Web-Contentmanagementsysteme

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1 Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementsysteme im Rahmen eines großen Informatik-Seminars bei Prof. Dr. Volker Klement an der Fachhochschule Gießen-Friedberg im SS 2006 von Sebastian Berg Matrikel Nr.:

2 Inhaltsverzeichnis Einleitung 1. Grundlagen 1.1 Definitionen und Abgrenzungen 1.2 Funktionalitäten von Contentmanagementsystemen Content Lifecycle Trennung von Struktur, Inhalt und Darstellung Workflow zum Editieren con Content 1.3 Benutzerverwaltung 2. Exkurs: Marktübersicht einiger Contentmanagementsysteme 2.1 typo3 2.2 drupal 2.3 Mambo! 3. Web Contentmanagementsysteme am Beispiel Joomla! 3.1 Installation von Joomla! 3.2 Funktionalität von Joomla! Content in Joomla! Erstellung und Publikation von Content Benutzerverwaltung in Joomla! 3.3 Interna 4. Schluss 5. Abbildungsverzeichnis 6. Literaturverzeichnis 7. Erklärung zur Vollständigkeit Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 2

3 Einleitung Diese Seminararbeit befasst sich mit den grundlegenden Eigenschaften von Contentmanagementsystemen sowie Web-Contentmanagementsystemen. Sie ist in drei Hauptteile gegliedert, die hier kurz beschrieben werden. Im Abschnitt 1 gehe ich auf die Grundlagen von Contentmanagementsystemen ein. Nach einigen wenigen Definitionen und Abgrenzungen werden die Grundfunktionalitäten von Contentmanagementsystemen wie der Content-Lifecycle, die Trennung von Struktur, Inhalt und Darstellung, ein Workflow zum Editieren von Content sowie die Anforderungen an die Benutzerverwaltung eines Contentmanagementsystems erläutert. Die Überschrift des Abschnitts 2 spricht für sich. Hier wird ein Ausschnitt des aktuellen Marktes an Contentmanagementsystemen gezeigt und es werden zwei, respektive drei Contentmanagementsysteme in einigen Funktionalitäten näher beschrieben. Letztlich befasst sich Abschnitt 3 dieser Arbeit mit der konkreten Inbetriebnahme eines Web- Contentmanagementsystems (Joomla!). Er gibt einen kleinen Leitfaden zur den Betriebsvoraussetzungen, zur Installation und schließlich zur Erstellung und Pflege von Content sowie zur Benutzerverwaltung und internen Verarbeitung der Inhalte einer Webseite. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 3

4 1. Grundlagen 1.1 Definitionen und Abgrenzungen Contentmanagement In dieser Ausarbeitung lege ich die folgende Definition von Contentmanagement zu Grunde: Unter Contentmanagement versteht man die systematische und strukturierte Beschaffung, Erzeugung, Aufbereitung, Verwaltung, Präsentation, Verarbeitung, Publikation und Wiederverwendung von Inhalten. [Vgl. IS-04/02] Die Definition von Contentmanagement kann erweitert werden, indem man es als [...]eine Kette von Handlungen, die durch elektronische Hilfsmittel unterstützt wird, um einen flexiblen und ökonomischen Umgang mit Information in Organisationen zu erreichen [Vgl. IS-04/02] bezeichnet. Aus der Definition von Contentmanagement lässt sich eine weitere Definition ableiten, die in dieser Arbeit verwendet werden wird. Sprechen wir im Folgenden von Web- Contentmanagement, ist dieses definiert als: Web-Contentmanagement (WCM) Web-Contentmanagement ist Contentmanagement, das sich in erster Linie auf Web- Content beschränkt, also Informationen, Dokumente und Daten, die durch HTML- Seiten dargestellt oder zumindest durch HTML-Dokumente referenziert werden. Contentmanagement Web-Contentmanagement Websitemanagement Abbildung 1: Abgrenzungen Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 4

5 Der Begriff Web-Contentmanagement läßt sich nun in 3 Bestandteile, nämlich Web, Content, und Management aufspalten. Das Web erledigt die Publikation über das Internet, das Intranet oder das Extranet. Unter Content verstehen wir jegliche Art von Information unabhängig von deren Gehalt. 1 Das Management weist auf einen Prozeßcharakter des WCM hin. Verschiedene Anwendungsprozesse müssen in ein Workflow-Schema überführt werden, das die Nutzer, aufbauend auf einem Berechtigungskonzept, durch den Prozess führt. Zur Vollständigkeit seien hier noch die Dokumentenmanagementsysteme (DMS) und die Knowledgementsysteme (KS) erwähnt. DMS unterstützen die Verwaltung und den kontrollierten Zugriff auf Information, fokussieren sich aber auf die Erfassung, Versionierung und Archivierung von Dokumenten. KS bereiten Wissen einer Organisation mit Hilfe von Informationstechnologie wieder auf. Das Grundprinzip kann hier darin bestehen, aus bereits vorhandener Information Wissen zu generieren. Web-Contentmanagementsysteme (WCMS) behandeln allerdings eher die redaktionelle Aufbereitung und die Darstellung von Information, womit man sie von den DMS und KS einigermaßen klar abgrenzen kann. 1 Ergänzend seien hier noch die sog. Assets erwähnt. Asset ist ein Sammelbegriff für Bilder, Texte, Grafiken, Videos, etc. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 5

6 1.2 Funktionalitäten von WCMS Was sollen WCMS unterstützen? Einige wünschenswerte features von WCMS sind: Einheitliche Darstellung der Webseiten eines Unternehmens Einhaltung von Design-Richtlinien Wiederverwendung von Content automatisierte Weiterverarbeitung von Content Publikationszeiträume, Archivierung und Versionierung Erhöhung der Aktualität und Qualität des Content Einbindung von externen Daten Erhöhung der Übersichtlichkeit Personalisierung und Lokalisierung von Content Der Content-Lifecycle Der Content durchläuft gewissermaßen einen Lebenszyklus. Es gibt verschiedene Stationen innerhalb der Firma, an denen der Content Halt macht. Im Wesentlichen lassen sich hier 5 Stationen benennen. Als erstes steht die Recherche bzw. die Erstellung des Content. Hier werden von Redakteur oder Autor abhängig vom Datentyp verschiedene Werkzeuge zur Text-, Grafik-, HTML- oder Videobearbeitung eingesetzt. Bevor der Content beispielsweise vom Chefredakteur freigegeben werden kann, muss er eine Kontrolle dessen bestehen. Besteht er diese Kontrolle nicht, wird er zurück an den Autor gegeben, der ihn dann überarbeiten muss und ihn wieder zur Kontrolle an den Chefredakteur gibt. Die Kontrolle kann sich über mehrere Stufen hinziehen. Beispielsweise ist es sinnvoll, in einem Börsenunternehmen neben der Freigabe aus syntaktischer Sicht noch die Freigabe durch eine Rechtsabteilung einzuholen. Hat der Content einmal die Kontrolle bestanden wird er freigegeben und kann publiziert werden, was z.b. durch einen Webmaster geschieht. Ist der Publikationszeitraum abgelaufen, wird der Content archiviert und im Falle einer späteren Wiederverwendung erneut zur Kontrolle gegeben. Abbildung 2 verdeutlicht das Prinzip des Content-Lifecycles. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 6

7 nicht bestanden Recherche/ Erstellung Kontrolle bestanden Publikation Freigabe Zeit abgelaufen Archivierung wiederverwenden Abbildung 2: Der Content-Lifecycle Anhand der Anforderungen an ein WCMS und des Content-Lifecycles lassen sich einige primäre Ziele eines WCMS formulieren: 1. Entlastung des Webmasters Dieser muss sich nicht mehr um die Erstellung des Content kümmern. Das kann direkt von den einzelnen Mitarbeitern erledigt werden. Der Webmaster pflegt die Seiten, stellt den Content ein und nimmt Änderungen und Aktualisierungen am Design und der Funktionalität der Webseite vor. 2. Erhöhung/Erhaltung der Websitequalität 3. Mittel- und langfristige Kostenersparnis Durch den einheitlichen Workflow (siehe Sekundäre Ziele ) wird der Verwaltungsaufwand zum Betrieb einer Webseite erheblich gesenkt. 4. Anpaßbarkeit an zusätzliche technische Anforderungen Sekundäre Ziele von WCMS sind z.b. die Optimierung des Publikationsprozesses (realisiert durch die Unterstützung, Protokollierung, Überwachung und bessere Auswertung des Content das sogenannte Workflow-Schema ) sowie die Effizienzsteigerung bei der Verwaltung des Contents durch das Prinzip der Trennung von Struktur, Inhalt und Darstellung, das im folgenden Abschnitt noch genauer erläutert wird. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 7

8 1.2.2 Die Trennung von Struktur, Inhalt und Darstellung Bei der Trennung von Struktur, Inhalt und Darstellung liegt der Content zu jeder Zeit in einer wiederverwendbaren Form vor. Die Struktur definiert die Einzelinformationen eines Dokuments sowie deren Verschachtelung und Reihenfolge. So besteht eine aktuelle Meldung z.b. aus einer Überschrift, einem Publikationsdatum, Fließtext und einem Autor. Der Autor wiederum kann z.b. aus Vorname, Nachname, -Adresse und Kürzel bestehen. Der Inhalt füllt nun die einzelnen Datenelemente der Strukturdefinition und letztlich ist die Darstellung eine formale Beschreibung mit deren Hilfe die Repräsentation auf einem Ausgabemedium realisiert wird. In der Praxis realisiert man diese Trennung häufig über Stylesheets mit Hilfe von XML. In den Stylesheets stehen Angaben über die Größe und Positionierung der einzelnen Strukturelemente. Ein Großteil der WCMS benutzt allerdings relationale Datenbanken zur Erfüllung dieses Prinzips. Der Inhalt der Tabellen wird mit Hilfe von Vorlagen (Templates) in fertige HTML- Dokumente transformiert Workflow zum Editieren von Content Wie bereits erwähnt, sollen auch Mitarbeiter ohne vertiefte HTML-Kenntnisse in der Lage sein, Content zu erstellen. Dies entlastet den Webmaster und erhöht die Aktualität und Qualität des Content einer Webseite. Man spricht hierbei von der Dezentralisierung der Contenteingabe. Da die Struktur der Einzelnen Web-Dokumente bereits vorliegt kann ein Editor direkt darauf zugreifen. Zum Editieren von Content gibt es nun 2 Möglichkeiten. Zum einen kann dies mit browserbasierten zum anderen mit anwendungsspezifischen Clients geschehen. Die browserbasierten Clients erledigen ihre Arbeit direkt im Browser und bedienen sich HTML- Formularen. Diese unterstützen das Ändern, Erstellen und Löschen von Content, senken die Administrationskosten und ermöglichen den Zugriff auf den Content von jedem beliebigen Rechner mit Internetanbindung. Anwendungsspezifische Clients hingegen müssen auf dem jeweiligen Rechner installiert sein, von dem auf den Content zugegriffen wird. Dies sind meist Applikationen, die einen Zugriff auf die Datenhaltung des WCMS erlauben und werden häufig von den Anbietern eines WCMS selbst erstellt. In beiden Fällen muss allerdings das ACID-Prinzip (atomicity, consistency, integrity, durability) eingehalten werden, was die meisten WCMS in Form eines Check-IN/OUT Mechanismus unterstützen. Datenbankbasierte WCMS bringen dieses Prinzip in der Regel von Haus aus mit sich. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 8

9 1.3 Benutzerverwaltung Grundsätzlich gilt für die Benutzerverwaltung, dass die Daten vor nicht authorisierten Zugriffen geschützt werden. Folglich ist sowohl bei browserbasierten als auch bei anwendungsspezifischen Clients eine Authentifikation gegenüber dem Netzwerkserver notwendig, auf dem das CMS installiert ist. Bei browserbasierten Clients geschieht dies meist über ein Formular, das unter einer bestimmten URL zur Verfügung steht. Nach der Authentifizierung besteht oft eine gesicherte Verbindung. Weiterhin stellt sich die Frage, wer welchen Content bearbeiten darf/muss. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Administrator alles verändern darf. Ein Benutzer darf in der Regel nur dynamischen Content verändern oder erstellen. Auf die verschiedenen Arten von Content im Joomla! WCMS wird in Abschnitt 3.2 genauer eingegangen. Kommen wir nun zur Verwaltung von Benutzern und Gruppen, sowie deren Rollen innerhalb eines WCMS. Als Benutzer bezeichnen wir die einzelnen Anwender eines WCMS. Dieses identifiziert und verwaltet die einzelnen Benutzer. Als eine Gruppe bezeichnet man im Zusammenhang mit CMS eine Konstellation von Benutzern aus demselben Unternehmensbereich [...], die auch auf der Website für entsprechende Rubriken zuständig sind. [Vgl. Pos-03/02] Die jeweiligen Bearbeitungsrechte einzelner Personen aus einer Gruppe werden durch Rollen geregelt. Rollen sind Klassifizierungen von Benutzern und die Benutzer bekommen bestimmte Rechte und Aufgaben. Eine einfache Form der Rollenverteilung hat 2 Rollen. Einen Redakteur, der Inhalte recherchiert und erstellt und einen Chefredakteur, der diese Inhalte zur Publikation freigibt. Die verschiedenen Rollen innerhalb einer Gruppe sollten jedoch überschaubar bleiben, um den Workflow übersichtlich zu halten. Zusammenfassend läßt sich somit sagen, dass eine Gruppe den Zuständigkeitsbereich einer Person beschreibt und über die Rolle Rechte und Aufgaben der Person innerhalb der Gruppe zugeordnet werden. Laut [Pos-03/02] benötigt ein WCMS also die folgenden Kategorien von Rechten zur Festlegung der Aufgabenbereiche und Berechtigungen der Benutzer für die einzelnen Content-Elemente: Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 9

10 Kategorie Beispiel Beauftragungsrechte - Artikel in Auftrag geben - Selbstauftrag erteilen Bearbeitungsrechte - Artikel erstellen - Bilder/Dateien einfügen - Objekte ändern - Objekte löschen und archivieren - Recherchieren im Bestand und/oder Archiv Freigaberechte - Freigeben eines Objekts - Korrektur eines Objekts anfordern Publikationsrechte - Rechte zum Freischalten - Zurückziehen von Objekten - Zusätzliche Verlinkung von Objekten administrative - Verwaltung von Benutzern/Objekten Rechte - Erstellung von Templates - Verwaltung/Pflege von Foren und Chats Tabelle 1: Kategorien von Rechten in WCMS Eine Zuordnung zu den einzelnen Phasen des Content-Lifecycles kann über diese Rechtetabelle leicht erfolgen. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 10

11 2. Exkurs: Marktübersicht einiger Contentmanagementsysteme Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von CMS sowie Open-Source-CMS. Open-Source-CMS bieten sich speziell kleinen Unternehmen an, die oft nicht die finanziellen Mittel haben, um sich ein kommerzielles CMS anzuschaffen. Einige dieser Open-Source-CMS können mit ihrer Leistungsfähigkeit durchaus mit kommerziellen Lösungen mithalten. Unter der URL findet sich eine Übersicht über einige Open-Source-CMS. Auf drei dieser CMS (typo3, drupal, Mambo!) möchte ich kurz eingehen und einige Funktionalitäten nennen, bevor ich im Abschnitt 3 dieser Arbeit das WCMS Joomla! etwas tiefer beschreiben werde. 2.1 Typo3 Typo3 basiert auf der Skriptsprache PHP und bietet eine browserbasierte grafische Benutzeroberfläche sowie eine Vielzahl an Funktionen zur dynamischen Erstellung von Inhalten sowie zur Administration von Webseiten mit ihrem Content. Typo3-features für Administratoren multiple domains mehrere Domains können auf die gleiche Typo3-Seite mit gleicher Datenbank und Installation verweisen oder mit anderen Seiten der Datenbank verknüpft werden manage backend users/groups Einstellungen, zu dem was backend-benutzer sehen und tun dürfen, können hier zentral verwaltet werden switch user der Administrator kann mit einem Klick zu einem anderen Benutzer wechseln ohne sich neu einzuloggen und kann so Probleme beseitigen upgrade/install extensions upgrades/downgrades und Erweiterungen können mit Hilfe des Extension-Managers installiert werden compare backend users die Rechte eines Benutzers oder einer Gruppe können leicht miteinander verglichen werden Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 11

12 Typo3-features für Editoren unlimited undo history Die Anzahl der Bearbeitungsschritte, die rückgängig gemacht werden können, ist unbegrenzt frontend/backend-editierung Editieren Sie ihre Content-Items komfortabel im frontend oder im backend entsprechend ihrer Rechte wizards Es gibt Wizards, die bei der Erstellung von Content, Formularen, Tabellen und bei der Bildmanipulation unterstützen viele weitere features... Typo3 ist ein sehr mächtiges CMS und eignet sich daher sowohl für den professionellen als auch für den etwas kleineren Firmenbereich. 2.2 drupal Drupal steht unter der general public license (GPL) und wird von einer Gemeinschaft von tausenden von Entwicklern gepflegt und weiterentwickelt. Drupal-features search engine friendly URLs (SEF-URLs, suchmaschinenfreundliche URLs) Module Module wie Privatnachrichten, Bookmarks und andere wurden von der Entwicklergemeinschaft implementiert Analyse und Statistiken Browserbasierte Berichte mit Informationen über Verweise, den beliebtesten Inhalt und die Besuchernavigation Logs und Berichte Alle Aktivitäten & Ereignisse können in einer Ereignis-Logdatei festgehalten und später vom Administrator eingesehen werden webbasierte Administration keine weitere Installation von Software zur Administration; jeder Browser ermöglicht den Zugriff Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 12

13 Das drupal-cms läuft unter Windows, Unix, Linux, BSD, Solaris und Mac OS X und kann mit MySQL oder PostgreSQL verwendet werden. Andere SQL-Datenbanken können verwendet werden, hierzu muss aber ein spezielles backend selber erstellt werden. Weiterhin kann man mit drupal mehrsprachige Webseiten entwickeln und Texte können mit Hilfe eines grafischen interface übersetzt werden, wenn man keine existierenden Übersetzungen importieren oder andere Tools benutzen möchte. 2.3 Mambo Mambo in der Version entspricht Joomla! in der Version Im September 2005 löste sich das Entwicklerteam von Mambo und arbeitet seit diesem Zeitpunkt an Joomla!. Es existieren also zwei unterschiedliche CMS mit exakt dem gleichen Funktionsumfang. Die aktuelle stabile Version von Joomla! ist und kann deshalb an dieser Stelle zu 100% mit der Version von Mambo verglichen werden. Da sich diese Ausarbeitung mit Joomla! intensiver beschäftigt, nenne ich an dieser Stelle einige Mambo-features, die stellvertretend für Joomla! aufgeführt werden. Ich habe Mambo als CMS ausgewählt, weil es eben die Wurzeln des in Kapitel 3 behandelten Joomla! bildet. Mambo-features Mediamanager Mit dem Mediamanager lädt man komfortabel alle seine Dokumente an einen zentralen Ort im CMS. Dies ist die Stelle an der alle Dateien, ob Bilder, Grafiken, Videos oder jegliche andere Art von Dokumenten verwaltet werden. datenbankbetriebene Seiten-Engine Alle Daten in Mambo sind in einer relationalen Datenbank organisiert. Dies gewährleistet einen schnellen Zugriff sowie die Erfüllung des ACID-Prinzips Umfragen Schalten sie auf jeder Seite eine andere Umfrage und werten sie so z.b. ihr Webseitendesign, Inhalte oder Abstimmungen zu beliebigen Themen aus Inline-Texteditor Die Autoren können sich einem Texteditor bedienen, der gängigen Textverarbeitungsprogrammen ähnelt und erzeugen somit schnell und leicht Content Template-Manager Einfaches hochladen und ausführen eines Archivs stellt ein Design-Template bereit Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 13

14 Die einfache Installation und Administration machen Mambo (und natürlich auch Joomla!) zu einem interessanten Einstiegspaket in ein WCMS. Der Aufwand für Einarbeitung sowohl als Administrator als auch als Editor/Redakteur ist enorm gering und man kommt schnell zu den ersten Ergebnissen. Abstriche werden in Joomla! bei der Benutzerverwaltung gemacht. Die Anforderungen, die in Abschnitt 1.3 an ein WCMS gestellt wurden, werden nicht komplett erfüllt, jedoch stellt dies beim Einstieg in Contentmanagementsysteme kein großes Defizit dar. Ausblick Der folgende Abschnitt befasst sich ausführlicher mit der Installation und einfachen Inbetriebnahme von Joomla! in Version Ich gehe darin auf die Erstellung und Publikation von Content ein, nachdem ich etwas Grundlegendes über die verschiedenen Arten von Content in Joomla! berichtet habe. Weiterhin gebe ich einen Einblick in die Erstellung von Sektionen und Kategorien von Joomla!. Zum Abschluß erwähne ich noch ein Paar grundlegende Dinge zur Benutzerverwaltung und der internen Speicherung von Content in einer relationalen Datenbank, wie er in Joomla! abgelegt wird. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 14

15 3. WCMS am Beispiel Joomla! 3.1 Installation von Joomla! Die Installation von Joomla! setzt eine gewisse Umgebung voraus. Man benötigt einen Apache Webserver, sowie eine MySQL-Datenbankanbindung. Eine komfortable Umgebung, die diese Anforderungen erfüllt ist XAMPP 2. Nach der Installation von XAMPP befindet sich auf der Festplatte im entsprechenden Verzeichnis ein Ordner namens /htdocs. Dieser ist der Hauptanlaufpunkt für eine Installation von Joomla! auf der bestehenden XAMPP-Version. Im /htdocs Ordner wird nun ein beliebiger Unterordner, beispielsweise /joomla angelegt und alle Inhalte des Joomla-Archivs 3 werden in diesen Ordner entpackt. Der pre-installation check Ruft man im Webbrowser bei laufenden Apache-Webserver die Adresse auf, gelangt man zum sogenannten pre-installation check. Dieser Check bietet eine Übersicht über die laufende PHP-Version und einige andere Einstellungen. Einstellungen, die für die Installation von Joomla! so bleiben können wie sie sind erscheinen in grün, Einstellungen die geändert werden müssen erscheinen in rot. Nachdem alle Einstellungen entweder bereits grün erscheinen oder entsprechend geändert wurden, gelangt man nach dem Durchlesen der Lizenz zu den vier einfachen Konfigurationsschritten, die noch für die Installation von Joomla! erforderlich sind. Die Dialoge führen übersichtlich und verständlich durch den Installationsprozess und im Wesentlichen ist nur eine Stelle zur näheren Betrachtung wichtig. In Schritt drei der Installation vergibt die Routine automatisch ein Administrator-Passwort für die Joomla!-Installation. Ändert man dieses nicht, bekommt man später keinen Zugriff auf das backend und somit die Administration von Joomla!, denn standardmäßig wird hier ein Super-Administrator-Account angelegt, von dem aus man weitere Benutzer anlegen und verwalten kann. Sind alle Schritte durchlaufen wird man noch aufgefordert, den Ordner /installation zu löschen. Dieser wird bei der Verwendung von Joomla! nicht mehr benötigt. Ob man ihn löscht oder nur umbenennt bleibt jedem selber überlassen. Bei einem erneuten Aufruf von präsentiert sich die Joomla!-Startseite und man kann mit der Administration beginnen. 2 Hier findet man das XAMPP-Paket, sowie Informationen und Support zu dem Paket 3 bietet aktuelle Archive zum download an Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 15

16 3.2 Funktionalität von Joomla! Im Folgenden sollen einige grundlegende Aspekte zur Funktionalität von Joomla! erläutert werden, die es einem auf schnelle und unkomplizierte Weise ermöglichen, verschiedene Benutzer anzulegen, Content zu erstellen und zu administrieren und Änderungen am Design eines Joomla!-Templates vorzunehmen Content in Joomla! Im Joomla gibt es verschiedene Arten von Content. Dies ist zum einen der statische und zum anderen der dynamische Content. Statischer Content ist im Wesentlichen Content, der sich innerhalb des gesamten Webauftritts nicht verändert. Für eine Organisation wären dies z.b. das Impressum, eine Anfahrtsbeschreibung und die Kontaktadressen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Bei dynamischem Content handelt es sich um Content, der eben dynamisch ist, d.h. Content, der zu verschiedenen Zeiten variiert, abgeändert oder gänzlich entfernt wird. Hier wird allerdings noch eine Unterteilung vorgenommen. Content kann in Joomla! nur in sogenannten content items abgelegt werden. Content items müssen Bestandteil einer Kategorie und Kategorien wiederum Bestandteil einer Sektion sein. Abbildung 3 verdeutlicht das Prinzip des statischen und dynamischen Contents am Beispiel der Webseiten der FH-Gießen. (Auszüge der Inhalte) Static Content Impressum Anfahrt Kontakt Content 4 Content 5 Content 6 Content 7 Content 8 Content 9 Abbildung 3: statischer und dynamischer Content in Joomla! Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 16

17 3.2.2 Erstellung und Publikation von Content Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten, Content in Joomla! zu erstellen. Zum einen kann man Content über das frontend als Autor/Redakteur/Editor und zum anderen über das backend als Administrator erstellen. Loggt man sich im frontend als Benutzer ein, steht einem die Möglichkeit offen, Content über einen WYSIWYG-Editor (what you see is what you get) einzugeben. Befindet man sich in einer entsprechenden Kategorie, bietet das System einen kleinen Button mit der Beschriftung New... an. Nach Klick auf den Button gelangt man in den WYSIWYG-Editor, der für den jeweiligen Benutzer eingestellt ist. Abbildung 4 zeigt einen solchen WYSIWYG-Editor. Abbildung 4: WYSIWYG-Editor Ein content item besteht aus einem erforderlichen Intro-Text und einem optionalen Main-Text. Der Intro-Text wird gegebenenfalls auf der Startseite der Joomla!-Installation angezeigt, falls dies im betreffenden content item aktiviert ist. Der Main-Text wird nur angezeigt, wenn man mehr über den Artikel lesen möchte. Diese Unterscheidung macht durchaus Sinn, denn so kann Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 17

18 man auf der Startseite nach dem Lesen des Intro-Textes entscheiden, ob man überhaupt nähere Informationen zu einem Artikel lesen möchte und ferner bleibt die Übersichtlichkeit der Seiten gewährleistet. Auch bereits bestehende content items können hier editiert werden wenn man einer entsprechenden Benutzergruppe angehört. Ganz unten im WYSIWYG-Editor befinden sich weitere Reiter. Im Reiter Publishing legt man nun noch den Publikationszeitraum und die Art der Publikation fest und schon steht der neu erstellte Content zur Kontrolle bereit. Wie bereits erwähnt, wird der Inhalt vom Administrator publiziert, denn er muss zur Freigabe im Vorfeld noch die Kontrolle bestehen. Der Administrator kann im backend die gesamten content items in einer Liste oder sortiert nach Kategorien einsehen, editieren, publizieren, archivieren und löschen. Abbildung 5 zeigt eine Übersicht aller content items, deren Publikationsstatus, Reihenfolge, Zugriffslevel und weitere Eigenschaften im sogenannten content items manager. Abbildung 5: Content items manager im Joomla!-backend Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 18

19 3.2.3 Erstellung einer Sektion/Kategorie mit Inhalten Zur Erstellung einer Kategorie mit zugehöriger Sektion gehören mehrere Schritte, die ich hier kurz erläutern möchte. Generell gilt, dass die Erstellung einer Kategorie mit ihrer zugehörigen Sektion zuerst ein wenig umständlich erscheint. Ruft man sich aber das Prinzip der Trennung von Struktur, Inhalt und Darstellung zurück ins Gedächtnis und durchleuchtet den Prozess damit noch einmal, wird deutlich, dass dies absolut notwendig ist, um eine klare Webseiten-Struktur zu erschaffen bzw. beizubehalten. Als Erstes legt man im section manager zu erreichen unter Content-Section Manager im backend eine neue Sektion mit dem gewünschten Namen und Titel an. Falls gewünscht, kann man der Sektion noch eine kurze Beschreibung geben. Als nächstes muss eine zugehörige Kategorie im category manager ( Content-Category Manager ) angelegt werden. Auch hier muss man Namen und Titel vergeben. Im nächsten Schritt muss im category manager die zugehörige Sektion der Seiten ausgewählt werden und es kann wieder optional eine kurze Beschreibung der Sektion erfolgen. Damit ist die neue Kategorie mit zugehöriger Sektion zwar erstellt, aber auf den Seiten noch nicht verfügbar, denn sie wurde noch nicht mit entsprechenden Links darauf in einem Menü der Seiten aufgenommen. Die Aufnahme in ein Menü ist der letzte Schritt der erforderlich ist, um eine neue Kategorie für die frontend-benutzer und Besucher zugänglich zu machen. Im menu manager ( Menu-<Menüname> ) wählt man das Menü, in dem der Link erscheinen soll. Beim anlegen eines neuen menu items wählt man aus, auf was der Menüpunkt verweisen soll. In unserem Beispielfall ist der Radiobutton Table Content Section zu aktivieren und anschließend auf Next im oberen Bildbereich zu klicken. Im nächsten Schritt vergibt man noch einen Namen, wählt die zugehörige Kategorie aus und klickt zum Fertigstellen auf Save (wieder im oberen Bildbereich). Optional können hier noch weitere Parameter eingegeben werden, die in dieser Arbeit jedoch nicht von Belang sind. Entsprechend der gemachten Einstellungen erscheint nun im Hauptmenü der Seite eine neue Sektion und dessen Kategorien können auch sofort durch Autoren/Editoren/Redakteure mit content items wie in beschrieben befüllt werden. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 19

20 3.2.4 Benutzerverwaltung in Joomla! Die Benutzerverwaltung in Joomla! lässt hinsichtlich der in Abschnitt 1.3 gestellten Anforderungen an die Benutzerverwaltung eines WCMS einige Lücken entstehen. In Joomla! ist es nicht möglich, einzelne Gruppen, mit zugehörigen Rollen zu spezifizieren. Es gibt lediglich 7 Arten von Benutzern in Joomla! - die Benutzer der Seite ausgeschlossen - die ihre Rechte direkt über die jeweiligen Benutzergruppen erhalten. Abbildung 6 verdeutlicht die unterschiedlichen Arten von Benutzern in Joomla!. Content sehen Content bearbeiten Admin Super-Administrator Administrator Manager Publisher Editor Author Public Registered Special Neu anlegen Eigenen Content editieren Jeden Content editieren Content publizieren Frontend Backend Registered Visitor Abbildung 6: Benutzergruppen und Rechte in Joomla! Diese sieben Arten von Benutzergruppen reichen in der Praxis in kleinen Unternehmen jedoch aus, um einen entsprechenden Workflow einzuhalten, der von der Erstellung über die Kontrolle bis hin zur Publizierung reicht. Beispielsweise kann ein Chefredakteur der Gruppe Editor zugeordnet sein und hier entsprechende Änderungswünsche in den Artikeln einfügen, denn er hat ja die Berechtigung, jeglichen Content zu editieren. Auch ist es hier nicht möglich, Artikel quasi an den Autor zurückzuschicken. Um den Content-Lifecycle also 100%ig einzuhalten muss man sich bei Verwendung des Joomla! WCMS noch eine andere Möglichkeit einfallen lassen. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 20

21 3.3 Interna Joomla! verwaltet den gesamten Content und auch die interne Struktur der Seiten in einer relationalen Datenbank. Diese Datenbank wurde bei der Installation angelegt und ist für Administratoren bzw. für jeden, der Zugang zu den phpmyadmin-seiten des XAMPP-Pakets hat, erreichbar. Im Prinzip lässt sich Content auch mit Hilfe von MySQL im phpmyadmin- Bereich der XAMPP-Installation erstellen, jedoch ist dies auf keinen Fall empfehlenswert, wenn man Bedingungen wie referentielle Integrität der Daten einhalten will. Immerhin werden hier 35 Tabellen mit etlichen Spalten angelegt und eigentlich vom Joomla!-backend mit entsprechenden Formular-Anweisungen verwaltet. Auch Templates liegen in komplett editierbarer Form auf dem Rechner bzw. dem Webserver, auf den die Templates installiert sind. Hier macht es durchaus Sinn, das Stylesheet anzupassen oder zugehörige Bilder, Grafiken oder Buttons zu editieren. Die meisten Templates sind frei verfügbar und können geändert werden. Einige weisen in ihren Lizenzbedingungen jedoch darauf hin, dass die Entwickler des Templates erwähnt werden müssen, sollte das Template in originaler oder abgeänderter Form auf einer Webseite zum Einsatz kommen. Wenn man nun ein solches Template gefunden hat, das in der Funktionalität und im Design etwa den eigenen Vorstellungen entspricht, lädt man es aus dem Internet herunter, installiert es komfortabel mit dem bereits erwähnten Template-Manager und ändert bei Bedarf Elemente wie Header-Grafik, Buttons, Grundfarben oder auch die Funktionalität durch Anpassen oder Erweitern des Stylesheets. Entsprechende erweiterte Kenntnisse in der HTML- und CSS-Programmierung sind natürlich Grundvoraussetzungen, aber solche Aufgaben kommen innerhalb einer Webseite sowieso dem Administrator zu. Abschließend ist noch zu sagen, dass beim Joomla!-WCMS alle wichtigen Elemente wenn auch teilweise nicht zu aller Zufriedenheit implementiert erscheinen und versierte oder interessierte Anwender beliebig tief in die interne Verwaltung dieses WCMS einsteigen und hier Veränderungen, Optimierungen oder Ergänzungen vornehmen können. Seminararbeit zum Thema Web-Contentmanagementssyteme 21

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