impuls Das Magazin des Fachbereichs Soziale Arbeit mit aktuellem Weiterbildungsprogramm September 2010

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1 Berner Fachhochschule Soziale Arbeit impuls Das Magazin des Fachbereichs Soziale Arbeit mit aktuellem Weiterbildungsprogramm September 2010 Im Fokus Jugend- und Familienhilfe ein dynamisches Feld Weiterbildung DAS-Studiengang Bewegungsbasierte Altersarbeit Drei Absolventinnen und ein Absolvent ziehen nach dem ersten Jahr Bilanz. Forschung Sozialbehörden im Kanton Bern Wie nehmen sie ihre Schlüsselrolle als strategisches Führungsorgan wahr? Mit dem vollständigen Weiterbildungsprogramm 2010/2011 auf 42 Seiten

2 +++ News und Infos +++ News und Infos +++ News und Infos Neue Mitarbeitende +++ Stefanie Becker Was ich mag: Jan Garbarek, Sommergewitter und Gummibärchen (vor allem die weissen) Was ich nicht mag: Meeresfrüchtesalat, kalte Füsse und Tierquäler Prof. Dr. Stefanie Becker ist seit dem 1. Mai 2010 als Dozentin in der Abteilung Angewandte Forschung und Entwicklung des Fachbereichs Soziale Arbeit tätig und für den Ausbau des Forschungsschwerpunkts «Alter, Alterspolitik und Generationenbeziehungen» verantwortlich. Sie studierte Psychologie und Gerontologie an der Universität Heidelberg und promovierte dort zum Thema «Altersstereotype» bis 2010 arbeitete sie als Projektverantwortliche am Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg an der Entwicklung eines Instruments zur Erfassung der Lebensqualität demenzkranker Menschen. Barbara Leuenberger Was ich mag: Spontaneität, italienisches Essen, Rotwein, Blues, Tiere, Bewegung Was ich nicht mag: Samstagnachmittag in der Stadt, überfüllte Busse, Launen, Geiz, Spinnen, Kleinkariertes Barbara Leuenberger arbeitet seit Anfang März 2010 als administrative Assistentin in den Kompetenzzentren Qualitätsmanagement sowie Mediation und Konfliktmanagement der Berner Fachhochschule. Sie ist zuständig für die Administration der Dienstleistungen und Weiterbildungsangebote. Zuvor war sie mehrere Jahre in der Administration der Abteilung Weiterbildung des Eidg. Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) tätig. Marcel Schmid Widmer Was ich mag: meine beiden Jungs und ihre Mutter, mit dem Velo durch die Landschaft fahren, mein niedergegartes Rindsfilet Was ich nicht mag: die Waschmaschine ausräumen, Skipisten und die entsprechenden Waldschneisen im Sommer Per Juli 2010 hat Marcel Schmid Widmer die Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bachelor Soziale Arbeit neu angetreten. Er studierte an der HWV in Luzern Betriebsökonomie und hat in den letzten zehn Jahren im operativen Bereich von Betrieben im Sozial- und Gesundheitswesen gearbeitet. Er leitete dort die Bereiche Finanzen, Administration und Informatik. Simon Sohre Was ich mag: Bretagne, Laub harken, Tage, die zum Lachen einladen, im Zelt sein bei Regen Was ich nicht mag: Vorurteile, Fertigessen, Hektik Prof. Simon Sohre ist seit Anfang August 2010 Dozent im Schwerpunkt «Theorien Sozialer Arbeit». Nach dem Studium der Sozialpädagogik an der Universität Lüneburg im Jahr 2007 arbeitete Sohre als wissenschaftlicher Mitarbeiter in zwei EU-Forschungsprojekten zum Thema «Ano nyme Unterbringung junger Gewaltopfer» und «International perspectives on parenting support» mit. Im Jahr 2008 erhielt er ein Promotionsstipendium: Er promoviert zum Thema «Die Macht der Hilfe Sozialpädagogik zwischen Biopolitik und Emanzipation». Marie-Tony Walpen Was ich mag: Bücher, Bauerngärten, Metaphern, offene Menschen Was ich nicht mag: Arroganz, Hektik am Morgen Prof. Marie-Tony Walpen wechselte am 1. Februar 2010 vom Bachelorstudiengang Soziale Arbeit in die Ab teilung Weiterbildung und Dienstleistungen. Als Do zentin und Projektleiterin ist sie verantwortlich für den Themenschwerpunkt Jugend- und Familienhilfe. Nach dem Studium in Pädagogik und Familienrecht an der Universität Freiburg i.ue. war sie von 1992 bis 2001 im interdisziplinären Team des Kantonalen Jugendamtes Bern für die Amtsbezirke Biel und Berner Jura tätig. Seit 2006 arbeitet sie freiberuflich als Supervisorin. +++ World Summit on Elder Mediation 2011 in Bern +++ Das 4. Internationale Symposium zum Thema «Elder Mediation» findet vom 9. bis 11. Mai 2011 in Bern statt. Diese von Pionierinnen und Pionieren aus Kanada und den USA mitgetragene Veranstaltung dient dem Erfahrungsaustausch und dem gemeinsamen Nachdenken von Fachleuten der Mediation und der Gerontologie und soll die Möglichkeiten der Mediation bei Fragen der Lebensgestaltung im Alter in der Öffentlichkeit bekannt machen. Weitere Infos auf Seite 60 oder unter +++ Tagung Praxisausbildung vom 5. Mai Über 50 Teilnehmende aus Praxis und Lehre verfolgten die spannenden Ausführungen von Prof. Marie-Tony Walpen zum Thema «Intuition mehr als ein Bauchgefühl», liessen sich auf überraschende Begegnungen ein und diskutierten angeregt im World Café über den reflektierten Umgang mit dem eigenen Erfahrungs- und Wissensschatz im Rahmen der Praxisausbildung. Beim anschliessenden Apéro zeigte sich: Das gewählte Thema fiel auf sehr fruchtbaren Boden und machte Lust auf mehr! +++ Alumni +++ Hinweise zu aktuellen und kommenden Veranstaltungen sowie Fotos und Unterlagen zu früheren Events finden Sie auf unserer Website Schauen Sie vorbei und werden Sie Mitglied! 2

3 Editorial Liebe Leserinnen und Leser Familie lässt niemanden unberührt. Wir erleben sie zuerst als Kind, später möglicherweise als Elternteil. Als Eltern tragen wir die Verantwortung für das Wohlergehen und die Förderung unserer Kinder. Familie kann glücken, sie kann aber auch scheitern. Situationen und Personen beeinflussen ihr Schicksal, Erfolg und Misserfolg haben viele Gründe. Familie ist eine private aber auch eine öffentliche Angelegenheit. Das öffentliche Interesse an der Familie ist durch ihren Beitrag zum Bestand der Gesellschaft bedingt. Der Staat sorgt unter anderem für den rechtlichen Rahmen der Familienschliessung und -auflösung im Ehesystem, für den materiellen Ausgleich zu Gunsten der Familien und er übernimmt Schutzfunktionen für die Kinder. Familienpolitik ist ein Querschnittthema, zu welchem jeder staatliche Aufgabenbereich von Erziehung, Fürsorge, Gesundheit bis zu den Finanzen seinen Beitrag leisten kann. Die Familien- und Jugendhilfe ist als Schwerpunktthema in fast allen Rubriken dieser impuls-ausgabe präsent. Damit setzen wir ein doppeltes Zeichen: Familien- und Jugendhilfe gehört zum Kernauftrag der Sozialen Arbeit. Wir diskutieren über ihre Bedeutung und leuchten die Vielfalt ihrer Aktivitäten aus. Gleichzeitig zeugt diese impuls-ausgabe davon, dass der Fachbereich Soziale Arbeit seine Kompetenzen in der Familien- und Jugendhilfe verstärkt bündelt und involvierte Personen und Organisationen mit Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie Forschung, Entwicklung und Dienstleistungen unterstützt. Wir hoffen, damit in einen verstärkten Dialog mit der Praxis der Familien- und Jugendhilfe einzutreten. Prof. Dr. Martin Wild-Näf Abteilungsleiter Weiterbildung und Dienstleistungen inhalt IM FOKUS 4 Jugend- und Familienhilfe ein dynamisches Feld Fachbereich 7 Wachsen und Zusammenwachsen Bilanz über die bisherige strategische Entwicklung des Fachbereichs Soziale Arbeit 10 Impulsveranstaltung: Anreizmodelle in der Sozialhilfefinanzierung 12 Transnationale Netzwerke in der Sozialen Arbeit 1. Folge der drei tei ligen Artikel-Serie 14 Soziale Arbeit ist: Gastbeitrag von Regula Mader, ehemalige Regierungsstatthalterin von Bern Weiterbildung 15 Jugend- und Familienhilfe: Integration statt Konkurrenz Innovative Ansätze dürfen kombiniert werden 16 Mehr Chancengerechtigkeit durch Frühförderung 17 Defizite im Vollzug: Zivilrechtlicher Kindesschutz als fachliche Herausforderung 18 «Auch zur eigenen Bewegung haben wir einen völlig neuen Zugang gewonnen» Interview mit Absolvierenden des DAS-Studiengangs Bewegungsbasierte Altersarbeit 20 Führung von personenzentrierten Dienstleistungsbetrieben: «Harte» und «weiche» Managementfaktoren in der Balance DIENSTLEISTUNGEN 21 Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind grosszuziehen 22 Einer für alle: Neuer Leitfaden Kindesschutz hilft Beteiligten und Betroffenen Forschung 24 Sozialbehörden im Kanton Bern Studium 27 Jugend eine Begriffsbestimmung aus historischer Perspektive 28 Von der Kooperation inspiriert: Der Sammelband «Soziale Arbeit in der Schweiz» erscheint Weiterbildung 29 Weiterbildungsprogramm 2010/2011 Unsere Angebote sind nach Modell F zertifiziert (Vereinbarkeit Studium mit Berufstätigkeit und Betreuungspflichten) Impressum Herausgeberin: Berner Fachhochschule BFH, Fachbereich Soziale Arbeit Erscheinungsweise: 3-mal jährlich Auflage: Exp. Redaktionsteam: Brigitte Pfister, Martin Wild-Näf, Sarah Neukomm, Andrea Küng, Denise Sidler Fotos: Marius Schären, Alexander Jaquemet, Rolf Siegenthaler und weitere Gestaltung: Studio Longatti, Biel Druck: W. Gassmann AG, Biel Copyright: Texte und Bilder sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Redaktion. ISSN

4 IM FOKUS Jugend- und Familienhilfe ein dynamisches Feld Jugend- und Familienhilfe orientiert sich neben Förderung und Schutz zunehmend auch am Leitmotiv der Mitwirkung. Partnerschaftliche Grundsätze erfordern ein entsprechendes Rollenverständnis der Fachpersonen und: Sie spiegeln sich auch in Arbeitsprinzipien und Arbeitsformen der Jugend- und Familienhilfe wider. Prof. Marie-Tony Walpen Dozentin Jugend- und Familienhilfe umfasst ein vielfältiges Angebot an Förderung, Unterstützung und sozialpädagogischen Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Familien. Zu den Handlungsfeldern gehören Kinder- und Jugendarbeit, Kindertagesbetreuung, Erziehungsberatung, Elternbildung und Frühförderung sowie ambulante und stationäre Erziehungshilfen. Eine gesetzliche Grundlage, die eine umfassende Jugend- und Familienhilfe genauer definieren würde, existiert in der Schweiz aber nicht. In Deutschland hingegen versteht sich ein umfassendes Kinder- und Jugendhilfegesetz als Dienstleistungsgesetz mit definierten Leistungsbereichen. Diese garantieren ein allgemeines Recht auf Förderung und Unterstützung der Entwicklung, Erziehung und Bildung aller Kinder und Jugendlichen. Gleichzeitig nehmen die verantwortlichen Behörden einen Schutzauftrag wahr. Jugend- und Familienhilfe in der Schweiz setzt zwar diesen Dienstleistungscharakter nicht flächendeckend durch, in Artikel 317 ZGB wird den Kantonen aber immerhin der Auftrag erteilt, eine zweckmässige Zusammenarbeit der Behörden und Fachstellen auf dem Gebiet des zivilrechtlichen Kindesschutzes, des Jugendstrafrechts und der übrigen Jugendhilfe zu sichern. In der Kinder- und Jugendarbeit wurde ein Eidgenössisches Bundesgesetz zur Förderung der ausserschulischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entworfen. Der Bundesrat verabschiedete 2008 ausserdem eine «Strategie für eine schweizerische Kinderund Jugendpolitik», die unter den Leitmotiven des Schutzes, der Förderung und der Mitwirkung steht. Das Leitmotiv der Mitwirkung setzt neue Standards für die gesamte Jugend- und Familienhilfe. Denn «Mitwirkung» impliziert partnerschaftliche Grundsätze zwischen betroffenen Kindern, 4

5 Jugendlichen und deren Familien sowie Fachpersonen. Das Leitmotiv der Mitwirkung zeigt sich in einer befähigenden Haltung und in entsprechenden Arbeitsprinzipien der Fachpersonen. Die Berner Fachhochschule ist dabei, in enger Zusammenarbeit mit der Praxis innovative und geeignete Fachkonzepte und Methoden in diesem Sinne weiterzuentwickeln und umzusetzen. «Mitwirkung» in der präventiven Jugend- und Familienhilfe Ein Handlungsfeld der Jugend- und Familienhilfe mit präventivem Charakter ist die Elternbildung. Eltern sind heute quer durch alle sozialen Schichten in ihrer Erziehungsarbeit gefordert und nicht selten verunsichert oder überfordert. Familien werden mit Herausforderungen konfrontiert, die mit gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen zusammenhängen und nur begrenzt durch die einzelnen Familien beeinflusst werden können. Gleichzeitig erwartet die Öffentlichkeit eine hohe Erziehungsleistung. Die Nicht-Erfüllung der Erwartungen, die an die Familie als (idealerweise intakte) erste Sozialisationsinstanz gerichtet werden, sowie die Unerreichbarkeit der eigenen und öffentlichen Ansprüche werden als persönliches Scheitern der Eltern gesehen. Dies kann zu Überforderung, Frustration und gegenseitigen Schuldzuweisungen führen nicht nur zwischen den beiden Elternteilen, sondern auch zwischen Eltern und Schule. Was kann nun «Mitwirkung» bei der Förderung von Erziehungskompetenzen bedeuten? Beratungs- und Elternbildungsangebote werden heute von bildungsnahen Eltern gern und relativ häufig besucht. Hilfsangebote, die eine Eigeninitiative oder Eigenaktivität von Familien voraussetzen, sprechen jedoch nur einen begrenzten Kreis von Familien an. Bei der Erstellung von Konzepten für Beratung und Bildungsprozesse müssen allfäl lige Zielgruppen mitwirken, damit tatsäch liche Bedürfnisse aufgenommen und Barrieren gegenüber Förderungsangeboten abgebaut werden können. Solche Barrieren sind beispielsweise ein unterschiedliches kulturelles und soziales Verständnis von Familie oder von Geschlechterrollen, eine zurückhaltende Darlegung von familiären Problemen ausserhalb der Familie oder Verwandtschaft, unterschiedliche Haltungen gegenüber Erziehungs fragen oder auch sprachliche nicht nur fremdsprachliche Hindernisse. Hier sind neue, an der Lebenswelt der Betroffenen orientierte Angebote gefragt, damit alle Eltern ihre Erziehungsaufgaben gegenüber ihren Kindern kompetent wahrnehmen und sie in Krisen entwicklungsfördernd begleiten können. «Mitwirkung» im Kindesschutz Die Orientierung am Leitmotiv der Mitwirkung und die Wahrung einer befähigenden Haltung erleben Fachpersonen oft dann als anspruchsvoll oder stellen sie gar in Frage, wenn bei Gefährdung des Kindeswohls zwischen ihrer Fremddeutung und der Selbstdeutung der Betroffenen eine Diskrepanz besteht. Hier klaffen der Schutzgedanke der Fachpersonen und die Selbstwahrnehmung der Betroffenen öfters auseinander. Es besteht dann das Risiko, dass konkrete Situationen bereits ausschliesslich durch den Filter der Massnahmen des zivilrechtlichen Kindesschutzes überprüft werden. Gerade in diesen Situationen sind die Prinzipien des Kindesschutzes Subsidiarität und Verhältnismässigkeit konsequent abzuwägen und so weit als möglich unter Mitwirkung der Betroffenen umzusetzen. Diesen Anspruch einzulösen erfordert Fachwissen, Können, eine klare Haltung, zeitliche Ressourcen sowie genügend geeignete An gebote an Unterstützung und an flexiblen Erziehungshilfen. Drei Dimensionen eines zeitgemässen Kindesschutzes Für die Gefährdung und Verletzung des Kindeswohls können folgende Faktoren problemverschärfend wirken: Beziehungs- und Kommunikationsstörungen zwischen Familienmitgliedern subjektiv belastende Lebensumstände wie Armut oder prekäre Wohnverhältnisse das Fehlen von eigenen verfügbaren Ressourcen und Kompetenzen zur Bewältigung von äusseren Belastungen fehlende soziale Ressourcen wie familiäre oder nachbarschaftliche Netzwerke, gut erreichbare Unterstützungsangebote, etc. Ausgehend von diesen Faktoren können drei Dimensionen eines zeitgemässen Kin desschutzes formuliert werden: 1. Sozialpolitische Rahmenbedingungen Ursachen von Kindeswohlgefährdung und Gewalt gegen Kinder liegen nicht nur im individuellen Verhalten, sondern auch in gesellschaftlichen Verhältnissen. Armut oder Arbeitslosigkeit beispielsweise können sukzessive das Familienklima, die Qualität der Partnerschaft, das Erziehungsverhalten der Eltern, ihre psychosoziale Belastbarkeit und ihre elterliche Präsenz verändern. Die Auswirkungen von Armut schlagen sich in der Folge oft auf die Kinder nieder und stellen ein erhebliches Gefährdungspotenzial dar. In der ersten «World Vision»-Studie haben achtbis zehnjährige Kinder in Deutschland weniger die berufsbedingte Abwesenheit ihrer Eltern als belastend bezeichnet, sondern die Arbeits- und Erwerbslosigkeit der (anwesenden) Eltern. Sozial verursachte Problemlagen dürfen folglich nicht nur als individuelle Problemsituationen innerhalb der Familie verstanden werden. Wie bei gemeindeorientierter Sucht- oder Gewaltprävention müssen ökonomische, soziokulturelle und psychosoziale Rahmenbedingungen zum Schutz der Kinder und deren Familien bereits in der kommunalen Sozialpolitik verankert werden und damit wiederum die kantonale und nationale Kinder- und Jugendpolitik abbilden. Diese wiederum muss in individuellen Situationen zum Tragen kommen. 5

6 IM FOKUS 2. Professionelle Hilfe Kindesschutz erfordert professionelle Unterstützung und Hilfe. Zur Professionalität gehört neben unabdingbarem Fachwissen auch ein verstehender Zugang zu unterschiedlichen Lebenslagen von Kindern, Jugendlichen und Familien. Sie setzt weiter das Wissen voraus, dass Förderung, Unterstützung oder das Entwickeln eines tragfähigen Beziehungsangebots die Spirale innerfamiliärer Gewalt nachhaltiger durchbrechen kann als Gegengewalt in Form von verschärften Kontrollen, Strafen oder Zwangsinterventionen. Dies zeigt sich auch darin, dass Fachpersonen wie Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter nicht (nur) massnahmenorientiert an eine Gefährdungssituation herangehen. Es bedarf hoher Kompetenz, Gefährdungsmomente richtig einzuschätzen und dabei das Wohl des Kindes und die oben erwähnten Prinzipien des zivilrechtlichen Kindesschutzes konsequent, kreativ und unter Mitwirkung der Betroffenen umzusetzen. Eine Orientierung an diesen Prinzipien zeigt sich auch in einer befähigenden Haltung gegenüber den Betroffenen und in der adäquaten Ausschöpfung der ganzen Palette an Unterstützungsmöglichkeiten bis hin zu Massnahmen wie beispielsweise stationäre Erziehungshilfen zur Entschärfung von Krisen. Zur professionellen Hilfe gehören bei Bedarf auch fachlich fundierte Kriseninterventionsstrategien, um danach Beratungs- und Hilfsangebote für eine Familie überhaupt erst zugänglich zu machen. Geeignete Diagnoseinstrumente erlauben eine Einschätzung einer Gefährdungssituation und bleiben gleichzeitig prozessorientiert. Im Idealfall wenden die Betroffenen Diagnoseinstrumente auch selber an. Erst profunde Kenntnis der rechtlichen Grundlagen und des Kindesschutzverfahrens ermöglichen eine kreative und vielfältige Ausgestaltung des Schutzauftrags innerhalb des rechtlichen Rahmens. Arbeitsprinzipien wie die befähigende Haltung oder emanzipatorische Grundsätze sind mit der Kenntnisnahme einer Methode noch nicht automatisch gegeben. Es braucht eine vertiefte Auseinandersetzung und Reflexionsgefässe, um entsprechende Haltungen in der Alltagsarbeit zu verinner lichen. Der neu konzipierte CAS Kindesschutz richtet sich inhaltlich nach dem eben dargelegten Verständnis von professioneller Hilfe (vgl. Kasten). mische Motive als auch fachliche Argumente. In Deutschland, Österreich und seit kurzem auch in der Schweiz sind Städte und Gemeinden daran, Erziehungshilfen sozialräumlich und flexibel zu gestalten. Das Fachkonzept der Sozialraumorientierung setzt beispielsweise bei der unmittelbaren Lebenswelt von Kindern und deren Fami lien an und geht vom Willen und Bedarf der Betroffenen aus. Schutz von Kindern und Jugend lichen kann auch bedeuten, Selbsthilfe von Betroffenen untereinander, in der Nachbarschaft oder im Quartier, zu unterstützen. Bei der Initiative von Sozialarbeitenden zum Aufbau sozialer Netz werke, Unterstützungs- und Entlastungssysteme ist es wichtig, dass die Betroffenen diese selbst organisieren und verwalten können. Das Verfahren der Familien-Netzwerk-Konferenz, auch bekannt als Family Group Conference oder Verwandtschaftsrat, mutet beispielsweise den Familien in belastenden Lebenslagen zu, gemeinsam mit wichtigen Menschen aus ihrem Umfeld Unterstützungsmöglichkeiten selber zu entwickeln und die Verantwortung für deren Umsetzung und Überprüfung zu übernehmen (vgl. auch Seite 15). Ausgebildete Koordinatorinnen und Ko ordinatoren sind für die Auftragsklärung gegenüber den Entscheidinstanzen und deren Mandats trägerinnen und -träger zuständig. Eine befähigende Haltung unter dem Leitmotiv der Mit wirkung bringt Änderungen im Rollenverständnis der Fachpersonen mit sich. Sozialarbeitende beispielsweise werden dadurch nicht überflüssig, sie sind jedoch anders gefordert. CAS Kindesschutz Professionelle Hilfe für Kinder, Jugend liche und ihre Familien in schwierigen Lebenslagen Der Fachbereich Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule baut seine qualifizierenden Weiterbildungsangebote im Bereich Jugend- und Familienhilfe aus und bietet neu einen CAS-Studiengang Kindesschutz an: Bei Gefährdung oder Verletzung des Kindeswohls klaffen Ihre Wahrnehmungen als Fachperson und die Selbstdeutung von Betroffenen oft auseinander. Sie wünschen sich einen sorgfältigen Umgang mit Gefährdungsmomenten und bei Risikoeinschätzungen. Dabei suchen Sie Lösungen im Hinblick auf das Wohl und die Sicherheit von betroffenen Kindern und Jugendlichen in Kooperation mit der Familie, dem sozialen Umfeld und mit anderen Fachstellen. Professionelle Hilfe zeigt sich für Sie in einer befähigenden Haltung und in einer kreativen Nutzung von Unterstützungs- und Interventionsmöglichkeiten. Sie streben profunde Kenntnis der rechtlichen Grund lagen und des Kindesschutzverfahrens an. Der CAS Kindesschutz vermittelt interdisziplinäres Fach- und Methodenwissen und ermöglicht die Reflexion von eigenen Haltungen und Arbeitsprinzipien. Den Themen Kindesschutz im Säuglings- und Kleinkindalter, Krisenintervention in Familien und aktivierende Familienarbeit wird besondere Beachtung geschenkt. : August 2011 bis Juli 2012 Informationen und Anmeldung Nähere Angaben ab Seite 42 und unter 3. Orientierung an der unmittelbaren Lebenswelt von Kindern und ihren Familien Auch in der Jugend- und Familienhilfe gewinnt Gemeinwesenarbeit wieder an Terrain. Grund dafür sind sowohl ökono 6

7 Fachbereich Wachsen und Zusammenwachsen Die Spardiskussionen seit der Finanzkrise könnten auch ihr Gutes haben: Sie lenken unser Augenmerk ganz unerbittlich auf die qualitativen Wachstumspotenziale. Das ist auch Anlass für eine Bilanz über die bisherige strategische Entwicklung des Fachbereichs Soziale Arbeit. Prof. Johannes Schleicher Leiter Fachbereich Soziale Arbeit Die Fachhochschulen wurden in der Schweiz im Laufe der 90er-Jahre aus den Höheren Fachschulen heraus entwickelt. Dies geschah zum einen, damit unsere Absolventinnen und Absolventen international nicht den Anschluss verlieren, zum anderen aber auch, weil man sich bewusst war, dass die schweizerische Berufsbildung eine im internationalen Vergleich sehr hohe Qualität hat: Man wollte sie mit einer Anschlussmöglichkeit an die akademische Welt der Professionen und Disziplinen krönen, ganz nach dem Motto «kein Abschluss ohne Anschluss». Erst damit erhielte die in der Schweiz traditionell sehr niedrige Maturandinnenquote einen tieferen Sinn, die latente Segregation zwischen Akademikerinnen und Nichtakademikern liesse sich abfedern, ohne dass man Gefahr liefe, sich einen Akademikerüberschuss einzuhandeln, wie er andernorts Probleme macht. In diesem Sinne war die Schaffung der Fachhochschulen nicht nur ein bildungs-, sondern auch ein sozialpolitisch schlaues Programm. Das erklärt auch die breite Unterstützung, die es genoss. Politik wird in der Schweiz nicht von Akademikern gemacht und so war unbestritten, dass Fachhochschulen Teil der Berufsbildung sein sollten. Hochschulen zwar, aber nur nicht zu akademisch. Entwicklung der Profession! Entwicklung zur Disziplin? Zentrales Wesensmerkmal einer Hochschule ist die Verbindung von Lehre und Forschung. Im Gegensatz zu einer Fachschule, die auf eine Berufstätigkeit vorbereitet, soll an einer Hochschule neben der Lehre auch geforscht werden. Dies, damit die Lehre immer auf dem neuesten Stand der Wissenschaft bleibt, und vor allem auch, weil sie etwas über Forschungstätigkeit selbst vermitteln soll, das heisst über die Gewinnung von Wissen nach den Methoden und Regeln der Wissenschaft. Der Beruf wird zur Profession, indem den Berufstätigen selbst auch die ständige und 7

8 Fachbereich eigenständige Weiterentwicklung des kollektiven Wissens und Könnens überantwortet wird. Auch dazu müssen die Studierenden befähigt werden. Auf der anderen Seite soll der Forschung aber auch auferlegt werden, ihre Erkenntnisse in der Lehre laufend auf ihre Plausibilität und Vermittelbarkeit hin zu überprüfen. Es schärft unsere Gedanken, wenn wir sie einem Publikum vorzutragen gezwungen sind. Dieses dialektische Ineinandergreifen von Forschung und Lehre zeichnet seit Jahrhunderten Hochschulen aus. Es ist der Motor der Professionsentwicklung. Ob Fachhochschulen «Disziplinen» zu entwickeln haben, ist aber noch umstritten, und in diesem Sinne ist man sich auch nicht einig darüber, wie «akademisch» sie sein sollen. Was die Soziale Arbeit angeht, ist immerhin zu sagen, dass sie in der Schweiz fast ausschliesslich an Fachhochschulen gelehrt und entwickelt wird. Damit kommt den Schweizer Fachhochschulen eine besondere Verantwortung zu für eine effiziente und effektive, von Sachverstand und Augenmass geprägte Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit, und damit des Sozialwesens und des Sozialstaates überhaupt. Die Erweiterung des Leistungsauftrags Die Beurteilung der Rolle einer Fachhochschule hängt deshalb für den Bereich der Sozialen Arbeit stark davon ab, was für ein Verständnis man von Sozialer Arbeit hat. Wer der Meinung ist, sie sei an der Fachhochschule am richtigen Ort und dennoch eine in ihrer Komplexität mit anderen Disziplinen vergleichbare Materie, der müsste eigentlich dafür einstehen, dass man letztlich ein Studium der Sozialen Arbeit auch mit einem Doktorat sollte abschliessen können. Aber so weit sind wir hier noch nicht. Fachhochschulen wurden als krönender Teil der Berufsbildung konzipiert. Ihr Kernauftrag ist die Lehre geblieben. Über diesen Kernauftrag hinaus wurde ihnen der sogenannte «erweiterte Leistungsauftrag» erteilt: angewandte Forschung, Weiterbildung, Dienstleistung. Erst hiermit werden sie zu Hochschulen im oben genannten Sinne und sind als solche beispielsweise in der Lage, einen Masterstudiengang anzubieten, der diesen Namen verdient. Denn das setzt in besonders hohem Masse eigene Forschungstätigkeit voraus. Man bescheinigt den Berufsleuten der Sozialen Arbeit eine hohe Weiterbildungsfreudigkeit. Deshalb war dieser Teil des erweiterten Leistungsauftrags schon vor der Entwicklung zu Fachhochschulen bei uns relativ stark ausgeprägt. Schon die Höheren Fachschulen für Sozialarbeit und Sozialpädagogik hatten erkannt, dass sich hier ein Markt eröffnet ein Feld für Unternehmergeist, auch ohne viele Subventionen. In der Forschung taten wir uns schwerer, weil uns ehrgeizige Rahmenbedingungen gesetzt wurden hinsichtlich der Eigenfinanzierung. Sozialforschung ist unternehmerisch gesehen ein hartes Geschäft. Interesse an sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und Entwicklungen hat in erster Linie die öffentliche Hand, und die ist bekanntlich den Zyklen und Launen der Politik ausgesetzt. Wo ein eher naturwüchsiges Verständnis sozialstaatlicher Solidarität dominiert, da ist die Bereitschaft gering, Steuergelder in die Erarbeitung der wissenschaftlichen Grundlagen einer fortschreitenden Professionalisierung des Sozialwesens zu investieren. Für unsere Kolleginnen und Kollegen aus der Technik mag das anders sein: Technische Innovation mit Aussicht auf wirtschaftlichen Erfolg setzt Forschung und Entwicklung voraus. In einer kleinräumig strukturierten Wirtschaft wie der schweizerischen ist der Zugang zu lokalen, hochinnovativen KMUs für findige Ingenieure vermutlich niederschwelliger. Enge Zusammenarbeit mit der Praxis früher wie heute Die Vorläufer des Fachbereichs Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule haben sich als rechtlich zwar private, im Wesentlichen aber vom Kanton Bern getragene Schulen allesamt einer sehr pragmatischen Politik befleissigt. Sie lehnten sich, in jahrzehntelanger, enger Zusammenarbeit mit etlichen Gemeinden und insbesondere mit der Fürsorgedirektion des Kantons Bern, stark an deren sozialpolitische Zielsetzungen an. Und die bezogen sich, unter zumeist sozialdemokratischer Ägide, stark auf den zentralen Bereich der Sozialhilfe und der Vormundschaft, auf das also, was man damals gemeinhin als «gesetzliche Sozialarbeit» bezeichnete. Im Bereich der Sozialhilfe damals «öffentliche Fürsorge» nahm der Kanton Bern sozialpolitisch eine schweizweit führende Rolle ein: Polyvalenz, Lastenausgleich, verfassungsrechtliche Absicherung, Professionalisierung, Regionalisierung, um nur ein paar Stichworte zu nennen. Und es gelang der damaligen «Berner Soz», hierbei eine fachlich und politisch unterstützende Rolle zu übernehmen. Wir leisteten und leisten weiterhin Grundlagenarbeit und halfen mit Konzeptarbeit und Schulung bei der Erarbeitung, Umsetzung und Evaluation gesetzlicher Neuerungen, wir setzten hier und da auch fachlich und rechtlich anerkannte Standards. Wir halten bis heute über unsere Weiterbildungs- und Dienstleistungsangebote engen Kontakt mit denjenigen, die um die praktische Umsetzung besorgt sind. Es ist dadurch auch dafür gesorgt, dass unsere Absolventinnen und Absolventen auf dem Arbeitsmarkt keine Schwierigkeiten haben. Sie geniessen bei den Gemeinden einen guten Ruf, sie werden von uns offenbar vergleichsweise erfolgreich «berufsbefähigt». Die enge Partnerschaft mit den das re gi onale Sozialwesen tragenden Behörden prägte unser Profil. Wir pflegten lange unser Bild als «Schule für Sozialarbeit», sozialpädagogische und soziokulturelle Arbeitsweisen etwa wurden in Verkennung übrigens ihrer praktischen Bedeutung auch in ambulanten Bereichen lange nur als Wahlfächer angeboten. Soziale Einzelhilfe spielte in den Ausbildungsplänen eine ganz zentrale Rolle und die internen Entscheidungsträger hatten einen engen Bezug zu den traditionellen, zentra 8

9 len Berufsfeldern eine klare Orientierung. Dass Soziale Arbeit gerade unter diesem Regime stark an Anerkennung und Status gewann (misst man etwa am Lohn), dass die Professionalisierung der Dienste auch in der Provinz vorwärts kam, gerade unter einer engen und pragmatischen Orientierung an Bedürfnissen und Bereitschaften der Politik das mag eine Ironie der Geschichte sein. Aber was gibt es Glaubhafteres, wenn es darum geht, sich Unentbehrlichkeit und damit Ansehen zu erarbeiten, als der enge Kontakt zur Nachfrage? Aus der jüngeren Vergangenheit Der Auftrag, Forschung zu betreiben: Wir begrüssten ihn, aber er stellte uns zugleich vor grosse und anhaltende Herausforderungen. Wir mussten rasch konkurrenzfähig sein und dafür reichte die kantonale Verwaltung als Auftraggeberin nicht auch wenn sie zugleich unsere Trägerschaft übernahm. Wir entwickelten eine Doppelstrategie: Profilierung, das heisst, Themenverzicht im erweiterten Leistungsauftrag, Konzentration auf wenige Gebiete, in denen zügig Kompetenz aufgebaut werden könnte, aber Verbreiterung des Kompetenzprofils im Bachelor hin zu einem übergreifenden Verständnis: Sozialarbeit, Sozialpädagogik, soziokulturelle Animation unter dem Titel «Soziale Arbeit». Und zugleich entwickelten wir Kompetenzzentren in interdisziplinären Themenbereichen, aus unternehmerischer Sicht Erfolgspositionen, die uns ein wenig finanzielle Unabhängigkeit verschafften: Mediation, Gerontologie, Qualitätsmanagement und Case Management, oft in Kooperation mit ausserkantonalen oder ausländischen Hochschulen (Luzern, Freiburg), oder mit anderen Fachbereichen (Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit). So kamen wir mehr als gut über die Runden. Viele Modeströmungen liessen wir aus, setzten Bologna mit Gelassenheit und Pragmatismus um und pflegten als Wiedererkennungsmerkmal einen leisen Hang zum Traditionalismus. Wir setzten auch gegenüber unseren Stakeholdern auf Verlässlichkeit. Wir stehen zu einer stark selektiven Eignungsprüfung als Voraussetzung der Zulassung. Wiedereinsteigerinnen sind und bleiben ein Prototyp unserer Studierenden, wir richten unsere Strukturen soweit möglich auf ihre Lebensumstände aus und nehmen hin, dass das Studium für sie zeitweise eher ein Nebenschauplatz ist. Wir treiben Erwachsenenbildung. Sozialhilfe bleibt im Fokus unseres fachlichen Interesses, auch wenn es in der Sozialen Arbeit inzwischen Felder gibt, in denen professionelles Handeln und fachliche Autonomie weit besser gepflegt werden können. Mit einem soliden Leistungsausweis konnten wir in einer Position der relativen Stärke in die Auseinandersetzungen um unsere Kantonalisierung eintreten. Das hat sich auf die Durchsetzung unserer Interessen positiv ausgewirkt, auch wenn wir nicht aus jeder Aus einandersetzung als Gewinner hervorgegangen sind. Dennoch hat diese Politik ihren Preis. Die auftragsgetreu starke Betonung des Praxisbezugs unseres Bachelor-Studiengangs, die Skepsis gegenüber denen, die für die Soziale Arbeit das Zeitalter der ultimativen Akademisierung anbrechen sehen das mag uns zumindest im «Feld» Glaubwürdigkeit eingebracht haben. Es hat aber dazu geführt, dass Lehre und Forschung in der Aufbauphase sehr getrennt entwickelt werden mussten oder sich sogar auseinander entwickelten. Die Spezialistinnen, die wir in der Forschung für wenige, definierte Themen brauchen, sind kaum einmal dieselben wie die Dozierenden, die nur vor dem Hintergrund ausgewiesener Praxiserfahrung glaubwürdig auf die Berufstätigkeit vorbereiten können. Als Fachhochschule haben wir nah an der Berufspraxis zu bleiben als Hochschule in einem kompetitiven Umfeld haben wir Forschungsergebnisse auf qualitativ einwandfreiem Niveau zu Marktpreisen zu erbringen. Dieser Widerspruch setzte der Integration von Lehre und Forschung und damit unserer Entwicklung zur Hochschule Grenzen, die wir während des Aufbaus hinzunehmen hatten. in die nahe Zukunft Mit unserer Konsolidierung nach Jahren des Aufbaus ist die Zeit gekommen, eine neue Entwicklungsphase einzuleiten. Unsere Studierenden und unsere Kundinnen und Kunden sollen nur an der Qualität unserer Arbeit erkennen, dass wir intern richtig organisiert sind. Die Lehre lebt davon, dass die Dozierenden nah an den in Praxis und Theorie aktuellen Fragestellungen sind; in Dienstleistungs- und Forschungsangeboten entwickeln sie selbst diese Fragestellungen im Rahmen ihres jeweiligen Kompetenzprofils weiter. Nur so bleiben wir am Ball, was die Entwicklung der Profession und allenfalls der Disziplin betrifft. Ein Vorbild haben wir hierfür: unseren Masterstudiengang. Der Berner Beitrag zu unserem Kooperationsmaster wird von Dozierenden aus allen Leistungsbereichen zu etwa gleichen Teilen bestritten. Der Ansatz ist anspruchsvoll, aber die Qualität unseres Angebots wird dieser Konzeption Recht geben: Im Master wird «studiert». Die Führung des Fachbereichs trifft sich nun viermal im Jahr zu ganztägigen Klausuren. Es geht um mehr als um Zusammenarbeit und um mehr als den hydraulischen Transfer von Wissen; es geht um die Entwicklung und Umsetzung einer integrierten Sicht auf die Soziale Arbeit als Profession, ihren gesellschaftlichen Auftrag und ihre Weiterentwicklung. Eine Weiterentwicklung, die nur dann gelingt, wenn die Grundlage der Profession, das Wissen, nicht in den einen Köpfen generiert und dann in andere Köpfe transferiert werden muss, sondern wenn es in zyklisch und interaktiv verlaufenden Lehr- und Lernprozessen geschöpft und angeeignet, ausprobiert, kritisiert, umgeformt, angewandt und weiterentwickelt wird. An diesen Prozess gilt es den Anschluss auch im Kanton Bern nicht zu verpassen. Wenn wir die Integration unserer Aktivitäten schaffen, dann wird unsere interne Aufgliederung nach Abteilungen so nebensächlich, dass wir sie gar nicht erst abzuschaffen brauchen. Unsere Kolleginnen und Kollegen in den anderen Kantonen haben dies zum Teil getan und stellen sich dann mitunter die Frage, ob der Ertrag den Aufwand rechtfertigt. Die «additive» Zusammensetzung unseres Fachbereichs, man sieht sie schon von aussen: Die historisch älteren Teile der Organisation sind im historisch älteren Haus am Falkenplatz untergebracht, die neueren Abteilungen an der Hallerstrasse. Diese räumliche Zersplitterung ist ein Abbild der Zersplitterung des Fachbereichs und wirkt der notwendigen Integration entgegen. Vielleicht wird sie überwunden: Zurzeit sind Verhandlungen im Gange, ob und unter welchen Voraussetzungen der Fachbereich Soziale Arbeit ganz an der Hallerstrasse untergebracht werden könnte. Ein neues Kapitel in der Geschichte der «Berner Soz» beginnt. 9

10 Fachbereich André Gattlen, Blaise Kropf und Prof. Daniel Iseli im Gespräch. Impulsveranstaltung Anreizmodelle in der Sozialhilfefinanzierung An einer Impulsveranstaltung des Fachbereichs Soziale Arbeit haben sich eine breite (Fach-)Öffentlichkeit sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Behörden über Anreizmodelle in der Finanzierung der Sozialhilfe und die vorgeschlagenen Bernischen Gesetzesreformen im Finanz- und Lastenausgleich sowie in der Sozialhilfe ausgetauscht. Patricia Flammer Assistentin Bachelorstudiengang Soziale Arbeit Im Mai 2010 wurden im Rahmen der Impulsveranstaltung «Anreizmodelle bei der Finanzierung der Sozialhilfe am Beispiel der Revision des Bernischen Sozialhilfegesetzes» verschiedene Anreizmodelle der Sozialhilfefinanzierung vorgestellt und diskutiert. Anlass boten die Revisionen des Bernischen Sozialhilfegesetzes (SHG) und des Gesetzes über den Finanz- und Lastenausgleich (FILAG). Vier Kurzreferate lieferten den fachlichen Hintergrund für die anschliessende Podiumsdiskussion, in welcher verschiedene Standpunkte vertreten wurden. Aktueller Stand der Gesetzesrevisionen André Gattlen, stellvertretender Amtsvorsteher des kantonalen Sozialamtes, informierte über die laufende Revision von SHG und FILAG. Beide Gesetze werden im Herbst 2010 in den grossrätlichen Kommissionen beraten und sollen per Januar 2012 in Kraft treten. Umstritten ist dabei das finanzielle Anreizsystem der FILAG- Revi sion, welches auf Gemeindeebene einsparung und mehr Transparenz bei gleichbleibendem Qualitätsniveau in der Sozialhilfe anstrebt. Im geltenden bernischen Lastenausgleich der Sozialhilfe werden die zusammengefassten von Kanton und Gemeinden je hälftig wieder auf Kanton und Gemeinden verteilt, was laut Gattlen für die Gemeinden wenig Sparanreiz mit sich bringt. In der Vernehmlassung wurden verschiedene Anreizmodelle verhandelt. In der individuellen So zialhilfe erhielt das Bonus-Malus-System am meisten Zustimmung. Bei diesem wird die effizienz der Sozialdienste unter Berücksichtigung gemeindespezifischer Rahmenbedingungen errechnet. Ein Malus ist zu zahlen, wenn die effektiven 30 Prozent oder mehr über den geschätzten liegen. Ein Bonus erhält, wessen effektive 30 Prozent oder mehr unter den geschätzten liegen. Gattlen erachtet dieses Modell als gerecht und effizient. In der institutionellen Sozialhilfe ist eine neue Aufgabenteilung im Alters- und Behindertenbereich vorgesehen. Ausserdem soll ein Selbstbehalt in der Höhe von 20 Prozent auf ausgewählten Angeboten eingeführt werden. Der Selbstbehalt beinhaltet auch einen Ausgleich der Ausgaben über einen Soziallastenzuschuss. Diese Massnahmen sollen ländliche Gebiete entlasten und kostenbewussteres Handeln der Gemeinden fördern. Historische Perspektive Der Umgang mit Armut hat sich im Laufe der Zeit gewandelt, wie Dr. Brigitte Schnegg, Historikerin und Leiterin des interdisziplinären Zentrums für Geschlechterforschung der Universität Bern, in ihrem Referat erläuterte. In der Antike und im Mittelalter galt Armut als gewollter, gottgewürdigter Status. Die Barmherzigkeit verlangte, für die Grundbedürfnisse der Armen zu sorgen. Im Mittelalter gab es bedingt durch Hunger und Krankheiten immer mehr Arme. Man stufte Bedürftige zunehmend als bedrohlich ein und unter 10

11 schied die unwürdigen von den würdigen. Letztere erhielten Solidarität, Erstere wurden unterdrückt. Zwischen 1500 und 1800 wurden erstmals politische Massnahmen zur Armutslinderung ergriffen. Es wurden Armen- und Zuchthäuser gegründet; die Finanzierung von Bedürftigen über die Heimatgemeinde wurde eingeführt. Mit zunehmender Industrialisierung und Mobilität im 19. Jahrhundert versagte aber das Heimatgemeindeprinzip. Um 1900 kam es zur langsamen Herausbildung eines Sozialversicherungssystems und einer Ursachen bekämpfenden Sozialpolitik. Anreizmodelle aus ökonomischer Sicht Laut Dr. Sonia Pellegrini, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachbereich Soziale Arbeit, ist Sozialhilfe als staatliche Dienstleistung der Aufwandoptimierung punkto Zeit und Geld, zielgerechtem Mitteleinsatz und den wirksamsten Massnahmen verpflichtet. Als Instrumente zur Effizienzsteigerung sind laut Pellegrini Anreizmodelle gegenüber stark kontrollierenden Ansätzen vorzuziehen, da sie ausschliesslich das Ziel festlegen. Folgende Anreizmodelle könnten sich im Vergleich zu einem Selbstbehaltssystem positiv auf die Ressourcennutzung auswirken: Allgemeine Effizienzsteigerungsanreize: Das Ziel ist eine senkung bei gleicher Qualität. Angesprochen sind mögliche Fusionen oder Reorganisa tionen von Sozialdiensten. Benchmarking-System: Ziel ist, mittels Effizienzgrad die besten Praktiken von anderen Gemeinden zu identifizieren und zu kopieren. Bonus-Malus-System: Malus-/Bonusentrichtung bei Überschreitung/Unterschreitung eines geschätzten Werts um 30 Prozent oder mehr unter Berücksichtigung des Effizienzgrads. Die bernische Reform kombiniert das Benchmarking- und das Bonus-Malus- System. Pellegrini regte in ihrem Referat an, beim Benchmarking-System die Qualität der verwendeten Messverfahren zu überprüfen, kleineren Gemeinden flankierende Massnahmen anzubieten und den Bonus-Malus abzustufen. Soziale Arbeit und Ökonomie: ein Widerspruch? Prof. Pascal Engler, Dozent am Fachbereich Soziale Arbeit, behandelte das Thema «Ökonomisierung Sozialer Arbeit» und ging dabei von folgender Ausgangslage aus: Infolge knapper Ressourcen muss Soziale Arbeit die ökonomische Perspektive im Sinne wirksamer und zielgerichteter Massnahmen mitdenken. Soziale Arbeit kann effizienter werden. Bei der Lösung sozialer Probleme besteht eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen Politik und Sozialer Arbeit. Engler sieht das politische System als abhängig von der Problemlösungskompetenz der Sozialen Arbeit, da soziale Probleme Legitimationsdruck erzeugen. Soziale Arbeit erhalte so die Chance als Partnerin aufzutreten. Da sie bisher nicht ausgewiesen habe, was sie qualitativ und quantitativ leisten könne, drohe ihr Fremdbestimmung. Aus Sicht der Sozialen Arbeit ist gemäss Engler eine geeignete theoretische Fundierung von Effizienz (haben wir es «richtig» getan?) und Effektivität (haben wir «das Richtige» getan?) hängig. Werde effizient gleichgesetzt mit kostengünstig, könne die Soziale Arbeit nicht mehr «das Richtige» tun und verliere ihre Legitimationsbasis. Engler empfiehlt ein nachhaltiges Problemlösungskonzept, welches unter Einbezug von Wirtschaft, Umwelt und Sozialem eine multiprofessionelle, interdis ziplinäre Kooperation vorsieht. Bei Verwendung eines Ökonomiebegriffs, der das Soziale mit einbezieht, biete die Ökonomisierung der Sozialen Arbeit mehr Chancen als Risiken. Fraglich sei, ob die aktuellen Vernehmlassungsmodelle diese Nachhaltigkeit beachten. Aus der Podiumsdiskussion An der Diskussionsrunde würdigten alle Teilnehmenden die vorgeschlagenen kantonalen Massnahmen aus ihrer Sicht. Unter der Leitung von Prof. Daniel Iseli, Dozent und Projektleiter am Fachbereich Soziale Arbeit, wirkten folgende Personen in der Diskussionsrunde mit: Daniel Bichsel, Finanzverwalter Gemeinde Zollikofen, Vizepräsident Verband Bernisches Gemeindekader BGK Andrea Lüthi, Geschäftsleiterin Berner Konferenz für Sozialhilfe und Vormundschaft BKSV, Grossrätin SP Blaise Kropf, Gewerkschaftssekretär vpod, Präsident Grüne Kanton Bern, Grossrat André Gattlen, stellvertretender Vorsteher des Sozialamtes des Kantons Bern Das Publikum erhielt anschliessend Gelegenheit, Fragen zu stellen und die eigene Meinung einzubringen. Das Bonus-Malus- System, dessen Chance auf eine Mehrheit im Grossen Rat intakt scheint, fand mehr befürwortende Stimmen als das ebenfalls diskutierte Selbstbehaltsmodell. Es war aber spürbar, dass etliche Anwesende Bedenken hegen und Optimierungsbedarf sehen. Stimmen zur Veranstaltung «Obwohl für mich der Bonus-Malus das kleinere Übel ist, bin ich kritisch, weil ein nachhaltiger Mitteleinsatz wichtiger sein sollte als die Frage, wie viel Geld wir ausgeben.» Liliane Zurflüh Leiterin regionaler Sozialdienst Erlach «Ich sehe auch viele Gefahren im Bonus- Malus-System, weil es Mitarbeitende unter Druck setzen kann.» Katharina Eichelberger Sozialamt Langenthal «Das Bonus-Malus-System scheint ein gangbarer Weg und eine gute Diskussionsgrundlage für weitere Optimierungen zu sein.» Beatrice Reusser Leiterin Abteilung Soziales Biel und Vizepräsidentin der Berner Konferenz für Sozialhilfe und Vormundschaft «Ich bin froh, dass das vorgeschlagene Anreizsystem Bewährtes Solidarität im Lastenausgleich nicht in Frage stellt.» Andreas Diggelmann Leiter Sozialdirektion Burgdorf 11

12 Fachbereich 1. Folge der dreiteiligen Artikel-Serie Transnationale Netzwerke in der Sozialen Arbeit Nationale Grenzen werden durchlässiger, grenzüberschreitende Zusammenhänge von sozialen Problemen rücken ins Blickfeld. Transnationalisierungsprozesse stellen Fachpersonen der Sozialen Arbeit vor neue Herausforderungen. Der Fachbereich Soziale Arbeit veranstaltet im März 2011 einen internationalen Kongress zum Thema. Eine Serie von impuls-artikeln beleuchtet die Thematik. Prof. Eveline Ammann Dozentin, Mobilitätsverantwortliche Der Begriff der Transnationalisierung wird oft in einem Atemzug mit Internationalisierung oder Globalisierung genannt, ohne genau zu wissen, worin sich die drei Konzepte denn genau unterscheiden. In einer vertieften Auseinandersetzung mit diesen Definitionen wird klar, dass es nicht ein Entweder-oder gibt, sondern dass jedes Konzept eine ganz spezifische Sicht auf aktuelle gesellschaftliche Prozesse aufweist. Globalisierung Globalisierung bezieht sich auf alle Prozesse und Interaktionen, welche die Welt als Gesamtes betreffen, wie beispielsweise die Klimaerwärmung (Pries 2008: 19). In diesem Zusammenhang werden häufig auch Auflösungstendenzen von stabilen räumlichen Lebensstrukturen und die Entstehung eines «globalen Dorfes» thematisiert, was theoretisch bis zur faktischen Auflösung von Nationalstaaten führen würde (Pries 2008: 12). Auch soziale Ungleichheit, Armut, HIV/AIDS oder Migration sind Phänomene, welche die ganze Welt betreffen, und die obwohl Auswirkungen und Einflussfaktoren teilweise stark lokal geprägt sind dennoch weltweite Folgen haben. Internationalisierung Beim Konzept der Internationalisierung steht die nationale Identität der Länder als systematische Bezugsgrösse im Vordergrund (Homfeldt, Schröer und Schweppe 2008: 8). Unter Internationalisierung fallen einerseits zwischenstaatliche Abkommen (beispielsweise zum Schutz der nationalen Arbeitsmärkte und zur Regulierung der Arbeitsmigration). Die bilateralen Verträge der Schweiz mit der EU sind dafür ein Beispiel. Andererseits gehören zur Internationalisierung auch andere Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, bei denen ein konkreter Bezug zu den 12

13 verschiedenen Nationen vorhanden ist. Ein Beispiel dafür ist die Bildung von internationalen Organisationen wie der UNO. Transnationalisierung Transnationalisierungsprozesse beinhalten grenzüberschreitende Bewegungen sowie die damit verbundenen Veränderungen von lokalen Gegebenheiten (vgl. Ong 2005: 11). Diese Idee widerspiegelt sich in der Definition von Pries (2008: 44), welcher Transnationalisierung als Prozess beschreibt, bei dem relativ dauerhafte, pluri-lokale Beziehungen gebildet werden, welche nationalstaatliche Grenzen überschreiten und soziale Praktiken, Symbolsysteme und Artefakte beinhalten können. In Transnationalisierungsprozessen bilden sich also neuartige biografische, räumliche und institutionelle Strukturmuster heraus, die auf Zugehörigkeitsgefühlen, gemeinsamen Vorstellungen und Überzeugungen beruhen (Schweppe 2009: 195). Diese Prozesse betreffen sowohl Individuen (bspw. durch Migration), Organisationen (transnational wirksame Nichtregierungsorganisa tionen oder Unternehmen) als auch institutionalisierte Rahmenbedingungen wie die Menschenrechte, welche grenzüberschreitende Wirklichkeiten gebildet haben (Pries 2008: 13 15). Am Beispiel von internationalen Adoptionen lässt sich die Verknüpfung dieser drei Konzepte aufzeigen. Grundsätzlich stehen dabei die Bedürfnisse und Rechte der Kinder im Vordergrund, welche universell und somit global sind. Diese wurden festgehalten in der Kinderrechtskonvention, ein zwischenstaatlicher und somit internationaler Vertrag, welcher von 193 Staaten ratifiziert wurde. Auch das Haager Abkommen von 1993 regelt auf zwischenstaatlicher und somit internationaler Ebene die Zuständigkeiten und Abläufe von internationalen Adoptionen. Bei der Transnationalisierung hingegen stehen die Akteure im Zentrum, und die Frage, inwieweit durch internationale Adoption grenzüberschreitende Beziehungen entstehen oder aufrechterhalten werden. Die Vermittlungsagenturen sind dafür ein Beispiel. Sie stellen die grenzüberschreitenden Kontakte zwischen den Herkunfts- und künftigen Adoptionsfamilien her. Dank diesen Beziehungen und Kenntnissen auf lokaler Ebene können die notwendigen Abklärungen getroffen werden, ob eine internationale Adoption wirklich dem übergeordneten Interesse des Kindes entspricht und die notwendigen Kriterien der Subsidiarität erfüllt sind, um in einem zweiten Schritt die Kontakte mit potenziellen Adoptivfamilien aufzunehmen. Es ist auch möglich, dass betroffene Familien resp. die Adoptivkinder Beziehungen zum Herkunftsland nicht ganz abbrechen oder später wieder aufnehmen und so, trotz der rechtlichen Auflösung jeglicher Verbindungen des Adoptivkindes mit den biologischen Eltern, neue transnationale Netzwerke bilden. Bedeutung für die Soziale Arbeit? Netzwerke und Transnationalisierungsprozesse stehen in einem engen Zusammenhang, da bei beiden Konzepten die Verflechtungszusammenhänge im Vordergrund stehen. Während Grenzen durchlässiger und geografische Grenzüberschreitungen häufiger werden, kommen Verflechtungen und Wechselbeziehungen für Gesellschaften eine bedeutende Rolle zu (vgl. Unfried und Mittag 2010: 9). Als transnationale Netzwerke werden Netzwerke dann bezeichnet, wenn Akteure durch relativ dauerhafte und grenzüberschreitende Beziehungen verbunden sind. Netzwerke können als Transmissionsmedien für die grenzüberschreitende Verbreitung von Wissen, Normen, Einstellungen und kulturellen Praktiken und Lebensstilen wirken (vgl. Unfried und Mittag 2010: 10). Es stellt sich die Frage, ob transnationale Netzwerke der Sozialen Arbeit das Potenzial haben, diejenigen Begrenzungen zu überwinden, die sich aus der am Nationalstaat orientierten Sozialen Arbeit ergeben. Folglich muss weiter gefragt werden, ob es durch grenzüberschreitende Kooperationen und Vernetzungen gelingt, auf neue grenzüberschreitende soziale Probleme zu reagieren und gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Im Kongress werden solche und ähnliche Fragen diskutiert (vgl. Kasten). In der nächsten impuls-ausgabe werden Transnationalisierungsprozesse und deren Bedeutung für die Soziale Arbeit anhand konkreter Beispiele von grenzüberschreitenden Netzwerken veranschaulicht. Literatur: Homfeldt, H. G.; Schröer W.; Schweppe, C. (2008): Transnationalität und Soziale Arbeit ein thematischer Aufriss. In: Homfeldt, H. G.; Schröer W.; Schweppe, C.: Soziale Arbeit und Transnationalität, Herausforderung eines spannungsreichen Bezugs. Weinheim und München: Juventa Verlag, Ong, A. (2005): Flexible Staatsbürgerschaften. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. Pries, L. (2008): Die Transnationalisierung der sozialen Welt. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag. Unfried, B.; Mittag, J.; van der Linden, M. (2008): Transnational Networks in the 20th Century, Ideas and Practice, Individuals and Organizations. Wien: Akademische Verlagsanstalt. Schweppe, C. (2009): Soziale Entwicklung in transnationalen Kontexten. Das Beispiel transnationalen Sorgens. In: Homfeldt, H. G.; Reutlinger, C.: Soziale Arbeit und Soziale Entwicklung (Band 20). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren GmbH, Internationaler Kongress vom 7./8. März 2011 «Transnationale Netzwerke in der Sozialen Arbeit» Das Konzept der Transnationalisierung ermöglicht, eine neue Perspektive auf die Soziale Welt zu eröffnen, soziale Probleme über den nationalen Referenzrahmen hinaus zu reflektieren und grenzüberschreitende Zusammenhänge zu untersuchen. Es steht die Frage im Raum, in welchem Umfang in der Sozialen Arbeit entsprechende Prozesse stattfinden und welche neuen Herausforderungen sich stellen. Was können transnationale Netzwerke für die Kernanliegen der Sozialen Arbeit, namentlich für die Förderung des sozialen Wandels, für die Problemlösung in menschlichen Beziehungen oder für die Ermächtigung und Befreiung von Menschen leisten? Referenten Prof. Dr. Franz Hamburger (Universität Mainz) Prof. Dr. Wolfgang Schröer (Universität Hildesheim) Prof. Dr. Walter A. Lorenz (Freie Universität Bozen) Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis der Sozialen Arbeit sind eingeladen, ihre Erfahrungen in und mit transnationalen Netzwerken in verschiedenen Workshops einzubringen, um gemeinsam die Frage zu beantworten, welchen Beitrag diese Netzwerke für die Kernanliegen der Sozialen Arbeit leisten können. Informationen und Anmeldung internationalerkongress

14 Fachbereich Gastbeitrag Soziale Arbeit ist von Regula Mader Regula Mader, Rechtsanwältin, Regierungs statthalterin des Amtsbezirks Bern 2000 bis 2009, mehr. Ja, Soziale Arbeit ist mehr! Mehr als gewisse Politiker (männlich) immer wieder undifferenziert von sich geben und gewisse Medien ebenso undifferenziert verbreiten. Soziale Arbeit ist viel mehr. Soziale Arbeit ist eine Profession, eine Fachwissenschaft und eine Form von praktizierter Sozialpolitik. Als Profession versucht Soziale Arbeit, praktische soziale Probleme zu lösen, zu lindern und zu verhindern; sie stützt sich dabei auf wissenschaftliche Grundlagen. Soziale Arbeit umfasst Sozialarbeit, Sozialpädagogik und soziokulturelle Animation. In ihrer Form als praktizierte Sozialpolitik liegt eines der Spannungsfelder, in welchem sich Soziale Arbeit bewegt, nämlich zwischen gesellschaftlichen Anforderungen, der wirtschaftlichen Situation und den konkreten Bedürfnissen der beteiligten Personen. Und in diesem Spannungsfeld bewegen sich auch die Fachpersonen, die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Basis der Sozialen Arbeit sind die verfassungsmässigen Grundrechte. «Grundrechte signalisieren unmittelbar auf den Menschen bezogene Grundbedürfnisse, deren sich Recht und Staat annehmen müssen. Sie tun dies etwa, indem sie jeden Menschen als Subjekt mit Anspruch auf Existenz (Recht auf Leben), als Träger einer besonderen Würde und als Rechtsperson anerkennen», so Jörg Paul Müller in seinen Elementen einer schweizerischen Grundrechtstheorie. Im Zentrum der Sozialen Arbeit (und jeder anderen Tätigkeit, also auch der politischen Arbeit) steht die Würde des Menschen als wichtigster Grundwert und Wurzel aller Grundrechte. Diese Würde gilt absolut und darf nicht beschränkt werden. Menschenwürde bringt zum Ausdruck, was das Individuum aufgrund seines Menschseins von der Gemeinschaft fordern kann. Grundrechte gestalten unsere Gesellschaft und unser politisches System. Sie gewährleisten die subjektiven Rechte des einzelnen Menschen und basieren auf der Solidarität und dem Respekt einer Gesellschaft. Sie sind der Kern der staatlichen Ordnung. Eine der Begründerinnen der Sozialen Arbeit, die Friedensnobelpreisträgerin Jane Addams, hat in diesem Zusammenhang von einer Ethik der Zusammengehörigkeit gesprochen. Ziel und Aufgabe der Sozialen Arbeit sei die Ethik der Zusammenarbeit, welche die Demokratie ins soziale Leben übertragen und damit zum Fortschritt der Menschheit sowie zur Lösung sozialer Probleme beitragen müsse. Soziale Arbeit ist also Umsetzung der Grundrechte im Alltag. Zentral sind dabei die Rechtsgleichheit, die Verhältnismässigkeit, das Legalitätsprinzip, das Willkürverbot, Treu und Glauben, die Verfahrensgerechtigkeit und viele mehr. Diese Umsetzung der Grundrechte fordert die Fachpersonen der Sozialen Arbeit. Sie fordert eine laufende Auseinandersetzung mit Grundfragen unserer Gesellschaft und der politischen Realität, so widrig diese sich auch äussert. Sie fordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Profession und der Rolle dieser Profession im gesellschaftlichen Alltag. Sie fordert im Kontakt mit anderen Menschen Solidarität und Respekt. Sie fordert korrekte Anwendung der gesetzlichen Grundlagen auf Basis der Grundrechte. Sie fordert Vernetzung, Konkretisierung und Differenzierung. Sie fordert ein gesellschaftspolitisches Engagement aller Kritik zum Trotz. Sie fordert eine Auseinandersetzung mit sich selber, der eigenen Rolle, Geschichte und Erwartungen. Sie fordert viel und noch viel mehr. Soziale Arbeit ist mehr. Sie trägt bei zur Lösung sozialer Probleme. Dabei stehen den Beteiligten unterschiedliche Ressourcen zur Verfügung und sie bewegen sich innerhalb unterschiedlicher Machtverhältnisse. Die bestehenden Ressourcen müssen erschlossen, Handlungskompetenzen entwickelt, die soziale Vernetzung gefördert werden. Gesellschaftliche Wertfragen und der Umgang mit Macht stehen im Fokus. Und dies alles unter kritischer Beobachtung der Öffentlichkeit, welche via Medien informiert wird; teilweise leider undifferenziert und stark personenfokussiert. Im Zentrum steht die Würde des Menschen. Die Würde des Menschen ist unantastbar; die Würde aller Menschen, auch derjenigen, die Soziale Arbeit leisten. 14 impuls September Juni

15 Weiterbildung Jugend- und Familienhilfe Integration statt Konkurrenz: Innovative Ansätze dürfen kombiniert werden Im Bereich der Jugend- und Familienhilfe liegt die Ähnlichkeit des Fachkonzepts Sozialraumorientierung mit Grundhaltungen und Methodik der Family Group Conference und des SIT-Modells auf der Hand. An einer Tagung werden die innovativen Ansätze vorgestellt mit der Absicht, Synergien für die Praxis nutzbar zu machen. Michael Biene Leiter des Instituts für systemische Interaktionstherapie und Beratung GmbH (SIT) In den letzten Jahren wurden in der Jugend- und Familienhilfe innovative Fachkonzepte und Methoden entwickelt, die auf modernen systemischen Konzepten beruhen. Sie erweitern den traditionellen Ansatz der Jugendhilfe, nach dem vor allem direkt (sozial-)pädagogisch oder therapeutisch mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet wird. Gemeinsames Anliegen der neuen professionellen Ausrichtung ist es, die Ressourcen von Familien, aber auch ganzer sozialer Netzwerke im Sozialraum systematisch in Hilfeprozesse mit einzubeziehen. Daraus entwickeln sich oft überraschend positive Hilfeverläufe mit einer hohen Nachhaltigkeit. Diese innovativen Ansätze werden meist isoliert voneinander propagiert und implementiert. Fachpersonen haben deshalb oftmals das Gefühl, sich für ein bestimmtes und dadurch eventuell auch gegen ein anderes Konzept entscheiden zu müssen. Doch gerade die Integration verschiedener innovativer Ansätze in ein übergeordnetes Fachkonzept und deren Abstimmung untereinander kann zu einer Optimierung von Hilfeverläufen führen. Gegen eine Schwächung der Herkunftssysteme Die Konzepte der Sozialraumorientierung, der Family Group Conference und das SIT-Modell haben eine ähnliche Ausrichtung (vgl. Glossar). Es gibt daher Schnittpunkte, in denen sich eine Integration dieser an sich verschiedenen Ansätze aufdrängt. Gemeinsam ist ihnen die Idee, dass Hilfesysteme sich tendenziell zu sehr da rauf ausgerichtet haben, Problemen von Kindern und Jugendlichen mit einem immer stärkeren Einsatz professioneller Hilfeangebote zu begegnen. Diese Hilfen bestehen oftmals darin, dass Fachpersonen in relativ spezialisierten, unflexiblen Angeboten vorwiegend mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. Aus Sicht der genannten Ansätze wird nicht nur befürchtet, dass diese Form der Professionalisierung wenig wirkungsvoll ist, sondern auch, dass sie in vielen Fällen gar zu einer Schwächung der primären Klientensysteme führt. Indem den familiären Herkunftssystemen wichtige erzieherische Aufgaben abgenommen werden, können sich diese Kompetenzen in ohnehin belasteten Klientensystemen weiter verringern. Die parallele Abnahme erzieherischer Kompetenzen in Sozialräumen und die Zunahme von Problemen bei Kindern und Jugendlichen führt zu einem ständig steigenden Bedarf an professioneller Hilfe. Ein Teufelskreis entsteht. Selbsthilfekompetenzen in Sozialräumen In jüngerer Vergangenheit wird aus diesen Erfahrungen heraus vermehrt versucht, mit den Herkunftssystemen ressourcenorientiert zusammenzuarbeiten und Selbsthilfekompetenzen in Sozialräumen aufzubauen. Traditionelle Erklärungsmodelle, fest definierte Berufsrollen, herkömmliche Angebots- und Finanzierungsstrukturen scheinen aber einer Nutzung von Systemressourcen entgegenzuwirken. Sozialraumorientierung, Family Group Conference und das SIT-Modell bieten vielfältige Anregungen und in der Praxis bewährte Handlungsstrategien, um diese Probleme zu lösen und tatsächlich Selbsthilfekräfte zu nutzen und zu stärken. Glossar Sozialraumorientierung Im Zentrum dieses Fachkonzepts steht der Wille der beteiligten Menschen. Oft liegen Ressourcen für Lösungen bei den im Sozialraum Betroffenen, nicht bei den professionell Helfenden. Eigenaktivität der leistungsberechtigten Menschen wird durch professionelle Ressourcen unterstützt. SIT-Modell Die systemische Interaktionstherapie und Beratung (SIT-Modell) unterstützt Eltern und deren Umfeld, «hindernde» Interaktionsmuster zu verändern, damit eine optimale Förderung von Kindern und Jugendlichen durch ihr natürliches Umfeld entstehen kann. Familienrat oder Family Group Conference Ein grosser Teil des Hilfeprozesses wird ohne professionelle Hilfe durch das soziale Herkunftsnetz der Kinder und Jugendlichen gesteuert und gestaltet. Nach einer sachlichen Problemanalyse wird entschieden, welche Personen wie zur Problem lösung beitragen können. Tagung vom 19./20. Mai 2011 Aktivierende Familienarbeit im Sozialraum Sozialraumorientierung, Family Group Conference und das SIT-Modell ermöglichen aktivierende Familienarbeit im Sozialraum. Die Tagung geht der Frage nach, wie Synergien dieser innovativen Ansätze in der Praxis hergestellt und genutzt werden können. Leitung Michael Biene, Leiter des Instituts für systemische Interaktionstherapie und Beratung GmbH (SIT), Oberdiessbach Prof. Dr. Wolfgang Hinte, Universität Duisburg-Essen, Leiter des Instituts für Stadtentwicklung, Sozialraumorientierte Arbeit und Beratung (ISSAB) Informationen und Anmeldung 15

16 Weiterbildung Mehr Chancengerechtigkeit durch Frühförderung Chancengerechtigkeit beinhaltet eine den Möglichkeiten des Kindes entsprechende Förderung, unabhängig von seiner sozialen Herkunft. Frühförderung setzt in der Familie als primärer Ort der Sozialisation an. Potenzial besteht in verschiedenen Arbeitsfeldern. Die bereits bestehenden Angebote müssen aber als solche erkannt werden. Prof. Marie-Tony Walpen Dozentin Frühförderung ist ein viel diskutiertes Postulat der aktuellen Bildungsdebatte. Sie setzt sich zum Ziel, Elternkompetenzen zu stärken und damit bestmögliche Entwicklungsbedingungen und Chancengerechtigkeit im Hinblick auf den Übergang des Kindes in Kindergarten und Schule zu ermöglichen. Dass sich Förderung im frühkindlichen Alter auf die weitere Entwicklung und Bildung des Kindes auswirkt, wird kaum bestritten. Ebenso herrscht in der Fachwelt Konsens, dass gerade Kleinkinder in sozial schwierigen Lebenslagen wesentlich von Frühförderung profitieren können. Internationale Untersuchungen der Schulleistungen rücken Familien als Sozialisations- und Bildungsinstanz in den Fokus der aktuellen Bildungsdebatten. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) reagierte 2003 auf Ergebnisse der PISA-Studie mit einem Massnahmenkatalog, der unter anderem Sprachförderung, ausserschulische Betreuungsangebote, frühzeitiges Erkennen von Kindern mit Förderbedürfnissen und den Gebrauch der Standardsprache ab dem fünften Lebensjahr vorsieht. Frühförderung innerhalb der Familie wird zu einem familienpolitischen Postulat. Frühförderung beginnt bereits vor der Geburt Frühförderung ist zugleich eine Arbeitsform der Jugend- und Familienhilfe. Aufgaben der Frühförderung beinhalten die Entwicklung von Alltagskonzepten von Erziehung, die Förderung von Kompetenzen der Eltern sowie die Unterstützung einer sicheren Eltern-Kind-Beziehung. Sie beginnt bereits vor der Geburt und setzt sich in den ersten Lebensjahren des Kindes bis zum Eintritt in den Kindergarten fort. Zielgruppe der Frühförderung sind sowohl Kleinkinder als auch deren Eltern, da die Familie primärer und wichtigster Einflussfaktor für die Entwicklung des Kindes darstellt. Bestehende Angebote als solche anerkennen In der Schweiz zeigt sich das Angebot der Frühförderung als vielfältige Palette. Konzepte zur Frühförderung finden sich bereits in einigen grösseren Städten. Im Frühförderungskonzept der Stadt Bern beispielsweise werden folgende Massnahmen im Vorschulbereich erwähnt: Die Stärkung der Elternkompetenzen und die Förderung der Kinder bis zum Alter von vier Jahren sowie das Vermitteln von Deutschkenntnissen für Mutter und Kind. Tatsächlich spielt die sprachliche Förderung eine zentrale Rolle für die Entwicklung eines Kindes. Eine Her ausforderung der Frühförderung besteht darin, die angestrebte Zielgruppe von Kleinkindern und deren Familien in schwierigen Lebenslagen auch wirklich zu erreichen. Neben niederschwelligen, aufsuchenden Angeboten bieten bereits jetzt viele Berufsgruppen und Fachstellen wichtige Anknüpfungspunkte und Zugänge zur unmittelbaren Lebenswelt der Familien und leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Frühförderung. Hebammen und Mütter- Väter-Beraterinnen beispielsweise tragen schon heute viel zum Gelingen einer stabilen Eltern-Kind-Beziehung bei. Sie bieten oft die ersten niederschwelligen Angebote zur Stärkung der Elternkompetenzen. Kindertagesstätten, als weiteres Beispiel, ermöglichen den Kleinkindern in Ergänzung zum Elternhaus vielseitige Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. Ausserdem stehen die Kleinkinderzieherinnen und -erzieher sowie die Kindertagesstätten-Leitung häufig zur Verfügung, um Alltagsfragen der Erziehung mit den Eltern informell zu diskutieren. Als weitere Beispiele sind Kinderärztinnen und -ärzte, Früherziehungsdienste, sozialpädagogische Familienbegleitung, Soziale Arbeit, Gesundheitsdienste oder Beratungs- und Elternbildungsstellen zu nennen. Von der Öffentlichkeit werden die Angebote der verschiedenen Fachstellen jedoch kaum als Beitrag zur Frühförderung erkannt und wertgeschätzt. Damit dieses grosse Potenzial der Frühförderung für eine breite Zielgruppe besser ausgeschöpft werden kann, benötigen die verschiedenen Berufsgruppen entsprechendes Fachwissen und methodische Kompetenzen. Die Soziale Arbeit ist in diesem Bereich insbesondere gefordert, die möglichen Angebote im unmittelbaren Sozialraum der Zielgruppen bekannt zu machen und zu koordinieren. Mütter- und Väterberatung Kanton Bern 16

17 Defizite im Vollzug: Zivilrechtlicher Kindesschutz als fachliche Herausforderung Die Bestimmungen zum Kindesschutz werden durch die Revision des Vormundschaftsrechts im Zivilgesetzbuch (ZGB) nicht verändert. Zu Recht, denn das geltende Massnahmensystem ist zweckdienlich, wenn man dessen Möglichkeiten im Detail kennt und differenziert umsetzt. Beides ist in der Praxis nicht immer gewährleistet. Prof. Marco Zingaro Dozent Seit vielen Jahren wird in Fachkreisen ein insgesamt ungenügender Standard im zivilrechtlichen Kindesschutz beklagt. In der Tat geben die im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms 52 («Kindheit, Jugend und Generationenbeziehungen im sozialen Wandel») gewonnenen Erkenntnisse Bund und Kantonen keinen Anlass, sich mit der aktuellen Situation zufrieden zu geben. Handlungsbedarf besteht zunächst und anerkanntermassen bei der Behördenorganisation. Von der Art und Weise, wie die Kantone die vom revidierten ZGB vorgeschriebene Fachbehörde realisieren, hängt entscheidend ab, wie weit sich die Situation künftig verbessern lassen wird. Das Repertoire möglicher Massnahmen kennen Bei der Behebung von Vollzugsdefiziten muss der Blick auch auf die Tätigkeit der Fachpersonen ausserhalb der Behördenorganisation gerichtet werden, denn sie werden einen wesentlichen Beitrag zur anvisierten qualitativen Verbesserung der Kindesschutzarbeit erbringen: Abklärungsergebnisse, Hilfs- und Interventionsvorschläge werden inskünftig an eine interdisziplinär zusammengesetzte Behörde gerichtet sein, von welcher erwartet wird, dass sie hohe fachliche Anforderungen an ihre Kooperationspartner stellt. Um diesen Anforderungen zu genügen, müssen Mitarbeitende von Abklärungsdiensten das Repertoire möglicher Massnahmen detailliert beherrschen und zudem in der Lage sein, das rechtliche Instrumentarium für methodische Überlegungen nutzbar zu machen. und ausschöpfen Als Beispiel ist der Umgang mit der Erziehungsbeistandschaft gemäss Art. 308 ZGB zu erwähnen, welche mit Abstand die häufigste zivilrechtliche Kindesschutzmassnahme darstellt (gemäss Statistik der Konferenz der Kantone für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) wurden im Jahr 2008 in der Schweiz bestehende Erziehungsbeistandschaften gezählt). Keine andere Kindesschutzmassnahme bietet vergleichbar grosse Gestaltungsfreiheiten und damit Möglichkeiten, Interventionen auf den Einzelfall abzustimmen; sei es durch die Ausstattung der Beistandsperson mit besonderen Befugnissen (Art. 308 Abs. 2 ZGB), oder sei es im Rahmen punktueller Eingriffe in die elterliche Sorge (Art. 308 Abs. 3 ZGB). Die Realität ist allerdings die, dass diese Gestaltungsmöglichkeiten bei der Planung und Ausgestaltung der einzelnen Mandate unzureichend erkannt bzw. zu wenig genutzt werden. Als Folge davon beschränkt sich das erteilte Mandat häufig auf den generalisierten Grundauftrag, die elterliche Sorge mit Rat und Tat zu unterstützen (Art 308 Abs. 1 ZGB). Da die Differenzierungsmöglichkeiten zudem selbst von professionellen Beistandspersonen kaum eingefordert werden beispielsweise im Rahmen der Auftragsklärung muss die Bewältigung dieses Vollzugsdefizits unter anderem mit einer besseren Vermittlung und stärkeren Verankerung des zivilrechtlichen Kindesschutzinstrumentariums im betroffenen Berufsfeld angegangen werden. Bei der Konzeption des neuen CAS-Studiengangs Kindesschutz (vgl. Seite 42) wird der Fachbereich Soziale Arbeit dem Thema die nötige Beachtung schenken. Rechenschaftsfragen werden wichtiger Eine fachliche Auseinandersetzung mit den Erziehungsbeistandschaften drängt sich auch mit Blick auf die Arbeitsbelastung auf, welche diese bei den Mandatsdiensten verursachen. 70 Prozent der angeordneten Erziehungsbeistandschaften bleiben bis zum Eintritt der Volljährigkeit der betroffenen Kinder bestehen (Voll et al. 2008: 127). Auf die Fachpersonen der Sozialen Arbeit wartet damit eine weitere Herausforderung: Sie werden sich gegenüber der neuen Fachbehörden vermehrt zur Frage äussern müssen, wann eine Erziehungsbeistandschaft (noch) Sinn macht und welche Ziele mit ihr verfolgt werden. Sozialarbeit und Recht werden sich infolgedessen eingehender mit Fragen der Berichterstattung und Evaluation zu beschäftigen haben. Der Fachbereich Soziale Arbeit wird die Praxis auch diesbezüglich mit den entsprechenden Weiterbildungsangeboten unterstützen. Literatur: Voll, P. et al. (2008): Zivilrechtlicher Kindesschutz: Akteure, Prozesse, Strukturen, eine empirische Studie mit Kommentaren aus der Praxis. Luzern: Interact. Kindes- und Erwachsenenschutz Der Fachbereich Soziale Arbeit baut einen neuen Weiterbildungsschwerpunkt im Bereich Kindes- und Erwachsenenschutz auf: Kurse: Die Beistandschaft zur Überwachung des persönlichen Verkehrs Vom Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit 1./2. November 2010 Fachkurs Kindesrecht Entstehung und Wirkungen des Kindesverhältnisses Ab Januar 2011 Rechtliche Grundlagen im Verfahren vor der Vormundschaftsbehörde Fallstricke im Erwachsenen- und Kindesschutz 23./24. Mai 2011 Informationen und Anmeldung Nähere Angaben ab Seite 42 und unter 17

18 Weiterbildung Gerontologie «Auch zur eigenen Bewegung haben wir einen völlig neuen Zugang gewonnen» Beweglichkeit gleich Mobilität, gleich Freiheit und Selbstbestimmung. So zu lesen in der Ausschreibung für den DAS-Studiengang Bewegungsbasierte Altersarbeit des Kompetenzzentrums Gerontologie der Berner Fachhochschule. Das erste Jahr des Pilotstudiengangs haben die Interviewten hinter sich, vor ihnen liegt das zweite. Vorab dies: Begeistert sind sie alle. Interview: Christine Hinnen Christine Hinnen Journalistin SFJ Was war Ihre Motivation für diese Weiterbildung? Daniela Nell: Ich leite bereits seit einiger Zeit Gymnastikkurse für Frauen zwischen 40 und 90 Jahren. Im Zusammenhang mit meinem eigenen Älterwerden interessiert mich heute nicht mehr so sehr der junge Mensch und dessen Förderung, sondern vielmehr die Förderung älter werdender Menschen. Anna Margaretha Birle: Ich hatte vor allem den Wunsch, nicht nur für die «schwierigen Fälle» in unserem Pflegeheim, sondern bereits für Neueintritte ein Angebot zu haben und damit schon vor der drohenden Unbeweglichkeit anzusetzen. Gisela Schröder: In der Spitex habe ich festgestellt, dass die älteren Menschen meine Formulierungen oft nicht verstehen. Vom Studiengang habe ich für diesen Bereich neue Impulse erwartet, was eindeutig erfüllt wurde: Ich kann heute sehr viel ohne Worte bewirken, kann Menschen mit meiner eigenen Bewegung unterstützen. «Es ist nicht so, dass die alten Leute die Bewegungen nicht mehr ausführen können.» Werner Vogel: Für mich sollte der Studiengang eine Vorbereitung auf die nächste Lebensphase sein. Bewegung war für mich als Turner immer selbstverständlich. An der Infoveranstaltung der Berner Fachhochschule war ich fasziniert vom Aspekt der Bewegung im Alltag. In diesem Studienjahr habe ich eine ganz andere Form von Bewegung kennen gelernt und einen vollkommen neuen Zugang zu Bewegung gefunden. Neuer Zugang zu Bewegung? Birle: Bei uns im Heim drückt man beispielsweise den Patientinnen und Patien ten einen Rollator in die Hand und lässt sie so «selbstständig» laufen. Mit dem Erlernten aus dem Studiengang kann ich diese Menschen dabei unterstützen, ihr eigenes Gleichgewicht zu finden und sich wieder ohne mechanische Gehhilfen oder mensch liche Stützen fortzubewegen, ihren Körper wieder zu spüren. «Mit der Bewegung verändert sich das gesamte soziale Verhalten, das Wohlbefinden steigt.» Nell: Für die Weiterbildung ist ja ein selbst organisiertes Praxisfeld Bedingung. Ich habe in diesem Rahmen mit einer 90-Jährigen das selbstständige Aufstehen und Hinsetzen geübt. Bei vielen alten Leuten ist es nicht so, dass sie Bewegungen nicht mehr ausführen können, sie machen es einfach nicht mehr und vergessen damit das Gefühl für Bewegung. Das «Wieder- Erinnern» und die Feststellung, dass es ja noch geht, ist wie eine Erleuchtung für sie und gibt ihnen wieder eine Zukunftsperspektive. Schröder: Genau. In der Pflege arbeiten wir oft sehr defizitorientiert. Im Studiengang haben wir jedoch gelernt, Fähigkeiten zu entdecken, die noch da sind, und diese zu fördern; also weg von der Defizit- hin zur Ressourcenorientierung. Nell: Es ist ja nicht nur die Bewegung, die die Menschen zurückerhalten. Damit einhergehend verändert sich das gesamte soziale Verhalten, das allgemeine Wohlbefinden steigt. Dadurch wiederum kann beispielsweise die Medikamentenmenge reduziert werden. Im Studiengang geht es ja nicht nur um Kinaesthetics (Erfahrungswissenschaft, die sich mit Bewegungskompetenz auseinandersetzt, Anm. d. Red.) und Trainingswissenschaft, sondern auch um Lebensgestaltung 18

19 Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gesprächs «Bewegung ist Austausch und sozialer Anlass, und das Thema umfasst alle Lebensalter.» Gisela Schröder Mitarbeiterin der Spitex Schaffhausen und Lehrerin für F.-M.-Alexander-Technik «Es ist nie zu spät, um sich mit der eigenen Bewegung auseinanderzusetzen. Aber man kann auch nicht früh genug damit anfangen.» Anna Margaretha Birle Stationsleiterin im Zentrum für Langzeitpflege Schlössli Biel «Der DAS-Studiengang ist viel mehr als nur Weiterbildung. Er ist eine Lebens schule. Die behandelten Themen gehen alle an.» Daniela Nell Ausgebildete Lehrerin, Büroangestellte, Wellnesstrainerin und Leiterin von Gymnastik für Frauen und von «Turnen im Heim» in Bern «Ich wollte die Weiterbildung anfangs in erster Linie für mich selber machen. Aber ich habe erkannt, dass ich auch ein Bewegungsangebot für Menschen in der gleichen Situation anbieten möchte.» Werner Vogel Dipl. Physiker ETH, Gymnasiallehrer im Ruhestand und J+S-Experte (Jugend und Sport), Bassersdorf sowie Ressourcen- und Sozialraumorientierung. Was nehmen Sie hieraus mit? Nell: Ich finde auch diesen Bereich extrem spannend. Wir lernen, mit Hilfe von gezielten Fragen den Willen unserer Klientinnen und Klienten zu wecken, ihn herauszukristallisieren; dies in einer Zeit, in der es eher heisst: «Du brauchst diese Unterstützung oder jene Hilfe.» Bei der Ressourcen- und Sozialraumorientierung geht es darum, aus dem Wunsch unserer Klienten ein Ziel für ihre Alltags- und Lebensgestaltung zu entwickeln und sie auf dem Weg dorthin zu begleiten. Vogel: Der Teil zur Lebensgestaltung war für mich entscheidend. Hier werden mir Möglichkeiten aufgezeigt, wie man eine Entwicklung angehen kann. Die Vermittlung war sehr ermutigend; mit dem Bemühen, ein positives Bild vom Alter zu entwickeln, habe ich mich sehr wohl gefühlt. Ich habe jetzt eine Grundlage, auf der ich für mein eigenes Leben aufbauen kann. Wie sind Sie auf das Angebot der Berner Fachhochschule aufmerksam geworden? Nell: Ich suchte nach einer ergänzenden Weiterbildung im Bereich der Arbeit mit älteren Menschen. Dieser Studiengang war das einzige Angebot für mich ohne pflegerischen Hintergrund mit der Möglichkeit, dass man den MAS-Studiengang Gerontologie darauf aufbauend absolvieren kann. «Heute pflegen wir die Leute bis zu ihrer Inaktivität.» Schröder: Ich wollte eine praxisorientierte Weiterbildung machen. Deshalb kam eine Kaderausbildung, wie von meinem Umfeld vorgeschlagen, für mich nicht in Frage. Eine Vorgesetzte hat mich dann auf die Ausschreibung im impuls hingewiesen. Birle: Ich wollte mein Wissen im Bereich Kinaesthetics vertiefen. Inzwischen möchte ich die ganzen anderen Themen der Weiterbildung auf gar keinen Fall mehr missen. Obwohl ich die Weiterbildung selbst bezahle, kann ich extrem viel davon bereits heute auch in meinem beruflichen Umfeld umsetzen. Vogel: Ich kam zwei Jahre nach meiner Pensionierung zufällig zur Weiterbildung. Meine Frau machte mich auf ein Inserat im «Tages-Anzeiger» aufmerksam, das zur Infoveranstaltung einlud. Was fehlt an der Ausbildung oder im Zusammenhang damit? Was würden Sie sich zusätzlich wünschen? Schröder: Meiner Meinung nach muss der Bereich Trainingswissenschaften praxisbezogener werden. Viele der theoretischen Erkenntnisse lassen sich hervorragend im Alltag umsetzen. Nell: Ich würde mir als Ergänzung zu den Lerngruppen, in denen wir uns sechsmal jährlich zum Austausch treffen, eine Art «Wissens-Pool» wünschen. Dass sich Studierende beispielsweise wöchentlich treffen, um Themen zu vertiefen und Abläufe in einem «geschützten Rahmen» zu üben. «Sensibilisierung auf die eigene Bewegung muss in jeder Lebensphase Thema sein.» Was nehmen Sie für sich selber mit? Vogel: Ohne den Druck, ein Praxisfeld aufzubauen, wäre ich niemals so intensiv für das Thema sensibilisiert worden. Gleichzeitig hat mir diese Arbeit gezeigt, dass mir das Lehren immer noch sehr am Herzen liegt. Schröder: Ich habe festgestellt, dass die Weiterbildung nicht nur mit Alter zu tun hat. Sensibilisierung auf die eigene Bewegung muss in jeder Lebensphase Thema sein. Für alle. Nell: Genau. Das Ziel muss doch sein, Menschen mit so einem Angebot dann abzuholen, wenn sie noch Energie dafür haben. Birle: Richtig. Heute pflegen wir die Leute in den Heimen bis zu ihrer Inaktivität, nehmen ihnen alles ab. Das ist zwar gut gemeint, aber nicht gut. In diesem Bereich habe ich viele Anregungen erhalten, was ich in meiner Arbeit verändern kann. Welche Einsatzfelder für Ihr Wissen können Sie sich für die Zukunft vorstellen? Nell: Ich werde auf jeden Fall in Altersheimen Bewegungskurse anbieten. Denn damit habe ich bereits im Praxisfeld hervorragende Erfahrungen gemacht. Vogel: Und ich will Menschen ansprechen, für die das Wieder-Erlernen von Bewegungen noch kein Thema ist. Quasi prophylaktisch arbeiten damit möglichst viele meiner Klientinnen und Klienten schon von Anfang an ihre dritte Lebensphase aktiv und selbstbestimmt angehen können. Weitere Informationen ab Seite 65 und unter 19

20 Weiterbildung Führung von personenzentrierten Dienstleistungsbetrieben «Harte» und «weiche» Managementfaktoren in der Balance In der Führung von personenzentrierten Dienstleistungsbetrieben sind die Faktoren Werte, Menschen und Beziehungen entscheidend für die Zielerreichung der Organisation dennoch werden sie häufig vernachlässigt. Das muss sich ändern. Prof. Dr. Renate Grau Dozentin und Studienleiterin MAS Führung findet immer in Spannungsfeldern statt. Diese Kernaussage eines Lehrbuchklassikers von Lotmar und Tondeur (2004) trifft insbesondere auf die Führung in personenzentrierten Dienstleistungsbetrieben zu, also auf Organisationen der Sozialen Arbeit, wie etwa öffentliche Sozialdienste oder privatrechtliche Nonprofit-Organisationen, aber auch auf Organisationen aus ähnlichen Bereichen wie Bildung oder Gesundheit. Erfolgsentscheidend in diesen Praxisfeldern ist eine gelungene Koproduktion: Nur wenn die Mitarbeitenden und die Empfänger der Dienstleistung in einem positiven und insbesondere vertrauensvollen Verhältnis stehen, können die Organisationsziele erreicht werden. Die sechs Faktoren des Führens in einer leistungsgerichteten Organisation (in Anlehnung an: Lotmar und Tondeur 2004) Beziehungen (Kommunikation) Staat Strukturen (Organisation) Umwelt Menschen (Fähigkeiten) Führen Dienstleistung/Produkt (Angebot) Markt Leistungsgemeinschaft und Personengemeinschaft Im Kontext der Koproduktion gewinnen die Spannungsfelder der Führung besondere Brisanz, weil Menschen in einer Organisation nicht nur eine Leistungsgemeinschaft mit den Prinzipien Ordnung, Regeln und Wirksamkeit bilden, sondern auch eine Personengemeinschaft, in der individuelle Bedürfnisse und menschliche Beziehungen massgebend sind. Die Balance der Leistungs- und der Personenebene erzeugt somit eine besonders relevante Herausforderung für Führung. Die wichtigste Aufgabe der Führungskraft ist es, Ziele zu setzen und zu erreichen. Gerade im Bereich des mittleren Managements sind die Ziele und Rahmenbedingungen aber oft «von oben» vorgegeben, der eigene Gestaltungsspielraum erscheint klein und es kommen erschwerende Bedingungen, etwa eine hohe Fluktuation unter den Mitarbeitenden, hinzu. Unter dem Druck der Zielerreichung konzentrieren sich die Führungskräfte häufig auf jene drei «harten» Führungsfaktoren, die in der Abbildung mit einem blauen Punkt markiert sind: die Organisationsstrukturen, das Angebot der Dienstleistungen und Produkte sowie die zur Verfügung stehenden Werte/Leitbilder (Ziele) Gesellschaft Ressourcen (Wirtschaftlichkeit) «weiche» Faktoren «harte» Faktoren Erweitertes Kursangebot für Führungskräfte Vor dem beschriebenen Hintergrund baut der Fachbereich Soziale Arbeit sein Angebot zum Thema «weiche Faktoren» und Balance beider Faktoren in der Führung aus. Die Angebote richten sich an Führungspersonen aus allen Berufen und aus verschiedenen Praxisfeldern der personenzentrierten Dienstleistungen wie Soziale Arbeit, Gesundheit, Kultur, Bildung und anderen Bereichen. Weitere Informationen ab Seite 48 und unter Ressourcen. Die rot markierten «weichen» Führungsfaktoren werden allzu leicht aus den Augen verloren. Die Führungsfalle Dabei zeigt sich, dass die Vernachlässigung der «weichen» Faktoren Werte, Menschen und Beziehungen in eine Führungsfalle führt. Wenn Mitarbeitende in den Sozialdiensten ihre tägliche Arbeit so erleben, dass sie Menschen nur mehr verwalten, statt sie zu unterstützen, kann das als Widerspruch zu den eigenen Wertund Zielvorstellungen erlebt werden. Und wenn zudem Freiräume in der professionellen Arbeitsgestaltung beschnitten werden oder die Kommunikation zwischen den Hierarchien wenig vertrauensvoll ist, kann Führung nicht greifen. Je stärker dann die «harten» Faktoren forciert werden (beispielsweise durch Erhöhung der Regelungsdichte), desto schwieriger wird die gemeinsame Zielerreichung. Mitarbeitende leiden, wenn ihre Bedürfnisse und Wertvorstellungen zu kurz kommen und die Führungskräfte mit ihnen. Erst die besondere Berücksichtigung der «weichen» Faktoren wird die Bedingung für ein positives Koproduktionsverhältnis herstellen. Literatur: Lotmar, P.; Tondeur, L. (2004): Führen in sozialen Organisationen. Bern: Haupt. 20

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