Arbeitslosigkeit nach der Finanz- und Wirtschaftskrise (Teil 1)

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1 (Teil 1) Ausgewählte europäische Staaten, im Jahr 2010 und Veränderung der Spanien ,1 77,9 Estland 16,9 207,3 Slowakei Irland 13,7 14,4 117,5 51,6 Griechenland Portugal 12,0 12,6 41,2 63,6 Türkei 10,7 10,3 Bulgarien 10,2 82,1 Frankreich 9,8 25,6 Europäische Union 9,7 36,6 Veränderung der 2008/2010 Polen 9,6 35,2 Schweden 35, Prozent Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: nach Geschlecht (Stand: 08/2011) Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2011, Seite 39

2 (Teil 2) Ausgewählte europäische Staaten, im Jahr 2010 und Veränderung der Finnland ,3 Italien 25,4 Großbritannien 7,8 39,3 Dänemark 7,4 124,2 Tschechische Republik 7,3 65,9 Rumänien 7,3 25,9 Veränderung der 2008/2010 Deutschland 7,1-5,3 Niederlande Luxemburg Österreich 4,5 4,5 4,4 45,2-8,2 15,8 Norwegen 3,5 40, Prozent Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: nach Geschlecht (Stand: 08/2011) Lizenz: Creative Commons by-nc-nd/3.0/de Bundeszentrale für politische Bildung, 2011, Seite 40

3 Fakten Die der 27 Staaten der Europäischen Union (EU) sank zwischen 2004 und 2008 stetig von 9,1 auf 7,1 Prozent. Erst die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat diesen Trend umgekehrt: 2009 lag die bereits bei 9,0 Prozent und sie erhöhte sich weiter auf 9,7 Prozent im Jahr Insgesamt waren im Jahr 2010 knapp 23,2 Millionen Personen arbeitslos und damit gut 6,3 Millionen mehr als im Jahr 2008 (16,83 Mio.) das entspricht einer Steigerung um 37,6 Prozent in nur zwei Jahren. Bei einer Betrachtung der einzelnen EU-Mitgliedstaaten fällt auf, dass sich die zwischen 2008 und 2009 in allen 27 Staaten erhöht hat. Dasselbe gilt auch für Norwegen, Kroatien und die Türkei, für die Eurostat ebenfalls Daten zur Verfügung stellt. Auch die Entwicklung in den Jahren 2009/2010 verlief ähnlich: In 25 der 30 hier betrachteten Staaten stieg die lediglich in Deutschland, Luxemburg, Malta, Österreich und der Türkei war sie rückläufig. Im Jahr 2010 lagen die n in Spanien (20,1 Prozent), Lettland (18,7 Prozent), Litauen (17,8 Prozent) und Estland (16,9 Prozent) bei mehr als 15 Prozent. Norwegen (3,5 Prozent), Österreich (4,4 Prozent), Luxemburg und die Niederlande (jeweils 4,5 Prozent) hatten im selben Jahr die niedrigsten n mit Werten von weniger als fünf Prozent. Deutschland lag mit einer Quote in Höhe von 7,1 Prozent ebenfalls klar unter dem EU-Durchschnitt (9,7 Prozent). In den drei baltischen Staaten Estland (plus 207,3 Prozent), Litauen (plus 206,9 Prozent) und Lettland (plus 149,3 Prozent) sowie in Dänemark (plus 124,2 Prozent) und Irland (plus 117,5) haben sich die n zwischen 2008 und 2010 mehr als verdoppelt. Allerdings hatten sich die n in den baltischen Staaten zwischen 2000 und 2008 kräftig reduziert: in Litauen (minus 64,6 Prozent) und Estland (minus 59,6 Prozent) um mehr als die Hälfte, in Lettland um knapp die Hälfte (minus 45,3 Prozent). Auch in Dänemark war die Quote in den Jahren 2000 bis 2008 gesunken, jedoch nur um etwa ein Viertel (minus 23,3 Prozent). Hingegen war die Irlands bereits in den Jahren vor 2008 gestiegen. Der Unterschied zwischen den baltischen Staaten und Dänemark ist wiederum das jeweilige Ausgangsniveau: Während Estland, Lettland und Litauen bei der Höhe der im betrachteten Zeitraum eher im oberen Drittel liegen, bewegt sich Dänemark meistens im unteren Drittel. Luxemburg (minus 8,2 Prozent) und Deutschland (minus 5,3 Prozent) sind die einzigen unter den 30 hier betrachteten Staaten, bei denen die trotz der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise 2010 niedriger war als In der Türkei, Österreich, Malta und Belgien fiel die Steigerung mit weniger als 20 Prozent relativ moderat aus. Bei einem Vergleich der Jahre 2007/2010 ist Deutschland sogar der einzige Staat, bei dem sich die reduzierte und zwar von 8,7 auf 7,1 Prozent (minus 1 Prozent). Im Juli 2011 lag die saisonbereinigte in der EU-27 bei 9,5 Prozent (Juli 2010: 9,7 Prozent). Nach Schätzungen von Eurostat waren damit insgesamt 22,711 Millionen Männer und Frauen arbeitslos. Gegenüber Juli 2010 fiel die Zahl der Arbeitslosen in der EU-27 um Über ein Jahr betrachtet verzeichneten sechzehn Seite 41

4 Mitgliedstaaten einen Rückgang der und elf Mitgliedstaaten einen Anstieg. Der höchste Rückgang wurde in Estland mit 5,1 Prozentpunkten beobachtet (von 17,9 auf 12,8 Prozent zwischen dem zweiten Quartal 2010 und 2011). Darauf folgten Lettland (von 19,9 auf 16,2 Prozent zwischen dem ersten Quartal 2010 und 2011) und Litauen (von 18,2 auf 15,6 Prozent zwischen dem zweiten Quartal 2010 und 2011). Die höchsten Anstiege verzeichneten Griechenland (von 11,0 auf 15,0 Prozent zwischen dem ersten Quartal 2010 und 2011), Bulgarien (von 10,0 auf 11,5 Prozent) und Slowenien (von 7,2 auf Prozent). Die Jugendarbeitslosenquote lag im Juli 2011 in der EU-27 bei 20,7 Prozent (Juli 2010: 20,9 Prozent). Die niedrigsten Quoten verzeichneten die Niederlande (7,5 Prozent), Österreich (7,8 Prozent) und Deutschland (9,5 Prozent) und die höchsten Quoten Spanien (46,2 Prozent), Griechenland (38,5 Prozent im ersten Quartal 2011), Litauen (33,1 Prozent im zweiten Quartal 2011) und die Slowakei (32,9 Prozent). Datenquelle Eurostat: Online-Datenbank: nach Geschlecht, Arbeitslosigkeit (Jahresdurchschnitte) nach Geschlecht und Altersgruppe (Stand: 08/2011); Eurostat: Pressemitteilung: des Euroraums, August 2011 Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen Die entspricht dem prozentualen Anteil der Arbeitslosen an der Erwerbsbevölkerung. Die Erwerbsbevölkerung setzt sich aus den Erwerbstätigen und den Arbeitslosen zusammen. Zu den Arbeitslosen zählen hier alle Personen von 15 bis 74 Jahren, - die während der Berichtswoche ohne Arbeit waren, - die in den zwei auf die Berichtswoche folgenden Wochen für eine abhängige Beschäftigung oder eine selbständige Tätigkeit verfügbar waren und - die innerhalb der letzten vier Wochen (einschließlich der Berichtswoche) spezifische Schritte unternommen haben, um eine abhängige Beschäftigung oder eine selbstständige Tätigkeit zu finden oder die einen Arbeitsplatz gefunden haben, die Beschäftigung aber erst später, das heißt innerhalb eines Zeitraums von höchstens drei Monaten aufnehmen. Erwerbstätige sind Personen im Alter von mindestens 15 Jahren, die in der Berichtswoche (der EU-Arbeitskräfteerhebung) gegen Entgelt, zur Gewinnerzielung oder zur Mehrung des Familieneinkommens mindestens eine Stunde gearbeitet haben oder nicht gearbeitet haben, jedoch einen Arbeitsplatz hatten, von dem sie vorübergehend abwesend waren (zum Beispiel aufgrund von Krankheit, Urlaub, Streik, Ausoder Weiterbildungsmaßnahmen). Seite 42

5 Ausgewählte europäische Staaten, im Jahr 2010 und Veränderung der 2010 in Prozent Veränderung der 2008/2010 Europäische Union 9,7 36,6 Euroraum 10,1 32,9 (17 Länder) Spanien 20,1 77,9 Lettland 18,7 149,3 Litauen 17,8 206,9 Estland 16,9 207,3 Slowakei 14,4 51,6 Irland 13,7 117,5 Griechenland 12,6 63,6 Portugal 12,0 41,2 Kroatien 11,8 40,5 Ungarn 11,2 43,6 Türkei 10,7 10,3 Bulgarien 10,2 82,1 Frankreich 9,8 25,6 Polen 9,6 35, in Prozent Veränderung der 2008/2010 Italien 25,4 Finnland 31,3 Schweden 35,5 Belgien 8,3 18,6 Großbritannien 7,8 39,3 Dänemark 7,4 124,2 Tschechische 7,3 65,9 Republik Rumänien 7,3 25,9 Slowenien 7,3 65,9 Deutschland 7,1-5,3 Malta 6,9 16,9 Zypern 6,3 75,0 Luxemburg 4,5-8,2 Niederlande 4,5 45,2 Österreich 4,4 15,8 Norwegen 3,5 40,0 Quelle: Eurostat: Online-Datenbank: nach Geschlecht (Stand: 08/2011) Seite 43

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