Sehr geehrte Aktionärinnen, Aktionäre und Aktionärsvertreter, liebe Gäste und Freunde unseres Unternehmens,

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1 Prof. Klaus Josef Lutz Hauptversammlung der BayWa AG 17. Juni 2014 ICM München Es gilt das gesprochene Wort! Sehr geehrte Aktionärinnen, Aktionäre und Aktionärsvertreter, liebe Gäste und Freunde unseres Unternehmens, ich begrüße Sie auch im Namen meiner Vorstandskollegen ganz herzlich zur diesjährigen Hauptversammlung der BayWa AG. Heute möchte ich Sie mit auf eine Reise nehmen auf eine Reise durch das Jahr 2013, verbunden mit einem Ausblick auf die weitere Geschäftsentwicklung. Eine Reise, die über Regensburg und Rotterdam über die Weltmeere auf alle Kontinente führt. Keine Sorge, Sie müssen sich jetzt nicht anschnallen oder andere Vorkehrungen treffen es wird eine interessante, aber keine turbulente Reise! Die BayWa hat in den vergangenen Jahren einige Kursänderungen vorgenommen und auf diesem Weg schon viel erreicht. Mit unserer internationalen Wachstumsstrategie sind wir auf Erfolgskurs und haben bei Umsatz und Ergebnis im Jahr 2013 Höchstmarken erreicht. Knapp 16 Mrd. Euro Umsatz und fast 222 Mio. Euro Ergebnis vor Steuern und Zinsen weist unser Handels- und Dienstleistungskonzern für das Geschäftsjahr 2013 aus. Das bedeutet eine erneute Steigerung im Vergleich zum Vorjahr! Ich möchte mal etwas anderes sehen oder: Ich brauche dringend Luftveränderung das sind ja einige der klassischen Gründe, um auf eine Reise zu gehen. Das gilt aber nicht für die BayWa! Wir begeben uns nämlich nicht aus Langeweile und Abenteuerlust oder Sehnsucht nach Luxus in die große weite Welt, sondern wir haben strategisch fundierte Gründe. Die BayWa ist kein Traumschiff, kein Orient- Express und auch kein Zeppelin wir sind ein modernes, dynamisches

2 Unternehmen mit klarem Ziel, verehrte Gäste: Wir wollen unsere Position in den für uns relevanten Märkten vor allem international weiter ausbauen und festigen! Unsere Reiseroute 2013 war klar bestimmt: Die großen Akquisitionen aus dem Jahr 2012 sollen konsolidiert werden und sich bereits im Jahr 1 der Übernahme erfolgreich auszahlen. Das, meine Damen und Herren, haben wir deutlich erreicht: Zum ersten Mal in der Geschichte der BayWa stammten mehr als 50 Prozent des Umsatzes aus den internationalen Beteiligungen. 45 Prozent des operativen EBIT wurde 2013 aus der nationalen und internationalen Expansionstätigkeit erwirtschaftet waren es dagegen nur knapp 2 Prozent! Unser operatives Geschäftsergebnis konnten wir insgesamt im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls wieder deutlich verbessern. Zum Geschäftsjahr 2014 möchte ich an dieser Stelle schon vorausschicken: Wir sind weiter auf Erfolgskurs und hatten ein starkes Auftaktquartal mit einem Ergebnissprung. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,7 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro. Ein erheblich besseres Ergebnis als für diesen Zeitraum üblich. Der Umsatz lag mit rund 3,6 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. So, nun geht es aber los wir starten in unserer bayerischen Heimat. Unsere Geschäfte sind mittlerweile von internationalen Warenströmen geprägt. Dabei gewinnen besonders Wasserwege für unsere Handelslogistik immer mehr an Bedeutung. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren die Leistungskraft der Hafenstandorte daheim enorm gesteigert. Leuchtturm-Funktion hat dabei sicherlich der neue Agrarstandort im Regensburger Osthafen. Durch eine Gesamtinvestition von rund 14 Mio. Euro ist hier 2013 der größte Getreideerfassungs- und Umschlagsbetrieb in der mehr als 90-jährigen Geschichte der BayWa entstanden. Aber auch in Hafenstandorte wie Passau an der Donau haben wir kräftig investiert. Unsere Investitionen in die Agrarstandorte unserer deutschen Kernregionen betrugen 2013 insgesamt über 18 Mio. Euro und zwar am Wasser und zu Lande! Und auch 2014 geht es weiter: zum Beispiel mit der Erweiterung der Hafenstandorte in Würzburg und 2

3 Schweinfurt sowie dem neuen Hafenstandort Dettelbach/ Mainschleife. Ein weiteres Beispiel ist unser Landhandelsstandort Großmehring-Interpark: 6,5 Mio. Euro werden wir dort bis zur Ernte 2015 investieren. Mit einem voll funktionsfähigen Bahnanschluss ist dies ein wichtiger Knotenpunkt im Logistiknetz der BayWa. Geliefert wird unter anderem Qualitätsweizen an Pastaproduzenten in Italien. Insgesamt wollen wir unsere Kernregionen in diesem Jahr mit rund 25 Mio. Euro stärken. All diese Investitionen in die Infrastruktur unserer hiesigen Kernregionen dienen dazu, vor allem unser Getreide dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird. Denn unser lokales Geschäft ist schon längst ein globales: Heutzutage kann jemand irgendwo auf dieser Welt bestellen und erwartet, dass die Ladung so schnell und so preiswert wie möglich dort landet, wo er sie benötigt. Um als Handelsunternehmen gerade im Agrarbereich auch weiterhin erfolgreich zu sein, brauchen wir angesichts dieser Marktbedingungen die Möglichkeit, nicht nur Rohstoffe entsprechend zu kaufen, sondern sie auch so schnell wie möglich weiter zu transportieren. Dazu brauchen wir eine entsprechende Logistik, ob für Schiffe, LKWs oder für die Schiene. Zum Thema global ist lokal, lokal ist global, also wie stark die Landwirtschaft vor Ort und der Weltmarkt miteinander verknüpft sind, ein kleines Beispiel: Schauen wir kurz auf die Maisernte Der Mais hatte hierzulande besonders unter den Wetterkapriolen gelitten die Ernteerträge gingen teils dramatisch zurück. Die Mais- Volumina waren für die Nachfrage in Deutschland nicht ausreichend. Aber die Preise stiegen trotzdem nicht an, denn weltweit gesehen gab es beim Mais 2013 eine Rekordernte. Das Resultat für die Landwirte hier in Deutschland: sinkende Mengen und sinkende Preise. Das kann zwar auch die BayWa nicht grundsätzlich ändern, aber Kunden und Partner in den Regionen profitieren von einer international wachsenden BayWa mit leistungsfähigen Logistikstrukturen und wachsendem Knowhow auf den Weltmärkten, weil wir die Vermarktungschancen für unsere Kunden in jedem Fall verbessern können. Deshalb also von Bayern aus auf die Weltmeere und Weltmärkte einen Riesenschub in Sachen Seewege gab es durch den Erwerb der Cefetra-Gruppe, dem 3

4 niederländischen Dienstleistungs-, Logistik- und Handelsunternehmen, und durch die Übernahme der niedersächsischen Bohnhorst-Gruppe. Zusammen mit Cefetra und Bohnhorst verfügen wir heute über direkten Zugang zu 17 Binnenhäfen und zu 18 Tiefseehäfen bzw. Häfen mit Tiefseezugang. Cefetra und Bohnhorst schicken knapp 20 Prozent ihrer Güter per Binnenschiff und über 60 Prozent per Seeschiff auf die Reise zu ihren Kunden. Bei der BayWa sind es übrigens gut ein Fünftel der transportierten Agrargüter, die wir aus unseren Kernregionen per Binnenschiff transportieren lassen. Welche Chancen sich durch die Internationalisierungsstrategie für unsere heimischen Geschäftspartner auftun, zeigt übrigens folgendes kleine Beispiel: Über Verbindungen von Bohnhorst ging 2013 BayWa Qualitätsweizen erstmals unter anderem nach Skandinavien, England, Spanien und sogar nach Südafrika. In der BayWa Gruppe haben wir im letzten Jahr übrigens insgesamt rund 26 Mio. Tonnen Getreide ausgeliefert; 2008 waren es nur gut 4 Mio. Tonnen. Unser Unternehmen trägt, meine Damen und Herren, mit seinen Produkten und Dienstleistungen dazu bei, Grundbedürfnisse des Menschen zu stillen. Im Jahr 2025, also bereits in gut zehn Jahren, werden auf unserem Planeten voraussichtlich rund 8 Milliarden Menschen leben. Die Fleischnachfrage wird dann weltweit bei knapp 400 Mio. Tonnen liegen; derzeit sind es etwa 300 Mio. Tonnen. Agrarrohstoffe gewinnen also global weiter an Bedeutung. Der weltweite Handel mit Nahrungsmitteln wird sich weiter intensivieren. Lassen Sie mich ein Beispiel herausgreifen: Während China im Jahr 2000 noch einen Getreideüberschuss von rund 20 Mio. Tonnen produzierte, hatte es im Jahr 2013 bereits einen Importbedarf von 65 Mio. Tonnen. Die Märkte für den Getreidehandel werden dadurch tagtäglich komplexer und internationaler. Mit Cefetra und Bohnhorst haben wir enorm an logistischer Stärke gewonnen, denn Wasserwege sind für das Erreichen der Weltmärkte unerlässlich. Wir wollen die globalen Warenströme mitgestalten und uns konsequent zum internationalen Player im weltweiten Getreidehandel weiterentwickeln. Allerdings werden wir unseren bayerischen Heimathafen, also unsere Wurzeln, dabei nicht vergessen: Wir wollen nicht mit den ganz Großen unserer Branche konkurrieren, da sie ohnehin meistens unsere Kunden sind. Stattdessen werden wir 4

5 uns auf spezielle Märkte konzentrieren und dadurch unsere Position unter den Top Ten der internationalen Agrarunternehmen, wo wir uns durch unsere Akquisitionen jetzt befinden, weiter festigen und ausbauen. Dazu später noch etwas mehr. Übrigens: Russland und Anrainerstaaten sind keine Märkte, wo wir uns im Moment vorstellen können zu investieren; es bleiben jedoch Regionen, mit denen wir Handel treiben. Bei Investitionen war ich hier immer schon sehr skeptisch, meine Damen und Herren, und spätestens seit den Entwicklungen in der Ukraine sehe ich mich in dieser Haltung bestärkt. Die Getreidepreise hatten übrigens im März und Anfang April ganz massiv auf die Krise in der Ukraine mit Preisausschlägen nach oben reagiert. Die von uns so genannte Putin-Prämie spielt bei der Preisbildung an den Börsen jedoch seit Ostern keine Rolle mehr die Preise zum Beispiel für Weizen sind seitdem von zum Teil deutlich über 200 Euro pro Tonne auf ein Niveau von aktuell unter 190 Euro pro Tonne gesunken. Die Märkte trauen dem neuen ukrainischen Präsidenten offensichtlich erhebliche Deeskalationsfähigkeiten zu, obwohl jeden Tag in der Ukraine weiterhin Menschen sterben. Hinzu kommt, dass die Märkte wie immer nach jeder Krise zu den Fundamentaldaten zurückgekehrt sind. Und die sehen für die neue Ernte 2014 sehr gut aus: In Deutschland, Europa und auch weltweit werden hervorragende Ernten für Weizen, Mais und Soja erwartet. Wenn in den nächsten Wochen das Wetter weiter mitspielt, wird die weltweite Getreideernte 2014/15 sehr nahe an das Rekordergebnis aus 2013/14 herankommen. Das Angebot wird die Nachfrage dann im zweiten Jahr in Folge übersteigen, so dass es zu einem weiteren Aufbau der Lagerbestände kommen wird. Die Preise werden deshalb nach den Ernten im Sommer und Herbst auf einem deutlich niedrigeren Niveau liegen als noch vor einem Jahr, wenn nicht noch wirklich ganz erhebliche Katastrophen in der Welt passieren, was wir natürlich alle nicht hoffen wollen. Für die BayWa bedeutet dies, dass wir mit einer großen Erntevermarktung rechnen können, von der wir dank unserer geschilderten wesentlich stärkeren internationalen Ausrichtung profitieren können. Die Entwicklung der Erntevermarktung im laufenden Jahr lässt uns hier bereits optimistisch sein. Für die Landwirte bedeutet dies, dass sie sich genau überlegen müssen, wie sie angesichts hoher Ernteerwartungen und eher sinkende Preise die Früchte ihrer Arbeit absichern. Die BayWa bietet hier übrigens interessante Preismodelle mit dem 5

6 Produkt Landea an, das nach unten absichert und gleichzeitig auch Preisentwicklungen nach oben mit berücksichtigt. Landea verzeichnet seit seiner Einführung vor drei Jahren sicherlich deshalb auch eine stetig steigende Kundenanzahl. Steigende Weltbevölkerung und damit steigender Fleischkonsum, weil sich auch Konsumgewohnheiten verändern: Die Herausforderung, dass sich der weltweite Nahrungsmittelbedarf bis 2050 verdoppeln soll, bringt erhöhte Ansprüche an Nahrungs- und Futtermittelindustrie mit sich. Steigende Standards für Nahrungs- und Futtermittel, weltweit rückläufige Rohstoffreserven und extreme Witterungsbedingungen sind weitere Stichpunkte. Hier ist ein verlässliches Lieferanten- und Kundennetz ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil, so wie es die BayWa seit über 90 Jahren hat. Das gilt auch für unsere neuen Beteiligungen. Cefetra beispielsweise beschafft die Agrarrohstoffe bei mehr als Lieferanten in Südamerika, Europa, den USA und Asien. Zu den Kunden gehören unter anderem 700 Futtermittelhersteller aus ganz Europa. Die Nachfrage nach Agrarrohstoffen steigt also. Die landwirtschaftliche Nutzfläche für die wachsende Weltbevölkerung hingegen ist begrenzt, geht durch Besiedelung sogar weiter zurück. Standen der Weltbevölkerung 1960 pro Kopf 0,44 Hektar Ackerland zur Verfügung, waren es im Jahr 2000 nur noch halb so viel. Und die Tendenz ist weiter rückläufig. Das bedeutet: Wir müssen die Erträge pro Hektar steigern. Innovative und effiziente Landtechnik wird immer wichtiger weltweit! Navigationssysteme spielen auch bei Traktoren oder anderen Landmaschinen eine immer wichtigere Rollen und werden stetig innovativer. Das sogenannte Smart Farming ist längst Realität. In Bayern genauso wie in Texas, in den Niederlanden genauso wie in Württemberg: satellitenunterstützte Bewirtschaftung von Flächen, Dokumentation und Telemetrie sind hier wichtige Stichworte. Die Möglichkeiten reichen von der automatischen Spurführung bei Fahrzeugen bis hin zur bedarfsgerechten Düngung mit vollautomatischer Dosiermengenregelung. Die Vorteile liegen auf der Hand: Arbeitserleichterung, Ersparnisse beim Betriebsmitteleinsatz, effizientere 6

7 Betriebsorganisation sowie Umweltschutz-Effekte. Dabei kommt gerade der Ressourcenschonung zukünftig in Anbetracht neuer, restriktiver EU-Regelungen zum Einsatz von Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln eine ausgesprochen wichtige Rolle zu. Lassen Sie mich zwei Beispiel herausgreifen: Bereits seit längerem vertreibt die BayWa nicht nur Stickstoff-Sensoren für Agrarschlepper, die automatisch den Stickstoffgehalt des Getreides messen, sondern wir beraten den Landwirt umfassend, wie er diese Daten interpretieren muss und welche Maßnahmen daraus abgeleitet werden sollten. Außerdem gehören Systeme zum automatischen Lenken schon länger zum Tagesgeschäft, mit dem der Landwirt sich Zeit und Geld erspart. Meine Damen und Herren, ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass wir als BayWa diesem Smart Farming eine ganz wesentliche Bedeutung in unserem Geschäft beimessen. Es geht nämlich wie Sie an diesen Beispielen gesehen haben, immer weniger darum, ob zum Beispiel ein neuer Schlepper noch mal 10 PS mehr hat als der alte, sondern um die gerade beschriebene digitale Vernetzung im landwirtschaftlichen Betrieb, die weit über das Thema Agrartechnik hinausgeht. Diese Digitalisierung bedeutet ganz erhebliche Veränderungen nicht nur für die Landwirtschaft, sondern wird auch bei der BayWa weitere, fundamentale Änderungen nach sich ziehen! Deshalb nennen wir bei der BayWa das Thema auch BayWa 3.0 und es steht weit oben auf der Skala unserer wichtigsten strategischen Zukunftsfelder. Ganz wichtig ist uns dabei, sinnvolle und für die BayWa attraktive Geschäftsmodelle zu gestalten eigenständig oder mit Partnern, die unsere Kompetenzen ergänzen. Wir wollen unsere Beratungs- und Servicekompetenz beim Kunden eine unserer wesentlichen Vorteile im Wettbewerb auch bei der BayWa 3.0 behalten und sogar ausbauen. Denn nur so können wir auch hier den digitalen Herausforderungen der nächsten Jahre begegnen! Der angesprochene tiefgreifende Wandel gerade durch die Digitalisierung ist schon lange keine Zukunftsmusik mehr. Ein Beispiel dafür ist die zunehmende Erschließung von Geschäfts-Chancen im Internet. Das Internet erfasst immer mehr Bereiche des 7

8 privaten und des Geschäftslebens. Manche Entwicklungen sind wirklich kritisch zu sehen die Diskussion um die sogenannte NSA-Affäre oder um die Sicherheit unserer Daten zeigt dies auf. Andererseits eröffnet das Netz große Möglichkeiten für die Wirtschaft, und wir als Handelshaus müssen uns dieser Herausforderung stellen und die damit verbundenen Chancen nutzen! Unseren Kunden insbesondere den Landwirten versichern wir, dass Datensicherheit und Datenschutz zu den wichtigsten Prioritäten unserer Digitalisierungsstrategie gehören werden. E-Commerce, also der Handel mit Ware im Internet, boomt. Rund 40 Mrd. Euro werden inzwischen in Deutschland so umgesetzt Tendenz steigend. Die virtuelle Expansion ist eine große Chance. Begonnen hat der Online-Handel bei der BayWa 2009 mit TECparts. Die Möglichkeiten für Landwirte, via Mausklick technische Ersatzteile einzukaufen, wurden inzwischen unter anderem mit der Plattform ab-auction erweitert. In der Zwischenzeit haben wir aber mit unserem großen Online- Shop ein sehr beachtliches Angebot über alle Unternehmensbereiche hinweg entwickelt: Ob Heizöl, Ökostrom, Arbeitskleidung oder Kälberschnuller und Hasenfutter die BayWa hat s! Wir verzeichnen rund Besucher pro Tag. So erreichen wir neue Kunden, die wir heute noch nicht haben und die wir über herkömmliche Vertriebswege auch nicht erreichen würden. Denn fast 70 Prozent der Käufer im Online-Shop sind Neukunden! Ein weiteres Beispiel: Die App Agri-Check, die von Fachinformationen für den Landwirt über das regionale Agrarwetter bis zu Veranstaltungshinweisen vor Ort umfassende Daten bereitstellt. Kurz nach der Einführung gibt es bereits mehr als Nutzer. Für den Online-Shop wie für die App gilt: Diese Plattformen und Vertriebskanäle können nicht den direkten Kontakt zum Kunden ersetzen aber sie ergänzen ihn zeitgemäß. Oder ich könnte auch sagen: Zu manchen Kunden hätten wir nie Kontakt bekommen, wenn wir uns nicht auf diesen neuen Kanälen bewegen würden. Deswegen wollen wir hier weiter vorangehen und überlegen auch, ob wir mit geeigneten Partnern kooperieren, damit wir beim Thema Internet immer auf der Höhe 8

9 der Zeit sind. Andere Branchen wie zum Beispiel das Verlagswesen, die den Wandel zu spät erkannt haben, sind uns dabei eine Warnung. Kommen wir noch einmal kurz auf die Landtechnik zurück. Auch hier wird unsere Reise zukünftig internationaler: Denn wir müssen uns über Deutschland und Österreich hinaus entwickeln, weil das Wachstumspotenzial für Landtechnik zwischen Weilheim und Wien, zwischen Salzburg und Schrobenhausen begrenzt ist. Deshalb haben wir uns mit 49 Prozent an der niederländischen Agrimec beteiligt. 51 Prozent hält Agrifirm, eine der größten Agrargenossenschaften in den Niederlanden. Agrifirm bringt in das Joint Venture in der BayWa sein gesamtes Agrartechnikgeschäft in den Niederlanden ein. Ein weiterer Ansatz bei der internationalen Landtechnik ist der Handel mit Traktoren, Mähdreschern und Co. aus zweiter Hand. Wir haben in Deutschland derzeit elf Gebrauchtmaschinenzentren in unserem Vertriebsgebiet. Neue Gebrauchtmaschinenzentren entstehen in Bamberg in Oberfranken und in Mockritz im Landkreis Mittelsachsen. Dabei haben wir gerade von Sachsen aus die osteuropäischen Kundengruppen fest im Blick! An apple a day keeps the doctor away mit einem Apfel zwischendurch etwas für die Gesundheit tun. Dies sollte man auf Reisen, vor allem auf andere Kontinente, immer beherzigen aber auch viele Menschen in Asien tun dies bereits! Um sage und schreibe 120 Prozent ist die weltweite Apfelproduktion in den vergangenen 20 Jahren auf jetzt 74 Mio. Tonnen pro Jahr gestiegen. Der Anstieg in Produktion und Konsum weltweit ist dabei fast ausschließlich auf China und den asiatischen Raum zurückzuführen. Der wachsende Wohlstand, nicht zuletzt der Chinesen, treibt also nicht nur die Nachfrage nach Fleisch und Futtermitteln, sondern auch nach Früchten voran. Im letzten Jahr haben die Chinesen 80 Prozent mehr Äpfel gegessen als noch vor vier Jahren. Durch die 2012 von uns erworbene Gesellschaft Turners & Growers nimmt Neuseeland für unsere internationalen Aktivitäten im Obsthandel eine Schlüsselrolle ein. Wir liefern unsere Äpfel von hier aus inzwischen auch nach Indien und nicht nur an den deutschen Einzelhandel, der von seinen Lieferanten, also uns, an 365 9

10 Tagen im Jahr frische Äpfel bekommen möchte. Die Nachfrage ist so groß, dass wir unsere Ernten mehrfach verkaufen könnten. Mitte April 2014 ist uns ein weiterer bedeutender Schritt im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie gelungen: Über unsere neuseeländische Beteiligung Turners & Growers haben wir vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden die Übernahme des drittgrößten Apfelanbieters in Neuseeland veröffentlichen können: der Apollo Apples Ltd. Damit können wir das Wachstumspotenzial vor allem auf dem nachfragestarken asiatischen Markt noch stärker erschließen als bisher. Aber auch im Obstgeschäft gilt: Global is local und andersherum: Äpfel unserer Lieferanten vom Bodensee gehen, von der BayWa verschifft, nach Singapur und das wird in Zukunft noch häufiger der Fall sein. Auch bei den erneuerbaren Energien macht sich, meine Damen und Herren, die Internationalisierungsstrategie mehr als bezahlt. Die doppelte Diversifizierung sich zum einen vor allem auf Sonne und Wind zu konzentrieren und zum anderen sich nicht nur in Deutschland, sondern sich bereits 2009 international aufzustellen hat sich als äußerst erfolgreich erwiesen. Diese Flexibilität im Bereich erneuerbare Energien macht es uns möglich, gewinnbringend mit politischen oder marktgetriebenen Veränderungen umzugehen. Ein Beispiel dazu: Während es auf den kontinentaleuropäischen Märkten 2013 aufgrund von Subventions-Reduktionen geringere Absatzzahlen gab, war die Nachfrage nach Solarmodulen im USamerikanischen Markt im letzten Jahr sehr stark, wovon die BayWa mit ihrer USA- Beteiligung gut profitiert hat. Ein anderes Beispiel: Die BayWa r.e. renewable energy GmbH, unsere Beteiligung, die unsere Aktivitäten in diesem Geschäftsfeld bündelt, errichtet derzeit ihren bisher größten Solarpark. Das Photovoltaik-Großprojekt La Coste in Frankreich hat eine Gesamtleistung von knapp 58 Megawatt und kann nach Fertigstellung rund Haushalte mit Strom versorgen. Das Solarparkportfolio besteht aus insgesamt sechs Anlagen, das sich größtenteils in der Region Aquitaine bei Bordeaux befindet. Die 10

11 BayWa r.e. ist Generalübernehmer des Projekts und hat bereits fünf der sechs Anlagen in Zusammenarbeit mit dem regionalen Projektentwickler errichtet. Insgesamt hat die BayWa r.e vier Windkraftanlagen in Europa mit einer Leistung von knapp 45 Megawatt errichtet und aus ihrem Portfolio sieben Windparks weltweit verkauft. Zehn Solarparks mit fast 70 Megawatt wurden letztes Jahr in Betrieb genommen; sechs Anlagen in ganz Europa wurden im letzten Jahr wieder veräußert. Sie sehen, meine Damen und Herren, das Geschäftsmodell im Bereich erneuerbare Energien geht komplett auf! Häufig sind internationale Investoren bereits dann interessiert, Anlagen zu kaufen, wenn sie noch im Bau sind, da sie langfristig sichere Renditen versprechen. Mittlerweile sind wir in Europa einer der größten Projektierer von Wind- und Solaranlagen, der durch zeitgerechtes Bauen und exzellenten Service einen hervorragenden Ruf genießt. Aufgrund guter Rahmenbedingungen werden wir 2014 unser Geschäft insbesondere in den USA weiter ausbauen. Nebenbei bemerkt: Wie innovative Energie- und Baukonzepte zusammengehen, das können Sie beim Effizienzhaus Plus in Burghausen sehen. Das Haus, das seit dem Winter von einer Familie bewohnt wird, ist vielleicht das energiesparsamste Einfamilienhaus in Deutschland. Der überschüssige Strom, der direkt vor Ort produziert wird, steht als Sprit für ein Elektroauto zur Verfügung. Burghausen als Reiseziel für einen Familienausflug kann ich wirklich empfehlen und es liegt für die meisten von uns sogar vor der Haustür! Die BayWa, meine Damen und Herren, wandelt sich, wie Sie sehen, in vielen Bereichen, es warten viele neue Aufgaben und Chancen, aber auch große Veränderungen auf unsere Mitarbeiter. Im Zeichen des Wandels ein sicheres und wertschätzendes Arbeitsumfeld zu bieten, das von partnerschaftlicher Zusammenarbeit geprägt ist, ist eine wichtige Säule unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Für die BayWa bedeutet unternehmerische Nachhaltigkeit, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Interessen gleichermaßen zu berücksichtigen. Dieses Verständnis langfristig orientierten Handelns ist eng verknüpft mit der genossenschaftlichen Herkunft der BayWa. Für 11

12 wertorientiertes Wachstum vor diesem Hintergrund stehen unsere zentralen Markenwerte Vertrauen, Innovation und Solidität. Wir verfolgen ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement dazu empfehle ich Ihnen die druckfrische Nachhaltigkeitsbroschüre Handeln in Generationen, die Sie am Schluss der Veranstaltung sozusagen als interessantes Mitbringsel nach Hause tragen können. Nachhaltigkeit heißt auch, aktiv Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen. Dafür steht ganz ausdrücklich die 1998 gegründete BayWa Stiftung, die erfolgreiche Bildungsprojekte in den Bereichen Ernährung und erneuerbare Energie initiiert und fördert. Beim Projekt Gemüse pflanzen. Gesundheit ernten. legt die BayWa Stiftung Schulgärten an Grundschulen in Bayern, Württemberg und Thüringen an. Dabei bekommen die Schulen von der Stiftung alles, was sie zur Schulgarten-Pflege benötigen, wie Samen, Pflanzen, Gartengeräte und vieles mehr. Die Kinder lernen anhand des Projekts, wo gesundes Essen herkommt und wie man sich richtig ernährt. Im Ausland unterstützt die BayWa Stiftung seit mehreren Jahren schon ein Forschungsprojekt, bei dem Biogasanlagen für den Einsatz bei Landwirten in Tansania entwickelt wurden. Die Biogasanlagen werden rein mit organischen Abfallstoffen betrieben, und die Bewohner vor Ort lernen in Seminaren, wie man die Anlagen wartet und baut. Ganz im Sinne der Hilfe zur Selbsthilfe entstehen damit neue Zukunftsperspektiven für die Landwirte in Tansania. Und auch in Deutschland fördern wir Zukunftsperspektiven: Im Rahmen des Deutschlandstipendiums unterstützt die Stiftung junge Studierende in Bayern und Baden-Württemberg. Vor Kurzem erst haben wir die Anzahl der Stipendiaten pro Semester von 80 auf 100 erhöht. Auf unserer BayWa Reise möchte ich Ihnen natürlich auch eine entsprechende Reiselektüre empfehlen: Sie heißt Neue Felder und ist der Titel unseres aktuellen Geschäftsberichts quasi das Reisetagebuch zum Erfolgsjahr Dort finden Sie alles rund um die Entwicklung und die neuen Höchstmarken der BayWa noch einmal zum Nachlesen. Aber natürlich müssen Sie nicht alles selber lesen. Die wichtigsten Fakten im Überblick bekommen Sie jetzt von mir. 12

13 [Entwicklung in den Kernsegmenten] Der Agrarhandel war auch 2013 der größte Umsatz- und Ergebnisbringer. Umschlags- und Absatzmengen konnten insbesondere bei Getreide und Ölsaaten durch die Einbeziehung von Cefetra und Bohnhorst signifikant ausgeweitet werden. Der Spartenumsatz hat sich dadurch mit einem Zuwachs um 5,5 Mrd. Euro auf 8,9 Mrd. Euro mehr als verdoppelt. Das Obstgeschäft erreichte vor allem durch die gute Ernte bei der neuseeländischen Tochter Turners & Growers und die erstmals ganzjährige Einbeziehung der Gesellschaft in den BayWa Konzern ein Umsatzwachstum um gut 21 Prozent auf rund 570 Mio. Euro. Aber auch im Technikgeschäft wurde mit fast verkauften Neumaschinen eine neue Höchstmarke beim Absatz von Traktoren erreicht und der Umsatz um knapp 6 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gesteigert. Meinen Damen und Herren, wir alle haben sicherlich noch die dramatischen Bilder der Flutkatastrophe 2013 in Teilen Bayerns und Sachsens vor Augen, die vor allem unsere Landwirte stark beeinträchtigt hat. Mit einer Spende von jeweils Euro hat die BayWa Landwirten in Bayern und Sachsen geholfen, die von diesem Jahrhundert-Hochwasser betroffen waren. Die Verteilung der Spende lief über die Stiftung Land und Leben des Deutschen Bauernverbandes. Vielen Dank an dieser Stelle an die Verantwortlichen, die die Mittel schnell und unbürokratisch an die richtigen Empfänger geleitet haben. Zurück zum Agrargeschäft der BayWa: Beim operativen Ergebnis erreichten alle drei Sparten des Segments Agrar signifikante Zuwächse. Der Agrarhandel steigerte das EBIT um 48 Prozent auf 80,4 Mio. Euro, im Obstgeschäft erhöhte sich das EBIT um knapp 21 Prozent auf 21,6 Mio. Euro und die Technik erzielte mit 21,4 Mio. Euro eine Ergebnissteigerung um fast 14 Prozent. Insgesamt nahm der Umsatz im Segment Agrar um 5,7 Mrd. Euro auf 10,75 Mrd. Euro zu und das EBIT verbesserte sich um rund 36 Prozent auf 123,5 Mio. Euro. Zusammengefasst kann ich also sagen: Die Konsolidierung der neuen Beteiligungen ist wie geplant im 1. Jahr erfolgreich gewesen; Turners & Growers hat sich weiter 13

14 verbessert und die 2-Marken-Strategie CLAAS/Fendt im Technikbereich trägt Früchte. Auch das Segment Energie erreichte sein Reiseziel ganz hervorragend. Hier waren zwar die Absatzmengen des traditionellen Energiebereichs bei Heizöl und Kraftstoffen im BayWa Konzern durch geringere Absatzvolumina im Ausland leicht rückläufig. Bei Schmierstoffen wurde aber ein über dem Marktniveau liegendes Wachstum erzielt. Und auch bei Holzpellets konnte der Absatz deutlich gesteigert werden. Der Umsatz des traditionellen Energiebereichs verringerte sich preis- und mengenbedingt um 7 Prozent auf rund 3 Mrd. Euro. Demgegenüber konnte das operative Ergebnis vor allem durch eine gute Margenentwicklung im Heizöl- und Kraftstoffgeschäft um gut 1 Prozent auf ein EBIT von 10,6 Mio. Euro gesteigert werden. Das gute Ergebnis im traditionellen Energiegeschäft ist aber nicht nur auf äußere Einflüsse zurückzuführen wie zum Beispiel gute Konjunkturdaten, sondern auch auf viele interne Maßnahmen zur Organisations- und Vertriebsverbesserung, die 2014 weitergeführt werden. Mit dem Geschäftsfeld Regenerative Energien befanden wir uns 2013 ganz klar auf der Sonnenseite. Auf europäischen Märkten kam es zwar im Bereich Solarhandel aufgrund politischer Rahmenbedingungen teils zu deutlicher Kaufzurückhaltung aufgrund von größeren Tarifkürzungen oder kompletter Veränderung der Förderpolitik in Italien und Frankreich. Das konnte aber durch einen starken Photovoltaikmarkt in den USA ausgeglichen werden. Die erneuerbaren Energien unterstreichen mit den Zahlen 2013 die mittlerweile große Bedeutung für die BayWa: Die BayWa r.e. weitete den Umsatz in einem anspruchsvollen Marktumfeld vor allem durch ein starkes Projektgeschäft um mehr als 10 Prozent auf 485,9 Mio. Euro aus. Das EBIT verbesserte sich hier um knapp 6 Prozent auf 34,5 Mio. Euro und ist damit dreimal so hoch wie im konventionellen Energiebereich. Wir sind in dieses Geschäft eingestiegen, um unsere Profitabilität nachhaltig zu stärken. Dieses Ziel, meine Damen und Herren, haben wir damit bereits jetzt nach nur vier Jahren eindeutig übertroffen! 14

15 Insgesamt lag der Umsatz des Segments Energie 2013 mit knapp 3,5 Mrd. Euro um rund 5 Prozent unter dem Vorjahreswert; das EBIT verbesserte sich hingegen um annähernd 5 Prozent auf 45,1 Mio. Euro. Im Segment Bau hatten wir es dagegen mit teils stürmischem Reisewetter und schwierigen Bedingungen zu tun: Es weist für das Geschäftsjahr 2013 einen Umsatzrückgang um 2 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro aus. Das ist im Wesentlichen auf den harten Winter und die langanhaltende Kältephase Anfang 2013 zurückzuführen. Die Umsätze, die wir in dieser Zeit nicht realisiert haben, konnten auch im weiteren Jahresverlauf nicht mehr aufgeholt werden. Dies wirkte sich auch auf das Ergebnis aus: Das EBIT des Segments ging um knapp 24 Prozent auf 27 Mio. Euro zurück. Daneben haben Aufwendungen für die weitere Optimierung der Vertriebsorganisation das Ergebnis belastet. Mit diesen Zahlen, meine Damen und Herren, können und dürfen wir nicht zufrieden sein. Wir mussten feststellen, dass vor allem unsere Standorte in Nordrhein- Westfalen und Rheinland-Pfalz bei Weitem nicht die Erwartungen erfüllt haben, die mit ihrem Erwerb seit 2005 verknüpft waren. Das sehr regional geprägte Geschäft im Baustoffhandel erwies sich hier als besonders problematisch. Eine Marktkonsolidierung wie in Frankreich oder den USA hat in Deutschland nicht stattgefunden und wird es wohl auch nicht geben. Deshalb haben wir 2013 entschieden, uns von dem Geschäft in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu trennen. Anfang 2014 haben wir dann an dortige Baustoffunternehmen verkaufen können, die jeweils in den Regionen stark verankert sind und die auch alle Mitarbeiter übernommen haben. Bei den für den BayWa Konzern ausgewiesenen Zahlen für Umsatz und EBIT sind noch zwei wesentliche Sondereffekte zu erwähnen: In den Sonstigen Aktivitäten verminderte sich der Umsatz im Geschäftsjahr 2013 planmäßig um 52,2 Mio. Euro auf 9,7 Mio. Euro, da im Vorjahr der Fruchtsaftkonzentrathersteller Ybbstaler noch bis zum 31. Mai 2012 im Konsolidierungskreis der BayWa enthalten war. Das EBIT der Sonstigen Aktivitäten lag im Geschäftsjahr 2013 mit 26,3 Mio. Euro durch die Veräußerungsgewinne von drei Immobilienportfolios erneut um 9 Mio. Euro 15

16 über dem Vorjahr. Im Jahr 2012 war hier ein Ertrag aus dem Verkauf des Hochhauses der BayWa Zentrale enthalten. Ich möchte zu diesen Immobilienverkäufen 2013 nicht verheimlichen, dass wir auch kritische Stimmen gehört haben, zum Beispiel ob wir unser Tafelsilber verkaufen würden. Ganz deutlich: Nein! Wir haben diese Immobilienpakete verkauft, weil wir Ihnen versprochen haben, aus eigener Kraft zu wachsen und die großen Akquisitionen ohne weitere Schulden zu stemmen. Ein wohlüberlegter Schritt, eine Investition in die BayWa Flotte, um in zukunftsträchtige Geschäftsfelder zu investieren und nicht Immobilien zu behalten, die solche Renditen, wie wir sie aus unseren Akquisitionen erwarten, nicht abwerfen können. Bei den getätigten Immobilienverkäufen ging es, lassen Sie mich das auch noch einmal unterstreichen, im Übrigen lediglich um 14 Prozent der firmeneigenen Grundstücksflächen. Zurück zum großen Ganzen: In Summe sprang der Umsatz des BayWa Konzerns im Geschäftsjahr 2013 um knapp 52 Prozent auf 16 Mrd. Euro. Beim EBIT wurde das Vorjahresniveau mit einer Steigerung um fast 19 Prozent auf rund 222 Mio. Euro erneut deutlich übertroffen. Der Konzernjahresüberschuss erhöhte sich im Berichtsjahr auf 121,3 Mio. Euro das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr um knapp 3 Prozent. Damit hat der BayWa Konzern im Geschäftsjahr 2013 das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt. Auch das Ergebnis je Aktie erhöhte sich weiter auf 2,85 Euro. An der geschilderten erfolgreichen Entwicklung sollen einmal mehr auch die Aktionäre der BayWa AG teilhaben. Wir wollen Ihnen als Mitreisenden zum Erfolgsjahr 2013 ein sehr hübsches Reiseandenken mitgeben: Vorstand und Aufsichtsrat schlagen Ihnen heute zum zehnten Mal in Folge eine Erhöhung der Ausschüttung vor. Die Dividende für das Geschäftsjahr 2013 soll auf 0,75 Euro je Aktie steigen. In den zurückliegenden zehn Jahren hat sich die Dividende der BayWa Aktie damit mehr als verdreifacht. Darüber hinaus hat die BayWa AG auch im Jahr 2013 ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Beschäftigten von Konzerngesellschaften durch die Ausgabe von Belegschaftsaktien die Möglichkeit geboten, sich an der Gesellschaft zu beteiligen. Hierzu wurden aus dem 16

17 bestehenden genehmigten Kapital insgesamt vinkulierte Namensaktien zu Sonderkonditionen unter Ausschluss des Bezugsrechts der übrigen Aktionäre ausgegeben. Durch das Belegschaftsaktienprogramm sollen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Erfolg des Unternehmens beteiligt werden und ihr Interesse für die Entwicklung der BayWa-Aktie gestärkt werden. Auf diese Weise wollen wir die Identifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit der BayWa und ihre Bindung an das Unternehmen erhöhen Die Ausschüttungsquote des BayWa Konzerns bezogen auf den Jahresüberschuss nach Fremdanteilen steigt Ihre Zustimmung zu dem Dividendenvorschlag vorausgesetzt für das Geschäftsjahr 2013 auf 26,3 Prozent nach 23,1 Prozent im Vorjahr. Gleichzeitig bauen wir mit dem einbehaltenen Anteil des Gewinns unsere solide Bilanzstruktur weiter aus. Eine Eigenkapitalquote von 30 Prozent das steht ganz oben auf der Liste unserer wichtigsten zukünftigen Reiseziele. Auch die langfristige Wertentwicklung der BayWa Aktie kann sich sehen lassen. Natürlich unterliegen Aktienkurse, bedingt durch weltwirtschaftliche Einflussfaktoren und Krisen, teilweise erheblichen Schwankungen wie Sie auch an der Kursentwicklung unserer Aktie sehen können. Allerdings erreichte die BayWa Aktie in den vergangenen zehn Jahren von Ende 2003 bis zum Jahresultimo 2013 eine durchschnittliche Kurs-Performance von 11 Prozent pro Jahr. Der gestrige Schlusskurs lag bei 41,12 EURO. Ich möchte an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.v. die BayWa zum besten S-DAX-Mitglied 2013 im Rahmen ihrer jährlichen Bewertung des Unternehmens des Jahres gekürt hat. Auswahlkriterien waren: ein nachhaltig gutes operatives Geschäft, eine angemessene Beteiligung der Aktionäre am Erfolg und eine Investor-Relations-Arbeit auf hohem Niveau. Herzlichen Dank Herr Bauer von der SDK, Sie sind ja heute hier darüber freuen wir uns sehr! 17

18 Bei Reinvestition der BayWa Dividenden in dem genannten Zeitraum von 2003 bis 2013 wäre ein Anfangsvermögen von Euro bis zum 31. Dezember 2013 auf Euro angewachsen. Im Vergleich zum Sparbuch kann sich das doch sehen lassen! In einem Umfeld, in dem verzinsliche Anlageformen heute kaum noch eine positive Rendite nach Steuern und inflationsbereinigt abwerfen, ist die langfristige Anlage in Aktien solider Unternehmen wie die BayWa eine echte Alternative. Bei einem langfristigen Anlagehorizont müssen die Aktionäre zudem keine Angst vor den kurzfristigen Kursschwankungen haben. Mit anderen Worten: Die BayWa Aktie ist ein Abo-Ticket für schöne erfolgreiche Reisen. Also bleiben Sie bei uns an Bord und freuen Sie sich auf die weiteren Verbesserungen unserer Ergebnisse. Über die Zahlen zum ersten Quartal 2014 haben wir Sie mit der Veröffentlichung unseres Zwischenberichts am 8. Mai bereits ausführlich informiert. Daher möchte ich hier nur auf einige Punkte eingehen, die besonders hervorzuheben sind. Sie hören also die spannendsten Passagen aus dem Fahrtenbuch Um im Bild zu bleiben: Die BayWa setzt ihre Reise auch 2014 erfolgreich fort und ist auf dem richtigen Kurs! Was die Zahlen des 1. Quartals angeht, so wissen Sie, dass diese zwar aufgrund des saisonalen Geschäftsverlaufs bei der BayWa nur eingeschränkte Aussagekraft für die Gesamtjahresentwicklung haben. Aber im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum kann man sagen, dass die BayWa in den ersten drei Monaten 2014 Rückenwind hatte. Der ungewöhnlich milde Winter war für das Agrar- und Bausegment sehr positiv. Der diesjährige Vegetationsvorsprung wirkte sich besonders beim Absatz von Betriebsmitteln wie Dünger, Saatgut und Pflanzenschutz aus. Aber auch das Geschäft mit Landtechnik und Baustoffen profitierte vom früheren Saisonstart. Im Segment Energie wirkte sich zwar der milde Winter ungünstig auf den Heizölverbrauch und -absatz aus, dafür entwickelte sich allerdings unser Tankstellen- und Schmierstoffgeschäft sehr erfreulich. Insgesamt erwirtschaftete die BayWa im ersten Quartal 2014 einen Konzernumsatz von rund 3,6 Mrd. Euro. Dass der Umsatz um rund 100 Mio. Euro unter dem 18

19 Vorjahreswert liegt, ist vor allem durch die niedrigeren Preise bei Getreide, Düngemitteln und Heizöl bedingt. Wesentlich bedeutender ist die Entwicklung unseres Ergebnisses vor Steuern und Zinsen, das sich um beinahe 12 Mio. Euro auf 4,3 Mio. Euro verbesserte. An dieser erfreulichen Ergebnisentwicklung hat die Internationalisierung einen wesentlichen Anteil. Maßgeblich dazu beigetragen haben insbesondere die Handelsaktivitäten unserer niederländischen Tochter Cefetra, das weltweite Projektgeschäft im Bereich der regenerativen Energien und die im 1. Quartal 2014 im Vergleich zum 1. Quartal 2013 erstmals im Ergebnis enthaltenen Aktivitäten von Bohnhorst. In der Vergangenheit hat die BayWa im 1. Quartal meistens ein negatives EBIT ausgewiesen. Durch die geografische Diversifizierung zwischen nördlicher und südlicher Hemisphäre im Agrargeschäft und das stark international ausgerichtete Geschäft mit den erneuerbaren Energien ist der BayWa Konzern heute wesentlich besser ausbalanciert. Im Rückblick auf die ersten Quartale der vergangenen fünf Jahre sehen Sie, dass die BayWa bereits in drei Quartalen ein positives EBIT erwirtschaftet hat und dieser Trend wird sich fortsetzen. Daran arbeiten wir! Insgesamt bekräftigt der gute Start in das Jahr 2014 unsere positive Erwartung, auch im gesamten Geschäftsjahr die Umsatz- und Ergebniszahlen gegenüber dem Vorjahr erneut steigern zu können. Vom sehr erfolgreichen 1. Quartal zum Ausblick auf die weiteren Pläne im Jahr Im Agrarbereich befinden wir uns im Jahr 2014 weiter in der Konsolidierungsphase mit personeller Verstärkung und dem strategischen Eintritt in den Bereich Spezialitäten. Um im Agrarbereich entlang internationaler Warenströme weiter zu wachsen, konnten wir uns dazu in den vergangenen Monaten mit zwei hochkarätigen Führungskräften verstärken. 19

20 Beim Aufbau neuer Märkte für die BayWa steht Europa im Fokus selbstverständlich mit globaler Ausrichtung. Wir wollen Chancen im Bereich so genannter Spezialitäten also zum Beispiel Erbsen oder Braugerste nutzen. In solchen Segmenten ist es möglich, sich effizient und relativ schnell eine gute, wenn nicht sogar Marktführungs- Position im Wettbewerb zu erarbeiten. Die BayWa ist mit ihrem Know-how und ihrer Infrastruktur optimal dafür aufgestellt, Großabnehmer entsprechender Spezialitäten zu bedienen, so dass wir hier sehr gute strategische Möglichkeiten sehen. Weiter intensiv arbeiten werden wir am Risikomanagement im Agrarhandel. Angesichts der sehr stark volatilen Märkte und mit ihrer Vielzahl von Unwägbarkeiten kommt dem Risikomanagement eine sehr große Bedeutung zu. Wir sind uns, das kann ich Ihnen versichern, nicht nur der Chancen, sondern auch der Risiken unseres Geschäfts bewusst und handeln entsprechend. Aufgabenschwerpunkte werden deshalb Marktanalyse, Marktbewertung sowie die Abstimmung und Koordination der globalen Handelsstrategien zwischen BayWa, Cefetra und Bohnhorst sein. Entsprechende Organisationsstrukturen haben wir 2013 bereits aufgebaut, die jetzt verfeinert und ausgebaut werden. Lassen Sie mich aber auch eins klar sagen: In keinem Geschäft dieser Welt lassen sich Risiken ganz vermeiden. Oder um im Bild unserer Reise zu bleiben: Schiffe werden schließlich dafür gebaut, um aufs Meer zu fahren, und nicht, um im Hafen zu bleiben. Aber seien Sie versichert, dass wir alles Erdenkliche tun werden, um unsere Risiken zu minimieren, schließlich wollen wir alle keinen Schiffbruch erleiden oder einen Unfall verursachen! Zurück zum Ausblick auf das Jahr 2014: Im Agrargeschäft erwarten wir grundsätzlich auch dieses Jahr wieder eine sehr große Ernte weltweit. Dies lässt im Vergleich zu 2013 ein höheres Handelsvolumen für Getreide erwarten. Auch in Deutschland sehen die Ernteerwartungen im Moment gut aus. Die Aussichten für die Technik sind ebenfalls sehr zufriedenstellend in Bezug auf die Investitionsbereitschaft der Landwirtschaft. In Neuseeland haben sich die guten Ernteprognosen für Äpfel erfüllt. Im Agrarbereich sind wir von daher sehr zuversichtlich. Dies gilt auch für den Erneuerbare-Energie-Bereich, allerdings weniger für Deutschland, sondern aufgrund der internationalen Projekte, die wir zum Beispiel 20

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