Kinder und häusliche Gewalt

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1 Eine Präsentation des Arbeitskreises gegen 1 häusliche Gewalt in Celle

2 Gesetzliche Grundlagen Grundgesetz Art. 1, Abs. 1: Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und sie zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. Art. 2, Abs. 1: Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt Art. 6, Abs.1: Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung. Art. 6, Abs. 2: Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft. 2

3 Die Dynamik häuslicher Gewalt aus Sicht der Opfer: Als er sie das erste mal schlug, sagte er, es käme nie wieder vor Beim zweiten Mal sagte er, die Kinder seien zu laut und hätten ihn nervös gemacht Das dritte Mal hatte er Stress mit der Arbeit Beim vierten Mal gab es Ärger wegen der Haushaltskasse Beim fünften Mal wollte sie keinen Sex Beim sechsten mal war Alkohol im Spiel 3

4 Wie beginnt die Gewalt gegen die Ehefrau / Partnerin? Gewalt kann viele Formen haben; immer hat sie den Zweck, Macht und Kontrolle auszuüben. Sie zerstört das Selbstbewusstsein der Partnerin und macht sie schließlich handlungsunfähig. Einschüchtern / Drohen Isolieren Geld Erniedrigung Kinder benutzen 4

5 Wie geht es weiter mit häuslicher Gewalt? Beschimpfung, Demütigung und Bedrohung Körperliche und sexuelle Misshandlung Isolierung und ökonomische Gewalt von Menschen, mit denen der Täter zusammenlebt (oder gelebt hat) immer mit dem Ziel, Macht und Kontrolle auszuüben. 5

6 Frauen sind: Partnerinnen Mütter Opfer Auch Täterinnen Männer sind: Partner Väter Täter Auch Opfer 6

7 Was beinhaltet häusliche Gewalt gegen Kinder? Seelische Gewalt Vernachlässigung Körperliche Gewalt Sexuelle Gewalt 7

8 Gewalt gegen Frauen bedingt häufig auch Gewalt gegen Kinder und dies führt oft zu einer Vernachlässigung der Kinder Kinder sind Teilnehmende an der Gewalt- situation, ti selbst wenn sie nicht im Raum sind, sie: sehen, e hören, spüren die Gewalt erfahren selbst Gewalt erleben einen gewalttätigen Vater und oft eine ohnmächtige hti Mutter stehen in Loyalitätskonflikten. 8

9 Das Aufwachsen mit häuslicher Gewalt stellt für Mädchen und Jungen eine massive Erschütterung des Lebensgefühls, der inneren Sicherheit h und eine gravierende Beeinträchtigung für: - ihre Entwicklung - ihr Wohlergehen - ihre Sozialisationsbedingungen dar. Kinder können das Erlebte / Gehörte nicht einordnen, es ängstigt sie und sie fühlen sich ohnmächtig. 9

10 Auswirkungen für Mädchen: neigen mehr zu nach innen gerichteten Strategien, Rückzug, Abschottung Flucht von Zuhause, Trebegängerin Drogenkonsum autoaggressives Verhalten Magersucht sind in besonderer Weise gefährdet, eine Opferkarriere Opferkarriere zu beginnen. 10

11 Auswirkungen für Jungen: zeigen nach außen gerichtete Verhaltensweisen wie körperliche Auseinander- setzungen, Gewaltinszenierungen, i Austesten körperlicher Grenzen haben Schul- und Leistungsprobleme orientieren sich übermäßig an sozialen Bezugssystemen (Peer-Groups) sind gefährdet, selbst Täter zu werden. 11

12 Aufgabe und Ziele der Arbeit des Jugendamtes: unmittelbare Reaktion, wenn Hinweise auf häusliche Gewalt bekannt werden, grundsätzlich: Prüfung von Kindeswohlgefährdung ist immer geboten, Schutz von Kindern ist zu sichern klare Haltung im Gespräch mit den Frauen zur Beendigung häuslicher Gewalt Gesprächs- und Unterstützungsangebote für Mütter und Kinder individuelle Konzepte für Besuchsregelungen zum Vater. Allen Beteiligten t stehen weitere Beratungsstellen t wie: Deutscher Kinderschutzbund, Erziehungsberatungsstelle, Weißer Ring, Opferhilfe, Ev. Beratungszentrum zur Verfügung. 12

13 Aufgabe und Ziele der Arbeit der Polizei: Schutz des Opfers, insbesondere der Kinder, z.b. durch Platzverweis, Wohnungswegweisung g g Verhinderung, bzw. Reduzierung von Gewalt Konsequente Strafverfolgung des Täters. 13

14 Aufgabe und Ziele der Arbeit der BISS: bietet Beratung, Hilfe und Unterstützung an gibt Informationen über die Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes, z.b. Wohnungsweg- g weisung, Kontakt- und Näherungsverbote sowie über Prozessbegleitung und finanzielle Unterstützung unterstützt Frauen bei der individuellen Sicherheitsplanung berät kostenlos und unterliegt der Schweigepflicht vermittelt an andere Fachdienste und stellt ggf. den Kontakt her. 14

15 Aufgabe und Ziele der Frauenhäuser: Die Frauenschutzeinrichtungen bieten bedrohten und / oder misshandelten Frauen und ihren Kindern Schutz und Hilfe 24 Stunden Notrufbereitschaft und Aufnahme Psychosoziale Beratung und Begleitung, Anonymität und Vertraulichkeit Arbeitsprinzip: Hilfe zur Selbsthilfe 15

16 CIP Celler InterventionsProjekt Zielgruppe der Beratungs- und Trainingsangebote g sind Männer, die im Rahmen von Partnerschaft und/oder Familie gewalttätig geworden sind. Gewalttätiges Verhalten ist in der Regel erlernt und kann durch entsprechendes Training verändert werden. Wichtige Bausteine der Arbeit mit Tätern: die Tatrekonstruktion, die Auswirkungen der Gewalthandlungen auf die Familie, die Übernahme von Verantwortung, die Arbeit am Thema Gewalt, das Bearbeiten eigener Ängste und Gefühle, die Bearbeitung gelebter Männer- und Frauenbilder. 16

17 Kinder und häusliche Gewalt Herzlichen Dank für Ihr Interesse 17 Reinhold Wessel

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