WACHSTUMSMARKT RUSSLAND

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1 V ERBAND DER D EUTSCHEN W IRTSCHAFT IN DER R USSISCHEN F ÖDERATION! " # WACHSTUMSMARKT RUSSLAND DIE BASIS WIRD BREITER JAHRESBERICHT DES VERBANDES DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT IN DER RUSSISCHEN FÖDERATION 2005

2 Seite 2 WACHSTUMSMARKT RUSSLAND DIE BASIS WIRD BREITER Der Verband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation Kurzzusammenfassung Die aktuelle wirtschaftspolitische Lage in der Russischen Föderation und ihre Auswirkungen auf die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen Bericht der Komitees und Arbeitsgruppen des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation: - Finanzdienstleistungen - Regionen - Aus der Unternehmenspraxis - Personalwirtschaft - Entwicklungen im Steuerrecht - Außenhandel - Land- und Ernährungswirtschaft - Rechtliche Entwicklungen - Sicherheit Aktuelle Eckdaten der wirtschaftlichen Entwicklung in der Russischen Föderation Die Mitglieder des Verbandes im Dezember 2005 IMPRESSUM Der Bericht des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation (VDW) wird alljährlich aus Beiträgen der Komitees und Arbeitsgruppen des Verbandes erstellt. An diesem Bericht haben die folgenden Komitees und Arbeitsgruppen des Verbandes mitgewirkt: AG Agrar- und Ernährungswirtschaft, Komitee für Außenhandel mit den AG Zertifizierung, Zoll und Logistik, Komitee für Finanzdienstleistungen, Komitee für Personalfragen, Komitee für Rechtsfragen, Komitee für Steuern und Rechnungslegung mit dem Arbeitskreis Buchhalter, Komitee für Unternehmenspraxis mit den AG Versicherungen und Immobilien, AG Public Relations und AG Sponsoring. Postanschrift: Internet: Verband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation c/o APK Worldwide Courier GmbH Desenissstr Hamburg Redaktion dieses Berichts: Dr. Andrea von Knoop (Vorstandsvorsitzende), Dr. Max Gutbrod (Komitee für Finanzdienstleistungen), Nicolas Vértes (Komitee für Steuern und Rechnungslegung), Dr. Thomas Mundry (Komitee für Rechtsfragen), Dr. Marco Graff (Regionalbeauftragter der Delegation), Jochen Scholz (Komitee für Personalfragen), Kerstin Dauenheimer (Komitee für Außenhandel), Nobert Wolf (Sicherheitsbeauftragter), Regina von Flemming (Komitee für Unternehmenspraxis), Florian Schneider (AG Immobilien), Dr. Siegmar Krüger (AG Versicherungen), Michael Zickfeld (AG PR), Alexej Soldatow (AG Zertifizierung), Stefan Dürr (AG Agrar- und Ernährungswirtschaft), Robert Ferstl (Droege & Comp.), Robert Scherl (Scherl & Partner), Christian Tegethoff (Informationszentrum der Deutschen Wirtschaft), Constanze Kachcharova (bfai Moskau), Waldemar Lichter (bfai Moskau), Jens Böhlmann (Redaktion), Manfred Bruer und Oliver Oshinowo (PWC), Bärbel Warnig (Geschäftsleiterin), René Harun (stv. Geschäftsleiter), Sergej Bykow (Referent für Informationsanalysen), Svetlana Foth (Redakteurin der Verbandsnachrichten), Dr. Grigorij Talanov (Leiter der Rechtsabteilung) Die Vervielfältigung und auszugsweise Wiedergabe ist nur unter Angabe der Quelle gestattet. Der Verband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation übernimmt keine Haftung für den Inhalt.

3 Seite 3 DER VERBAND DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT IN DER RUSSISCHEN FÖDERATION Historie Der Verband der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation (VDW) wurde am 15. März 1995 als nichtkommerzielle russische juristische Person in Moskau gegründet. Gemäß seiner Satzung ist der VDW ein freiwilliger Zusammenschluss der auf dem russischen Markt tätigen deutschen Unternehmen und Unternehmer, die sich mit dem VDW ihr Selbstverwaltungsorgan geschaffen haben. Mitglieder Der Verband hat zurzeit ca. 500 Mitglieder aus allen Wirtschaftsbereichen: überwiegend deutsche Unternehmen mit ihren russischen Repräsentanzen, Filialen oder Tochterunternehmen. Zu ihnen zählen Newcomer genauso wie alte Hasen. Über die Hälfte der Mitglieder sind kleine und mittelständische Unternehmen. Aber auch weltweit agierende Konzerne versammeln sich unter dem Dach des Verbandes.. Der VdW hat vor einiger Zeit begonnen sich auch für russische Unternehmen zu öffnen; vorerst jedoch nur für Partner, deren Namen in Deutschland einen guten Klang haben.. Die so geschaffene Organisation ist für die deutsche Wirtschaft ein wirksames Instrument zur Aktivierung des wirtschaftspolitischen Dialogs mit der russischen Regierung und der Exekutive. Dienstleistungen Der VDW unterstützt seine Mitglieder in ihrer unternehmerischen Tätigkeit in Russland. Er informiert fortlaufend über relevante rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen und über die wirtschaftspolitische Entwicklung des Landes. Diese und andere Fakten werden in einem monatlich erscheinenden Magazin publiziert. Darüber hinaus informiert der Verband auf zahlreichen Veranstaltungen (ca im Jahr) und mit aktuellen Mailings. Für branchenübergreifende Fragestellungen, die für die Mitgliedsunternehmen von besonderem Interesse sind, hat der VDW Komitees und Arbeitsgruppen eingerichtet, die ein Forum für den Meinungsaustausch bilden (z.b. das Komitee für Außenhandel, das Komitee für Personalfragen, das Komitee für Rechtsfragen, die Arbeitsgruppe Zoll, die Arbeitsgruppe Verkehr und Logistik). Diese Komitees werden von Vertretern renommierter deutscher Firmen und Anwaltskanzleien geleitet, die über einschlägiges Wissen verfügen und dieses im Interesse der deutschen Wirtschaft zur Verfügung stellen. In den Komitees und Arbeitsgruppen engagieren sich derzeit ehrenamtlich etwa 400 Spezialisten aus den Mitgliedsunternehmen des VDW. Lobbyarbeit Das Lobbiieren deutscher Wirtschaftsinteressen nimmt breiten Raum in der Arbeit des Verbandes ein. Ziel der Lobbyarbeit ist die Interessenvertretung der deutschen Wirtschaft in Russland gegenüber der russischen Regierung, der Duma und den Behörden der Russischen Föderation. Diese Form der Förderung umfasst nicht nur die offizielle Unterstützung relevanter Projekte auf Regierungsebene, sondern auch konkrete Hilfeleistungen für deutsche Firmen bei auftretenden Schwierigkeiten. Dabei nutzt der Verband seine guten Kontakte zu allen föderalen Ministerien und Behörden sowie zu den Administrationen der Subjekte der Russischen Föderation und der Deutschen Bundesregierung, den Regierungen der Bundesländer und zu den Spitzenorganisationen der Wirtschaft beider Länder. Verband und Delegation der Deutschen Wirtschaft in der RF Der VDW arbeitet eng mit der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation mit Sitz in Moskau einer nichtkommerziellen Einrichtung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und ihren Außenstellen in St. Petersburg, Kaliningrad und Nowosibirsk zusammen. Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation ist Teil des weltweiten Netzes der Auslandshandelskammern (AHKn), die mit 117 Büros in 80 Ländern der Welt vertreten sind. Die AHKn sind unter anderem auch die von der Deutschen Bundesregierung beauftragten Organe zur Außenwirtschaftsförderung in ihren Sitzländern. Der Präsident des VDW ist Prof. Dr. Claus Hipp (Hipp Werke); Ehrenpräsident und Mitbegründer der langjährige Vorsitzende des Ost-Ausschusses Otto Wolff von Amerongen. Mitglieder des Präsidialrates sind: Dr. Burckhard Bergmann (Vorsitzender des Vorstandes der E.ON Ruhrgas AG), Nikolaus Knauf (Geschäftsführender Gesellschafter der Knauf Gruppe), Dr. Hans-Joachim Körber (Vorsitzender des Vorstandes der Metro AG) und Dieter Rampl (Vorstandssprecher der HypoVereinsbank AG). Vorsitzende des Vorstandes ist Dr. Andrea von Knoop, die dieses Amt ehrenamtlich wahrnimmt und die gleichzeitig Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation ist. Damit wird gewährleistet, dass die deutsche Wirtschaft in Russland mit einer Stimme spricht. Dem Vorstand gehören außerdem als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender - Dr. Max Gutbrod (Baker & McKenzie), als Schatzmeister - Reiner Müller-Hanke (KMB Bank), Kerstin Dauenheimer (Hamm Shoes), Regina von Flemming (Flemming & Partner), Rainer Hartmann (E.ON Ruhrgas), Dr. Thomas Mundry (Freshfields Bruckhaus Deringer), Jochen Scholz (Deutsche Management Akademie Niedersachsen), Nicolas Vértes (Deloitte & Touche), und Norbert Wolf (Siemens) an.

4 Seite 4 Die Delegation der Deutschen Wirtschaft in der RF und der VDW bilden die Basis für eine in nächster Zeit geplante bilaterale deutsch-russische Auslandshandelskammer. Ansprechpartner: Bärbel Warnig (Geschäftsleiterin), René Harun (stellv. Geschäftsleiter)

5 Seite 5 KURZZUSAMMENFASSUNG Einer der attraktivsten Märkte der Welt Sieben Jahre kontinuierliches und überdurchschnittlich hohes Wirtschaftswachstum machen Russland zu einem der attraktivsten Märkte weltweit heute und in Zukunft. Für das Jahr 2005 wird eine Steigerung des Bruttoinlandsproduktes um mindestens 6,4 Prozent prognostiziert. Das bedeutet gerade auch für deutsche Unternehmen - attraktive Geschäftsbedingungen, denn Deutschland ist nicht umsonst seit über drei Jahrzehnten Russlands wichtigster Handelspartner. Der deutsche Anteil am Gesamtaußenhandel liegt bei ca. zehn Prozent, bei einem Importanteil von 14 Prozent. Besonders groß ist die Nachfrage nach Maschinen und Ausrüstungen (inkl. KFZ). Ihr Anteil am Gesamtimport steigt kontinuierlich und lag im Vorjahr bei ca. 43 Prozent. Das Gesamtimportvolumen für das Jahr 2005 wird sich auf ca. 120 Mrd. USD, nach 94 Mrd. USD im Vorjahr belaufen. Schätzungen für die Jahre 2006 und 2007 gehen von einer neuerlichen Steigerung auf 139 Mrd. USD bzw. 163 Mrd. USD aus. Wirtschaft staatsfern und staatsnah Ein derart dynamisches Wirtschaftswachstum erfordert ein hohes Maß an permanenter Anpassung auf politischer, rechtlicher und wirtschaftlicher Ebene. Dabei lassen sich zwei ambivalente Entwicklungen konstatieren. Einerseits der Rückzug des Staates aus der Wirtschaft, um den Markt auch für ausländische Investoren attraktiver zu machen. Dazu zählt auch die Einführung international üblicher Standards im Geschäftsverkehr, die Umwandlung der staatlichen Eisenbahngesellschaft in eine Aktiengesellschaft und der zunehmende Rückzug aus der Finanzwirtschaft. Andererseits ist die steigende Einflussnahme auf strategisch wichtige Wirtschaftszweige evident. Auf die den Export dominierenden Rohstoffe Erdöl, Erdgas, Brennstoffe und Metalle hat der russische Staat direkt oder indirekt Zugriff; sie machen ungefähr die Hälfte des Gesamtexportvolumens aus, bei einem Geldwertanteil von gut drei Vierteln. Die jüngste Entwicklung auf dem Sektor der Agrarwirtschaft zeigt, dass massive staatliche Interventionen noch nicht der Vergangenheit angehören. Präsident Putin erklärte die Landwirtschaft zum nationalen Schwerpunktthema der nächsten Jahre und kündigte milliardenschwere Subventionen an. Bewegung im Bankensektor Der Rubel hat sich stabilisiert und konnte gegenüber Euro und Dollar nominal zulegen, der Wechselkurs liegt derzeit bei ca. 34 Rubel für einen Euro und knapp 29 Rubel für einen Dollar. Die Gold- und Devisenreserven sind weiter gestiegen und belaufen sich auf rund 168,4 Mrd. USD. Die Inflation ist 2005 leicht gesunken und betrug 10,9 Prozent. Die russischen Banken setzten ihren Konsolidierungskurs fort. Die größten Kreditinstitute sind immer noch in Staatsbesitz: Sberbank, Vneshtorgbank und die staatsnahe Gazprombank. Der Grad der Finanzintermeditation wurde gesteigert, Kredit- und Einlagenvolumina deutlich ausgeweitet. Durch die Verbesserung der Eigenkapitalisierung der Kreditinstitute konnte die Geschäftsausweitung auf ein stabiles Fundament gestellt werden. Im Privatbankensektor sorgte die Fusion der UralSib, der Avtobank-Nikoil, der Bryansky Narodny Bank und Kuzbassugolbank zur neu lizenzierten UralSib-Bank für Aufsehen. Ende September wurden 923 Banken zur Teilnahme am Einlagensicherungsfonds zugelassen. Der Fonds sichert fast 98 Prozent aller privaten Einlagen. Die gute Aufstellung der Banken hat bisher noch nicht zu einer wesentlichen Verbesserung der Finanzsituation der klein- und mittelständischen Unternehmen geführt. Trotzdem man erkannt hat, dass sie das Fundament des wirtschaftlichen Aufschwungs bilden - 90 Prozent aller Unternehmen sind KMUs, sie stellen 60 Prozent der Arbeitsplätze und haben einen Anteil von 50 Prozent am Gesamthandelsumsatz ist ihre Ausstattung mit Finanzmitteln unterentwickelt. Investitionen und Kreditvergabe durch russische Banken werden erst perspektivisch von größerer Bedeutung sein. Staat unterstützt Landwirtschaft Die russische Agrarwirtschaft hat sich auch in diesem Jahr gut entwickelt, das Ernteergebnis konnte erneut gesteigert werden. Aus den Beständen der neuen Ernte wurden bis September ,5 Mio. t Getreide exportiert. Unter Federführung des Präsidenten hat die Regierung die Landwirtschaft zum wirtschaftlichen Schwerpunktthema erklärt. Mit weitreichenden Konsequenzen: - 7,45 Mrd. RUR werden in die Förderung der Tierhaltung fließen;

6 Seite 6 - Zinsen für den Neubau von Viehzuchtanlagen werden erstattet; - Das Stammkapital des Leasingunternehmens OAO RosAgroLeasing wird um 8 Mrd. RUR erhöht, mit dem Ziel den Erwerb von hochwertigen Viehbeständen und Tierhaltungstechnik zu subventionieren. Das bedeutet einen erheblichen Wettbewerbsvorteil für russische Landwirte innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das Importverbot für Pflanzen und pflanzliche Erzeugnisse aus den Ländern der EU wurde in gemeinsamer Absprache und unter Forderung der Einführung phytosanitärer Zertifikate wieder aufgehoben. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Vogelgrippe entsprechen internationalen Standards, mittlerweile ist die verhängte Quarantäne in den meisten Gebieten wieder aufgehoben. Immobilien- und Mietpreise weiter auf Rekordniveau Die Mietzinsen sind im Jahresverlauf um 2,4 Prozent gestiegen und liegen augenblicklich bei etwa 700 USD pro Quadratmeter und Jahr. Der Bauboom setzt sich vor allen Dingen in Moskau ungebremst fort. Neue große Business-Zentren prägen das Gesicht der Stadt ebenso wie Mega-Malls. Neben seit Jahren etablierten Handelsketten wie Metro, OBI und IKEA drängen zunehmend weitere in den Markt. Die gestiegene Nachfrage nach Handelsfläche hat auch hier zu einer Steigerung der Mietzinsen geführt. Im Zentrum der Hauptstadt werden bis zu USD pro Quadratmeter fällig. Die Nachfrage übersteigt das Angebot auch bei Lagerflächen. Mehr als Quadratmeter Lagerfläche wurden in Moskau in Betrieb genommen. Das Angebot umfasst alle Qualitäten, die meisten Lager entsprechen jedoch nicht europäischen Standards. Die Durchschnittsmieten lagen bei USD/qm. Investoren haben die sich aus dieser Zwangslage ergebenden Möglichkeiten erkannt und neue Lagerzentren in Tomilinio und Puschkino in Auftrag gegeben. Bei der Neuansiedlung bzw. dem Neubau oder der Erschließung von Industrieflächen lässt sich zunehmend ein Trend in Richtung Umland und Industrieparks beobachten. Die Preise pro Quadratmeter differieren stark und liegen zwischen USD. Von Januar bis Oktober diesen Jahres wurden 26 Mio. qm Wohnfläche fertig gestellt. Die Quadratmeterpreise lagen im Zeitraum von Juni 2004 bis April 2005 bei USD. Veränderungen im Steuerrecht Der Reformierungsprozess des russischen Steuerrechts hat sich auch 2005 fortgesetzt. Im Mittelpunkt standen die Gewinn- und die Umsatzsteuer. Zur Mitte des Jahres wurden Änderungen im Steuerkodex eingeführt, die u.a. die Gesellschafterfremdfinanzierung, die Regelungen für steuerliche Verlustvorträge (früher 30 Prozent, ab Prozent), Aufwendungen für Zwecke der Gewinnsteuer, erleichterte Abschreibungsregeln und zahlreiche Änderungen im Umsatzsteuerecht regeln. Die Erbschafts- und Schenkungssteuern sind abgeschafft worden. Sonderwirtschaftszonen Nach der systematischen Abschaffung von Steuervergünstigungen für Investoren ist mit der Einrichtung von Sonderwirtschaftszonen eine Kehrtwende vollzogen worden, auch um ausländische Investoren für die Finanzierung zu gewinnen. Den Investoren werden weitreichende finanzielle und steuerliche Vorteile eingeräumt: Der Höchstsatz der einheitlichen Sozialsteuer wird von 26 auf 14 Prozent ermäßigt, steuerliche Verlustvorträge können nicht mehr nur zehn Jahre sondern unbegrenzt vorgetragen werden, innerhalb der ersten fünf Jahre ist keine Vermögens- und Grundsteuer zu entrichten, außerdem fallen unter bestimmten Bedingungen alle Zölle weg. Zoll: Drei-Tage-Regelung greift Die einschneidendste Änderung innerhalb der russischen Zollgesetzgebung war die Einführung der Drei- Tage-Regelung zur Abwicklung des Zollverfahrens. Die Erfahrungen nicht nur der deutschen Unternehmer scheinen ausnahmslos positiv zu sein. Als entscheidender Nachteil wird hingegen die Verringerung der Zollzustellungsämter angesehen. Ähnliches gilt für die Zollwertermittlung, bei der der Zöllner nach wie vor nach eigenem Ermessen festlegen kann, ob die deklarierte Ware dem eingetragenen Wert entspricht oder nicht. Rechtliche Entwicklungen

7 Seite 7 Die Änderungen auf dem Gebiet der Gesetzgebung sind überaus zahlreich. Sie betrafen Regelungen zur Devisenregulierung und Devisenkontrolle, das Hypothekenrecht, Verordnungen und Gesetze im Immobilienverkehr und Baurecht, das Städtebaurecht, den Wohnraum, das Wertpapierrecht, das Vergaberecht und Konzessionsvereinbarungen und den Erdkörper. Das Gesetz Über den Erdkörper regelt bzw. reglementiert den Zugriff ausländischer Unternehmen bzw. russischer Unternehmen mit ausländischer Beteiligung auf die Bodenschätze des Landes. Insgesamt lässt sich die Einschätzung treffen, dass der Regelungsbedarf auch mit Blick auf die Rechtssicherheit für ausländische Unternehmen und Staatsbürger nach wie vor hoch ist, jedoch zunehmend mehr Rechtsakte internationalem Recht entsprechend verabschiedet werden.

8 Seite 8 Die aktuelle wirtschaftspolitische Lage in der Russischen Föderation und ihre Auswirkungen auf die deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen Die Gas- und Erdölpreise bewegen sich weiterhin in rekordnahen Höhen, doch das ist beileibe nicht der einzige Grund dafür, dass Russland auf inzwischen sieben Jahre rasanten Wirtschaftswachstums zurückblicken kann. Es sind nicht nur die enormen Fördermengen 1, die die Wirtschaft des Landes nach vorne treiben, sondern in erster Linie die zunehmende Kaufkraft der Bevölkerung und die Investitionen der russischen Produktionsbetriebe. Entgegen der landläufigen Meinung geben dabei nicht nur die großen russischen Konzerne den Ton an, sondern gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, die zunehmend in modernere Maschinen und Anlagen investieren. Unterstützung sollen die kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) nun auch verstärkt von Seiten des Staates bekommen, der die entscheidende Bedeutung von KMUs für die Volkswirtschaft inzwischen erkannt hat. Derzeit sind rund russische KMUs aktiv zu wenig, damit Russland als normale Marktwirtschaft westlichen Typs funktionieren kann. Auf allen föderalen Ebenen wurden und werden deshalb Institutionen geschaffen, die die drängendsten Probleme der russischen Mittelständler anpacken sollen, zu denen vor allem die Frage der Finanzierung gehört. Diese Maßnahmen lassen derzeit in der praktischen Umsetzung noch zu wünschen übrig und sind auch noch lange nicht ausreichend, zielen aber in die richtige Richtung. Wirtschaftsminister German Gref rechnet mit der Entstehung von mehr als neuen KMUs in den nächsten drei Jahren, vor allem im industriellen Sektor. Die Regierung wertet diese Entwicklung als wichtige Unterstützung in ihren Bemühungen zur weiteren Verminderung der Rohstoffabhängigkeit. Von den Banken des Landes bekommen die russischen Mittelständler allerdings leider immer noch zu wenig Rückenwind. Probleme bei der Finanzierung sind angesichts hoher Zinssätze bei kurzen Laufzeiten nach wie vor der größte Hemmschuh für investitionswillige Betriebe. Die Mini-Bankenkrise im Sommer 2004 ist augenscheinlich nicht das erhoffte Fanal zur Verstärkung der Reformbemühungen gewesen. Auch wenn es 2005 wieder zu einer Reihe von bemerkenswerten Bankenfusionen gekommen ist, etwa dem Zusammenschluss der Banken UralSib, Avtobank-Nikoil, IBG Nikoil, Bryansky Narodny Bank und Kuzbassugolbank zur frisch lizenzierten UralSib, bleibt das zentrale Problem die nicht ausreichende Kapitalisierung der Banken bestehen. Dass sich vor diesem Hintergrund Chancen für ausländische Geldinstitute ergeben, liegt auf der Hand. So hat die Deutsche Bank im Dezember des Berichtsjahres durch die vollständige Übernahme der Investmentbank United Financial Group (UFG) ihr Engagement in Russland deutlich ausgeweitet. Der Abschluss der Transaktion wird für das erste Quartal 2006 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung der zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden. Einen regelrechten Coup erzielt die Dresdner Bank, indem sie für 680 Millionen Euro rund ein Drittel an der Gasprombank übernimmt. Das Geldinstitut wickelt rund 90 Prozent der Finanztransaktionen des Gasmonopolisten Gasprom ab. Die Gasprombank will im Jahr 2007 bis zu 50 Prozent ihrer Aktien verkaufen und über die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein bei strategischen Investoren platzieren. Die Dresdner Bank wird Anfang 2006 im Zuge einer Kapitalerhöhung 6,7 Millionen neue Aktien an der Gasprombank übernehmen. Die Bankenreform der Regierung zielte 2005 stärker auf die Sicherung der Privateinlagen, um das Vertrauen der Bevölkerung in die Geldinstitute ihres Landes zurück zu gewinnen. Es bleibt zu hoffen, dass ein nennenswerter Teil des in Sparstrümpfen gehorteten Privatkapitals, das sich nach Einschätzung des Präsidenten der Russischen Zentralbank auf 20 bis 30 Milliarden US-Dollar beläuft, den Weg auf die Bankkonten findet. Im Vergleich zu den ersten vier Jahren der Amtszeit von Präsident Putin hat das Reformtempo in letzter Zeit spürbar nachgelassen, große Würfe sind im vergangenen Jahr jedenfalls ausgeblieben. Die spektakulärste und im Lande umstrittenste Maßnahme war die Streichung der Vergünstigungen für Rentner und andere privilegierte Gruppen, die bis dahin Anspruch etwa auf kostenlose Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel hatten. Diese Leistungen werden jetzt durch eine pauschale Geldzahlung abgegolten, wobei sich gezeigt hat, dass viele Regionen finanziell nur schlecht auf die Umstellung vorbereitet waren. 1 Russland belegte im Jahr 2005 nach Saudi-Arabien den zweiten Platz hinsichtlich des geförderten Erdöls. 2 Quelle: Ministerium für Wirtschaft und Entwicklung, nach EU-Definition für KMU.

9 Seite 9 Im Bereich der Wirtschaftsförderung setzt die Regierung auf Sonderwirtschaftszonen, die Investitionsanreize schaffen sollen. Im Jahr 2007 sollen Dubna und Zelenograd (bei Moskau) sowie St. Petersburg und das sibirische Tomsk zu Zentren von Entwicklung und Forschung werden, Produktionsbetriebe sollen sich verstärkt in Jelabuga (Republik Tatarstan) und in der Region Lipetsk ansiedeln. Investitionswillige Unternehmen sollen mit Steuer- und Zollvergünstigungen angelockt werden. Ob die Sonderwirtschaftszonen den Unternehmen auch in der Praxis Vorteile für den russischen Binnenmarkt bieten werden, ist indes fraglich. Denn einige der genannten Vergünstigungen scheinen nur dann gewährt zu werden, wenn die in den Zonen gefertigten Waren aus Russland ausgeführt werden. Der offensichtlichste Vorteil ist zurzeit die vom Staat angekündigte Unterstützung bei der Finanzierung des Aufbaus der Infrastruktur. Es wird deutlich, dass sich die Regierung im letzten Jahr überwiegend mit der Fortentwicklung bestehender Gesetze und der für die Praxis zweifellos wichtigen Feinarbeit befasst hat. Darüber sind wichtige Großprojekte, wie die längst überfällige Regierungs- und Verwaltungsreform, allerdings auf der Strecke geblieben. Die von Premierminister Fradkow im Jahr 2004 angekündigte Verwaltungsreform hatte Deregulierung zum Ziel und sollte gleichzeitig die Einmischung des Staates in Wirtschaftsangelegenheiten reduzieren. Die Bürokratie, eines der Haupthindernisse für russische und ausländische Investoren, sollte bekämpft werden. Tatsächlich hat sie aber eher noch zugenommen. Es ist dringend notwendig, dass die Regierung ihre Anstrengungen auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren wieder aufnimmt und auch die Entwicklung von Selbstregulierungsorganen der Wirtschaft fördert. Vor dem Hintergrund des in den letzten Jahren spürbar verbesserten Investitionsklimas gehört Russland jedoch weiterhin zu den attraktivsten und dynamischsten Wachstumsmärkten der Welt. Im Jahr 2005 hat das russische Bruttoninlandsprodukt (BIP) noch einmal um 6,4 Prozent zugelegt und die mittelfristigen Prognosen gehen davon aus, dass sich der Wachstumstrend auch in den nächsten Jahren fortsetzt. Allerdings: das BIP- Wachstum ist 2005 etwas geringer ausgefallen als in den Jahren zuvor. Das von Präsident Putin erklärte Ziel, nämlich die Verdoppelung des BIP bis 2010, wird unter diesen Umständen nicht erreicht werden können. Problematisch bleibt die Inflation, die ,9 Prozent erreichte und damit deutlich über dem Jahresziel der Regierung (10 Prozent) liegt. Die Ursache wird im starken Zufluss von Petrodollars gesehen, die auf die hohen Weltmarktpreise für Öl und Gas zurückzuführen sind. Dies führt nicht nur zu einer erheblichen Aufwertung des Rubels, sondern bedingt auch einen bedenklichen Anstieg der russischen Erzeugerpreise: im Gesamtjahr 2005 könnten sie sich um bis zu 20 Prozent erhöhen. Deshalb wächst der Druck auf die russische Zentralbank zur Abwertung des Rubels. In der Presse wird Russland deshalb nicht selten als klassischer Fall eines Patienten etikettiert, der unter der Holländischen Krankheit leidet. Das wäre jedoch nur dann der Fall, wenn die Rohstoffindustrie sich tatsächlich auf Kosten anderer Branchen ausdehnen würde und die Wettbewerbsfähigkeit der letzteren zurückgehen würde. Tatsächlich hat die russische Industrieproduktion im Jahr 2005 aber insgesamt um rund 4 Prozent 3 zugelegt und es wird weiter kräftig investiert. Als Konsequenz machen Maschinen und Anlagen stolze 43 Prozent 4 der deutschen Exporte nach Russland aus. Die Steigerungsraten bei den russischen Investitionen lagen 2005 bei rund 10 Prozent, nach Einschätzung der Weltbank könnte es bei einer weiteren Verbesserung des Investitionsklimas sogar zu einem regelrechten Boom kommen. Die Triebkräfte, die auch für die nächsten Jahre zweistellige Investitionssteigerungen erwarten lassen, sind der ungebrochene Modernisierungsbedarf der russischen Industriebetriebe und zunehmend auch Anschaffungen zur Erweiterung der bestehenden Kapazitäten. Neben dem Rohstoffsektor sind es vor allem die Kfz-, Metall-, Nahrungsmittel- sowie die chemische und petrochemische Industrie, in denen Investitionen zu erwarten sind. Auch die nicht mehr nur in Moskau boomende Bauwirtschaft und die Baustoffindustrie sind weiter auf Expansionskurs. Es ist aus Sicht internationaler Wirtschaftskreise erfreulich, dass die russischen Unternehmen ihre Investitionsgüter vor allem aus dem Ausland beziehen. So haben die gesamten russischen Importe in den ersten neun Monaten des Berichtszeitraums um 27,9 Prozent 5 auf 85,8 Milliarden US-Dollar zugelegt, für das Gesamtjahr geht die Regierung von rund 120 Milliarden US-Dollar aus. Die russischen Ausfuhren beliefen sich in den ersten drei Quartalen 2005 auf 177,6 Milliarden Euro. 3 Föderale Statistikbehörde. 4 Föderale Statistikbehörde. 5 Föderale Zollbehörde.

10 Seite 10 Wichtigster Handelspartner ist nach wie vor Deutschland, mit dem Russland gut 10 Prozent seines Außenhandels bestreitet, bei den Importen lag dieser Anteil von Januar bis August 2005 bei 13,3 Prozent. Russland importiert neben Maschinen und Anlagen vor allem chemische Erzeugnisse und Kautschuk sowie landwirtschaftliche Produkte und Nahrungsmittel aus Deutschland. Demgegenüber bestehen die russischen Ausfuhren nach Deutschland überwiegend aus Energieträgern. Zum Ende des dritten Quartals wies die russische Handelsbilanz freilich ein Plus von beeindruckenden 91,8 Milliarden US-Dollar aus. 6 Ausländische Investoren engagieren sich zunehmend in Russland. Die akkumulierten ausländischen Gesamtinvestitionen 7 beliefen sich Ende September 2005 auf 96,5 8 Milliarden US-Dollar 9 und haben damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,4 Prozent zugelegt. Den überwiegenden Anteil (53,1 Prozent) machten dabei immer noch die so genannten sonstigen Investitionen aus, im wesentlichen Kredite von internationalen Geldinstituten, darunter Handelskredite. Der Anteil der ausländischen Direktinvestitionen hat aber gleichzeitig deutlich zugenommen. Dies unterstreicht das gestiegene Vertrauen ausländischer Investoren in den Wirtschaftsstandort Russland. 6,6 Milliarden US-Dollar ausländische Direktinvestitionen sind in den ersten drei Quartalen 2005 nach Russland geflossen, 18,1 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Deutschland belegt in der Liste der größten Direktinvestoren in Russland weiterhin den vierten Rang, hinter Zypern, den Niederlanden und den USA. Bei den Gesamtinvestitionen, wo Deutschland jahrelang den ersten Platz belegt hatte, ist es im Berichtszeitraum auf den fünften Platz zurückgefallen, hinter Zypern, Luxemburg, die Niederlande und Großbritannien. Dabei ist zu beachten, dass das Kapital für deutsche Direktinvestitionen nicht selten über andere Länder nach Russland gelangt, was die Statistik ein wenig verzerrt. Es liegt auf der Hand, dass es sich bei den zypriotischen Investitionen oft auch um russisches Kapital handelt, das in früheren Jahren aus Russland abgeflossen ist und nun im Land reinvestiert wird. Dies ist eine erfreuliche Entwicklung. Sie belegt, dass Russland auch nach Überzeugung einheimischer Unternehmer inzwischen zu einem attraktiven Investitionsstandort geworden ist. Das luxemburgische Kapital ist im wesentlichen Banken zuzuordnen, mit deren Hilfe die russische Wirtschaft die Mammutfusionen des letzten Jahres finanziert hat. Zu denken ist hier etwa an die größte Fusion in der russischen Wirtschaftsgeschichte, die Übernahme des Ölkonzerns Sibneft durch den Gasmonopolisten Gasprom. Der Löwenanteil der britischen und niederländischen Investitionen steht ausweislich der staatlichen Statistik im Zusammenhang mit der Erschließung der Rohstoffvorkommen um die Insel Sachalin im russischen Fernen Osten (Royal Dutch Shell, Conoco-Phillips, TNK-BP). Unterstützt wurde die Binnenkonjunktur auch 2005 vom privaten Verbrauch. Die sprichwörtliche Konsumlust der Russen wird von der stetig steigenden Kaufkraft der Bevölkerung getragen. Dieses Phänomen beschränkt sich inzwischen längst nicht mehr nur auf Moskau und St. Petersburg, es sind vielmehr gerade die Regionen, die den Groß- und Einzelhandelsketten besonders dynamische Umsatzzuwächse bescheren. Da nimmt es nicht Wunder, dass sowohl russische, als auch internationale Handelsketten weiterhin auf Expansionskurs in Russland sind. REWE und OBI sind seit längerem in Moskau vertreten, IKEA und METRO bauen ihr Geschäft inzwischen zusätzlich konsequent in den Regionen aus. Neueinsteiger, wie zum Beispiel die Globus- Baumärkte und REAL, engagieren sich zum Teil direkt in den Wachstumsregionen jenseits der Metropolen Moskau und St. Petersburg. Landesweit hat der Einzelhandelsumsatz im Jahr 2005 um knapp 12 Prozent 10 zugelegt. In den nächsten drei Jahren werden die Umsätze voraussichtlich um jeweils weitere 8 bis 9 Prozent steigen. Ein Beispiel für die zunehmende Kaufkraft der Bevölkerung ist die Entwicklung auf dem Telekommunikationssektor: gab es Ende 2004 noch 74,4 Millionen 11 Handynutzer, so ist ihre Zahl bis September 2005 auf rund 112 Millionen gestie- 6 Nach Angaben des Ministeriums für Wirtschaftliche Entwicklung und Handel der RF betrug der deutschrussische Außenhandelsumsatz im Berichtsjahr 32 Mrd. USD (20 Mrd. USD Exporte aus Russland, 12 Mrd. USD Importe aus Deutschland). Dies bedeutet ein Plus 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (23,9 Mrd. USD, 13,3 Mrd. USD Exporte aus Russland, 10,6 Mrd. USD Importe aus Deutschland). 7 Zusammengesetzt aus: Direktinvestitionen (Investitionen, die vom Investor, d.h. einer juristischen oder physischen Person getätigt werden, die Eigentümer des Unternehmens ist oder mindestens 10% der Aktien des Unternehmens besitzt und damit das Recht zu Führung des Unternehmens hat), Portfolioinvestitionen und Sonstige Investitionen (Handels- und andere Kredite) 8 Quelle: Föderale Statistikbehörde. 9 Gerechnet seit Beginn der 1990er Jahre. 10 Quelle: bfai. 11 Ministerium für Informationstechnologien und Fernmeldewesen.

11 Seite 11 gen. Statistisch telefoniert so gut wie jeder Moskowiter inzwischen mobil, in den Regionen nutzen heute 68 Prozent der Russen ein Handy. Vor allem in der Boomtown Moskau entwickelt sich der Absatz von Luxusgütern prächtig. Der Konsum wird inzwischen von den russischen Banken gefördert, die durch Konsumentenkredite positive Anreize geben. So ist das Volumen der Verbraucherkredite allein in den ersten drei Quartalen 2005 um fast ein Drittel gestiegen - und die ausgelegten Konsumenten- und Ratenkredite beleben die private Nachfrage noch zusätzlich. Doch nicht nur um die Einkommen der Bevölkerung ist es zunehmend besser bestellt, auch der Staatshaushalt ist in glänzender Verfassung. Für 2005 wird mit einem Haushaltsüberschuss in Höhe von bis zu 7 Prozent des BIP gerechnet. Am 14. Dezember meldete die Russische Zentralbank Gold- und Devisenreserven von 168,4 Milliarden US-Dollar. Es sei darauf hingewiesen, dass sich dieser Wert im Jahr 2000 noch auf vergleichsweise bescheidene 12 Milliarden US-Dollar belief. Angesichts der vollen Kassen hat die Regierung im Berichtszeitraum 15 Milliarden US-Dollar vorzeitig an die Gläubigerstaaten des Pariser Clubs überwiesen, um die Zinsen zu drücken und 2007 sollen insgesamt weitere 28 Milliarden US-Dollar vorzeitig zurückgezahlt werden. Inzwischen bescheinigen alle namhaften Ratingagenturen Russland wieder den Ruf eines erstklassigen Schuldners ; auch die Weltbank gibt der russischen Wirtschaftspolitik überwiegend gute Noten. Grundlage dafür ist die Ansicht, daß die Ausgaben des Staates zwar gestiegen sind, die Mehrausgaben jedoch mit dem nötigen Augenmaß getätigt werden. Viel Lob erfährt die Regierung für ihren verantwortungsvollen Umgang mit dem staatlichen Stabilisierungsfonds, dem ein großer Teil der Einnahmen aus den Öl- und Gasexporten zufließt. Der Fonds dient zum Aufbau eines finanziellen Polsters für den Fall sinkender Energieträgerpreise und soll gleichzeitig auch zur Eindämmung der Inflation beitragen, indem Petrodollars stillgelegt werden. Nach Einschätzung der Weltbank haben auch diese Maßnahmen dazu beigetragen, dass der Kapitalabfluss 2005 nicht nur gering ausfallen oder sogar ganz eingedämmt wird. Nach vorläufigen Angaben der Zentralbank beliefen sich die Netto-Abflüsse aus dem privaten Sektor in den ersten drei Quartalen nur noch auf 2,8 Milliarden US-Dollar auch das ist ein Beleg für das gestiegene Vertrauen, das Russland genießt. Von Januar bis September 2004 waren noch 17,4 Milliarden US-Dollar abgeflossen 12. Nach vorläufigen Berechnungen der Russischen Zentralbank flossen 2005 rd. 0,3 Mrd. USD mehr Kapital in das osteuropäische Land als in umgekehrte Richtung (der Kapitalabfluss in 2004 betrug 8 Mrd. USD). Der Moskauer RTS-Aktienindex erreichte einen neuen Höchststand und hat im Berichtszeitraum erstmals die Marke von 1000 Punkten übersprungen. Die russischen Kurse haben sich damit innerhalb von zehn Jahren verzehnfacht. Nur sehr wenige Finanzexperten hatten erwartet, dass der RTS-Index 2005 die beste Wertentwicklung aller 79 von der Agentur Bloomberg verfolgten internationalen Indizes bieten würde. Kritisch und aufmerksam verfolgt wird hingegen, wie der Staat als strategisch eingestufte Branchen zunehmend unter seine Kontrolle zu bringen sucht. Tatsächlich hat der staatlich kontrollierte Gasmonopolist Gasprom vor kurzem den Maschinenbauer OMZ ( Vereinigte Maschinenbauwerke ) übernommen. In dieses Bild scheint zu passen, dass der Erwerb der Mehrheitsanteile des Turbinenherstellers Silowye Maschiny durch Siemens vom russischen Kartellamt untersagt und das Unternehmen schließlich vom staatlichen Strommonopolisten UES mehrheitlich übernommen wurde (dieser schließt allerdings eine zukünftige Beteiligung von Siemens nicht aus). Es sind Restriktionen für den Zugang ausländischer Unternehmen zu bestimmten Bereichen geplant. Dazu gehören Erwerb und Ausbeutung von großen Öl- und Gasvorkommen, aber auch anderer Rohstoffe. Es gibt Anzeichen dafür, dass auch die Flugzeugbauindustrie und bestimmte Bereiche des Energiemaschinenbaus dazu gehören könnten. Die Regierung hat zur Klärung eine Liste in Aussicht gestellt, die klar ausweisen soll, welche Wirtschaftszweige von den Beschränkungen betroffen werden sollen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich diese Entwicklung fortsetzt und welche Konsequenzen sich daraus für ausländische Investoren ergeben. Im Berichtszeitraum hat sich das Interesse der deutschen Wirtschaft am russischen Wachstumsmarkt weiter gesteigert. Deutschland stellt die größte ausländische business community. Allein in Moskau gibt es 3000 deutsche Firmenpräsenzen aller Gesellschaftsformen. Landesweit liegt ihre Zahl um Die akkumulierten deutschen Gesamtinvestitionen beliefen sich Ende September 2005 auf 9,3 Milliarden US- Dollar; 2,6 Milliarden US-Dollar haben deutsche Unternehmen nach Angaben des Föderalen Statistikdienstes 12 Quelle: bfai.

12 Seite 12 direkt investiert. Nicht nur deutsche Handelsunternehmen sind auf Expansionskurs in Russland, auch andere Branchen steigen zunehmend ein. Viele deutsche Unternehmen, insbesondere mittelständische, sind zum Aufbau von Produktionen in Russland übergegangen, nachdem sie den Markt zunächst durch Exporte erschlossen hatten. Vielfach arbeiten sie dabei mit russischen Partnern zusammen. Nachdem sich in den 1990er Jahren vor allem die Nahrungsmittelindustrie engagiert hat, ist das Branchenspektrum der deutschen Wirtschaft in Russland inzwischen ausgesprochen breit diversifiziert. Typisch ist, dass diese Unternehmen ihre Produktion auf den russischen Binnenmarkt ausrichten. Das ist keine Arbeitsplatzverlagerung, es geht den Unternehmen vielmehr darum, sich Marktanteile in Russland zu sichern. Dabei investieren sie mehr und mehr auch in den Regionen jenseits von Moskau und St. Petersburg denn auch dort, in den Weiten des Landes, finden sie zunehmend investorenfreundliche Administrationen und gute Standortbedingungen vor. Die Anlauf- und Betriebskosten sind in der Regel niedriger als in der Hauptstadt, gleichzeitig gibt es keine Probleme bei der Suche nach geeignetem Personal. Ein Beispiel dafür ist das Gebiet Moskau: von Januar bis Oktober 2005 sind 2,9 Milliarden US-Dollar Auslandsinvestitionen hierhin geflossen im gleichen Zeitraum ist die Industrieproduktion im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33,7 Prozent gestiegen. Wenn auch viele Umfragen die verbesserten Rahmenbedingungen in Russland belegen, so werden leider sowohl ausländische, als auch russische Unternehmen immer wieder mit Widrigkeiten besonderer Natur konfrontiert, die den unternehmerischen Alltag massiv erschweren. Denn die russische Regierung hat im viel beschworenen Kampf gegen die Korruption bisher keinerlei Erfolg verbuchen können. Zwar ist es naturgemäß äußerst problematisch, den Umfang von Schmiergeldzahlungen zu quantifizieren aber alle unabhängigen Untersuchungen zu diesem Thema kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Korruption in den letzten Jahren sogar noch zugenommen hat. Das unabhängige russische Research- Institut Information Science for Democracy (Indem) hat die jährlichen Schmiergeldzahlungen gar auf 319 Milliarden US-Dollar beziffert, das entspräche genau 52,8 Prozent des offiziellen Bruttoinlandsprodukts - eine gigantische Summe, die entweder falsch ist oder Fragen nach dem Umfang der russischen Schattenwirtschaft und der Relevanz der staatlichen Statistiken in Bezug auf das BIP aufwirft. Da nehmen die Antworten, die der Foreign Investment Advisory Council bei seiner letzten Umfrage unter 158 ausländischen Unternehmen ermittelt hat, wahrlich nicht Wunder: Runde 90 Prozent der Respondenten antworteten mit Bekämpft die Korruption! auf die Frage, welchen Ratschlag sie der russischen Regierung zur Verbesserung des Investitionsklimas geben würden. Entsprechend hat Transparency International Russland in seinem letzten Bericht zu den Ländern mit dem weltweit höchsten Korruptionsniveau gerechnet und auf einen desolaten 128. Rang in seiner 159 Staaten umfassenden Liste platziert. Russland hat die UN-Konvention zur Korruptionsbekämpfung inzwischen ratifiziert und will jetzt gegensteuern. Immerhin wurden im 1. Halbjahr 2005 in Fällen Untersuchungen wegen Bestechlichkeit im Amt eingeleitet. Es steht zu hoffen, dass der Justiz im Kampf gegen die Korruption endlich der Durchbruch gelingt. Zweifellos besteht hier massiver Handlungsbedarf. Möglicherweise wird der WTO-Beitritt dazu Impulse geben. Das russische Kabinett hat mehrfach betont, dass es sich von der Mitgliedschaft in der WTO nicht zuletzt mehr Transparenz in der heimischen Wirtschaft verspricht. Bei den Beitrittsverhandlungen hat Russland im Laufe des Jahres erhebliche Fortschritte erzielt, indem es Protokolle mit einer ganzen Reihe von Mitgliedsstaaten abgeschlossen hat. Diese Protokolle dienen dazu, festzustellen, zu welchen Bedingungen die jeweiligen Staaten einem Beitritt Russlands zur WTO zustimmen werden. Nur mit sechs Staaten stehen diese Vereinbarungen noch aus, darunter mit den Vereinigten Staaten, die insbesondere Forderungen bezüglich einer Reform des Agrarsektors stellen. Wirtschaftsminister German Gref rechnet mit dem Beitritt dennoch für 2006, spätestens aber für das Jahr Die gute wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland wird von der Politik intensiv unterstützt und es besteht kein Grund zu der Annahme, dass sich daran in Zukunft etwas ändern wird. Europa und Russland haben sich im wirtschaftspolitischen Bereich in den letzten Jahren kontinuierlich angenähert. Angeführt seien in diesem Zusammenhang die Unterschrift eines Protokolls zwischen der EU und Russland zum Beitritt Russlands zur WTO, Russlands Beitritt zum Kyoto-Protokoll und die russische Annahme der europäischen Bilanzstandards. Beim EU-Russland-Gipfel am 10. Mai 2005 wurde beschlossen, diese Annäherung weiter zu vertiefen und einen gemeinsamen europäischen Wirtschaftsraum zu schaffen, der Russland einschließt und anderen Nicht- EU-Ländern offen steht.

13 Seite 13 Das bedeutsamste Ereignis der bilateralen deutsch-russischen Wirtschaftszusammenarbeit im Berichtszeitraum war zweifellos der feierliche Baustart der Ostsee-Pipeline 13 bei Tscherepowets am 9. Dezember, die das bestehende Gasleitungsnetz ergänzen und diversifizieren wird. Es handelt sich dabei um eines der größten Energieprojekte im Rahmen der deutsch-russischen, aber auch der europäischen Zusammenarbeit und ist ein wichtiger Beitrag zur europäischen Energiesicherheit. Das Projekt hat ein Volumen von etwa vier Milliarden Euro. Fazit: Das Interesse der deutschen Wirtschaft am russischen Wachstumsmarkt ist im Jahr 2005 weiter gestiegen. Das Land befindet sich auf einem stabilen Wachstumskurs, wobei die Basis für dieses Wachstum immer breiter wird: Nicht mehr nur ausschließlich der Rohstoffsektor ist die treibende Kraft, sondern zunehmend auch andere Branchen. Gleiche Tendenzen zeigen sich in der regionalen Entwicklung: neben den Wirtschaftszentren Moskau und St. Petersburg schließen die Regionen allmählich auf. Das kleine und mittlere Unternehmertum des Landes gewinnt an Stärke und leistet einen steigenden Beitrag zu den innerrussischen Investitionen. Gestützt wird die Konjunktur von der weiter zunehmenden Kaufkraft der Bevölkerung. Bewegung gibt es auch im Bankenbereich, der als Basis für das Wachstum des realen Sektors dringend weiterentwickelt werden muss. Bei allen noch existierenden Hemmnissen und Schwierigkeiten eröffnen sich insgesamt gesehen durch die Entwicklungen des Jahres 2005 weitere Perspektiven für eine erfolgreiche Positionierung der deutschen Wirtschaft auf dem russischen Markt. 13 Die Ostsee-Pipeline, durch die Erdgas vom russischen Ostseehafen Wyborg bei St. Petersburg bis nach Greifswald in Deutschland befördert werden soll, soll bis 2010 auf dem Grund der Ostsee gebaut werden. Der russische Gaskonzern Gasprom und die deutschen Firmen BASF und E.ON hatten am 8. September einen Vertrag über den Bau der Pipeline unterzeichnet. Gasprom hält 51 Prozent an der Ostee-Pipeline. Die Energiekonzerne E.ON und BASF sind zusammen mit 49 Prozent beteiligt. Das Erdgas für die Pipeline soll in Westsibirien gefördert werden. Betreiberkonsortium ist die North European Gas Pipeline Company (NEGPC)

14 Seite 14 BERICHTE DER KOMITEES UND ARBEITSGRUPPEN DES VERBANDES DER DEUTSCHEN WIRTSCHAFT IN DER RUSSISCHEN FÖDERATION FINANZDIENSTLEISTUNGEN Die russische Währung ist stabil und konnte gegenüber Dollar und Euro auch nominal zulegen. Nach einem beispiellosen Höhenflug des Euro, der noch zu Jahresbeginn mit weit über 37 RUR notiert wurde, lag er - nach den Ablehnungen Frankreichs und der Niederlande zur EU-Verfassung - im November 2005 bei etwa 34 RUR. Der Dollarkurs konnte sich von seinem Jahrestief mit 27,5 RUR im März auf etwa 28,9 RUR im November erholen. Die Gold- und Devisenreserven der Zentralbank sind erheblich gestiegen und belaufen sich derzeit auf 164,7 Mrd. USD. Damit haben sie sich innerhalb der letzten vier Jahre beinahe verfünffacht. In diesem Jahr sank die Inflation erneut: Im Berichtsjahr betrug sie laut russischem Finanzministerium 10,9 Prozent, nach 12 Prozent im Jahr 2003 und 11,7 Prozent im Jahr Zum 01. November 2005 waren in Russland operative Kreditinstitute registriert, davon Banken (im Januar des Berichtszeitraumes waren es noch 1.249). Am 1. Januar waren 40 Banken mit hundertprozentigem Auslandskapital registriert, gegenüber 33 im Vorjahr. Die Entwicklung des russischen Bankensektors in diesem Jahr wird im Allgemeinen positiv beurteilt. Der Grad der Finanzintermeditation konnte deutlich gesteigert werden, was sich unter anderem in einer deutlichen Ausweitung des Kredit- und Einlagenvolumens zeigte, auch wenn immer noch gewaltige Mengen Geld unter der Matratze existieren, die ein erhebliches zukünftiges Potential darstellen. Es ist in diesem Kontext positiv zu werten, dass die russischen Banken ihr Eigenkapital erhöht und somit die Geschäftsausweitung auf eine stabilere Basis gestellt haben. Nach wie vor befinden sich die größten Banken in Staatsbesitz: Die Sberbank, die Vneshtorgbank und die indirekt dem Staat zuzurechnende Gazprombank. Diese drei Banken haben in diesem Jahr große syndizierte Kredite aufgenommen die Sberbank zum ersten Mal in ihrer Geschichte. Zu den größten privaten russischen Banken gehören nach wie vor die Alfa-Bank, die MDM- Bank, die UralSib, die Industry and Construction Bank (PSB) und die Promsvyazbank. Positiv verlief die Entwicklung einiger Regionalbanken. Sie verfügen aufgrund ihrer räumlichen Nähe zum Importeur sowie ihrer spezifischen Kenntnisse der Region häufig über einen entscheidenden Standortvorteil, der sie für deutsche Exporteure interessant erscheinen lässt. Stellvertretend seien hier die Uraltransbank (Ekatarinenburg), die Chanti-Mansisk Bank (Chanti-Mansisk), die Yugbank (Krasnodar) die Sibacadembank (Novosibirsk) sowie die Center-Invest Bank (Rostow am Don) genannt. Stabiler Rubel 10,9 Prozent Inflation Russisches Bankenwesen Russische Banken erhöhen Eigenkapitalisierung Das Ereignis des Jahres war die Fusion der Banken UralSib, Avtobank-Nikoil, IBG Nikoil, Bryansky Narodny Bank und Kuzbassugolbank. Die durch die Fusion entstandene Großbank firmiert unter der Bezeichnung UralSib und bekam ihre neue Lizenz im September Die neue UralSib-Bank soll nach Expertenschätzungen den 3. Platz in Bezug auf die Eigenkapitalisierung (rd. 980 Mio. USD) und den sechsten oder siebten Platz nach der Bilanzsumme belegen. Das Regionalnetz der UralSib besteht derzeit aus 470 Filialen und Geschäftsstellen. Im Dezember des Berichtsjahres hat die Deutsche Bank durch die vollständige Übernahme der Investmentfirma United Financial Group (UFG) ihr Engagement in Russland deutlich ausgeweitet. Bereits im Vorjahr erwarb die Deutsche Bank 40 Prozent an der UFG. Russische Experten bezifferten den Kaufpreis für die ausstehenden 60 Prozent an der UFG auf eine Summe zwischen 200 und 350 Millionen Euro. Ziel dieser Übernahme sei es, einen besseren Zugang zum Mittelstand in Russland zu bekommen. Der Abschluss der Transaktion wird im ersten Quartal 2006 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Aufsichts- und Kartellbehörden. Auch wenn das russische Bankensystem mittlerweile den Entwicklungsstand von 1998 vor Aus der Fusion mehrerer Privatbanken entsteht die neue UralSib

15 Seite 15 der Krise nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten hat, ist es im internationalen Vergleich weiterhin schwach entwickelt. Nur teilweise erfüllt das russische Bankensystem seine volkswirtschaftliche Aufgabe als Finanzvermittler. Viele Kreditinstitute sind wegen ihrer Unterkapitalisierung kaum in der Lage, höhere Kreditlinien bereitzustellen, so dass sich die Unternehmen mit ausländischen Krediten versorgen. Privatkundengeschäft Ende September wurden 923 Banken zur Teilnahme am Einlagensicherungsfonds zugelassen. Die restlichen Banken müssen ihre Lizenzen für das Privatkundengeschäft abgeben. Unter den nicht zugelassenen Banken befinden sich auch einige große Kreditinstitute (22 der 200 größten russischen Banken), die aufgrund anderer geschäftlicher Ausrichtungen keine Anträge auf Teilnahme gestellt hatten. Durch den Einlagensicherungsfonds sind fast 98 Prozent aller Privateinlagen des Landes gesichert, mit einigen Einschränkungen: der Maximalbetrag, der bei Lizenzentzug hundertprozentig garantiert wird, beläuft sich auf RUR. Es wird diskutiert, ob dieser Betrag zum Juli 2006 verdoppelt wird. Der Einfluss dieses Verfahrens auf die Konsolidierung des Bankensystems wird kontrovers diskutiert, da die weit überwiegende Mehrheit der Banken akzeptiert wurde und die von Experten erwartete Selektion weitgehend ausblieb. Andererseits wird das künftig wesentlich verschärfte Monitoring der teilnehmenden Banken durch die Zentralbank als nicht zu unterschätzender Vorteil gewertet, so dass insgesamt eine positive Bewertung der Einführung des Einlagensicherungsfonds möglich ist. Mittelfristig dürfte dieses Sicherungsinstrumentarium auch zu einem Anstieg der Spareinlagen der russischen Bevölkerung führen. Unabhängige internationale Ratingagenturen attestieren Russland den Status eines bedeutenden Investitionsstandortes: bei Moody s wird Russland mit Baa2 bewertet. Von der allgemeinen Verbesserung profitierten auch zahlreiche russische Banken, deren Rating angehoben wurde. Diese Entwicklung verbesserte die Refinanzierungsmöglichkeiten auf dem internationalen Kapitalmarkt und führte bereits zu einer signifikanten Kapitalaufnahme insbesondere der großen Geschäftsbanken bei ausländischen Gläubigern. Verschärftes Banken- Monitoring Russland bei Moody s: Baa2 Kreditwesen Die Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen ist zum jetzigen Zeitpunkt noch weitgehend unbedeutend, aber gleichwohl von hohem Interesse für die russischen Banken. Kleine und mittelständische Unternehmen bilden einen immer größer werdenden Teil der russischen Wirtschaft. Eine Analyse des Stellenwertes der KMUs in Russland 14 beweist, dass sie eine zunehmend zentrale Rolle in der Wirtschaft des Landes spielen. Über 90 Prozent der Unternehmen sind kleine und mittelständische Betriebe. Sie stellen über 60 Prozent der Arbeitsplätze und erzeugen über 50 Prozent der Handelsumsätze des Landes. Der KMU-Anteil am Bruttoinlandsprodukt wächst stetig. Diese Entwicklung und der verstärkte Wettbewerbsdruck innerhalb des russischen Bankensystems könnten dieses Marktsegment zukünftig wesentlich attraktiver für Kreditinstitute werden lassen. Von entscheidender Bedeutung für die Kreditvergabe an Privatpersonen dürfte auch das Inkrafttreten des föderalen Gesetzes über Auskunfteien vom sein. In Russland wurden ca. 50 Auskunfteien registriert, von denen allerdings nur die nach folgenden von nationaler Bedeutung sind, andere haben nur regionale Bedeutung: Über 50 Prozent Anteil der KMUs am gesamten Handelsumsatz Auskunfteien gegründet Nazionalnoje Bjuro Kreditnych Istorij (NBKI): Bis Ende September hatte diese Auskunftei Informationen über Kreditnehmer gesammelt, Verträge mit 221 Banken über die Zusammenarbeit geschlossen; weitere 400 befinden sind noch im Verhandlungsstadium; Experian Interfax. Bislang das einzige Joint Venture - mit der weltgrößten Auskunftei Experian. Ende September wurden 22 Verträge mit Banken unterzeichnet; Nazionalnoje Kreditnoje Bjuro (NKB); 14 United States Agency for International Development and Russian SME Resource Centre: Analysis of the Role and Place of Small and Medium Sized enterprises in Russia. Statistical Reference. Moscow, 2004.

16 Seite 16 Eine eigene Auskunftei hat die Sberbank gegründet, da sie die größte russische Kreditgeberin ist und sich nicht an fremden Projekten beteiligen wollte Es fehlen allerdings noch einige gesetzliche Regulierungen. So muss beispielweise ein Staatsregister für Auskunfteien geschaffen werden. Emissionsrechtehandel Nach der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls durch die russische Duma im Oktober 2004 setzte die Diskussion um seine Umsetzung ein. Diese Diskussion setzt sich bei Drucklegung dieses Beitrages fort. Dabei geht es sowohl darum, wer die aus dem Abkommen zu erwartenden Emissionsrechte verwalten soll, als auch um die Empfänger der Zuteilung der Rechte und schließlich um die Rechtsnatur der Rechte. Augenfällig ist, dass sich der Staat wie so häufig selbst nicht traut: es besteht die Tendenz, den staatlichen Einfluss und den möglichen Umfang eines innerrussischen Emissionsrechte-Marktes möglichst zu reduzieren. Ein Ende dieser Diskussionen ist derzeit nicht abzusehen und auch einzelne Joint Implementation Programme sind bisher nicht durchgeführt worden. Nach anfänglicher Aufbruchstimmung herrscht inzwischen Stillstand. Kyoto-Protokoll Gesetzgebung Die Gesetzgebung im Bereich der Finanzdienstleistungen wurde nicht wesentlich weiter entwickelt. Ein Gesetzentwurf, der russische Emittenten zwingen sollte, wesentliche Anteile ihrer Investitionen in Russland zu platzieren, ist im November 2005 im Gesetzgebungsverfahren mit dem Argument entschärft worden, russischen Emittenten müsste der Zugang zu den Märkten insgesamt erleichtert werden. Die Diskussion über die Einführung neuer Gesetze für den Derivatemarkt wurde besonders intensiv geführt. Ein Arbeitskreis, initiiert durch den russischen Bankenverband (ARB), beschäftigte sich mit der Übersetzung des ISDA-Vertrages: einer russischen Terminologie für Derivate und Fragen der Finanzierung und der Besteuerung. Zwischenzeitlich ist ein Gesetzentwurf in die Duma eingebracht worden. Es ist wahrscheinlich, dass dieser Gesetzentwurf im Laufe der Gesetzgebung noch verändert wird. Fragen der Bilanzierung und der steuerlichen Behandlung werden vermutlich weiter im Zentrum der Diskussion stehen. Ein Gesetzespaket, das besonders die Verbriefung von Hypothekenanleihen fördern sollte, trat zu Jahresbeginn in Kraft. Es hat die Erwartungen enttäuscht - bisher haben keine rein russischen Emissionen von Morgage backed Securities stattgefunden. Vielmehr erklärte der größte mögliche Emittent, nach wie vor seien die gesetzlichen Voraussetzungen für Emission nicht günstig. Gesetzgebung im Bereich der Finanzdienstleistung Derivatgeschäfte Verbriefung von Hypothekenanleihen Dennoch sind eine Reihe von Verbriefungen in Vorbereitung, wobei ein wesentlicher Teil der Emissionen im Ausland stattfinden soll. Das anhaltende Interesse an Verbriefungen ist weniger wegen des an sich schon niedrigen Zinsniveaus interessant, sondern vielmehr deshalb, weil dadurch Standards für die Marktbewertung von Kleinkrediten geschaffen werden. Im Laufe des Jahres wurde ein Gesetz über Konzessionen verabschiedet, das Public Private Partnerships (PPP) die Zusammenarbeit bei Infrastrukturinvestitionen ermöglichen soll. Obwohl dieses Gesetz lange erwartet wurde, wird es nun mit Skepsis begleitet: so wie in der Ukraine, wo vor Jahren ein ähnliches Gesetz in Kraft trat, ist fraglich, ob dieses Gesetz in der Tat PPP wesentlich fördern wird. Public Private Partnerships

17 Beteiligung des Bundes Der Bund hat sich zum Ziel gesetzt, die deutsche Exportwirtschaft angesichts des sich dynamisch entwickelnden Russlandgeschäfts weiterhin optimal zu begleiten. Der Gesamtwert der Hermesdeckungen für Exporte deutscher Unternehmen nach Russland betrug 2004 ca. EUR 1,4 Mrd. und wird 2005 das Volumen von 2004 wahrscheinlich übertreffen: In den ersten zehn Monaten des Geschäftsjahres 2005 waren es bereits rund EUR 1,3 Mrd. Eine wesentliche Begleiterscheinung dieses Wachstums ist der Wandel der Besicherungsstrukturen. Er kommt durch eine Zunahme der Deckungen für Geschäfte mit Banksicherheiten und allein auf Basis der Bonität des russischen Bestellers ( Corporate Risk ) gedeckter Projekte zum Ausdruck. Letztere haben besonders stark an Bedeutung gewonnen. Auf sie entfielen per September 2005 fast 56 Prozent, auf bankbesichertes Geschäft ca. 32 Prozent des gesamten Deckungsvolumens. Gleichzeitig ist eine zunehmende Zurückhaltung des russischen Staates bei der Vergabe von Staatsgarantien zu beobachten: aktuell sind nur noch etwa zwölf Prozent der gedeckten Geschäfte staatlich abgesichert. Der hohe Anteil an "Corporate Risk"-Deckungen ist eine Konsequenz aus der zunehmenden privatwirtschaftlichen Organisation der russischen Wirtschaft. Für eine Bonitätsprüfung sind aktuelle, i.d.r. nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IAS/IFRS bzw. US-GAAP) aufgestellte und von einer international tätigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft testierte, Jahresabschlüsse erforderlich. Zur Beurteilung werden aber auch sonstige Informationen wie z.b. erhaltene Ratings von internationalen Agenturen, Beteiligungen ausländischer Unternehmen oder Institutionen am Unternehmen, Zahlungserfahrungen u.ä. herangezogen. Der aktuelle Gesamtbestand an Deckungen in diesem Bereich beläuft sich auf insgesamt ca. EUR 2 Mrd. Davon sind etwa EUR 1,2 Mrd. endgültig zugesagt bzw. bereits dokumentiert. Weitere EUR 800 Mio. betreffen vom Bund bereits grundsätzlich zugesagte Deckungsvolumina für neue, zumeist noch im Verhandlungsstadium befindliche Projekte. Die Beispiele für bereits geprüfte und als deckungsfähig eingestufte Unternehmen sind zahlreich: im Öl- und Gassektor sind es u.a. die Konzerne Slavneft, Gazprom und Lukoil, in der Stahlindustrie Severstal, MMK, RusAl, in der Telekombranche MTS, Vimpelcom, Megafon und Rostelekom, in der Automobilindustrie Avtovaz, in der Nahrungsmittelbranche Wimm Bill Dann und im Leasingbereich Delta Leasing. Seite 17 Neues zu Hermes Deckungsbestand 2 Mrd. Auch der russische Bankensektor befindet sich trotz verbleibender Risiken und Schwächen aufgrund der positiven realwirtschaftlichen Entwicklung weiterhin auf einem beachtlichen Wachstumsniveau. Insgesamt sind inzwischen über 60 russische Banken im Einzelfall akzeptiert. Davon entfallen allein 36 auf den Raum Moskau. Unter den akzeptierten Banken sind aber auch zahlreiche kleinere regionale Institute. Unter Einbeziehung russischer Kreditinstitute konnten bis dato insgesamt Deckungszusagen für ein Kreditvolumen von EUR 857 Mio. gegeben werden, wobei EUR 679 Mio. auf endgültige und EUR 178 Mio. auf grundsätzliche Zusagen entfallen. Inzwischen befindet sich eine zunehmende Zahl gedeckter Geschäfte in der Tilgungsphase. Die Zahlungserfahrungen sind ausnahmslos positiv. Die Deckungsübernahme unter Beteiligung einer russischen Bank erfolgt grundsätzlich im Rahmen einer strengen Einzelfallprüfung. Dafür sind aktuelle, nach internationalen Standards erstellte und testierte Jahresabschlüsse erforderlich. Besonderer Wert wird nicht nur auf die Einhaltung vernünftiger Relationen zwischen der Größenordnung der Geschäfte und der jeweiligen Eigenmittelausstattung der Bank gelegt, sondern auch auf geordnete wirtschaftliche und sonstige Verhältnisse und auf ein klares Profil der Bank. Deshalb sind neben den Finanzdaten ausführlichere Informationen über Anteilseigner, Marktposition und Geschäftsstrategie erforderlich. Neben den auf Einzelfallbasis akzeptierten Banken sind generell anerkannt die Vneshtorgbank und die Sberbank innerhalb eines Gesamtverpflichtungsrahmens von jeweils EUR 200 Mio., die Vnesheconombank (EUR 150 Mio.) und die Gazprombank (EUR 100 Mio.). Auch wenn der allmähliche Rückzug des Staates insgesamt für die Stabilisierung der Staatsfinanzen nachvollziehbar ist, hinterlässt dieser Rückzug, z.b. aus der Finanzierung großer Infrastrukturprojekte Lücken, die der Markt ohne die Entwicklung innovativer Finanzierungselemente aufgrund fehlender Sicherheiten nicht schließen kann. Daher besteht in Russland gerade im Öl-, Gas- und Stahlsektor - ein gewaltiges Potenzial für Geschäfte, die auf Einzelfallprüfung russischer Banken Finanzierungs-

18 Grund fehlender oder nicht ausreichender konventioneller Sicherheiten nur als strukturierte oder Projektfinanzierungen realisierbar sind. Bedingt durch die großen Auftragsvolumina, die zahlreichen Risiken, die Vielzahl beteiligter Parteien und Interessen und die Komplexität der Zahlungsstrukturen gibt es zwar eine zurückhaltende Deckungsnachfrage nach strukturierten bzw. Projektfinanzierungen, der Bund ist jedoch grundsätzlich bereit, solche Geschäfte in Russland zu begleiten. Für das konkrete Projekt ist dabei eine angemessene Unterstützung der Regierung, z.b. durch einen "Letter of Comfort" erforderlich. In Russland gibt es im Bereich Projektfinanzierung zurzeit noch keine Hermes-Deckungszusagen. Bei Geschäften mit strukturierten Finanzierungen beläuft sich der Deckungsbestand auf insgesamt ca. EUR 2 Mrd., diese Geschäfte verliefen bislang reibungslos. Bedarf besteht auch für Deckungen bei Geschäften mit so genannten Regionalgarantien. Die Schlüsselfaktoren für die Akzeptanz solcher Garantien sind vor allem die wirtschaftliche Effizienz und die finanzielle Stärke der jeweiligen Region, die u.a. durch internationale Ratingberichte zu belegen sind. Zwar dürfen russische Gebietsverwaltungen grundsätzlich keine Auslandsverbindlichkeiten eingehen, doch auch hier gibt es offensichtlich Ausnahmen: So wurde beispielsweise in Zusammenarbeit mit einer anderen Exportkreditversicherung ein Vorhaben für den Bau einer Müllverbrennungsanlage (EUR 170 Mio.) mit einer Garantie der Stadt Moskau realisiert. Zur Weiterentwicklung des Deckungsinstrumentes erwägt der Bund auch die Deckungsübernahme für Inlandwährungsdarlehen in Rubel. Diese für Russland neue Deckungsform befindet sich allerdings noch im Entwicklungsstadium und ist zudem an eine Vielzahl zu erfüllender Kriterien geknüpft, die umfangreiche Einzelfallprüfungen voraussetzen. Die deutsche Exportkreditversicherung wird auch künftig im intensiven Dialog mit deutschen Exporteuren und Banken stehen und ständig nach neuen Wegen suchen, das Instrumentarium unter Berücksichtigung der sich ändernden Marktbedingungen innovativ weiterzuentwickeln. Seite 18 lücken durch Rückzug des Staates Gute Zahlungserfahrungen Regionalgarantien Exportkreditversicherungen

19 Seite 19 REGIONEN Beginn einer neuen Etappe in der regionalen Entwicklung Die fortgesetzt stabile russische Innenpolitik, ein straffes zentrales Entwicklungskonzept und kontinuierlich hohe Rohstoffpreise haben sich auch in diesem Jahr positiv auf die regionalen Strukturen ausgewirkt. Positive Entwicklung Präsident Putin machte auch in seiner zweiten Amtsperiode die Verstärkung der Machtvertikale zur zentralen Aufgabe der Regionalpolitik. Die bevollmächtigten Präsidentenvertreter haben gemäß dem im März veröffentlichten Präsidialerlass Über die Beraterstäbe der bevollmächtigten Präsidentenvertreter in den Föderalen Verwaltungsbezirken verstärkten Einfluss auf die lokalen Administrationen erhalten. Diese Stäbe haben die Aufgabe, die wirtschaftliche Entwicklung der im Verwaltungsbezirk subsumierten Regionen als wirtschaftliche Einheit zu koordinieren. Damit lösen sie das vor zehn Jahren gegründete gesellschaftliche Institut der acht zwischenregionalen Konsultationsorgane ab. Ein wichtiger politischer Schachzug war die Implementierung eines neuen Modus zur Wahl der Gebietsgouverneure: das Prinzip einer demokratischen Wahl wurde abgelöst durch den präsidialen Ritterschlag seit vergangenem Jahr ernennt der Präsident die Leiter der Gebiete. Dieses Verfahren wurde als nicht demokratisch sowohl von der russischen Opposition als auch von ausländischen Beobachtern verurteilt. Inzwischen ist es etabliert. In erprobter Manier setzt der Kreml auf Kandidaten seiner eigenen Politik, die ihre Kompetenz bereits auf anderen Gebieten unter Beweis gestellt haben. Neuer Wahlmodus für Gouverneure Mit Blick auf das stark unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Entwicklungsniveau der 89 föderalen Subjekten wurde gleichzeitig das Programm zur Verringerung der sozialökonomischen Differenzen zwischen den Regionen der Russischen Föderation ins Leben gerufen. Unter anderem sah dieses Projekt auch die Verschmelzung von wirtschaftlich und sozial weniger entwickelten Gebieten mit ihren reicheren Nachbarn vor ein Projekt, das in den betroffenen Administrationen verständlicherweise mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde. Die rasante wirtschaftliche Entwicklung Russlands hatte zur Folge, dass sich dieses Konzept bereits zum Frühjahr 2005 überlebt hatte. Das Ministerium für regionale Entwicklung entschied, dass die Politik der regionalen Nivellierung seine Effektivitätsgrenzen erreicht und sich das System einer mechanischen Angleichung der Problemregionen an die Lokomotiven der Wirtschaftsentwicklung überholt hatte. Zukünftig wird das Land in wirtschaftlich starke Gebiete und perspektivreiche kleinere Regionen unterteilt: die führenden Wirtschaftsstandorte sind nach wie vor das Zentrum aller Investitionen Moskau und das Moskauer Gebiet, die Maschinenbauzentren in und um Ekaterinenburg, die Rohstoffregion Chanti-Mansisk, zunehmend auch St. Petersburg und das Umland sie profitieren von der Durchschlagskraft der Gouverneurin und Putin-Vertrauten Matwijenko. Als besonders perspektivreich gelten außerdem Regionen, die ihr Entwicklungspotential aus ihrem Rohstoffreichtum, einer entwickelten wirtschaftlichen und sozialen Infrastruktur und einer investorenfreundlichen Administration ziehen: die Gebiete Rostow (Landwirtschaft, Landmaschinenbau) und Nishni Nowgorod, die Republiken Baschkortostan (Erdöl, Petrochemie), Tatarstan (Erdöl, Kraftfahrzeuge, Maschinenbau), Tscheljabinsk (Maschinenbau) sowie das Gebiet Krasnojarsk in Sibirien. Die deutsche Wirtschaft profitiert in Russland vom deutlich verbesserten wirtschaftlichen Klima. Der Verband der Deutschen Wirtschaft verzeichnet einen ständigen Zustrom investitionswilliger deutscher Unternehmen vor allem aus dem Mittelstand. Sie siedeln sich hauptsächlich an den traditionellen Investitionsstandorten Russlands an, erschließen aber auch neue Märkte in bisher eher wenig bekannten, aber wirtschaftlich stark gewachsenen Regionen Russlands wie z. B. am Kaukasus, in Volgograd, Tomsk und Urengoi. In Gesprächen mit deutschen Unternehmern wird deutlich, dass sich das Geschäftsklima in den letzten beiden Jahren allgemein verbessert hat, auch wenn die Klagen über Beamtenwillkür, Inkompetenz und Korruption immer noch ihre Berechtigung haben. Auch die lokalen Admi- Perspektivreiche Regionen Deutsche Unternehmen expandieren in die Regionen

20 Seite 20 nistrationen bestätigen das ungebrochene Interesse an deutschen Produkten, deutschem Know how und deutschen Partnern. AUS DER UNTERNEHMENSPRAXIS Nach wie vor ist der Trend der positiven Wirtschaftsentwicklung in Russland ungebrochen. Investitionen deutscher Unternehmen, ob in Form von Kapital, Beteiligungen oder auf dem Weg des Auf- und Ausbaus eigener Vertriebsstrukturen oder Produktionen sind so nur logisch und konsequent, um von diesen Entwicklungen zu profitieren. Immer mehr russische Firmen bekennen sich zu den internationalen Standards des Corporate Governance. Ein Indiz dafür ist die Etablierung sogenannter weißer Lohnschemata. Eine Entwicklung, die man insbesondere bei jenen russischen Unternehmen feststellen kann, die fit für den internationalen Markt sein wollen. Aber auch bei denjenigen, die das Potential des heimischen Marktes erkannt haben und im Wettbewerb mit internationalen Investoren bestehen wollen. Ordnung und Maß halten beschreiben den Trend am russischen Markt, dem sich diejenigen russischen Unternehmen verschrieben haben, die Ernst zu nehmende Konkurrenten für z.b. deutsche Investoren sein wollen oder bereits sind. Gute Chancen für deutsche Investments Corporate Governance bei russischen Unternehmen Geschäftsklimaindex IGUR erreicht Höchststand Der quartalsweise ermittelte Geschäftsklimaindex IGUR erreichte im 3. Quartal des Jahres 2005 seinen Höchststand seit Erhebungsbeginn. Mit einem Indexwert von 65,9 Punkten übertraf er den bisherigen Höchststand aus dem 4. Quartal 2004 nochmals um 0,8 Indexpunkte: Beweis für die hervorragenden Geschäftsaussichten für die Zukunft. Der deutsche Geschäftsklimaindex in Russland IGUR der durch den Verband der Deutschen Wirtschaft in Zusammenarbeit mit dem Moskauer Büro der Unternehmer- Beratung Droege & Comp. seit 2003 ermittelt wird, ermöglicht den teilnehmenden Unternehmen sowohl einen generellen als auch einen branchenbezogenen Einblick in die Stimmungs- und Erfolgslage der deutschen Unternehmer-Gemeinschaft in der Russischen Förderation. Der Index bildet dabei einzelbetriebliche Ergebnisveränderungen von Ist- und Planwerten im Vergleich zum jeweiligen Vorquartal auf einer Skala von 1 bis 100 ab. Werte über 50 deuten dabei ein Wachstum an, Werte unter 50 Stagnation. Nach dem starken Rückgang im 1. Quartal 2005 (-4,2 Indexpunkte) legte der Index im Verlauf des Jahres deutlich zu und erreichte im 3. Quartal seinen bisherigen Höchststand. Geschäftsklimaindex erreicht Allzeithoch Ergebnisse Geschäftsklimaindex IGUR Q Q Q Q IGUR 65,1 60,9 63,4 65,9 Handel & Konsumgüter 68,9 60,9 63,5 61,5 Industrieprodukte & Services 64,4 63,2 63,1 64,4 Beratende Dienstleistungen & Sonstige 67,5 62,2 63,2 69,0 Gesundheitswesen & Medizin 71,5 59,5 59,0 58,9 Technologie 76,1 53,4 56,6 57,2 Finanzen & Services 74,3 56,8 64,9 72 Branchenschwergewichte im Index wie Handel und Konsumgüter, Industrieprodukte und Services sowie beratende Dienstleistungen und Services, prägen dabei das Wachstumsbild besonders, und das, obwohl sich Handel und Konsumgüter im Vergleich zu den beiden anderen Branchen im 3. Quartal leicht rückläufig entwickelten (-2,0 Indexpunkte). Dagegen Positive Entwicklung bei Handel, Kon-

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