Technischer Leitfaden für Teilnehmer am GDV Schadennetz

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1 Technischer Leitfaden für Teilnehmer am GDV Schadennetz Version 1.1 vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.v. GDV Büro Hamburg Glockengiesserwall Hamburg Telefon (040) Telefax (040)

2 Inhaltsverzeichnis Inhaltsverzeichnis...2 Einleitung...3 Teilnehmerklassifizierung...4 Teilnehmer Klasse I...5 Teilnehmer Klasse II...6 Teilnehmer Klasse III...7 Allgemeine Vorgaben...8 MQSeries Objektattribute...8 Queue Manager Attribute...8 Channel Attribute...8 MQSeries Fehlerbehandlung...10 Dead Letter Queue...10 MQSeries Logging...11 MQSeries Monitoring...11 Dead Letter Queue...11 Channel Event Queue...12 Sonstige Vorgaben...12 Änderungen von Kommunikationsparametern...12 Checklisten...14 Konfiguration...14 Häufige Fehler...16 Test- und Produktionswelt...17 D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 2 von 17

3 Einleitung Dieses Dokument dient als Ergänzung zum Dokument GDV-Schadennetze, Datenaustausch zwischen Versicherungsunternehmen, Dienstleistern und Verband, MQSeries Design vom Es beschreibt die technischen Voraussetzungen für die Teilnahme am Schadennetz des GDV und dient neuen und bestehenden Teilnehmern dazu, die korrekten Einstellungen der MQSeries Komponenten vorzunehmen, um einen automatischen und reibungslosen Betrieb der Kommunikationsinfrastruktur zu gewährleisten. Ferner erleichtert die Standardisierung der MQSeries Einstellungen Überwachung, Fehlersuche und Wartung des Gesamtsystems. Die Einstellungen in diesem Dokument sind für alle Teilnehmer verbindlich. Bestimmte Parameter, die nicht verbindlich vorgegeben werden müssen, können von den Teilnehmern unter Berücksichtigung der jeweiligen Konsequenzen auf eigene Verantwortung angepaßt werden. Hierauf wird im Text besonders hingewiesen. Die hier festgelegten Einstellungen sind zum Teil das Ergebnis der Testphase, hauptsächlich aber grundlegende Empfehlungen für den Betrieb eines MQSeries Netzwerkes. Dieses Dokument wurde im Auftrag des GDV erstellt durch Stefan Sievert U.S.U. Softwarehaus Unternehmensberatung AG Spitalhof Möglingen D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 3 von 17

4 Teilnehmerklassifizierung Die zum Teil grundsätzlich verschiedenen Anforderungen der möglichen Teilnehmer am GDV Schadennetz und die daraus resultierende unterschiedliche Parametrisierung der MQSeries Komponenten macht eine Klassifizierung nötig. So gibt es z.b. auf der einen Seite große Versicherungsunternehmen, die einen eigenen MQSeries Server betreiben und mit einem hohen Datenaufkommen rechnen müssen, auf der anderen Seite kleinere Versicherungsunternehmen und Dienstleister, für die sich ein eigener MQSeries Server betriebswirtschaftlich nicht rechnet und bei denen das Datenaufkommen eher gering ist. Neben diesen fachlogischen Kriterien gibt es auch noch technische Aspekte, die Auswirkungen auf die Einstellungen haben. So finden sich bei den großen Unternehmen überwiegend permanente Verbindungen zum Rechenzentrum des GDV (Standleitungen per VPN), während andere Teilnehmer vor einem Datenaustausch die physikalische Verbindung zunächst durch eine Anwahl per ISDN herstellen müssen. Folgendes Flussdiagramm erlaubt die Einstufung eines neuen Teilnehmers in eine der drei festgelegten Klassen und die draus resultierenden Einstellungen. MQ Server? nein Standleitung? nein Klasse I Klasse II Klasse III Teilnehmer, die einen MQSeries Client verwenden, fallen demnach immer in die Klasse III; unabhängig von der Verbindungsart. Teilnehmer mit eigenem MQSeries Server werden je nach Verbindungsart in die Klassen I und II eingeteilt. Das Datenaufkommen hat hier noch keinen direkten Einfluß, sondern wirkt sich erst später bei der Parametrisierung aus. Nachdem Sie die für Ihre Installation richtige Klasse identifiziert haben, lesen Sie bitte im entsprechenden klassenspezifischen Kapitel weiter und beachten Sie vor allem die klassenübergreifenden Einstellungen, die Sie vornehmen müssen, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 4 von 17

5 Teilnehmer Klasse I In dieser Klasse sind alle Teilnehmer mit einem eigenen MQSeries Server zusammengefaßt, die über eine permanente Verbindung zum MQSeries Server des GDV verfügen. Ein logischer Verbindungsaufbau erfolgt in dieser Klasse immer von dem Partner, der Daten übermitteln möchte. Dadurch wird sichergestellt, daß alle Daten sofort beim Adressaten bereitstehen und nicht über ein Polling-Verfahren abgeholt werden müssen. Auch ermöglicht dies eine einfache und vollständige Automation der Kommunikation mit MQSeries Mitteln. Der Aspekt der Verbindungskosten ist hier nicht relevant, da eine permanente Verbindung zwischen den Partnern über ein VPN (Virtual Private Network) besteht und kein gesonderter Verbindungsaufbau nötig ist. Folgende MQSeries Objekte werden für diese Teilnehmer zur Kommunikation benötigt: 1. Sender Channel vom Teilnehmer zum GDV (Vnnnn.TO.GDV) 2. Receiver Channel vom GDV zum Teilnehmer (GDV.TO.Vnnnn) 3. Transmission Queue für Daten zum GDV (Vnnnn.GDV.XMIT) 4. Remote Queue für Daten zum GDV (SN.KFZ.GDV.Vnnnn.OUT) 5. Lokale Queue für Daten vom GDV (SN.KFZ.GDV.Vnnnn.IN) Die jeweilig korrespondierenden Channel Objekte auf GDV Seite müssen vom GDV erstellt werden. Entsprechende MQSeries Kommandos zum Anlegen dieser Objekte finden Sie im Kapitel Checklisten Konfiguration. Die unter 3. genannte Transmission Queue wird so angelegt, daß der entsprechende Sender Channel zum GDV gestartet wird, sobald Daten auf dieser Queue eintreffen. Hierzu muß u.a. im Attribut TRIGDATA der Name des Sender Channels eingetragen werden (s. Checkliste). Auf dem MQSeries Server muß der Channel Initiator aktiv sein (s. MQSeries System Management Guide bzw. Intercommunication Guide). D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 5 von 17

6 Teilnehmer Klasse II In dieser Klasse sind alle Teilnehmer mit einem eigenen MQSeries Server zusammengefaßt, die nicht über eine permanente Verbindung zum MQSeries Server des GDV verfügen, sondern über eine Wählverbindung den Kontakt herstellen. Ein logischer Verbindungsaufbau erfolgt in dieser Klasse immer vom Teilnehmer aus. Dies bedeutet, daß der Teilnehmer in regelmäßigen Abständen prüfen muß, ob Daten für ihn beim GDV bereitstehen. Hierzu sind geeignete Mechanismen außerhalb von MQSeries zu schaffen, da das Produkt selbst ein derartiges Polling nicht direkt unterstützt. Daten vom Teilnehmer zum GDV werden analog dem Verfahren in Klasse I übertragen, sobald sie entstehen. Folgende MQSeries Objekte werden für diese Teilnehmer zur Kommunikation benötigt: 1. Sender Channel vom Teilnehmer zum GDV (Vnnnn.TO.GDV) 2. Requester Channel vom GDV zum Teilnehmer (GDV.TO.Vnnnn) 3. Transmission Queue für Daten zum GDV (Vnnnn.GDV.XMIT) 4. Remote Queue für Daten zum GDV (SN.KFZ.GDV.Vnnnn.OUT) 5. Lokale Queue für Daten vom GDV (SN.KFZ.GDV.Vnnnn.IN) Die jeweilig korrespondierenden Channel Objekte auf GDV Seite müssen vom GDV erstellt werden. Entsprechende MQSeries Kommandos zum Anlegen dieser Objekte finden Sie im Kapitel Checklisten Konfiguration. Die unter 3. genannte Transmission Queue wird so angelegt, daß der entsprechende Sender Channel zum GDV gestartet wird, sobald Daten auf dieser Queue eintreffen. Hierzu muß u.a. im Attribut TRIGDATA der Name des Sender Channels eingetragen werden (s. Checkliste). Auf dem MQSeries Server muß der Channel Initiator aktiv sein (s. MQSeries System Management Guide bzw. Intercommunication Guide). Durch die Definition eines Requester Channels auf der Seite des Teilnehmers erfolgt auch das Herstellen der physischen Verbindung in dieser Klasse vom Teilnehmer aus, die Daten fließen aber vom GDV zum Teilnehmer. In dieser Definition unterscheiden sich die Teilnehmer der Klasse II von denen der Klasse I, wo ein physischer Verbindungsaufbau auf Grund der permanenten Verbindung zum GDV nicht nötig ist. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 6 von 17

7 Teilnehmer Klasse III In dieser Klasse sind alle Teilnehmer ohne eigenen MQSeries Server zusammengefaßt, die unter Verwendung eines MQSeries Clients über eine permanente oder dynamische Verbindung Kontakt zum MQSeries Server des GDV aufnehmen. Ein logischer Verbindungsaufbau erfolgt in dieser Klasse ausschließlich durch den Teilnehmer, da ein MQSeries Client nicht direkt adressiert werden kann. Dies bedeutet, daß der Teilnehmer in regelmäßigen Abständen prüfen muß, ob Daten für ihn beim GDV bereitstehen., in dem eine Verbindung zum GDV Queue Manager aufgebaut und die entsprechende Queue des Teilnehmers auf Nachrichten abgefragt wird. Folgende MQSeries Objekte werden für diese Teilnehmer zur Kommunikation benötigt: 1. Channel Definition File mit Client Connection Channel (wird vom GDV bereitgestellt) Alle sonstigen MQSeries Objekte müssen auf GDV Seite erstellt werden. Entsprechende MQSeries Kommandos zum Anlegen dieser Objekte finden Sie im Kapitel Checklisten Konfiguration. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 7 von 17

8 Allgemeine Vorgaben Dieses Kapitel beschreibt alle Aspekte, die für einen weitgehend automatischen Betrieb des Schadennetzes betrachtet werden müssen. Hierzu zählen MQSeries Objektattribute MQSeries Fehlerbehandlung MQSeries Logging (Transaktionssicherheit) MQSeries Monitoring Sonstige Vorgaben MQSeries Objektattribute In diesem Abschnitt werden die Attribute der unmittelbar an der Kommunikation zwischen Teilnehmer und GDV beteiligten MQSeries Objekte beschrieben, die von den MQSeries Standardeinstellungen abweichen. Dies betrifft Queue Manager und Channels. Alle Attribute, beim Erstellen der Objekte nicht explizit angegeben werden, erhalten die Vorgabewerte (defaults) von MQSeries. Die hier beschriebenen Attribute beeinflussen die Verfügbarkeit und Stabilität der Kommunikation innerhalb des Schadennetzes und sind deshalb für alle Teilnehmer verbindlich. Je nach Teilnehmerklasse haben die folgenden Attribute unterschiedliche Auswirkungen, auf die an den entsprechenden Stellen im Text explizit hingewiesen wird. Queue Manager Attribute Trigger Interval (Intervall für Auslösenachrichten, TRIGINT) Dieses Attribut ist auf TRIGINT(300) einzustellen. Hierdurch wird sichergestellt, daß 300 Millisekunden nachdem ein Triggerevent ausgelöst werden sollte, aber aus bestimmten Gründen nicht ausgelöst wurde, vom Queue Manager automatisch ein neuer Triggerevent generiert wird. Dies erhöht die Verfügbarkeit der Channels nach kurzfristigen Ausfällen, wo andernfalls ein manueller Eingriff notwendig wäre um die Channels wieder zu starten. Channel Attribute Batchsize (Stapelgröße, BATCHSZ) Bei allen Server-Server Verbindungen (Klasse I und II) wird das Attribut BATCHSZ(2) gesetzt. Dieses Attribut gilt nur für die Channeltypen Sender, Server, Receiver und Requester. Dies führt dazu, daß nach 2 erfolgreich übertragenen Nachrichten ein Checkpoint von MQSeries geschrieben wird. Solange die Bilddaten noch Bestandteil der Anwendungsnachricht sind und dadurch relativ große Datenmengen übertragen werden, bleibt diese Einstellung verbindlich für alle Teilnehmer. Disconnect Interval (Unterbrechungsintervall, DISCINT) Dieses Attribut legt für Sender- bzw. Server Channels fest, nach welcher Zeit der Channel wieder beendet wird, wenn keine neuen Nachrichten zur Übertragung anstehen. Der Vorgabewert der IBM ist 6000 Sekunden, entsprechend 1h40. Um aus kurzfristigen Netzwerkunterbrechungen resultierenden Problemen vorzubeugen, wird auf den Sender und Server Channels dieses Attribut auf den Wert DISCINT(300) gesetzt. Dieses Attribut wirkt nur auf der Senderseite und kann prinzipiell den Anforderungen eines jeden Teilnehmers entsprechend angepasst werden. Bei stabilen Netzwerkverbindungen ist ein höherer Wert abgesehen von der durch aktive Channels verursachten Ressourcenbindung unproblematisch. Anmerkung für Klasse II-Teilnehmer: Da die gängigen ISDN-Router ohnehin den Short-Hold Modus nutzen, hat diese Einstellung keine Auswirkung auf die Verbindungskosten. Es ist allerdings sicherzustellen, daß die Zeit bis zum Short-Hold mindestens gleich groß ist, wie das DISCINT, da sonst beim Beenden des Channels ein neuer physischer Verbindungsaufbau notwendig wird. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 8 von 17

9 Heartbeat Interval (Herzschlag Intervall(?), HBINT) Dieses Attribut legt für Sender- bzw. Server und Receiver- bzw. Requester Channels fest, in welchen Abständen die sendenden Channels sogenannte Heart-Beat Messages senden. Hierdurch können die Empfänger erkennen, daß keine Daten zur Übertragung anstehen und können sich beenden ohne auf den Ablauf des DISCINT warten zu müssen. Bei den o.g. Channels wird dieses Attribut auf den Wert HBINT(60) gesetzt. Diese Maßnahme erhöht die Verfügbarkeit der Empfangschannels und reduziert die Ressourcenbelastung auf den MQSeries Servern. Anmerkung für Klasse II Teilnehmer: Eine Heart-Beat Message führt zu einem Datenaustausch zwischen Sender und Empfänger und setzt somit eine physische Verbindung voraus. Dieses Attribut ist deshalb sinnvoll mit dem Attribut DISCINT und den Einstellungen der verwendeten Netzwerkkomponenten abzustimmen. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 9 von 17

10 MQSeries Fehlerbehandlung Dead Letter Queue In bestimmten Situationen ist MQSeries nicht in der Lage, die von einem Anwendungsprogramm erzeugte Nachricht auf die Zielqueue zu stellen. Dies führt bei lokalen Queues zu einem synchronen Return Code, den die Anwendung auswerten muß. Muß die Nachricht jedoch auf ein anderes MQSeries System übertragen werden, weil die Zielqueue sich nicht auf dem lokalen Queue Manager befindet, so ist eine synchrone Rückmeldung zur Anwendung im Fehlerfall aufgrund der asynchronen Funktionsweise von MQSeries nicht mehr möglich. Folgende Gründe können Ursache einer Fehlersituation sein: Die angegebene Zielqueue existiert nicht (Name falsch, Queue nicht angelegt) Die Zielqueue ist voll Bei der Zielqueue wurde das Attribut PUT(DISABLED) gesetzt In diesen Fällen ergreift der MQSeries Message Channel Agent der Empfangsseite folgende Maßnahmen in der angegebenen Reihenfolge: 1. Er ruft den Message retry exit auf, sofern ein solcher definiert ist. Dies ist für die Channels im GDV Schadennetz nicht vorgesehen. Es bleibt aber jedem Teilnehmer überlassen, wie er mit derartigen Fehlern umgeht. Ist kein Exit eingetragen, werden die Attribute MRTMR (Message Retry Timer) und MRRTY (Message Retries) des Empfangschannels benutzt, um Anzahl und Abstand automatischer Wiederholungsversuche zu bestimmen und MQSeries versucht MRRTY mal, die Nachricht zuzustellen. Dieses Verfahren verspricht natürlich nur bei temporären Fehlern Erfolg (z.b. Queue voll). 2. Die Nachricht wird an den Absender zurückgesandt. Um die Zielqueue für diese Rücksendung zu bestimmen, werden die Felder ReplyToQueue und ReplyToQueueManager aus dem Message Header verwendet. Voraussetzung hierfür ist, daß der Absender dies durch Setzen des Attributes Report im Message Descriptor der Nachricht auf den Wert MQRO_EXCEPTION_WITH_FULL_DATA+MQRO_DISCARD_MSG gewünscht hat. 3. Er versucht, die Nachricht auf die Dead Letter Queue zu stellen, die für den empfangenden Queue Manager definiert ist. Bleiben alle diese Maßnahmen erfolglos, verbleibt die Nachricht auf der sendenden Seite in der Transmission Queue und MQSeries stoppt den Channel, da eine weitere Verarbeitung nicht mehr möglich ist. Dadurch wird die Weiterverarbeitung nachfolgender, fehlerfreier Nachrichten verhindert. Aus diesem Grund sind alle Teilnehmer am GDV Schadennetz angehalten, 1. Eine Dead-Letter Queue anzulegen, dem QueueManger als solche bekannt zu geben (Attribut DEADQ) und für die entsprechende Bearbeitung dieser Queue Vorsorge zu treffen. Hierzu können die bei den dezentralen MQSeries Produkten mitgelieferten Dead-Letter Queue Handler genutzt werden (s. MQSeries System Administration der jeweiligen Platform). Dies ist durch entsprechende Konfiguration der Queue Manager von den Administratoren durchzuführen. 2. Beim Versand von Nachrichten in das Schadennetz durch die oben beschriebenen Report Optionen dafür zu sorgen, daß sie über das Fehlschlagen automatisch durch Exception Report Messages informiert werden und diese Messages im sendenden Anwendungsprogramm entsprechend auswerten. Diese Report Messages sind an den Attributen MsgType und Feedback des Message Descriptors zu identifizieren (s. MQSeries Application Programming Guide). Diese Maßnahme ist beim Design der Anwendungsprogramme durch die Anwendungsentwickler zu berücksichtigen und nicht administrativ regelbar. Anmerkung: Ein ähnliches Verfahren wird auch für Nachrichten empfohlen, die inhaltlich fehlerhaft sind und vom Empfänger nicht verarbeitet werden können. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 10 von 17

11 MQSeries Logging MQSeries stellt die garantierte Übermittlung von persistenten Nachrichten durch ein eigenes Logging sicher, mit dem sämtliche Aktivitäten eines Queue Managers protokolliert werden. Die so entstehenden Logfiles können im Falle einer Systemunterbrechung (z.b. durch Stromausfall) zum Wiederherstellen des Zustandes zum Zeitpunkt des Ausfalls verwendet werden. Hierbei bieten sich zwei Verfahren an: lineares und zirkuläres Logging. Wird lineares Logging verwendet, d.h. werden die Logfiles ständig fortgeschrieben, ohne dass nicht mehr benötigte Logfiles wiederverwendet werden, so muss dafür gesorgt werden, daß der entsprechend benötigte Festplattenplatz sowie geeignete Archivierungswerkzeuge zur Verfügung stehen. Der einzige Vorteil, den lineares Logging bietet, ist die Wiederherstellung eines MQSeries Systems nach einem Hardwarefehler der Festplatte. Da die Objekte eines Queue Managers jederzeit über die entsprechenden Skripte wiederhergestellt werden können und die Nachrichten im GDV Schadennetz zum einen eine sehr kurze Verweildauer auf den Queues haben und zum anderen jederzeit reproduzierbar sind, erscheint lineares Logging und der daraus resultierende administrative Aufwand derzeit nicht gerechtfertigt. Den Teilnehmern wird deshalb empfohlen, die Queue Manager mit zirkulärem Logging zu erstellen und die folgenden Log-Parameter durch entsprechende Aufrufargumente beim Ausführen des Befehles crt 1 mqm einzustellen: LogPrimaryFiles=10 LogSecondaryFiles=5 LogFilePages=4096 (in Pages à 4KB) LogBufferPages=32 (entspr. 130KB RAM Buffer) Mit diesen Parametern stehen insgesamt 15*16MB = 240MB für Logfiles zur Verfügung. Da die derzeitige Größe einer LUW (Logical Unit of Work) im GDV Schadennetz bei max. 5 Nachrichten liegt, sind diese Log Einstellungen mehr als ausreichend. Wichtiger Hinweis: Aus Performance- und Recoverygründen wird dringend empfohlen, den Pfad für die Logs auf ein anderes physikalisches Laufwerk zu legen, als den der Queue Files. Zusätzlich ist eine hardwareseitige Maßnahme (z.b. RAID bzw. Mirrored Disks) für die sichere Speicherung der Log Dateien zu empfehlen. Genauere Informationen hierzu finden Sie im Handbuch MQSeries System Administration der jeweiligen Plattform. MQSeries Monitoring Dead Letter Queue Jeder Teilnehmer am GDV Schadennetz muß sicherstellen, daß Fehler im Verlauf der firmenübergreifenden Verarbeitung von Nachrichten möglichst zeitnah erkannt werden. Hierzu gehört auch die automatische Erkennung von Nachrichten, die nicht auf die Zielqueue gestellt werden konnten und deshalb von MQSeries auf die Queue für nicht zustellbare Nachrichten (Dead Letter Queue; siehe auch Kapitel MQSeries Fehlerbehandlung) gestellt wurden. Die geeignete Überwachung der Dead Letter Queue, entweder mit dem von IBM zur Verfügung gestellten Dead Letter Queue Handler oder mit einem kommerziellen Monitoring Produkt ist aus diesem Grund von den Teilnehmern sicherzustellen. Die Installation und Konfiguration des Dead Letter Queue Handlers (runmqdlq), der von der IBM auf den dezentralen Plattformen mitgeliefert wird, ist im Handbuch System Administration der MQSeries Produktdokumentation beschrieben. 1 Die genaue Beschreibung dieses Befehles finden Sie in der Dokumentation zu MQSeries: System Administration D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 11 von 17

12 Channel Event Queue MQSeries erzeugt beim Starten und Stoppen sowie in Fehlersituationen sogenannte Channel Event Messages und stellt diese auf die System Queue SYSTEM.ADMIN.CHANNEL.EVENT, sofern das Erzeugen dieser Events bei der Queue Manager Konfiguration aktiviert wurde. Eine Auswertung dieser Event Messages ermöglicht die automatische Benachrichtigung des Administrators im Falle von Fehlern bei der Channel Verarbeitung. Alle kommerziellen Systemmanagement Produkte von Drittanbietern setzen auf diesen Event Queues auf. Da es sich bei Event Messages aber um ganz normale MQSeries Nachrichten (mit einem speziellen Header) handelt, lassen sich einfache Mechanismen zur Automation auch selbst implementieren. Hierzu sind Programme zu schreiben, die diese Event Queues auf eingehende Messages hin überwachen und entsprechend der Art des Events notwendige Aktionen auslösen. Wie auf die unterschiedlichen Events reagiert wird, kann nicht allgemein beschrieben werden sondern ist von den Teilnehmern individuell zu entscheiden. Sonstige Vorgaben Änderungen von Kommunikationsparametern Channeländerungen Eine Kommunikation zwischen zwei Queue Managern funktioniert grundsätzlich nur dann, wenn die Einstellungen der zugrundeliegenden Channel-Paare verträglich sind und beide Seiten (die Message Channel Agents) sich über den Zustand der Verbindung einig sind. So führen diese MCA s z.b. eine Message Sequence Number, mit deren Hilfe sie sicherstellen können, daß auf dem Übertragungsweg keine Nachricht verloren gegangen ist. Diese Sequence Number ist ein interner Parameter eines jeden Channels. Diese Sequence Number kann aber auf zwei Arten durch äußere Einwirkung verändert werden: 1. Der Channel wird gelöscht und neu angelegt (auch mit identischen Parametern) 2. Der Administrator führt den MQSeries Befehl RESET CHANNEL aus Wird in beiden Fällen der Kommunikationspartner nicht informiert, so erzeugt MQSeries beim nächsten Versuch, den Channel zu starten, auf der Empfängerseite die Fehlermeldung AMQ9526 Message sequence number error for channel 'xyz' aus. In diesem Fall gibt es keine (sichere) Möglichkeit mehr, das Problem ohne menschliche Intervention zu beheben. REGEL: Ändern Sie diejenigen Konfigurationsparameter ihres Queue Managers, die sich auf die Kommunikation mit Ihrem Partner (z.b. GDV QMgr) auswirken, nicht ohne vorherige Rücksprache mit dem jeweilig zuständigen Administrator Ihres Kommunikationspartners, so daß die Änderungen zeitgleich durchgeführt werden können. Es gibt praktisch keinen Grund, warum ein Channel komplett gelöscht und wieder angelegt werden muß. Auch der Befehl zum Zurücksetzen der Sequence Number ist die letzte notwendige Maßnahme um bereits bestehende Kommunikationsprobleme zu beseitigen. Im normalen Betrieb ist diese Maßnahme nicht erforderlich. Änderung von TCP/IP Parametern Sollte sich in Ihrem Haus die Notwendigkeit ergeben, IP-Adressen oder Ports Ihres MQSeries Servers zu ändern, informieren Sie den GDV, damit die entsprechenden Attribute der Channels auf der Senderseite rechtzeitig angepasst werden können. Der für MQSeries reservierte Standard TCP/IP Port ist der Port D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 12 von 17

13 D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 13 von 17

14 Checklisten In diesem Kapitel finden Sie Informationen, die Sie bei der Konfiguration Ihrer Queue Manager als Vorlage verwenden können. Darüber hinaus sind häufig auftretende Fehler während der Kommunikation beschrieben, so dass Sie schnell die Ursache identifizieren und den Fehler beheben können. Dieses Kapitel ersetzt aber keinesfalls eine grundlegende Ausbildung, wie sie etwa der IBM Kurs MQSeries Administration auf Workstations vermittelt. Für den reibungslosen Betrieb einer MQSeries Installation ist diese Ausbildung sowie entsprechende praktische Erfahrungen unerlässlich. Konfiguration Die hier aufgeführte Beschreibung gilt nur für Teilnehmer der Klassen I und II. Teilnehmer der Klasse III bekommen vom GDV eine Client Channel Definition Datei, welche die nötigen Informationen für den Verbindungsaufbau zum GDV Queue Manager enthält. Eine weitere Konfiguration eines Teilnehmers der Klasse III ist nicht nötig. Was muss gemacht werden Queue Manager mit gewünschten Logging Parametern erstellen Dead Letter Queue einrichten Trigger Intervall anpassen Channels erstellen Klasse I Durch Aufruf von crtmqm MQSeries Befehl runmqsc DEFINE QLOCAL('qmgr.DLQ') + DESCR('Dead Letter Queue') + DEFPSIST(YES) + REPLACE runmqsc ALTER QMGR + DEADQ(' qmgr.dlq') + TRIGINT(300) ** Channel vom GDV zum Teilnehmer DEFINE CHANNEL ('GDV.TO.qmgr') + CHLTYPE(RCVR) + TRPTYPE(TCP) + DESCR('Receiver Channel') + BATCHSZ(2) + REPLACE ** Channel vom Teilnehmer zum GDV DEFINE CHANNEL ('qmgr.to.gdv') + CHLTYPE(SDR) + TRPTYPE(TCP) + CONNAME(' ') + DESCR('Sender Channel zum GDV') + XMITQ('GDV.XMIT') + BATCHSZ(2) + DISCINT(300) + HBINT(60) + USERID('Teilnehmer-Userid') + REPLACE Bemerkungen Siehe MQSeries System Administration qmgr ist der den Namenskonventionen entsprechende Queue Manager Name Teilnehmer-Userid ist die Benutzerkennung des Teilnehmers, die vom GDV zugeteilt wird D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 14 von 17

15 Channels erstellen Klasse II Transmission Queue erstellen Lokale Anwendungsqueues erstellen Remote GDV-Queues erstellen runmqsc ** Channel vom GDV zum Teilnehmer DEFINE CHANNEL ('GDV.TO. qmgr ') + CHLTYPE(RQSTR) + TRPTYPE(TCP) + CONNAME(' ') + DESCR('Requester Channel (receiving)') + USERID('Teilnehmer-Userid ) + BATCHSZ(2) + REPLACE ** Channel vom Teilnehmer zum GDV DEFINE CHANNEL (' qmgr.to.gdv') + CHLTYPE(SDR) + TRPTYPE(TCP) + CONNAME(' ') + DESCR('Sender Channel zum GDV') + XMITQ('GDV.XMIT') + BATCHSZ(2) + DISCINT(300) + USERID('Teilnehmer-Userid') + REPLACE runmqsc DEFINE QLOCAL ('GDV.XMIT') + DESCR('Transmission Queue') + DEFPSIST(YES) + USAGE(XMITQ) + TRIGGER + TRIGTYPE(FIRST) + TRIGDATA('qmgr.TO.GDV') + INITQ('SYSTEM.CHANNEL.INITQ') + REPLACE runmqsc ** Eingangs-Queue vom GDV DEFINE QLOCAL ('SN.KFZ.GDV.IN') + DESCR('Eingang SN-Nachrichten') + DEFPSIST(YES) + REPLACE runmqsc ** Ausgangs Queue zum GDV DEFINE QREMOTE ('SN.KFZ.GDV.OUT') + DESCR(' Ausgang SN-Nachrichten ') + DEFPSIST(YES) + XMITQ('GDV.XMIT') + RNAME('SN.KFZ.vudl.IN') + RQMNAME('GDVQMGR') + REPLACE qmgr ist der den Namenskonventionen entsprechende Queue Manager Name Teilnehmer-Userid ist die Benutzerkennung des Teilnehmers, die vom GDV zugeteilt wird Auf dieser Queue kommen Messages vom GDV an vudl ist die VU bzw. Dienstleisternumme r D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 15 von 17

16 Häufige Fehler Bei der ersten Inbetriebnahme von MQSeries kommt es zu ganz typischen Fehlersituationen, die oft auf einfache Ursachen zurückzuführen sind. MQSeries meldet Fehler, je nach Fehlerherkunft, in drei unterschiedlichen Logdateien: 1. x:\mqm\qmgrs\<qmgrname>\errors\amqerr01.log x:\mqm\errors\amqerr01.log x:\mqm\ steht hierbei für Laufwerk und Pfad der MQSeries Installation. Auf UNIX Systemen gibt es keine Laufwerke und der Installationspfad ist i.d.r. /var/mqm o.ä. Der genaue Installationsort wird bei der Installation vom Administrator festgelegt. Unter 1.) werden alle Fehle r protokolliert, die direkt einem Queue Manager zuzuordnen sind. Unter 2.) und 3.) finden Sie Informationen zu allen anderen Fehlern, die system- oder installationsbedingt aufgetreten sind. In allen Verzeichnissen werden bei schweren Fehlern auch Dateien mit der Endung.FDC erstellt, die beim Erstellen einer Problemmeldung für den technischen Außendienst der IBM mitgeliefert werden. Einige der am Anfang während der Kommunikation zweier Queue Manager häufig auftretenden Fehler sind in der folgenden Tabelle mit den entsprechenden Maßnahmen aufgeführt. Fehlermeldun mögliche Ursache(n) g AMQ kurzzeitige Netzausfälle - Löschen und neu Anlegen eines Channels auf Empfängerseite ohne Benachrichtigung des Partners - Ausführen des Befehles RESET CHANNEL auf der Empfängerseite ohne Benachrichtigung des Partners AMQ fehlerhafter Wert im Attribut CONNAME der AMQ9202 Senderseite AMQ Empfänger nicht empfangsbereit - TCP/IP Konfigurationsfehler Anmerkung: Der Fehler AMQ9202 kann temporärer Natur sein, so dass hier nicht unbedingt ein Konfigurationsfehler vorliegen muss. Maßnahmen Lässt sich der Channel nicht mehr starten, so ist auf der Senderseite des Channels der MQSeries Befehl RESET CHANNEL(<channelname>) auszuführen, nachdem sichergestellt wurde, dass keine Nachrichten verloren gegangen sind. 1. Prüfen Sie, ob die TCP/IP Konfiguration Ihrer Maschine einwandfrei ist 2. Prüfen Sie, ob Sie andere Maschinen außerhalb Ihres Netzwerkes erreichen können (z.b. mit dem ping-befehl) 3. Prüfen Sie, ob die TCP/IP Adressen der Channeldefinitionen korrekt sind 4. Prüfen Sie, ob der MQSeries Listener auf der Empfängerseite aktiv ist (Anruf) D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 16 von 17

17 Test- und Produktionswelt Alle Teilnehmer sollten eine Test- und eine Produktionsumgebung aufbauen. In der Testwelt können neue oder geänderte Geschäftsvorfälle getestet werden, während in der Produktion noch die bisherige Version eingesetzt werden kann. Die Testumgebung kann in der Ausstattung weniger leistungsfähig sein als die Produktion. D:\Html\snetz\schaden\dokumente\techleit.doc Seite 17 von 17

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