance auf Heilung ohne große Folgeschäden. Oftmals verursacht ein Schlaganfall nur geringe Schmerzen. Hätten ihre Freunde gewusst, wie man die Zeichen eines Schlaganfalls erkennt, könnte sie heute noch leben. In vier Schritten einen Schlaganfall erkennen 1. Bitten Sie die betroffene Person zu lächeln, (sie wird es nicht schaffen, wenn sie einen Schlaganfall hatte). 2. Bitten sie die betroffene Person, einen ganz einfachen Satz zu sprechen, zum Beispiel: Es ist heute schönes Wetter (Betroffene können das nicht). 3. Bitten sie die betroffene Person, beide Arme zu heben (bei Schlaganfall wird sie es nicht oder nur teilweise können). Bild: psdesign1 - Fotolia Es gibt viele verschiedene Anzeichen für einen Schlaganfall: Einschränkung des Gesichtsfeldes Störungen des räumlichen Sehens, Doppelbilder Betroffene fassen beim Griff nach Gegenständen daneben stockende, abgehackte Sprache Verdrehen von Silben oder Verwenden von falschen Buchstaben Betroffene können nicht verstehen, was man ihnen sagt plötzlich eintretende Lähmungserscheinung auf einer Körperseite gestörtes Berührungsempfinden, wie z. B. bei einem eingeschlafenen Fuß pelziges Gefühl auf einer Körperseite herunterhängender Mundwinkel. plötzlich auftretender Schwindel (Drehschwindel, Schwankschwindel) vorher nicht gekannte, äußerst heftige Kopfschmerzen Übelkeit und Erbrechen Meist treten nur einige Symptome auf. Weitere Infos zum Thema Schlaganfall: Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe Telefon / Bitten sie die betroffene Person, ihre Zunge herauszustrecken (bei einem Schlaganfall kann die Zunge gekrümmt sein oder sich von einer Seite zur anderen winden). Falls die betroffene Person Probleme mit einem dieser Schritte hat, rufen Sie sofort den Notarzt und beschreiben die Symptome am Telefon. Bei rascher Hilfe durch den Arzt können so Leben gerettet und Pflegebedürftigkeit verhindert werden. Pflegefreund 2/12 l 7

8 Pflegewelt Komm her, wo soll ich hin? Buchtipp: Warum alte und demenzkranke Menschen in die Mitte unserer Gesellschaft gehören Demenz ist eine Volkskrankheit. Schon heute leiden 1,3 Millionen Menschen in Deutschland unter der tückischen Krankheit. Dennoch wird Demenz noch immer tabuisiert, nicht zuletzt deshalb, weil es bislang keine Heilmittel gibt. Sophie Rosentreter fordert Aufklärung und ein Umdenken: Wir müssen lernen, dass Demenz ein normaler Teil des Alterns ist und die betroffenen Menschen zurück in die Mitte unserer Gesellschaft holen. Sophie Rosentreter hat jahrelang ihre demenzkranke Großmutter gepflegt und noch zahllose glückliche Momente mit ihr erlebt. Sie hat aber auch gemerkt, dass die tückische Krankheit hierzulande immer noch ein Tabu ist trotz 1,3 Millionen Demenzkranker werden es wegen der steigenden Lebenserwartung wohl doppelt so viele sein. Dazu kommen zwei bis drei Millionen Menschen, die die schwere Last der Betreuung tragen und damit häufig überfordert sind. Sophie Rosentreter fordert dringend ein Umdenken. Statt Demenzkranke und pflegende Angehörige mit ihrem Leid allein zu lassen, müssen wir uns dieser Krankheit stellen: Demenz muss endlich als das anerkannt werden, was es ist: eine massenhaft verbreitete Krankheit. Die Angehörigen müssen unterstützt werden, die Erkrankten benötigen bestmögliche Pflege denn auch für schwer Demenzkranke ist Lebensqualität möglich. Die Autorin Sophie Rosentreter hat jahrelang als Model und Moderatorin bei MTV gearbeitet, bis sie hinter die Kamera wechselte und als freischaffende Redakteurin Beiträge für Stern TV, Leute heute, Brisant, Explosiv oder das SAT1-Frühstücksfernsehen produzierte. Als ihre Großmutter an Demenz erkrankte, pflegte sie sie bis zu ihrem Tod, gründete 2010 die Firma Ilses weite Welt (www.ilsesweitewelt.de). Sie unterstützt demenzkranke Menschen sowie deren Angehörige und Betreuer. Sophie Rosentreter Komm her, wo soll ich hin? Gebundene Ausgabe, 240 Seiten Westendverlag ISBN Preis EUR Pflegefachpersonen müssen Deutsch können Berlin ( ) Vor dem Hintergrund des Fachpersonalmangels werden vermehrt Pflegefachpersonen aus dem Ausland angeworben. Immer wieder wird versucht, die Qualifikationsanforderungen, die in den deutschen Berufsgesetzen definiert sind, zu unterlaufen. Ein Beispiel hierzu sind die Anforderungen an die Sprachkompetenz. Es ist unerträglich, welch hohe Risiken zu Lasten der Patienten und Bewohner manche Träger einzugehen bereit sind, sagt Franz Wagner, Vize-Präsident des Deutschen Pflegerates (DPR). Kommunikation ist ein zentrales Element der pflegerischen Der Deutsche Pflegerat Interaktion mit den Klienten, so Wagner weiter. Je höher das Maß an Verantwortung sei, umso höher müsse die Sprachkompetenz sein. Mangelnde Kommunikationsfähigkeit berge ein hohes Risiko für Versorgungsqualität und sicherheit. Er fordert deshalb die zuständigen Landesbehörden auf, dem Druck von Trägerseite nicht nachzugeben. Der Europarat hat einen Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GER) definiert, in dem das Sprachniveau für eine Berufsausübung allgemein auf Niveau B2 festgelegt ist dies losgelöst von einer Zuordnung zu bestimmten Berufen, also ohne Berücksichtigung der besonders hohen Anforderungen in der Pflege. Nach Auffassung des DPR kann gerade für die Pflege die Anforderung an Sprachkompetenz nicht niedriger sein als im produzierenden Gewerbe. Die Stufe unterhalb GER B2 zielt auf Kommunikationsfähigkeit mit Hotelpersonal oder Einheimischen im Urlaub. Bei Missverständnissen oder Verständigungsproblemen mit einem Klienten kann der Schaden schwerwiegend, im Extremfall lebensbedrohlich sein. Auch die Idee, die Kompetenzsteigerung als Teil der (begleiteten) Einarbeitung zu gewährleisten, ist angesichts der schlechten Stellenpläne und des Personalmangels realitätsfern. Man könnte ebensogut von den Klienten erwarten, dass sie eine Fremdsprache beherrschen oder lernen, um behandelt werden zu können. Zudem sprechen nur relativ wenige Menschen reines Hochdeutsch. Die Diskussion um die Sprachkompetenz ist ein weiterer Beleg für die Versuche der Dequalifizierung der Pflege. Dadurch wird der Beruf sicherlich nicht wieder attraktiv. y Der Deutsche Pflegerat (DPR) ist die Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen mit Sitz in Berlin. Er vertritt die Belange des Pflege- und Hebammenwesen in Deutschland. Nachhaltigkeit und Qualität in der Gesundheitsversorgung der Menschen in Deutschland sind für den DRP von zentraler Bedeutung. Die Leitung des DPR obliegt zur Zeit RA Moritz Ernst. Gegründet wurde der Deutsche Pflegerat im Jahr 1998 und gilt seitdem als wichtiges Sprachrohr für Pflegekräfte und Hebammen. Heute vertritt der Rat 14 ordentliche Mitgliedsverbände und ein Fördermitglied. Damit engagieren sich mehr als Pflegekräfte und Hebammen berufspolitisch über den DPR. Weitere Informationen: de 8 l Pflegefreund 2/12

9 Volkskrankheit über die niemand spricht Bundesweite Beratungswochen über ein sensibles Thema Blasenschwäche betrifft allein in Deutschland etwa 6 bis 8 Millionen Menschen aber: Niemand spricht offen darüber. Um das Tabu zu brechen, hat die PAUL HART- MANN AG in Kooperation mit Apotheken und Sanitätshäusern spezielle Beratungswochen initiiert, so dass diese mit professionellem Rat und geeigneten Produkten Hilfesuchenden ebenso kompetent wie diskret zur Seite stehen können. Verschwiegenes Leiden Viele Menschen mit Blasenschwäche erhalten keine angemessene Hilfe, weil sie mit niemandem über ihre Situation sprechen. So gehen gerade einmal 15 Prozent zum Arzt. Auch in der Apotheke oder im Sanitätshaus trauen sie sich kaum, das Thema anzusprechen ein Fehler, denn Betroffene sind mit ihrem Problem nicht allein. Doch falsche Scham führt in vielen Fällen dazu, dass ungeeignete oder gar falsche Hilfsmittel verwendet werden. Beratung und Aufklärung Im Rahmen der Beratungswochen soll Aufklärung über das sensible Thema den Betroffenen Mut machen und ihnen ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Denn: Blasenschwäche ist heute kein unabwendbares Schicksal. Adäquate Produkte sind inzwischen so konzipiert, dass sie ein völlig normales, uneingeschränktes Leben ermöglichen. Für mehr Wohlbefinden sorgen zum Beispiel superdünne Einlagen oder praktische Slips (Windelhose), diese sind extra sicher und besonders diskret für Frauen und Männer (z. B. MoliMed). Weitere Infos: Selbstbestimmt zu Hause leben REHAB INTERNATIONAL Pflegewelt Die REHAB ist mit weit über 500 nationalen und internationalen Ausstellern sowie rund Besuchern weltweit die zweitgrößte Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention und der wichtigste Treffpunkt der gesamten Rehabranche für den Süden Deutschlands sowie die angrenzenden europäischen Länder. Die REHAB ist der Treffpunkt für alle Zielgruppen rund um das Thema Rehabilitation. U.a. finden Sie folgende Themenschwerpunkte bei der REHAB: REHABMed - Medizinische Rehabilitation & Medizintechnik REHAB - Therapie REHAB - Autowelt REHAB - Bauen & Wohnen REHAB - Marktplatz Gehirn REHAB - Forum Bildung & Beruf REHAB - Freizeit & Reisen REHAB - Kinder- und Jugendrehabilitation Besuchen Sie uns im Internet: Weitere Informationen bei der Messeleitung: REHAB International REHAB -Messe GmbH Seerain 32 D Neidenstein Tel.: +49-(0) Fax: +49-(0) Internationale Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention April 2013 Messe Karlsruhe Die Fachmesse für mehr Lebensqualität PF Eintrittsgutschein Bei Vorlage dieses Gutscheins erhalten Sie eine Tageskarte für die REHAB 2013 mit einem Nachlass von 50% auf den regulären Eintrittspreis. (Gilt nicht für bereits ermäßigte Karten) Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Anzeige Pflegefreund.indd :04 Anzeige Betreuung & Pfl ege rund um die Uhr in Ihrem Zuhause Überall in Deutschland Anzeige Erfahrung seit 1986 Geschulte einheimische Pflegekräfte Pflegegarantie Eigene Schulungsstätte für Pflegekräfte PVD Pflegedienst Deutschland GmbH & Co. KG Gottlieb-Manz-Str. 2, Filderstadt-Bernhausen Kostenloses Beratungstelefon / Pflegefreund 2/12 l 9

10 Pflegewelt Infos zur Finanzierung D Pflegeversicherung (SGB XI) Präambel: Häusliche Pflege hat Vorzug gegenüber der Pflege im Heim. Die Leistungen der Pflegeversicherung werden in drei Stufen eingeteilt. Die Stufe bestimmt der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) durch Begutachtung. Details finden Sie in der Tabelle unten. Die ambulanten Sachleistungsbeträge Damit bezahlt die Pflegekasse professionelle Pflegeleistungen ambulanter Dienste. Das Pflegegeld erhalten pflegende Angehörige für ihre Pflegeleistungen. Leistungen bei Pflegestufe Null Demenzkranke oder andere Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz erhalten Pflegesachleistungen von 225 oder Pflegegeld von 120 monatlich. Pflegeergänzungsleistungen nach 45 für Menschen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. Die Leistungen können auch Menschen ohne erheblichen Pflege bedarf, wohl aber mit Betreuungsbedarf, erhalten. Der Betrag von 100 oder 200 pro Monat ist zweckgebunden. Bei Verhinderung der Pflegeperson zahlt die Pflegekasse eine Pflegevertretung für bis zu vier Wochen im Kalenderjahr. Nahe Angehörige erhalten Leistungen in Höhe der Pflegestufe (Pflegegeld), sonstige Personen einen Höchstbetrag von Unterstützung für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes Bis zu 2557 je Maßnahme (zum Beispiel Badumbau) Hilfsmittel/Pflegehilfsmittel Besteht eine Krankheit bzw. liegt eine Behinderung vor, ist die Krankenkasse gesetzlich verpflichtet, Hilfsmittel zu bezahlen (gemäß 33 SGB V). Pflegehilfsmittel werden nur dann bezahlt, wenn Pflegebedürftigkeit besteht und eine Leistungspflicht der Krankenkassen nicht vorliegt. Der Antrag für die Kostenübernahme eines Pflegehilfsmittels kann ohne ärztliche Verordnung bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Versorgung der Versicherten mit Hilfsmitteln durch die Krankenkassen bei einer zu behandelnden Krankheit wird durch die Versorgung mit Pflegehilfsmitteln bei bestehender Pflegebedürftigkeit nicht berührt. Ein Versicherter kann bei Bedarf also beides bekommen. Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel (zum Beispiel Betteinlagen, Verbände, In kontinenzmittel): monatlich bis zu 31 Technische Pflegehilfsmittel Technische Pflegehilfsmittel (wie Rollstühle, Pflegebetten, Gehhilfen) werden ohne finanzielle Obergrenze vergütet. Sie sollen jedoch primär leihweise an Pflegebedürftige abgegeben werden. Pflegebedürftige, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, haben zu den Kosten der technischen Hilfsmittel eine Zuzahlung von 10 %, höchstens jedoch 25 je Pflege hilfsmittel, selbst zu entrichten. Darüber hinaus können Pflegebedürftige ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreit werden. Anträge erhalten Sie bei den Pflegekassen. Die stationären Sachleistungsbeträge werden von der Pflegeversicherung an das Pflegeheim in folgender Höhe gezahlt: Stufe III 1023 Stufe II 1279 Stufe III 1550 Härtefall 1918 Stationäre Kurzzeitpflege Je Kalenderjahr für längstens vier Wochen: bis maximal 1550 Hilfe zur Pflege nach SGB XII Die Leistungen unter der Rubrik Hilfe zur Pflege werden in SGB XII, Kapitel 7, 61 ff. geregelt: 61 Leistungsberechtigte und Leistungen Personen, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen, ist Hilfe zur Pflege zu leisten. Hilfe zur Pflege ist auch kranken und behinderten Menschen zu leisten, die voraussichtlich für weniger als sechs Monate der Pflege bedürfen oder einen geringeren Bedarf als nach Satz 1 haben oder die der Hilfe für andere Verrichtungen als nach Absatz 5 bedürfen. Die Hilfe zur Pflege umfasst häusliche Pflege und erforderliche Hilfsmittel. Die I II III III Pflegestufe Erhebliche Pflegebedürftigkeit Schwere Pflegebedürftigkeit Schwerste Pflegebedürftigkeit Härtefall (nur bei Sachleistungen) Stufen der Pflegebedürftigkeit Pflegeaufwand / Voraussetzung Mindestens 2 Verrichtungen mindestens 1 x tägl. Mindestens 90 Min. Aufwand täglich (inkl. Haushalt), davon mehr als 45 Min. Grundpflege Mindestens 3 Verrichtungen zu versch. Tageszeiten Mindestens 180 Min. Aufwand tägl. (inkl. Haushalt), davon mindestens 120 Min. Grundpflege Täglich rund um die Uhr, auch nachts (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) Mind. 300 Min. Aufwand täglich (inkl. Haushalt), davon mehr als 240 Min. Grundpflege a) Mind. 6 Stunden täglich Grundpflege, davon mind. 3 Verrichtungen in der Nacht oder b) Grundpflege kann auch nachts nur von mehreren Pflegekräften zeitgleich (gemeinsam) durchgeführt werden Pflegesachleistungen (Pflegedienst) Leistungen für häusliche Pflege nach Pflegestufen Pflegegeld (Angehörige) Verhinderungspflege nahe Angeh. 1 sonst. Personen 2 Pflegeergänzungsleistungen 3 monatlich monatlich bis jährlich bis jährlich Auf Nachweis werden Aufwendungen (Verdienstausfall, Fahrtkosten etc.) bis zum Höchstbetrag (1550 ) erstattet. 2 Entfernte Angehörige, Nachbarn, Freunde, Pflegekräfte 3 Für Pflegebedürftige mit erheblichem allgemeinen Betreuungsbedarf (Demenz, psychische Erkrankungen etc.) 10 l Pflegefreund 2/12

11 Pflegewelt er Pflege Hilfe zur Pflege kann auf Antrag auch als Teil eines trägerübergreifenden persönlichen Budgets erbracht werden. 70 Hilfe zur Weiterführung des Haushaltes Personen mit eigenem Haushalt sollen Leistungen zur Weiterführung des Haushaltes erhalten, wenn keiner der Angehörigen den Haushalt führen kann und die Weiterführung des Haushaltes geboten ist. Die Leistungen sollen in der Regel nur vorübergehend erbracht werden. Übrigens Sozialämter dürfen pflegebedürftige Sozialhilfeempfänger nicht grundsätzlich in ein Pflegeheim einweisen lassen. Entscheidend sind immer die persönlichen Umstände. Es lohnt sich in jedem Fall, für sein Recht auf selbstbestimmtes Leben zu kämpfen. Weitere Möglichkeiten finanzieller Entlastung Einkommensteuer 33 Außergewöhnliche Belastungen Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsläufig größere Aufwendungen als der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverhältnisse, gleicher Vermögensverhältnisse und gleichen Familienstands (außergewöhnliche Belastung), wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch ermäßigt, dass der Teil der Aufwendungen, der die dem Steuerpflichtigen zumutbare Belastung (Absatz 3) übersteigt, vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen wird. Die Gesetzestexte auf diesen Seiten sind Auszüge. Mehr Informationen zu Leistungen: Krankenversicherungen, Senio renberatungsstellen, Pflegestützpunkte, Sozialberatung der Kliniken und Krankenhäuser. Achtung: Vom Pflegefall zum Sozialfall Pflegebedürftigkeit ist ein oft unterschätztes finanzielles Risiko, denn die gesetzliche Pflegeversicherung bietet leider nur eine Grund ver - sorgung. Eine individuelle Vorsorge ist deshalb heute wichtiger denn je. Wir können Ihnen einen individuellen umfangreichen Schutz für den Fall der Pflegebedürftigkeit anbieten. Rufen Sie uns an unter 030/ Wir beraten Sie gern umfassend und kompetent. Unisex-Tarif bereits ab 01. Mai 2012 REHAB in Karlsruhe vom 25. bis 27. April 2013 Seit fast 35 Jahren ist die REHAB eine der weltweit führenden und größten Fachmessen für Rehabilitation. In Zeiten sich verändernder Märkte und schwieriger werdender wirtschaftlicher Rahmenbedingungen mit immer größerem Kosten- und Zeitdruck stellt die REHAB eine optimale Plattform dar, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Die Aussteller finden auf der REHAB die ideale Kombination aus hochqualifizierten Fachbesuchern und kaufbereiten Endverbrauchern. Die Besucher verschaffen sich auf der REHAB eine detaillierte Marktübersicht für ihre individuellen Interessen und Bedürfnisse durch ein breitgefächertes Angebot an Produkten, Therapien und Dienstleistungen. Diese Fakten spiegeln sich in der Beurteilung der REHAB 2011 eindrucksvoll wider: Über 90 % der Aussteller und ca. 95 % der Besucher sahen ihre Erwartungen erfüllt bzw. sogar übertroffen. Damit sind die Weichen für eine erfolgreiche REHAB 2013 schon jetzt gestellt. Direkt nach der REHAB 2011 hat ein großer Teil der Aussteller seine Teilnahme für 2013 fest zugesagt. Ein Sonderbereich Forum Bildung und Beruf ist wieder als Plattform vorgesehen Themen rund um die berufliche Integration für Menschen mit Behinderung können dort direkt bearbeitet werden. Weitere infos: rehab-fair.com Anzeige Anzeige Unser Bürgertelefon für Sie: Fragen zur Krankenversicherung 030 / Fragen zur Pflegeversicherung 030 / Fragen zur gesundheitlichen Prävention 030 / Service für Gehörlose Telefax 030 / ISDN-Bildtelefon 030 / Schreibtelefon 030 / Wir beantworten Ihre Fragen zu allen Themenbereichen des Bundesministeriums für Gesundheit Sie erreichen uns montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr Pflegefreund 2/12 l 11

12 Leitthema Die Gesetzliche Rentenversicherung Das Alter ist ein Risiko so jedenfalls ist es zu verstehen, dass man sich gegen seine Auswirkungen absichert. Für lange Zeit war die Zahl der Kinder ein wichtiger Faktor. Wer viele Kinder hatte, war im Alter abgesichert. In einer gewissen Weise hat sich daran trotz Riesterrente und gesetzlicher Rentenversicherung nichts geändert. Was früher für den Einzelnen galt, gilt heute für die Gesellschaft als Ganzes. Mit diesem Artikel über die Rentenversicherung endet unsere dreiteilige Serie über das deutsche Sozialversicherungssystem. Otto Fürst von Bismarck, Reichskanzler (1871 bis 1918) und Begründer der Sozialversicherung Gemälde von Franz von Lenbach, 1894 (Ausschnitt) Foto: Wikipedia.de Jede funktionierende Form von menschlicher Gemeinschaft beinhaltet auch ein Sicherungssystem für schwächere Mitglieder. Die Kinder werden mitversorgt, die Kranken und Verletzten gepflegt. Der Familienverband, die Sippe, der Stamm sorgen meist auch für die Alten mit. Wenn die Ressourcen knapp wurden, waren es die Alten, die als Erste geopfert wurden. Kriegerwitwen, die nicht mehr in der Lage waren, Kinder zu bekommen, wurden von nordamerikanischen Prärieindianern in strengen Wintern zurückgelassen, wenn der Stamm weiter zog. Alte Eskimofrauen wurden auf Eisschollen ausgesetzt, in manchen Gegenden Japans wurden die Eltern bei Erreichen eines bestimmten hohen Alters auf einen Berg gebracht mit der Vorgabe, nicht zurückzukommen. Die Wurzeln der Altersversorgung In modernen, stark arbeitsteiligen Gesellschaften gibt es staatliche Formen der Altersvorsorge. Und die haben lange Wurzeln. Die ersten Nutznießer staatlicher Altersvorsorge waren die Beamten. Ihre lebenslange Treue zum Staat wurde durch lebenslange Fürsorge (Alimentierung) belohnt. Bereits im alten Ägypten gab es Beamte mit Pensionsberechtigung. Die niederen Schichten der Gesellschaft, von der Antike bis in die Neuzeit, waren auf die Unterstützung der Familie angewiesen Kinder als Pfand gegen Armut im Alter. In Deutschland richteten die mittelalterlichen Knappschaften, Zünfte und Gilden erste soziale Versorgungseinrichtungen für ihre Mitglieder ein. Das erste Gesetz für eine Altersvorsorge schufen Mitte des 19. Jahrhunderts die Vereinigungen der Berg-, Hütten- und Salinenarbeiter. Im Jahre 1881 begannen erste Ansätze für eine gesetzliche Alterssicherung aller Arbeiter. Die Rentenversicherung Bismarcks Otto von Bismarck führte im Jahre 1891 schließlich die Rentenversicherung der Arbeiter ein. Das Renteneintrittsalter lag bei 70 Jahren. Die weitere Lebenserwartung für 65 jährige Männer lag damals bei 10,5 Jahren. Bei Erwerbsunfähigkeit gab es die Invalidenrente. Wer mindestens 30 Jahre lang seine Beiträge bezahlte, hatte Anspruch auf Leistungen. Im Jahre 1911 wurde eine 12 l Pflegefreund 2/12

13 Leitthema Links: Rentnerpaar auf einer Fußgängerbrücke: Der Generationenvertrag sichert ihnen ein würdiges Leben im Ruhestand eigene Rentenversicherung für Angestellte eingeführt. Im Jahre 2005 wurden die Rentenversicherungen der Arbeiter und der Angestellten zusammengeführt in der heutigen Rentenversicherung Bund. Die Rentenversicherung der Bismarckzeit finanzierte sich durch Rücklagen. Die eingezahlten Beiträge wurden angespart. Aus den Rücklagen und daraus erwirtschafteten Gewinnen wurden die Renten gezahlt. Die extreme Inflation nach dem Ersten Weltkrieg vernichtete diese Rücklagen jedoch fast vollständig. Das rücklagenfinanzierte System war zusammengebrochen. Die Renten wurden so niedrig, dass sie das Überleben im Alter nicht mehr sichern konnten. Staatliche Fürsorge und Hilfe der eigenen Familie wurden wieder zur eigentlichen Alterssicherung in der Zeit der Wirtschaftskrise. Rente seit 1957 Das heutige System der Umlagefinanzierung wurde mit der Rentenreform von 1957 eingeführt. Allerdings wurde mit dem Gesetz der Rentenreform von 1957 auch der Grundstein für die heutigen Probleme der Rentenversicherung gelegt. Das ursprüngliche Konzept der Rentenreform sah vor, dass alle Erwerbstätigen einen Beitrag zur Altersrente leisten sollten ein Konzept, das heute als Bürgerversicherung bekannt gemacht wird. Eine Bemessungsgrenze war nicht vorgesehen. Kinderlose sollten den doppelten Beitrag leisten. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer verhinderte, dass diese aus heutiger Sicht klugen Ideen umgesetzt wurden. Doch auch so war die Rentenreform der jungen Bundesrepublik ein rascher Erfolg. Der relativ hohe Beitrag von 14 Prozent des Bruttolohns ermöglichte eine sofortige und deutliche Anhebung der Renten. Das einsetzende Wirtschaftswunder mit Vollbeschäftigung führte dazu, dass die Renten regelmäßig an das steigende Einkommen angepasst werden konnten. Anpassungen Auch die Rentenbeiträge stiegen seit 1957 stetig an. Im Jahr 1997 erreichten sie mit 20,3 Prozent den bisherigen Höchststand. Ein Grund für hohe Steigerung in den späten 90er Jahren war die Einführung einer flexiblen Altersgrenze zum Renteneintritt. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit wurden die Arbeitnehmer früher in die Rente entlassen. Bezahlt wurde dies mit erhöhten Beiträgen. Seit 1999 sinken die Beiträge wieder leicht. Sie betragen zurzeit 19,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Im Gegenzug steigt das Renteneintrittsalter an. Die Rente mit 67 soll die steigende Lebenserwartung kompensieren. Das letzte Datum für einen Renteneintritt mit 65 ist der Für jedes Jahr, das man nach 1946 geboren ist, arbeitet man einen Monat länger. Wer nach 1967 geboren ist, kann offiziell erst mit 67 in Rente gehen. In der Realität wirkt sich die Rente mit 67 als Rentenkürzung aus. Denn die meisten Arbeitnehmer scheiden lange vor dem Beginn der Regelaltersrente aus dem Beruf. Vorruhestandsregelungen, Arbeitslosigkeit und Krankheit bringen es mit sich, dass die meisten Arbeitnehmer lange vor dem Erreichen des gesetzlich vorgesehenen Renteneintrittsalters aus dem Berufsleben ausscheiden. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes sind von 64-Jährigen aktuell nur noch 10 Prozent in Arbeit. Wer jedoch vor Erreichen seines regulären Renteneintrittsalters in den Ruhestand geht, verzichtet auf einen Teil seiner Rente. Der Abschlag beträgt pro Monat 0,3 Prozent das sind 3,6 Prozent pro Jahr. Wie sicher sind die Renten? Es gibt Stimmen, die auch diese Regelung für unzureichend halten. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) in Wiesbaden geht davon aus, dass diese Regelung etwa 18 Jahre lang wirkt und nur ein Zwischenschritt ist. Die weiterhin steigende Lebenserwartung verlängert eben auch die Zeit des Rentenbezugs. Dieser liegt gegenwärtig bei 18,8 Jahren für Männer und 22,2 Jahren für Frauen. Der berühmte Satz des damaligen Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung, Norbert Blüm, dass die Renten sicher seien, muss heute ergänzt werden: die Renten sind sicher ein großes Problem. Und es ist ein Problem, das sehr schwer zu lösen ist. Zu Grunde liegt der demographische Wandel das Zusammen- Foto: Deutscher Bundestag/Lichtblick/Andi Hill Foto: Deutscher Bundestag / Presse-Service Steponaitis Walter Riester ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung (von 1998 bis 2002) Norbert Blüm ehemaliger Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung (1982 bis 1998) Pflegefreund 2/12 l 13

14 Leitthema Die Zahl der Rentner mit Zusatzjobs steigt spiel von steigender Lebenserwartung und niedrigen Geburtenraten. Heute tragen drei Arbeitnehmer die Kosten für einen Rentner. Bis zum Jahr 2030 werden zwei Arbeitnehmer einen Rentner zu finanzieren haben. Das führt dazu, dass entweder die Beiträge massiv steigen oder die Renten entsprechend absinken werden. Das heutige Rentenniveau bei der Regelaltersrente beträgt 67 Prozent des letzten Nettogehaltes. Das wird so nicht zu halten sein. Finanztest geht davon aus, dass ein Rentner mit 80 Prozent seines letzten Nettolohnes seinen gewohnten Lebensstandard halten kann. Trotz betrieblicher Altersvorsorge und Riesterrente wird die so genannte Rentenlücke die Differenz zwischen diesen 80 Prozent Nettolohn und der tatsächlichen Rentenzahlung wachsen. Finanzielle Situation der Rentenbezieher Viele Experten sagen daher eine wachsende Altersarmut voraus. Eine Ursache hierfür sehen sie auch in den Reallöhnen, die sich seit den achtziger Jahren kaum erhöht haben. Die Zahl der Menschen wird steigen, die trotz einer Beitragszeit von 40 Jahren und mehr eine Rente haben werden, die nur knapp über dem Existenzminimum liegt (595 Euro monatlich für Alleinstehende und 1023 Euro für Paare). Im Jahr 2002 besserten rund Rentner ihre Altersbezüge mit Nebenjobs auf, laut Bundesarbeitsministerium waren es 2008 bereits Wer weniger als das amtliche Existenzminimum an Rente erhält, hat Anspruch auf Grundsicherung bezogen 2,8 Prozent der Rentnerinnen und 2,0 Prozent der Rentner Leistungen der Grundsicherung. Lebenserwartung im Ruhestand Ein Scherzbold sagte, Rentner zu sein sei die gefährlichste Beschäftigung. Noch niemand habe sie überlebt. Statistisch gesichert ist der Zusammenhang zwischen der Höhe des Alterseinkommens und der Lebenserwartung. Rentner leben im Durchschnitt noch 15,8 Jahren, pensionierte Beamte zwei Jahre länger. Die Lebenserwartung schwankt zwischen 14,6 Jahren für Rentner der unteren Einkommensgruppe und 19,6 Jahren für pensionierte Beamte der höchsten Einkommensgruppe. Finanzen der Rentenversicherung Wie bei einem Umlageverfahren üblich, werden die Zahlungen aus den laufenden Einnahmen geleistet. Doch diese reichen schon seit Längerem nicht mehr aus. 24 Prozent beträgt der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung. Der Staat schießt Steuermittel in Höhe von 57,4 Mrd. Euro zu. Beiträge der Versicherten, Zuschüsse und sonstige Einnahmen erbrachten ,3 Mrd. Euro. Das waren 1,9 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Beiträge je zur Hälfte. Nicht nur die Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen in die Rentenversicherung ein. Die Krankenkassen zahlen Beiträge über das Krankengeld und die Bundesagentur für Arbeit für die Arbeitsuchenden. Dazu kommen noch Beiträge aus dem Pflegegeld, der Kindererziehung und von freiwillig Rentenversicherten. Wie zu erwarten geht das meiste Geld mit 92,9 Prozent an die Rentner. Ein Teil davon allerdings in Form von Zahlungen der Krankenkassenbeiträge. Etwa 6 Prozent der verfügbaren Mittel werden an die Knappschaften erstattet. Die Verwaltungskosten liegen bei 1,4 Prozent und die sonstigen Kosten bei 0,2 Prozent. Rehabiltationsträger Der Rest von 2,2 Prozent gibt die Rentenversicherung für die Rehabilitation ihrer Versicherung aus. Das Prinzip lautet: Rehabilitation vor Rente. Wer arbeitet, Wie die Rente berechnet wird Entgeltpunkte Mit den Beiträgen zur Gesetzlichen Rentenversicherung erwerben die Versicherten Rentenanwartschaften. Über diese Entgeltpunkte führt die Rentenversicherung für jedes Mitglied ein Konto. Über ihren Kontostand werden die Versicherten jährlich informiert. Wie viele Entgeltpunktwerte man durch seine Einzahlungen erwirbt, errechnet sich aus dem durchschnittlichen Bruttoverdienst aller Arbeitnehmer. Das Durchschnittsentgelt wird jährlich von der Bundesregierung durch Rechtsverordnung bestimmt und spiegelt die Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter aller Arbeitnehmer. Als Grundlage der Berechnung dienen die Auswertungen des Statistischen Bundesamtes. Im Dezember jeden Jahres wird das Durchschnittsentgelt des Vorjahres verbindlich festgelegt und das vorläufige Durchschnittsentgelt des Folgejahres bekannt gegeben. Im Jahr 2012 liegt das vorläufige Durchschnittsentgelt bei Euro. Die persönlichen Entgeltpunkte errechnen sich nach der Formel: Jahresbruttogehalt geteilt durch das Durchschnittsentgelt. Bei einem Jahresbruttoeinkommen von Euro erwirbt man im Jahr ,295 Entgeltpunkte. Der aktuelle Rentenwert Die persönlichen Entgeltpunkte werden bei Renteneintritt mit dem dann aktuellen Rentenwert multipliziert. Der aktuelle Rentenwert für einen Entgeltpunkt beträgt zu Zeit etwa 24,92 Euro in den neuen und 28,07 in den alten Bundesländern. Der Rentenartfaktor richtet sich nach Art der Rente, die man beantragt. Bei der Regelaltersrente ist das der Faktor 1,0. Eine Rente wegen Erwerbsminderung kann beispielsweise den Faktor 0,5 oder 0,25 haben, eine Witwenrente den Faktor 0,6 oder 0,55. Zugangsfaktor Bei der Regelaltersrente, also nach 65 und mehr Lebensjahren, beträgt der Zugangsfaktor 1,0. Wenn man früher in Rente geht, vermindert er sich um 0,003 Punkte pro Monat. 14 l Pflegefreund 2/12

15 Leitthema zahlt Beiträge in die Rentenkasse. Wer aus Gesundheitsgründen früher in Rente geht, entnimmt Mittel. Also ist die Rentenversicherung daran interessiert, die Versicherten möglichst bis zum gesetzlich vorgesehenen Renteneintrittsalter arbeitsfähig zu halten. Die Regional- und Bundesträger der Deutschen Rentenversicherung geben einen Teil ihrer Mittel dafür aus, ihren erkrankten oder verletzten Versicherten die Rückkehr in den Arbeitsprozess zu ermöglichen. Dafür haben sie ein dichtes Netz an Reha-Kliniken und -Zentren aufgebaut. Es gibt bundesweit etwa 95 Standorte. Rente aufbessern Eine Pflicht, in Rente zu gehen, gibt es übrigens nicht. Rente wird nicht automatisch gezahlt, sondern nur nach Antrag. Wer eine Regelaltersrente bezieht, kann unbegrenzt hinzuverdienen, die Rentenzahlung bleibt davon unberührt. Die zusätzlichen Einkünfte das können z. B. Kapitalerträge, Pacht- oder Mietzins oder ein sonstiger Nebenverdienst sein müssen allerdings versteuert werden, sobald die Summe von Rente und sonstigen Einkünften den steuerlichen Grundfreibetrag übersteigt. Auch hier gilt: Ob man eine Einkommensteuererklärung machen muss oder nicht, kann nur das zuständige Finanzamt verbindlich sagen. Bei allen anderen Formen der Rente gibt es Regeln für Zuverdiener. Bei einer Vollrente vor dem Regeleintrittsalter beträgt die monatliche Zuverdienstgrenze 400 Euro. Bei den Erwerbsminderungs- und Teilrenten sind die Zuverdienstregeln recht komplex. Genaue Auskünfte geben die zuständigen Rentenversicherer in den Bundesländern in ihren Beratungsstellen. Nachgelagerte Besteuerung 2005 begann eine schrittweise Umstellung der Rentenbesteuerung. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden die Rentenbeiträge der Arbeitnehmer als Einkommen versteuert. Dafür war die Rente selbst steuerfrei. Ausgeglichen wird diese Art der Versteuerung dadurch, dass im gleichen Zeitraum die Beiträge der Alterssicherung schrittweise steuerfrei werden. Doch Vorsicht: hier hat der Staat Obergrenzen installiert. Wer nach dem Jahr 2040 in Rente geht, muss diese voll versteuern. Bis dahin gibt es einen Rentenfreibetrag. Der errechnet sich aus der Summe der Jahresbruttorente. Im Jahr 2012 beträgt er 36 Prozent. Bei einer Rente von 1000 Euro sind das 360 Euro. Wenn die Rente durch Anpassung auf 1100 Euro steigt, bleibt der Rentenfreibetrag gleich. Das zu versteuernde Renteneinkommen beträgt dann 650 Euro im Monat oder 7680 Euro im Jahr. Da dies jedoch unter dem steuerlichen Grundfreibetrag von 8004 Euro jährlich liegt, muss diese Rente nicht versteuert werden. Bis zum Jahr 2020 verringert sich der Rentenfreibetrag jährlich um 2 Prozent, danach nur noch um je 1 Prozent bis zum Jahr In der Konsequenz führt das für etliche Rentenversicherte dazu, dass sie für einen Teil ihrer gesetzlichen Rente zwei Mal Steuern zahlen. Bei der Einzahlung der Beiträge und nochmals bei der Rentenauszahlung. Ab 2040 müssen Renten zu 100 Prozent versteuert werden. Die eingezahlten Beiträge sind jedoch erst ab 2025 völlig steuerfrei. Zusatzrenten Es gibt mehrere Möglichkeiten, neben der gesetzlichen Rente für das Alter finanziell vorzusorgen. Dazu zählen u. a. betriebliche Altersvorsorge, Riesterrente und private Rentenversicherungen. Betriebliche Altersvorsorge Vor allem größere Betriebe bieten ihren Mitarbeitenden eine betriebliche Altersvorsorge an. Oft sind Betriebsrenten Teil der tariflichen Vereinbarung. Ein Teil des Arbeitsentgelts wird angelegt. Es bilden sich Rücklagen und Zinsen werden erwirtschaftet. Der Anspruch auf die Leistungen verfällt nicht bei Ausscheiden aus dem Unternehmen. Die Betriebsrenten sind auch bei Insolvenz des Unternehmens durch eine Rückversicherung geschützt. Aus Sicht der Arbeitnehmer lohnt sich eine betriebliche Altersversorgung auch deshalb, weil sie dadurch Steuern sparen. Die Leistungen aus der Versorgung sind zwar voll steuerpflichtig, da die Einkünfte im Alter aber regelmäßig geringer sind als in der Anwartschaftsphase, profitiert der Rentner vom geringeren Steuersatz. Riester-Rente Mit der Rentenreform von 2000/2001 wurde die Rente für Arbeitnehmer mit 45 Jahren Beitragszahlung von 70 auf 67 Prozent des letzten Nettoeinkommens gesenkt. Als Ausgleich brachte der damalige Arbeitsminister Walter Riester die nach ihm benannte private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung auf den Weg. Diese ergänzt die gesetzliche Altersvorsorge. Sie ist freiwillig. Um die volle staatliche Föderung zu erhalten, muss der Riesterer vier Prozent seines Vorjahresverdienstes anlegen. Der Staat legt dann für den Versicherten 156 Euro und für jedes Kind, das im Beitragsjahr Kindergeld erhält, nochmals 185 Euro dazu. Das Finanzamt prüft, ob der Zuschlag für den Versicherten vorteilhafter ist oder ein entsprechender steuerlicher Freibetrag. Private Rentenversicherung Die private Rentenversicherung ist im Grunde genommen eine Lebensversicherung. Allerdings wird die vereinbarte Leistung nicht als Summe sondern als (meist) monatliche Leistung lebenslang ausgezahlt. Beim Tod des Versicherungsnehmers erlischt der Anspruch. Bei dieser Form der Lebensversicherung verzichten die Anbieter in der Regel auf eine Gesundheitsprüfung. Fazit Die Rentenversicherung blickt auf eine lange und erfolgreiche Geschichte zurück. Ihre Zukunftsaussichten sind jedoch getrübt. Sie ist wie alle umlagefinanzierten Sozialsysteme unter dem Druck der demografischen Entwicklung. Angesichts der zu erwartenden Belastung steigt die Bedeutung einer zusätzlichen Absicherung für Arbeitnehmer. Das kann eine eigene Immobilie sein oder eine Zusatzrente. Wer seinen Lebensstandart auch im Alter halten will, muss vorsorgen. hs y Pflegefreund 2/12 l 15

16 Leitthema Buchtipps Rente Horst Marburger SGB VI - Die gesetzliche Rentenversicherung Broschiert, 311 Seiten Verlag: Walhalla Fachverlag ISBN: Preis: 9,95 Euro Horst Marburger Als Rentner alle Ansprüche voll ausschöpfen Broschiert, 176 Seiten Verlag: Walhalla Fachverlag ISBN: X Preis: 9,95 Euro Holger Balodis und Dagmar Hühne Die Vorsorgelüge Broschiert 272 Seiten Verlag: Econ ISBN: X Preis:18,00 Euro Barbara Stemberger-Frey Altersvorsorge richtig planen Broschiert, 270 Seiten Verlag: Stiftung Warentest ISBN: Preis: 12,90 Euro Helma Sick und Renate Fritz Schöne Aussichten Taschenbuch, 240 Seiten Diana Verlag ISBN: Preis: 8,95 Euro Katharina Henrich Riester: Das bringt die staatlich geförderte Altersvorsorge gebundene Ausgabe, 176 Seiten Verlag: Stiftung Warentest ISBN: Preis: 16,90 Euro Foto: Universität Duisburg/Essen Folgewirkungen des demografischen Wandels Interview mit dem Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Gerhard Bäcker Herr Dr. Bäcker, das Rentenniveau sinkt. Können staatliche Programme wie Riesterrente die Verluste an Renteneinkommen ausgleichen? Prof. Dr. Gerhard Bäcker ist Sozialforscher am Institut für Arbeit und Qualifikation der Univerität Duisburg/Essen Das Absinken des Rentenniveaus seit dem Jahr 2001 wird sich bis zum Jahr 2030 fortsetzen, und zwar durch die Veränderungen in der Rentenanpassung. Stichworte sind Riester-Rente und Nachhaltigkeitsfaktor. Dieses Absinken des Rentenniveaus führt natürlich zu deutlichen Einschränkungen bei den später zu erwartenden Renten. Es gibt aus meiner Sicht keinerlei Anzeichen dafür, dass die betriebliche und private Altersvorsorge in der Lage wären, diese Lücken aufzufüllen. Dafür gibt es zweierlei Gründe. Selbst wenn die Betroffenen mit Riesterrenten im Rahmen von vier Prozent des Bruttoarbeitsentgeltes vorsorgen, wird das alte Rentenniveau nach Berechnungen der Bundesregierung damit nicht wiederhergestellt. Das zweite ist, nur die Hälfte der Arbeitnehmer sorgt überhaupt vor. Die anderen 50 Prozent bleiben davon unberührt, und das sind genau diejenigen, die über eine niedrige Rente verfügen werden. Sehen Sie sie perspektivisch betrachtet die Rente in Zukunft noch als Hauptsäule der Alterssicherung der Arbeitnehmer? Gegenwärtig deckt die Rente etwa 80 Prozent der Einkommen der Arbeitnehmer im Ruhestand ab. Sie ist nach wie vor die mit Abstand wichtigste Säule. Dies wird sich auch in den nächsten Jahren nicht grundlegend verändern. Der Anteil wird zurückgehen, aber weitaus wichtiger bleiben als die private und betriebliche Altersvorsorge. Bei der betrieblichen Altersversorgung gibt es erhebliche Gruppen von Beschäftigten und Unternehmen, die nicht in der betrieblichen Altersvorsorge sind. Und es ist auch nicht absehbar, wie das bei einer freiwilligen Regelung in Zukunft geändert werden könnte. Das ist sicherlich auch für ein größeres Unternehmen einfacher zu regeln, als für ein kleineres. Wir haben im Moment die Regelung der Entgeltumwandlung. Arbeitnehmer, die Entgelt umwandeln möchten, können ihren Arbeitgeber gewissermaßen verpflichten, ihm eine Variante der Entgeltumwandlung anzubieten. Es ist aber tatsächlich so, dass in kleinen Betrieben, wie in Handwerks betrieben oder im Dienstleistungsbereich, für viele kurzfristig Beschäftigte, für Beschäftigte in der Leiharbeit, für viele Beschäftigte in Minijobs, das faktisch nicht infrage kommt. Für denjenigen Teil der Arbeitnehmer, der in prekären Verhältnissen beschäftigt ist, wird das Alterseinkommen sehr unsicher sein. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es sich nicht um eine vorübergehende Beschäftigung in Minijobs oder in der Leiharbeit handelt, sondern wenn das längerfristig anhält. Diese Menschen werden im Alter höchstwahrscheinlich darauf angewiesen sein, Ihr Einkommen mit Leistungen der Grundsicherung aufzustocken. Diese Gruppe ist von Altersarmut betroffen. Mir scheint, dass die Politik das Thema Demografischer Wandel nicht energisch genug angeht. Ich sehe das nicht so. In der Tat diskutiert man das Thema schon seit mehr als 30 Jahren. Den demographischen Wandel selbst kann die Politik nicht maßgeblich beeinflussen. Weder die Lebenserwartung, noch die Geburtenrate lassen sich durch die Politik direkt beeinflussen. Auch die Zuwanderung lässt sich nur in Grenzen beeinflussen. Daher geht es darum, die Folgewirkungen dieses Wandels zu bewältigen. Die grundlegende Voraussetzung dafür ist, dass wir ökonomisch auch in Zukunft in der Lage sind, höhere Belastungen für die älteren Menschen zu tragen. Und das betrifft alle Sicherungssysteme, seien sie nun über Umlagen oder über Rücklagen finanziert, seien sie gesetzlich oder privat. Die Entwicklung bedeutet auf jeden Fall, dass die zukünftigen jüngeren Arbeitnehmer mehr Geld für die Alterssicherung abzweigen müssen, zur Finanzierung des eigenen Alters und des Alters der anderen. Hier kommt es darauf an, dass die Erwerbsbeteiligung zukünftig möglichst hoch ist, dass viele Menschen in Arbeit sind, dass die Arbeit ausreichend vergütet wird, dass Minijobs und andere prekäre Beschäfti- 16 l Pflegefreund 2/12

17 Leitthema gungsverhältnisse abgeschafft werden. Das sind wesentliche Dinge, die häufig nicht gesehen werden, die aber langfristige Auswirkungen haben. Die Politik ist schlecht beraten, wenn sie diese prekären Arbeitsverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt nicht auch unter demografischen Gesichtspunkten betrachtet. Ein starker Partner. Anzeige Sehen Sie also eine Lösung darin, dass vereinfacht gesagt die Arbeitnehmer mehr Geld verdienen? Das ist ein ganz wesentliches Element, dass das Einkommen pro Kopf auch in Zukunft weiter steigen wird. Dann fällt es dem Menschen im aktiven Alter auch leichter, höhere Beiträge für die Alterssicherung zu zahlen. Es sind zukünftig höhere Lasten zu schultern. Wenn die Realeinkommen steigen, sind die Voraussetzungen wesentlich besser, als wenn wir in eine ökonomische Krise hineinschlittern und dann nicht nur die Rentner, sondern auch mehr Arbeitslose zu finanzieren hätten. Plattformlifte Für gerade und kurvengängige Treppen Im Innen- und Außenbereich Einfache und sichere Bedienung Zahlreiche Ausstattungsvarianten Anruf gebührenfrei Sind das aber Dinge, welche die Politik direkt beeinflussen kann? Ich sehe da sehr wohl Möglichkeiten: wir brauchen eine Re-Regulierung des Arbeitsmarktes, wir brauchen eine höhere Frauenerwerbsbeteiligung, und zwar im Vollzeitoder vollzeitnahen Bereich. Wir brauchen auch eine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Menschen, nicht nur durch die einfache Heraufsetzung der Altersgrenze. Wir brauchen eine aktive Präventionspolitik, damit ältere Menschen auch gesundheitlich zukünftig in der Lage sind, länger zu arbeiten. Dies alles sind Dinge, die man durchaus politisch gestalten kann. Tatsächlich sind von den 64-Jährigen nur zehn Prozent in Vollzeit beschäftigt Hier gibt es sehr viel zu tun, es geht nicht nur darum, rentenrechtlich die Zahl 65 durch die Zahl 67 auszutauschen. Es geht darum, dass die Betriebe den Älteren auch tatsächlich alters- und alternsgerechte Angebote machen. Das muss jetzt angegangen werden, das kann nicht einfach auf Knopfdruck im Jahre 2030 oder 2040 geschehen. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Die Betriebe haben jetzt schon Schwierigkeiten, in ausreichendem Maße jüngere Arbeitnehmer zu gewinnen. Der Jugendwahn der vergangenen Jahrzehnte lässt sich so nicht mehr durchhalten. Deshalb kommt es jetzt darauf an, Vorsorge zu tragen, auch mit alternden Belegschaften eine hohe Produktivität zu erreichen. Das setzt voraus, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass ein Arbeitnehmer schwere Industriearbeit oder schwere Dienstleistungen durchhalten kann. Was kann konkret gemacht werden? Die Personalpolitik der Betriebe und auch die Lebensplanung der Betroffenen müssen sich daran ausrichten, nicht in jungen Jahren alle Reserven abzurufen. Viele junge Beschäftigte machen Überstunden ohne Ende und sie tun dies, ohne zu berücksichtigen, dass sie so nicht mehr arbeiten können, wenn sie 55 oder 65 Jahre alt sind. Die Perspektive muss demographisch verlängert werden, auf ein Alter von 65 und möglicherweise darüber hinaus. Es geht darum, Sorge zu tragen, dass man beispielsweise im Pflegeberuf auch bis 60 Jahre gesund arbeiten kann. Das setzt wiederum voraus, dass die Arbeitszeit und die Arbeitsbelastungen so gestaltet werden, dass sie möglichst lange durchgehalten werden können. Vielen Dank für das Gespräch! Infoquellen zu Altersvorsorge und Renten Deutsche Rentenversicherung Bund Die Deutsche Rentenversicherung gibt Auskunft über alle Formen der gesetzlichen Rente. Die Örtlichen Beratungsstellen geben auf Anfrage umfangreiche persönliche Beratung. Auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung Bund kann man z. B. Infobroschüren ansehen und sich auf den eigenen Computer laden, das eigene Rentenkonto einsehen, Anträge zur Rente stellen und die zuständige Beratungsstelle finden. Ein kostenloses Service-Telefon gibt kompetent und verständlich Auskunft. Anschrift: Deutsche Rentenversicherung Bund Ruhrstraße 2, Berlin Kostenloses Service-Telefon / Weitere Infoquellen im Internet: Umfangreiches gewerbliches Portal zu Themen der Altersvorsorge wie Riesterrente, Vorsorgeberatung, Lebenserwartung und vielem mehr Vergleichsportal für Versicherungen mit umfangreichem Bereich Alterssicherung Umfangreiches Portal der Universität Duisburg/Essen zu den Themen Sozialstaat und Sozialleistungen. Hier findet man auch alle Sozialgesetzbücher und ständig aktuelle Meldungen zum Thema. Pflegefreund 2/12 l 17

18 Schwerpunkt Foto: Museum der Universität Tübingen Im Schatten der Kinderlähmung Das Post-Polio-Syndrom Oben: Eine so genannte eiserne Lunge. Solche Geräte halfen Patienten mit Atemlähmung zu überleben Vor Jahren wütete die Kinderlähmung letztmalig in großen Epidemien in Europa und in den USA. Allein in Deutschland rechnet man damit, dass etwa 1,2 Millionen Menschen Kontakt mit dem Virus hatten. Bei den meisten Kindern verging und heilte die Krankheit scheinbar ohne weitere Schäden aus. Bis zu einem Prozent der Erkrankten entwickelte die typischen Lähmungssymptome. Bei vielen Gelähmten blieben dauerhafte Schäden zurück, andere erholen sich innerhalb eines Jahres scheinbar vollständig. Doch heute leiden Tausende an den Spätfolgen. Darstellung eines Priesters mit Poliolähmung auf einer ägyptischen Stele 18 l Pflegefreund 2/12 Tausende an Kinderlähmung Erkrankte konnten nur überleben, weil sie Wochen, Monate oder gar Jahre in der eisernen Lunge zubrachten. Etwa zwei Prozent der schwer erkrankten Kinder starben an der Kinderlähmung. Es gibt Bilder aus den 1950er Jahren: In großen Sälen stehen die Eisernen Lungen Reihe an Reihe. In jeder der Röhren liegt ein krankes Kind. Medizinisches Personal in weißer Berufskleidung steht zwischen den Beatmungsmaschinen. Was man nicht sieht, sind jene Tausende von Kindern, die nicht das Privileg dieser lebensrettenden Behandlung hatten. Allein im Jahr 1952 gab es in Deutschland 9706 Erkrankungen und 776 Todesfälle. Die Behörden waren weitgehend hilflos. Im Interview mit Margit Glasow (Seite 21) erklärte Hans-Joachim Wöbbeking vom Bundesverband Polio e. V. dazu: Es war zunächst nicht einfach, in Deutschland gemeinsam wirkungsvolle Maßnahmen gegen diese schreckliche Krankheit und ihre Folgen zu finden. Die auf dem Gebiet der Kinderlähmung tätigen privaten Vereine und Verbände konnten bei aller Anerkennung ihres Engagements und ihrer Leistungen diese Aufgaben nicht erfüllen, genauso wenig wie die einzelnen Behörden der Länder in ihren jeweiligen Zuständigkeitsbereichen. So stand folgerichtig die Schaffung einer zentralen Organisation zur Bekämpfung der Kinderlähmung in der Bundesrepublik Deutschland auf der Tagesordnung. Mit der Gründung der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Kinderlähmung e. V. im August 1954 begann man schließlich, alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit zu koordinieren und zu intensivieren. Kampf gegen Polio in Deutschland Das erste Rundschreiben der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Kinderlähmung vom Juli 1955 war jedoch die Absage der bereits vorbereiteten ersten Polio-Impfung in der Bundesrepublik Deutschland. Was war geschehen? Wenige Wochen nach der stolzen Verkündung der erfolgreichen Ergebnisse eines Impfgroßversuches im Jahr 1955 traten in Amerika einzelne Polio-Fälle auf, die eindeutig im Zusammen-

19 Schwerpunkt hang mit der Impfung standen. In der Folgezeit wurden weitere, insgesamt 204 Fälle bekannt, die auf die Verwendung eines in den USA produzierten Totimpfstoffes gegen Polio zurückzuführen waren, so Wöbbeking. So kam es, dass im Jahr 1960 in der Bundesre publik von den bis 4-jährigen Kindern lediglich 8 Prozent und von den 5- bis 14-jährigen Kindern lediglich 3 bis 4 Prozent mit dem Totimpfstoff geimpft wurden. Das Ergebnis war, dass hier im Jahr 1960 noch fast 60 Erkrankte auf 1 Million Einwohner kamen, während in Dänemark, Schweden und England wo man nahezu flächendeckend impfte nur 1 bis 5 Erkrankungen pro 1 Million Einwohner zu verzeichnen waren. Erfolg mit der Schluckimpfung Der Durchbruch im Kampf gegen die Kinderlähmung gelang Albert Sabin Er verwendete abgeschwächte Viren für einen Lebendimpfstoff. Nach vielen internen Diskussionen wurde im Jahr 1961 schließlich der Beschluss gefasst, den neuen oralen Lebendimpfstoff des damals lizenzierten Typ I von Sabin (Schluckimpfstoff) in Westdeutschland einzusetzen. Hans-Joachim Wöbbeking weiß, wem die Erfolge gegen Polio-Erkrankung in der Bundesrepublik zu verdanken sind: Die Herren Dr. Hein und Dr. Studt müssen hier mit Dankbarkeit genannt werden, weil mit ihrem Entschluss bereits im Jahr 1962 mehreren Tausend Kindern und Jugendlichen das Schicksal der Poliomyelitis erspart worden ist. So wurden bereits im ersten Durchgang mehr als 22 Millionen Personen in einem Zeitraum von rund 14 Tagen geimpft. Wöbbeking nennt die Schluckimpfung eine bewundernswerte Leistung des staatlichen Gesundheitswesens, die es in dieser Größenordnung bis dahin nicht gegeben hatte. Im Westen Deutschlands ging die Krankheit von 1962 bis 1965 um 99 Prozent zurück und 1990 fanden hier die letzten beiden Infektionen statt, 1992 wurden die letzten importierten Infektionen registriert. Durch die Schluckimpfung haben die Ärzte die Krankheit in Europa und den anderen Ländern der nördlichen Hemisphäre besiegt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO arbeitet daran, Polio weltweit auszurotten. Noch gibt es Länder, in denen das Virus Opfer findet. In Nigeria, Tadschikistan, Indien, Kongo und Pakistan wurden in den letzten Jahren Ausbrüche mit zum Teil Hunderten von Erkrankten und Dutzenden von Toten gemeldet. Dennoch ist die Chance groß, dass die Krankheit schließlich endgültig besiegt wird, wie schon zuvor die Pocken. Die Spätfolgen das Postpoliosyndrom (PPS) Auf bis zu schätzen Experten die Zahl der Menschen, die 40 bis 50 Jahre nach einer Ersterkrankung an Polio plötzlich wieder mit der Krankheit konfrontiert werden können. Denn heute kehrt die Kinderlähmung in Form von Spätfolgen zurück das Post- Polio-Syndrom. Die Gründe dafür liegen in der Art und Weise, wie das Poliovirus den Körper angreift. Wirkung von Polio Auslöser der Poliomyelitis ist das Poliovirus. Unter dem Elektronenmikroskop zeigt es sich ihn als eine kleine Kugel mit einem Durchmesser von 28 bis 30 Millionstel Millimeter (nm). 3D-Modelle zeigen das Virus als einen flockigen Ball. Seine Oberfläche besteht aus einem Mosaik von Eiweißmolekülen. Aufgenommen wird der Erreger durch den Mund etwa über unsaubere Lebensmittel. Er wandert unversehrt durch den Magen und beginnt, sich im Darm zu vermehren. Bei der Mehrzahl der Infizierten werden die Viren ausgeschieden, ohne dass es zu Symptomen kommt. Wenn es dem Erreger gelingt, in die Lymphe und in die Blutbahn zu gelangen (das ist bei etwa einem Prozent der Infizierten der Fall), siedelt er sich bevorzugt in jenen Nervenzellen an, die Bewegungsmuskulatur steuern. Körpereigene Abwehrzellen beginnen den Kampf gegen die Eindringlinge. Es kommt zu Entzündungen. Es sind diese Entzündungen, die die Nervenzellen zerstören. Wenn mehr als 50 Prozent dieser Nervenzellen abgestorben sind, können die Muskeln nicht mehr bewegt werden. Das geschieht meist plötzlich über Nacht treten Lähmungen auf. In vielen Fällen heilt die Krankheit nach einem Jahr aus. Die Lähmungen gehen oft vollständig zurück. Die Betroffenen verspüren keine Beschwerden mehr und führen ein normales Leben. Doch es bleiben Schäden zurück, die sich später bemerkbar machen. Denn die abgestorbenen Nervenzellen wachsen nicht nach. Stattdessen übernehmen intakt gebliebene Nervenzellen die Aufgaben ihrer toten Schwestern. Sie bilden neue Synapsen und versorgen die verwaisten Muskelfasern. Durch diese zusätzliche Mehrarbeit leiden die Nervenzellen unter Dauerstress. Sie versterben früh. Lähmungen und Schmerzen kehren zurück. Die Betroffenen klagen über diffuse Beschwerden. Ärzte tun sich oft schwer, die Symptome einzuordnen. Oft dauert es lange, bis die richtige Diagnose gestellt wird. hs und mg y Foto: Bundesarchiv Die Schluckimpfung rettete Tausende Kinder vor Polio Albert Sabin Jonas Salk Pflegefreund 2/12 l 19

20 Schwerpunkt Ich hatte Glück ich lebe noch Foto: privat Ein Poliobetroffener erinnert sich Er kennt sie gut, die Eiserne Lunge. Jahrzehntelang hat er jede Nacht darin verbracht. Sie hat dem heute Sechsundfünfzigjährigen das Leben gerettet. Ferdinand Schießl mit Freundin Ferdinand Schießl war zwei Jahre alt, als ihn 1958 die Poliomyelitis (Kinderlähmung) erwischte. Mit Ausnahme der rechten Hand waren alle Gliedmaßen von der Lähmung betroffen, auch die Atemmuskulatur versagte. Innerhalb kürzester Zeit wurde er ins Krankenhaus gebracht und sofort in die Eiserne Lunge gesteckt. Darin lebte er von diesem Moment an. Sonst wäre er erstickt. Leben in der Eisernen Lunge 12 lange Jahre im Krankenhaus folgten. Etwa 15 Kinder lagen auf der Polio-Station. Die meisten starben. Doch Ferdinand hatte Glück, er überlebte. Er wurde von einer wunderbaren Ärztin betreut, die nach drei Jahren begann, das Gerät ab und zu abzuschalten, um zu sehen, ob der kleine Junge selbstständig atmen würde. Er fühlte sich dabei zunächst völlig hilflos, hatte Todesangst. Doch plötzlich funktionierte es, zunächst für Sekunden, dann immer etwas länger. Ganz instinktiv wandte er die Froschatmung an, eine Technik, mit der man mit Hilfe der Mund- Rachen-Muskulatur Luft in die Lunge schluckt. Schließlich gelang Ferdinand diese Atemtechnik so gut, dass er nur noch in der Nacht zum Schlafen in die Eiserne Lunge musste. Der Schulunterricht im Krankenbett, bei dem zumindest die Grundkenntnisse von Deutsch und Mathematik vermittelt wurden, brachte ein klein wenig Abwechslung in den grauen Alltag. Dann überlegte man: Wohin mit diesen vielen Kindern, die durch die Polio bleibende Schäden zurückbehalten hatten, insbesondere Lähmungen der Arme und Beine. Pfennigparade hilft Die Lösung kam in Gestalt der Stiftung Pfennigparade, die 1950 zunächst als Bürgerinitiative zugunsten Polio-Gelähmter gegründet worden war war das neugegründete Heim für Polio-Erkrankte in München fertiggestellt worden. Hier fanden Kinder aus ganz Deutschland ein betreutes Zuhause. Dorthin zog auch Ferdinand mit seinen Eltern. Erstmals lebten sie wie eine Familie zusammen. Ferdinand hatte endlich ein eigenes Kinderzimmer. Sein Bett war zwar die Eiserne Lunge, aber ansonsten unterschied es sich nicht von üblichen Kinderzimmern. In der Pfennigparade begann für den Heranwachsenden eine völlig neue, turbulente Zeit. Vom regelmäßigen, ernsthaften Unterricht war er zwar nicht sonderlich begeistert, dafür aber von den vielen neuen Menschen, die er kennen lernte. Schnell fand er Freunde, sowohl unter den anderen behinderten Jugendlichen, als auch unter den Zivildienstleistenden. Die jungen Männer waren oft nicht viel älter als er, aber sie hatten in ihrem bisherigen Leben schon viel mehr erlebt. Es machte ihn neugierig, wenn sie von ihren Urlaubsfahrten, von Lagerfeuern oder von ihren Freundinnen erzählten. Gemeinsam hörten sie Musik oder besuchten ein Konzert, einen Biergarten, ein Kino. Auf dem Weg in die Unabhängigkeit Ein Sprung in die Unabhängigkeit war der Augenblick, als Ferdinand seinen ersten Elektro-Rollstuhl bekam. Zum ersten Mal in seinem Leben konnte er sich ohne fremde Hilfe fortbewegen und die Pfennigparade ganz allein bis in den letzten Winkel auskundschaften. Den Joystick, mit dem er Richtung und Geschwindigkeit bestimmen konnte, bediente er mit der beweglichen rechten Hand, Aufzugknöpfe drückte er mit einem Mundstab. Etwas länger dauerte es, bis er sich auch außerhalb des Gebäudes zurecht fand. Denn er hatte absolut keinen Orientierungssinn und schreckliche Angst vor den Autos. Aber er war endlich mobil. Trotzdem dachte er im Alter von 24 Jahren immer öfter darüber nach, wie es ihm gelingen könnte, ein selbstständiges Leben ohne Eltern und außerhalb dieses Heimes zu führen. Zunächst suchten sich die Eltern eine neue Wohnung und Ferdinand übernahm die bisherige Wohnung in der Pfennigparade. Ein damaliger Freund zog bei ihm ein. Die Pflege wurde über den Hausdienst der Pfennigparade geregelt. Doch Ferdinand stellte bald fest, dass diese Art Pflege nicht die richtige für ihn war. Er konnte immer noch nicht frei über seinen Tagesablauf bestimmen, musste sich zum Beispiel eine Woche vorher anmelden, wenn er mal ins Kino wollte. Schließlich erkämpfte er sich die Finanzierung für drei Assistenten, die er selbst einstellte und die ihn abwechselnd, meist für je drei Tage, betreuten und in dieser Zeit bei ihm wohnten. Endlich in eigener Wohnung 1983 gelang ihm endlich der Auszug aus der Pfennigparade in eine eigene Wohnung. Heute lebt der Sechsundfünfzigjährige in einer schönen Münchner Wohnung mit einem Stab von Assistenten. In der Eisernen Lunge schläft er seit einigen Jahren nicht mehr. Es gab Probleme damit und Ferdinand konnte nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Der Stickstoffgehalt im Blut stieg gefährlich an und er fiel immer öfter in einen so genannten Sekundenschlaf für ihn eine lebensbedrohliche Situation. Es gab drei Möglichkeiten: Luftröhrenschnitt das wollte er nicht. Sterben das kam schon gar nicht in Frage. Also blieb nur die Atemmaske in der Nacht. Nach einer sehr schwierigen Gewöhnungsphase kommt er damit nun gut zurecht. Zum Glück, denn Ferdinand Schießl hat immer noch viel vor insbesondere zusammen mit Karin, die er vor ein paar Jahren im Internet kennen lernte und mit der ihn seitdem eine in jeder Hinsicht glückliche Beziehung verbindet. Margit Glasow VbA Selbstbestimmt Leben e. V. Der Verbund behinderter Arbeitgeber- Innen! berät Menschen mit Behinderung in München bei der Planung und Durchführung eines selbstbestimmten Lebens. Sie entscheiden selbst, wo und wie sie leben. Dadurch haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, ihre Assistenten selbst auszuwählen, einzustellen und anzulernen. Menschen mit Behinderung werden so zu Arbeitgebern. Ferdinand Schießl (Seite 20) hat diesen Verein zusammen mit anderen Betroffenen gegründet. Weitere Infos bei: VbA-Selbstbestimmt Leben e. V. Landsberger Str. 45, München Telefon: 0 89 / l Pflegefreund 2/12

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