Modul: Management im Retailbanking. Thema: Banking/Bankensystem/Retailbanking. Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Wirtschaft

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1 Modul: Management im Retailbanking Thema: Banking/Bankensystem/Retailbanking Fachhochschule Düsseldorf, Fachbereich Wirtschaft Dozent: Dr. Stephan Weingarz

2 Legaldefiniton Bank über 1 KWG Kreditinstitute 1 Begriffsbestimmung (1) Kreditinstitute sind Unternehmen, die Bankgeschäfte gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreiben, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. Bankgeschäfte sind Bankgeschäfte: Einlagengeschäft Kreditgeschäft Diskontgeschäfte Finanzkommissionsgeschäfte Depotgeschäft Garantiegeschäft Wechseleinzugsgeschäft Reisecheckgeschäft Emmissionsgeschäft E Geld Geschäft 2

3 Legaldefiniton Bank über 1 KWG Finanzdienstleistungsinstitute Institute (1a) Finanzdienstleistungsinstitute sind Unternehmen, die Finanzdienstleistungen für andere gewerbsmäßig oder in einem Umfang betreiben, der einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert, und die keine Kreditinstitute sind. (1b) Institute im Sinne dieses Gesetzes sind Kreditinstitute und Finanzdienstleistungsunternehmen Finanzdienstleistungen sind 1. Anlagevermittlung 2. Anlageberatung 3. 3 Management im Retailbanking Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

4 Bankensystem in Deutschland Universalbanken Spezialbanken Privaten Geschäftsbanken Deutsche Bank Commerbank Hypovereinsbank Öffentlich rechtliche Banken Sparkassen Landesbanken Direktbanken Bausparkassen Hypothekenbanken Genossenschaftsbanken Volksbanken u. Raiffeisenbanken Zentralbanken 4 Management im Retailbanking Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

5 Tätigkeitsfeld einer Universalbanken Angebotsspektrum Universalbanken (Vollbanken) bieten im Gegensatz zu Spezialbanken die gesamte Bankbreite der Bank und Finanzdienstleistungsgeschäfte an. 1) Aktivgeschäft (Kreditgeschäft) Kontokorrentkredite, Diskontkredite, Baufinanzierungen, Investitionskredite 2) Passivgeschäft (Geldbeschaffung) Einlagengeschäft wie Sparkonten, Sichteinlagen, Termineinlagen, Bankschuldverschreibungen 3) Dienstleistungen Zahlungsverkehr, Bargeldgeschäft, Überweisungen, Devisengeschäft 4) Investmentgeschäft Wertpapiergeschäft, Verwahrung u. Verwaltung, Emmissionen, An und Verkauf von Wertpapieren 5) Sonstige Dienstleistungen Vermittlung von anderen Finanzdienstleistungen (Versicherungen), Immobiliengeschäft, Kartengeschäft etc. 5 Management im Retailbanking Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

6 Erste Begriffserklärung: Bank Bank (volkswirtschaftlich) Transformationseinrichtung Geschäftsmodell von Banken Banken als besondere Wirtschaftssubjekte in der Volkswirtschaft 6 Management im Retailbanking Prof. Dr. Diedrich/ Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

7 Bank als Finanzintermediäre Transaktionsprozess Transformationsprozess Reduzierung von Transaktionskosten und asymmetrischer Informationsverteilung z.b.: Such und Informationskosten Verhandlungskosten Abschluss und Ausführungskosten Vertragsüberwachungskosten Ausgleich von Friktionen zwischen Finanzierungsmittelangebot und nachfrage durch: Losgrößentransformation Fristentransformation Risikotransformation Quelle: nach Büschgen Management im Retailbanking Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

8 Alternative Modelle private lending Onlineportal Smava Marktplatz für Kleinkredite zwischen Privatpersonen (zwischen 500 und ) Kreditsuchende stellen ein zu finanzierendes Projekt vor Kreditbietende können sich passende Projekte aussuchen Zinssatz wird zwischen den beiden Privatpersonen ausgehandelt (keine Vorgaben) Provision von 1% an smava Dienstleistung smava: Prüfung der Kreditwürdigkeit des Kreditsuchenden über die Schufa Zahlungsverkehrabwicklung (in Kooperation mit der BIW, Bank für Investment und Wertpapiere AG) Zusammenarbeit mit Inkassounternehmen 8 Management im Retailbanking Prof. Dr. Diedrich/ Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

9 Retailbanking Definition Charakteristika Retailbanking umfasst das Mengengeschäft mit Privatkunden sowie mit kleineren Geschäfts und Firmenkunden (Peters 2008) Zwei Strategieoptionen: Kostenführerschaft vs. Qualitätsführerschaft Kunden Privatpersonen, die insbesondere Produkte aus dem Mengengeschäft nachfragen Kleinere Geschäfts und Firmenkunden (bis zu einer bestimmten Umsatzhöhe) Produkte Zahlungsverkehr Geldanlage Kredite Versicherungen Wertpapiere 9

10 Veränderte Rahmenbedingungen im Retail Banking Margen Prov. Kosten Margen u. Provisionen Kosten (Erstellung und Vertrieb) Neue Globalisierung & Markt- Wettbewerber Deregulierung transparenz Deckungsbeitrag Kunden- Technologien in Aufsichtsansprüche & Produktion & rechtliche -verhalten Vertrieb Anforderungen Quelle: Peters 2008 Zeit 10 Management im Retailbanking Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

11 Herausforderungen im Retail Banking Kunde Produkt Abnehmende Kontakthäufigkeit Zunehmende Selbstständigkeit Zunehmende Wechselbereitschaft Herausforderungen Im Retail Banking Bedeutungszunahme komplexer Produkte Wachsende Angebotsvielfalt Vertrieb Nachholbedarf in Vertriebsorientierung Geringe Nettomarktzeit Wenig variable Vergütung Quelle: Peters Management im Retailbanking Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

12 Sparkassen Kennzahlen Aufgaben: Als Universalkreditinstitute bieten Sparkassen alle üblichen Bankgeschäfte für private Haushalten Unternehmen (Mittelstand, Handwerk) Kommunen Institutionellen Kunden Institute: 431 Sparkassen Geschäftsstellen: Bilanzsumme: 1.073,3 Mrd. (zusammengefasst) Mitarbeiter: ~ Durchschnittl. Bilanzsumme: 2,49 Mrd. (= Sparkasse Vorpommern, Platz 129) 12

13 Sparkassengesetz Sparkassenrecht ist Länderrecht! Rechtsform der Sparkassen: Anstalt des öffentlichen Rechts Errichtet werden Sparkassen von einer Gebietskörperschaft (Gemeinde, Stadt, Landkreis) oder einem Zweckverband. Öffentlicher Auftrag: Pflege des Sparsinns in der Bevölkerung Versorgung der Bevölkerung mit geld und kreditwirtschaftlichen Leistungen Förderung der allgemeinen Vermögensbildung Wirtschaftserziehung der Jugend Sparkassen sind dem Gemeinwohl verpflichtet (aber nicht gemeinnützig im steuerlichen Sinn!) Sparkassen haften mit ihrem Eigenkapital, keine Kapitalzuführung durch Außenstehende. früher: Anstaltslast Gewährträgerhaftung, wurden im Rahmen der Brüsseler Konkordanz abgeschafft. 13

14 Sparkassenrangliste 1 36 Zahlen Charakteristika 14

15 Sparkassenrangliste Struktur 15

16 Freie Sparkassen Keine Anstalten des öffentlichen Rechts! Gleiche Unternehmensausrichtung! Es gibt sog. Freie Sparkassen, die über eine andere Rechtsform verfügen: Kapitalgesellschaft Stiftung Wirtschaftlicher Verein Organisiert im Verband der Deutschen Freien Öffentlichen Sparkassen 6 freie Sparkassen in Deutschland, z.b. Hamburger Sparkasse AG (37 Mrd ) Bremer Sparkasse AG (11 Mrd. ) Sparkasse zu Lübeck AG (2,2 Mrd. ) 16

17 Selbstverständnis DSGV DSGV Präsident Heinrich Haasis Bilanzpressekonferenz Gegründet: 1989 (Finanzdienstleistungen Postckeckdienst seit 1909) Bilanzsumme: 226 Mrd. Mitarbeiter: Geschäftsstellen: Vertrieb in Postfilialen 17

18 Landesbanken Landesbankkonzerne + Deka Kennzahlen Aufgaben: Breites Leistungsspektrum für Betriebe und Wirtschaftsunternehmen Finanzdienstleistungen für die staatlichen Gebietskörperschaften Sparkassenzentralbanken Unterstützung der Sparkassen bei Auslandsaktivitäten Verbundpartner bei Industrieansiedlungen, Infrastrukturmaßnahmen, Mittelstands und Wohnungsbauförderung Partner im Retailgeschäft mit Zahlungsverkehrssystemen und komplexen Produkten. Geschäftsstellen: 580 Bilanzsumme: Mrd. (zusammengefasst) Mitarbeiter: ~ LB Baden Württemberg, Bayern LB, LB Berlin, Bremer Landesbank, HSH Nordbank, LB Hessen Thüringen, Nord LB, West LB, Saar LB Träger: Regionale Sparkassen und Giroverbände sowie Bundesländer 18

19 Private Banken Bundesverband deutscher Banken Die privaten Banken in Deutschland haben sich im Bundesverband deutscher Banken (BdB) zusammengeschlossen. Bei seinen Mitgliedern unterscheidet der BdB vier Gruppen: Großbanken (4) Regionalbanken (90) Privatbankiers (25) Auslandsbanken (91) 19

20 Deutsche Bank AG Kennzahlen Geschäftsbereiche Global Markets: Bedarf von int. Großkunden, Regierungen u. int. institutionellen Investoren Corporate Finance: M&A, Börsengänge, Finanzierung von Großprojekten etc. Global Transaction Banking: Abwicklung von Außenhandelsgeschäften, Liquididitätsmanagement etc. Asset Management: Vermögensverwaltung (z.b. DWS) Private Wealth Management: Betreuung vermögender Kunden, Stiftungen etc. Private & Business Clients: Retail Banking Gründung: Bilanzsumme: Mrd. Mitarbeiter: weltweit Marktanteil Privatkunden: ~ 6% Niederlassungen in London, New York, Singapur, Sydney 20

21 UniCredit Bank AG Kennzahlen Geschäftsbereiche Privatkunden und kleine und mittlere Unternehmen Corporate & Investment Banking Private Banking (Wealth Management) Global Banking Service Ursprünge: Bayerische Staatsbank, Mitte des 18. Jahrh. Bilanzsumme: 412 Mrd. Mitarbeiter: (HVB Group) Geschäftsstellen:

22 Deutsche Postbank AG Kennzahlen Gegründet: 1989 Hervorgegangen aus den Finansdienstleistungen der Post, wie dem Postckeckdienst (eingeführt 1909) Bilanzsumme: 226 Mrd. Mitarbeiter: Geschäftsstellen: Vertrieb in Postfilialen Hauptzielgruppe: Privatkunden 22

23 Genossenschaftsbanken Kreditgenossenschaften Volksbanken u. Raiffeisenbanken Sparda Banken (12) PSD Banken (15) Kirchenbanken Spezialinstitute (BBBank, Deutsche Apotheker und Ärztebank) Institute: Kreditgenossenschaften Geschäftsstellen: Mitglieder: Bilanzsumme: 707 Mrd. (zusammengefasst) Durchsch. Bilanzsumme: 620 Mio. (2009): 597 Mio. 23

24 Genossenschaftsbanken Institute: Kreditgenossenschaften Geschäftsstellen: Mitglieder: Bilanzsumme: 707 Mrd. (zusammengefasst) Mitarbeiter: ~

25 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin Charakteristika Aufgaben: Sicherstellung der Funktionsfähigkeit, Integrität, und Stabilität des deutschen Finanzsystems durch Bankenaufsicht Wertpapieraufsicht Versicherungsaufsicht Kontenaufsicht Gegründet: 1. Mai 2002 Aufsichtsbehörde: Bundesministerium der Finanzen Mitarbeiter: Sitz: Bonn u. Frankfurt a.m. Zentrale Grundlage für die Bankenaufsicht ist das Kreditwesensgesetz (KWG). Die BaFin überwacht die Regeln und Vorgaben des KWG und präziert die Regelungen durch eigene Verordnungen (MaRisk, MaComp) 25

26 Literatur Bartmann, Dieter/ Nirschl, Marco/ Peters, Anja (2008): Retail Banking. Zukunftsorientierte Strategien im Privatkundengeschäft, Frankfurt a.m. Büschgen, Hans E. (1999): Bankbetriebslehre. Bankgeschäfte und Bankmanagement, 5. Auflage, Wiesbaden. 26 Management im Retailbanking Prof. Dr. Diedrich/ Dr. Stephan Weingarz FH D Fachbereich Wirtschaft

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