Die Personalzeitung des Waidspitals Nr. 5/2007 September. Teilzeitstellen Was ist wünschenswert und was möglich? Ein Rundtischgespräch.

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1 Waidsicht Die Personalzeitung des Waidspitals Nr. 5/2007 September Organspende Seit dem 1. Juli ist das neue Transplantationsgesetz in Kraft. Teilzeitstellen Was ist wünschenswert und was möglich? Ein Rundtischgespräch. Hacker Die Verfügbarkeit von Computersystemen ist ein empfindliches Gut. Seite 2 Seite 4 Seite 6 Seite 7 Abschied Dr. Gérald Keusch, Leiter der Abteilung für Nephrologie und Dialyse, geht in Pension. FREDERIC MEYER Für die EURO 08 werden 1,4 Millionen Fussballfans in Zürich erwartet. Was wird da auf unser Spital zukommen? Notfall: Gut vorbereitet für sportliche und andere Grossanlässe Rund um die Uhr für alles bereit Streetparade, Züri-Fäscht, EURO 08: Wo viele Menschen sind, kann es auch viele medizinische Notfälle geben. Da muss das Spital selbst fürs «Worst Case»- Szenario gerüstet sein. Die Notfallstation ist nur ein Beispiel für eine Abteilung, die rund ums Jahr, 24 Stunden am Tag, das heisst jederzeit INHALT Empfang: Abteilung neu organisiert Seite 3 «Bike to work»: Mit dem Velo zur Arbeit Seite 3 Neues aus der Pflege: Über den Prozess Seite 3 Medizinisches Stichwort: Defibrillator Seite 5 Im Gespräch: Herbert Bachofner Seite 6 Lehrabschluss: Prüfung bestanden Seite 7 Kunst in der Cafeteria: Das Werk entsteht Seite 8 Lesen: Alarm in Zürichs Stadtspital Seite 8 «bereit» sein muss. Bereit für die akut erkrankten oder verunfallten Patientinnen und Patienten. Bereit für diejenigen, die ihre Suchtproblematik nicht im Griff haben oder sich im Ausgang mal einen «Ausrutscher» geleistet haben. Bereit als Ansprechpartner und Lösungsanbieter für Vereinsamte, Obdachlose oder psychisch Erkrankte. Aber auch für Angehörige mit all ihren Sorgen und Gedanken. Gerne vergessen oder als selbstverständlich hingenommen werden die Dienstleistungen bei spital - internen «Notfallsituationen». Die Bettenstationen müssen unterstützt werden, wenn ein Patient akut medizinische Hilfe braucht, wenn ein Venen-Zugang gelegt oder ein EKG geschrieben werden muss. Auch das Nähen von Riss - quetschwunden nach Stürzen im Spital gehört zum Bereitschaftsdienst der Notfallequipe. In den letzten Jahren finden in der Stadt Zürich zudem immer mehr Grossveranstaltungen statt. Es vergeht kaum ein Wochenende ohne ein grosses Konzert, eine Fuss ball- oder andere Sportveranstaltung. Die Zusammenarbeit mit der Rettungskette (Sanität, Notfallund Notärzte) ist in diesen mittlerweile «Routinefällen» so eingespielt, dass keine speziellen Absprachen untereinander mehr von Nöten sind. Jedes Glied der Rettungskette trifft seine vorbereitenden Massnahmen selbstständig. Für die Notfallstation des Waidspitals bedeutet dies meist, dass wir Material und Medikamente zusätzlich aufstocken. Personell hat die Notfallstation den zusätzlichen Patienentenanfall ohne Anpassungen zu meistern. Schon Monate im Voraus Einige dieser Grossanlässe müssen allerdings umfangreicher vorbereitet werden. Dieses Jahr betraf dies zum Beispiel das erste Open-Air- Festival bei der ETH-Hönggerberg. Bereits Monate im Voraus wurde mit den Organisatoren das sani - tätsdienstliche Konzept abgesprochen. Wie viele Besucher werden erwartet? Welche medizinischen Probleme könnten auftreten? Welche Infrastruktur ist vor Ort vorhanden und welche Transportmöglichkeiten gibt es? Ganz entscheidend ist jeweils das Kommunikationskonzept: Wer informiert wen, womit usw. Die Streetparade und das alle drei Jahre wiederkehrende «Züri- Fäscht» sind ebenfalls bereits zur Routine geworden. Deshalb können die umfangreichen und in allen Details geregelten sanitätsdienstlichen Abläufe jedes Jahr mehr oder weniger unverändert PERSÖNLICH Waid tut was! War das eine Aufregung im Spital, als Ende Juni ein kurzer, aber heftiger Gewitterregen den Haupteingang und die Archiv-, Server- und Notfallräume unter Wasser setzte! An unzähligen Orten im Haus tropfte es. Und da war sie auch schon wieder, die Diskussion über die Häufung der Unwetter. Ob tatsächlich ein Zusammenhang mit dem beobachteten Klimawandel in unseren Breitengraden besteht, ist zwar wissenschaftlich nicht belegt. Trotzdem machen auch wir im Spital uns ernsthafte Gedanken darüber. Und wir reden nicht nur, wir tun auch etwas, weil uns nebst unseren Patientinnen und Patienten auch die Umwelt am Herzen liegt. Wir sind überzeugt, dass den negativen Folgen des Klimawandels mit einer Reduktion des CO 2 -Ausstosses begegnet werden muss. Die Waid hat deshalb im September 2006 mit den kantonalen Behörden eine entsprechende Zielvereinbarung abgeschlossen. Um die Zielwerte auch erreichen zu können, achten wir darauf, für den Betrieb unseres Hauses möglichst umweltgerecht produzierten Strom zu verwenden. Bereits im Jahr 2000 installierten wir auf den gegen Süden gelegenen Betten- Rolf Gilgen häusern Solardächer, die heute 988 Quadratmeter umfassen und pro Jahr rund Kilowattstunden Solarstrom produzieren, die an die Solarbörse gelangen. Das reicht für die Versorgung von rund vierzig städtischen Haushalten. Seit letztem Jahr beziehen wir vom städtischen Elektrizitätswerk (EWZ) ausschliesslich Strom aus erneuerbaren und nahezu CO 2 -freien Quellen, der mit dem so genannten Label «naturemade» versehen ist. Dieses Qualitätslabel wird vom Verein für umweltgerechte Elektrizität (VUE) verliehen, der getragen wird von WWF, Pro Natura, KonsumentInnenforum sowie verschiedenen Energieversorgungsunternehmen und Ökostromverbänden. Neu haben wir beschlossen, einen gewissen Prozentsatz unserer rund drei Gigawattstunden Naturstrom, die wir jährlich vom EWZ benötigen, in Form von reinem Solarstrom (1 Prozent) und reinem Ökostrom aus Wasserkraft (4 Prozent) zu beziehen. Erreichen wir die Ziele, wird uns ein Effizienzbonus vergütet, der in unserem Fall rund Franken ausmacht. Die Hälfte dieses Geldes investieren wir in zusätzliche erneuerbare Energien. Wir tun was, aber wir alle müssen noch mehr tun. Rolf Gilgen, Spitaldirektor «aus der Schublade» gezogen werden. Die Notfallequipe wird, um auch für einen grossen Patientenanfall gerüstet zu sein, während diesen beiden Festanlässen personell verstärkt. Glücklicherweise sind diese Anlässe bis anhin immer sehr friedlich und ohne grössere medizinische Probleme verlaufen. Das «Notfallszenario» musste im Waidspital bisher noch nie abgerufen werden. Medizin für Funktionäre Ein anders gelagertes Beispiel für die ständige Bereitschaft betraf den FIFA-Weltjahreskongress. Unsere Notfallstation wurde als «medizinischer Ansprechpartner» für die zahl reichen ausländischen Fuss - ball funk tionäre auserwählt. Da galt es alles von der Anmeldung bis zur Abrechnung zu regeln. Die Funktionäre nahmen den Dienst dann auch gerne in Anspruch Die grösste Herausforderung an die Verfügbarkeit der Notfallstation wird nächstes Jahr aber die Fuss - ball-europameisterschaft (EURO 08) sein. Während andere Grossanlässe nur ein Wochenende dauern, gilt es hier, die maximale Bereitschaft für ganze drei Wochen aufrechtzuerhalten! Eine grosse Aufgabe für alle betroffenen Mitarbeitenden. Zur bestmöglichen Vorbereitung treffen sich deshalb seit Anfang 2006 regelmässig Vertreter des Waidspitals und der anderen im Einzugsgebiet der Stadt Zürich liegenden Spitäler zu Absprachesitzungen mit dem Organisationsstab von Schutz und Rettung. Sehr vieles gilt es zu regeln. Mit welchen Verletzungsmustern oder medizinischen Problemen ist zu rechnen? Wie und durch wen werden sie vor Ort betreut? Wohin werden welche Weiter auf Seite 2 TOM KAWARA

2 2 ASPEKTE Waidsicht Nr. 5 September 2007 Neues Transplantationsgesetz: Durch Information mehr Spender finden Nimm die Organe nicht in den Himmel denn im Himmel wissen sie, dass wir sie hier brauchen. Einige Anmerkungen zum neuen Transplantationsgesetz. Am 1. Juli 2007 ist das neue Transplantationsgesetz in Kraft getreten. Seine drei Leit planken sind Information, Trans parenz und Gleichberechtigung aller Menschen. In Umfragen zeigen sich 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer positiv zur Organtransplantation eingestellt. Doch nach wie vor steht die Schweiz an einer der letzten Stellen in der Rangliste der Organspender. Eine Tatsache, die ethische, soziale und psychologische Fragen aufwirft und gleichzeitig auch enorme Konsequenzen für einzelne Menschen hat. Der Organempfänger Leider sind auch dieses Jahr vierzig Menschen auf der Transplantationsliste gestorben. Das musst du dir mal vorstellen: Du wartest monate- bis jahrelang auf ein Organ, das dein Leben verändern oder gar erhalten wird. Dabei wirst du rechts und links überholt von anderen Menschen, die in die «Super urgent»-liste kommen; es sind Menschen, deren Leben davon abhängt, ob sie innert kürzester Zeit ein Organ erhalten. Es geht dir schlechter und du wartest auf ein Organ, das möglicherweise gar nicht kommt. Die Unsicherheit ist vielleicht das Schlimmste. Die zwei Herren, die auf Godot warteten, wussten eigentlich, dass dieser nie kommen wird. In Jerusalem wartet man auf die Rückkehr von Gott durch das Goldene Tor der Altstadt; wann, weiss man nicht, aber dass er zurückkehren wird, gilt als sicher. Der Patient auf der Warteliste weiss weder ob, noch wann er ein Organ erhalten wird. Der Organspender Die Zahl der Leichenspender, das heisst jener Menschen, die nach dem Hirntod ihre Organe spenden, hat 2006 weiterhin abgenommen. Zum Glück konnte die Anzahl der Transplantationen durch so genannte Lebendspender aufrechterhalten werden, das heisst Menschen, die lebend ein Organ meist eine Niere abgeben. Das neue Transplantationsgesetz versucht nun vermehrt Spenderinnen und Spender zu ge win - nen, und zwar durch eine gezielte Informationskampagne (vielleicht habt ihr einige Plakate bereits gesehen), durch eine transparentere Abwicklung des Transplantationsvorganges und durch bessere Erfassung von potentiellen Spendern. MYRJAM HERGER Die Grundsatzfrage In allen mir bekannten Religionen nützen die Organe nach dem Tod nichts mehr, denn überleben wird die Seele. Ich weiss nicht, was mir Lunge, Herz und Leber nach dem Tod bringen sollen. Bereits die Ägypter hatten die Organe entfernt und in Kanopen aufbewahrt. Aus meinen Organen wird im besten Fall Asche oder sie werden in einer schönen Holzkiste zerfliessen. Was bringt es, die Organe im Körper zu behalten? Wir werden nach dem Tod nicht segeln und auch nicht Tennis spielen oder? Und die Seele liegt bestimmt nicht im Herzen oder im Bauch (hoffentlich). Die Organe Niere, Leber und Herz bleiben die meistgesuchten Organe. Vermehrt wird auch Gewebe transplantiert. Stammzellen, die das kranke Immunsystem ersetzen, sind auch gefragt. Stell dir vor, du wartest mit Leukämie auf einer Isolierstation auf Stammzellen, die zu deinem Körper passen. Da wärst du froh, wenn so viele Menschen wie möglich ihre Zellen gespendet hätten und somit deine Chancen weiterzuleben höher wären. Mittlerweile können auch «ältere» Organe gespendet werden, eine Altersbegrenzung zur Spende gibt es eigentlich nicht mehr. Die Spende von Organen, Geweben und Zellen ist unentgeltlich und der Handel mit Organen ist verboten, so legt es das neue Gesetz fest als ob man bisher einen «Organmärit» betrieben hätte Aber man weiss ja nie, auf welche Gedanken Menschen kommen könnten. Der Spenderausweis Wir tragen dutzende von Karten in unserem Portemonnaie: Supercard, Ikea Family, Kreditkarten, Versicherungsausweise, V.I.P. membercard vom Club oder von der Tankstelle 80 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sind positiv zur Organspende eingestellt. und andere lebenswichtige Plas - tikscheine Wieso denn nicht einen Spenderausweis? Darin ist unser Wille enthalten. Und keine Angst, nach neuem Gesetz dürfen die Angehörigen die Spende immer noch stoppen, auch wenn der Ausweis das Gegenteilige beweist. Also bestellt doch einen Ausweis, der macht eine bessere Figur als die Karte vom Supermarkt. Der Hirntod Für viele von uns ist der Hirntod ein schwierig zu verstehendes Konzept. Es gibt im Fall der Fälle zwei Situationen: Entweder stirbt man, weil lebenswichtige Organe versagen (Herz, Lunge usw.), dann ist die Organspende in der Regel nicht möglich. Oder es tritt zuerst eine Erkrankung oder ein Unfall ein, die das Gehirn betreffen; erfolgt der Hirntod zuerst, leben die anderen Organe noch wenige Tage. Das heisst, sobald der Hirntod festgestellt wird (keine Hirnaktivität, keine Hirndurchblutung, festgestellt durch zwei unabhängige Ärzt - Innen im Abstand von sechs Stunden inklusive Zusatzuntersuchungen), hat man noch Zeit, um zum Beispiel das noch schlagende Herz zu entnehmen. Es ist schwierig sich vorzustellen, dass man tot ist, wenn das Herz noch ein paar Tage schlägt. Aber wir sind alle einig, dass man ohne Gehirn nicht leben kann, und tatsächlich folgt dem Hirntod nach 48 bis 72 Stunden auch der Tod der Organe. Wenn man dem Huhn den Kopf abschneidet, kann es noch ein paar Schritte laufen, aber weiterleben wird es nicht Für wen die Organe? Im neuen Gesetz wird die Verteilung der Organe zentral geregelt, das heisst, während früher Zürcher eher Zürcher Herzen erhalten haben, werden die Organe seit Juli 2007 von einer zentralen Stelle (Stiftung Swisstransplant) je nach Kompatibilität und Dringlichkeit weitergeleitet. Berner Ärzte reagierten mit Slogans wie «Keine Berner Lebern für Zürcher Patienten» (Bern spendet tatsächlich mehr als Zürich). Als ob Lebern auch einen Heimatschein besässen Es gibt hier keine Zweiklassenmedizin, und durch die Zentralisierung werden alle Menschen gleichgesetzt, das heisst nach medizinischen und nicht nach politischen oder anderen Kriterien behandelt. Eine demokratische Sache also. Bedenken wir, dass wir 2006 doppelt so viele Organe vom Ausland erhalten haben, wie wir geliefert haben. Die Kriterien, um auf eine Transplantationsliste zu kommen, bleiben streng, zum Beispiel wird wohl kein Aktivtrinker eine Leber erhalten. Aber strenge Altersgrenzen gibt es nicht mehr. Wir werden alle älter und bleiben aktiver, und jeder Mensch hat Anrecht auf eine Behandlung. Mensch als «Ersatzteillager»? Hirntote, potenzielle Organspender und ihre Angehörigen werden medizinisch und psychologisch von spezialisierten, trainierten Teams behandelt. Niemand wird als Ersatzteillager benutzt. Bestellen wir doch einen Ausweis. Lassen wir doch die Organe hier. Vielleicht landen wir auch mal auf einer Liste und bangen wartend zwischen Leben und Tod. Im Himmel wissen sie, dass wir die Organe auf Erden nötig haben. Und vielleicht wird die Schweiz einmal nicht nur im Tennis und Segeln, sondern auch in dieser Grosszügigkeitsliste ganz vorne mitspielen. Dr. Christian Giambarba, Leiter Intensivpflegestation Fortsetzung von Seite 1 Patienten transportiert? Und was, wenn eine «Seuche» (z.b. Norovirusinfektion) unter den vielen Besuchern auftritt? Wo werden diese hoch ansteckenden Patienten behandelt und durch wen betreut? Leider müssen auch eigentliche Katastrophenszenarien wie zum Beispiel ein Terroranschlag mit Bomben oder Giftgas miteinbezogen werden. Auch hierfür werden vorbereitende Massnahmen getroffen. Damit nicht alles «neu erfunden» werden muss, fliessen viele FREDERIC MEYER Für das Personal gilt während der EURO 08 «Ferienverbot». hilfreiche Erfahrungen von der Fussball-WM 2006 in Deutschland in die Planung mit ein. Sie werden jetzt «nur» noch auf die lokalen Gegebenheiten angepasst. Was bedeutet die EURO 08 für das Personal? Als Allererstes ist das bereits ausgesprochene «Ferienverbot» für die drei EURO-08-Wochen spürbar. Vom Rest lassen wir uns überraschen Und was bedeutet die ständige Bereitschaft für mich, als Leiter der Notfallstation? Kein Tag ist vorhersehbar, kein Tag ist planbar. Gröss - te Flexibilität in allen Belangen, medizinisch und organisatorisch, ist unabdingbar. Andererseits: Gerade die tagtäglichen Überraschungen aller Art zu bewältigen bedeutet für mich die Motivation, weshalb ich die Notfallstation und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so gerne führe. Dr. Patrick Sidler, Leiter Notfallstation

3 Nr. 5 September 2007 Waidsicht ASPEKTE 3 Empfang/Telefonzentrale: Mit der Notfallaufnahme zu einer neuen Abteilung zusammengelegt Sicherer: Nachts nur noch ein Eingang Seit Juli ist der umgebaute Empfang bezogen. Damit sind Empfang und Notfallaufnahme («Glashüsli») nun auch in einer gemeinsamen Abteilung organisiert. Während die bisherige Abteilung Empfang/Telefonzentrale im kaufmännischen Dienst angesiedelt war, war die administrative Notfallaufnahme dem Pflegebereich zugeordnet. Die neu gebildete umfassende Abteilung ge - hört in Zukunft zum kaufmännischen Dienst. Da der bisherige Leiter des Empfangs, Robert Geissmann, aus persönlichen Gründen er wird bald pensioniert auf die Leitung der neuen Abteilung verzichtet hat, wird diese Stelle mit einer externen Person besetzt. Durch die Integration von Empfang und Notfallaufnahme wird es in Zukunft möglich Der neue Empfang ist Teil des grosszügig gestalteten Eingangsbereichs. sein, die Mitarbeitenden in verschiedenen Bereichen einzusetzen, was die Aufgabenvielfalt erhöht und die Arbeit interessanter gestaltet. Mit dem Umbau des Eingangsbereichs konnte ein langjähriger Wunsch der verantwortlichen Stellen des Spitals erfüllt werden: Das Waidspital hat am Abend und nachts für Besucher und für Notfallpatienten nur noch einen gemeinsamen Eingang. Die Räume des Empfangs, der Telefonzentrale und der Notfallaufnahme sind nun in einem Komplex integriert und miteinander verbunden. Der Empfang orientiert sich zum gross - zügigen, reprä sen ta tiv gestalteten Eingangsbereich hin, der un ser Spital aufwertet. Die Notfallaufnahme liegt vis-a-vis der Notfallstation, was bedeutet, dass tagsüber die Besucherströme von den Notfallpatienten getrennt werden können. Am Abend wird der Haupteingang geschlossen, und der Nachtportier übernimmt ab ca. 22 Uhr die Telefonzentrale und ist auch zuständig für die administrative Aufnahme der Notfallpatienten. Das Spital kann in der Nacht nur noch über den Notfalleingang betreten werden, was die Kontrolle der Besucher erleichtert. Ein unkontrollierter Zugang in der Nacht kann so weitgehend ausgeschlossen werden. Nachdem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Notfallaufnahme und des Empfangs mit der Telefonzentrale nun einige Zeit mit den doch sehr beengten Räumen im Provisorium vorlieb nehmen mussten, wünsche ich Ihnen in den neuen, grosszügigen Räumen einen guten Start und bedanke mich an dieser Stelle dafür, dass sie auch unter beengten Bedingungen jederzeit eine hervorragende Arbeit geleistet haben. Hans-Günther Hartmann, Leiter Kaufmännische Dienste Bike to work: Eine Aktion der «IG Velo Schweiz» für Betriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Über Berg und Tal mit dem Velo zur Waid Die Aufforderung: Fahren Sie einen Monat lang mit dem Velo zur Arbeit und gewinnen Sie attraktive Preise. Das Waidspital war mit 10 Teams dabei. In der gesamten Stadtverwaltung waren es rund 270. Vom 1. bis zum 30. Juni dauerte die Aktion der IG Velo Schweiz. Hier die Impressionen unseres Informatik-Teams: Hermann Fischer (als ehemaliger Informatik-Mitarbeiter) kommt schon seit Jahren mit dem Fahrrad zur Arbeit und hatte dadurch keine Startschwierigkeiten. Trotz Regen und kalten Tagen nahm er meistens das Velo mit auf den Weg. Früher ist er auch bei Regen und Schnee den ganzen Weg mit dem Velo gefahren, aber mit den Jahren ist er schon etwas bequemer geworden. Der Weg heute: per Velo von Bonstetten nach Birmensdorf, dann mit der Bahn nach Altstetten und von dort wieder per Velo weiter ins Waidspital. Wichtig sind dem heutigen Mitarbeiter des Tarifwesens die Steigungen, wo Herz und Lunge voll ausgeschöpft werden. «As Läbige» geht es beim Aufstieg beim Wettingertobel zum Meierhofplatz 19 Prozent! und weiter zur ETH Hönggerberg. Am Abend den gleichen Weg zurück, insgesamt 16 Kilometer ein kleiner Beitrag an die Gesundheit. Beda Wirth kommt von Pfaffhausen. Die Fahrt ins Waid führt meistens auf Wald- und Flurwegen Richtung Zoo, und danach den Zürichberg hinunter zum Irchel und rüber ins Waidspital. Auf dem Rückweg geht s meist auf Radwegen und Flurstrassen via Schwamendingen, Dübendorf nach Fällanden. Die letzte Viertelstunde steigt es dann wieder durch den Wald nach Pfaffhausen. Hasen und Rehe statt Stau Anstelle von Autostau und Wartezeiten begrüssen den Fahrer Grün - spechte, Hasen, Rehe, Fernsicht in die Alpen und bezaubernde Schattenspiele der Laubbäume. Ausserdem ist motivierend, dass die Fahrt nicht länger als mit dem öffentlichen Verkehr dauert. Und dann dieses Hochgefühl bei Schussfahrten! Bei Regen fährt Beda Wirth allerdings lieber mit Dach zur Arbeit. Für Colin Wälti änderte sich bei der «Bike»-Aktion nicht viel, da er sowieso regelmässig mit dem Velo zur Arbeit fährt. Giesst es ROLAND BRÄNDLI nicht in Strömen oder ist die Temperatur nicht unter «0», freut er sich auf die morgendliche Velofahrt. Sein Weg führt ihn zwar durch die viel befahrenen Kreise 4 und 5, über die Langstrasse und dann nach dem Limmatplatz den Berg Richtung Waidspital hinauf, aber oben angekommen hat man mindestens etwas für die Gesundheit und das Wohlbefinden getan. Etwas ausser Atem und schön aufgeheizt geht Colin Wälti dann ins Büro, wo seine Kollegen unter den zu seiner Abkühlung weit aufgerissenen Fenstern leiden müssen. Für Nicole Doswald ist es von Höngg nur eine kurze Velofahrt, weshalb sie manchmal nach der Arbeit noch einen Umweg angehängt hat. Trotzdem: Der Start in den Tag ist mit Velo ein anderer. Das «Bike to work»-team der Informatik Das Informatik-«Bike to work»-team mit Beda Wirth, Colin Wälti, Hermann Fischer und Nicole Doswald (sie war beim Gruppenfoto gerade in den Ferien). NEUES AUS DER PFLEGE Ein schwieriger Prozess! Damit ist kein Gerichtsprozess gemeint, sondern der Pflegeprozess als Grundlage zur strukturierten Pflegearbeit. Vor mehr als 50 Jahren wurde er in seiner Urform in den USA «erfunden». Ab 1981 wurde der Pflegeprozess mit dem Buch «Pflegeplanung» von Meier/Fiechter auch in der Schweiz ein Thema zumindest bei der Ausbildung der Pflegefachleute. Als Beziehungs- und Problemlösungsprozess hat das aus seiner ursprünglichen Form weiterentwickelte Modell auch heute noch seine Gültigkeit. Einfach gesagt geht es darum, den Patienten kennen zu lernen, seine gesundheitlichen Probleme beziehungsweise Reaktionen daraus zu erfassen, realistische Ziele zu setzen, die richtigen Massnahmen zu planen und in die Tat umzusetzen, das Ergebnis der Bemühungen zu überprüfen und wenn nötig Neuanpassungen einzuleiten. In der täglichen Arbeit finden diese Anteile in der einen oder anderen Dimension sicher ihren Niederschlag, man pflegt ja seine Patienten nach bestem Wissen und Gewissen und unterstützt sie in ihrer momentanen Situation, häufig jedoch so, wie die jeweilige Pflegende es gerade sieht. Eine der grössten Schwierigkeiten scheint es auch im Jahr 2007 nach wie vor zu sein, diesen Prozess schriftlich und nachvollziehbar zu dokumentieren und dabei allem voran die Dinge, sprich Pflegeprobleme, beim Namen zu nennen. Und dies nach fast 30 Jahren. Fragt man die Pflegenden, warum dies so ist, wird meistens der Zeitfaktor erwähnt. Das viele Schreiben brauche zu viel Zeit, und dann müsste auch noch alles gelesen werden, wofür die Zeit dann wieder fehlt, man wisse auch ohne dies, wie es geht. Einig sind wir uns sicher alle, dass die Pflege in erster Linie mit und beim Patienten stattfinden muss. Doch um den Aspekten der Nachvollziehbarkeit, der realis tischen Zielsetzung und einer angepassten, individuellen Pflege Rechnung zu tragen, muss die «Pflege» auch schriftlich dargestellt sein, und zwar in allen Schritten des Prozesses. Nur so ist Kontinuität gewährleistet und können gesetzte Ziele verfolgt werden, was ein Teil innerhalb des Qualitätsgedankens ist. Den Pflegeprozess beherrschen bedeutet «Pflege denken können» und entsprechend handeln. Die andere Herausforderung ist, dies verständlich und nachvollziehbar zu dokumentieren. Da geht es nicht darum, ob viel oder wenig geschrieben wird, sondern ob das «Richtige» festgehalten wird. Um dies herauszufinden beziehungsweise zu «identifizieren» (siehe Standard im SWZ) gelangt man zwangsläufig wieder zum ersten «Prozessschritt». Trotz der sich im Laufe der Jahre verändernden Begriffe wie «diagnostischer Prozess», «Evaluation», «Pflegediag - nosen» oder gar *NIC und *NOC ist der Inhalt des eigentlichen Prozesses derselbe geblieben und die komplexen Begriffe sollten niemanden davon abhalten, sich mit der Thematik auseinander zu setzen. (*Nursing Outcome Classification und *Nursing Intervention Classification) Anita Eugster, Pflegeexpertin Medizinische Klinik

4 4 VERFÜGBARKEIT Waidsicht Nr. 5 September 2007 Teilzeit: Mit welchen Arbeitspensen müssen Mitarbeitende im Betrieb verfügbar sein? «Der Druck für mehr Teilzeitstellen wird Teilzeitarbeit ist oft gewünscht. Aber nicht immer möglich. Ein Rundtischgespräch zu den konkreten Erfahrungen in unserem Spital. Waidsicht: Für eine Assistenzärztin ist es sehr ungewöhnlich, Teilzeit arbeiten zu können. Wie hast du das geschafft, Romana? Romana Urech: Indem ich mich zusammen mit einer Kollegin auf eine 100-Prozent-Stelle beworben habe. Dabei waren wir offen für die Art des Teilzeitmodells. Schliesslich einigten wir uns auf ein 14-tägliches Abwechseln. Ausserdem hatten wir gehört, dass Jobsharing allgemein auf der Chirurgie einfacher sei als in der Medizin, und dass etwas Ähnliches im Waidspital schon einmal gemacht worden sei. Also haben wir uns hier beworben. Unterdessen hat meine Kollegin wieder aufgehört, und ich konnte trotzdem zu 50 Prozent angestellt bleiben. «Meine Kinder sind jetzt in einem Alter, wo ich gut einmal spontan einspringen kann.» Claudia Studer ist Pflegefachfrau mit einer 20-Prozent-Anstellung auf der Dialysestation. Ihre Kinder sind 16 und 18 Jahre alt. Steffi Wunderlin: Du hast aber vorher schon hier gearbeitet. R. Urech: Ja, deshalb haben wir die Stelle wohl auch bekommen. Mich kannten sie hier im Haus und so dachten sie sicher, wenigsten jemanden von uns müssten sie nicht mehr einarbeiten. WS: In der Pflege ist Teilzeitarbeit weniger ungewöhnlich. Wie war das bei dir, Claudia? Claudia Studer: Ich arbeitete als Schülerin schon im Waidspital. Danach habe ich mich auf der Dialyse beworben. Doch als ich hier anfing, wurde ich gleich schwanger, was eigentlich nicht geplant war. Es war nun die Frage, ob man mich auf der Dialyse überhaupt noch einführen solle. Die Station schlug mir vor, sie würden das machen, wenn ich bereit wäre, nach der Geburt meines Kindes teilzeitlich weiterzuarbeiten. S. Wunderlin: In der Pflege haben wir fast auf jeder Station Teilzeitmitarbeitende. Allerdings rekrutieren wir nur selten Teilzeitmitarbeitende von extern, und wenn, dann kaum mit einem Pensum unter 80 Prozent. Aber wenn eine Mitarbeiterin, die schon bei uns war, nach einer Schwangerschaft 20 oder 40 Prozent weiterarbeiten will, ermöglichen wir das so weit wie möglich. Wir müssen natürlich schauen, dass wir den Betrieb mit einer gewissen Kontinuität aufrechterhalten können. Wenn zu viele Pflegende Teilzeit arbeiten, wird das schwierig. Auch das Planen wird dann erschwert. Weil die Mütter ihre Kinderbetreuung organisieren müssen, sind sie in der Regel auf immer gleiche Arbeitszeiten angewiesen: nur am Donnerstag etwa oder nur in der Nachtwache oder immer am Wochenende. Wenn dann das Verhältnis zwischen Vollzeit- und Teilzeitmitarbeitenden nicht ganz stimmt, kann es passieren, dass die Vollzeiterinnen das Gefühl haben, nur noch um die Teilzeiterinnen herum arbeiten zu müssen. WS: Wieso gibt es bei den Ärztinnen und Ärzten so wenige Teilzeitstellen? Stefan Christen: Bei den Assistenz - ärztinnen ist man in der komfortablen Situation, dass die meisten in dieser Phase noch keine Kinder haben, so dass es für sie kein Hauptthema ist, Teilzeit zu arbeiten. Sie sind in der Ausbildung und wollen diese möglichst schnell hinter sich bringen. Das sind nach dem Staatsexamen mindestens fünf Jahre, das heisst, sie sind etwa 32 Jahre alt, bis sie den Facharzt haben. Aber wenn es in dieser Phase eine Familiengründung gibt, wird es äusserst problematisch. Da hast du wirklich Glück gehabt mit deiner Stelle, Romana. ROLAND BRÄNDLI WS: Wieso ist das so problematisch? S. Christen: Das Problem ist der stationäre Betrieb. Im ambulanten Bereich kann man aufsplitten, wie man will: In einer Praxis oder einem Ambulatorium, auch in der Dialyse und in der Anästhesie müssen keine Patienten über mehrere Tage oder Wochen kontinuierlich betreut werden. Auf den stationären Abteilungen schon. Und dort sind die Assistentinnen und Assistenten die einzigen, die die Kontinuität gewährleisten. Sie bleiben fünf Tage in der Woche beim Patienten, während die Pflege ständig rotiert. Da ist natürlich die Frage, wie ein Teilzeitmodell für sie organisiert werden sollte. Vielleicht noch im monatlichen Wechsel zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit. Aber Mitarbeitenden mit Kindern bringt das wenig. R. Urech: Ich finde den Zwei-Wochen-Rhythmus eine gute Lösung. Auf der Chirurgie ist es kein Problem, zwei Wochen 100 Prozent zu arbeiten und zwei Wochen gar nicht. Vor der Geburt meines Kindes habe ich zu 100 Prozent auf der Medizin gearbeitet und rückblickend denke ich, dass man auch dort die Stationsarbeit so einteilen könnte. Ich glaube einfach, dass auf der Chirurgie diesbezüglich schon mehr Erfahrung vorhanden ist. Vor kurzem hat dort auch eine Oberärztin Teilzeit gearbeitet. S. Christen: Generell wird der Druck für mehr Teilzeitstellen auch im Ärztebereich zunehmen. Auf Assistentenebene nicht unbedingt, aber sicher beim Kader. Im Moment ist das noch nicht spruchreif solange man für 100 Prozent Leute findet, nimmt man diese. Aber je mehr der Frauenanteil in der Medizin steigt, desto schwieriger wird es. Welche Frau ist mit 32, wenn sie den Facharzttitel hat, bereit in eine Kaderposition zu gehen, wo sie 60 Stunden in der Woche arbeitet und wo Teilzeit bisher kein Modell ist? Da fällt der Frauenpool komplett zusammen. Die vielen Frauen, die vorher bei uns die Ausbildung gemacht haben, gründen in dieser Zeit ihre Familie. Wir bekommen heute auf ausgeschriebene Kaderstellen zehn Bewerbungen von Männern und vielleicht eine von einer Frau. Wenn wir da nicht bewusst Teilzeitmodelle fördern, werden wir keine Frauen ins Kader bringen. Hier braucht es einen Kulturwandel in den Kliniken. Wir ha - ben zum Beispiel schon konkret überlegt, eine 50-Prozent-Kaderstelle in einem Ambulatorium einzurichten. Allerdings besteht da der Pferdefuss, dass diese Person dort wohl Arbeit abnimmt, aber den Gesamtbetrieb nicht entlastet: Sie leistet keinen Dienst und unterstützt organisatorisch wenig. In der Regel sind diese Teilzeitmitarbeitenden reine Dienstleister. Deshalb wählt man dann doch lieber jemanden mit Vollzeitpensum, der alle Funktionen voll übernimmt. «Bei unseren ärztlichen Arbeitszeiten wäre es günstig, wenn das Spital selbst eine Kinderkrippe anbieten würde.» Romana Urech arbeitet mit einem 50-Prozent- Pensum als Assistenzärztin in der Chirurgie. Ihre Tochter ist 2,5 Jahre alt. WS: Wieso können Teilzeiter das nicht? S. Christen: Man kann nicht mit 50 Prozent noch Dienst machen. Die Oberärztin auf der Chirurgie hat das versucht. Aber wenn sie eine Woche Dienst machte, hatte sie so viel zum Kompensieren, dass sie in den darauf folgenden Wochen nicht mehr arbeiten kam. Das ist dann wie bei der Feuerwehr: 24 Stunden arbeiten und zwei Tage frei. Da sieht man diese Leute fast nicht mehr und es fehlt ihnen schliesslich auch die Routine. Die betroffene Kaderärztin war selbst nicht zufrieden mit dieser Situation. WS: Die Stadt Zürich als Arbeitgeberin möchte Teilzeitmodelle fördern. Was heisst das fürs Waidspital? Hans Peter Benz: Vor drei Jahren sind wir im GUD zusammengekommen und haben unter dem Titel Frauenförderung ein Konzept entwickelt, was für Massnahmen zu treffen wären, damit mehr Frauen Teilzeit arbeiten können. Da haben wir einige Ideen zusammengebracht, aber wenn man diese umsetzen will, braucht es wie Stefan gesagt hat zuerst einen Kulturwandel. Man wollte bei diesem Brainstorming vor allem die Teilzeit in Kaderfunktionen fördern. Das heisst zum Beispiel, dass die Stellenbeschreibungen entsprechend ausgerichtet werden. Eine Idee war auch, den arbeitenden Müttern zu ermöglichen, ihre Kinder in die Kantine an einen Mittagstisch zu bringen. Es war ein sehr ehrgeiziges Konzept und wenn man zurückschaut, konnten wir wenig davon umsetzen. Was wir jedoch nächstens einrichten wollen: dass auch die Leitungen von Ärzte - sekretariaten im Jobsharing besetzt werden können. Auf Führungsstufe ist das neu. Das Modell widerspricht etwas dem Gedanken «Einheit der Führung». Normalerweise sollten die Mitarbeitenden nur einen Chef oder eine Chefin als Ansprechperson haben. Bei zwei Führungspersonen ist natürlich die Frage, wie gut diese zusammenarbeiten können, damit die Stabilität für die Mitarbeitenden gewährleistet ist. S. Wunderlin: Als wir einmal im Notfall eine Stelle für eine leitende Pflegefunktion ausgeschrieben hatten, haben sich zwei Frauen miteinander dafür beworben. Ich muss «Bezüglich Teilzeit für Ärztinnen und Ärzte braucht es einen Kulturwandel in den Kliniken.» Dr. Stefan Christen ist Leitender Arzt in der Medizinischen Klinik. ehrlich sagen, das tönte für uns zwar sehr interessant, aber wir hatten «Angst», uns darauf einzulassen. Genau aus diesem Grund: Es sind dann zwei Ansprechpersonen da, und da Menschen nie gleich sind, können sie auch nicht genau die gleichen Interessen verfolgen. Wir fragten uns, ob Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese Situation nicht ausnützen würden. Wenn sie das eine wollen, gehen sie zu dieser Vorgesetzten, wenn sie etwas anderes möchten, zu jener Nein, auf Führungsebene hatten wir den Mut noch nicht dafür. WS: Wie steht es mit dem Informationsfluss? Ist der bei sehr kleinen Pensen wie etwa deinen 20 Prozent, Claudia, überhaupt noch gewährleistet? C. Studer: Ich habe überhaupt nicht das Gefühl, dass ich nicht mitbekomme, was auf der Dialyse läuft. In erster Linie liegt es an mir, mich zu informieren. Wir sind sehr viele Teilzeiterinnen auf der Dialyse, und es würde mich als Vollzeit-

5 Nr. 5 September 2007 Waidsicht VERFÜGBARKEIT 5 auch im Ärztebereich zunehmen» mitarbeiterin auch stören, wenn ständig jemand kommt und fragt: «Was war gestern?» Aber sämtliche Teamsitzungen oder Informationsanlässe sind ja schriftlich dokumentiert. Und es ist eine ungültige Ausrede, während der Arbeitszeit habe man keine Zeit, um dies alles zu lesen. In diesem Fall muss man halt zehn Minuten früher zur Arbeit kommen. Natürlich, wenn man Patienten als Bezugsperson betreut, leidet die Kontinuität schon etwas. Da muss man immer wieder nachlesen, was gelaufen ist, und halt manchmal doch nachfragen. Das ist für die Patienten sicher nicht immer so angenehm. Auf der anderen Seite sind wir Teilzeitarbeitenden vielleicht etwas frischer und fragen genauer nach, wies geht. H. P. Benz: Es gibt allerdings eine untere Grenze von Teilzeit. Letzthin rief mich jemand an, ob er zu 15 Prozent mitarbeiten dürfe. Irgendwann bringt das für den Betrieb einfach nichts mehr. Diese Probleme entstehen insbesondere bei jenen Mitarbeitenden, die krankheitshalber in eine IV-Rente hineinrutschen. Wenn sie eine Teil- IV bekommen, bleibt der Rest als Beschäftigungsumfang erhalten. Aber wir haben Schwierigkeiten, diese Leute noch sinnvoll einzusetzen. S. Wunderlin: In der Notfallstation ist eine Mitarbeiterin für 10 Prozent angestellt. Sie hat früher 100 Prozent gearbeitet und wollte dann wegen ihren Kindern reduzieren. Sowohl im Notfall wie auf der Dialyse haben wir viele Niederprozentige. Wir profitieren auch von ihnen. Mit den Jahren, wenn ihre Kinder älter werden, sind diese Mütter wie Joker für uns. Denn wenn bei uns jemand ausfällt, können wir ja nicht sagen: O.k., schicken wir fünf Dialysepatienten nach Hause. In solchen Fällen fragen wir diese Mitarbeiterinnen an, ob sie kurzfristig einspringen können. Ohne diese Teilzeitmitarbeiterinnen könnten wir den Betrieb in der Notfall- und in der Dialysestation oft nicht aufrechterhalten. «Ohne kurzfristiges Einspringen unserer Teilzeitmitarbeiterinnen könnten wir den Betrieb in der Notfallstation, in der Dialyse und in der Intensivpflege fast nicht aufrecht - erhalten.» Steffi Wunderlin ist Pflegeleiterin Spezialgebiete. WS: Arbeiten diese Personen nur auf Abruf? S. Wunderlin: Nein, sie haben ihr vertraglich garantiertes Arbeitspensum. In den Fällen, die ich genannt habe, arbeiten sie zusätzlich darüber hinaus. Anders dürften wir das personalrechtlich gar nicht machen. C. Studer: Für die drei Kliniken im Waidspital gibt es einen Pool von Pflegefachfrauen, die bei Bedarf von den Bettenstationen angefordert werden können. Aber davon kann die Dialyse nicht profitieren, für die Arbeit hier braucht es spezielle Kenntnisse. Deshalb werden diejenigen mit kleinem Pensum hier sehr oft angefragt, ob sie einspringen würden. Häufig auch ganz kurzfristig: etwa am Abend um halb sieben, ob wir am nächsten Morgen einen Frühdienst übernehmen können. Meine Kinder sind jetzt in einem Alter, wo ich locker sagen kann: Klar, kein Problem. WS: Auch Arbeitnehmende ohne Familien wollen heute ihr Pensum reduzieren. Wie geht ihr mit solchen Anfragen um? S. Wunderlin: In der Pflege haben diese Anfragen in den letzten Jahren tatsächlich stark zugenommen. Heute sind wir in der komfortablen Lage, dass wir relativ gut verdienen. Da sagen sich einige: Finanziell reichen mir 80 Prozent. Viele möchten neben der Pflege auch noch eine weitere Ausbildung machen, um ein zweites Standbein zu haben. Diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wollen wir die Teilzeitwünsche natürlich auch zugestehen, sonst gehen wir das Risiko ein sie zu verlieren. WS: Nochmals zurück zur Kinderbetreuung. Wie können Ärztinnen oder Ärzte mit ihren Arbeitszeiten diese überhaupt organisieren, selbst wenn sie Teilzeit arbeiten? R. Urech: Schwierig. Am Morgen um sieben Uhr muss ich los, und am Abend wird es mindestens sieben, bis ich fertig bin. Solche Betreuungszeiten bietet keine Krippe an. Bei mir geht das nur deshalb, weil mein Freund das Kind bringen und holen kann und weil uns die Grosseltern helfen. Aber es ist anstrengend so zu arbeiten, gerade auch mit dem Zwei-Wochen-Rhythmus. Immer, wenn der neue Dienstplan herauskommt, muss ich sofort mit meinem Freund schauen, wie ich arbeite, wie er arbeitet und wann welche Grosseltern kommen könnten. Bei meiner Kollegin, mit der ich das Jobsharing begonnen hatte, wohnten keine Grosseltern in der Nähe. Zusätzlich hatte sie im Gegensatz zu mir fast eine Stunde Arbeitsweg. So wurde es ihr schliesslich zu viel und sie hat ihre Stelle aufgegeben. Für unsere ärztlichen Arbeitszeiten wäre es wirklich sehr günstig, wenn das Spital selbst eine Krippe anbieten würde. WS: War das im Waidspital noch nie ein Thema? H. P. Benz: Doch, vor einigen Jahren haben wir dazu eine Umfrage gemacht. Aber das Ergebnis war, dass es sich nicht gelohnt hätte. Deshalb kam man zum Schluss, dass es am einfachsten sei, die Zusammenarbeit mit der Kinderkrippe Käferberg weiterzuführen, wo Gesprächsrunde zum Thema Teilzeit: Über bisherige Erfahrungen und künftige Visionen. unsere Mitarbeitenden ein bevorzugtes Aufnahmerecht besitzen. S. Wunderlin: Aber diese Krippe hat auch nur die herkömmlichen eingeschränkten Öffnungszeiten. Das heisst, eine allein erziehende «Vor drei Jahren haben wir im GUD ein Konzept erarbeitet, wie mehr Teilzeitstellen zu schaffen wären.» Hans Peter Benz leitet den Personaldienst des Waidspitals. Mutter mit Schichtdienst, die ihr Kind immer selber bringen und holen muss, kann es gar nicht dort betreuen lassen. Das müsste unbedingt anders organisiert sein. S. Christen: Das Spital Uster hat offenbar eine sensationell gute Krippe, genau mit solchen erweiterten Öffnungszeiten. Diese Krippe ist auch gegen aussen geöffnet, und sie ist immer voll. Ich bin sicher, so etwas rechnet sich hundertprozentig. Gerade wenn man Mühe hat Personal zu rekrutieren. In der Pflege ist diese Phase ja wieder gewaltig am kommen, und auch in der Ärzteschaft haben wir zunehmend Mühe, Leute zu finden. Wenn bekannt ist, dass ein Spital eine stabile Krippe mit einem weiten Angebot führt, werden sich die Leute eher an diesem Spital bewerben. Gesprächsleitung: Katja Rauch STICHWORT Immer bereit: Der Defibrillator Die wirksamste Therapie bei Herzstillstand ist ein dosierter elektrischer Stromstoss, der die Herz aktivität wieder synchronisiert. Diese Mass nahme nennt man Defibrillation. In Fernsehserien wie Emergency Room wird diese Therapie immer sehr heroisch praktiziert. Im Alltag sieht es wie stets nicht immer so rosig schön aus: Die betroffenen Patienten sind in der Regel weder jung noch hübsch, sondern eher alt und vor allem herzkrank. Auch gehören die bügeleisenartigen Platten, welche auf die Patientenbrust gepresst werden, eher der Vergan - gen heit an, werden doch heute vermehrt Klebeelektroden verwendet, was nicht nur sicherer, sondern auch effizienter ist. Die Defibrilla ti on bildet nach der Alarmierung und der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) das dritte Glied in der Rettungskette. Nebst den kleinen implantierbaren Defibrillatoren gibt es mobile Geräte für den äusseren Gebrauch. Diese Defibrillatoren sind heute klein und leicht und meistens automatisch funktionierend (so genannte AED s = Automatic External Defibrillator). Sie sind so einfach zu bedienen, dass sie selbst von wenig geschulten Ersthelfern und Laien eingesetzt werden können. Der Defibrillator gibt klare akustische Anweisungen ab. Nach Aufkleben der Elektroden analysiert das Gerät das Elektrokardiogramm und stellt die Diagnose. Nur wenn eine potenziell tödliche Rhythmusstörung vorliegt, erfolgt die akustische Aufforderung zur Defibrillation. Die Betriebssicherheit der Geräte ist höher als bei manuellen Geräten. An unserer Klinik sind auf allen Stationen (Notfall, IPS, Rea-Team, Kardiologie) nun moderne Geräte im Einsatz, welche den automatischen Be trieb bei Bedarf ermöglichen. Zunehmend werden automatische Defibrillatoren auch an öffentlich zugänglichen Orten mit grossem Menschenaufkommen installiert (Bahnhöfe, Flughäfen, Bäder etc.), wo jeder Laie bei einem Ereignis mit Bewusstseinsverlust eines Passanten darauf zurückgreifen kann. Neben den Samaritervereinen gibt es eine Reihe von Rettungsdiensten, die CPR-Kurse anbieten. Eine Liste der Kursanbieter finden Sie auf der Homepage (Kapitel «Herz/Im Notfall/ Die Herz-Lungen-Wiederbelebung»). Dr. Stefan Christen

6 6 VERFÜGBARKEIT Waidsicht Nr. 5 September 2007 Gastautor: Über die empfindliche Verfügbarkeit von Computersystemen Wenn Hacker ganze Systeme lahm legen Den ersten Internetwurm kreierte ein Student 1988 völlig unabsichtlich. Seither sind viele höchst absichtliche und erfolgreiche Angriffe geführt worden. In der digitalen Welt ist die Verfügbarkeit ein äusserst wertvolles und empfindliches Gut. Es wird mehr Geld ausgegeben um eine hohe Verfügbarkeit zu garantieren als für den Schutz der Vertraulichkeit. Trotzdem ist es für Kriminelle einfacher ein System zu sabotieren das heisst die Verfügbarkeit zu beeinträchtigen als in ein Computersystem einzudringen und an vertrauliche Informationen zu gelangen. Ein Grund dafür ist, dass schon brachiale Methoden zum Ziel führen und hierzu keine ausgeklügelten, hochtechnischen Angriffe notwendig sind. Die Informatiker nennen Hacker-Angriffe gegen die Verfügbarkeit DoS-Angriffe, abgekürzt aus englisch «Denial of Service». Öffentliches Inte - «einfach SICHER» Im Oktober 2006 lancierte der Stadtrat eine Sensibilisierungskampagne zum Thema Informationssicherheit. Unter dem Motto «einfach SICHER» werden die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung mit verschiedenen Mass - nahmen auf ihre persönliche Verantwortung im Umgang mit Daten und Systemen hingewiesen und erhalten konkrete Tipps für die Umsetzung der Informationssicherheit im praktischen Berufsalltag. Die Kampagne steht unter der Federführung der Dienst abteilung Organisation resse erlangten die Angriffe von Anfang 2000 gegen Yahoo!, Ama - zon, CNN und ebay. Diese haben gezeigt, dass auch die mächtigen Internetkonzerne trotz ihrer enormen Kapazität verwundbar sind. Schaden durch Daueranrufe DoS-Angriffe kennen wir auch in der realen Welt: Eisenbahnstreiks, Stromunterbrüche oder die Zerstörung von Brücken im Kriegsfall. Die Brandanschläge auf die Bibliothek von Alexandria gehören zu den ältesten Angriffen auf die Verfügbarkeit von Informationen. Ein simpler, aber erfolgreicher Angriff wurde Mitte der 1980er Jahre gegen die Gratis-Telefonnummer einer politischen Partei geführt. Dabei wählte ein Computerprogramm die entsprechende Nummer, legte kurze Zeit darauf wieder auf und wiederholte dieses Vorgehen. Der Angriff schadete in zweifacher Hinsicht: Erstens war der Anschluss ständig besetzt und zweitens entstanden der Partei durch die unzähligen Anrufe Kosten. und Informatik (OIZ) und dauert bis Herbst Das Motto setzt zwei Kernaussagen der Kampagne um: Einerseits bringt es zum Ausdruck, dass viele Massnahmen, die die Informationssicherheit erhöhen, nicht schwierig umzusetzen sind. Dies ist die Botschaft der Kampagne nach innen, in die Stadtverwaltung. Nach aussen will man den Bürgerinnen und Bürgern kommunizieren, dass sie der Stadtverwaltung bezüglich Umgang mit sensiblen Daten Vertrauen schenken können. GASTAUTOR S. HOFSCHLAEGER, PIXELIO.DE Jean-Luc Nottaris ist IT Security Officer bei der Stadt Zürich, Ab - tei lung Organisation und Informatik. Er ist Projektleiter der Kampagne «einfach SICHER». Vor seiner Tätigkeit für die Stadtverwaltung war der studierte Informatiker Partner in einer Beratungsfirma und hat Unternehmen in der Finanzindustrie so wie verschiedene Bundesbetriebe im Umgang mit Informationssicherheit unterstützt. Seit 1999 ist er zertifizierter Informatikrevisor (Certified Information Systems Auditor). Was diese Bedrohungen gemeinsam haben: Es gibt kaum wirksame Massnahmen dagegen. Denn gibt es einen Zug, der nicht lahm gelegt, eine Brücke, die nicht gesprengt, ein Buch, das nicht verbrannt werden kann? Es ist leicht nachvollziehbar, dass es auch in der Informatikwelt nicht weniger Schwachstellen gibt, insbesondere wegen der Anonymität und der weltweiten Vernetzung des Internets. Finanzielle Motive stehen bei diesen Angriffen kaum im Vordergrund. Das ist mitunter ein Grund, weshalb wir derartige Situationen glücklicherweise nur selten erleben. Es sind allerdings Fälle aktenkundig, bei denen mit dem Androhen solcher Angriffe Schutzgeld erpresst wurde. Der erste DoS-Angriff gegen Systeme im Internet geschah ungewollt. Es handelte sich um eine unkontrollierte Verbreitung eines fehlerhaften Testprogramms durch einen Studenten. Der Vorfall von 1988 liess 6000 Systeme ausfallen, was damals rund 10 Prozent des Internets bedeutete, und ging als erster so genannter Internetwurm in die Annalen der Internetgeschichte ein. Der Student wurde verurteilt und ist heute Professor am Massachusetts Institute of Technology in Boston wurde in New York der erste eigentliche DoS-Angriff auf einen Rechner im Internet registriert. Diese «SYN Flood» genannte Attacke funktionierte nach dem gleichen Prinzip wie der Angriff auf die Gratisnummer der politischen Partei. Die Angreifer benutzten ein Programm, das 50 Verbindungsanfragen pro Sekunde mit einer falschen, imaginären Absenderadresse tätigte. Der angegriffene Rechner bestätigte wie üblich jede Anfrage und wartete dann 75 Sekunden auf eine Rückantwort. Da jedoch unter der angegebenen Adresse kein System erreichbar war, stürzte der Rechner wegen der enormen Belastung ab. Abwehrmöglichkeit Eine wirksame Abwehrmöglichkeit von DoS-Angriffen, welche von einer einzigen Quelle geführt werden, besteht im Sperren aller Verbindungen von dessen Ausgangspunkt. Dies ist technisch einfach möglich, sobald der Angriff erkannt und die Quelle identifiziert ist. Während des Internetbooms Ende der 90er Jahre gab es jedoch mehr ere erfolgreiche Angriffe gegen populäre Webseiten, die mit dieser Methode nicht verhindert werden konnten. Die so genannten Distributed Denial of Service Attacken (DDoS) lassen sich nicht durch einfaches Sperren abwehren, da hier im Gegensatz zu den klassischen DoS-Angriffen hunderte von Rechnern am Angriff beteiligt sind. DDoS ist deshalb auch heute noch eine ernst zu nehmende Bedrohung. Wie PCs zu Zombies werden Die Bulgarische Telekom wurde 1999 Opfer eines der ersten DDoS- Angriffe. Damals wurde eine gefälschte «Microsoft Internet Explorer»-Aktualisierung in Umlauf gebracht, welche die Rechner der Telekom mit Meldungen überflutete, so dass diese für mehrere Tage unerreichbar waren. Zum Ausführen von DDoS-Angriffen benötigt ein Hacker ein so genanntes Botnet, ein Netz von PCs, die infiziert sind, so dass sie vom Angreifer ferngesteuert werden können. Diese infizierten PCs nennt der Fachjargon auch Zombies. Botnets können heute sogar gegen Bezahlung gemietet werden um DDoS-Angriffe auszulösen oder SPAM-Nachrichten zu versenden. Oft ist das Opfer eines Angriffs machtlos. Doch wir alle können dazu beitragen, dass das Internet sicherer wird. Ein PC, der regelmässig aktualisiert und mit den gängigen Sicherheitsprogrammen ausgestattet ist, wird schwerlich zu einem Zombie und kann somit nicht für ein Botnet missbraucht werden. Jean-Luc Nottaris IM GESPRÄCH Herbert Bachofner, Technischer Dienst Waidsicht: Herbert, du arbeitest seit acht Jahren im technischen Dienst. Alle fünf Wochen bist du während sieben Tagen für den Pikettdienst zuständig. Belastet das deine Freizeitaktivitäten? Herbert Bachofner: Klar ist meine Freizeit davon betroffen. Wenn ich Pikettdienst habe, plane ich eigentlich gar nichts, da zu diesem Zeitpunkt der Dienst erste Priorität hat. WS: Was muss man sich unter Pikettdienst überhaupt vorstellen? HB: Ich bin 24 Stunden erreichbar und für alle unerwarteten Probleme zuständig. Das kann vom defekten Abfluss bis zum Feuerbrand alles sein. ROLAND BRÄNDLI Ich versuche die Probleme schnellstmöglich zu beheben oder in den Griff zu kriegen. WS: Wie häufig musst du am Wochenende unerwartet ausrücken? HB: Das ist ganz unterschiedlich. Am Wochenende sollte ich jeden Tag mindestens drei Stunden hier im Waidspital sein. In dieser Zeit erledige ich viele alltägliche Dinge. Ab und zu werde ich auch neben diesen drei Stunden ins Waidspital gerufen, aber dies passiert nicht ständig. Pikett: Was tun, wenn ein Schrank brennt? WS: Handelt es sich meistens um leichte Probleme oder sind es eher absolute Notfälle? HB: In 90 Prozent der Fälle handelt es sich um leichtere Probleme. WS: Was war dein bisher aufregendstes Erlebnis im Pikettdienst? HB: Im OPS brannte einmal der Inhalt eines Wärmeschrankes. Ich öffnete den Schrank, was eigentlich ein Fehler war, und warf den ganzen Inhalt aus dem Fenster in den Innenhof. Den Wärmeschrank brachte ich ebenfalls schnellstmöglich in den Innenhof, damit der Rauch vom Brand ja keinen Feueralarm auslöste. Der Schaden war nicht verheerend, ausser ein paar Verbrennungen an meinen Händen. WS: Übernachtest du während des Pikettdienstes zu Hause oder hier in der Umgebung? HB: Wenn wir im technischen Dienst Pikett haben, müssen wir so schnell wie möglich im Waidspital sein. Die Limite ist bei uns auf 30 Minuten gesetzt. Von zu Hause aus brauche ich etwa 20 Minuten. Ich kann also ruhig dort übernachten. Aline Kade, Kaufmännische Angestellte in Ausbildung

7 Nr. 5 September 2007 Waidsicht PERSONAL 7 Nephrologie und Dialyse: Dr. Gérald Keusch hat sie höchst erfolgreich geleitet Abschied von einem Arzt aus Berufung Dr. Gérald Keusch ist nach 15-jähriger Tätigkeit als Leiter unserer Abteilung für Nephrologie und Dialyse in Pension gegangen. Dr. Keusch hat vielen Nierenkranken den Weg durch ein oft beschwerliches Leben erleichtert. Als Leiter der Nephrologie hat Dr. Gérald Keusch die Altersgrenze erreicht, sein Tatendrang und die Freude am Beruf sind aber weiterhin ungebrochen. Die Pensionierung ist vollzogen, der Ruhestand hingegen wird so wie wir Gérald Keusch kennen auf unbestimmte Zeit verschoben. Dialysestation ausgebaut Dr. Gérald Keusch ist und bleibt Arzt aus Berufung mit grossem persönlichem Einsatz zum Wohl seiner Patientinnen und Patienten. Unbekümmert, ob jung oder alt, ob arm oder reich, ob angepasst oder widerspenstig, hat er in all den Jahren Kranke begleitet und ihnen mit seiner besonderen, einmaligen Art den Weg durch ein oft beschwerliches Leben erleichtert und Zuversicht vermittelt. Er hat am Waidspital die grösste Dialysestation des Kantons Zürich und eine der gröss - ten Dialysestationen der Schweiz ausgebaut und geleitet. Wir haben Gérald Keusch als vorbildlichen Mitarbeiter und Kollegen sehr geschätzt. Er ist ein Mensch, auf den man zählen kann, einer, der schweigt, wenn es nichts zu sagen gibt, der sich andererseits engagiert, kompetent und beharrlich einbringt, wenn er seine Meinung vertreten will. Seine herausragende Fachkompetenz machte ihn zu einem begehrten Berater weit über den Fachbereich der Nephrologie hinaus. Auch als Lehrer wird uns Gérald Keusch in bester Erinnerung bleiben. Mit Ausstrahlung und didaktischem Geschick verstand er es, Kolleginnen und Kollegen für sein Fachgebiet zu begeistern und ihnen eine ausgezeichnete Weiterbildung zu vermitteln. Die Weiterbildungsstellen seiner Abteilung waren sehr begehrt. Viele seiner ehemaligen Schülerinnen und Schüler bekleiden heute leitende Positionen an anderen Spitälern. Freude an der Arbeit Lieber Gérald, ich durfte dich vor 15 Jahren an dieser Stelle (Waidsicht Nr. 22, 1992) am Waidspital begrüssen und dir für die anspruchsvolle Aufgabe viel Erfolg und Befriedigung wünschen. Im Rückblick habe ich damals Wasser in den Rhein getragen. Der Erfolg deiner Arbeit war dir jederzeit gewiss. Dass du in der Arbeit Befriedigung findest, war in der Zusammenarbeit mit dir förmlich zu spüren. Die Freude an der Arbeit hat dich zu aussergewöhnlichen Leistungen befähigt. Ich danke dir im Namen aller Mitarbeitenden unseres Spitals herzlich und wünsche dir für die Zukunft alles Gute. Prof. Hugo Bühler, Chefarzt Medizinische Klinik Dr. Patrice Ambühl wird neuer Leiter der Nephrologie Es ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die Nachfolge von Dr. Gérald Keusch an - zutreten. PD Dr. Patrice Ambühl ist dieser He - rausforderung gewachsen. Sein Curriculum ist eindrücklich. Nach langjähriger Tätigkeit in Klinik und Forschung, in den vergangenen zehn Jahren als Oberarzt am Universitätsspital Zürich, ist er für die neuen Aufgaben bestens gerüstet. Er wird sich dafür einsetzen, dass die Nephrologie im Waidspital weiterhin auf hohem Niveau gepflegt wird. Durch seine Habilitation ist der Bezug zur universitären Medizin langfristig sicher gestellt. Wir wünschen Dr. Patrice Ambühl bei uns im Waidspital viel Freude und Erfolg und sind überzeugt, dass sein Ausscheiden infolge Pensionierung im Jahr 2027 ebenso zu Bedauern Anlass geben wird wie das Ausscheiden von Dr. Gérald Keusch anno Prof. Hugo Bühler DIE TREUEN Danke für die jahrelange Mitarbeit 10 DIENSTJAHRE Melanie Colombo, Dipl. Pflegefachfrau FA Notfall, Notfallstation, Spezialgebiete Pflege, am 30. September Dr. Tarzis Jung, Chefarzt des Instituts für Radiologie und Nuklearmedizin, Bereich Medizin, am 30. September Franziska Reiser, Dipl. Pflegefachfrau, Bettenstation EF2, Medizinische Klinik, am 31. August 15 DIENSTJAHRE Zarifa Alija-Dili, Pflegeassistentin mit FA, Bettenstation EF2, Medizinische Klinik, am 31. August Edith Jakober, Spitalangestellte, Bettenstation A3, Chirurgische Klinik, am 14. August Dr. Peter Koch, Leiter Zentrallabor, Bereich Medizin, am 30. September Bekim Maliqi, Chauffeur, Hauswirtschaft, Ökonomie, am 31. August Besim Zumeri, Leiter Sterilisationszentrale, Spezialgebiete Pflege, am 30. September 20 DIENSTJAHRE Uta Maria Blänkner, Bibliothekarin, Medizinische Klinik, am 14. August Isolde Keppler, Dipl. Pflegefachfrau, Nephrologie, Spezialgebiete Pflege, am 14. September 25 DIENSTJAHRE Gerhard Tak Kappes, Reformierter Pfarrer, am 16. August Elisabeth Mattle, Stv. Pflege - leiterin SL Bettenstation AB1, Chirurgische Klinik, am 29. September 30 DIENSTJAHRE Elisabeth Stucki, Pflegeassistentin mit FA, Betten station EFG4, Medizinische Klinik, am 14. September Wir danken den Mitarbei - terinnen und Mitarbeitern ganz herzlich für ihre Treue, die sie dem Waidspital durch ihr langjähriges En gagement beweisen. Wir werden ihre Mitarbeit und Loyalität mit einer Treue prämie im Jubiläumsmonat würdigen. Lehrabschlussprüfung bestanden In diesem Jahr haben wieder alle Lehrabgängerinnen und -abgänger des Stadtspitals Waid ihre Abschlussprüfung bestanden. Ganz herzliche Gratulation! Fachangestellte Gesundheit: Sibylle Gasser, Station AB2 Andrea Rauch, Station AB2 Goran Milovic, Station D2 Nadia Lemus, Station D2 Alessandra Marzano, Station EFG4 Nicole Theiler, Station EFG4 Alisa Pepic, Station EFG3 Camilla Göldi, Station EFG3 Biomedizinische Analytikerin: Eva Bugmann, Zentrallabor Viviane Schweizer, Zentrallabor Hauswirtschaftsmitarbeiterin mit Attest: Leonora Gashi, Hausdienst Informatiker: Dean Cavelti, Informatik Köchin/Koch: Sibylla Bianchi, Hauptküche Claudio Werlen, Hauptküche Küchenangestellte: Melanie Pfändler, Hauptküche Diätkoch (Zusatzlehre): Ueli Meier, Diätküche Die Kaufmännischen Angestellten in Ausbildung schliessen in den Jahren 2008, 2009 und 2010 ab. ROLAND BRÄNDLI Bekim Maliqi, Uta Maria Blänkner, Gerhard Tak Kappes und Besim Zumeri (v.l.n.r.) Peter Koch und Isolde Keppler IMPRESSUM Waidsicht Nr. 5/2007 September Personalzeitung des Stadt spitals Waid Herausgeberin Spitaldirektion Stadtspital Waid Redaktion REDAKTIONSAUSSCHUSS: Katja Rauch, Redaktorin, Karin Bögli, Leiterin Direktionsstab REDAKTIONSMITGLIEDER: Hans Peter Benz, Leiter Personaldienst, Roland Brändli, Spitalfotograf, Dr. Stefan Christen, Leitender Arzt Me d i zin, G. Tak Kappes, Spital seel sorger, Dr. Peter Koch, Leiter Zentrallabor, Verena Landmann, Pflegefachfrau Überwachungsstation, Dr. Patrick Sidler, Leitender Arzt Medizin, Steffi Wunderlin, Leiterin Spezialgebiete Pflege Mitarbeit an dieser Nummer Prof. Hugo Bühler, Nicole Doswald, Ursula Elfrich, Anita Eugster, Hermann Fischer, Lukas S. Furler, Dr. Christian Giambarba, Rolf Gilgen, Hans-Günther Hartmann, Aline Kade, Jean-Luc Nottaris, Colin Wälti, Beda Wirz Gestaltung bbdesign, Visuelle Kommunikation, Dietikon Druck Künzle Druck, Zürich Redaktionsadresse Waidsicht Tièchestrasse 99, 8037 Zürich Telefon Auflage: 2500 Exemplare

8 8 SCHAUPLATZ Waidsicht Nr. 5 September 2007 PERSOONLIJK Waid está haciendo algo! Qué gran agitación hubo en el hospital cuando, a finales de junio, un breve pero fuerte aguacero anegó la entrada principal, las salas de archivos, servidores y urgencias! El agua entró en numerosos lugares del edificio, lo que suscitó nuevamente el debate sobre el aumento de la frecuencia de los temporales. Lo cierto es que no se ha demostrado científicamente que esto esté relacionado con el cambio climático que se ha observado en nuestras latitudes. Sin embargo, en nuestro hospital seguimos muy preocupados por este asunto. No nos limitamos a hablar de hacer algo al respecto, porque, además de a nuestros/as pacientes, valoramos mucho el medio ambiente. Estamos convencidos de que los impactos negativos del cambio climático deben combatirse con la reducción de las emisiones de CO 2. Por ello, el hospital Waid celebró un acuerdo de objetivos en este sentido con las autoridades cantonales en septiembre de Asimismo, para poder alcanzar las cifras objetivo, procuramos utilizar en nuestras instalaciones energía producida de la forma más ecológica posible. En el año 2000, ya instalamos paneles solares en los pabellones orientados hacia el sur, los cuales ocupan en la actualidad una superficie de 988 metros cuadrados y generan cerca de kilovatios por hora anuales de electricidad solar que se almacenan en depósitos solares. Esta energía es suficiente para abastecer a casi cuarenta hogares del municipio. Desde el año pasado, somos abastecidos por la central eléctrica municipal (EWZ) únicamente con electricidad procedente de fuentes renovables que prácticamente no generan emisiones de CO 2, distinguida con la etiqueta denominada «naturemade». Esta etiqueta de calidad es otorgada por la Asociación de electricidad ecológica (VUE) y financiada por el Fondo Mundial de la Naturaleza, Pro Natura, el foro de consumidores, así como diversas empresas productoras y distribuidoras de energía y asociaciones de ecoelectricidad. Nuestra última decisión ha sido obtener un porcentaje determinado de los cerca de 3 gigavatios por hora de electricidad natural que necesitamos de la central eléctrica anualmente en forma de electricidad solar pura (un 1 %) y ecoelectricidad pura de energía hidráulica (un 4 %). De alcanzar estos objetivos, seremos gratificados con un bono de eficiencia, que, en nuestro caso, ascenderá a unos francos suizos. La mitad de esta suma la invertiremos en otras energías renovables. Estamos haciendo algo, pero todos debemos hacer todavía más. Rolf Gilgen, Director del hospital Dies ist die spanische Übersetzung des Persönlich von Seite 1. Kunst in der Cafeteria: Ein Sgraffito entsteht «Gedankengänge» Mireille Gros Kunstwerk «Gedankengänge» ging als Siegerprojekt aus einem Wettbewerb für die neue Cafeteria hervor. LESEN Alarm in Zürichs Stadtspital In Gerlinde Michels erstem Kriminalroman «Alarm in Zürichs Stadtspital» ist von allem Anfang an der Teufel los. Warum, verraten wir nicht. Sonst bringen wir Sie um den Genuss, diesen hinreissenden Krimi zu lesen. Nur so viel: Der Zürcher Polizeibeamte Felchlin wird gezwungen, während drei Tagen und meist auch Nächten an verschiedenen Schauplätzen so intensiv zu arbeiten und Spuren nachzugehen, dass er nachher gleich in den Urlaub muss. Und so viel zum einen Schauplatz: es ist nicht das Waidspital! Gerlinde Michels Erstling erlaubt keine Pause. Von Seite zu Seite steigt die Spannung. Und wenn verschiedene Handlungsstränge vielleicht dem einen oder anderen Kopfzerbrechen bereiten, diese Ausweitung des Geschehens dürfte jede Leserin, jeden Leser faszinieren. Es ist ein Freitag, 7. September 2007 ab Uhr Wir laden alle Mitar bei - ter innen und Mitarbeiter des Waidspitals ganz herzlich zur WAID- CHILBI ein. Freitagnachmittag. Mireille Gros kauert auf dem Boden der Baustelle. Vor ihr ein Laptop und ein Beamer, der ein Linienmuster an die rückwärtige Wand der neuen Cafeteria wirft. Die Künstlerin visualisiert das Projekt, das sie in den nächs ten Tagen in konzentrierter Arbeit realisieren wird. «Gedankengänge» soll das Sgraffito heissen. Mireille Gross wird es aus den verschiedenfarbigen Putzschichten der Wand heraus-«kratzen». Unterdessen ist Frank Schlunke, der Gipser, damit beschäftigt, die erste farbige Putzschicht gleichmässig auf die Wand aufzutragen. Er ist mit der Technik vertraut und hat mit Mireille Gros sehr sorgfältig den richtigen Farbton des Grundputzes herausgemischt, mit dem er nun die Wand überzieht. Die zweite, weisse Schicht wird nach einer gewissen Trocknungszeit folgen, dann wird die Künstlerin ans Werk gehen und ihren Entwurf umsetzen. Sie habe die spezielle Ausstrahlung des Ortes auf sich wirken lassen, den Innenraum mit den Pflanzen, die kühl und sauber wirkenden Glaswände im ganzen Eingangsbereich des Spitals, und dann gespürt, dass es einen komplementären Eindruck braucht um den Patienten und Besucherinnen des Spitals «Gedankengänge» zu ermöglichen, die in der Spitalerfahrung hilfreich, ermutigend, «heilend» sein können. Ein angenehm warmes Orange soll positive Gefühle und die korrespondierenden Gedanken auslösen und verstärken. Buch, das von Tempo, Subtilität, Einfühlungsvermögen und Können zeugt und wohl als Wurf bezeichnet werden darf. Die Stadtbernerin Gerlinde Michels lebt heute in Spiez und arbeitet als Redaktorin einer Fachzeitschrift. Mit Kurzgeschichten gewann sie mehrere Wettbewerbe, so auch den OpenNet Wettbewerb 2006 der Solothurner Literaturtage. Steffi Wunderlin Autorin: Gerlinde Michels Verlag: orte Erscheinungsjahr: 2006 ISBN Preis: Fr. 26. PROGRAMM PERSONALFEST Das grosse Personalfest, mit dem wir den vorläufigen Abschluss der Bau- und Sanierungsarbeiten feiern, wartet mit einem bunten Strauss an Speisen, Spielen und sonstigen Attraktionen auf. Verschiedene Teams aus Mitarbeitenden unseres Spitals scheuen keine Mühe um euch kulinarisch zu verwöhnen und um eure Lachmuskeln mit kreativen Spielen anzuregen. Die von Mitarbeitenden betreuten Stände sind von Gegensätze «Die Spitalerfahrung ist von Gegensätzen geprägt», sagt Mireille Gros. Diese Gegensätze sollen sich auch in der ästhetischen Empfindung manifestieren, die durch das «Ice Age» des Interieurs und die «Wärme» des Kunstwerkes erzeugt wird. So wird also schon im Eingangsbereich des Spitals beziehungsweise im Raum, wo sich Patientinnen und Besucher aufhalten und verweilen, den «Gedankengängen» eine bestimmte Richtung gewiesen. Am Sonntagvormittag treffe ich Mireille Gros wieder in der Cafeteria. Sie hat über das Wochenende viele Stunden bis spät in die Nacht «gekratzt». Eine anstrengende Arbeit, in die auch ihr Herzblut in Gestalt ihrer Sokrates holte durch geschicktes Fragen die im Lernenden schlummernden Erkenntnisse hervor. Diese Kunst wird als Mäeutik oder geistige «Hebammenkunst» bezeichnet. Was hat diese mit der Pflege zu tun? Der Pflegeberuf setzt weit mehr voraus als Hingabe, logischen Sachverstand und manuelles Geschick. Cora van der Kooij geht davon aus, dass Pflegende grösstenteils mit einem wenig definierten Bewusstsein pflegen und demnach viele verborgene Wissensschätze in ihnen schlummern. Pflege basiert ihrer Meinung nach auf dem individuellen Pflegetalent kombiniert mit Intuition und Erfahrung. Das von der Autorin entwickelte Betreuungsmodell will diese nicht oder bruchstückhaft bewussten Erfahrungsbereiche benennen und damit auch für andere nutzbar machen. Kern Das fertige kunstwerk und sein Entstehungsprozess. blutenden Finger floss. Jetzt sind die «Gedankengänge» schon sichtbar. Das Material muss noch trocknen. Mireille Gros ist erleichtert und hofft, dass ihre Botschaft ankommt. Der Prozess, wie dieses Kunstwerk entstanden ist, wird filmisch dokumentiert. So können sich die Betrachterinnen und Betrachter ein Bild von der angewandten Technik machen und finden damit vielleicht auch einen besseren Zugang zum Kunstwerk selber. G. Tak Kappes Ein Lächeln im Vorübergehen Erlebens - orientierte Altenpflege mit Hilfe der Mäeutik Ab 17 Uhr Beginn der WAID-CHILBI Ab 20 Uhr Abend programm mit Musik im Zelt, WAID-CHILBI- Stände bleiben teilweise geöffnet des Modells sind die Pflegebeziehungen zwischen Pflegenden und PatientInnen. Der Kontakt wird mit der «erlebensorientierten Pflege», der Mäeutik, hergestellt. Damit können Pflegende kreativ und kommunikativ verborgene Schätze in sich selbst und in ihren Patienten bergen. Das Modell wird mit Beispielen aus der Pflege demenzkranker Menschen verdeutlicht. Das, was den Pflegeberuf ausmacht und für uns oft schwer zu definieren ist, wird hier sichtbar gemacht. Ursula Elfrich Autorin: Cora van der Kooij Verlag: Hans Huber Erscheinungsjahr: 2007 ISBN: Preis: Fr bis Uhr geöffnet. Selbstverständlich sind viele weitere Essensstände und Chilbi- Attraktionen bis weit in den Abend hinein offen. Wer also nach einer anstrengenden Spätschicht bei guter Live-Musik noch seinen Hunger stillen will oder eine Sitzung mit einem professionellen Handleser wünscht, ist auch spätabends an der Waid- Chilbi am richtigen Ort. Karin Bögli für das OK

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