Silicon Valley. Ausbildung. Die Formel der Innovation. Berufe neu aufgestellt. ä S. 22. ä S. 26. ä S. 34

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1 WIRTSCHAFT IN MITTELFRANKEN 07/ Silicon Valley Die Formel der Innovation ä S. 22 Ausbildung Berufe neu aufgestellt ä S. 26 UMWELT IST KING ä S. 34

2 Der neue Multivan Der neue Caddy Ab bei uns. z.b. VW T6 Multivan Trendline 2,0 TDI EU6 SCR BlueMotion Technology 62 kw, Radstand mm Kraftstoffverbrauch, l/100 km: innerorts 7,1/außerorts 5,3/kombiniert 6,0/ CO 2 -Emissionen, g/km: kombiniert 155. Effizienzklasse B Kraftstoffverbrauch Multivan/Caravelle/Transporter in l/100km: kombiniert 12,1 5,1/ CO 2 Emissionen: g/km. Effizienzklasse: E-A. z.b. VW Caddy Trendline 1,2 TSI 62 kw, 5-Gang-Schaltgetriebe, Euro 6 Kraftstoffverbrauch, l/100 km: innerorts 6,9/außerorts 4,8/kombiniert 5,6/ CO 2 -Emissionen, g/km: kombiniert 131. Effizienzklasse C Kraftstoffverbrauch Caddy in l/100km: kombiniert 7,3-4,0/ CO 2 - Emissionen: g/km. Effizienzklasse: C-A+ Barpreis: Barpreis: inkl. Überführungspauschale und KFZ-Briefgebühr. Abbildungen zeigen Sonderausstattungen gegen Mehrpreis. Auto Zentrum Nürnberg-Feser GmbH Heisterstr. 6-10, Nürnberg Tel. 0911/ Feser-Biemann GmbH Felix-Klein-Str. 76, Erlangen Tel / Volkswagen Zentrum Nürnberg-Marienberg GmbH Marienbergstr 90, Nürnberg Tel. 0911/ Feser-Joachim GmbH Fuggerstraße Roth Tel / Autohaus Wilhelm Graf GmbH Schwabacher Str. 382, Fürth Tel. 0911/ Autohaus Feser GmbH Rother Str. 15, Schwabach Tel /3 08-0

3 EDITORIAL IHK - Die erste Adresse Ulmenstr Nürnberg Postanschrift: Nürnberg Internet nuernberg.ihk.de Geschäftszeiten des Service Zentrums Mo. bis Do Uhr, Fr Uhr Tel Fax der Geschäftsbereiche Mo. bis Do Uhr, Uhr Fr Uhr und Uhr Hauptgeschäftsführer Markus Lötzsch Tel Fax Standortpolitik und Unternehmensförderung Dr. Udo Raab Tel Fax Berufsbildung Ursula Poller Tel Fax Innovation Umwelt Dr. Robert Schmidt Tel Fax International Armin Siegert Tel Fax Recht Steuern Oliver Baumbach Tel Fax Kommunikation Dr. Kurt Hesse Tel Fax Zentrale Dienste Joachim Wiesner Tel Fax KundenService Sabine Edenhofer Tel Fax Geschäftsstelle Ansbach Karin Bucher Bahnhofsplatz 8, Ansbach Tel Fax - 29 Mo. bis Do Uhr u Uhr Freitag Uhr Geschäftsstelle Erlangen Knut Harmsen Henkestraße 91, Erlangen Tel Fax -29 Mo. bis Do Uhr u Uhr Freitag 8 12 Uhr u Uhr Geschäftsstelle Fürth Gerhard Fuchs Flößaustraße 22a, Fürth Tel Fax -29 Mo. bis Do Uhr u Uhr Freitag 8 13 Uhr Jobinitiative Mittelfranken N ürnberg ist Schlusslicht. Die Rede ist von der allmonatlichen Arbeitslosenstatistik, bei der die Stadt Nürnberg mit unschöner Regelmäßigkeit auf dem letzten Platz in Bayern landet das kann auch den Unternehmerinnen und Unternehmern in unserer Region nicht egal sein. Eine wesentliche Rolle in der Statistik spielt hier seit vielen Jahren eine überdurchschnittlich hohe Anzahl von Langzeitarbeitslosen, darunter auch Menschen mit hohen Qualifikationen und mit jahrelanger Berufserfahrung, die plötzlich ohne Arbeit dastanden. Ein herber Verlust für die Betroffenen, aber auch ein Verlust für unsere Wirtschaftskraft. Wir wollen gemeinsam handeln. Wir, das sind Kammern, Gewerkschaften und die Arbeitsverwaltung. Unterstützt von einem Förderprogramm der EU wollen wir 500 Menschen aus Mittelfranken wieder in ein geregeltes Arbeitsverhältnis bringen. Die Kandidat/innen nehmen aus eigenem Antrieb am Programm teil. Es gibt ein ausgeklügeltes Beratungs- und Matching-Konzept, Coaching der Betroffenen auch nach der Einstellung und eine großzügige finanzielle Förderung der Unternehmen. Im redaktionellen Teil dieser Ausgabe der WiM erfahren Sie weitere Details und vor allem Ihre direkten Ansprechpartner bei der Arbeitsagentur. Machen Sie mit. Mit etwas Mut zu neuen Wegen können Sie eine hoch motivierte Verstärkung mit womöglich ungeahnten Fähigkeiten an Bord nehmen. Die Gewinner sind wir alle. IHK-Präsident Dirk von Vopelius Geschäftsstelle Nürnberger Land Schwabach Landkreis Roth Lars Hagemann Ulmenstraße 52, Nürnberg Tel Fax Wirtschaftsjunioren Knut Harmsen Tel Fax -29 ihk-sponsoringboerse.de bringt wichtige Projekte und engagierte Unternehmer zusammen.

4 DER SÜDWESTPARK IST NÜRNBERGS TOP-BUSINESS-STANDORT

5 Hier werden viele wirtschaftlich wertvolle Vorteile miteinander vereint: Flexibilität durch Mietflächen vom Einzelbüro über individuell angepasste Raumkonzepte bis hin zum kompletten Firmensitz Networking 230 Unternehmen mit Beschäftigten auf m 2 Mietflächen Vorausdenken für umweltfreundliche nachhaltige Strukturen und günstige Betriebskosten Work-Life-Balance mit Nahversorgung, Dienstleistungen und Serviceangeboten: Fitnesscenter, Betriebsrestaurant, Hotel, Kinderkrippe uvm. Anbindung eigener S-Bahnhof, Parkplätze, Carsharing, Norisbike uvm. Sichern Sie sich Ihren Platz am Erfolgsfaktor SÜDWESTPARK! Denn Standort zählt. Beratung & Mietangebot: suedwestpark.de

6 Inhalt 14 Arbeitsschutz: Mit einem Managementsystem zu mehr Sicherheit am Arbeitsplatz. 26 Auf aktuelle Anforderungen zugeschnitten: Eine Reihe von Ausbildungsberufen wurde modernisiert und um Fachrichtungen erweitert. Spektrum Märkte Branchen + Börsen 8 Gründungsfinanzierung 9 Medizintechnik weltweit Business 13 Bankenaufsicht Kleine Unternehmen nicht benachteiligen 14 Ohris Gesundheitszeugnis 17 Ausbildungsstellen Azubi-Scouts weisen den Weg 18 Leistungszentrum Elektroniksysteme Meister im Stromsparen 20 Schutz von Kleinanlegern Regeln für Vermittler 22 Silicon Valley Biotop für Innovationen 26 Ausbildungsberufe Von Textil bis Beton 28 Jobinitiative Mittelfranken Hilfe beim (Neu-)Start IHK-Welt 47 Bayerische Mittelstandsgespräche Die Zukunft der Arbeit 48 Azubis Smarte Sinnsucher 50 Stabwechsel bei der IHK Ursula Poller verabschiedet 51 IHK-Vollversammlung Meilensteine der neuen Wahlperiode 53 Erbschaftssteuer Gefahr für den Mittelstand 55 Branchenmarkt A-Z 58 Börsen Veranstaltungen 65 Spezialist für Druckluft 66 IHK-Zukunftshändler Laden und Internet gehen zusammen 69 Afrika im Fokus Fotos: VladTeodor/Thinkstock.com, Wavebreakmedia Ltd./Thinkstock.com, stormwatch/thinkstock.com 6 WiM 07/08 15

7 29 Effizienter Umgang mit Energie und Rohstoffen: Das Special Energie Umwelt erklärt, wie energieintensive Unternehmen Kosten sparen können, und berichtet über die Ressourcen-Effizienz sowie über die Aufgaben von Umweltbeauftragten. Köpfe 71 Studiolution Salonfähige Software 72 Ebl-Naturkost Aus Überzeugung 75 Mode Mary Lou Stoffe, die begeistern 76 Dorn Jagd- und Fischereibedarf Rund ums Jagen und Angeln Unternehmen 79 Hudde Sprachen+ Sprachen erleben 80 Barthelmess Die Strahlkraft erhöhen 83 More 4 Fun Auf dem Segway um den See 84 ADAC-Aero-Dienst Neuer Ambulanzjet 85 Rödl & Partner Interessierter Blick nach Asien Special 29 IHK-Veranstaltungsreihe Energie und Umwelt 30 Energiekosten Hohes Sparpotenzial 34 Umweltbeauftragte Alles im grünen Bereich? 38 Energie-Audits Alles effizient? 40 Ressourcen Das wird knapp! 44 Energiemarkt Für ein stabiles Netz 46 Check-in Energieeffizienz Klimafreundliche Hotels Rubriken 10 Verbraucherpreisindex 61 Inserentenverzeichnis 62 Bekanntmachungen 68 Weiterbildungsprogramm der IHK Akademie 78 Personalien Auszeichnungen 86 Wirtschaft engagiert sich 88 Kompakt 89 Vorschau 89 Impressum 90 Cartoon von Gerd Bauer WiM 07/

8 SPEKTRUM Start-Messe Bei der Nürnberger Start-Messe am Samstag und Sonntag, 31. Oktober und 1. November 2015, geht es rund um das Thema Unternehmensgründung. Über 50 Aussteller beraten im Bereich Gründung, Finanzierung, Nachfolge und Franchising. Das Bayerische Wirtschaftsministerium bietet Start-ups Unterstützung, insbesondere auch in der Vorgründungsphase. Zudem gibt es ein breites Angebot zu den betriebswirtschaftlichen Grundlagen einer Unternehmensgründung, u.a. von der LfA Förderbank Bayern. Zahlreiche Franchise-Systeme informieren über Wege in die Selbstständigkeit. Die Messe findet in Kombination mit der Erfindermesse Iena statt. å Coaching in der Vorgründungsphase Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat die neue Förderperiode des Programms Coaching von Existenzgründern und Betriebsübernehmern in der Vorgründungsphase gestartet, das Gründer oder mögliche Übernehmer eines Unternehmens in der Phase vor der Gründung unterstützt. Finanziert wird das Programm über eine Laufzeit von sieben Jahren mit elf Mio. Euro u.a. mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Die IHK könne das beliebte Programm daher auf Jahre hinaus weiterführen, so Yvonne Stolpmann, Leiterin des Gründungsreferats. Seit 2008 habe sich die Zahl der Teilnehmer verdoppelt. å IHK, Tel TIPP DES MONATS Der Auma Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.v. hat den Jahresbericht Die Messewirtschaft: Bilanz 2014 veröffentlicht. Auf 132 Seiten wird über die Entwicklung der Messewirtschaft 2014 und ihre Perspektiven berichtet. Es wird sowohl die Entwicklung der Messen in Deutschland, u.a. die Förderprogramme für Aussteller und die Rolle ausländischer Teilnehmer, als auch die internationale Wettbewerbssituation aufgezeigt. Zudem geht es um die Lobbyarbeit des Auma sowie die Forschung und Ausbildung in der Branche. 35 Charts geben einen Überblick über die Kennzahlen der Messewirtschaft. å Gründungsfinanzierung å Die IHK Nürnberg bietet in Kooperation mit der LfA Förderbank Bayern einmal monatlich Sprechtage zum Thema Förderprogramme und Finanzierung an. Die nächsten Termine sind 15. Juli, 12. August und 16. September 2015 (jeweils mittwochs). Zudem hat die LfA angesichts des anstehenden Generationswechsels im bayerischen Mittelstand die Förderung für Familienunternehmen verbessert. Vor allem Betriebsübergaben an die Folgegeneration werden erleichtert. Jungunternehmer können beim Kauf jetzt auf den Förderkredit zugreifen, der sich durch einen Zinssatz ab einem Prozent und Laufzeiten und Zinsbindungen von bis zu 20 Jahren auszeichnet. IHK, Fotos: Rawpixel/Fotolia.com, OtmarW/Thinkstock.com, Edward Westmacott/Thinkstock.com, Lapp Group

9 SPEKTRUM Medizintechnik weltweit Das Medical Valley Europäische Metropolregion Nürnberg (EMN) e.v. war im Rahmen der Fördermaßnahme Internationalisierung von Spitzenclustern, Zukunftsprojekten und vergleichbaren Netzwerken erfolgreich. Medical Valley plant ein Internationalisierungsprojekt, das vom Bundesforschungsministerium mit rund vier Mio. Euro gefördert wird. Ziel ist es, Start-ups und Kleinunternehmen die Etablierung auf internationalen Märkten zu erleichtern. Dafür sollen bis 2020 die Innovationspartnerschaften in den USA, China und Brasilien stark ausgebaut werden. Das Medical Valley steuert seit 2007 die Entwicklung und Vermarktung des Bereichs Medizintechnik in der Metropolregion. å Neues Netzwerk für gedruckte Elektronik Auf dem Energie Campus Nürnberg hat sich die neue Netzwerkplattform Printed Electronics Franken etabliert. Geplant sind regionale Projekte in der Forschung und Applikationsentwicklung. Gedruckte Elektronik ermöglicht die Herstellung neuartiger, elektrisch funktionaler Baugruppen. Dabei werden elektronische Bauelemente und -gruppen wie Dioden, Transistoren oder Schaltungen mittels Drucktechnik hergestellt und zum Beispiel als dünner Film auf einen Träger aufgedruckt. Gründungspartner der Netzwerkplattform sind die Unternehmen Belectric OPV, MSWtech, Nanograde Deutschland GmbH, der Energie Campus Nürnberg, die Kompetenzinitiative Energieregion Nürnberg e.v. und das Wirtschaftsreferat der Stadt Nürnberg. å Energieregion Nürnberg e.v., Tel Juli FrankenFernsehen IHK im Business TV immer 3. Dienstag im Monat 18:25 Uhr, stündl. Wiederholung und auf WiM 07/

10 VERBRAUCHERPREISINDEX MAI ,1 Preisentwicklung für Andere Waren und Dienstleistungen 10 WiM 07/08 15

11 MAI ,6 Verbraucherpreisindex Tachometer-Trouble Brennende Autos, Straßensperren und Verfolgungsjagden Ende Juni ließen Taxifahrer in Frankreich ihrer Wut über den Fahrdienst-Emporkömmling Uber freien Lauf. In Deutschland beschäftigt das Geschäftsmodell die Justiz, Fahrgäste fahren noch ganz entspannt. Allerdings sind Taxifahrten im Vergleich zum Vorjahr um rund zwölf Prozent teurer geworden. Insgesamt stiegen die Preise in der Kategorie andere Waren und Dienstleistungen um 1,4 Prozent. Basisjahr 2010 = 100 Mai 2015 Vgl. Mai 2014 Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke 113,1 + 1,4 % Alkoholische Getränke, Tabakwaren 112,6 + 2,5 % Bekleidung und Schuhe 106,9 + 0,2 % Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe 108,3 0,1 % Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör 103,3 + 0,8 % Gesundheitspflege 103,3 + 2,2 % Verkehr 107,2 0,6 % Nachrichtenübermittlung 91,3 1,2 % i Freizeit und Unterhaltung 103,0 + 1,7 % Bildungswesen 92,7 0,7 % Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen 110,9 + 2,7 % Andere Waren und Dienstleistungen 107,6 + 1,4 % Verbraucherpreisindex (Gesamtlebenshaltung) 107,1 + 0,7 % Quelle: Statistisches Bundesamt, Foto: Christian Müller/Fotolia.com WiM 07/

12 hofmann media Wir bringen Sie ins Gespräch. Hoch hinaus! Direkte Zielgruppenansprache mit den WIM-Specials. Hohe Leserbindung und große Reichweite zum günstigen Preis. Das zeichnet uns aus! Sichern Sie sich Ihre Anzeige in der September Ausgabe: Immobilien Anzeigenschluss: 17. August 2015 Unser Anzeigenleiter Rüdiger Sander berät Sie gern unter Über Leser Über Exemplare Nur 0,003 Euro pro Kontakt* Inkl. Homepage-Verlinkung NEU: Mit QR-Code-Einbindung Foto: Rüdiger Sander Jetzt bereits vormerken! Unsere WIM-Specials 2015: Oktober Werbung I Marketing November Büroorganisation I IT Dezember Recht I Steuern Hofmann Druck Nürnberg GmbH & Co. KG Emmericher Straße Nürnberg Fon Fax *Bei einer Insertion einer 1/4 Anzeige in schwarzweiß, zu einem Gesamtpreis von 1.115, Euro. -geprüft. 12 WiM 07/08 15

13 14 18 Managementsystem Ohris: Wie es den Arbeitsschutz im Betrieb verbessert. Elektroniksysteme: In Erlangen entsteht ein Leistungszentrum. Business Bankenaufsicht Kleine Unternehmen nicht benachteiligen Grafik: vasabii und Anatoliy Babiy/Thinkctock.com Die Belange kleiner und mittlerer Unternehmen müssen bei den aktuellen Planungen des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht weit besser berücksichtigt werden. Dies erklärt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit Blick auf die aktuellen Vorschläge für die Bankenregulierung ( Basel IV ). Demnach soll die Berechnung des Eigenkapitals, das die Banken bei der Kreditvergabe hinterlegen müssen, grundsätzlich verändert werden. Es sei nichts dagegen einzuwenden, die Kapitalanforderungen der Banken an das tatsächliche Risiko der einzelnen Kreditgeschäfte anzupassen. Die vorgeschlagenen Risikomaße (z.b. pauschale Gleichsetzung eines geringen Umsatzes mit einem höheren Ausfallrisiko des Kredits) sind nach Auffassung des DIHK jedoch nicht überzeugend und benachteiligen einseitig die kleinen und mittleren Unternehmen. Außerdem sollte für die Bankenaufsicht nicht das Risiko eines einzelnen Kredits im Mittelpunkt stehen, sondern das komplette Kreditportfolio einer Bank und damit deren Risikostreuung im Kreditgeschäft insgesamt. Der DIHK fordert, die aktuellen Ansätze für Basel IV dringend zu überarbeiten, um die Finanzierungsmöglichkeiten des Mittelstandes nicht noch weiter zu beschneiden. Bebaubar ab August 2015! Gewerbegrundstücke mit optimaler Infrastruktur in BURGOBERBACH In der Metropolregion Nürnberg wird durch Bürgermeister Gerhard Rammler ein neuer Wirtschaftsstandort im Gewerbegebiet der Gemeinde Burgoberbach direkt an der A6 geschaffen. Nach intensiver Planungsarbeit wird aktuell die Erweiterung des Gewerbegebietes im Hermannshof um weitere rund 11 ha vorgenommen. Zusätzliche Flächen können nach Bedarf beplant werden. Die Grundstücksgrößen sind dabei zum jetzigen Zeitpunkt noch flexibel planbar und werden zu einem attraktiven Preis angeboten. Wirtschaftsfreundliche Steuerhebesätze sind selbstverständlich. Durch die A6 selbst ist eine Ost-West-Verbindung gegeben, durch die nahe gelegenen A7 und A9 zwei Nord-Süd-Trassen. Außerdem ist über die A6 und A73 die gesamte Metropolregion zügig zu erreichen. Gemeinde Burgoberbach Gerhard Rammler 1. Bürgermeister Ansbacherstr Burgoberbach Tel Mob WiM 07/

14 BUSINESS 14 WiM 07/08 15

15 BUSINESS Ohris Gesundheitszeugnis Mit dem Managementsystem Ohris lassen sich Arbeitsschutz und Anlagensicherheit im Betrieb systematisch verbessern. G esundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Dieses Schopenhauer-Zitat gilt auch in der Berufswelt, schließlich verbringt jeder Erwerbstätige einen großen Teil seiner Lebenszeit am Arbeitsplatz. Für das körperliche und seelische Wohlbefinden der Mitarbeiter spielen sichere und gesunde Arbeitsbedingungen eine Schlüsselrolle. Und sie tragen zu Motivation, Kreativität und Loyalität bei, was sowohl das Betriebsklima als auch die Produktivität fördert. Arbeitsschutz-Managementsysteme (ASM) gelten inzwischen als bewährte Instrumente, um den betrieblichen Gesundheitsschutz zu verbessern hat die Bayerische Staatsregierung im intensiven Austausch mit der Wirtschaft eine eigene Managementsystem-Norm für Arbeitsschutz und Anlagensicherheit entwickelt und unter der Bezeichnung Ohris veröffentlicht. Das Akronym steht für Occupational Health and Risk Managementsystem. Die Zertifizierung nach Ohris ist für jeden Betrieb unabhängig von Größe oder Branchenzugehörigkeit möglich. Aktuell sind in Bayern über 350 Unternehmen nach Ohris zertifiziert, davon knapp 50 in Mittelfranken. Wie nahezu alle Managementsysteme enthält Ohris bestimmte Kernelemente wie zeitlich festgelegte Ziele und Maßnahmenpläne sowie Angaben darüber, wie sie erreicht werden können. Weitere Inhalte sind Festlegungen von Hierarchien, Zuständigkeiten und Befugnissen sowie die Beschreibung von Informations- und Entscheidungsprozessen. Auf diese Weise lassen sich die Themen Sicherheit und Gesundheitsschutz nachhaltig und systematisch in der Organisation eines Betriebs verankern. Dennoch geben sich viele Unternehmen in puncto Zertifizierung reserviert. Vor allem Kleinbetriebe und Mittelständler fürchten, sich mit diesem Prozess einem Bürokratiemonster auszuliefern, das Zeit und Geld frisst. Dieter Güthler, der beim Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Mittelfranken die Ohris-Zertifizierungen betreut, kennt solche Bedenken. Er ist aber überzeugt, dass Ohris gerade den Bedürfnissen kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) entspricht: Es ist ein Managementsystem für Einsteiger, aber kein Managementsystem light. Ablauf der Zertifizierung Güthler hat schon viele Firmen auf ihrem Weg zum Zertifikat begleitet: Am Anfang steht immer ein Beratungsgespräch mit einer Bestandsaufnahme: Was hat das Unternehmen im Themenfeld Arbeitsschutz bereits erreicht, was braucht es noch. Dann werden die Maßnahmen und Prozesse definiert, die als verbindliche Elemente des Managementsystems dokumentiert werden. Auf dieser Basis nehmen Dieter Güthler und seine Kollegen eine Systemprüfung ab und händigen dem Unternehmen das Ohris-Zertifikat aus. Um es zu behalten, müssen die Systemprüfungen mindestens alle drei Jahre erfolgen. Lohnt sich dieser Aufwand? Ja, antwortet Güthler ohne Zögern. Er sieht Ohris als Chance für Unternehmen, Prozesse zu überdenken und neu aufzusetzen: Ohris betrifft nicht nur den Foto: TonyLomas/Thinkstock.com WiM 07/

16 BUSINESS Managementsysteme integrieren lassen, etwa in ISO Dieter Güthler räumt ein, dass die Einführung für Unternehmen durchaus aufwändig sein kann: Ohris kostet Zeit und Geld. Man muss erst investieren, ehe man etwas zurückbekommt. Die Zertifizierung durch das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Mittelfranken selbst ist kostenlos, die Einführung kann für kleine und mittlere Unternehmen auf vorherigen Antrag mit Euro gefördert werden. Der Experte betont, dass das Managementsystem lediglich einen inhaltlichen Rahmen vorgibt, den jeder Betrieb individuell ausfüllen muss. Arbeitsschutz. Die Einführung dieses Managementsystems ist häufig der Anlass, Betriebsabläufe auf den Prüfstand zu stellen: Wie erledigen die Mitarbeiter eigentlich bestimmte Aufgaben? Im Ergebnis trägt die Zertifizierung zur Erhöhung der Produktivität bei. Dieser Herausforderung hat sich auch das Staatstheater Nürnberg mit Unterstützung einer externen Unternehmensberatung gestellt. Die Gründe, weshalb die Entscheidung auf Ohris fiel, fasst Geschäftsführender Direktor Christian Ruppert zusammen: Wir wollten Standards, die geerdet sind und sich gut an unsere überaus komplexe betriebliche Realität andocken lassen. Die Richard Berger Holding GmbH & Co. KG (Ribe) hat sich vor zehn Jahren für die Zertifizierung entschieden. Sie erfolgte zunächst für einen Teilbereich, inzwischen sind alle fünf Firmen der in Schwabach ansässigen Gruppe zertifiziert. Jürgen Lindner, der Beauftragte für Arbeitsschutz- Management, lobt Ohris als relativ unbürokratisches System, das stark auf die Praxis ausgelegt ist. Er betrachtet das Managementsystem als guten Rahmen, um die gesundheitlichen Belastungen der Beschäftigten zu reduzieren und die gesetzlichen Vorschriften zum Arbeitsschutz im Unternehmen umzusetzen: Aufwand und Ergebnis bewegen sich bei Ohris in einem guten Verhältnis. Das macht dieses Managementsystem gerade für Mittelständler interessant. Ein wichtiger Aspekt sind dabei die Erwartungen der Kunden: Im Zuge steigender Anforderungen an das Qualitätsmanagement verlangen immer mehr Abnehmer von Lieferanten eine Zertifizierung über die Einhaltung umwelt- und arbeitsschutzrechtlicher Vorschriften. Da Ohris den Vorgaben nationaler und internationaler Standards entspricht (etwa dem ILO-Leitfaden Arbeitsschutz-Managementsysteme oder der Norm OHSAS 18001) können Unternehmen damit ihre Unternehmenskunden rund um den Globus zufriedenstellen. Für die Ribe-Gruppe als weltweit agierenden Entwickler und Hersteller von mechanischen Verbindungselementen, technischen Federn und Elektroarmaturen ist dies ein wesentlicher Punkt. Hinzu kommt, dass sich die einzelnen Systemelemente von Ohris problemlos in andere Qualitäts- oder Umwelt- Unter dem Dach des Staatstheaters arbeiten etwa 500 Festangestellte auf der Bühne, hinter den Kulissen, in Büros und in Werkstätten. Diese Gemengelage mit unzähligen Schnittstellen ist nicht nur ein organisatorisches Kunststück, sondern auch eine Herausforderung für den Arbeitsschutz. Mithilfe von Ohris ging das Staatstheater das Thema systematisch an: Der Prozess sollte unsere blinden Flecken beseitigen, berichtet Ruppert. Dabei setzte er von Anfang an auf die Einbindung der Mitarbeiter: Das Konzept wurde auf Personalversammlungen vorgestellt und darüber hinaus in den Arbeitszirkeln einzelner Berufsgruppen vorgestellt und diskutiert. Dafür muss man sich Zeit nehmen, aber es lohnt sich, unterstreicht Ruppert, denn erst dieser Dialog führe zu Verbesserungen und mache ein Managementsystem lebendig. Eine Urkunde an der Wand bringt nichts. Beim Staatstheater Nürnberg sollte Ohris mit der erfolgreichen Zertifizierung im Juni 2014 deshalb nicht einfach ad acta gelegt werden, sondern für kontinuierliche Verbesserungen sorgen. Dazu wurde eine Plattform eingerichtet, über die die Beschäftigten alle wichtigen Informationen einsehen können: Ergebnisse, Ziele, Projekte und Termine. Mit der Ohris-Zertifizierung hat das Staatstheater Nürnberg Neuland betreten: Es ist die erste Bühne Deutschlands, die sich für ein Arbeitsschutz-Managementsystem entschieden hat. Damit wollten wir deutlich zeigen: Unsere Mitarbeiter sind uns etwas wert. Ein solches Signal hält Christian Ruppert für ein wichtiges Argument, um sich als Arbeitgeber im Kampf um die besten Talente zu positionieren. (aw.) Foto: Bogdanhoda/Thinkstock.com 16 WiM 07/08 15

17 BUSINESS Ausbildungsstellen Azubi-Scouts weisen den Weg Foto: shironosov/thinkstock.com Über Ausbildungsstellen in den IHK-Berufen konnten allein in Mittelfranken im Jahr 2014 nicht besetzt werden. Um bei den Schülern noch stärker für die duale Ausbildung zu werben, haben die bayerischen IHKs das Projekt Ausbildungs-Scouts ins Leben gerufen. Die Idee: Auszubildende gehen als Ausbildungs-Scouts in die Schulen, um dort ihre Ausbildungsberufe und ihre Tätigkeiten vorzustellen. Als Scouts können sich insbesondere Auszubildende des zweiten oder dritten Ausbildungsjahres engagieren. Sie sind glaubhafte Botschafter und können schon gut Auskunft geben über ihre Erfahrungen aus dem Bewerbungsverfahren sowie über Inhalte und Ablauf einer betrieblichen Ausbildung. Die Schüler erhalten auf diese Weise ein authentisches Bild vom System der beruflichen Bildung und von der Welt der Ausbildungsberufe. Besuchen sollen die Scouts vor allem die vorletzten Klassen aller allgemeinbildenden Schulen, in denen sich die Schüler mit dem Thema Berufswahl beschäftigen. Von dem Projekt profitieren auch die Ausbildungs- Scouts, denn sie stärken mit den Auftritten ihre persönlichen Kompetenzen und ihr Selbstvertrauen. Dieser praxisorientierte Ansatz ist auch für die Lehrer, die die Schüler bei der Berufswahl begleiten, eine Hilfe. Die ersten Ausbildungs-Scouts sollen nach den Sommerferien in die Schulen gehen. å IHK, Tel DANKE FÜR TÄGLICH NEUE WIRTSCHAFTSWUNDER. DANKE, MITTELSTAND, DASS WIR SIE MIT UNSEREM ALLFINANZANGEBOT UNTERSTÜTZEN DÜRFEN. Sie machen Deutschland stark. Sie fördern die Wirtschaft. Sie sorgen für Wachstum. Sie schaffen Arbeitsplätze. Wir sagen dafür Danke mit einem vielseitigen Allfinanzangebot, optimiert für den Mittelstand. Erleben Sie Erfolgsgeschichten aus unserer Zusammenarbeit und erfahren Sie mehr in Ihrer Volksbank Raiffeisenbank und unter deutschland-made-by-mittelstand.de

18 BUSINESS Foto: Fuchs Kontaktlose Übertragung von Energie und Daten: Das LZE entwickelt Lösungen, die die bisher verwendeten Schleifringe oder flexiblen Kabel ablösen sollen. Leistungszentrum Elektroniksysteme Meister im Stromsparen Die Metropolregion Nürnberg wird zu einem Top-Standort für die Entwicklung von energieeffizienten Elektroniksystemen ausgebaut. I nternationale Ausstrahlung soll das neue Leistungszentrum Elektroniksysteme (LZE) erreichen, das in Erlangen errichtet wird. Beteiligt an dem Projekt sind die Erlanger Fraunhofer-Institute IIS und IISB, die Universität Erlangen-Nürnberg, die Siemens AG sowie weitere Unternehmen und Forschungseinrichtungen. Das LZE, für das sich die IHK Nürnberg für Mittelfranken seit Langem eingesetzt hat, wird sich zunächst auf zwei Arbeitsschwerpunkte konzentrieren: zum einen auf die Leistungselektronik zur Wandlung und Verteilung elektrischer Energie, zum anderen auf die sogenannte Low-Power- Elektronik für Anwendungen mit geringstem Energieverbrauch. Die enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft soll sicherstellen, dass die neuen Technologien schnell in die praktische Anwendung kommen. Folgende vier Pilotprojekte stehen in der ersten Phase auf der Agenda des neuen Zentrums: Energienetze und -speicher der Zukunft: Die Wissenschaftler im Projekt DC-Backbone mit Strom-Gas-Kopplung arbeiten an lokalen Gleichstromnetzen für die Stromversorgung z.b. in Industrie- oder Bürogebäuden. Sie sollen kompakt und effizient sein, außerdem sollen sich erneuerbare Energien (z.b. aus Photovoltaikanlagen), deren Aufkommen je nach Wetterlage schwankt, flexibel in diese Netze integrieren lassen. Möglich wird dies durch ein neues Speichersystem: Kombiniert werden die Netze mit chemischen Energiespeichern für die Langzeitspeicherung (sogenannten Liquid Organic Hydrogen Carrier LOHC) sowie mit Lithium-Ionen-Speichern, die die kurzzeitige Flexibilität des Netzes sicherstellen. Integrierte Energie- und Datenübertragung für schnell bewegte Systeme: Am LZE werden Systeme entwickelt, mit denen sich sowohl Energie als auch Daten kontaktlos (induktiv) 18 WiM 07/08 15

19 BUSINESS übertragen lassen. In Windkraftanlagen, hoch automatisierten Fertigungsanlagen oder Industrierobotern werden Energie und Informationen bislang über Gelenke hinweg durch Schleifringe oder flexible Kabel übertragen. Diese verschleißen aber mit der Zeit und schränken zudem die Möglichkeiten der Bewegung deutlich ein. Dagegen soll das neue, kontaktlose System des LZE unempfindlich gegenüber Erschütterungen und Umwelteinflüssen (z.b. Schmiermittel, Öl) sein und gleichzeitig einen deutlich größeren Bewegungsraum ermöglichen. Die robusten induktiven Stecker können auch bei der Produktion von Lebensmitteln oder in der chemischen Industrie eingesetzt werden. Außerdem ermöglichen sie eine sichere und einfachere Elektrifizierung von Bau- und Landmaschinen. Vital- und Bewegungsdaten aus dem T-Shirt: Interessant für Sportler und Trainer, die einen optimalen Trainingsplan erarbeiten wollen, ist das LZE-Projekt Low-Power-Elektronik für Sport- und Fitnessanwendungen. Kombiniert werden hierbei Technologien, die über das T-Shirt sowohl Positions- und Bewegungsdaten der Athleten, als auch Vitaldaten wie Puls und Atmung messen und aufzeichnen. Zusätzlich arbeiten die Wissenschaftler an neuartigen Algorithmen zur Interpretation von EKG-Signalen. Die Entwicklung beinhaltet auch Lösungen für das sogenannte Energy Harvesting, d.h. das Ernten von in der Umgebung verfügbarer Energie, und für die Weiterentwicklung der Funklokalisierung. Strom aus Wärmeunterschieden und mechanischen Erschütterungen: Entwickelt wird ein Ortungssystem, mit dem sich Güter in einer Lagerhalle lokalisieren und nachverfolgen lassen. Dazu werden stromsparende Funkempfänger (WakeUp- Receiver) entwickelt, die nur ein Tausendstel des Stromes einer Leuchtdiode (LED) benötigen. Das erlaubt die vollkommen autonome Stromversorgung durch Energy Harvesting, denn der Strom für die Funkelektronik wird aus Wärmeunterschieden und kleinsten mechanischen Erschütterungen erzeugt. Das Bayerische Wirtschaftsministerium wird die Pilotphase des LZE in den nächsten zweieinhalb Jahren mit fünf Mio. Euro unterstützen, teilte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Vorstellung des Projekts in München mit. Weitere fünf Mio. Euro kommen aus der Industrie, 4,8 Mio. Euro steuert die Fraunhofer-Gesellschaft bei. Für uns ist es wichtig, von Anfang an dabei zu sein und die Konzeption des Leistungszentrums aktiv mitzugestalten. Es ist aus unserer Sicht absolut sinnvoll, das Leistungszentrum auch auf dem neuen Siemens-Campus anzusiedeln, so Siemens-Vorstand Prof. Dr. Siegfried Russwurm, der die Konzeption des LZE gemeinsam mit Prof. Dr. Albert Heuberger (Leiter Fraunhofer IIS), Prof. Dr. Lothar Frey (Leiter Fraunhofer IISB), Prof. Dr. Joachim Hornegger (Präsident Universität Erlangen- Nürnberg) und Prof. Dr. Alexander Verl (Vorstand Fraunhofer-Gesellschaft) vorstellte. å Bereits über 30 % vermietet provisionsfrei mieten O F F I C E DAS NEUE BÜROGEBÄUDE IN ERLANGEN repräsentativ multifunktional flexibel chic Büros: ab 280 m² Stellplätze: ca. 112 Bezug: 2016 Nähere Infos unter Immotions by Flexibel aufteilbar Multifunktional Repräsentativ Schwellenfrei mit Aufzug Be- und Entlüftung Kühlung auf Wunsch Sebastianstr Erlangen SUP_15074_ANZ_PAPILIO_188X100_0615.indd :23 WiM 07/

20 BUSINESS Foto: Fuse/Thinkstock.com Schutz von Kleinanlegern Regeln für Vermittler Die Vermittler von Darlehen und Direktinvestments müssen sich auf neue Erlaubnisverfahren einstellen. G ewerbetreibende, die partiarische Darlehen, Nachrangdarlehen und bestimmte Direkt-Investments vermitteln, sind vom neuen Kleinanlegerschutzgesetz betroffen. Es wurde am 12. Juni 2015 verabschiedet und soll in Kürze in Kraft treten (das genaue Datum stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest). Diese Anlageformen gelten jetzt als Vermögensanlagen gemäß 1 Abs. 2 Vermögensanlagegesetz (VermAnlG). Das bedeutet: Um eine Erlaubnis für die Vermittlung zu bekommen, müssen erhöhte Anforderungen erfüllt werden. So muss ein Nachweis über die Sachkunde vorgelegt werden. Durch die neuen Regelungen sollen Kleinanleger besser geschützt werden. Als Direkt-Investments gelten bestimmte Beteiligungen beispielsweise an Containern oder Rohstoffen, die eine zugesagte jährliche Verzinsung haben und die nach einem gewissen Zeitraum zurückgekauft werden. Voraussetzung ist, dass die Anbieter einen unbegrenzten Kreis von Anlegern durch ein öffentliches Angebot ansprechen und die angebotene Anlage im Austausch für die zeitweise Überlassung von Geld einen vermögenswerten, auf Barausgleich gerichteten Anspruch vermittelt. Auch Forderungsverkäufe im Rahmen des Crowd- Lending fallen unter die neuen Bestimmungen (Kredite für Unternehmen, die über das Internet vermittelt werden). Bislang mussten Gewerbetreibende, die partiarische Darlehen und Nachrangdarlehen vermitteln, eine Erlaubnis als Darlehensvermittler nach 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 Gewerbeordnung (GewO) vorweisen. Nun wird für die Vermittlung dieser Produkte eine Erlaubnis nach 34f Abs. 1 S. 1 Nr. 3 GewO notwendig. Im Zuge einer Übergangsvorschrift können die Vermittler die neue Erlaubnis innerhalb von sechs Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes mit einem vereinfachten Verfahren beantragen. Im Anschluss an diese Frist erlischt die Erlaubnis gemäß 34c Abs. 1 S. 1 Nr. 2 GewO automatisch. Der gleichzeitig notwendige Sachkundenachweis kann von den Antragstellern dagegen innerhalb einer Frist von zwölf Monaten erbracht werden. Bis dieser vorliegt, wird dem Antragsteller eine beschränkte Erlaubnis erteilt. Weitere Vermögensanlageprodukte sind von dieser Erlaubnis nicht erfasst und dürfen somit weder beraten noch vermittelt werden. Kann der Inhaber der beschränkten Erlaubnis seine Sachkunde nicht innerhalb dieser Frist nachweisen, erlischt die Erlaubnis gemäß 34f Abs. 1 S. 1 Nr. 3 GewO. Die Vermittlung von Direkt-Investments war bislang erlaubnisfrei, nun wird auch hierfür eine Erlaubnis gemäß 34f Abs. 1 S. 1 Nr. 3 GewO benötigt. Vermittler, die auch in Zukunft Direkt-Investments vermitteln wollen, müssen sich eine solche Erlaubnis bis spätestens 15. Oktober 2015 erteilen lassen. Wichtig: Hier ist für den Nachweis der Sachkunde keine Übergangsfrist vorgesehen, der Sachkundenachweis muss also gleich mit dem Antrag auf Erlaubnis vorgelegt werden. Finanzanlagenvermittler und Honorar- Finanzanlagenberater, die bereits eine Erlaubnis der Produktkategorie Nr. 3 GewO besitzen, müssen nicht tätig werden. Ihre Erlaubnis umfasst automatisch die durch das Kleinanlegerschutzgesetz neu hinzukommenden Produkte. å IHK, Tel kleinanlegerschutzgesetz 20 WiM 07/08 15

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