Vorgehen unter Atemschutz

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1 Freiwillige Feuerwehr Herborn-Burg Interne Ausbildungsgrundlagen auf Basis der gültigen FwDV und UVV Vorgehen unter Atemschutz Die AGT der Feuerwehr Burg gehen nach folgendem dargestellten Schema zum Brandeinsatz und Innenangriff unter Atemschutz vor: - 1 -

2 Ausrüstung Angriffstrupp beim Innenangriff: - Feuerwehrschutzkleidung: Überjacke, Überhose - Feuerwehrhelm mit Hollandtuch (Rosenbauerhelm) - Feuerwehr-Sicherheitsschuhwerk - Feuerwehr-Schutzhandschuhe (Nomex) - Atemschutzgerät mit Zusatzausstattung (Notsignalgeber, Rettungsschere, Kennzeichnungsstift) - Atemschutzmaske - Feuerwehrhaltegurt - Feuerwehrleine - Seilschlauchhalter Je nach Einsatzart zusätzlich: Feuerwehraxt C-Tragekorb / C-Rollschläuche Brandfluchthaube (zur Personenrettung) Grundsätze zur Benutzung von Pressluftatmern: - Flaschenventil öffnen - Flaschendruck ablesen, bei einer 300 bar Flasche Mindestdruck von 270 bar - Flaschenventil schließen, nach einer Minute Flaschendruck erneut prüfen, (maximaler Druckverlust 10 bar) - Maske, Helm aufsetzen, Maskendichtprobe, Pressluftatmer anlegen - Restdruckwarneinrichtung prüfen: Druck ablassen, (zwischen 50 und 60 bar muss die Restdruckwarneinrichtung ansprechen) - Flaschenventil wieder öffnen - Unmittelbar vor Benutzung des PA Lungenautomat vom Truppmann/ Truppführer anschließen lassen und auf festen Sitz selbst prüfen - Überprüfen der Funkverbindung zur Atemschutzüberwachung/ zum Einheitsführer Wichtig: Grundsätzlich immer bei der Atemschutzüberwachung an- und auch wieder abmelden!!! - 2 -

3 Einsatzgrundsätze für Atemschutzträger: - Der Trupp geht immer zusammen vor, er trennt sich nicht! - Vorgehen nur mit Funk und unter Atemschutzüberwachung - thermische Belastung auf die persönliche Schutzausrüstung (Anzug, PA, ) durch stärker werdende Wärmeentwicklung innerhalb des Gebäudes beachten! - Nur dorthin vorgehen, wohin man auch tatsächlich vom Einheitsführer hingeschickt wird, keine Alleingänge auf eigene Faust! - Keinen Standortwechsel im Gebäude ohne Rücksprache mit dem Einheitsführer! - Beschreibung des zurückgelegten Weges an Einheitsführer/ Atemschutzüberwachung abgeben (wichtig für Sicherheitstrupp)! - vor begehen von Räumen Info an den Einheitsführer (auf Anweisungen achten)! - Rückzugswege sichern (z.b. durch Leine, Schlauch, )! - Vorgehen in tiefster Haltung (kriechend, auf allen Vieren, ), Umgebung, Rauch beobachten! - Bei fehlender Sicht fühlbar Kontakt halten (Körperkontakt, Schlauch in der Hand führen) - Befehle werden von der jeweiligen Einsatzkraft immer wiederholt! Anfahrt zur Einsatzstelle (Brandeinsatz): Während der Anfahrt rüstet sich der Angriffstrupp komplett mit PA und Masken aus. Es wird sich mit Handlampe, Funkgerät und Sicherheitsleine (für beide AGT) ausgerüstet! Nach dem Ausrüsten meldet sich der Trupp einsatzbereit beim Einheitsführer. Er rüstet sich mit Strahlrohr und Leinenhalter aus und setzt nach Erhalt des Einsatzbefehls den Verteiler. Sobald eine Wasserversorgung aufgebaut ist kann der Trupp zum Innenangriff vorgehen, nachdem er sich bei der Atemschutzüberwachung gemeldet hat! - 3 -

4 Öffnen von Türen: Feuerwehr Burg Ausbildung - Stand Oktober 2008 Grundsätzlich immer die Temperatur an der Tür überprüfen!!! - Überprüfung mit Handgelenk (erst mit Handschuh, dann am Handrücken (Bild)) - Erst unten, dann in der Mitte und anschl. oben an der Tür prüfen - Ist eine Verfärbung und/oder Veränderung an der Tür vorhanden? Tür öffnet nach innen: - Truppführer auf Schlossseite in gehockter/liegender Position, ggf. geeignete Hilfsmittel (Axt, Bandschlinge, Seilschlauchhalter) verwenden, um nicht in den Öffnungsbereich greifen zu müssen - Truppmann mit einsatzbereitem Rohr auf Bandseite in gehockter/liegender Position Tr-Führer öffnet langsam mit dem Feuerwehrbeil die Tür einen Spalt Tr-Mann liegt mit einsatzbereitem C-Rohr in Stellung

5 Tür öffnet nach außen: - Truppführer auf Scharnierseite in gehockter Position, Fußstellung beachten (siehe Bild 1, Fußspitze an der Tür, Knie hinter den Fuß) - Truppmann mit einsatzbereitem Rohr neben der Tür auf Schlossseite in gehockter Position (siehe Bild 2) - Wenn neben der Tür kein Platz vorhanden ist, vor der Tür flach auf den Boden legen Bild 1 Bild 2 - aus der Deckung heraus Tür kurz einen Spalt öffnen (Rohr einsatzbereit halten) - Rauchentwicklung, Rauchintensität und Rauchfarbe beurteilen Beurteilung der Rauchgastemperatur: Kurzer Sprühstoß nach oben in die Rauchgase - Wasser kommt wieder runter: Rauch kalt (normales weiteres vorgehen bis zum Löschangriff) - Wasser verdampft vollständig: Rauch heiß (Gefahr einer Rauchgasexplosion, vorgehen mit Rauchgaskühlung, Sprühstrahl, kurze Stöße in die Rauchschicht) Begehen von Treppen: - Treppen immer langsam begehen, beim herab gehen immer zuerst mit dem Fuß vortasten, auf Hindernisse achten, Truppmann darüber informieren - Schlauchführung beachten (evtl. durch Treppenauge, über Treppe,...), durch Treppenauge geführten Schlauch immer im Brandgeschoss fixieren - darauf achten, dass sich die Kupplungen des Schlauchs nicht verhaken (Geländer, Türen, ) - Genügend Schlauchreserven im Brandgeschoss vorhalten, um beweglich zu bleiben, nachziehen des Schlauchs über die Treppe nicht möglich (Schlauchanzahl und Verlegeart wird vom Truppführer bestimmt) - 5 -

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