Wenn du einen Menschen kennen lernen willst, gib ihm Macht. Chinesisches Sprichwort

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1 Afrika Afrika braucht Reformen und eine funktionierende Demokratie. Die Afrikaner müssen ihren eigenen Weg finden zu demokratischer Regierungsführung. Es müssen nicht immer 60 oder 70 Minister sein wie in einigen Afrikanischen Ländern. Die Regierungen zahlen sich teilweise Gehälter, die über dem des US Präsidenten liegen. Der US Präsident verdient $ pro Jahr. Zwölf Staatschefs in Afrika sind mehr als 20 Jahre an der Macht. Drei Staaten sind Monarchien (Lesotho, Marokko und Swasiland). Freie Presse und vor allem Radio ist wichtig um die Machtverhältnisse wieder gerade zu rücken. Es gibt zwar offiziell Pressefreiheit, die Realität sieht allerdings ganz anders aus. Man hört von Verhaftungen und Verurteilungen. Wer wegen Bestechung oder Korruption berichtet, wird wegen Störung der öffentlichen Ordnung angeklagt. Trotzdem gibt es dort viele weltoffene Journalisten, die keine Angst haben über die Politik zu schreiben. Wahlen finden nur statt um an westliche Hilfsgelder zu kommen und diese stecken sich die Regierungen in die eigene Tasche. Eine schlechte Regierungsführung muss Folgen haben. Die Herausforderung für die Zukunft soll sein, dass nicht Gewinnmaximierung für wenige, sondern soziale Gerechtigkeit für alle das Ziel ist. Wenn du einen Menschen kennen lernen willst, gib ihm Macht. Chinesisches Sprichwort Die Entwicklungsländer werden jährlich mit Geldern der Industrienationen unterstützt. Diese Unterstützung nennt sich Entwicklungshilfe. Die Entwicklungshilfe der EU belief sich im Jahr 2010 auf 53,8 Milliarden. Budgethilfe ist die Investitionspolitik der Industrienationen bei den Entwicklungsländern. Künftig sollen 50 % der Entwicklungshilfe den Regierungen als Budgethilfe zur Verfügung stehen. Budgethilfe ist mit Ownership verbunden. D.h. das die hauptsächliche Verantwortung bei den Regierungen im Empfängerland liegt. Die Geber wälzen die Verantwortung der Verwendung der Mittel auf die Empfänger ab. Gelegentlich werden den Entwicklungsländern Teile der Schulden erlassen. Der Schuldenerlass sollte den Regierungen finanzielle Mittel zur Verfügung stellen, die sie für die Entwicklung ihres Landes einsetzen. Normalerweise ist der Schuldenerlass an solche Bedingungen geknüpft. Allerdings kommt nur ein Drittel der Gelder bei den Bedürftigen an. Der Rest geht auf Personalkosten der Ministerien. Korruption ist das Problem. Korruption zementiert Machtverhältnisse und Abhängigkeiten, wo Initiative und Engagement gefordert wären, Korruption reduziert öffentliche Einnahmen zu Gunsten privater Gewinne. Korruption schafft Unsicherheit und Misstrauen statt Berechenbarkeit und Verlässlichkeit. Korruption stellt die staatliche Legitimität in Frage, Sie untergräbt die Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum. Um das zu verhindern sollte ein neues Konzept, namens Cash on Delivery eingeführt werden. Dabei werden die Entwicklungsländer nur mit Geldern der Industriestaaten unterstützt, wenn sie konkrete Ergebnisse liefern. Das bedeutet, sie müssen ihr Geld für die Entwicklung ihres Landes einsetzen, für Gesundheit, Bildung, Sicherheit oder Forschung und Entwicklung. Sind diese Voraussetzungen gegeben, erhalten sie auch die Hilfsgelder. Grundsätzlich sollte die Entwicklungshilfe bewirken, dass demokratische, freie Staaten entstehen, in denen jeder Bürger und seine Nächsten von seiner Hände Arbeit gut leben kann. Entwicklungshilfe muss

2 ein Bestandteil der Außenpolitik werden. Dazu muss die Entwicklungspolitik auf die Botschaften ausgelagert werden. Aus dem Beispiel China sieht man, wie aus einem Entwicklungsland ein Schwellenland werden kann, welches jetzt selber Entwicklungshilfe zahlt. Durch das Wirtschaftswachstum und die hohe Bevölkerungszahl, steigt der Bedarf an Rohstoffen. Die meisten dieser Rohstoffe, wie Erdöl, Holz und Mineralien bekommt das Land aus Afrika. Außerdem bietet China den entschuldeten Afrikanischen Staaten neue Kredite an. Chinas Afrika Politik wird von wirtschaftlichen und strategischen Interessen beeinflusst. Die kooperierenden Afrikanischen Regierungen schätzen China als Partner, weil China sich nicht in die Politik einmischt und keine Forderungen zum Thema Menschenrechte stellt. Durch Massenimporte aus China kann die Afrikanische Wirtschaft nicht wachsen. Mittlerweile sind auf dem Afrikanischen Kontinent etwa chinesische Firmen tätig und es leben dort etwa Chinesen. Wenn du einen Freund hast, schenk ihm einen Fisch. Wenn du ihn liebst, dann bring ihm bei zu fischen. Chinesisches Sprichwort Um in Afrika etwas verändern zu wollen, muss man die Wirtschaft fördern, damit die Produkte auf dem Weltmarkt angeboten werden. Das geht nur, wenn die Produkte einen Vorteil gegenüber anderen Ausländischen Produkten besitzen. Vorteile können sein: der Preis oder Bodenschätze, die rar sind. Günstigere Produkte anzubieten ist aus afrikanischer Sicht nicht schwierig, denn die dortigen Arbeitskräfte sind um einiges billiger. Außerdem ist Afrika reich an Bodenschätzen, kann sie jedoch nicht sinnvoll nutzen. In Nigeria wollen die Parlamente eine Finanzkontrolle aufbauen um sicher zu stellen, dass das Geld richtig verwendet wird. Dort leben 70 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Und das obwohl Nigeria ein rohstoffreiches Land ist, dass viele Ölvorkommen besitzt. Von den Öleinnahmen gehen 80 % an den Staat. Mit den Zusatzeinnahmen werden Schulen, Krankenhäuser und Stromleitungen gebaut. Nigeria ist ein hervorstechendes Beispiel für diesen zum Scheitern verurteilten Ansatz. Mehr als ein halbes Jahrhundert, seit im Delta des Niger Öl gefunden wurde, haben die 160 Millionen Nigerianer noch immer für ihre Häuser keine Stromversorgung, wenn sie keine eigenen Generatoren verwenden, und auch für die Industrie des Landes gibt es nicht genug Strom. Obwohl das Land sehr große Erdölreserven hat, ist es in Nigeria nicht gelungen, der Bevölkerung anständige Lebensbedingungen zu schaffen. Denn mehr als 100 Millionen Nigerianer müssen von 1-2 Dollar am Tag leben. Man muss Infrastruktur Transportwege schaffen um die Bodenschätze richtig vertreiben zu können. Fehlende Infrastruktur in Afrika macht Exporte und Importe problematisch, ausländische Investitionen sind wegen der Korruption selten. Das Wachstum der Gesamtwirtschaft muss so angelegt sein, dass es zuerst die Nutzung des wichtigsten Produktionsfaktors fördert, die Arbeitskraft. Das betrifft Klein und Mittelbetriebe. Zweitens muss ihre Grundversorgung in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Ernährung gesichert sein. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, dann haben die Armen auch Chancen und können sie auch nutzen.

3 Laut Transparency International sind demokratische Strukturen in fast allen Bereichen Botswanas vorzufinden. Die Gerichte sind unabhängig, Journalisten und Oppositionelle werden nicht bedroht, es finden regelmäßig Wahlen statt und niemals haben politische Gegner im Gefängnis gesessen. Es ist ein Musterland, das den aus den Bodenschätzen kommenden Reichtum wie kein anderes einzusetzen weiß. Da verschwinden keine Einnahmen in den Taschen einer korrupten Elite. Ein Zukunftsfonds wird dafür sorgen, dass auch künftige Generationen etwas davon haben. In Botswana sind Schulen und Medikamente frei und Krankenhausgebühren niedrig. Allen AIDS Kranken wird eine kostenlose Behandlung ermöglicht. Mehr als AIDS Kranke bekommen eine antiretrovirale Therapie. Die Mutter Kind Übertragung von AIDS ist von 40 Prozent im Jahr 2000 auf vier Prozent im Jahr 2008 zurückgegangen. In diesem Musterland wurde in Schulen, Krankenhäuser, Wasserprojekte und Infrastruktur investiert. Außerdem gibt es dort kaum Stromausfälle, was für ausländische Investoren und Unternehmen interessant sein kann. Botswana hat in den letzten 30 Jahren das größte Wirtschaftswachstum weltweit gehabt. Das BIP stieg von $ auf $. Ein weiterer Vorzeigestaat ist Benin. Dort wurde ein ehemaliger Banker Boni Yayi zum Staatsoberhaupt gewählt. Die Wahl hat er hauptsächlich der jungen Bevölkerung zu verdanken. In Benin sind 68 Prozent der Bevölkerung unter 24 Jahre alt. Er ist beliebt, weil er die Staatsfinanzen saniert hat. Boni Yayi hat energische Maßnahmen ergriffen, um die ausufernde Korruption einzudämmen, die Staatseinnahmen zu konsolidieren und die Staatsausgaben zu kontrollieren. Er hat Benin eine Chance gegeben. Ein weiteres Problem ist die Kapitalflucht aus den Entwicklungsländern in Höhe von insgesamt 400 Milliarden $ und 13 Milliarden $ jährlich. Etwa 40 Prozent des privaten Vermögens befindet sich außerhalb Afrikas, in Asien sind das gerade mal 3 bis 6 Prozent. Da stellt sich die Frage warum die Afrikaner ihr Geld nicht in Afrika parken? Die Antwort ist ganz einfach, weil es sich nicht lohnt und zu unsicher ist. Das liegt zum Teil auch an der Schattenwirtschaft. Afrika braucht Kapital um sich zu entwickeln. Ruanda ist ein gutes Beispiel dafür, dass es funktionieren kann. Dort herrschen stabile Rechtsregeln für die Wirtschaft. Es gibt Sicherheit in allen Landesteilen, die Schulpflicht und eine allgemeine Krankenversicherung wurden eingeführt. Ruanda ist wenig Korruptionsanfällig. Es ist politisch stabil. Das Land hat erkannt, dass Bildung der Schlüssel zum Erfolg ist um den Sprung aus der Dritten Welt zu schaffen. Es entsteht eine moderne IT Infrastruktur mit Glasfaserkabel. Solaranlagen werden immer mehr gefördert. Immer mehr ausländische Unternehmen siedeln sich dort an. Gutes Regierungsmanagement sowohl politisch als auch ökonomisch ist der Schlüssel für eine Reduzierung der Armut. Obwohl Afrika eine Bevölkerung von einer Milliarde hat und 14 % der Weltbevölkerung besitzt, beträgt der Anteil Afrikas am Welthandel heute nur 1,6 %. Und Afrika ist der Kontinent der am schnellsten wächst. Man geht davon aus, dass Afrika im Jahr 2050 eine Bevölkerung von über 2,1 Milliarden haben wird. Damit die Welt sich dort ändert, müssen Ausländische Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Wirtschaft her. Außerdem muss eine Umgestaltung der dortigen Politiksysteme stattfinden. Diese Welt muss nicht nur auf dem Papier demokratisch sein, es muss freie Wahlen geben bei denen es

4 möglichst viele Wahlmöglichkeiten zwischen den Parteien gibt. Es muss ein funktionierendes Steuersystem und Sozialversicherungssystem geben. Nur auf dem Boden harter Arbeit bereitet sich normalerweise der Erfolg vor. Max Weber Bildung ist der beste Weg den dieser Kontinent bestreitet muss. Ohne Grundbildung in Lesen, Rechnen und Schreiben gibt es in Afrikanischen Ländern keine guten Voraussetzungen für eine gute Entwicklung. Das Bildungsniveau ist mangelhaft, die Bevölkerung ist schlecht ausgebildet. Der Staat braucht Führungskräfte und es ist schwer Leute, die im Ausland studiert haben, zurückzuholen. Afrika muss vor allem in die Bildung investieren. Am besten indem man das Studieren mit Stipendien fördert. Dann steigt die Zahl der Studenten und somit die Zahl der zukünftigen Führungskräfte und Intellektuellen. Taddy Blecker, Richard Peycke, Conrad Mhlongo und Mburu Gitonga haben im Jahr 2000 eine Private Hochschule CIDA (Community and Individual Development Association) gegründet. Das Ziel dieser ist, die aus armen Verhältnissen stammenden Südafrikaner und Studenten Subsaharas zu fördern. Sie sollen zu Führungskräften ausgebildet werden. Weibliche Studenten werden besonders gefördert. Es gibt nur einen Studiengang Business Administration in dem 1500 Studenten eingeschrieben sind. Diese Hochschule wird von vielen Unternehmen unterstützt, u.a. Siemens, Deutsche Bank, J.P. Morgan, Africa Foundation, MTN usw. Grundsätzlich ist die Situation in Afrika folgendermaßen, die Eltern haben aufgrund der hohen Studiengebühren nicht die Möglichkeit ihren Kindern ein Studium zu finanzieren. Von dem Verein Zikomo in Graz gibt es für Afrikanische Studenten die Möglichkeit mit einem Stipendium die studienbezogenen Kosten übernehmen zu lassen. Dadurch kann der Abwanderung der künftigen Führungskräfte entgegengewirkt werden. Um eine Kultur als bereicherndes Erlebnis zu erfahren, muss man erstmal die Geschichte und Kultur und Entwicklung des betreffenden Landes verstehen. Momentan kann man an sieben deutschen Universitäten Afrikawissenschaften studieren. Suche die Schule auf, Obdachloser! Verschaffe dir Wissen, Frierender! Hungriger greif nach dem Buche: Es ist eine Waffe. Du musst die Führung übernehmen. Berthold Brecht Auswanderung ist ein großes Problem. Gründe dafür sind Unsicherheit für sich und die Familie, die fehlende Möglichkeit der professionellen Weiterbildung und der Kariere, schlechte Arbeitsbedingungen, Mangel an Schulen und Krankenhäusern. Jahr für Jahr verliert Afrika viele Ärzte, Hochschullehrer, Ingenieure und Intellektuelle. Es gibt einen Begriff dafür, Brain Drain, das bedeutet soviel wie Talentschwund. Es kann nicht sein, dass in Großbritannien mehr Ghanaische Ärzte sind als in Ghana selbst. Der Vorteil der Auswanderung ist, dass die unzufriedenen Bürger gehen und die Zahl der Arbeitslosen sinkt. Es wäre sinnvoll die Zuwanderung aus den Entwicklungsländern zu Begrenzen und dafür zu sorgen, dass sie in ihren Heimatländern verbleiben. Afrika ist reich an talentierten Menschen, die nicht die Möglichkeiten haben ihre Talente zu präsentieren ging der Literaturpreis an den Kongolesen Alain Mabanckou und 2008 an Tierno Monenembo aus Guinea. Ihre Bücher wurden Bestseller. Da es in Afrika kaum Verlage gibt, sind diese

5 Menschen auf Verlage aus Europa oder den Vereinigten Staaten angewiesen. Dieser arme Kontinent ist reich an Künstlern aus allen Bereichen. Nur zehn Prozent der Bevölkerung Afrikas haben Zugang zu Elektrizität. 48 Afrikanische Staaten erzeugen zusammen so viel Strom wie Spanien. Der Kontinent ist nicht ausreichend mit Strom versorgt und die Netze decken nur einen kleinen Teil ab. Das führt zu Stromausfällen. Damit verbunden sind Probleme mit der Wasserversorgung, weil die Pumpen ohne Strom nicht funktionieren. Das liegt daran, dass die Kraftwerke zu alt sind und nicht richtig gewartet werden. Man muss neue Kraftwerke bauen. Dabei sollte man auf Kohlendioxidarme Energien setzen, die zudem preiswerten Strom liefern. Afrika ist arm und die Bevölkerung kann sich keine erneuerbaren Energien wie Photovoltaik oder Windkraft leisten. Ein Lösung sind Wasserkraftwerke. Im Kongo ist ein Wasserkraftwerk in Planung Grand Inga, dessen jährliche Stromleistung Gigawatt Stunden beträgt. Das ist die doppelte Leistung des Drei-Schluchten-Damms im Jangtsekiang. Dieses Wasserkraftwerk könnte vorerst einen großen Teil des Strombedarfs des ganzen Kontinents decken. Eine weitere Lösung sind EPR Kraftwerke. Das sind Kernkraftwerke, die eine Kernschmelze nicht verhindern aber bei einer Kernschmelze verhindern das Radioaktivität austritt, weil die geschmolzenen Brennstäbe aufgefangen und isoliert werden. Kernkraft ist auch günstig und Umweltschonend. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Kontinent nicht nur an Energie unterversorgt ist, sondern auch an Wasser. Nach Aussagen der UN braucht ein Mensch etwa 50 Liter Wasser am Tag. Ein Afrikaner hat allerdings nur durchschnittlich 20 Liter Wasser am Tag zur Verfügung. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat gefordert das Recht auf Wasser in die nationale Verfassung und internationale Gesetzgebung aufzunehmen. In Äquatorialguinea gibt es trotz Reichtum am Öl keine geregelte Wasserversorgung. Es steht für Waffen mehr Geld zur Verfügung als für Bildung, Gesundheit und Wasserversorgung. Südafrika hat in seiner Verfassung das Recht auf Wasser verankert. Zwischen Südafrika und dem Wasserreichen Lesotho gibt es ein Abkommen bei dem Wasser für Energie geliefert wird. Außerdem ist das Verkehrswesen sehr mangelhaft. Es gibt nur schlecht befahrbare Straßen und Autobahnen. Außerdem sind viele Orte nicht über befestigte Straßen miteinander verbunden. Oft kann man besser mit dem Flugzeug reisen, man muss nur kleine Umwege in Kauf nehmen. So geht ein Flug aus Gabun nach Burkina Faso nur über die Zwischenstation Paris. Um Güter besser transportieren zu können, wäre es sinnvoll den Kontinent mit Eisenbahnschienen zu vernetzen. Momentan sind nur wenige Städte mit Eisenbahnschienen verbunden. Die meisten Menschen zieht es vom Land in die Städte, was sie sich erhoffen ist ein besseres Leben. Was sie kriegen sind Elend, Armut und Kriminalität. Sie hausen dort in Slums unter Menschen unwürdigen Bedingungen ohne Strom und Wasserversorgung. Auch sterben viele Kinder an Durchfallerkrankungen, weil das Wasser durch Abfall und Fäkalien verseucht ist. In großen teilen Schwarzafrikas gibt es keine Abwasserwirtschaft und Müllentsorgung.

6 Umweltschonende Müllverbrennungsanlagen und Recyclinganlagen sind die Lösung des Problems. Auch ist das Gesundheitswesen mangelhaft. Es ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: eine geringe Zahl von Krankenhäusern, mangelnde Hygiene in diesen Krankenhäusern, unzureichend ausgebildetes medizinisches Personal, keine Nothilfestation, kaum Krankenwagen und teure Medikamente. Würde es eine Gesetzliche Krankenversicherung nach deutschem Vorbild geben, wo jeder Bürger versichert ist und jegliche Kosten für Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte und Medizin von der Krankenkasse übernommen werden, würde auch das Gesundheitssystem anders aussehen. Die am häufigsten vorkommenden Krankheiten mit den meisten Todesopfern sind Durchfallerkrankungen, AIDS und Malaria. AIDS ist das Riesen Problem in Afrika. Doch wie kommt es, dass zwei Drittel aller AIDS Kranken in Afrika beheimatet sind? Das liegt daran, dass nicht mit Kondomen verhütet wird. Immerhin gibt s jetzt ein Mittel das Nevirapin heißt. Diese Tablette muss die infizierte, werdende Mutter bei der Niederkunft einnehmen. Wenn das Baby diese nach der Geburt auch schluckt, dann liegt das Übertragungsrisiko nur noch bei 10 Prozent. Führend in der Forschung an Mitteln gegen AIDS ist die Bill und Melinda Gates Stiftung. Sie geben jedes Jahr 800 Millionen $ dafür aus. Weiterhin engagiert sie sich in der Forschung nach Impfstoffen gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria sowie der Bereitstellung von Impfstoffen gegen Kinderlähmung, Diphtherie, Keuchhusten, Masern und Gelbfieber. In diese Stiftung stiftete Warren Buffett einen Teil der B-Aktien seiner Firma Berkshire Hathaway in Wert von 32,5 Milliarden $. Die Europäische Union dient der Afrikanischen Union als Vorbild. In der Afrikanischen Union sind 54 Staaten, es gibt immer noch Grenzen, Zölle, keine gemeinsame Währung und keine Zentralbank. Die Ziele der Afrikanischen Union sind die gleichen wie die der Europäischen Union. Zum einen den Kontinent durch gemeinsame Währung, Aufhebung von Grenzen und Handelshemmnissen und mit der Einführung einer gemeinsamen Währung und einheitlichen Gesetzen zusammenzubringen und zum anderen eine gemeinsame Regierung einzusetzen. Weil die Afrikanische Union noch nicht so weit ist, ist der Verkauf von Waren ins Innere des Kontinents meist teurer als der Seeweg von Europa oder Asien. Das Ziel sollte sein, diese Handelshemmnisse zu beseitigen um den Handel zu fördern. Im Jahr 2001 wurde in afrikanischen Staaten eine Initiative namens NEPAD (New Partnership for Africa s Development) ins Leben gerufen. Das NEPAD Abkommen verpflichtet zu einer transparenten Finanzpolitik und dazu Sorge zu tragen, dass die Verwaltung funktioniert. Die Grundpfeiler von NEPAD sind deutlich sichtbare und verantwortbare Regierungsführung, transparente Haushaltsführung, Rechtssicherheit und Achtung der Menschenrechte. Dazu zählt auch die Treue zur eigenen Verfassung. Dazu hat Nelson Mandela im Stern gesagt: Mir macht Mut, dass die Demokratisierung Afrikas voranschreitet. Es gibt ein neues Interesse an guter Regierungsführung und ethisch bewussten Führern. Die Geschichte zu ändern kostet viel Zeit. NEPAD gibt Hoffnung für das Umdenken der afrikanischen Eliten. NEPAD könnte dazu beitragen, dass Afrika vom Kontinent der Hungersnöte, Bürgerkriege und kriminelle Ausbeutung zum Kontinent der Chancen und Möglichkeiten wird.

7 Im Jahr 2000 einigten sich die 189 Mitgliedstaaten der UN auf 8 Ziele, die bis 2015 den Menschen in den Entwicklungsländern den Durchbruch zu einer dynamischen Wachstumsphase verhelfen sollen. 1. Bekämpfung von extremer Armut und Hunger 2. Grundschulbildung für alle Kinder 3. Gleichstellung von Jungen und Mädchen in der Bildung 4. Reduzierung der Kindersterblichkeit 5. Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern 6. Bekämpfung von HIV, Malaria und anderen Krankheiten 7. Zugang zu Trinkwasser und Verbesserung der Lebensbedingungen in den Armenvierteln 8. Aufbau einer globalen Entwicklungspartnerschaft Die Landwirtschaft produziert nur soviel wie für Eigenkonsum benötigt wird. Man muss die Landwirtschaft fördern, so dass der ganze Kontinent beliefert werden kann. Der Kontinent hat sehr fruchtbare Böden. Das Problem ist nur die Wasserversorgung der Landwirtschaftlichen Flächen. Dazu müssen Flüsse wie der Nil, Kongo, und Niger verlängert werden und Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut werden. Meerwasserentsalzungsanlagen sind sehr sinnvoll, da sie Meerwasser in Trinkwasser umwandeln. 99 Prozent des gesamten Wassers auf unserem Planeten ist Meerwasser. Wenn es also genug Meerwasserentsalzungsanlagen gibt und dazu das Abwasser durch Kläranlagen wieder gereinigt wird, dann geht uns das Wasser nie aus. Das einzige Problem heute ist, dass die Meerwasserentsalzungsanlagen sehr viel Strom verbrauchen. Da stellt sich die Frage, ob sich der Bau solcher Meerwasserentsalzungsanlagen überhaupt rentiert? Siemens hat eine moderne Meerwasserentsalzungsanlage erfunden, namens Waterhub. Diese Anlage verbraucht mit 1,5 Kilowatt Stunden pro m³ Wasser die hälfte der derzeitigen. Ein kleines Beispiel verdeutlicht die Situation. Der Wasserverbrauch Afrikas beläuft sich jährlich auf 213,5 Milliarden Kubikmeter. Davon gehen 85 Prozent auf die Landwirtschaft. Will man Afrika und die einheimische Landwirtschaft fördern, brauch man mindestens 300 Milliarden Kubikmeter Wasser pro Jahr zusätzlich. Wenn also eine Waterhub 1,5 Kilowattstunden pro m³ Wasser verbraucht, dann macht das einen zusätzlichen Energieverbrauch von Gigawatt. Um das mal zu verdeutlichen: Grand Inga produziert Gigawatt Stunden pro Jahr. Und das ist ein einziges Wasserkraftwerk. Das zeigt, dass dieses Problem lösbar ist. Man muss es nur richtig angehen und man braucht genügend Kapital. Grand Inga kostet etwa 75 Milliarden Dollar. Mehrstufige Entspannungsverdampfungsanlagen wie die in Dubai befindliche Kraftwerks- und Meerwasserentsalzungsanlage Dschabal Ali, können täglich bis zu Kubikmeter Trinkwasser aus dem Meerwasser gewinnen. Um den Wasserbedarf zu decken, werden also Anlagen benötigt. Vorausgesetzt Waterhub kann auf die gleiche Kapazität ausgebaut werden. Zurzeit macht die Landwirtschaft in Afrika 80 Prozent der Arbeitsplätze aus. In Asien hat die wirtschaftliche Entwicklung mit der Förderung der Landwirtschaft begonnen. Allerdings

8 wurden dort 40 Prozent der Agrarflächen bewässert. In Afrika sind das gerade mal 5 Prozent. Experten sind sich einig, dass ein Wachstum in der Landwirtschaft etwa vier Mal so wirksam beim Armutsaufbau ist, wie in anderen Bereichen. Die meisten Afrikaner leben auf dem Land. Dort fehlt es aber an Infrastruktur, wie Straßen, Lagerhäuser, Fabriken zur Weiterverarbeitung und Vermarktungsindustrie. Nahrungsmittelhilfen erhöhen die Abhängigkeit vom Ausland und sorgen dafür, dass die einheimische Nahrungsmittel Produktion nicht wachsen kann. Die Subventionen westlicher Agrarprodukte müssen aufhören und es müssen afrikanische Agrarprodukte und Baumwolle gefördert werden. Die Subventionen untergraben die Existenzgrundlage der afrikanischen Bauern, indem sie die Agrarprodukte verbilligen. So kostet beispielsweise ein Liter Milch statt einem Euro nur noch 80 Cent. Wenn aber die Afrikaner bereit wären für 85 Cent anzubieten, dann können sie nicht auf dem Weltmarkt mithalten. Die Baumwollproduktion ernährt etwa 20 Millionen Afrikaner. Diese Zahl könnte ein Vielfaches dessen sein, wenn die Subventionen in den Industrienationen wegfielen. Würden die afrikanischen Landwirte Ihre Produkte auf dem Weltmarkt verkaufen, könnte das Umsätze in Höhe der Entwicklungshilfe erzielen. Mittlerweile pachten viele Staaten, die ihre Nahrungsmittelproduktion aus eigenen Mitteln nicht mehr decken können, landwirtschaftliche Flächen in Afrika. Die afrikanische Bevölkerung, vor allem Frauen, müssen durch Kleinkredite in Höhe von ein paar Hundert Euro gefördert werden, damit sie das Geld in ein eigenes Unternehmen investieren können. Frauen haben eine Rückzahlquote von 99 Prozent und sie gehen gewissenhaft mit dem geliehenen Geld um. Es gibt die Überlegung Entwicklungshilfe künftig als Mikrokredite zu vergeben. Frauen sind die wahren Perlen Afrikas. Sie managen Haushalte und tragen die Verantwortung für ihre Familien. 80 Prozent der Nahrung werden unbezahlt von Frauen produziert, allerdings besitzen sie nur 10 Prozent der Felder. Während die meisten Männer nichts tun, meistern viele Frauen den Alltag mit Familie und Gewerbe. Mädchen sollen auch die Möglichkeiten bekommen zur Schule zu gehen und zu studieren, damit sie in ihren Ländern etwas bewegen können. In der Realität haben Frauen nämlich nicht die gleichen Rechte wie Männer. Sie haben nicht die gleichen Rechte auf Zugang zu Bildung, Gesundheitsfürsorge und der Teilhabe an politischen Ämtern und der Wirtschaft. Die seit 2005 amtierende Vorsitzende der Nationalen Wahlkommission in Sierra Leone, Dr. Christina Thorpe hat 2007 zeitweise unter Lebensgefahr freie, unabhängige Parlaments und Präsidentschaftswahlen organisiert. Die kenianische Geschäftsfrau Esther Passaris hat ein Projekt namens Adopt a Light ins Leben gerufen, bei dem sie Laternen vor allem in Armensiedlungen hat aufstellen lassen und die durch Werbung an den Masten finanziert wurden. Die Folge war, dass die Kriminalität und vor allem Vergewaltigungen zurückgingen. Armutsbekämpfung kann nur über Geschlechtergerechtigkeit gelingen. Hilary Clinton hat vor der Afrikanischen Union folgenden Satz gesagt: Wenn alle Frauen in Afrika vom Kap bis Kairo eine Woche lang ihre Arbeit liegen lassen, dann fällt die gesamte Wirtschaft des Kontinents wie ein Kartenhaus zusammen. Frauen von heute warten nicht auf das Wunderbare - sie inszenieren ihre Wunder selbst. Katherine Hepburn

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