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1 2011 Sommersemester 19. Ausgabe staufenbiel Banking & Finance Der Karriere-Ratgeber Man muss nicht alles machen Privatbanken & Karriere: Interview Berenberg Bank Special Asset Management Jobs für analysestarke Absolventen Finance Consulting Die besten Insider-Tipps für Einsteiger Unser Partner: staufenbiel.de/banking-finance

2 Sie wollen Zukunft mitgestalten? Dann sind Sie bei uns richtig. Spannende Jobs in spannenden Zeiten. Haben Sie den Mut, Verantwortung zu übernehmen? Möchten Sie Ihr Know-how in der Praxis anwenden, es ausbauen und vertiefen? Dann sollten wir uns unterhalten. Bei der WestLB bieten wir Ihnen ein breites Betätigungsfeld. Arbeiten Sie im Team an spannenden Aufgaben, herausfordernden Projekten und immer neuen Themen. Und dies in einem an genehmen Arbeitsumfeld geprägt von Kollegialität und offenem Umgang. Klingt interessant? Mehr Infos unter Partner der Sparkassen Banking & Finance.indd :52

3 EDITORIAL Frauen und Männer in der Bankenwelt Das Editorial der letzten Ausgabe von Staufenbiel Banking & Finance begann so: Wenn Sie als Mann eine Frau in einem Café spontan ansprechen, gehen Sie ein Risiko ein. Das gilt natürlich auch, wenn die Frau zuerst spricht. Das Risiko, das Sie eingehen, ist überschaubar. Denn die möglichen Folgen sind es auch. Im schlimmsten Fall müssen Sie ihren Cappuccino allein austrinken, im besten Fall dürfen Sie noch einen zweiten bestellen und sich auf ein hoffentlich interessantes Gespräch freuen. Auch in der Bankenwelt werden Risiken eingegangen Es ging, man sieht es schnell, um Risk Management und nicht um Frauen und Männer. In der aktuellen Ausgabe geht es aber (auch) um Frauen und Männer jedoch um ihr Verhältnis in der Bankenwelt. Dazu haben wir Kristina Schlachter von der Deutschen Bank gefragt, wie es um das Thema Frauen und Banking steht. Sie muss es wissen, denn sie ist Recruiterin für den Bereich Private Wealth Management in Deutschlands größtem Bankhaus. Das Fazit der Fachfrau: Es ist einiges im Fluss, und Absolventinnen, die sich fürs Banking entscheiden, haben beste Zukunftsperspektiven. Eins sei schließlich klar: Auch und gerade der Finanzbereich kann von den Fähigkeiten, die weibliche Kandidatinnen mitbringen, auf ganzer Linie nur profitieren. Und die Männer? Kristina Schlachter: Im Assessment Center sind die Ergebnisse der weiblichen Kandidaten ebenso gut wie die der männlichen Bewerber. Und es gibt ja durchaus auch zurückhaltende Männer, die Schwierigkeiten haben, sich gut zu verkaufen. So viel Verständnis haben wahrscheinlich die wenigsten männlichen Absolventen erwartet. Hoffentlich denken sie später daran, wenn sie auf dem Chefsessel sitzen und die Unterlagen einer erstklassigen Bewerberin in der Hand halten. Aber vielleicht ist dieser Sessel schon besetzt von einer Frau. Thomas Friedenberger, verantwortlicher Redakteur Neu Themen-Dossiers auf staufenbiel.de/ banking-finance Aus dem Inhalt Asset Manager In unserem Special zum Thema 18Special Asset Management finden Sie einen Überblickartikel, ein Interview und einen Erfahrungsbericht. im Profil Hier finden Sie detaillierte 62Arbeitgeber Informationen über führende Arbeitgeber. Dieses Verzeichnis hilft Ihnen direkt bei der konkreten Vorbereitung Ihrer individuellen Bewerbung In Jobfinder-Tabelle 73Jobfinder fin den Sie die wichtigs ten Ar beit ge ber auf einen Blick mit gesuch ter Fachrichtung, Einstellungskriterien, Startgehältern und Anzahl freier Stellen. Mehr Rendite Arbeitgeber im Profil Startgehalt Einsatzgebiete Fachrichtungen Standorte Alles Wichtige auf einen Blick Zahlen und Fakten Jobfinder 2011 Mitarbeiter Anzahl freier Stelle und Website 2011 Hochschulabsolventen Young Professionals in Deutschland Unternehmensprofil weltweit staufenbiel.de Der Kapitalmarkt unterscheidet mindestens fünf Assetklassen, in die wir investieren können: Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien und liquide Mittel. Der Asset Manager versucht, die optimale Kombination aus diesen fünf Klassen zu finden. O i Das Angebot Lernen Sie Ihren Wunsch - arbeitgeber kennen. staufenbiel.de/banking-finance staufenbiel Banking & Finance PROFILE Aareal Bank AG...63 Bankhaus Metzler...64 B i he Landesbank (BayernLB)...65 Anzeige Aareal Bank AG k.a Bankhaus Metzler k.a. k.a B erische Landesbank (BayernLB) rd rd p.a. a. d /karriere

4 IMPRESSUM Mehr Infos unter staufenbiel.de mba-master.de staufenbiel.de/twitter staufenbiel.de/facebook Verantwortlicher Redakteur: Thomas Friedenberger Redaktion: Eva Flick, Heinz Peter Krieger, Susann Kobs, Ina Oberhoff Redaktionsleitung: Stefanie Zimmermann Lektorat: Anne Katrin Brunsch, Susann Kobs Online-Redaktion: Kirsten Gregus, Maurice Hein Anzeigenmarketing: Bert Alkema, Christina Elsner, Nadine Eppmann, Christiane Fuchs, Isabelle Fütterer, Anne Moog, Nina Otto vor dem gentschen Felde, Thorsten Volpers Sales Director: Holger Fäßler, Telefon: 0221/ , Client Support: Maria Gorki, Natascha Wiedenfeld Finanz- und Rechnungswesen: Britta Janshen Marketing/Distribution: Karen Herold, Melanie Perrone Design: Yvonne Bäumgen, Simon Pietsch (Coverbild istockphoto/james Thew/Maliketh) Leitung Grafik & Produktion: Simon Pietsch Druck: W+S Druck und Medien GmbH Herausgeberin: Birgit Giesen Herausgegeben von Staufenbiel Institut GmbH Postfach , Köln Tel.: +49 (0)221/ Fax: +49 (0)221/ Internet: Unter Lizenz von GTI Staufenbiel Banking & Finance ist eine Publikation der internationalen TARGETjobs-Reihe ISSN by Staufenbiel Institut GmbH Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, Aufnahme in On - line-dienste und Internet sowie Vervielfälti gung auf Datenträgern wie CD-ROM, DVD-ROM etc. dürfen nur nach vorheriger schriftlicher Genehmi gung des Verlages erfolgen. Die einzige Aus nah me ist das Fotokopieren mit Quellennachweis durch Career Services und Hochschulteams, Hoch schulmitar bei ter und studen - tische Vereine zum Zweck der Berufs beratung. Die Inhalte der Artikel geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Informationen in dieser Publikation sind sorgfältig recherchiert und geprüft worden, dennoch kann keinerlei Garantie übernommen werden. Eine Haftung für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Staufenbiel Banking & Finance wird von der Staufenbiel Institut GmbH als Teil der Group GTI herausgegeben. GTI ist Euro pas führender Karriere-Verlag für Nachwuchsakademiker. Unsere Autoren Jan Altmann...German CFA Society...16 Rabea Bastges...HSBC Trinkaus...10 Christoph Bernius...ING-DiBa AG...24 Andreas Bley...Lupus alpha Asset Management AG...18 Manuel Brunckhorst...NIELSEN+PARTNER Unternehmensberater GmbH...49 Dr. Christiane Decker...TeamBank AG...10 Karin Dohm...Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft...44 Katherina Duong...Metzler Asset Management GmbH...22 Gerd Eggemann...PricewaterhouseCoopers AG WPG...42 Dr. Christina Ellringmann...Bain & Company...49 Simone Foltyn...WGZ BANK...28 Linda Helen Gieseke...The Boston Consulting Group...48 Ulrike Glindmeyer...NORD/LB Norddeutsche Landesbank...10 Dr. Susanne Gschlößl...Munich Re...36 Dr. Carsten Hoffmann...AXA Konzern AG...38 Dr. Michael Leitschkis...GENERALI DEUTSCHLAND HOLDING AG...32 Christian Lenk...DZ BANK AG...26 Christian Mayer...Aareal Bank AG...52 Karin Reuschenbach-Coutinho...Frankfurt School of Finance & Management..58 Eva Schicks...WestLB AG...54 Hans-Joachim Schlüter...Kasseler Bank eg Volksbank Raiffeisenbank..56 Stefan Schütt...BearingPoint GmbH...48 Anna Solodenko...Hannover Rückversicherung AG...36 Vera Strack...Deutsche Postbank AG...52 Oliver Ullrich...Allianz Deutschland AG...38 Unsere Interviewpartner Christian Eckert...Union Investment Privatfonds GmbH...20 Finja Carolin Kütz...Oliver Wyman...50 Kristina Schlachter...Deutsche Bank AG...8 Markus Taubert...Berenberg Bank...12 Mehr Infos und neue Themen-Dossiers unter staufenbiel.de/banking-finance Redaktion und Verlag sind stets bemüht, sowohl re - daktionelle Beiträge als auch Anzeigen daraufhin zu prüfen, dass Formulierungen nicht gegen geltendes Recht, insbesondere gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, verstoßen. Sollte im Einzelfall eine Formulierung von der Rechtsprechung als diskriminierend bewertet werden, weisen wir bereits jetzt darauf hin, dass wir uns von jeder Art der Diskriminierung distanzieren und dies jedenfalls nicht die Ansicht der Redaktion darstellt. Soweit in redaktionellen Beiträgen und in Beiträgen von Kunden ausschließlich oder überwiegend die maskuline Form verwendet wird, erfolgt dies lediglich aus Gründen der Lesbarkeit und stellt in keinem Fall eine Wertung gegenüber weiblichen Personen dar. Entsprechend ist mit dem Gebrauch des Begriffs Young Professionals keine Diskriminierung hinsichtlich des Alters intendiert, sondern es soll lediglich die Gruppe der Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger angesprochen werden. Sofern Sie sich durch Inhalte dieser Publikation benachteiligt fühlen, bitten wir Sie, sich mit unserer Beauftragten für Gleichbehandlung, Frau Nadine Eppmann, in Verbindung zu setzen. 4 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking-finance

5 Inhalt EINSTEIGEN Frauen und Banking: Es gibt auch zurückhaltende Männer Interview mit Kristina Schlachter von der Deutschen Bank AG...8 Frauen und Banking-Karrieren: Managerinnen über Karrieren im Banking & Finance-Bereich...10 Privatbanken: Man muss nicht alles machen Interview mit Markus Taubert von der Berenberg Bank...12 BANKING Chartered Financial Analyst: Mehr Wissen...16 Special Asset Management Überblick Asset Management Mehr Rendite...18 Ständig auf der Jagd Interview mit Christian Eckert von der Union Investment Privatfonds GmbH...20 Erfahrungsbericht einer Portfoliomanagerin Kaufen? Verkaufen? Was? Wie viel?...22 Berufsfelder Risk Management Hohes Maß an Selbstständigkeit...24 Investmentbanking Arbeit am Puls der Märkte...26 Corporate Banking Methoden kritisch hinterfragen...28 BEWERBEN Das Vorstellungsgespräch bei Banken Step1 Vorbereitung des Gesprächs: Alle Informationsquellen nutzen...52 Step2 Der Gesprächsverlauf: Hören Sie aufmerksam zu...53 Step3 Typische Fragen im Gespräch: Wie lernen Sie?...54 Step 4 Nachbereitung des Gesprächs: Das Gespräch reflektieren...56 WEITERKOMMEN Networking im Finance: Gold ist im Netzwerk...58 ARBEITGEBER IM PROFIL Detaillierte Informationen über führende Arbeitgeber...62 Jobfinder VERSICHERUNGEN Versicherungsmathematiker: Beharrlich bleiben...32 Jobprofile Aktuar: Biometrie spielt eine wichtige Rolle...36 Underwriter: Das Geschäft mit dem Risiko...36 Risk Manager: Handlungsfähig bleiben...38 Vorstandsassistent: Nah an der Führungsspitze...38 WIRTSCHAFTSPRÜFUNG/STEUERBERATUNG Das WP-Examen: Keinen Fernseher in der Nähe Interview mit Gerd Eggemann von der PricewaterhouseCoopers AG...42 Nach oben: Karriereschritte eines Wirtschaftsprüfers...44 SEITE 8 Frauen & Banking Es gibt auch zurückhaltende Männer SEITE 18 Special Asset Management So arbeiten Asset Manager FINANCE CONSULTING Expertentipps Die Anforderungen: Fachliches Know-how und Kommunikationsstärke...48 Der Einstieg: Eine steile Lernkurve...48 Die Projektarbeit: Gemeinsam mit den Kunden arbeiten...49 Der Aufstieg: Mit Empfehlungsmanagement...49 Ich erwarte Quickheit Interview mit Finja Carolin Kütz von Oliver Wyman...50 staufenbiel.de/banking-finance staufenbiel Banking & Finance

6 INSERENTENVERZEICHNIS Unsere Anzeigenkunden Aareal Bank AG 23, 63 Bankhaus Metzler 64 Bayerische Landesbank (BayernLB) 17, 65 Berenberg Bank 27 BNP Paribas S.A. 64 Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen (BVH) e.v. 14 Deloitte 61, 66 Deutsche Bank AG 67, U4 Deutsche Postbank AG 11, 68 easycredit 29, 69 EBS Symposium e.v. 30 ERGO 39 Generali Deutschland Gruppe 37 Hannover Rück Versicherung AG 39 Hauck & Aufhäuser Privatbankiers KGaA 25 HSBC Trinkaus & Burkhardt AG 69 ING-DiBa AG 70 IQB Career Services AG 30 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft 45 Lucht Probst Associates GmbH 71 MLP Finanzdienstleistungen AG 71 Munich Re 33 NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale 55, 72 Oliver Wyman U3 R+V Versicherung 61 Siemens AG 51 Swiss Re Europe S.A., Niederlassung Deutschland 35 TaxMaster GmbH 57 WestLB AG U2, 72 6 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking-finance

7 STAUFENBIEL.DE/BANKING-FINANCE Noch mehr im Netz Online gibt es mehr: Auf staufenbiel.de/banking-finance gibt es viele weitere Infos zum Ein- und Aufstieg im Banking & Finance. Jobs Finden Sie Jobs und lernen Sie Ih - ren Wunscharbeitgeber kennen. staufenbiel.de/ banking-finance Alles, was Sie wissen müssen, um Karriere im Banking & Finance zu machen. Top-Arbeitgeber im Banking & Finance stellen sich vor. Karriere-Specials Karriere-Wissen rund um Banking & Finance direkt in Ihr E-Postfach. Staufenbiel Career Club Jede Menge Vorteile für Ihre Karriere: Bewerbungs-Checks Assessment Center Trainings Persönlichkeitstests NEU Per QR-Code direkt auf Ihr Smartphone Facebook Karriere-News und Trends von staufenbiel.de auch auf Facebook. staufenbiel.de/banking-finance staufenbiel.de/banking-finance staufenbiel Banking & Finance

8 EINSTEIGEN: FRAUEN UND BANKING Es gibt auch zurückhaltende Männer Wie es um die Beziehung zwischen Frauen und Banking steht, sagt Kristina Schlachter von der Deutschen Bank im Interview mit Staufenbiel Banking & Finance. Frau Schlachter, gibt es ausreichend qualifizierte Bewerberinnen für Top-Nachwuchspositionen? Es gibt genügend Absolventinnen, die alle Kriterien erfüllen, die die Finanzbranche an ihre Nachwuchskräfte stellt, doch davon bewerben sich einfach viel zu wenige für diesen Bereich. Diese Erfahrung macht unsere Bank leider oft. Wir möchten unsere offenen Nachwuchspositionen gerne vermehrt mit Frauen besetzen und haben dafür zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen. Was ist das konkrete Problem dabei? Angebot und Nachfrage stimmen nicht überein, sprich: Die Bewerberinnen fragen diese Förderungsmöglichkeiten eher selten nach. Ähnlich sieht es aus mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Hier hat sich viel getan und wir haben ein breites Angebot von Home Office über Kita-Betreuungsplätze bis zum Sabbatical. Aber wir haben festgestellt, dass gerade junge Kandidatinnen oft abwinken, die frisch von der Hochschule kommen, wenn man das Thema Beruf und Familie anspricht. Sie glauben, damit ihre Karriere gefährden zu können. Bei berufserfahrenen Frauen sieht das dann wieder anders aus. Dennoch sind wir davon überzeugt, dass das Interesse vorhanden ist. Wodurch unterscheiden sich die Bewerbungen von Absolventinnen von denen ihrer männlichen Kommilitonen? Prinzipiell überhaupt nicht. Eine typisch weibliche Bewerbung gibt es nicht, jedenfalls nicht in unserem Bereich. Der Aufbau, die Inhalte, die Qualifikation hier sind Frauen und Männer definitiv gleichauf. Sind Frauen bei Bewerbungsgesprächen und im Assessment Center denn zurückhaltender als männliche Bewerber? Verkaufen sie sich schlechter? Ich glaube, dass man hier differenzieren muss. In den Gesprächen und im Assessment Center sind die Ergebnisse der weiblichen Kandidaten ebenso gut wie die der männlichen Bewerber. Und es gibt ja durchaus auch zurückhaltende Männer, die Schwierigkeiten haben, sich gut zu verkaufen. Unterschiede gibt es aber je nach Geschäftsbereich. In vielen Divisionen sind besonders kommunikationsstarke Typen gefragt. Gerade dort, wo es viel Kundenkontakt oder Projektarbeit gibt, können Frauen ihre Stärken voll ausspielen. Und wenn man als Bewerberin oder Bewerber den Einstieg geschafft hat? Trainees müssen viel kommunizieren das ist das A und O. Denn als die Führungskräfte von morgen müssen sie frühzeitig ein Netzwerk aufbauen. Außerdem müssen sie sich ausreichend Fachwissen aneignen, um für alle Herausforderungen gewappnet zu sein und dies erfordert häufig, das Gespräch mit den Kollegen und Experten zu suchen. Was sollten Bewerberinnen studiert haben, um erfolgreich zu starten und sich schnell weiterzuentwickeln? Auch hier gilt: das Gleiche wie männliche Kandidaten. Bei unserer Bank steht die Fachrichtung Wirtschaftswissenschaften hoch im Kurs. Es gibt jedoch auch Geschäftsbereiche, in denen viele verschiedene Studienrichtungen vertreten sind. So können im Private Wealth Management auch Bewerberinnen mit einem geisteswissenschaftlichen Hintergrund Chancen haben. Wie wichtig sind neben dem Studienfach Praxiserfahrung und Sprachkenntnisse? Moment: BWL muss nicht zwingend Studienschwerpunkt gewesen sein, ebenso wenig wie ein Schwerpunkt Banking und Finance entsprechendes Know-how und Erfahrung kann hier auch über ein Praktikum oder eine Werkstudententätigkeit erworben worden sein. Wichtiger ist, dass Kandidatinnen überhaupt erste Praxis- und möglichst Auslandserfahrung mitbringen. Englisch ist ein Muss. Allerdings gibt es auch hier einige Unterschiede in den Divisionen. Die Tätigkeiten sind sehr vielfältig und einige haben einen stärkeren internationalen Bezug als andere. 8 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking-finance

9 EINSTEIGEN: FRAUEN UND BANKING In welchen Bereichen lohnt sich der Einstieg für Absolventinnen nach Ihrer persönlichen Einschätzung ganz besonders? Meine ehrliche Meinung? In jedem Bereich. Je nachdem, wo die Interessen einer Bewerberin liegen. Denn in allen Divisionen wollen wir den Frauenanteil erhöhen und überall bieten wir entsprechende Förderungen an. Gibt es spezielle Frauen-Förderprogramme in Ihrem Unternehmen? In der Tat existiert im Rahmen unseres Diversity-Managements eine Vielzahl neuer Initiativen, die sich vor allem darauf konzentrieren, die Aufstiegschancen von Frauen zu verbessern. Gender Diversity ist bei zahlreichen Programmen zur Führungskräfteausbildung ein wichtiger Faktor. Das aktuelle Angebot umfasst etwa das Programm ATLAS Accomplished Top Leaders Advancement Strategy. Mit dieser Initiative wollen wir den Frauenanteil in Top-Führungspositionen erhöhen und mögliche Kandidatinnen für die Führungsspitze der Bank fördern. Außerdem bieten wir ein einwöchiges Programm an der Business School Insead für weibliche Führungskräfte an es wird von unserem Vorstands chef Josef Ackermann eröffnet. habe ich mich direkt bei der Bank beworben. Im Jahr 2007 bin ich bei DB HR Solutions eingestiegen. Wie ging es weiter? Seit Februar 2009 bin ich im Graduate Recruiting tätig, wo ich den Bereich Private Wealth Management betreue. Die Arbeit im Hochschul-Recruiting finde ich sehr facettenreich und spannend. Da sind sehr viele interessante Themenfelder dabei: von Marketingaktivitäten und Events über die viel - fältigen Kontakte zu Studentinnen und Studenten bis hin zur Beratung der Kollegen im Business und der Einstellung von Trainees. Wie halten Sie die Balance zwischen Beruf und Leben? In meiner Freizeit bewege ich den Körper mit Step-Aerobic und den Geist mit Lesen und verbringe viel Zeit mit Freunden und der Familie. Interview: Thomas Friedenberger Gibt es weitere Förderprogramme in Ihrem globalen Unternehmen? Ja, wir haben Diversity-Workshops für weibliche und männliche Führungskräfte, verschiedene Mentoring-Programme für weibliche Nachwuchskräfte, die eine Führungsposition anstreben und regionale Mitarbeiternetzwerke für Frauen in Deutschland. Außerdem bieten wir die jährliche WEB-Konferenz, das meint in diesem Fall Women in European Business, für weibliche Top-Führungskräfte, Kundinnen und Frauen aus der Wirtschaft sowie eine eigene Diversity- Intranet-Seite, die über aktuelle Entwicklungen informiert. Ihr Fazit? Es ist einiges im Fluss, und Absolventinnen, die sich fürs Banking entscheiden, haben auf jeden Fall beste Zukunftsperspektiven. Deswegen suchen wir das Gespräch mit Studentinnen, um sie frühzeitig auf ihre Karriereoptionen in der Bank aufmerksam zu machen denn eins ist klar: Auch und gerade der Finanzbereich kann von den Fähigkeiten, die weibliche Kandidatinnen mitbringen, auf ganzer Linie nur profitieren. Und wie sah Ihr eigener Karriereweg aus? Nach meiner Überzeugung ist eine gute Vorbereitung alles. Schon während meines BWL-Studiums habe ich mich für das Thema Personal begeistert, sodass ich hier einen entsprechenden Schwerpunkt setzen und passende Praktika absolvieren konnte. Mit dem notwendigen Fachwissen im Gepäck Zur Person Kristina Schlachter ist Recruiterin (Graduate Recruitment) für die Bereiche Private Wealth Management und Finance bei der Deutschen Bank AG. Sie hat ein Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Personal an der Fachhochschule Wiesbaden mit Auslandssemester in Spanien absolviert. staufenbiel.de/banking-finance staufenbiel Banking & Finance

10 EINSTEIGEN: FRAUEN UND BANKING-KARRIEREN Frauen & Banking Managerinnen über Karrieren im Banking & Finance-Bereich RABEA BASTGES, Jahrgang 1972 POSITION Direktorin, Leitung Strategie/ Konzernentwicklung UNTERNEHMEN HSBC Trinkaus ABSCHLUSS Betriebswirtschaftslehre, Universität Köln Frühzeitig Praxiserfahrung zu sammeln, war mir genauso wichtig wie die theore - tische Ausbildung. Dank Banklehre, anspruchsvollem Studentenjob und Praktika habe ich nahtlos nach dem BWL-Studium im Berufsleben Fuß fassen können. Ich habe regelmäßig neue Aufgaben gesucht und den Sprung ins kalte Wasser nicht gescheut auch wenn ich dafür eine etablierte Position aufgeben musste. Ein Meilenstein war die Entsendung an den Finanzplatz London. Dort erlernte ich ein am deutschen Markt noch nicht angebotenes Produkt und zurück in Deutschland baute ich dann eine Abteilung von Null auf. Das Produkt mit meinem Stempel zu versehen und es erfolgreich zu vermarkten, war anspruchsvoll und bereichernd. Schlüssel zum Erfolg Das Finanzwesen ist eine Männerdomäne. Nicht selten bin ich bei Terminen die einzige Frau. Dies erhöht die Aufmerksamkeit, oft aber auch die Erwartung an die Person. Natürlichkeit und eine tadellose Leistung sind mein Schlüssel zum Erfolg. Absolventinnen rate ich, mit dem international unbekannten Wort Karrierefrau positiv umzugehen. Für jeden, der in seine Bildung investiert hat, ist es nur natürlich, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und durch Leistung am Arbeitsplatz Erfolge verzeichnen zu wollen. Das Leben hat viele Facetten, der Beruf ist eine davon. ULRIKE GLINDMEYER, Jahrgang 1960 POSITION Leiterin Kreditrisikomanagement für Firmenkunden UNTERNEHMEN NORD/LB Norddeutsche Landesbank ABSCHLUSS BWL, Universität Münster Als Leiterin Kreditrisikomanagement Firmenkunden bin ich verantwortlich für die Steuerung von Adressrisiken und Portfolio - steuerung. Warum habe ich mich nach meiner Bankausbildung und dem BWL-Studium für ein Trainee-Programm entschieden? Es war mir wichtig, Bank und Akteure kennenzulernen und ein Netzwerk aufzubauen. Die Größe der Bank und ein faires Miteinander ermöglichten mir dabei vielfältige und individuelle Entwicklungspers pektiven. Das hat mir bei meinem Weg in der Bank geholfen ebenso wie die Mentoren, die mich während des Trainee-Programms und darüber hinaus gefördert haben. Initiative ergreifen Nach dem Trainee-Programm habe ich in unterschiedlichen Bereichen des Firmenkundengeschäfts gearbeitet, in Beratung und Marktfolge. Der nächste Schritt meiner Laufbahn war die Übernahme der ersten Führungsposition. Mein persönlicher Karriere-Wegweiser heißt dabei: Habe ich Spaß an der Aufgabe und bringe ich die nötigen Voraussetzungen mit? Flexibilität ist ebenfalls ein entscheidender Faktor für mich, also räumliche Mobilität und Aufgeschlossenheit für neue Aufgaben. Veränderungen sehe ich immer als Chance und positioniere mich entsprechend. Aus meiner Sicht sollten weibliche Führungskräfte Initiative ergreifen und sich zeigen also nicht abwarten, bis jemand auf sie zukommt. DR. CHRISTIANE DECKER, Jahrgang 1960 POSITION Mitglied des Vorstands UNTERNEHMEN TeamBank AG ABSCHLUSS Wirtschaftsgeografie, Universität Hannover Verantwortung zu übernehmen und etwas gestalten zu wollen, waren mir immer wichtig. Bereits während des Studiums habe ich am Lehrstuhl gerne Aufgaben übernommen, an Publikationen mitgearbeitet und zusätzlich Gutachten für das Institut Frau und Gesellschaft erstellt sowie Forschungsaufträge für verschiedene Institute im In- und Ausland übernommen. Meinen Start in die Finanzbranche gestaltete ich als Vorstandsassistentin einer großen Bank. Hier habe ich gelernt, bereichsübergreifend zu arbeiten und Verant wortung zu übernehmen. Durch die Gremienarbeit erfuhr ich schon früh, wie die Entscheidungsprozesse in Unternehmen laufen. Hier war Flexibilität und Einsatz gefordert und ein funktionsfähiges Netzwerk von großer Relevanz. Aus meiner Sicht vernachlässigen Frauen oft diesen wichtigen Part. Schon zu Beginn meiner Karriere bin ich den Wirtschaftsjunioren beigetreten, auch um ein persönliches Netzwerk aufzubauen. Darüber hinaus habe ich mich bei der Hannoversch-Britischen-Gesellschaft im Vorstand und bei der Chopin-Gesellschaft engagiert. Für mich persönlich war immer das Wichtigste, eine sinnvolle und verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, die mir Spaß macht. Dann kommt der Erfolg häufig von allein. Man muss den Mut haben, Chancen, die sich ergeben, zu ergreifen. Dabei sollte man aber nie vergessen, seinen eigenen Überzeugungen und Werten treu zu bleiben. 10 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking-finance

11 Ihr Praktikum = Ihr Mehrwert Erleben Sie Banking live. Mit 14 Millionen Privatkunden sind wir einer der größten Finanzdienstleister Deutschlands. Mehr als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren sich für unseren Erfolg: mit Professionalität und Überzeugung. Wir suchen Sie: hoch motiviert, leistungsbereit und offen für positiven Wandel. Wenn Sie künftig Ihre Qualifikation in unser Unternehmen einbringen wollen, möchten wir Sie gerne kennenlernen. Überzeugen Sie uns durch Ihre aussagefähige Onlinebewerbung unter Wir freuen uns auf Sie.

12 EINSTEIGEN: PRIVATBANKEN Man muss nicht alles machen Privatbankiers unterscheiden sich von normalen Bankern durch ein zusätzliches i im Wort. Doch ist das alles? Markus Taubert von der Berenberg Bank erklärt die Unterschiede und die besonderen Anforderungen einer Privatbank an Bewerber. Herr Taubert, worin unterscheiden sich die Privatbanken von anderen Banken? Der Privatbankier steht für eine besondere Unabhängigkeit. Frei von Konzerninteressen fühlen wir uns in erster Linie unseren Kunden verpflichtet und verstehen uns als Dienstleister. Die besondere Kundennähe wird vor allem durch unser Selbstverständnis geprägt, wird aber durch unsere Größe und Struktur erst möglich. Die Privatbank zeichnet sich durch ihre besondere Kontinuität aus. Wir sind stolz auf unsere über Jahrhunderte gewachsene Unternehmenskultur, auf die langjährigen Kundenverbindungen und die hohe Mitarbeiterkontinuität. Und schließlich ist es die Konzentration auf bestimmte Geschäftsfelder, die eine Privatbank auszeichnet man muss nicht alles machen, sondern muss vielmehr in bestimmten Bereichen sehr gut sein, um sich vom Wettbewerb abzuheben und den Kunden einen Mehrwert zu bieten. Und wodurch unterscheiden sich Privatbankiers von normalen Bankern konkret? Ich könnte ja jetzt sagen: Das i macht den Unterschied. Aber lassen Sie es mich am Beispiel der Kontinuität zeigen. Der Privatbankier steht als persönlich haftender Gesellschafter, kurz phg, mit seinem gesamten Vermögen für die Bank ein. Während ein Vorstand einen Fünf-Jahres-Vertrag bekommt, ist die Bindung des Privatbankiers an das Unternehmen sehr viel stärker. Bei uns haftet ein phg sogar noch Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung. Das ist ein ganz anderes Verständnis, als wenn ich jeden Monat tolle Zahlen und eine tolle Story erzählen muss, um letztlich nur den Börsenkurs zu pflegen. Welche zentralen Trends zeichnen sich für Privatbanken ab? Die Kunden legen immer größeren Wert auf die Unabhängigkeit der Beratung und auf individuellen Service. Wir profitieren davon. Einerseits müssen wir auf keine Konzerninteres- 12 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking-finance

13 EINSTEIGEN: PRIVATBANKEN sen Rücksicht nehmen, sondern können unabhängig den Kunden beraten und sind auch flexibel genug, um individuelle Lösungen zu schaffen. Andererseits verfügen wir mit einem betreuten Volumen von fast 25 Milliarden Euro über die notwendige Größe, um als bedeutender Marktteilnehmer wahrgenommen zu werden. Und so können wir unseren Kunden ansprechende Investitionsmöglichkeiten bieten und den steigenden regulatorischen Anforderungen entsprechen. Was folgt daraus für Absolventen, die sich für den Einstieg im Bereich Privatbanken interessieren? Dass unsere Berater fachlich erstklassig sind, ist die Pflicht. Die Kür und damit ebenso entscheidendes Kriterium bei der Einstellung sind die soziale Kompetenz, das Verständnis für die Anforderungen und Bedürfnisse des Kunden sowie das Einfinden in die Zur Person Kollegen besonderes Augenmerk zu legen. Das tun wir mit Nachdruck. In welchen Bereichen bei Privatbanken lohnt sich derzeit der Einstieg für Absolventen Ihrer Einschätzung nach besonders? Das Private Banking bietet in den nächsten Jahren und Jahrzehnten große Chancen für Einsteiger. Gute Berater sind heute schon gefragt und der Bedarf wird zunehmen. In Qualität kann sich in vielfältiger Art und Weise zeigen. Die Examensnote gibt dabei eine gute, aber eben auch nur eine erste Orientierung. Markus Taubert, Jahrgang 1970, ist Leiter Private Banking der Berenberg Bank. Der Diplom-Kaufmann hat sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Marburg absolviert. Er verfügt über eine Ausbildung zum Bankkaufmann, war langjährig Portfoliomanager im Asset Management bei einer Landesbank und hat im Familiy Office einer großen deutschen Unternehmerfamilie gearbeitet. Anschließend war er Leiter Kapitalanlagen bei der Pensionskasse eines namhaften Industrieunternehmens. Heute ist er Direktor bei der Privatbank, deren Firmengründung auf das Jahr 1590 zurückgeht. Kann man sich bei einer Privatbank eigentlich auch mit einer eher durchschnittlichen Abschlussnote bewerben? Wir suchen Mitarbeiter, die besonders sind und unseren hohen Qualitätsansprüchen gerecht werden. Diese Qualität kann sich in vielfältiger Art und Weise zeigen. Die Examensnote gibt dabei eine gute, aber eben auch nur eine erste Orientierung. Nicht mehr und nicht weniger. Soziale Intelligenz und Kundenbindungsfähigkeit sind ebenso wichtig. Stichwort Soft Skills, Sie haben schon einige genannt. Welche halten Sie für diesen Beruf für entscheidend? Wichtig sind die Faktoren, die auch im privaten Umgang entscheidend sind: Zuverlässigkeit, Offenheit, soziale Kompetenz, Gemeinschaftssinn und Höflichkeit. Kultur des Unternehmens. Den Berater erwarten hohe Herausforderungen komplexer, auch internationaler Vermögensstrukturen. Das erfordert ein hohes Abstraktionspotenzial und übergreifendes Denken sowie vielfach die Koordination auch mit anderen Geschäftsbereichen. Wir räumen Freiheiten und Chancen ein, wie sie in großen Institutionen oft gar nicht möglich sind. Wir fordern den Mitunternehmer, der mit gesundem Menschenverstand an den Kunden und an die Bank denkt. Wenn der Mitarbeiter unsere gewachsene Firmenphilosophie verinnerlicht hat, dann ist er zum Berenberger geworden. Unser Haus hat im Private Banking eine Fluktuation von unter einem Prozent. Dies und die lange Unternehmenszuge - hörigkeit der Mitarbeiter zeigen, wie wichtig und sinnvoll es ist, auf die Auswahl und Integration neuer Deutschland leben rund Privatanleger mit einem liquiden Vermögen von mehr als einer Million Euro. Deutschland ist der größte Private- Banking-Markt in Europa und nach den USA der zweitgrößte weltweit. Aber auch im Investmentbanking wird Nachwuchs gesucht. Hier haben wir ein spezielles Trainee-Programm für Nachwuchsführungskräfte geschaffen. Welche Einstiegsgehälter werden nach Ihren Beobachtungen bei den Privatbanken und in Ihrem Unternehmen gezahlt? Es gibt hier kein starres Gehaltssystem. Wir bezahlen nach Leistung und Potenzial. Die leistungsorientierte Vergütung erfolgt aber nicht durch eine Umsatzbeteiligung, die zum Verkaufen von Produkten verführt. Sie richtet sich nach Kriterien wie Kundenzufriedenheit, persönlicher Leistung und Abteilungserfolg. Sie erwähnen Höflichkeit. Dann ist das Verhalten, die Erziehung eines Bewerbers für Privatbanken wohl besonders wichtig? Da wirken Privatbanken vielleicht etwas hochgestochener, als sie in Wirklichkeit sind. Natürlich ist hier einiges anders, und eine 400 Jahre alte Unternehmenstradition wie bei uns könnte auf den ersten Blick auf ein antiquiertes Unternehmen hindeuten. Allerdings würden wir heute nicht mehr existieren, wenn wir nur traditionsreich wären. Unser Unternehmen ist in vielen Bereichen moderner, innovationsfähiger, schneller und wendiger als andere. Das sollte Bewerbern bewusst sein, wenn sie zu uns passen wollen. Denn nur wer mit Freude bei der Arbeit ist, macht langfristig einen guten Job. Interview: Thomas Friedenberger staufenbiel.de/banking-finance staufenbiel Banking & Finance

14 Zwischen Hochschule und Wirtschaft. Wer wir sind. Was wir tun. Wie wir es tun. Der Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.v. (BVH) ist der Dachverband der studentischen Börsenvereine an den Universitäten, Fachhochschulen und Business Schools in Deutschland. Wir bilden eine Plattform für Kooperationen, fördern den Transfer von Know-how unter den einzelnen Börsenvereinen und vernetzen unsere Mitglieder. Studentische Börsenvereine vermitteln fundierte Kenntnisse zur Orientierung an den Kapitalmärkten. Dabei bieten wir Anfängern grundlegendes Finanzmarktwissen und Fortgeschrittenen die Möglichkeit zum Austausch von Erfahrungen und zur Vertiefung von Fähigkeiten. Bei unseren Aktivitäten werden wir von zahlreichen renommierten Unternehmen aus dem Finanzdienstleistungssektor unterstützt. Die Mitglieder des BVH-Förderkreises helfen dabei durch gemeinsame Projekte und Veranstaltungen eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen. Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.v. Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.v. Schloss Mannheim

15 RUBRIK BANKING Banking Inhalt Chartered Financial Analyst CFA: Mehr Wissen Special Asset Management: Mit Überblick, Interview und Erfahrungsbericht S.18 Berufsfelder: Von Investmentbanking bis Risk Management S.16 S.24 Die Stimmung in den meisten Banken türmen ist wieder im Lot. Die Kreditwirtschaft bleibt ein attraktiver Arbeitgeber für Wirtschafts - absolventen. sxc.hu/ayla87 Weitere Infos finden Sie auch unter staufenbiel.de/banking staufenbiel.de/banking staufenbiel Banking & Finance

16 BANKING: CHARTERED FINANCIAL ANALYST Mehr Wissen istockphoto/galinaggm CFA die drei Buchstaben für den Chartered Financial Analyst stehen für einen etablierten Finanz-Titel. Der CFA ist eine weiterbildende Qualifikation, die kontinuierlich an die Anforderungen in der Branche angepasst wird. An Spezialisten der Finanzindustrie wie Analysten oder Portfoliomanager werden besonders seit der Finanzkrise immer mehr Anforderungen gestellt sei es für ausländische Investments, das Verständnis von internationalen Standards zu Rechnungslegung oder bei der Implementierung von europaweiten Standards wie MIFID (Markets in Financial Instruments Directive). Ethische Aspekte Bislang existieren keine gesetzlichen Mindestanforderungen für die Ausund Weiterbildung der Kapitalmarktprofis. Daher bietet sich als Lösung der Rückgriff auf einen existierenden Standard an, der als Gütesiegel die einzelnen Absolventen auszeichnet unabhängig vom Arbeitgeber. Der Chartered Financial Analyst ist ein solcher Titel: anspruchsvoll, international und im angelsächsischen Raum anerkannt. Der CFA ist ein berufsbegleitendes, breit angelegtes Wirtschaftsstudium mit Schwerpunkt auf Finanzmarktthemen. Inhalte sind Analyse von Wertpapieren, Bilanzierung und Rechnungslegung, Unternehmensfinanzierung und Portfoliomanagement sowie ethische Aspekte. Drei Prüfungen Auf dem Weg zum Titel stehen drei Prüfungen. Wer bestanden hat, darf zusammen mit dem Nachweis über ein Studium und mit vier Jahren Berufserfahrung den Titel CFA tragen und ihn auf Visitenkarten oder Marktkommentaren direkt hinter den Namen schreiben. Der CFA signalisiert Fachwissen, Motivation und vor allem Belastbarkeit verbunden sind damit nicht selten höhere Gehälter. Allein 2010 nahmen weltweit Kandidaten an den Prüfungen teil, in Deutschland waren Anfang 2011 rund Charterholder registriert. Gemeinsame Ziele Eine große Hürde zum CFA sehen viele Kandidaten im Zeitbedarf von 300 Stunden pro Prüfung. Doch viele Arbeitgeber unterstützen ihre Mitarbeiter mit Freistellungen und übernehmen die Prüfungsgebühren. Ungleich einfacher ist es, den CFA direkt ins Studium zu integrieren. Durch eine Partnerschaft mit dem CFA Institute lernen seit Sommer 2010 Studenten der Universität Mannheim, der EBS Universität und der Goethe Business School bereits im Studium einen Großteil der Inhalte des CFA. Das CFA Institute, ursprünglich ein Zusammenschluss der US-Analystenverbände, versteht unter dem Programm einen globalen Standard für Wissen, Professionalität und Ethik in der Finanzindustrie. Jeder CFA-Charterholder wird Teil der weltweiten Community, kann sich dort für gemeinsame Ziele engagieren und über Fachveranstaltungen der lokalen CFA- Verbände weiterbilden. Die Zugehörigkeit zum Kreis der Charterholder müssen Teilnehmer jedes Jahr erneuern. Dabei wird auch das Einverständnis zu den branchenweit anerkannten ethischen Grundregeln abgegeben. Die anspruchsvolle Ausbildung fördert nicht nur die einzelnen Teilnehmer. Ausgebildete Fachleute finden sich im Dickicht der Finanzmärkte besser zurecht und können so Chancen und Risiken besser einschätzen. Davon profitieren schließlich alle Marktteilnehmer. JAN ALTMANN, Jahrgang 1968, ist seit 2009 Geschäftsführer der GERMAN CFA SOCIETY. Er hat Volkswirtschaftslehre studiert und arbeitete nach dem Studium zunächst als Journalist und in der Unternehmenskommunikation. 16 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking

17 Das Traineeprogramm der BayernLB Learning by Banking Die BayernLB ist ein starker und verlässlicher Finanzpartner verwurzelt in Bayern, geprägt durch enge Kundenbeziehungen und ausgezeichnet durch individuelle Finanzlösungen für unsere Kunden sowie deren nationale und internationale Marktaktivitäten. Sie haben einen überdurchschnittlichen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften oder Jura und bringen erste Praxiserfahrung im Finanzwesen mit? Sie sind engagiert und haben Spaß an der Dienst leistung? Dann haben Sie beste Voraus setzungen für die Aufnahme in unser Traineeprogramm. 15 Monate lang arbeiten Sie in einer international tätigen Großbank. In einem maßgeschneiderten Programm werden Sie dabei intensiv und individuell von uns gefördert nach Ihren Fähigkeiten und nach Ihren Neigungen. Ihr Gewinn: Professionalität und eine faszinie rende Berufsperspektive in der Welt der Wirtschaft. Interessiert? Dann richten Sie Ihre Bewerbung an: Bayerische Landesbank (BayernLB) Corporate Center Bereich Personal Personalentwicklung, 1630 Nachwuchsentwicklung München Telefon

18 ! SPECIAL Asset Management Mehr Rendite Der Kapitalmarkt unterscheidet mindestens fünf Assetklassen, in die wir investieren können: Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien und liquide Mittel. Der Asset Manager versucht, die optimale Kombination aus diesen fünf Klassen zu finden. Optimal heißt hier: im Sinne des Kunden. Es ist einleuchtend, dass eine Pensionskasse viel höheren Wert auf minimale Schwankungen des Vermögenswertes legt, während ein familiengeführter Mittelständler sein Vermögen über ein Family Office in andere, riskantere, aber auch chan - cenreichere Strategien investieren möchte, etwa in Aktienfonds mit Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen, im Börsenjargon Small Caps. Unabhängig davon, welche Strategie verfolgt wird, gibt es für den Asset Manager einige übergeordnete Ziele: An erster Stelle soll das Vermögen durch ordentliche Erträge gemehrt werden. Grundlage ist dabei eine möglichst hohe Sicherheit des Kapitalerhalts. Eine so allgemeine Definition zeigt, dass jeder schnell zum Asset Manager werden kann. Auch die Großmutter, die ihre Ersparnisse auf ein Sparbuch einzahlt, trifft eine Entscheidung, bei der sie Renditechancen und mögliche Risiken (Rendite-Risikoprofil) abwägt. Und diese Entscheidung wäre in der Finanzkrise für manchen privaten Haushalt nicht die schlechteste gewesen. Milliarden in Spezialfonds Wer mehr Rendite als den risikolosen Marktzins erwartet, beauftragt dafür oft einen Asset Manager. Die wesentlichen Kundengruppen sind Privatpersonen (Retail oder Private Wealth Mangement) und institutionelle Kunden. Ein institutioneller Kunde kann ein Dax-30-Unternehmen, eine Pensionskasse, eine Bank oder Sparkasse sein. In Deutschland verwalten Asset Manager 700 Milliarden Euro in Publikumsfonds und weitere 800 Milliarden Euro in Spezialfonds (für institutionelle Investoren). Zum Vergleich: Die Nettokreditaufnahme des Bundes betrug 2010 insgesamt 44 Milliarden Euro. Da wird schnell klar: Mit dem Vertrauen, das ein Anleger durch das Übertragen seines Vermögens einem Asset Manager entgegenbringt, geht eine große Verantwortung einher. Konstanter Cashflow Die wachsende Bedeutung von Asset Managern ergibt sich schon aus demografischen Gründen. Immer mehr Menschen fragen eine langfristige, privat gesteuerte Altersvorsorge nach. Im institutionellen Bereich lassen bald bei den Pensionskassen die einzahlenden Arbeitnehmer nach. Es gilt dann, auf der Basis schrumpfender Einzahlungen für mehr und mehr Rentner einen konstanten Cashflow (Auszahlungsplan) zu gewährleisten. Entsprechend vielfältig und herausfordernd ist die Tätigkeit des Portfoliomanagers. Meist spezialisiert er sich auf bestimmte Assetklassen oder Strategien. Diese können darauf ausgerichtet sein, einen bestimmten Referenzindex, etwa den Dax 30 (Benchmark), zu outperformen. Oder es 18 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking

19 SPECIAL! Asset Management istockphoto/vernonwiley handelt sich um einen benchmarkfreien Ansatz, der darauf abzielt, am Jahresende absolute Erträge zu liefern. In diesem Fall spricht man von Absolute Return. Ein weiterer zentraler Aspekt des Investmentprozesses ist das Risiko Management. Gerade die Finanzkrise hat das deutlich vor Augen geführt. Der Risikomanager ist erster Ansprechpartner des Portfoliomanagers und der Geschäftsleitung. Er kann auf Tagesbasis die Summe aller möglichen Risiken (Value at Risk) aller verwalteten Fonds aufzeigen, strukturieren und bewerten. Das dritte wichtige Jobprofil ist der Client Relationship Manager (für den Vertrieb), häufig in seiner Attraktivität bei Absolventen unterschätzt. Der Relationship Manager baut die oft langjährige Beziehung zum Kunden, zum Investor auf. Voraussetzungen sind hier neben dem hervorragenden Produkt-Know-how daher auch exzellente Fähigkeiten zur Beziehungsgestaltung. Assetklassen entwickeln Asset Management hat eine Nähe zum Investmentbanking, ist aber nicht damit zu verwechseln. Während Investmentbanking sich damit beschäftigt, Unternehmen an die Börse zu führen oder zusammenzubringen (Mergers & Acquisitions), geht es im Asset Management darum, Investmentstrategien in einer oder mehreren Assetklassen professionell zu entwickeln und zu handeln (Diversifikation) oft unter Einsatz von Derivaten, sei es zur Absicherung von Positionen (Hedging) oder zur Ausnutzung von Asymmetrien im Markt. In der Praxis bedeutet das, dass beim Aufbau einer Long Position, wie dem Kauf eines Aktienpakets, gleichzeitig eine Put-Option gekauft wird, um sich gegen mögliche Kursrückgänge abzusichern. Fleiß schlägt Talent Welche Fähigkeiten sind im Asset Management wichtig? Selbstverständlich ist der laufende Aufbau von Fachwissen unerlässlich verbunden mit einer oder zwei Spezialisierungen, etwa in Aktienanalyse oder in Derivaten. Engagierte Absolventen zeichnen sich neben dem frühen Erwerb von Praxiserfahrung durch eine ausgeprägte Dienstleistungsbereitschaft aus. Anspruchsvolle Kunden erwarten und verdienen exzellenten Service. Ebenfalls wichtig ist eine hohe Leistungsmotivation und Flexibilität: Der Kapitalmarkt ist ein dynamischer Prozess. Wenn alle denken, es geht in eine bestimmte Richtung, können Sie sicher sein, dass dies so nicht eintritt: Expect the unexpected. Die vielleicht bedeutendste Eigenschaft ist ein Wertesystem mit einem hohen Maß an Verantwortungsgefühl. Hinzu kommt intellektuelle Kompetenz; die Fähigkeit, sich schnell in neue Sachverhalte hineinarbeiten zu können und eine professionelle Neugier zu entwickeln. Sich selbst reflektieren können, authentisch und stimmig handeln, nach dem Motto: Sei, wer Du bist, sage, was Du meinst, tue, was Du sagst. Bodenhaftung, Fleiß und Selbstdisziplin sind Voraussetzung für die erfolgreiche Karriere. Am Ende schlägt Fleiß Talent. Eigenes Depot auf bauen Was können Sie bereits im Studium tun? Nutzen Sie die Chance, ein Seminar in Investmentmanagement zu besuchen. Bearbeiten Sie Fallstudien und folgen Sie Ihrem eigenen Instinkt bei Börsenspielen. Starten Sie noch heute mit dem sorgsamen Aufbau Ihres Vermögensverwaltungsdepots. Bilden Sie sich fundierte Meinungen, investieren Sie verantwortungsvoll und lernen Sie aus Fehlern. Übrigens: Neben Absolventen der klassischen Studiengänge BWL und VWL haben auch Mathematiker und Physiker bes te Einstiegschancen im Asset Management, wenn sie ihr Interesse am Kapitalmarkt belegen können. ANDREAS BLEY, Jahrgang 1969, ist Human Resources Director bei der LUPUS ALPHA ASSET MANAGE- MENT AG. Der Bankkaufmann und Diplom-Psychologe hat an der Universität Würzburg und an der University of Texas in Austin/USA studiert. staufenbiel.de/banking staufenbiel Banking & Finance

20 ! SPECIAL Asset Management Ständig auf der Jagd Christian Eckert hat 20 Jahre Erfahrung als Portfoliomanager. Er erläutert im Interview mit Staufenbiel Banking & Finance, wie die Zukunft des Asset Managements aussieht und welche Soft Skills in dem Job wichtig sind. Herr Eckert, was versteht man unter Asset Management? Grundsätzlich steht Asset Management für die professionelle Verwaltung von Vermögensanlagen mit dem Ziel ihrer Erhaltung und Wertsteigerung. Unsere Aufgaben umfassen die professionelle Vermögensberatung, die Definition von Anlagestrategien, ihre Umsetzung in Kundenportfolios und Investmentfonds, die Verwaltung von Wertpapieren und die Berichterstattung über die Anlageergebnisse. Gibt es weitere Bereiche, die dazu gehören? Ja, die Tätigkeitsbereiche eines Asset-Management-Unternehmens erstrecken sich nicht nur über das Portfolio - management, sondern über die gesamte Wertschöpfungskette Vertrieb, Marketing, Personal, Management, Depotverwaltung und viele andere. Für mich persönlich bedeutet Asset Management, die passende Vermögensanlage für die Anforderungen und die Ziele meiner Kunden zu finden und diese zu verantworten. Wie sieht die Zukunft des Asset Managements aus? Die professionelle Vermögensverwaltung wird an Bedeutung gewinnen, besonders mit dem Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur Altersversorgung zu leisten. Asset Manager müssen weiterhin kapitalmarktrelevante Entwicklungen antizipieren und rentable Anlagestrategien finden. Was in den nächsten Jahren aber immer wichtiger wird, ist die Entwicklung und das Management neuer Produkte. Denn sie müssen den gestiegenen Ansprüchen der Kunden an Qualität und Erfüllung der individuellen Anlageziele gerecht werden. 20 staufenbiel Banking & Finance 2011 staufenbiel.de/banking

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