Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands

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1 Konferenzdokumentation Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Bautzen, 18. September 2008 Organisation: Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbh Arbeitsmarktkoordinatoren Oberlausitz

2 Konferenzprogramm I Einlass und Get-Together an der Milchbar von Sachsenmilch Begrüßung und Grußwort - Dr. Holm Große (Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbh) - Staatsminister Thomas Jurk (Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen) Einführungsreferate - Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands, Dr. Holm Große (Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbh) - Beispiel eines Oberlausitzer Unternehmens: Bernd Nebel (plastic concept gmbh, Neusalza-Spremberg) - Möglichkeiten der Personalrekrutierung als Bestandteil des kooperativen Regionalmarketing in öffentlich-privater Partnerschaft, Dr. Werner Mankel (Industrie- und Handelskammer Dresden) Reflektion der Ergebnisse 2006 Was wurde erreicht? Schule Wirtschaft : Ergebnisse Beispiel Entwicklung - TransJob, Martina Kahl (Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium Niesky) - Berufsorientierung an der Schule für Lernförderung Juri Gagarin Bautzen, Frau Barbara Scholz

3 Konferenzprogramm II Reflektion der Ergebnisse 2006 Was wurde erreicht? Schule Wissenschaft : Ergebnisse Beispiel Entwicklung - Energietechnisches Kabinett der Hochschule Zittau/Görlitz, Prof. Dr. Anke Traichel (Hochschule Zittau/Görlitz) - Projekt Karriere hier, Prof. Wolfgang Janig (Staatliche Studienakademie Sachsen - Berufsakademie Bautzen) Wissenschaft Wirtschaft : Ergebnisse Beispiel Entwicklung - Projekt Blended learning Module für die Beschichtungsindustrie, Burkhard Scholz (Geschäftsführer Techno-Coat Oberflächentechnik GmbH) Best practice Erfahrungen in anderen europäischen Regionen - Projekte zur Fachkräftesicherung im Erzgebirge, Matthias Lißke (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Erzgebirge mbh) - Erfahrungen aus dem Ausland Berufsorientierung in Norwegen, Uwe Hofmann (Gymnasium Dresden-Plauen) Zielstellung Wo wollen wir hin? - Schlußwort zur Konferenz, Dr. Holm Große Büfett und Get-Together

4 Grußwort Staatsminister Thomas Jurk Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit Sachsen

5 Konferenz Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Grußwort Staatsminister Thomas Jurk Grußwort Staatsminister Thomas Jurk, Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft und Arbeit Zunächst bedanke ich mich sehr herzlich für Ihre Einladung. Der Titel Zukunft Oberlausitz - Karriere machen am Anfang Deutschlands verspricht interessante Vorträge und Diskussionen. Schaut man in die Berichterstattung deutscher Medien, dann wird unsere Oberlausitz häufig nach der Würdigung der schönen Landschaft, der Umgebindehäuser und freundlicher Menschen mit dem Thema Abwanderung und Überalterung in Verbindung gebracht. Auf den ersten Blick stimmt es: Aus unseren Gemeinden sind in den letzten Jahren viele junge Leute weggegangen, um eine Ausbildung zu beginnen, eine Arbeitsstelle anzutreten oder zu studieren. Überall in Deutschland freut man sich über die sympathischen und pflichtbewussten Oberlausitzer. Aber es gibt eine schlechte Nachricht für den Rest Deutschlands: Der Nachschub an Oberlausitzern, die ihre Heimat aus beruflichen Gründen verlassen, versiegt. Im Jahr 2001 hatten wir im Saldo von Weg- und Zuzügen bei den jährigen im neuen Landkreis Görlitz noch einen Wanderungsverlust von Personen. Im Jahr 2007 waren es nur noch Personen. Im Landkreis Bautzen waren die Zahlen ähnlich. In der öffentlichen Wahrnehmung wird viel zu wenig beachtet, dass sich in den letzten 10 Jahren in der Oberlausitz viele Firmen angesiedelt haben, die inzwischen stabil geworden sind. In den Bereichen Maschinen- und Anlagenbau, Textilindustrie, Kunststofftechnik und Nahrungs- und Genussmittelindustrie gibt es mittlerweile 282 Firmen mit jeweils mehr als 20 Beschäftigten. Die Verbesserung der Infrastruktur in der Region, wie z.b. der Ausbau des Autobahnnetzes, war eine entscheidende Voraussetzung, dass sich Unternehmen ansiedeln konnten. Derzeit ist der Neubau der B 178neu die wichtigste Straßenbaumaßnahme zur Verbesserung der Verkehrsverbindungen nach Zittau und zu unseren Nachbarländern Polen und Tschechien. Die Eisenbahnstrecken der Oberlausitz stellen ebenfalls ein wichtiges verkehrliches Bindeglied Sachsens zu Polen und Tschechien dar. Mit dem Beitritt der beiden Staaten zum Schengen-Raum ist die verkehrliche Bedeutung des Dreiländerecks deutlich gestiegen. Deshalb werden wir den Infrastrukturausbau auf hohem Niveau fortsetzen. Besonders wichtig ist mir, dass diesen Investitionen in die Infrastruktur wirtschaftliche Ansiedlungen folgen. Und das geschieht zunehmend. In der Region Oberlausitz haben wir viele bodenständige Unternehmen, die auch in der Zukunft für Arbeits- und Ausbildungsplätze sorgen werden. Nach vielen Jahren, in denen ein großer Teil unserer Jugendlichen überbetrieblich ausgebildet wurden, können wir heute erfreut feststellen, dass auch in der Oberlausitz noch freie Lehrstellen in Unternehmen vorhanden sind! Allein nach Angaben der BA können wir feststellen, dass im Agenturbezirk Bautzen im Jahr 2008 sowohl der Bewerberrückgang als auch der Anstieg an betrieblichen Ausbildungsplätzen stärker als in Sachsen insgesamt war (im Agenturbezirk Bautzen gibt es derzeit noch 453 unbesetzte betriebliche Ausbildungsstellen; Stand: August 2008). Zeitgleich mit dem Rückgang der Schulabgängerzahlen erreichen in nächster Zeit starke Jahrgänge von beschäftigten Personen das Rentenalter und scheiden aus dem Erwerbsleben Bautzen,

6 Konferenz Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Grußwort Staatsminister Thomas Jurk aus. Bis 2010 wird sich die Zahl der Erwerbspersonen in den beiden neuen Landkreisen jeweils um ca Personen verringern. Bis 2015 und 2020 wird sich dieser Trend deutlich verstärken. Zu beachten ist auch, dass unsere östlichen Nachbarn ebenfalls Arbeitsplätze bieten. Noch sind es wenige, aber ich bin sicher, dass sich zukünftig auch in Polen oder Tschechien neue wirtschaftliche und berufliche Chancen ergeben werden. Schon heute gibt es z. B. im Handwerk Aufträge aus Polen und Tschechien. Ab 2011 wird die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit hergestellt sein. Dann wird sich der Wirtschaftsraum grenzüberschreitend weiter vernetzen. Es freut mich, dass immer mehr sächsische Betriebe aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs und des stärkeren Fachkräftebedarfs Ausbildung und Nachwuchsförderung zu einem grundlegenden Motiv ihrer Personalpolitik machen. Das begrüße ich ausdrücklich, weil Unternehmen, die so handeln, Zukunft haben. Zugleich wird aber auch immer wieder berichtet, dass Unternehmen zum Teil sehr hohe Anforderungen an Bewerber und Bewerberinnen stellen. Natürlich sind ein bestimmtes Basiswissen und Grundqualifikationen sowie auch die sog. Sekundärtugenden wie z.b. Pünktlichkeit, Fleiß, Pflichtbewusstsein und Disziplin unverzichtbar. Daran wird sich nichts ändern. Doch schon allein mit Blick auf die demografische Entwicklung werden es sich Unternehmen zukünftig nicht mehr leisten können, allzu großzügig auszusortieren. Die Zeiten, wo teilweise aus hundert oder mehr Bewerbungen ausgewählt werden konnte, sind vorbei. Mein Plädoyer lautet daher: Machen Sie Ihre Einstellungsentscheidung nicht nur von Zeugnisnoten abhängig. Geben Sie auch scheinbar weniger Geeigneten eine Chance. Unsere Erfahrungen zeigen ganz eindeutig, dass viele junge Menschen Leistungswillen und vermögen deutlich steigern, wenn sie mit betrieblicher Praxis konfrontiert werden. Oft zeigen Jugendliche, die von Unternehmen für nicht ausbildungsreif gehalten und deshalb abgelehnt wurden, in unseren außerbetrieblichen Ausbildungsplatzmaßnahmen die besten Ergebnisse. Wer als Unternehmen unter den zukünftigen Bedingungen bestehen will, sollte sich darüber im Klaren sein, dass gerade die Durchführung einer eigenen Berufsausbildung mit vielen Vorteilen verbunden ist. Qualifizierte Mitarbeiter sind der wichtigste Faktor des unternehmerischen Erfolges. Firmen die sich hier richtig aufstellen, werden sich besser entwickeln. Dies gilt auch für die Unternehmen am Wirtschaftsstandort Oberlausitz. Der Freistaat Sachsen möchte die Unternehmen bei der Fachkräfteentwicklung natürlich unterstützen. Lassen Sie mich die wichtigsten Punkte dazu kurz skizzieren: 1. Fachkräfteentwicklung beginnt nach unserer Auffassung sehr früh - nämlich bereits in der Schule. Berufspraktisches Lernen und Berufsorientierung müssen nach meiner Ansicht deutlich verstärkt werden. Deshalb unterstützt der Freistaat Sachsen die sachsenweite Durchführung der Woche der offenen Unternehmen. Gegenwärtig arbeiten wir daran, die Woche der offenen Unternehmen als verbindlichen Teil des Unterrichts einzuführen und den Schülerinnen und Schülern die Hin- und Rückfahrt zu den Unternehmen kostenfrei zu stellen. 2. Es gibt in Sachsen derzeit eine Vielzahl von Veranstaltungen und Initiativen, die sich mit Berufsorientierung befassen. Es ist einerseits ein positives Zeichen, dass die Bedeutung von Berufsorientierung bei den Verantwortlichen tatsächlich angekommen Bautzen,

7 Konferenz Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Grußwort Staatsminister Thomas Jurk ist. Andererseits wünsche ich mir, dass es hier mehr Abstimmung zwischen den einzelnen Aktionen gibt. Beispielsweise halte ich es nicht für sehr sinnvoll, wenn im Umkreis von wenigen Kilometern zwei sehr publikumswirksame Veranstaltungen zur selben Zeit durchgeführt werden. Wir brauchen eher weniger, dafür aber überschaubare und gleichzeitig hochwertige und mittelstandsgemäße Aktivitäten in der Berufsorientierung in Sachsen. Wir führen daher gerade eine Erhebung aller relevanten Veranstaltungen durch, sehen uns auch die Initiativen anderer Länder an und werden im Ergebnis Verbesserungsvorschläge hin auf dem Weg zu einer Systematisierung der Berufsorientierung in Sachsen vorlegen können und diese natürlich auch umsetzen. Mir ist bekannt, dass es hierzu unterschiedliche Auffassungen unter den Akteuren gibt. Ich bitte Sie dennoch, sich aktiv in diesen Prozess einzubringen. 3. Im Bereich der betrieblichen Erstausbildung wird der Freistaat die Unternehmen weiter gezielt über die Förderung der Verbundausbildung, der überbetrieblichen Lehrunterweisung im Handwerk sowie den Erwerb von Zusatzqualifikationen unterstützen. Auch erhalten die Unternehmen weiter einen Zuschuss, die Ausbildungsverträge mit Jugendlichen aus Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen, dem Berufsgrundbildungsjahr sowie mit jungen Müttern und Vätern abschließen. 4. Ein ganz wichtiges Ziel ist, Jugendliche mit besonderem Unterstützungs- und Förderbedarf nachhaltig in Ausbildung zu integrieren und somit auch dieses Potenzial an Fachkräftenachwuchs zu erschließen. Mit Blick auf die angezeigte demografische Entwicklung können wir es uns nicht leisten, diese Jugendlichen sich selbst zu überlassen und die Verantwortung an die Sozialversicherung weiter zu reichen. Staatliche Ausbildungsplatzmaßnahmen, die auf die individuellen Bedarfe der Teilnehmer ausgerichtet sind und gleichzeitig - wo benötigt - sozialpädagogische Begleitung sowie Förder- und Stützunterricht bereit stellen, wird es deshalb so lang geben, wie Bedarf besteht. Nach wie vor ist es leider eine Tatsache, dass das tatsächliche Leistungsvermögen vieler jugendlicher Ausbildungsplatzbewerber den betrieblichen Anforderungen nicht entspricht. Um eine nachhaltige Integration dieser Jugendlichen in Ausbildung oder Arbeit zu erreichen, bedarf es intensiver Beratung und individuell gestalteter Maßnahmen sowie sozialpädagogischer Begleitung. Dies alles sind Aufgaben, die von einer Vielzahl der sächsischen Ausbildungsbetriebe, vor allem im KMU-Bereich, nicht geleistet werden können. Deshalb machen wir in diesem Bereich umfassende Angebote. Diese sind nachrangig gegenüber den betrieblichen Plätzen. Ausschließlich Jugendliche, die bei Unternehmen nicht zum Zuge gekommen sind, wollen wir mit diesen Angeboten zielgerichtet unterstützen und die Kooperationen mit Unternehmen dabei verstärken. 5. Im Rahmen der betrieblichen und beruflichen Weiterbildung unterstützt der Freistaat Sachsen die Unternehmen auch mit Zuschüssen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). KMU, die eine Weiterbildung ihrer Mitarbeiter vornehmen, können bis zu 80 % der Kosten des Lehrgangs erstattet bekommen. 6. Selbstverständlich sind wir auch im Bereich Arbeitsmarkt aktiv. Seit Juli letzten Jahres sind im Rahmen des Projektes Arbeitsmarktkoordinatoren zehn Personen bei regionalen Trägergesellschaften tätig, davon auch zwei Personen für die Region der Oberlausitz mit Sitz bei der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz. Ein Aufgabenbereich der Arbeitsmarktkoordinatoren ist u. a. das Thema Fachkräftesicherung. Durch den Bautzen,

8 Konferenz Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Grußwort Staatsminister Thomas Jurk Einsatz der Arbeitsmarktkoordinatoren haben die Regionen und ihre Wirtschaftsförderund Entwicklungsgesellschaften die Gelegenheit erhalten, wirtschaftsfördernde Aktivitäten arbeitsmarktpolitisch zu flankieren. Außerdem gelingt durch die Arbeitsmarktkoordinatoren eine bessere Kommunikation der regionalen Erwartungen und Strategien in den Bereichen Fachkräftesicherung sowie Schule und Beruf an die Staatsregierung. Um auf die sich verändernde demografische Situation zu reagieren, wird derzeit durch die Geschäftsführer der Trägergesellschaften des Projektes Arbeitsmarktkoordinatoren die Entwicklung regionalübergreifender arbeitsmarktpolitischer Markenzeichen wie z. B. Karrierewege in der Region diskutiert. Als Vorbild soll hier das im Landkreis Bautzen bereits gestartete Pilotprojekt Karriere hier dienen. Durch den Einsatz der Arbeitsmarktkoordinatoren und deren Dialog mit der Wirtschaft und den institutionellen Trägern konnte der Wissens- und Erfahrungstransfer auf dem Gebiet der Fachkräftesicherung deutlich gestärkt werden. Dieser unvollständige Überblick über die Aktivitäten des Freistaates Sachsen sollte kurz aufzeigen, wo wir u. a. bereits aktiv sind, um die Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen. Selbstverständlich unterstützen wir auch intensiv die Hochschulausbildung, wie z.b. im Rahmen der dualen Studiengänge an den Berufsakademien und der Kooperativen Ingenieurausbildung an der Fachhochschule Zittau-Görlitz. Ich möchte aufgrund des begrenzten Zeitrahmens und der noch folgenden Vorträge hier jedoch nicht näher darauf eingehen. Ich finde es sehr positiv, dass die heutige Veranstaltung mit den einzelnen Themenbereichen genau die Punkte widerspiegelt, die ich auch primär angesprochen habe. Dies zeigt, dass die Positionen der Staatsregierung - wie dem zukünftigen Fachkräftebedarf am Besten entsprochen werden kann - von den Regionen und den Unternehmen weitgehend geteilt werden. Abschließend möchte ich betonen, wie sehr ich den regionalen Charakter der heutigen Veranstaltung schätze und unterstütze. Denn die Fachkräfteentwicklung muss mit regionalem Bezug gesehen werden, es müssen die Vorzüge, aber auch Nachteile der einzelnen Regionen diskutiert und dargelegt werden. Genau so wenig, wie sich der Fachkräftebedarf in gesamt Sachsen gleichförmig entwickeln wird, genau so wenig wäre es sinnvoll mit einer umfassenden Strategie für Gesamt-Sachsen diesem begegnen zu wollen. Gerade die Oberlausitz weist Besonderheiten auf denen eine Fachkräftestrategie gerecht werden muss. Diese Veranstaltung trägt dazu bei, diese Strategie zu entwickeln. In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine gelungene und interessante Veranstaltung. Bautzen, StM Thomas Jurk Bautzen,

9 Einführungsreferat Zukunft Oberlausitz- Karriere machen am Anfang Deutschlands Dr. Holm Große Geschäftsführer Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbh

10 Konferenz Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Bautzen, 18. September 2008 Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Dr. Holm Große Geschäftsführer Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbh

11 Die Region Oberlausitz Lage und Kooperationsräume in Zentraleuropa Daten und Fakten ,6 km Einwohner Gemeinden (28 Städte) - 5 Hochschulen - über produzierende Betriebe Unternehmen mit über 100 Beschäftigten Beherbergungsstätten ( Betten), 21 Campingplätze - Bruttoumsatz Tourismus: 400 Mio. (228 Mio. Tagestourismus) Der eine jammert, wenn er im Sumpf versinkt, der andere legt ihn trocken und verkauft den Torf!

12 Die Region Oberlausitz-Niederschlesien Ein Modell regionaler Zusammenarbeit Landrätekonvent als übergreifendes Lenkungsgremium AK Wirtschaftsförderer als dauerhafte regionale Steuerungsgruppe Einheitliche Dachmarke (Oberlausitz) Einheitliche Projektliste mit Schlüssel- und Jump-Projekten (Infrastruktur, Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Qualifikation, Umwelt und Naturschutz, Land- und Forstwirtschaft, Soziales, Sonstiges) Klares Kompetenzprofil und gesamtregionale Entwicklungsschwerpunkte Regionales Leitbild und Corporate Design / Corporate Identity Ressortübergreifende Abstimmung und Vernetzung Enge Kooperation und gemeinsame Produkte mit der brandenburgischen Lausitz sowie im Rahmen der Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Trägerschaft des RM durch eine Gesellschaft (MGO als regionale Gesellschaft zur Entwicklung und Bekanntmachung der Wirtschaftsund Ferienregion)

13 Die MGO und ihre Geschäftsbereiche Geschäftsführer (Dr. Holm Große) Assistenz / Finanzen (Frau Annett Pötschke) Wirtschafts- und Standortmarketing (Dr. Holm Große) Regionalmanagement (Lars Neitzel, MAS) Tourismusmarketing (Jana Jähnig) Öffentlichkeitsarbeit Imagebildung Wirtschaftsregion Marketinginstrumente (z.b. Wirtschaftsmagazin) Messen und Präsentationen Unternehmertreffen und reisen ( B2B ) Vermarktung der Industriestandorte Trinationaler Preis INNOVATION Moderation und Umsetzung regionaler Entwicklungsprozesse und konzepte (z.b. REK, ILE/LEADER, EFF) Unternehmensnetzwerke (Begleitung und Moderation) Projekt Arbeitsmarktkoordinatoren (Sicherung von Beschäftigung und Fachkräftebedarfs) Modellvorhaben (z.b. Wirtschaftsservice) Kommunikation der Dachmarke Oberlausitz Entwicklung und Vermarktung vernetzter touristischer Produkte (z.b. Oberlausitz per Bus, OL per Rad, OL genießen etc.) Messen und Regionalpräsentationen Arbeit mit Reiseveranstaltern und -journalisten (Ober-) Lausitz-Börsen

14 Die Region Oberlausitz Wirtschaftliche Stärken und Besonderheiten Kompetenz im Fahrzeugbau Automobilzulieferindustrie, Bahntechnik, Landmaschinenbau Starke Unternehmensnetzwerke noa, TEAM 22, Oberlausitzer Kunststofftechnik, IT Netzwerk Oberlausitz Internationalität und Grenzübergreifende Kooperationen Preis INNOVATION Euroregion Neisse-Nisa-Nysa Erfolgreiche Private-Public-Partnerships Oberlausitzer Kunststofftechnik, Freizeitknüller, Oberlausitz genießen, Oberlausitz per Rad

15 Die Wirtschaftregion Oberlausitz Schlüsselbranchen Maschinen- und Anlagenbau, Metallbearbeitung Unternehmen, ein Drittel der sächsischen Unternehmen. Textilindustrie und -handwerk Unternehmen, Kern der Euro-Textil-Region. Kunststofftechnik Unternehmen, ein Viertel der sächsischen Unternehmen. Nahrungs- und Genussmittelindustrie Unternehmen, vom Bautzner Senf bis zum Landskron Energiewirtschaft und erneuerbare Energien... Energieregion Lausitz: von Vattenfall bis zur Sunfilm AG in Großröhrsdorf und Arise in Bischofswerda. Tourismus- und Freizeitwirtschaft... mit 1,65 Mio. Übernachtungen jährlich führende Ferienregion in Sachsen.

16 Die Wirtschafts- und Ferienregion Oberlausitz Ausgewählte Effekte Ökonomische Entwicklungskerne (laut IWH, 2004 und ifo, 2004) Bahntechnik (Strategisches Netzwerk Sachsens), Maschinenbau, Kunststofftechnik, Textilindustrie, Energietechnik Tourismus Verdopplung der Gästeankünfte seit 1993, plus 10 % seit 2002; Entwicklung zum beschäftigungsrelevanten Wirtschaftszweig (8.950 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Urlaubsregion abhängig) Städte-Ranking Bautzen ist der Jobmotor Nr. 1 in Sachsen (575 Arbeitsplätze auf Einwohner) Erfolgreiche Entwicklung der KMU Unternehmenserweiterungen in allen Schlüsselbranchen zahlreiche NEU-Ansiedlungen u.a. in den Branchen Maschinenbau/ Metall, Holz, Kunststofftechnik, Energietechnik, IT

17 Die Wirtschafts- und Ferienregion Oberlausitz Arbeitsmarktdaten Arbeitslose 2004 (Jahresdurchschnitt): Arbeitslose 2005 (Jahresdurchschnitt): in der Oberlausitz Arbeitslose 2006 (Jahresdurchschnitt): Arbeitslose zum :

18 Die Wirtschafts- und Ferienregion Oberlausitz Arbeitsmarktdaten (II) Pendler über die Landesgrenze sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (15 65 Jahre) ( ) (8.223) Neue Bundesländer und Berlin (4.842) (10.986) Region Oberlausitz Alte Bundesländer (906) sv-pflichtig Beschäftigte ( ) mit Arbeitsort Region Oberlausitz: ( ) sv-pflichtig Beschäftigte ( ) mit Wohnort Region Oberlausitz : ( ) 107 (96) Ausland (Daten zu Auspendlern ins Ausland liegen nicht vor.)

19 Das Projekt Arbeitsmarktkoordinatoren und die Umsetzung in der Oberlausitz Ziele des Projektes Bündelung der regionalen Aktivitäten zur Fachkräftesicherung unter dem Dach ZUKUNFT OBERLAUSITZ - Karriere machen am Anfang D Ausbau von Partnerschaften Schule Wirtschaft - Wissenschaft Gewinnung der Netzwerke in Schlüsselbranchen für die Berufsorientierung Kommunikation erfolgreicher Beispiele in der Berufsorientierung Erstellung von Trends und Prognosen zum regionalen Fachkräftebedarf Gewinnung von Lehrern, Eltern und Schülern für die regionale Wirtschaft Aufzeigen von Karrierewegen in der Oberlausitz Umsetzung konkreter fachkräfterelevanter Projekte, auch grenzübergreifend mit Tschechien und Polen

20 Das Projekt Arbeitsmarktkoordinatoren und die Umsetzung in der Oberlausitz Schwerpunkte und Ergebnisse der bisherigen Arbeit: Schule Wirtschaft Wissenschaft Stammtische und Umsetzungsprojekte Schule Wirtschaft: Arbeitstreffen JOBSTARTER, Praktikumsbörse, Arbeitskreise Schule Wirtschaft Mittelschulwettbewerb Partner der Wirtschaft Aktionswoche Zukunft Oberlausitz 2008

21 Das Projekt Arbeitsmarktkoordinatoren und die Umsetzung in der Oberlausitz Schwerpunkte und Ergebnisse der bisherigen Arbeit: Kommunikation und Information Kreierung und Anwendung der Dachmarke Vortragsreihe Zukunft Oberlausitz für Schulen Veranstaltungskalender zur Berufsorientierung IHK-Online-Börse Unternehmen und Schulen Projektentwicklung SGB II Kommunal-Kombi: Unterstützung von Kommunen und freien Trägern Projektbegleitung: ESF-Projekte, Fit für den Job Qualifizierung arbeitsloser Ingenieure, Perspektive 50plus

22 Das Projekt Arbeitsmarktkoordinatoren und die Umsetzung in der Oberlausitz Schwerpunkte und Ergebnisse der bisherigen Arbeit: Euroregionale Zusammenarbeit Unterstützung grenzüberschreitender Zusammenarbeit Schule-Wirtschaft : Projekt Karriere ohne Grenzen grenzüberschreitendes Betriebspraktikum und Betriebsbesichtigungen Initiierung von Sprachlehrgängen (Kinder- und Jugendarbeit, branchenbezogene Weiterbildung) Unterstützung für grenzüberschreitende Praktika in der Lehrausbildung

23 Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Ausblick und weitere Ziele Sicherung des regionalen Fachkräftebedarfs der Wirtschaft, durch: - Branchenspezifische Berufsorientierung: Verzahnung von Wirtschaft und Bildung - Unterstützung von Initiativen für Rückkehrer in die Region - Akquise und Gewinnung von Hochschulabsolventen und Führungskräften von außerhalb für die Region - Bedarfsgerechte Qualifizierung Langzeitarbeitsloser verbunden mit - Imagewerbung für die Region Arbeiten und Leben in der Oberlausitz

24 Neue Imagekampagne

25 Neue Imagekampagne

26

27 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ihr Partner und Dienstleister in der Region Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbh Tzschirnerstraße 14a Bautzen Telefon: (03591) Telefax: (03591) Internet:

28 Einführungsreferat Beispiel eines Oberlausitzer Unternehmens Bernd Nebel Geschäftsführer plastic concept gmbh Neusalza-Spremberg

29 BUT Bautzener Unternehmertage 2008 Zukunft Oberlausitz Karriere machen am Anfang Deutschlands Dipl.-Ing. Bernd Nebel Geschäftsführer plastic concept gmbh 18. September

30 PLASTIC CONCEPT GMBH Ihr Zulieferer für Systeme aus Kunststoff Kommunikationsdaten: Rumburger Str Neusalza-Spremberg Tel.: /46-0 Fax: /

31 Produktbeispiele Ablagefächer Ascher diverse Gehäuse technische Teile Träger Blende Druckerpatronen Handschukasten Cupholder Cupholder

32 Fertigungsspektrum Spritzgießen (Thermo- und Duroplast, 2-Komponentenspritzguss, In-Mould-Decoration) Werkzeugbau Lackieren Montage Heißprägen Bedrucken Ultraschallschweißen Heizelementschweißen

33 plastic concept gmbh in der Hierarchie der Automobilindustrie OEM Systemlieferanten Modullieferanten Komponentenlieferanten

34 Ausbildung bei plastic concept 3-jährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik 3,5-jährige Ausbildung zum Werkzeugmechaniker 3,5-jährige Ausbildung zum Mechatroniker 2-jährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer 3-jährige Ausbildung zum Industriekaufmann/-kauffrau 3-jährige Ausbildung zum Diplom-Ingenieur (BA)

35 Entwicklung Anzahl Beschäftigte/Auszubildende Beschäftigte Beschäftigte Auszubildende

36 Entwicklung Ausbildungsverträge Beschäftigte Auszubildende BA-Studenten KIA

37 Gewinnung von geeigneten Auszubildenden Schulabschluss Mittlere Reife (Realschulabschluss) Gute bis durchschnittliche Noten in naturwissenschaftlichen Fächern Beachtung der Kopfnoten Berufliche Perspektiven aufzeigen (Weiterbildung nach Abschluss) Betreuung von Azubis durch Jungfacharbeitern Anforderungen definieren (Engagement, Flexibilität, Identifikation) Mehrfache Unterzeichnung von Ausbildungsverträgen durch Azubis Regionale Entlohnung (Ausbildungsvergütung)

38 Aktionen zur Berufsorientierung Schülerpraktika Ferienjobs Firmenbesichtigung für Schulklassen/Vorstellung der Ausbildungsberufe Firmenbesichtigung Arbeitskreis Werklehrer Kooperationsvertrag mit der Mittelschule Neusalza-Spremberg Vorstellung der Ausbildungsberufe zum Tag der offenen Tür Teilnahme an den Bautzener Unternehmertagen Teilnahme am Aktionstag Bildung der IHK in Görlitz Unterstützung Initiative Job-Starter

39 Zukunft Oberlausitz-Karriere machen am Anfang Deutschlands Ein Blick in die Vergangenheit, hat nur Sinn, wenn er der Zukunft dient Konrad Adenauer

40 Einführungsreferat Möglichkeiten der Personalrekrutierung als Bestandteil des kooperativen Regionalmarketing in öffentlich-privater Partnerschaft Dr. Werner Mankel Geschäftsführer Bereich Bildung der IHK Dresden

41 Industrie- und Handelskammer Dresden Auszubildende Auszubildende mit mit neu neu abgeschlossenen abgeschlossenen Ausbildungsvertrag in in den den Ausbildungsbereichen in in Sachsen Sachsen Haus-, Forst-, Landwirtschaft 5,8% Freie Berufe 3,2% Öffentlicher Dienst 2,9% in Prozent Handwerk 24,3% Industrie und Handel 63,8% Juni 2008 Geschäftsbereich Bildung 1

42 Industrie- und Handelskammer Dresden Eingetragene Eingetragene Ausbildungsverhältnisse Ausbildungsverhältnisse nach nach Lehrjahren Lehrjahren - - IHK IHK Dresden Dresden 1. Lehrjahr 2. Lehrjahr 3. Lehrjahr 4. Lehrjahr Gesamt Metalltechnik Handel Hotel / Gastro Kfm. Berufe Juni 2008 Geschäftsbereich Bildung 2

43 Entwicklungen und Trends Bevölkerungsentwicklung in Sachsen Juni 2008 Geschäftsbereich Bildung 3

44 Entwicklungen und Trends Regionale Unterschiede bei der Bevölkerungsentwicklung Juni 2008 Geschäftsbereich Bildung 4

45 Entwicklungen und Trends Das Risiko einer demographischen Falle Geburtenberg und Arbeitsmarkt in Ostdeutschland heute Erwerbstätige erreichen das 65. Lebensjahr Neuzugänge der 21jährigen Quelle: Statistisches Bundesamt, Fachserie 1, Reihe 4.1.1, 1999; Statistische Jahrbücher zsh Zentrum für Sozialforschung Halle e. V. Juni 2008 Geschäftsbereich Bildung 5

46 Entwicklungen und Trends Beschäftigungslücke Juni 2008 Geschäftsbereich Bildung 6

47 Reflektion der Ergebnisse aus dem Jahr 2006 Was wurde erreicht?

48 Kernaussagen der Konferenz 2006 Bildung + Wissenschaft = Wachstum der Wirtschaft: Die Sicherung und der Ausbau des Bildungs- und Wissenschaftsstandortes Oberlausitz sind die Grundlage für das Wachstum der innovativen Wirtschaftsregion Oberlausitz - Sicherung und Stärkung bestehender Strukturen in Bildung und Wissenschaft (Hochschulen, Technologiezentren, Berufsschulen, AK Schule - Wirtschaft ) - Etablierung eines langfristig angelegten und durchgängigen Informationssystems zu Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten in der Oberlausitz - Maßnahmen zur früheren Berufsorientierung - Profilierung der Hochschulen in den Bereichen Lehre, Forschung und Entwicklung; Weiterbildung mit regionaler, grenzüberschreitender und überregionaler Ausrichtung - Förderung der Schlüsselbranchen der Oberlausitz durch Stärkung der ingenieur- und naturwissenschaftlichen Aus- und Weiterbildung - Ausbau der Berufsbildungs- und Studienangebote für internationale Bewerber, insbesondere auch der Euroregion Neisse

49 Schule - Wirtschaft Projekt TransJob Martina Kahl Lehrerin am Friedrich-Schleiermacher-Gymnasium Niesky Die Präsentation wurde zur Veröffentlichung nicht freigegeben. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Frau Martina Kahl Telefon:

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