VENTURE CAPITAL Eigenkapital für Start-Ups und KMU

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1 Venture Capital Seite 1 von 15 VENTURE CAPITAL Eigenkapital für Start-Ups und KMU Inhalt 1. Einleitung Tipps für Jungunternehmer Tipps für Privatinvestoren Was ist Venture Capital? Wie wird eine Finanzierung strukturiert? Checkliste Finanzierungskonditionen und Aktionärsbindungsvertrag Börsenplätze in Europa und den USA Swiss Venture Capital Guide Quellen: Alfred Scheidegger/Ulrich Geilinger/Claus Niedermann: Swiss Venture Capital Guide 2000/01

2 Venture Capital Seite 2 von EINLEITUNG Neu- oder Kleinunternehmer mit guten Geschäftsideen und Durchsetzungsfähigkeit benötigen Kapital, um ihre innovativen Ideen zu realisieren. Kapitalgeber beteiligen sich am Geschäft und haben dabei die Chance, ausserordentliche Gewinne zu machen. Dies ist die Grundlage von Venture Capital Finanzierungen, die in Europa seit einigen Jahren einen Boom erleben. In der Schweiz sind Venture Funds und neue Beteiligungsgesellschaften in grosser Zahl entstanden und mit dem SWX New Market wurde im Juli 1999 eine Venture Capital Börse lanciert. Das Venture Geschäft hat auch eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung. Beschäftigung und Wohlstand - so lässt sich eine jüngst erschienene Studie «Wissen als Chance - Globalisierung als Herausforderung für die Schweiz» von Professor Beat Hotz-Hart zusammenfassen stehen in einem direkten Verhältnis zur Zahl der Firmengründungen, und die wiederum sind nur attraktiv, wenn ein funktionierender Eigenkapitalmarkt besteht. Die folgenden Tipps und Hinweise sollen Neu- und Kleinunternehmern bei der Suche nach Venture Capital unterstützen und Kapitalgebern die Kontrolle der Risiken und die Wahrnehmung der enormen Chancen des Geschäfts erleichtern. Weitere Informationen zum Thema Venture Capital finden Sie im Swiss Venture Capital Guide 2000/01, verfasst von Alfred Scheidegger, Ulrich Geilinger und Claus Niedermann, sowie im Internet unter Aus diesen beiden Quellen wurde der folgende Text zusammengestellt.

3 Venture Capital Seite 3 von TIPPS FÜR JUNGUNTERNEHMER Mit der Entstehung einer Venture Capital Szene in der Schweiz ist die Finanzierung Erfolg versprechender Geschäftsideen einfacher geworden. Dennoch sind bei der erfolgreichen Geldsuche einige Punkte zu beachten. Für das Projekt müssen klare Konzepte vorliegen. Zum Business Plan gehört eine klare Finanzplanung mindestens für die nächsten drei Jahre, sowie ein Ausstiegsszenario, falls das Projekt stecken bleibt. Euphorie ist fehl am Platz. Die Verwirklichung wird immer länger dauern und mehr kosten, als zunächst angenommen. Das erste Gespräch mit einem möglichen Kreditgeber wird anders verlaufen als das zehnte. Das Projekt sollte deshalb zuerst jenen Personen präsentiert werden, deren Absage nicht schmerzt, getreu dem Motto «Learning by doing.» Gezieltes Vorgehen ist sinnvoll, aber der Rahmen sollte nicht zu eng gesteckt sein. Je mehr potenzielle Geldgeber und Kunden vom Projekt wissen, desto grösser sind die Chancen, Partner zu finden. Die Gespräche können hart sein. Sie sollten deshalb sehr gut vorbereitet werden. Kommt einmal eine Abmachung zustande, so kann dies eine ganze Lawine auslösen. Jungunternehmer, die nicht bereit sind, Aktien abzugeben, damit sich potenzielle Financiers am Unternehmen beteiligen können, werden kaum Erfolg haben. Denn wer investiert, will mitreden können. Veröffentlichungen in Zeitungen oder Zeitschriften machen ein Projekt nicht nur bekannt, sondern erhöhen die Bereitschaft für Investitionen bei Financiers und bringen neue Kunden. Kooperationen z.b. in Form von Joint Ventures ermöglichen die Verwirklichung eines Projektes in Zusammenarbeit mit einem anderen Unternehmen. Wer aufgibt, demonstriert seine Unfähigkeit und zeigt, dass das Projekt nicht ausgereift war. Ein Unternehmer zeichnet sich gerade dadurch aus, dass er Probleme lösen kann und immer einen Weg findet, um sein Ziel zu erreichen.

4 Venture Capital Seite 4 von TIPPS FÜR PRIVATINVESTOREN Venture Capitalists rechnen mit jährlichen Renditen zwischen 20 und 50 Prozent. Mit Investitionen in Jungunternehmen ist also viel Geld zu verdienen. Entsprechend hoch ist das Risiko. Bei einem Misserfolg ist das Geld verloren. Deshalb muss ein Engagement im Vorfeld genauestens geprüft werden. Exakte Abklärungen schützen vor finanziellen Einbrüchen. Erfolgspotenzial Längst nicht jede Investition der privaten Venture Capitalists wird zum Erfolg. Im Gegenteil: Statistiken aus den USA belegen, dass von durchschnittlich zehn Unternehmen nur eines oder zwei zu einem durchschlagenden Erfolg führen. Zwei bis drei Investitionen bringen noch mittelmässige Renditen. Weitere drei Unternehmen überleben knapp. Beratung Wichtig sind Beratung und Begleitung, denn den Gründern fehlen meist betriebswirtschaftliche Kenntnisse, vor allem in Bereichen wie Marketing, Vertrieb, Controlling und Liquiditätsmanagement. In Krisensituationen liegt es am Financier, den Jungunternehmer neu zu motivieren und das Unternehmen wieder in Fahrt zu bringen. Persönlichkeit Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg ist die Persönlichkeit des Unternehmensgründers. Dazu gehören Durchsetzungsvermögen, Geschäftssinn, technisches Wissen, Marketingfähigkeiten und Ehrlichkeit. Eine Investition ist nur ratsam, wenn sich der Jungunternehmer zu 100 Prozent für sein Unternehmen einsetzt, selbst sein gesamtes Kapital investiert, seine Patentrechte für das entsprechende Produkt in das Unternehmen einbringt und einen realistischen Businessplan vorlegt. Innovationsgrad Ein Produkt oder eine Dienstleistung muss gegenüber vorhandenen Angeboten grosse Vorteile haben sowie über einen Markt verfügen. Ist die Konkurrenzsituation nicht abgeklärt und steht nicht fest, ob die Neuheit zu einem konkurrenzfähigen Preis produziert werden kann und wie sie vertrieben werden soll, ist Vorsicht geboten. Business Plan Der Unternehmensgründer muss das vorhandene Kapital, die bisherigen Finanzierungsstrukturen und Verträge mit Drittpersonen exakt ausweisen. Wenn die Einschätzungen der bis zum Durchbruch notwendigen Geldmittel sowie der Gewinnaussichten nicht realistisch sind, lässt sich für das Projekt kein Investor finden. Grundsätzlich gilt: Je weniger weit ein Projekt gediehen ist, desto grösser das Risiko.

5 Venture Capital Seite 5 von 15 Branchenkenntnisse Von Vorteil ist es, wenn der Investor die Branche kennt. Zumindest sollte er trotz Business Plan noch eigene Abklärungen vornehmen und Referenzen einholen, auch über den Unternehmensgründer. Beteiligungsarten Investiert wird über eine Beteiligung entweder durch die Zeichnung eines Teils des Aktienkapitals, oder über Darlehen, die meistens während oder nach einer bestimmten Zeit zu im Voraus festgelegten Bedingungen in Aktien umgewandelt werden können. Weil Jungunternehmer meist keine Sicherheiten bieten, eignen sich konventionelle Darlehen weniger für eine Unternehmensfinanzierung. Mitsprache Investoren müssen sich eine Mitsprache sichern. Das gilt insbesondere bei einer Wandel- oder Optionsanleihe sowie bei einem Darlehen. Wer weniger als ein Drittel des gesamten Aktienkapitals zeichnet, muss sein Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen absichern, da ihm dies gemäss Aktienrecht nicht automatisch zusteht. Einige Investoren bedingen sich Vetorechte für die Genehmigung des Budgets und für strategische Entscheide des Managements aus. Aktienpreis Bei einer Neugründung ist mindestens der Nennwert der Aktie fällig. Eine faire Regelung ist die Bezahlung eines Agios (Mehrpreises) für das Know-How und die eingebrachten Patente, was dem Jungunternehmen zusätzliches Kapital zuführt. Renditen Interessant sind Investitionen in Unternehmen, die nach einigen Jahren an der Börse kotiert werden. Ohne ein Going Public ist es für einen Investor schwierig, aus einem Engagement auszusteigen. Der Verkauf einer Minderheitsbeteiligung an Drittpersonen senkt die Rendite auf ein Minimum. Interessanter ist der gesamte Verkauf einer erfolgreichen Jungunternehmung. Kaufen Unternehmensgründer oder das Management die Aktien zurück, so fallen die Kapitalgewinne ebenfalls gering aus. Unternehmenswert Entscheidend ist der ausgewiesene Gewinn, der je nach Risikoabschätzung mit dem Faktor 10 bis 20 multipliziert wird. Das Ergebnis ist der Wert des Unternehmens. Diese und weitere Informationen finden Sie unter:

6 Venture Capital Seite 6 von WAS IST VENTURE CAPITAL? Venture Capital kann definiert werden als Eigenkapital gepaart mit Management- Unterstützung. Eine Venture Capital Finanzierung unterscheidet sich grundlegend vom üblichen Bankkredit und weist die folgenden typischen Merkmale auf: Beteiligung statt Darlehen Der Investor, dies kann eine Beteiligungsgesellschaft oder ein Privatinvestor sein, beteiligt sich am Unternehmen mindestens mit einer qualifizierten Minderheit. Als Aktionär trägt der Kapitalgeber das Risiko des Unternehmens voll mit. Auf eine feste Verzinsung des eingesetzten Kapitals wird verzichtet. Due Diligence Vor dem Entscheid zur Beteiligung wird das Unternehmen auf «Herz und Nieren» geprüft. Aktive Unterstützung der Unternehmensentwicklung Der Kapitalgeber begleitet und unterstützt das Unternehmen aktiv in seiner weiteren Entwicklung. Fast immer nimmt er Einsitz im Verwaltungsrat. Vertragliche Vereinbarung der Zusammenarbeit (Aktionärsbindungsvertrag) Mit verschiedenen Verträgen wird die Beteiligung abgesichert. Typische Klauseln sind: Vorkaufsrecht, Mitverkaufsrecht, Vetorecht bei wichtigen personellen, finanziellen und strategischen Entscheidungen, monatliches Reporting etc. Exitregelung Da eine Beteiligung an einem privaten Unternehmen nicht ohne weiteres verkauft werden kann, wird die Frage des Ausstiegs (sog. «Exit») meist schon zu Beginn des Engagements geregelt. Der Unternehmer muss sich zum Beispiel verpflichten, das Unternehmen insgesamt zu verkaufen, falls nach einigen Jahren ein Börsengang nicht möglich ist und der Investor keinen Käufer für seine Anteile gefunden hat.

7 Venture Capital Seite 7 von WIE WIRD EINE FINANZIERUNG STRUKTURIERT? Die erste Frage, die geklärt werden muss, ist, welche Anteile der Investor für seinen Einsatz erhält. Angenommen, der Investor zahlt CHF 1 Mio. ein und beteiligt sich dafür mit 20 Prozent am Unternehmen. In einem solchen Beispiel würde das Unternehmen vor der Finanzierung mit CHF 4 Mio. bewertet (sog. «Pre Money Valuation»). Die Bewertung nach der Finanzierung («Post Money Valuation») beträgt somit CHF 5 Mio. Diese Bewertung (im Vergleich zu einem möglichen zukünftigen Wert) ist für die Renditeüberlegungen des Investors relevant. Im Folgenden werden einige wichtige Hinweise für die Strukturierung einer Beteiligung gegeben: Aktienkapitalerhöhung oder Aktienverkauf Der Venture Capitalist wird im Allgemeinen darauf bestehen, dass sein Geld zu 100 Prozent in das Unternehmen fliesst, d.h. im Falle einer Beteiligung zeichnet er Aktien aus einer Kapitalerhöhung. Falls der Unternehmer im Rahmen der Finanzierung Aktien aus seinem Bestand verkaufen will, müssen triftige Gründe vorliegen. Ein oft vorgeschlagenes Modell, bei dem der Unternehmer Aktien verkauft und sein Verkaufserlös als Darlehen wieder in das Unternehmen bringt, werden von erfahrenen Venture Capital Gebern nicht akzeptiert. Unternehmensbewertung Die Bewertung des Unternehmens beim Einstieg ist Verhandlungssache. Venture Capital Investoren rechnen je nach Stadium des Unternehmens und Risiko mit einer Rendite von 30 bis 70% pro Jahr, d.h. eine Vervielfachung ihres Einsatzes in einigen Jahren muss bei Erreichung des Business Plans möglich sein. Agio Da das nominale Aktienkapital des finanzierten Unternehmens normalerweise gering ist (und bedeutend tiefer liegt als die vereinbarte Bewertung), zahlt der neue Investor ein Agio, damit die Aktienverhältnisse nach der Finanzierung den vereinbarten Quoten entsprechen. Bei einem Aktienkapital von CHF 400'000, einer Pre Money Valuation von CHF 4 Mio. und einem Finanzierungsbetrag von CHF 1 Mio. würde das Kapital um CHF l00'000 auf CHE 500'000 aufgestockt, wobei der Investor ein Agio von CHF 900'000 bezahlen würde. Stimmrechtsaktien Eine weitere Strukturierungsmöglichkeit besteht darin, dass das Aktienkapital in z.b. 100er und 200er Aktien eingeteilt wird, wobei die Unternehmensgründer die 100er Aktien halten, die in diesem Fall doppeltes Stimmrecht haben. So ist es möglich, dass die Stimmenmehrheit bei den Gründern bleibt, auch wenn die Investoren die Kapitalmehrheit halten. Viele Investoren bevorzugen jedoch Einheitsaktien, d.h. alle Aktien haben das gleiche Kapital und Stimmrecht.

8 Venture Capital Seite 8 von 15 Resultatabhängige Bewertung Können sich der Unternehmer und der Kapitalgeber nicht auf eine Bewertung einigen, besteht die Möglichkeit, dass man die Bewertung, d. h. die Beteiligungshöhe, von der Erreichung bestimmter Resultate oder Gewinne abhängig macht. Zum Beispiel kann dem Investor das Recht gewährt werden, weitere Aktien zu günstigen Konditionen zu erwerben, wenn das Unternehmen im Jahr X die Gewinnschwelle nicht erreicht. Aktionärsbindungsvertrag Die wichtigsten Bedingungen der Zusammenarbeit werden in einem Aktionärsbindungsvertrag festgehalten. Solche Verträge beinhalten üblicherweise Abmachungen über die Vertretung im Verwaltungsrat, die Informationsrechte des Investors, die gegenseitigen Vorkaufsrechte, die Mitverkaufsrechte des Investors, die Vetorechte des Kapitalgebers bei wichtigen Entscheidungen, den Schutz vor Verwässerung bei Kapitalerhöhungen, die Regelung von besonderen Ereignissen wie Tod oder Privatkonkurs des Unternehmers und den Ausstieg. Wie bereits erwähnt muss sich der Unternehmer allenfalls verpflichten, das Unternehmen gesamthaft zu verkaufen, falls sich z.b. in fünf Jahren kein Ausstieg über die Börse oder ähnliches ergeben hat. Rückkaufsrecht durch den Unternehmer Ein häufiger Wunsch des Unternehmers ist es, die Aktien der Investoren nach einigen Jahren zurückzukaufen. Ein professioneller Venture Capitalist wird ein solches Recht nicht einräumen, denn gute Renditen lassen sich nur in einem Börsengang oder Gesamtverkauf erzielen. Rückkaufoptionen sind mit privaten Geldgebern eher möglich.

9 Venture Capital Seite 9 von CHECKLISTE FINANZIERUNGSKONDITIONEN UND AKTIONÄRSBINDUNGSVERTRAG Bevor eine detaillierte Due Diligence begonnen wird, sollten sich die Parteien über die wichtigen Punkte der Finanzierung einigen. Dazu kann folgende Checkliste hilfreich sein: Art der Finanzierung (Beteiligung, Darlehen, Kombination). Bei Darlehen: Laufzeit, Zins (evtl. nicht ausbezahlt, sondern angerechnet), Wandelrecht, Kündigungsbedingungen, Amortisation während der Laufzeit. Unternehmensbewertung (vor und nach der Finanzierung). Ausgabe neuer Aktien (Kapitalerhöhung), Preis (Nominalwert plus Agio). Gibt es Aktien mit unterschiedlichem Stimmrecht? Erwartete Dividende, evtl. Vorzugdividenden für Investoren. Weitere Finanzierungen: Wann? Zu welchen Bedingungen? Welche Milestones müssen eingehalten werden? Vertretung im Verwaltungsrat, Verwaltungsratspräsident. Vetorechte für Investoren. Gegenseitiges Vorkaufsrecht. Mitverkaufsrechte der Investoren (falls Unternehmer verkaufen will). Laufende Informationen an die Investoren. Verwässerungsschutz bei weiteren Kapitalerhöhungen. Dauer der Zusammenarbeit (normalerweise auf unbestimmte Zeit). Exitklauseln (Was passiert, wenn das Unternehmen nicht an die Börse geht?). Hat der Investmentfonds eine bestimmte Laufzeit? (Zwang zum Exit). Ist der Unternehmer bereit, das Unternehmen als Ganzes zu verkaufen? Welches wären potenzielle Käufer? Konkurrenzklauseln für den Unternehmer. Beteiligung weiterer Schlüsselmitarbeiter. Hat der Investor weitere Bedingungen? Kann der Investmentmanager selbst entscheiden bzw. wer sind seine Vorgesetzten? Welche Unternehmen hat der Investor schon finanziert?

10 Venture Capital Seite 10 von BÖRSENPLÄTZE IN EUROPA UND DEN USA Mit dem SWX New Market wurde im Sommer 1999 in der Schweiz eine Venture Capital Börse eingerichtet. Aber der New Market, so wichtig er für den Werkplatz Schweiz ist, muss nicht automatisch die erste Anlaufstelle für öffnungswillige Firmen sein. Entscheidend bei einem Börsengang ist nicht die räumliche Nähe des Börsenplatzes, sondern das positive Umfeld in Form von Marketmakers, Investoren, Publikationen und Firmenstruktur. Deshalb kann es sich durchaus auch empfehlen, die amerikanische NASDAQ ins Auge zu fassen. Oder aber eine der grossen europäischen Wachstumsbörsen. Gerade der Frankfurter Neue Markt hat sich in den letzten Jahren zu einem Magnet für Jungfirmen aus ganz Europa entwickelt. Im Folgenden sind die Adressen und Zulassungsbedingungen der für Schweizer Unternehmen wichtigen Venture Capital Börsen aufgeführt. Europa EASDAQ (European association ofsecurities dealers automated quotation) 56, Rue des Colonies B-l000 Brussels Tel: Fax: Internet: ZuIassungsbedingungen: Minimales Eigenkapital: Minim~es Firmen~ter: Minimale Anzahl Aktien: Aktienstreuung: Kurswert/Kapitalisierung: Berichlerstaffung: Besonderes: ECU 2 Mio. Keine Vorschriften Keine Vorschriften Keine Vorschriften Keine Vorschriften Vierteljähriiche Berichte und ein Jahresabschluss nach International Accounting Standard (las) oder einem gleichwertigen Standard. Den Unternehmen muss während des JPO ein Wertschriftenhaus beratend zur Seite stehen und schliesslich müssen mindestens zwei Broker für die notwendige Liquidität sorgen. Schweiz SWX New Market SWX Swiss Exchange Selnaustrasse 30 Postfach CH-8021 Zürich Tel ll,fax

11 Venture Capital Seite 11 von 15 Internet: Zulassungsbedingungen: Minimales Eigenkapital: Minimales Firmenalter: CHF 2.5 Mio. Nachweis über die Geschäftstätigkeit von mindestens 12 Monaten. Minimale Anzahl Aktien: Aktienstreuung: Mind. 20 Prozent des Aktienkapitals muss im Streubesitz sein Kurswert/Kapitalisierung: Berichterstattung: Börsenkapitalsierung von mind. CHF 8 Mio. der im Publikum platzierten Titel. Quartalsberichte und ein Jahresabschluss nach den IAS (International Accounting Standards;) oder den US-GAAP (US Generally Accepted Accounting Principles). Besonderes: Eine Kapitalerhöhung ist zwingend vorgeschrieben; mind. 50 Prozent des Emissionsvolumen müssen aus dieser Kapitalerhöhung stammen und der Wachstumsfinanzierung dienen; die Altaktionäre dürfen während sechs Monaten nach der Kotierung keine Aktien veräussern; für die Liquidität ist ein Market Making durch eine Bank sicherzustellen. Deutschland Neuer Markt Deutsche Börse AG, Primary Markets D Frankfurt Fax: Ol Internet: Zulassungsbedingungen: Minimales Eigenkapital: Minimales Firmenalter: Minimale Anzahl Aktien: Aktienstreuung: Minimaler Kurswert Berichterstattung: ECU 1.5 Mio. Drei Jahre Stück 25 Prozent der Aktien müssen im Streubesitz sein. ECU 5 Mio. /Kapitalisierung: Quartalsberichte sowie Jahresabschluss nach las oder US-GAAP.

12 Venture Capital Seite 12 von 15 Grossbritannien AIM Alternative Investment Market AIM Team T/6 London Stock Exchange Old Broad Street UK-London EC 2N Tel: Internet: Zulassungsbedingungen: Minimales Eigenkapital: Minimales Firmenalter: Drei Jahre Minimale Anzahl Aktien: keine Vorschriften Aktienstreuung: 25 Prozent der Aktien müssen im Streubesitz sein. Kurswert/Kapitalisierung: keine Vorschriften Berichterstattung: Jahres- und Zwischenberichte innerhalb von vier bis sechs Monaten nach Abschluss der Rechnungsperiode Besonderes: Der Börsenaufsicht müssen auch Firmeninterna wie ein Wechsel im Management gemeldet werden. Frankreich Le Nouveau Marché Société du Nouveau Marche' 39, Rue Cambeu F Paris Tel: Fax: Internet: Zulassungsbedingungen: Minimales Eigenkapital: Minimales Firmenalter: Minimale Anzahl Aktien: Aktienstreuung: Kurswert/Kapitalisierung: Berichterstattung: Besonderes: ECU 1.5 Mio. Keine Vorschriften Stück 20 Prozent der Aktien müssen im Streubesitz sein. ECU 5 Mio. Jährliche Abschlüsse Die Firmen brauchen ein Finanzierungsinstitut, das für die ersten drei Jahre an der Börse eine Art Patenfunktion übernimmt.

13 Venture Capital Seite 13 von 15 Niederlande Nmax Amsterdam Exchanges nv P.O.Box 19163, NL-l000 GD Amsterdam Tel: Fax: Internet: Italien Metim Commissione nazionale per la società e la borsa (Consob) Via Posta 8, I Milano Tel: Internet: Belgien New Market Promotion and Marketing Department Palais de la Bourse B-1000 Brussels Tel: Fax: Internet: USA NASDAQ National association of securities dealers automated quotation The NASDAQ Stock Market 1735 K Street NW Washington DC 20006, USA Tel Internet. The NASDAQ Stock Market 33 Whitehall Street New York, NY 10004,

14 Venture Capital Seite 14 von 15 USA Tel +l Internet: The NASDAQ Stock Market 2500 Sand Hill Road Suite 220, Menlo Park, CA 94025, USA Internet: Nasdaq International, Inc. Durrant House, 8/13 Chiswell Street, UK-London, ECIY 4XY Tel: Internet: Zulassungsbedingungen: Es gibt keinen Bereich der amerikanischen Wirtschaft, der von der Regierung stärker beaufsichtigt wird als der Aktienhandel. Was für den Handel an der Grossen Börse gilt, gilt selbstverständlich in noch höherem Masse für den Handel von Wachstumstiteln. Die «Market Rules» der NASDAQ füllen denn auch ein ganzes Buch. Ein Schweizer Unternehmen sollte jedoch vor allem zwei Dinge wissen. Erstens: Die von den US-Behörden verlangten Rechnungslegungen nach US-GAAP (Generally Accepted Accounting Standards) sind mit Schweizer Recht teilweise nicht kompatibel, weshalb die Bücher bei einer Kotierung nach zwei Systemen geführt werden müssten. Zweitens: Eine NASDAQ-Kotierung kostet ein Unternehmen etwa CHF 1 Mio.

15 Venture Capital Seite 15 von 15 SWISS VENTURE CAPITAL GUIDE 2000/2001 Die neu überarbeitete Version rund um die ausserbörsliche Kapitalbeschaffung Das Buch kann gegen Rechnung bestellt werden: Der «Guide» erklärt die Grundbegriffe der privaten Kapitalbeschaffung und beleuchtet vor allem auch die Arbeitsweise und Auswahlkriterien der Venture-Capital-Gesellschaften. Auf rund 300 Seiten finden Sie zudem zahlreiche Adressen von Beteiligungsgesellschaften, Wirtschaftsförderern und anderen Anlaufstellen. Ebenfalls enthalten ist ein ausführliches Glossar sowie eine Liste mit Tips für Privatpersonen, die selbst Eigenkapital zur Verfügung stellen. Die Autoren: Ulrich Geilinger ist seit über 10 Jahren als Venture-Capitalist tätig und arbeitet unter anderem als lnvestment Advisor für die von der Bank Vontobel lancierte Private Equity Holding AG. Claus Niedermann hat sich als Journalist und Betreiber der lnternetplattform lnnonet auf die Schweizer kmu-szene spezialisiert. Alfred Scheidegger war bis vor kurzem Verwaltungsdirektor der ETH Zürich, wo er sich vor allem mit dem Aufbau von High-tech-Firmen beschäftigt hat. Ich bestelle Exemplar(e) «Swiss Venture Capital Guide» à Fr (zzgl. Porto Fr. 7.-) Name oder Betrieb: Ansprechperson: Strasse: PLZ/Ort: Tel.: Ausdrucken und faxen oder senden an: Innonet AG, Fax: , Tel.: Postadresse: Seeburgstr. 18, CH-6006 Luzern Sie können den Guide unter der folgenden Internetadresse auch Online bestellen:

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