UMWELTTECHNIK. Die Zeitschrift für Städte/Gemeinden, Behörden, Umweltfachleute und Firmen 11/14

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1 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ Die Zeitschrift für Städte/Gemeinden, Behörden, Umweltfachleute und Firmen 11/14 Gas_cover_ indd 1 24/10/14 15:11 Die Autoverwertung wird anspruchsvoll NIS-Verlässlicher Vollzug schützt vor Elekrtosmog Klimaschutz: Technologiefonds des Bundes operativ

2 Egger wenn andere Pumpen verstopfen SWISS ENGINEERED PUMPS SINCE 1947 Turo -Freistrom-Pumpen sind optimiert auf die Förderung von Abwässern mit Fasern, Dickstoffen und Schlämmen. Energiekosten steigen Egger kann sie senken Mit unserem Iris -Blenden-Regulierschieber n-reg lässt sich der Lufteintrag in Belebungsbecken hochpräzise und energiesparend nd regeln. Emile Egger & Cie SA Route de Neuchâtel Cressier NE Telefon +41 (0) Telefax +41 (0) Filiale Deutschschweiz: Leuholz Wangen SZ Telefon +41 (0) Telefax +41 (0)

3 10/ Jahrgang 15. Oktober 2014 Erscheint monatlich (2 Doppelnummern) UMWELTTECHNIK SCHWEIZ INHALT EDITORIAL IM FOKUS 3 Risikomanagement 4 anlagentechnik 7 klimaschutz 12 luftreinhaltung 14 isolieren / dämmen 16 Lüften 17 Heizen 18 Wasser- / Abwassertechnik 22 Luft / Lärm 24 Abfallwirtschaft 25 Energie 26 WASSER 27 Liebe Leserin, lieber Leser Fast alle haben eins, viele haben gar mehrere: Das Mobiltelefon ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Entsprechend stark ausgebaut wird das Rückgrat dieser Technologie, das Netz von Mobilfunkantennen. Fachleute schätzen, dass sich der Datenstrom Jahr für Jahr verdoppelt. Damit die Belastung mit nichtionisierender Strahlung dennoch innerhalb der Grenzwerte bleibt, haben Bund und Kantone ein mehrstufiges Bewilligungsverfahren etabliert. Wie dieses in der Praxis vollzogen wird, stellen wir in unserem Schwerpunkt zum Thema nichtionisierende Strahlung auf den Seiten 4 bi 5 vor. Denn naturgemäss fehlen noch Langzeitstudien zu dieser neuartigen Strahlenbelastung. Anders als man erwarten würde bestehen Autos nicht nur aus Blech: Ein Viertel des Materials eines Personenwagens entfällt auf Nichtmetalle. Gummi, Kunststoffe, Holz, Textilien, Elektronik das heterogene Gemisch wird unter der Bezeichnung Resh zusammengefasst. Bis vor zehn Jahren planten die Schweizer Autoimporteure, das Material in einer speziellen Verbrennungsanlage zu entsorgen. Die Baubewilligung lag vor. Doch weil man keinen Gebietsschutz erhielt und also nicht darauf zählen konnte, die Anlage auszulasten, wurde das Projekt wieder verworfen. Heute landet Resh in normalen Kehrichtverbrennungsanlagen, wobei das Metall zu einem immer grösseren Anteil zurückgewonnen werden kann. Unsere Rubrik «Im Fokus» auf Seite 3 zeigt, wo die Technologie heute steht. Dass Wasser und Abwasser zentrale Faktoren sind, wenn es um Wohlstand, Gesundheit und sogar ums nackte Überleben geht, zeigt unser Tagungsbericht auf der Seite 22. Die Rheinfelder EMB Pumpen AG lud zu einem Symposium ein, auf dem zahlreiche Hersteller ihre neuen Produkte präsentierten. Im Zentrum stehen die möglichst energieeffiziente Aufbereitung von Trinkwasser respektive der rasche Abtransport von Abwasser. Immer sparsamere Pumpen helfen, diese Prozesse zu optimieren. Dass nicht nur Technik, sondern auch Organisation wichtig ist, beweisen übrigens viele Schweizer Abwasserverbände, die dazu beitragen, Kräfte zu bündeln und Investitionen gemeinsam zu stemmen. Pieter Poldervaart Demnächst 28 verbände 29 AKTUELL 32 MESSEN/ VERANSTALTUNGEN 36 BEZUGSQUELLEN 38 Zum Titelbild Die Gasvisualisierungs-Kameras der GF-Serie von FLIR Systems können unsichtbare, leicht flüchtige organische Verbindungen (VOC) visualisieren, die mit herkömmlicher Kameratechnik nicht detektierbar sind. Die Kameras stellen austretende Gase visuell dar und zeigen dazu ein komplettes Bild des überwachten Bereiches an. Leckagen erscheinen als Rauch im Sucher der Kamera oder auf dem LC-Display der Anwender erkennt so flüchtige Gasemissionen sofort. IMPRESSUM 43 UMWELTAGENDA 44 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 1

4 1/2014 7/ Die Zeitschrift für Städte/Gemeinden, Behörden, Umweltfachleute und Firmen 6-7/14 Papierrecycling unter Druck Kunststoff: Einfach produziert kompliziert entsorgt Auch die Schweiz ist betroffen 3/ Jahrgang Der IT-Wegweiser für Schweizer KMU Neun von zehn Schweizer Gemeindeverwaltungen habn bis heute einen virtuellen Schalter Wo noch wirklich Geld eingespart werden kann. > 10 eröffnet. > 29 Frankiersystemen der neusten Generation (IFS3) von Frama Frama Matrix F22 Frama Matrix F42 Das günstige Einstiegsmodell Der effiziente Halbautomat Frama Matrix F62 Das vollautomatische System Büroautomation > 4 Quantenrechner auf dem Prüfstand D-Wave sorgt für Gesprächsstoff. Ist er der erste käufliche Quantencomputer? > 9 it-services > 12 Privilegierte Benutzerkonten Neben Cyber Attacken häufen sich Insider Angriffe. Privilegierte Benutzerkonten sind das Einfallstor schlechthin. > 24 COMPUTER + PERIPHERIE > 32 Frama Matrix F82 Das vollautomatische System für hohe Leistung ohne Kompromisse studie zeigt: mangelnde computerkenntnisse Österreicher verfügen über mangelhafte Computerkenntnisse. Bestehen solche Lücken auch in der Schweiz? > 32 Business-software >34 software integration als wichtigster trend CRM Trendstudie zeigt, dass CRM- und ERP Software wichtigste Trends in Kundenpflege sind. > 35 Das Jahrbuch für Design, Verpackungsmaterial und -technik LABORTECHNIK VERFAHRENSTECHNIK CHEMIE MEDIZIN BIOTECHNOLOGIE 6/14 Demo-Termin vereinbaren und bis zu 20 % Wechselprämie sichern! Filtrieren mit dünnstmöglicher Membran Neuroimaging ermöglicht detaillierten Blick in Mitochondrien Biotechnologische Methoden in der Arzneipflanzenforschung Offizielles Organ Jetzt zu Metrohm wechseln und auf Dauer sparen - garantiert! Profitieren Sie jetzt! Sie sparen Kosten, weil Sie weniger Verbrauchsmaterialen benötigen - Wechselprämie bis zu 20 % Sie gewinnen Zeit, weil das System sich selbst überwacht 10 Jahre Suppressorgarantie Metrohm garantiert eine 10 jährige Verfügbarkeit von Ersatzteilen Seite 6 Seite 7 Seite 20 Silphon Lärmschutz Gewichtige Gründe für Elsässer Brückenwaagen Modulare Überflur- oder Unterflurbauweise Montage in wenigen Stunden Bestes Preis-Leistungs- Verhältnis Unverbindliche Beratung vor Ort Moderne praxiserprobte Wägesoftware Zahlreiche Schweizer Referenzen. vibraplast Schwingungsisolation / Schaumstoffe Verpackungstechnik / Gummitechnik Kunststoffe / Antriebstechnik / Schläuche Vibraplast AG Wittenwilerstrasse 25 / 8355 Aadorf Telefon / Fax / Jeder Vergleich führt zu Elsässer Qualitätswaagen. Verlangen Sie einfach mal ein Angebot. Schweiz: Telefon PMA F La Wantzenau Tel.: Fax Wir sind bereit! Gesetzeskonformes Absaugen von Strassensammlern Neue Technologie AUF DER SICHEREN SEITE! Jetzt sparen: registrierung 150 Aussteller über 60 Vorträge alle 2 Jahre Arbeits Sicherheit Schweiz Juni 2014 BERNEXPO 5. Fachmesse für Arbeitssicherheit, am Arbeitsplatz Gesundheitsschutz & Gesundheitsförderung AssAnzeige14_185_135.indd :51:30 «Perfektion im kubischen Design» UMWELTTECHNIK SCHWEIZ Das Geheimnis des Dokumentenmanagement Das E-Government wird mobil Effizient und richtig frankieren Für jede Unternehmensgrösse die richtige Lösung mit den intelligenten Zufrieden mit Ihrem IC-System? Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) müssen Schlammsammler ab sofort vollständig entleert und mit Frischwasser oder Wasser wiederbefüllt werden, das die Anforderungen nach Anh. 3.3 Ziffer1 GSchV erfüllt. Dank unseren topmodernen Mobilen Aufbereitungsanlagen sind wir Ihr Partner für das gesetzeskonforme und wirtschaftliche Reinigen von Strassensammlern. Überzeugen Sie sich mit eigenen Augen bei einer Praxisdemonstration! Kontakt: Ihr Partner für Kanalreinigung Kanalsanierung Kanalinspektion Flächenreinigung Henggart Oberglatt Schaffhausen St. Gallen 24-Stunden Notfallservice Zeitschriften aus dem -Verlag Informationen, Mediadaten, Probenummern, Abonnemente Laupper AG Annoncen-Agentur Postfach Liestal Tel Fax

5 im fokus «Die Autoverwertung wird anspruchsvoller» Bis vor zehn Jahren verfolgten die Schweizer Autoimporteure das Projekt einer eigenen Verbrennungsanlage für Resh. Nach dessen Scheitern verlässt man sich auf Kehrichtverbrennungsanlagen im In- und Ausland, erklärt Daniel Christen, Geschäftsführer der Stiftung Auto-Recycling Schweiz. Interview: Pieter Poldervaart Daniel Christen, Quelle: zvg begrub die Stiftung Auto-Recycling Schweiz die Pläne, eigens für Resh eine Verbrennungsanlage zu erstellen. Warum brachen Sie die Übung ab? Daniel Christen: Wir hatten zwar die Baubewilligung für eine Anlage in Monthey/ VS in der Tasche, aber das Bundesamt für Umwelt verweigerte uns einen zeitlich befristeten Gebietsschutz. Ein solcher hätte es uns ermöglicht, zumindest in den ersten Jahren allen im Inland anfallenden Resh zu verbrennen. Ohne diese Auslastung wäre der Tonnenpreis noch höher ausgefallen, als er ohnehin schon ist. Denn das Einzugsgebiet Schweiz ist im internationalen Vergleich klein. Wie ging man weiter vor? Ziel blieb die umweltverträgliche Verwertung von Resh, also jener Leichtfraktion, die beim Schreddern von Altautos übrig bleibt. Durchschnittlich 25 Prozent des Gewichts eines Altautos entfallen auf dieses Gemisch von Kunststoffen und Verbundmaterialien, in denen auch Metalle enthalten sind. Nach Versuchen erkannten wir, dass Resh in Kehrichtverbrennungsanlagen, die dem Schweizer Standard entsprechen, problemlos verbrannt werden kann. Doch die im Resh enthaltenen Metalle sind damit verloren Nicht unbedingt. Mit dem Zentrum für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung (ZAR), an dem wir beteiligt sind, zeigen wir, dass KVA mit Trockenaustrag es erlauben, einen grossen Teil auch kleinster Metallpartikel aus der Schlacke zurückzugewinnen. Ein zweiter Weg für Schwermetalle mit tiefem Schmelzpunkt wie etwa Zink ist die nass-chemische Aufarbeitung der Filterasche. Bei der KEBAG in Zuchwil wird heute schon reines Zink extrahiert. Schliesslich gewinnen alle KVA mit der Verbrennung von Resh auch Energie ging aber rund die Hälfte des Schweizer Reshs nach Deutschland In deutschen KVA werden ebenfalls Metalle und Energie zurückgewonnen, wenn auch teils weniger effizient als in Schweizer KVA. Deutsche Anlagen sind deutlich günstiger als Schweizer KVA, denn in unserem nördlichen Nachbarland gibt es im Verbrennungsbereich Überkapazitäten. Dennoch ist es das erklärte Ziel unserer Stiftung, den im Inland verwerteten Anteil zu erhöhen. Sie könnten dies ja direkt steuern, immerhin subventionieren Sie die Entsorgung jedes Autos mit 18 Franken. Tatsächlich überlegen wir uns, wie der inländische Verwertungsanteil erhöht werden kann. Es sind verschiedene Möglichkeiten denkbar, die zurzeit untersucht werden. Woher stammt eigentlich das Geld? Pro importiertes Auto führen Sie ja nur einen Franken in den Topf für die vorgezogene Entsorgungsgebühr ab. Es stimmt, die Abgabe beträgt seit 2005 einen Franken aber starteten wir im Hinblick auf eine eigene Anlage mit 75 Franken pro Auto, was uns erlaubte, ein Vermögen von 75 Millionen Franken zu äufnen. Das ermöglicht es uns, die erwähnten jährlich 1,8 Millionen Franken Entsorgungsbeiträge an die Schredderwerke aus dem Ertrag des Stiftungsvermögens auszuschütten. Rund Autos werden jährlich verschrottet. Ändert sich deren Zusammensetzung? Vorab: Eine noch grössere Zahl, im Jahr 2013, gingen als Gebrauchtwagen in den Export, vorwiegend nach Afrika und Asien. Aber zu Ihrer Frage: Die Computerisierung wird sich auch in der Zusammensetzung der Altautos niederschlagen, ebenso der Trend zu E-Mobilen der zahlenmässig aber noch sehr bescheiden ist. Trotzdem widersetzen Sie sich dem Vorschlag des Bundesrats, auch Elektrogeräte aus Autos in die Altelektronikverordnung VREG aufzunehmen. Aus aus unserer Sicht macht es derzeit keinen Sinn, der Zeitpunkt ist verfrüht. Es geht dem Bundesrat ja vor allem um die seltenen technischen Metalle, die bloss in sechs bis sieben Gramm pro Auto verbaut sind notabene in den heutigen Autos, die erst viel später zur Verwertung gelangen. Wenn der Anteil in Zukunft steigt, sind wir damit einverstanden, dass Informations- und Kommunikationsgeräte in Zukunft vor der Verschrottung ausgebaut werden müssen. Voraussetzung sind natürlich die technischen und marktwirtschaftlichen Bedingungen. Derzeit lohnt sich das aus unserer Sicht aber noch nicht. Monitore, Navigationsgeräte und andere IT, die defekt sind und ausgewechselt werden, kommen aber selbstverständlich heute schon ins Elektronikrecycling. UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 3

6 risikomanagement Nichtionisierende Strahlung verlässlicher Vollzug schützt vor Elektrosmog Das Mobilfunknetz wächst Jahr für Jahr. Ein gut funktionierendes Bewilligungs-, Abnahme- und Kontrollprozedere stellt sicher, dass die Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung (NIS) eingehalten werden. Pieter Poldervaart Zehn Stockwerke geht es mit dem Lift nach oben, dann zu Fuss eine Treppe hoch und wir stehen auf dem kiesbelegten Dach eines Hochhauses in der Basler Vorortsgemeinde Birsfelden. Eisig bläst die Bise. Doch der prächtige Ausblick über den Rhein Richtung Deutschland, Elsass und Baselbiet entschädigt für die Widrigkeiten. Andreas Weber, ausgerüstet mit festem Schuhwerk, Outdoorjacke, gelbem Schutzhelm und Klettergurt, würdigt die Rundsicht indes kaum eines Blickes. Ihn interessiert einzig eine 7,6 m hohe Stahlkonstruktion, die am Liftaufbau montiert ist: die Mobilfunkantenne. Sie wurde vor einigen Wochen im Auftrag der Telekom-Firma Sunrise errichtet. Jetzt soll der diplomierte Ingenieur prüfen, ob sie den Auflagen entspricht. Andreas Weber ist beim Lufthygieneamt beider Basel für den Vollzug der Verordnung über den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (NISV) zuständig. Mobilfunk- und andere Sendeantennen zählen zu den Hauptquellen von NIS-Strahlung neben elektrischen Anlagen wie Trafostationen, Hochspannungs- oder Eisenbahnleitungen, deren Kontrolle in erster Linie dem Bund obliegt. Im Perimeter der beiden Basler Halbkantone sind derzeit rund 750 Aussenanlagen in Betrieb, dazu kommen etwa 280 Innenraumantennen. «Orte mit empfindlicher Nutzung» gesucht Bei der heutigen Bauabnahme in Birsfelden geht es allerdings nicht um Strahlungsemissionen, sondern um die mechanischen Details der Antenne: Wurde sie am richtigen Ort platziert? Der mobile Datenstrom in der Schweiz verdoppelt sich jedes Jahr entsprechend gross ist der Druck auf die Anbieter, das Netz auszubauen. Foto: Die Post/zvg. Strahlt sie in die korrekte Richtung? Mit dem Distometer prüft der Ingenieur zudem, ob die Höhe der Antenne stimmt. Und schliesslich eruiert er, ob die Neigungswinkel der drei Sendepanels den Vorgaben aus der Baubewilligung entsprechen. Ausser einer Kleinigkeit gibt es nichts zu bemängeln; die Antenne kann also demnächst in Betrieb genommen werden. Andreas Weber steht bereits zum zweiten Mal auf dieser luftigen Dachterrasse nach dem Einreichen des Baugesuchs durch Sunrise hatte er mithilfe des Tachymeters die Höhen von «Orten mit empfindlicher Nutzung» (OMEN) in der Umgebung der geplanten Sendeanlage ermittelt. OMEN sind Räume, wo sich Menschen während längerer Zeit aufhalten, zum Beispiel Schulen, Büros oder Wohnungen. Hier kommt für die Begrenzung der Strahlung der Anlagegrenzwert zur Anwendung, den der Bundesrat 1999 im Sinn der Vorsorge festgelegt hat. Dieser Wert liegt ungefähr um den Faktor 10 tiefer als der Immissionsgrenzwert, der etwa auf dem Liftschacht gilt, wo Menschen nur kurze Zeit anwesend sind. Bei der Prüfung des Baugesuchs werden die örtlichen Gegebenheiten und allenfalls benachbarte Mobilfunkantennen auch wenn sich diese erst im Baubewilligungsprozess befinden in die Berechnungen einbezogen. Recht auf Einsprachen und Beschwerden Die Mobilfunkunternehmen müssen in einem Standortdatenblatt rechnerisch nachweisen, dass die Grenzwerte der NIS-Verordnung beim Betrieb mit der maximal vorgesehenen Sendeleistung eingehalten werden. Das Lufthygieneamt beider Basel überprüft diese Angaben anhand der ermittelten Höhen, mit GIS-Daten und mit Modellierungssoftware. Fällt diese Prüfung positiv aus, folgt die öffentliche Publikation des Baugesuchs. Die betroffene Bevölkerung kann ihre Interessen wahrnehmen und in den meisten Kantonen schon im erstinstanzlichen Bewilligungsverfahren Einsprache erheben. Erfüllt das Projekt alle rechtlichen Anforderungen, stellt die Behörde eine Baubewilligung aus, die für jede Antenne jeweils Typ, Montageort, Frequenzband sowie Sendeleistung und -richtung festlegt. Auch dagegen können die Betroffenen bei den Gerichten Beschwerde führen. Nach der Bauabnahme erfolgt in vielen Fällen eine Abnahmemessung der Strahlung durch ein akkreditiertes Unternehmen. Dabei wird 4 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

7 risikomanagement geprüft, ob die Anlagegrenzwerte an den OMEN tatsächlich eingehalten werden. Der Messbericht geht zur Prüfung an das Lufthygieneamt beider Basel. Bei positivem Resultat gibt dieses grünes Licht für die Freigabe der Anlage. Die Mobilfunkbetreiber sind sodann verpflichtet, im Rahmen ihrer Konzession dem Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) alle zwei Wochen Daten über den Standort ihrer Anlagen sowie über die Funkdienste, Frequenzen, Senderichtungen und Sendeleistungen zu übermitteln. Diese Daten sind für die kantonalen oder städtischen NIS-Fachstellen einsehbar. Bei Auffälligkeiten kontaktieren die Fachstellen den verantwortlichen Betreiber. Erfahrungsaustausch führt zu gutem Vollzug Das Prozedere hat sich bewährt. Dazu tragen auch die Vollzugshilfen und die Messempfehlungen des BAFU zur NISV bei. Diese werden von allen kantonalen und städtischen Fachstellen angewendet und in der interkantonalen Arbeitsgruppe NIS gemeinsam diskutiert. Der regelmässige Austausch mit den Kollegen sei sehr wichtig, sagt Andreas Weber. «Man kann so von Erfahrungen profitieren, die andere Kantone bereits gemacht haben, und sich über technische Entwicklungen bei der Berechnung und Messung der Strahlung sowie der Überwachung bestehender Anlagen informieren.» Die kantonalen NIS-Fachstellen tauschen sich auch immer wieder mit den Bundesbehörden aus. Jürg Baumann, Leiter der Sektion NIS beim BAFU, sieht in diesem engen fachlichen Dialog einen wichtigen Erfolgsfaktor für den gut funktionierenden Vollzug der NISV. «So sind wir über die Probleme an der Front aus erster Hand informiert und können bei Bedarf Die steigende Zahl von Anwendungen des Smartphones führt dazu, dass vor allem auch in Gebäuden die Ansprüche an den Mobilfunkempfang steigen. Foto: Swisscom/ zvg. mit praxisgerechten Empfehlungen reagieren», sagt Jürg Baumann. Beispielsweise sei vereinbart worden, dass ein Mobilfunkbetreiber die verschiedenen Funkdienste und teilweise auch die Frequenzbänder innerhalb einer Antenne ohne grosse Formalitäten neu belegen dürfe, wenn die Gesamtbelastung dadurch nicht zunimmt. «Dies hat den Verwaltungsaufwand von Anbietern und Behörden reduziert, ohne den Schutz der Bevölkerung zu mindern», betont der BAFU-Strahlungsexperte. Kritische Bevölkerung verlangt intensive Kontrolle Jürg Baumann stellt zudem fest, dass die Arbeit der Behörden im Bereich NIS vielerorts von besorgten Bürgerinnen und Bürgern sehr genau verfolgt wird. Entsprechend sorgfältig würden die Verfahren in den Kantonen abgewickelt. Er attestiert den kantonalen Fachstellen trotz unterschiedlicher Vorgehensweisen und Kontrollintensität hohe Fachkompetenz und den Willen, den Schutz der Bevölkerung vor der Mobilfunkstrahlung durchzusetzen. Bis eine Mobilfunkantenne steht, durchläuft das Projekt ein aufwändiges Prozedere. Foto: Swisscom/zvg. Dies bleibe auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe, da die Telekom-Branche weiterhin stark expandiere. «War es früher die Zahl der Mobilfunkteilnehmenden, welche die Anlagen ans Limit brachten, ist heute die exponentiell wachsende Datenmenge entscheidend», folgert der NIS-Spezialist. Fachleute rechnen damit, dass sich der Datenstrom nicht zuletzt wegen der zunehmenden Verbreitung von Smartphones Jahr für Jahr verdoppeln wird. Ein steter Ausbau der Mobilfunknetze bedeutet zusätzliche Antennenanlagen sowohl im Freien als auch im Innern von Gebäuden, wo bereits heute der Grossteil der mobil übertragenen Daten anfällt. Es gibt zudem Bestrebungen, dem Mobilfunk künftig mehr Frequenzen zuzuteilen. Häufig ist das Aufschalten zusätzlicher Frequenzbänder auf einer bestehenden Anlage mit einer erhöhten Sendeleistung oder mit einem Ersatz von Antennen verbunden, was wiederum eine sorgfältige Kontrolle durch die Bewilligungsbehörden erfordert. Qualitätssicherungssystem löst Alarm aus Die Behörden sind zudem mit dem Trend konfrontiert, dass die Antennenbetreiber die Anlagegrenzwerte der NIS-Verordnung zunehmend ausreizen. Das Bundesgericht hat auf diese Entwicklung reagiert und wirkungsvolle Betriebskontrollen verlangt. Auf Empfehlung des BAFU haben sich die Mobilfunkbetreiber deshalb verpflichtet, ein Qualitätssicherungssystem (QS-System) einzuführen. Dabei werden die realen Betriebsparameter sämtlicher Antennen täglich mit den bewilligten Eckdaten verglichen. Im Fall von Abweichungen löst das QS-System automatisch Alarm aus. Zudem liess das BAFU in den Jahren 2010 und 2011 überprüfen, ob die in den QS-Systemen enthaltenen Daten aktuell und korrekt sind und ob Abweichungen erkannt werden. Von 383 zufällig ausgewählten Mobilfunkanlagen ergaben sich nur bei 14 «geringfügige technische Abweichungen» von der Bewilligung. Auch die Kantone führen Stichproben durch. Das Lufthygieneamt beider Basel etwa überprüft jährlich bei fünf bis zehn Prozent der Anlagen, ob sie der ursprünglichen Baubewilligung noch entsprechen. Nur selten werden Unregelmässigkeiten festgestellt. Mitarbeiter Andreas Weber zieht deshalb eine positive Bilanz: «Die Eigenverantwortung der Netzbetreiber und die konsequenten Kontrollen der Behörden führen zu einem insgesamt sehr befriedigenden Ergebnis.» UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 5

8 risikomanagement Die Suche nach dem Gold-Standard Der Empa-Toxikologe Harald Krug geht im Fachjournal «Angewandte Chemie» hart mit seinen Kollegen ins Gericht. Mehrere Tausend Studien zum Thema Gefährlichkeit von Nanopartikeln hat er ausgewertet und fand viel Unbrauchbares: schlampig vorbereitete Versuche und Ergebnisse ohne Aussagekraft. Doch die Empa übt nicht nur Kritik, sie erarbeitet neue, brauchbare Standards für solche Untersuchungen. Eisenoxid-Nanopartikel auf einer Zelloberfläche. Bild- Quelle: Empa Forschung an der Sicherheit von Nanopartikeln liegt im Trend. Tausende Wissenschaftler weltweit forschen an diesem Thema. So geht es etwa um die Frage, ob Titandioxid-Nanopartikel aus Sonnencremes über die Haut in den Körper gelangen, ob Kohlenstoff-Nanoröhrchen aus Elektronikprodukten so lungengefährlich sind wie einst Asbest oder ob Nanopartikel in Lebensmittel durch die Darmflora ins Blut gelangen können. Das öffentliche Interesse ist gross, die Forschungsgelder fliessen und die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten schnellt in die Höhe: Zwischen 1980 und 2010 wurden insgesamt 5000 Arbeiten publiziert, in den letzten drei Jahren kamen 5000 weitere dazu. Doch der Erkenntnisgewinn steige nur marginal denn der Grossteil der Arbeiten sei schlecht durchgeführt und für die Risikoabschätzung unbrauchbar, sagt Krug. Wie kommen Nanopartikel in den Körper? Künstlich hergestellte Nanopartikel mit Abmessungen zwischen 1 und 100 Nanometern können prinzipiell auf drei Arten in den Körper gelangen: durch die Haut, über die Lunge und über den Verdauungstrakt. Übereinstimmend kommen fast alle Arbeiten zum Ergebnis, dass gesunde, unverletzte Haut keine Nanopartikel bis in lebende Zellschichten durchlässt. Beim Weg über Magen und Darm sind sich die Forscher uneins. Doch bei genauerer Betrachtung sind viele alarmistische Meldungen von zweifelhaftem Wert etwa dann, wenn Nanopartikel aus löslichen Stoffen wie Zinkoxid oder Silber untersucht wurden. Die Partikel lösen sich auf; die in den Körper wandernden Ionen wirken als Zellgift. Doch dieser Effekt hat mit dem Thema Nanopartikel nichts zu tun, er hängt nur noch mit der Giftigkeit der (gelösten) Substanz und der aufgenommenen Dosis zusammen. Versuchstiere sterben sinnlos drastische Überdosen und andere Fehler Auch fand Krug heraus, dass manche Experimentatoren ihre Versuchstiere mit absurd hohen Mengen an Nanopartikeln traktieren. So fütterten chinesische Wissenschaftler Mäuse mit fünf Gramm Titanoxid pro Kilogramm Körpergewicht, ohne Effekte festzustellen. Zum Vergleich: Die halbe Menge Kochsalz hätte die Tiere bereits getötet. Auch bei der Untersuchung der Lungengängigkeit von Nanopartikeln wird geschlampt und geschludert: Inhalationsversuche sind teuer und aufwändig, weil dafür eine definierte Menge Partikel in der Luft verwirbelt werden muss. Einfacher ist es, die Partikel direkt in die Luftröhre des Tiers zu platzieren («Instillation»). Dabei übertreiben manche Forscherinnen und Forscher derart, dass die Tiere an der schieren Masse der Nanopartikel ersticken. Andere verzichten zwar auf Tierversuche und unternehmen in vitro-versuche an Zellen. Doch auch hier werden Zellkulturen unter 500 Nanometer dicken Schichten Nanopartikeln so zugedeckt, dass sie allein an Nährstoff- und Sauerstoffmangel sterben nicht etwa am Nano-Effekt. Und selbst die sorgfältigste Untersuchung bleibt wertlos, wenn die eingesetzten Partikel zuvor nicht genauestens charakterisiert wurden. Manche Forscher haben sich diese Vorarbeit schlicht erspart und nehmen die Partikel «wie vom Hersteller geliefert». Wissenschaftlich nachprüfbar sind solche Versuche nicht, mahnt Krug an. Die Lösung: Ringversuche mit Standardmaterialien Die Empa arbeitet daher gemeinsam mit Forschern des «Powder Technology Laboratory» der EPFL, mit Industriepartnern und mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) an einer Lösung des Problems: Am 9. Oktober startete das vom Kompetenzzentrum des ETH-Bereiches CCMX unterstützte «NanoScreen»-Programm, ein Projekt im Rahmen der «CCMX Materials Challenges», welches in den nächsten Jahren unter anderem ein Set prävalidierter Methoden für Laborversuche hervorbringen soll. Dazu werden Testmaterialien verwendet, die eine eng definierte Grössenverteilung besitzen, gut dokumentierte biologische und chemische Eigenschaften haben und in bestimmten Parametern veränderbar sind etwa in der Oberflächenladung. «Mit Hilfe dieser Methoden und Testsubstanzen können internationale Labors ihre Versuche dann gegenseitig vergleichen, verifizieren und wenn nötig verbessern», erläutert Peter Wick, Leiter der Empa-Abteilung «Materials-Biology Interactions». Statt des bisherigen «Stocherns im Nebel» gebe es dann die Chance auf international abgestimmte Forschungsstrategien, um das Gefahrenpotential neuer Nanopartikel nicht nur nachträglich abzuklären, sondern sogar voraussagen zu können. Die Schweizer Teams koordinieren ihre Forschungsaktivitäten daher auf internationaler Ebene mit dem «National Institute of Standards and Technology» (NIST) in den USA, dem «Joint Research Center» (JRC) der Europäischen Kommission und dem «Korean Institute of Standards and Science» (KRISS). Empa Prof. Dr. Harald F. Krug, International Research Cooperations, Tel , Dr. Peter Wick Materials-Biology Interactions Tel UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

9 anlagentechnik KEHRICHTVERBRENNUNGSANLAGE KVA Hinwil mit neuem Kommandoraum Das unter Betrieb realisierte Projekt vereinfacht Bedienung und Wartung Die Neugestaltung des Kommandoraumes erforderte zur Platzbeschaffung umfangreiche Vorarbeiten. Der anschliessende Umbau mit Nach- und Neuausrüstungen sowie parallel laufenden Rückbauten verlangte von allen Beteiligten hohe Einsatzbereitschaft. Zur Verfügung steht nun eine für weitere Ausbauten gerüstete Betriebsleitebene. Auslöser von Sanierungen in Kehrichtverbrennungsanlagen sind mehrheitlich die verfahrenstechnischen Anlagen. Bau-, Energie- und Gebäudetechnik werden davon in unterschiedlichem Masse betroffen. Meist involviert ist dagegen die Betriebsleittechnik und damit auch deren Einrichtungen im Kommandoraum. Gründe für Um- und Neuausrüstungen sind u.a. altersbedingter Ersatz von Anlagen, Einbezug neuer verfahrenstechnischer Erkenntnisse, Nachrüstungsbedarf infolge neu geltender Verordnungen, Erweiterung des Angebotes (Wärmenutzung) und Ausweitung der Abstoffbehandlung (Recycling). Sanierungen wirken sich bei den elektrischen Anlagen erschwerend durch deren stark voneinander abweichenden Lebenszyklen aus. Die mittlere Lebensdauer der zur Energieversorgung zählenden Anlagen beträgt um die 40 Jahre, diejenige der Mess-, Steuer- und Leittechnik auf SPS-Basis rund 20 Jahre und die der EDV- Leittechnik zuzuordnenden Einrichtungen etwa 10 Jahre. Weitere Erschwernisse ergeben sich durch den zeitlich bedingten Stand der Technik und den damit verbundenen unterschiedlichen Schnittstellen. Ein zumindest vorübergehendes Nebeneinander von Anlagen verschiedener Technik, Architektur und Bedienung ist daher nicht zu umgehen. Die angestrebte einheitliche Bedienerebene lässt sich am effizientesten erreichen, wenn die Anlagen einem Betriebsleitsystem zugeordnet und auf vergleichbaren Stand der Technik gebracht werden können. Dies zu realisieren hatte die im Jahre 2007 ausgearbeitete Machbarkeitsstudie für einen neuen Kommandoraum zum Zweck. Stand von 2007 Steuer- und Lastkreis der 1976 in Betrieb gegangenen Ofenlinien 2+3 befanden sich noch vollumfänglich im Kommandoraum; Schalter und Messinstrumente im Pult und die Leistungskomponenten in Schränken eingebaut. Desgleichen die Steuerung der 13,5 MVA-Turbogruppe für die beiden Ofenlinien. Vermehrte Störungsanfälligkeit und Probleme in der Ersatzteilbeschaffung verlangten nach einer Erneuerung dieser Anlagen. Die im Jahre 1996 in Betrieb gestellte neue Ofenlinie 1 mit einer ebenfalls 13,5 MVA starken Turbogruppe verfügt über dezentral platzierte MCC-Einheiten; als Leitsystem diente das von Sulzer eingesetzte Fabrikat Foxboro. Zur gleichen Zeit kam das rechnergestützte Steuersystem der Firma Mauell für die Überwachung und Bedienung der Mittelspannungsanlagen zum Einsatz. Im Jahr 2001 entschied sich die Bauherrschaft für das Betriebsleitsystem Provex der Firma Chestonag als mittelfristiger Ersatz für das System Foxboro. Das gesteckte Ziel war, als erstes die neu hinzugekommenen und danach schrittweise die übrigen Anlagen ins neue Leitsystem zu übernehmen - mit Ausnahme des aus Sicherheitsgründen weiterhin autonom betriebenen Steuersystems für die Mittelspannungsanlagen. Vorarbeiten Zur Hauptsache bestanden die Vorarbeiten aus dem altersbedingten Ersatz der elektrischen Einrichtungen für die Ofenlinien 2+3 und deren Neuplatzierung zur Platzbeschaffung im Kommandoraum. Dazu erforderlich war der Bau weiterer Apparateräume; zur Verfügung stand der seit Abbruch der alten Ofenlinie 1 ungenutzte Raum im zentralen Trakt. Auf vier Etagen, verbunden über ein eigenes Treppenhaus, entstanden über Steigtrassen allseits erschlossene und mit einem Blindboden ausgerüstete Apparateräume. Das neue Platzangebot ermöglichte auch den seit längerem Neuer Kommandoraum mit den Bedienstationen für die Ofenlinien 1-3 und Rauchgasreinigung UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 7

10 anlagentechnik angestrebten Ringschluss der Mittelspannungsanlagen. Auf oberster Kote, versehen mit einer Deckenöffnung für das Einbringen von Trafos und MS-Felder, wurde die für eine durchgängige MS-Versorgung im Ring benötigte Station installiert. In den tiefer gelegenen Apparateräumen kamen die NS-Hauptverteilungen, die MCC-Einheiten sowie die USV- und Gleichspannungsanlagen für die Ofenlinien 2+3 zu stehen. Insgesamt vier Jahre ( ) erforderten die Vorarbeiten, ausgehend von der genehmigten Machbarkeitsstudie bis zum Abschluss aller Installations- und Testarbeiten. Betriebsunterbrüche von nur wenigen Tagen waren dazu erforderlich; trotz den äusserst umfangreichen Bau- und Ausrüstungsarbeiten. Teil der Vorarbeiten; die neue Niederspannungshauptverteilung für die Ofenlinien 2+3 Umbau Kommandoraum Ausser Frage stand die Neugestaltung des Kommandoraumes an bisheriger Stelle. Dazu wurden verschiedene Varianten ausgearbeitet; allen gemeinsam war die Beibehaltung des betriebszentralen Charakters. Der Kommandoraum als Durchgang, wo sich quasi die Wege des Betriebspersonals kreuzen, wo die Informationen über Betriebsleitsystem und Videoüberwachung zur Verfügung stehen und wo zwischen Schichtführer und Unterhaltspersonal das weitere Vorgehen besprochen wird. Zur Ausführung gelangte jene Variante, welche auf weitere rund 15 Jahre das beste Kosten-/ Nutzenverhältnis aufwies. Mittels Vornahme von Rückbauten, provisorischer Umlegung diverser Kabel und teils mehrmaligem Verrücken bleibender Schaltschränke erfolgte die Platzbeschaffung für einen neuen Unterbau, bestehend aus Blindboden und Kabelbahnen. Dies liess sich, einem genauen Ablaufplan folgend, nur in Etappen ausführen. Notwendige Wieder- und Neuinstallationen von Anlagen oder Teile davon kamen anschliessend zur Ausführung. Massgebend mitbestimmt wurde der Ablauf durch die zu gewährleistende, weitgehende Aufrechterhaltung des Betriebes. Die kurzen Umschlusszeiten verlangten umfangreiche Kontrollarbeiten vor, während und nach jeder einzelnen Etappe. Trotz exakter Vorbereitung, umsichtiger Arbeitsausführung und regelmässiger Funktionstests gab es im Verlaufe der Umbauten den einen oder anderen Sonderfall zu lösen. Auf- und Ausbau Leitsystem Erfassung und Aufbereitung der Daten von und nach den einzelnen Anlagen erfolgt über ein Kommandoraum vor dem Umbau; ein Spiegelbild der diversen Ausbauetappen. Autonomes Steuersystem für die Mittelspannungsanlagen in provisorischer Position. Kommandoraum nach dem Umbau mit einheitlicher Bedienerebene. 8 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

11 anlagentechnik Prozessbilder von Ofen 2; links die Übersicht und rechts das Verfahrensschema für Wasser und Dampf. SPS-System von Firma Siemens, Typ S7-400 mit abgesetzten, über Profibus erschlossene I/0-Module Typ ET-200S. Die Datenverarbeitung umfasst ein in Ringtopologie aufgebautes, redundantes Netzwerk, zwei Server und bis zu 10 Bedienstationen. Aktuell verarbeitet das Betriebsleitsystem Provex rund Datenpunkte, die über 46 anlagebezogene SPS- Steuerungen ins redundante Netzwerk eingekoppelt werden. Auf rund 160 Prozessbildern werden die Anlagen visualisiert und mittels zahlreicher Diagramme und Statuslisten lässt sich deren Betriebsverlauf verfolgen. Frontseitig im Kommandoraum, mit Blick auf die Videobildschirme, befinden sich vier Bedienstationen. Jede dieser Stationen besitzt vier Bildschirme, auf denen sich die aufbereitete Information in frei wählbarer Zuteilung darstellen lässt. Als zweckmässig für den Betrieb erweist sich eine fixe, verfahrens- und lagebezogene Zuordnung der Bedienstationen in Ofenlinie 2, Ofenlinie 3, Ofenlinie 1 und Rauchgasreinigungsanlage. Rückseitig angeordnet sind zwei Bedienstationen für den Support, die bei Bedarf auch dem Betriebspersonal zur Verfügung stehen. Ein weiterer Platz ist reserviert für die Trockenschlackenaufbereitungsanlage. Videound Brandmeldeanlagen funktionieren autonom; deren Bediensysteme belegen vorderhand den vierten rückseitigen Arbeitsplatz. Über je einen Bildschirm besteht in beiden Kranführerständen Zugriff auf sämtliche Informationen des Leitsystems. Weitere Projekte Ein Pilotprojekt bringt die KVA Hinwil auf den Weg in Richtung Kompetenzzentrum für Recycling. Im Fokus steht die Rückgewinnung metallhaltiger Abfälle aus der Schlacke; ein Gemeinschaftsprojekt fünf zürcherischer Kehrichtverwertungsanlagen (Dietikon, Hinwil, Horgen, Winterthur und Zürich/Hagenholz). Die als Trockenschlackenaufbereitung bezeichnete Anlage wird, nach jetzigem Stand, Mitte 2015 in Betrieb gehen. Die Infrastruktur auf Seite Energieversorgung und Betriebsleitsystem mit neuem Kommandoraum steht für den Anschluss dieser weltweit ersten Recyclinganlage zur Verfügung. Bereits realisiert ist die exzellente Wärmeverwertung in der Stromgewinnung mittels zweier Turbogruppen, dem Fernwärme- netz und der Abwärmeabgabe an nahestehende Gewächshäuser. Mit dem zweiten sich im Bau befindlichen Gewächshaus vergrössert sich die Anbaufläche auf 2x m 2. Es handelt sich wohl nur um die vorläufig letzten Ausbauten; Veränderungen in Nutzung und Verfahrenstechnik werden weitere zur Folge haben. KVA Hinwil Zweckverband Kehrichtverwertung Zürcher Oberland / KEZO Geschäftsführer Daniel Böni Projektleiter Edy Filli Wildbachstrasse 2, 8340 Hinwil WSP W. Schefer + Partner Ingenieurbüro AG Projekt-, Bauleitung und Koordination der elektrischen Anlagen Text und Fotos Kemptnerstrasse 7, 8340 Hinwil KVA Hinwil mit neuer Rauchgasreinigung; im Vordergrund das ersterstellte Gewächshaus, in Bauausführung die Trockenschlackenaufbereitung und das zweite Gewächshaus. UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 9

12 anlagentechnik Am Puls der schlauen Netze Durch volatile Energie aus Wind und Sonne können sich Energieflüsse im Stromnetz innerhalb weniger Sekunden massiv ändern. Um das Risiko eines Stromausfalls zu verringern, muss das Stromnetz überwacht werden. Das geschieht zunehmend mit Phasor Measurement Units (PMUs), die das METAS prüft und kalibriert. Gleichzeitig wird die metrologische Infrastruktur für den Einsatz von Smart Grids weiter ausgebaut. Christian Mester Ein funktionierendes Leben ohne Strom aus der Steckdose ist heute praktisch unvorstellbar. Zum Glück ist ein Stromausfall hierzulande ein relativ seltenes Ereignis [1]. Die gesamtwirtschaftlichen Kosten für einen schweizweiten Stromausfall werden auf bis zu 30 Millionen Franken pro Minute geschätzt [2]. Erneuerbar und dezentral Die Netze für die elektrische Energieversorgung wurden vor Jahrzehnten dafür ausgelegt, Energie von grossen Kraftwerken zu den Verbrauchern zu transportieren. Heutzutage wird aber in zunehmendem Masse elektrische Energie dezentral erzeugt. Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren beschleunigt, nachdem beschlossen wurde, die CO2-Emissionen zu reduzieren und aus der Kernenergie auszusteigen. Während Atomkraftwerke noch konstante Energie liefern, sind Sonne und Wind nicht planbar. Photovoltaik-Anlagen liefern im Sommer zu viel Strom, im Herbst und Winter sind es die Windkraftanlagen, die das europäische Netz an die Leistungsgrenze bringen. Bei einem weiteren Zubau dieser Energien müssen Netzengpässe, auch wenn sie meist punktuell und saisonal auftreten, vermieden werden. Der vom METAS entwickelte PMU-Kalibrator kalibriert einen PMU in einem halben Tag. Der Einsatz von Smart Grids Stromverbrauch senken, Stromnetze ausbauen und Energieforschung verstärken, das sind drei prioritäre Punkte der Energiestrategie 2050 des Bundes [3]. Was einfach tönt, fordert aber ein gesellschaftliches Umdenken und technologische Anpassungen der Industrie. Der Ausbau der Netze beispielsweise schreitet aufgrund zahlreicher Einsprachen sehr viel langsamer voran, als dies aus technischer Sicht erforderlich wäre. Schneller ist die Veränderung zu Smart Grids. Diese sogenannten intelligenten Stromnetze umfassen die kommunikative Vernetzung und Steuerung der Elektrizitätsversorgung. Dazu werden alle Beteiligten miteinbezogen: Stromerzeuger, Speicher, Verbraucher sowie Betreiber der Energieübertragungs- und -verteilnetze. Diese Koordination ermöglicht eine Optimierung der miteinander verbundenen Elemente und einen zuverlässigen Systembetrieb. Um dies sicherzustellen, braucht es somit zunächst einmal mehr und modernere Messgeräte, die in kürzeren Intervallen an mehr Orten mehr Kenngrössen ermitteln. PMUs überwachen Smart Grids Diese Messgeräte werden Phasor Measurement Units (PMUs) genannt. Die PMUs messen in der Regel 50 Mal pro Sekunde synchronisiert die Amplitude von Spannung und Strom. Zentral dabei ist, dass PMUs die Phasenlage bezogen auf eine gemeinsame Referenz, analysieren. So ermöglichen sie, früher als dies mit bisherigen Mitteln möglich ist, Stabilitätsprobleme und somit Ausfallrisiken zu erkennen. Hierbei sind verschiedene Elemente wesentlich: Erfolgte der Energiefluss in der Vergangenheit noch von den höheren zu den niedrigeren 10 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

13 Unterflursysteme von H&G. Ideen für eine saubere Umwelt. Unauffällig. Barrierefrei. Leise. Sicher. Intelligente Stromversorgung bedeutet Zustandsanalyse und kommunikative Vernetzung. Netzebenen, ist dies heute nicht mehr in jedem Fall zutreffend. Beispielsweise speisen die meisten Photovoltaik-Anlagen Strom in niedrige Netzebenen ein. Mehr Einflussfaktoren als bisher erschweren somit die Vorhersagen; insbesondere die Wetterlage hat über ihren Einfluss auf Wind und Sonnenschein an Bedeutung gewonnen. Traditionelle Methoden zur Netzzustandsschätzung reagieren auf schnelle Zustandsänderungen zu langsam, um Einbrüche bei leistungsstarken Verbrauchern oder Erzeugern erkennen zu können. Sicherer Betrieb nur mit Messsystem: Vorhandene Leitungen und Kabel müssen mit grösseren Leistungen betrieben werden als ursprünglich geplant. Ein sicherer Betrieb mit geringeren Sicherheitsmargen kann nur mit verbesserten Messsystemen gewährleistet werden. Der Anteil von Oberschwingungen und Zwischenharmonischen (sinusförmige Schwingungen, deren Frequenz kein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz von 50 Hz ist) kann nicht mehr in allen Fällen vernachlässigt werden. Als Erzeuger von Oberschwingungen gelten Stromrichter, die den Wechselstrom zu Gleichstrom umformen und umgekehrt. Fast in allen elektronischen Geräten findet man sie: Computer, Unterhaltungselektronik, Leuchten mit Dimmern sowie Photovoltaik-Anlagen. PMUs dürfen durch Oberschwingungen und Zwischenharmonische nicht beeinflusst werden. Vorsorgen durch Messen Die Gleichzeitigkeit von Messwerten kann nur durch Synchronisierung erkannt werden. Nur so können zusammengehörige Messwerte ver- wendet werden, um den Zustand des Netzes zu ermitteln und Oszillationen zu erkennen. Eine der Hauptempfehlungen des Ermittlungsberichts zum grossen nordamerikanischen Stromausfall von 2003 ist, das Netz als Ganzes besser zu überwachen. In der Folge wurden in Nordamerika zahlreiche PMUs installiert. In China und Indien ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. In naher Zukunft ist auch in Europa mit einem grossflächigen Einsatz von PMUs zu rechnen. Einzelne Übertragungsnetzbetreiber führen bereits Pilotprojekte durch. Zunehmend verlangen Käufer rückführbar kalibrierte und bauartgeprüfte Messgeräte, weil die Messwerte sonst nicht interpretierbar sind. Das METAS kalibriert PMUs Das METAS arbeitet daher, auch im Rahmen der EMRP-Projekte Smart Grid I [4] und II [5], am Aufbau eines Messplatzes zur Kalibrierung von PMUs. Heute können bereits alle statischen Prüfungen der IEEE-Norm C von 2005 durchgeführt werden. Diese haben sich in der Praxis als wichtig, aber nicht ausreichend herausgestellt. Im Jahr 2011 wurde daher eine um dynamische Prüfungen ergänzte Norm verabschiedet, die aber noch umgesetzt werden muss. Das ME- TAS wird als einziges nicht-amerikanisches nationales Metrologieinstitut an einem nordamerikanischen PMU-Ringvergleich teilnehmen und seine Dienstleistungen in diesem Bereich kontinuierlich auf- und ausbauen. Quelle: METAS, METinfo 2/2014 Wir finden die beste Lösung für Ihre spezielle Situation. Sprechen Sie mit uns. +49(0)2736/ Entsorgungssysteme GmbH, Burbach (D)

14 Klimaschutz Klimaschutz: Technologiefonds des Bundes operativ Ab 1. November 2014 ist der Technologiefonds, ein klimapolitisches Instrument des Bundes, operativ. Innovative Unternehmen können beim Fonds eine Bürgschaft beantragen. So will der Bund Innovationen fördern, die Treibhausgase oder den Ressourcenverbrauch senken oder den Einsatz erneuerbarer Energien begünstigen. Der Technologiefonds ist im CO2-Gesetz verankert. Bis 2020 sind jährlich maximal 25 Millionen CHF aus den Einnahmen der CO2-Abgabe für den Technologiefonds zweckgebunden. Ab 2015 können Unternehmen durch Darlehensbürgschaften aus dem Fonds unterstützt werden, wenn sie neuartige klimafreundliche oder ressourcenschonende Produkte und Verfahren entwickeln und vermarkten. Dies können beispielsweise innovative Technologien in der Gebäudetechnik und in der Mobilität sowie für umweltschonende Heizung, Kühlung, Energieerzeugung, -speicherung und -management sein oder auch solche zur Reduktion von Emissionen in industriellen Produktionsprozessen oder in der Land- und Forstwirtschaft. Verbürgt werden bis zu drei Millionen CHF für eine Laufzeit von maximal 10 Jahren. Bei positiver Beurteilung erhalten die Unternehmen eine Zusicherung. Die Bürgschaft wird Banken oder anderen geeigneten Darlehensgebern gewährt. Finanzierungslücke überbrücken Der Technologiefonds unterstützt marktfähige Innovationen, die ohne die Bürgschaft nicht realisiert würden. Er überbrückt die Finanzierungslücke im Innovationszyklus während der Vermarktungsphase. Der Fonds hilft insbesondere Schweizer KMU, zu guten Bedingungen an Fremdkapital zu gelangen. Er wirkt komplementär zu den bestehenden Förderinstrumenten des Bundes wie zum Beispiel der Förderung von Umwelttechnologie und Energieforschung oder den Unterstützungsangeboten der Kommission für Technologie und Innovation KTI. Einreichen der Bürgschaftsgesuche ab 1. November 2014 Für die Prüfung der Gesuche und die Begleitung der Bürgschaften wurde im Rahmen eines WTO-Verfahrens Emerald Technology Ventures zusammen mit South Pole Carbon zur externen Geschäftsstelle bestimmt (vgl. Kasten). Die Geschäftsstelle prüft die Bürgschaftsgesuche und unterbreitet sie einem Bürgschaftskomitee, das sich aus Vertretern des Bundes und der Privatwirtschaft zusammensetzt. Das BAFU entscheidet über die Gesuche per Verfügung. Bürgschaftsgesuche können bei der Geschäftsstelle bereits ab 1. November 2014 eingereicht werden. Die Geschäftsstelle des neuen Technologiefonds Emerald Technology Ventures Emerald Technology Ventures ist ein global führender Investor in den Bereichen Energie, Wasser, neue Materialien und industrielle IT Lösungen. Im Jahre 2000 gegründet, hat Emerald bis heute in mehr als fünfzig Jungunternehmen aus drei Wagniskapitalfonds investiert und ist ein Open Innovation Partner für zahlreiche multinationale industrielle Konzerne. Emerald unterhält Büros in Zürich (Schweiz) und Toronto (Kanada) und verwaltete seit der Gründung Vermögenswerte von über 660 Millionen USD. South Pole Carbon South Pole Carbon bietet Lösungen und Dienstleistungen im Nachhaltigkeitsbereich an. Das Unternehmen ist darauf spezialisiert, Marktmechanismen zu entwickeln, die den Kampf gegen den Klimawandel voranbringen. Das Unternehmen, mit Hauptsitz in Zürich, betreibt 17 Niederlassungen weltweit. South Pole Carbon wurde 2014 zum vierten Mal in Folge zum Best Project Developer Environmental Finance gewählt Bundesamt für Umwelt BAFU 12 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

15 klimaschutz CO2-Verordnung: Der Bundesrat will Projekte im Inland erleichtern Am 8. Oktober 2014 hat der Bundesrat verschiedene technische Änderungen der Verordnung über die Reduktion der CO2- Emissionen gutgeheissen. Mit diesen Änderungen soll die Durchführung von Projekten zur Emissionsverminderung im Inland erleichtert werden. Zudem wurden neue Bestimmungen hinzugefügt, die eine Lösung bieten für Unternehmen, die gegenwärtig auf dem inländischen Markt nicht genügend Emissionsrechte erwerben können. Diese Änderungen werden per 1. Dezember 2014 in Kraft gesetzt. Die Verordnung über die Reduktion der CO2- Emissionen (CO2-Verordnung) ist seit Januar 2013 in Kraft. Auf der Grundlage der ersten Erfahrungen wurde die Verordnung nun präzisiert und einige technische Anpassungen vor- genommen. Dies betrifft insbesondere folgende Bereiche: Bescheinigungen für Projekte und Programme zur Emissionsverminderung im Inland, Vorschriften über die CO2-Emissionen von erstmals in Verkehr gesetzten Personenwagen, Emissionshandelssystem (EHS), Befreiung von der CO2-Abgabe für Unternehmen, die nicht am EHS teilnehmen, Technologiefonds für die Vergabe von Bürgschaften sowie das Schweizer Emissionshandelsregister. Diese Präzisierungen und Änderungen stiessen in der Anhörung bei den betroffenen Kreisen mehrheitlich auf Zustimmung. Lösung für Unternehmen, die zur Teilnahme am Emissionshandelssystem (EHS) verpflichtet sind Die CO2-Verordnung wurde um Bestimmungen für Härtefälle ergänzt. Diese bieten eine Lösung für Unternehmen, die zur Teilnahme am EHS verpflichtet sind (EHS-Unternehmen), die aber nicht genügend Emissionsrechte zu wirtschaftlich tragbaren Preisen erwerben können, weil das Emissionshandelssystem der Schweiz noch nicht mit demjenigen der Europäischen Union verknüpft ist. Auf Antrag kann das Bundesamt für Umwelt (BAFU) einem Unternehmen die maximal anrechenbare Menge der ausländischen Emissionsminderungszertifikate erhöhen, wenn sich das betreffende Unternehmen dazu verpflichtet, im selben Umfang europäische Emissionsrechte zu erwerben. Im Falle einer Verknüpfung der beiden Emissionshandelssysteme werden die Zertifikate durch europäische Emissionsrechte ersetzt, und die Unternehmen können die Zertifikate auf dem internationalen Markt verkaufen. Sollten die beiden Systeme bis 2018 nicht miteinander verknüpft sein, können die Unternehmen die ausländischen Zertifikate verwenden und die europäischen Emissionsrechte auf dem europäischen Markt verkaufen. Adresse für Rückfragen: Andrea Burkhardt Chefin der Abteilung Klima, BAFU Tel CO2-Emmissionen verringern / Kosten einsparen Durch ein PUMP-AUDIT von aran ag wird Ihnen aufgezeigt wo und wie Sie Ihre Pumpenanlagen optimieren können. Festgelegt werden: Investitionskosten, Energie-Einsparungskosten und Amortisationszeit. Umgesetztes Projekt bei einem öffentlichen Betrieb: Investitionskosten: CHF: Energieverbrauch: alt kwh/jahr Energieverbrauch: neu kwh/jahr Einsparungskosten: CHF Jahr Amortisationszeit: 2 Jahre UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 13

16 Luftreinhaltung Gasdetektionskamera von FLIR verbessert Umweltschutz und Sicherheit bei Borealis Stenungsund Steve Beynon, Business Development Manager EMEA, GF Cameras & Optical Gas Imaging, FLIR Systems Frank Liebelt, freier Journalist, Frankfurt In vielen petrochemischen Anlagen werden unsichtbare Kohlenwasserstoffgase verarbeitet. Der überwiegende Teil dieser Gase ist unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit bedenklich. Sie können giftig sein oder gesundheitliche Probleme verursachen, wenn man ihnen längere Zeit ausgesetzt ist. Andere sind hoch entflammbar, ja sogar explosiv, und die meisten umweltschädlich, wenn sie in grossen Mengen in die Atmosphäre gelangen. Daher ist die Detektion von Gaslecks in diesen petrochemischen Anlagen überaus wichtig z. B. im Borealis-Werk in Stenungsund (Schweden), in dem Polyethylen niederer Dichte (LDPE) im Hochdruckverfahren für die Kabel- und Leitungsindustrie hergestellt wird. Dort werden jährlich Tonnen Polyethylen in einer Crack-Anlage aus Ethylen hergestellt, das ein hoch entflammbares Kohlenwasserstoffgas ist. Um die Sicherheit innerhalb der Anlage weiter zu verbessern und die umweltschädlichen Auswirkungen zu verringern, setzt Borealis eine Infrarot-Gasvisualisierungskamera ein. Mit diesem Werkzeug zum Aufspüren von austretenden Gasen stellt Borealis sicher, dass die für den Prozess verantwortlichen Mitarbeiter kein Gasleck übersehen. Eine Infrarotkamera für die Gasvisualisierung ist ein schnelles, berührungsfrei arbeitendes Messinstrument, das Gaslecks in Echtzeit darstellen kann. Wo viele andere Messinstrumente dem Prüfverantwortlichen nur einen Zahlenwert präsentieren, liefern Gaserkennungskameras bildhafte Informationen, durch die das Aufspüren von Undichtigkeiten intuitiver und schneller wird. Diese Kameras lassen sich auch in schwer zugänglichen Bereichen einsetzen, da sie kleine Lecks auch aus einer gewissen Entfernung lokalisieren können. Vorteile der Gasvisualisierung per Infrarotkameratechnik Vor dem Kauf einer Gaserkennungskamera setzte Borealis so genannte «Schnüffelgeräte» ein. Diese Geräte messen die Konzentration eines bestimmten Gases an einem einzigen Standort und liefern einen Messwert der Konzentration in ppm. Der entscheidende Vorteil der Gasvisualisierungskamera ist, dass sie die Möglichkeit einer bildhaften Erkennung von Gasen bietet. Wo Gasschnüffelgeräte nur einen Zahlenwert liefern, lassen sich mit einer derartigen Kamera Lecks überall im Sichtfeld der Kamera entdecken. Das beschleunigt die Inspektionen erheblich. Jetzt, wo Borealis die Gaserkennungskamera verwendet, wird dort bei jedem Einschalten eine Schnellinspektion durchgeführt. Damit decken die Inspektoren etwa 80% der gesamten Anlage in nur 30 min ab. Um mit Schnüffelgeräten ein vergleichbares Ergebnis zu erzielen, müsste ein Team aus zehn Mitarbeitern zwei ganze Tage arbeiten. Neben der Gasvisualisierungskamera arbeitet Borealis natürlich auch weiterhin mit Schnüffelgeräten. Mit der Kamera spürt das Inspektionsteam Undichtigkeiten auf und benutzt anschiessend das Schnüffelgerät, um die Grösse des Lecks quantitativ zu bestimmen. Dabei reagiert die Kamera GF306 bei der Gaserkennungs hochempflindlich. Das Team entdeckte Lecks, bei denen das Schnüffelgerät einen Messwert von unter 100 ppm angab. Vor allem im Hochempfindlichkeits-Modus (HSM) ist diese Kamera erstaunlich empfindlich, mit ihr lassen sich sogar kleinere Gaslecks aus etwa 70 m Entfernung entdecken. Dadurch kann der Bediener solche Inspektionen aus sicherer Entfernung ausführen. Die FLIR GF306 Infrarot-Gasdetektionskamera kann Gaslecks in Echtzeit visualisieren. High-Sensitivity-Modus steigert thermische Empfindlichkeit Der High-Sensitivity-Modus (HSM) ist eine spezielle Funktion, die in alle Gaserkennungskameras der GF-Serie integriert ist. Dabei handelt es sich um eine mit Bildsubtraktion arbeitende Videoverarbeitungsfunktion, die die thermische Empfindlichkeit der Kamera effektiv steigert. Die HSM-Funktion subtrahiert einen bestimmten Prozentsatz einzelner Pixelsignale der Bilder im Videostream von den darauf folgenden Aufnahmen und verstärkt dadurch die Unterschiede zwischen den Bildern. Folglich treten mit diesem Verfahren Undichtigkeiten noch deutlicher hervor. Informationen zu allen Gaslecks, die zu reparieren sind, werden den Instandhaltungsteams mitgeteilt. In diesem Teil des Prozesses bietet die Verwendung von Gasvisualisierungskame- 14 UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

17 luftreinhaltung ras laut Jan Åke Schiller ebenfalls einen Vorteil gegenüber Schnüffelgeräten. Beim Einsatz von Schnüffelgeräten muss man die exakte Position des Lecks mit Worten beschreiben, und das kann gelegentlich schwierig sein. Mit der Gaserkennungskamera können die Inspektoren einfach eine Videodatei an den Arbeitsauftrag anhängen. Das Instandhaltungsteam sieht dann selbst, wo genau sich das Leck befindet. Dadurch muss ich weniger Zeit mit dem Erstellen von Berichten zu den Gaslecks verbringen, und dem Team steht mehr Zeit in der Anlage zur Verfügung für die Suche nach Undichtigkeiten. Gaserkennungskamera GF306 Ein Werkzeug, das so oft wie die Gasvisualisierungskamera bei Borealis in Stenungsund eingesetzt wird, muss leicht, kompakt und ergonomisch konzipiert sein, damit es nicht zu Rückenschmerzen und Verspannungen der Armmuskulatur kommt. Alle Gaserkennungskameras der GF-Serie zeichnen sich durch ihr ergonomisches Design aus. Mit ihrem drehbaren Griff, den Tasten für Direktzugriff, dem schwenkbaren Sucher und dem LC-Display ist die GF306 aus Polyethylen wird zur Herstellung verschiedenster Kunststoffprodukte verwendet. Die Bandbreite reicht von Kabelisolierungen bis zu Armaturenbrettern. Sicht des Endanwenders gestaltet. Sie bietet eine sehr gute Ergonomie, um die Sicherheit für den Bediener zu verbessern. Auch mit ihrem Gewicht von 2,4 kg ist die Kamera relativ leicht und kompakt. Die Gaserkennungskamera GF306 besitzt einen gekühlten QWIP-Detektor (Quantentopf- Infrarot-Photodetektor), der Wärmebilder mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixel und einer thermischen Empfindlichkeit von 25 mk (0,025 C) erzeugt. Die Visualisierung der Gase mit der GF-Serie beruht auf dem Prinzip der Infrarotabsorption. Gase absorbieren elektromagnetische Strahlung in bestimmten Teilen des elektromagnetischen Spektrums. Die Gaserkennungskameras der GF-Serie besitzen einen Spektralfilter, ein Focal Plane Array - Detektor und Optiken, die auf gewisse Spektralbereiche abgestimmt sind. Da das Gas sofern vorhanden- Infrarotstrahlung absorbiert, blockiert es die Strahlung von Gegenständen, die hinter dem Gas liegen. Dadurch erscheinen Gaslecks entweder als schwarze oder weisse Fahne im Wärmebild, je nachdem, ob der Anwender die Einstellung «weiss-heiss» oder «schwarz-heiss» gewählt hat. FLIR Systems GmbH Berner Strasse 81 D Frankfurt Tel. +49 (0) Fax +49 (0) UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 15

18 isolieren / dämmen Denkmal 2014 Innendämmung auch für historische Gebäude Historische Gebäude von innen zu dämmen ist eine kniffelige Angelegenheit. Denn Montagekleber, die die Isolierplatten an den Wänden halten, zerstören darunter liegende alte Anstriche. Nicht so ein spezieller Putz: Er lässt sich bei Bedarf rückstandsfrei entfernen. Auf der Messe Denkmal vom 6. bis 8. November in Leipzig stellten Fraunhofer-Entwickler den Putz sowie verschiedene Dämmsysteme vor. Spachtelt man in manchen alten Häusern die Tapeten ab, kommen unter der ersten Schicht oftmals zahlreiche ältere Farbschichten zum Vorschein. Mit grossen, ornamentalen Blumen, Schablonenmalerei oder anderen Dekoren zeugen sie von längst vergangenen Zeiten. Sind solche Schichtenpakete für viele Hausbesitzer bei der Sanierung ein Ärgernis, bringen sie Denkmalschützer zum Schwärmen zumindest wenn es sich um historische Gebäude handelt, deren Farbschichten auf der Wand gut und gerne hundert oder zweihundert Jahre alt sein können. Denn sie erlauben Rückschlüsse auf die frühere Lebensweise und den damaligen Zeitgeschmack. Nur ist es bisher nicht möglich, Häuser mit antiken Schichten durch eine Innendämmung energetisch zu sanieren: Denn die Montagekleber, die die Dämmplatten an den Wänden halten, würden die darunter liegenden alten Anstriche zerstören. Rückstandsfrei entfernbarer Putz Wie sich historische Gebäude von innen dämmen lassen, ohne den wertvollen Farbschichten und Putze den Garaus zu machen, zeigten Forscher vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP auf der Messe Denkmal vom 6. bis 8. November in Denkmalgeschützte Gebäude lassen sich mit einem speziellen Putz von innen dämmen. Der Mörtel kann bei Bedarf rückstandsfrei abgelöst werden. Fraunhofer IBP Leipzig. Das Herzstück des neuen Systems zur Innendämmung in denkmalgeschützten Gebäuden ist ein besonderer Putz er kann direkt auf die Farbschichten aufgetragen und bei Bedarf rückstandsfrei abgelöst werden.»ähnliche Verfahren gibt es bereits in der Restaurierung von Wandmalerei«, sagt Dr. Ralf Kilian, Gruppenleiter am IBP in Holzkirchen.»Diese haben wir nun in die energetische Sanierung überführt und dazu ein komplett neuartiges Putz-System entwickelt.«mit diesem reversiblen Mörtel als Basis können die Wissenschaftler beliebige Putzund Dämmsystem aufbringen. Doch trotzdem ist bei der Innendämmung generell Vorsicht geboten: Bei»falscher«Dämmung kann sich Feuchte hinter den Dämmmaterialien absetzen und die historischen Schichten zerstören. Optimale Dämmsysteme für historische Bauten Welche Dämmmaterialien eignen sich also für historische Gemäuer? Das untersuchen die Forscher in der alten Schäfflerei am Fraunhofer- Zentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege im Kloster Benediktbeuern in enger Abstimmung mit dem bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Und zwar nicht nur wie sonst üblich auf jeweils einem Quadratmeter, sondern gleich auf elf. Das Spektrum der untersuchten Dämmmaterialien reicht von traditionell bis innovativ: An den Innenwänden der Schäfflerei finden sich althergebrachte Schilfrohrmatten ebenso wie kapillaraktive Mineralschaumplatten, die eingedrungene Feuchtigkeit zurück in den Innenraum transportieren sollen. Auch zwei hochdämmende Aerogel-Dämmputze analysieren die Forscher: Diese Aerogele wurden ursprünglich bei der NASA für die Raumfahrt entwickelt. In den Laboren des IBP wurde auch das patentierte Plattenmaterial aus Rohrkolben entwickelt: Es besitzt eine gute Dämmwirkung, ist von Natur aus schimmelresistent und bestens gegen Feuchtigkeit gerüstet. Ob und wenn ja wie viel Feuchte sich hinter diesen Materialien ansammelt, überprüfen die Forscher anhand von rechnerischen Simulationen sowie durch umfangreiche Messungen, die sie in der alten Schäfflerei durchführen bei Beheizung des alten Gemäuers und gleichzeitiger hoher Raumfeuchtigkeit im Winter. In etwa zwei bis drei Jahren könnten reversible Innendämmungen für historische Gebäude marktreif sein. Dipl.-Rest. Ralf Kilian Fraunhofer-Institut für Bauphysik IB Fraunhoferstr. 10 D Valley Telefon Fax UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

19 Lüften Frischer Wind in der Lüftungsbranche Das erste MINERGIEkompatible, dezentrale Lüftungssystem der Schweiz wird in die energiefreundliche Überbauung Aletsch Campus eingebaut Die Welt schaut fasziniert auf den Aletsch- Gletscher, den grössten Gletscher der Alpen, UNESCO-Welterbe und Gradmesser in Sachen Klimawandel. Mit dem Aletsch Campus entsteht derzeit in Naters neben Wohn und Büroräumen auch das offizielle Informations- und Besucherzentrum UNESCO Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Für die Wohnungen dieses umweltsensiblen Projekts liefert EgoKiefer das intelligente, fensterintegrierte und dezentral steuerbare Ego Fresh Lüftungssystem. Intelligente Lüftungssysteme liegen im Trend; dabei werden dezentrale Lösungen für Bauherren, Lüftungstechniker und andere Baufachleute aus mehreren Gründen immer interessanter. Die EgoKiefer AG wurde nun mit dem Einbau von 199 dezentral steuerbaren Ego Fresh-Lüftungssystemen in die Wohnungen der Überbauung Aletsch Campus in Naters beauftragt. Der Campus umfasst vier Wohn- und ein Bürogebäude sowie das Besucherzentrum UNESCO Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Die Bauarbeiten dauern noch bis ins Jahr Die Nr. 1 im Schweizer Fenster- und Türenmarkt ist mit einer Niederlassung auch in Visp im Wallis beheimatet und wird das Lüftungssystem zusammen mit dem Kooperationspartner und Gebäudetechnik- Spezialisten Lauber IWISA als Gesamtlösung ausführen. "Ausschlaggebende Faktoren für die Entscheidung zugunsten Ego Fresh waren die MINERGIE-Kompatibilität sowie der Kostenvergleich mit konventionellen, also zentral gesteuerten, Wohnungslüftungen", erklärt Thomas Schütz, Projektleiter bei Lauber IWISA AG. Hervorragende Lärmdämmung Das EgoKiefer Ego Fresh Lüftungssystem wurde bereits 2012 vom Bundesamt für Energie ausgezeichnet, insbesondere weil es auch höchsten ästhetischen Anforderungen genügt und eine hervorragende Lärmdämmung ausweist. Seither wurde Ego Fresh stetig weiterentwickelt. Mit der Erfüllung der strengen Anforderungen nach SIA 2023 ist Ego Fresh das erste dezentrale mechanische Lüftungssystem, welches von MINERGIE offiziell anerkannt wird. Luftaustausch mit Wärmerückgewinnung, Schaffung eines gesunden Raumklimas, Filterung von Staub und Pollen, exzellente Lärmdämmung, Einbruchschutz und Wartungsfreundlichkeit bewähren sich bereits in verschiedensten Einbausituationen. Bereits hat das EgoKiefer Projekt in Naters die Zertifizierung durch SNBS (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz), welches vom Bundesamt für Energie unterstützt wird, erhalten. Eine MINERGIE-Zertifizierung ist in Vorbereitung. Und es versteht sich von selbst, dass die Bauherrin und Architekt Francesco Minniti für dieses Vorzeigeobjekt auf verlässliche und regional verankerte Partner und auf umweltschonende, intelligente Lösungen setzen. Kostensparende Lösung Ein Neubau-Vorhaben wie der Aletsch Campus bedeutet für das Ego Fresh-System ein Vorstoss in neue Dimensionen. Die EgoKiefer AG freut sich sehr über diesen wegweisenden Auftrag. Ausschlaggebend für den Zuschlag für den Einbau des Lüftungssystems waren auch handfeste wirtschaftliche Überlegungen. Im Vergleich zu einer zentralen Lüftung sind die Investitionskosten für das Lüftungssystem und der Energieverbrauch der Ventilatoren tiefer. Die Ego Fresh-Lüftungslösung ist dezentral ausgelegt, was eine optimale Steuerung der Lüftung in verschiedenen Wohn- und Arbeitsbereichen ermöglicht und so direkt Kosten spart. Das wird Besitzer und Betreiber des Campus, aber auch die Mieter und Gewerbebetreibenden freuen. Nur ein schonender Umgang mit unseren Ressourcen ist zukunftsfähig. UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14 17

20 heizen Holzenergie Zugpferd der Energiewende Holzenergie ist die zweitwichtigste erneuerbare Energie der Schweiz nach der Wasserkraft. Mit einem Anteil von über 8% des Wärmebedarfs leistet Holz einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und umweltschonenden Energieversorgung der Schweiz. Christoph Aeschbacher, Dipl. Ing. ETH, Geschäftsführer (ca) Im Rahmen der Energiestrategie des Bundesrates werden Lösungen skizziert, damit sich die Energieversorgung für die Zukunft vorbereiten kann. Neben der Abschaltung von Atomkraftwerken und vielen weiteren Massnahmen, sollen die Gebäude der Zukunft bedeutend weniger Energie fürs Heizen verwenden. Eine dieser Lösungen sind energieeffiziente Gebäude: Minergie oder ähnliche Labels attestieren, dass die (Energie-) Hausaufgaben gemacht wurden. Energieeffiziente Gebäude lassen sich äusserst bequem mit sauberen und effizienten Holzfeuerungen beheizen und auch mit Warmwasser versorgen. Ein paar Kilogramm Holz pro Kopf und Tag genügen dafür. Der dabei entstehende Feinstaub ist in neuen und modernen Anlagen kein Problem. Verbrennungstechnisch wurden in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht und damit die Emissionen stark reduziert. Neue qualitätsgeprüfte Anlagen erfüllen wesentlich strengere Vorschriften, als durchschnittliche Anlagen. Deshalb plädiert Holzenergie Schweiz für eine konsequente Anlagenersatzpflicht alter Feuerungsgeräte. Einen massgeblichen Einfluss auf die Emissionen hat auch der Betreiber. Mit einer entsprechenden Schulung des Betreibers können zusammen mit der richtigen Anfeuermethode und gut getrocknetem, naturbelassenem Holz die Emissionen um bis zu 90% reduziert werden. Eine wirksame Methode, den Schadstoffausstoss von Kleinholzfeuerungen zu senken, ist das Anfeuern von oben. Dabei brennt das Holz brennt schrittweise von oben nach unten ab, wie bei einer Kerze. Diese Verbrennung verläuft über den ganzen Abbrand langsamer und kontrollierter. Die entstehenden Gase durchströmen die heisse Flamme und brennen nahezu vollständig aus. Holz ist der Energieträger der nachwächst und überall in der Schweiz gesunde und klimaneutrale Wärme liefert. Die Transportwege sind äusserst kurz und auch die weltpolitische Wetterlage hat keinen Einfluss darauf, wieviel Holz im Schweizer Wald genutzt wird. Die Vor- Holz ist eine sichere, saubere und schweizerische Energie. Quelle: Holzenergie Schweiz teile liegen auf der Hand: Holz ist ein Pfeiler der zukünftigen Energieversorgung, der aktiv genutzt werden will. Für mehr Informationen Holzenergie Schweiz betreibt seit mehr als 35 Jahren einen professionellen Informations- und Beratungsdienst. Für den korrekten Betrieb Ihrer Holzheizung stehen zahlreiche Merkblätter, Broschüren und weiterführende Unterlagen zur Verfügung. Holzenergie Schweiz Neugasse Zürich Tel Fax UMWELTTECHNIK SCHWEIZ 11/14

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