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1 Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt: Sieh sie dir an. 15. November 1912 Kurt Tucholskys»Rheinsberg. Ein Bilderbuch für Verliebte«erscheint 5. Januar 1989 Gründung der Kurt Tucholsky Gedenkstätte 27. April 1991 Eröffnung der Gedenkstätte im Schloss Rheinsberg 30. Oktober 1993 Erste Dauerausstellung zu Leben und Werk Kurt Tucholskys 30. Januar 2004 Neue Dauerausstellung, Umbenennung der Gedenkstätte in Kurt Tucholsky Literaturmuseum 14. Juni 2009 Neueröffnung des Alfred Wegener Museums 29. Juni 2011 Gründung einer Förderstiftung Besucher (bis 2010) 275 Lesungen 120 Literatur- und Kunstausstellungen 34 Stadtschreiber Dokumente, Fotos und Objekte 75 Kataloge und Publikationen 26 Ausstellungen an anderen Orten D a s K T L i n K ü r z e

2 Wir wollen uns Erinnerungen machen, die Funken sprühen. Literatur steht auf Papier; sie erfordert Leser, die sich mit ihr auseinandersetzen. Das Literaturmuseum setzt sich zum Ziel, eine Begegnung mit Literatur und ihrem Autor zu einem Erlebnis zu machen. Kurt Tucholsky ist für uns kein Sockelheiliger. Wir hören ihm zu, lassen uns anregen, staunen manchmal über seine Weitsichtigkeit, sehen seine Grenzen. Das Literaturmuseum lädt die Besucher herzlich ein, als»lesetourist«in die Schreibwelt Kurt Tucholskys einzutauchen und sich dem Autor und seiner Zeit zu nähern. D a s K T L i m P o r t r a i t

3 Lieber ein Anzug nach Maß als eine Gesinnung von der Stange. Kurt Tucholsky war einer der bedeutendsten Dichter und Publizisten der Weimarer Republik. Persönliche Gegenstände, Briefe, Handschriften, Programmhefte, Zeitschriften, Dokumente, Fotos und die Bücher des Dichters vermitteln authentische Eindrücke und geben Aufschluss über die Eigenheiten des Autors. Das wichtigste und vermutlich auch intimste Möbelstück eines Schriftstellers ist sein Schreibtisch. Symbolisch steht er für das Werk Kurt Tucholskys, das zehn Bücher und mehr als dreitausend Texte umfasst. D a s K T L i m P o r t r a i t

4 Wo kommen die Löcher im Käse her? Literatur-Ausstellungen Unsere literarischen Ausstellungen präsentieren nicht nur Kurt Tucholsky selbst, sondern auch bedeutsame Themen und spannende Persönlichkeiten seiner Schaffenszeit und der Gegenwart. Bei der Vorbereitung einer Ausstellung werden die Büros des Museums zur Detektei. Wir tauchen ein in eine vergangene Zeit, in eine fremde Familie, in ein unbekanntes Leben. Unsere Ermittlungen führen uns in Archive und Nachlässe. Staubige Akten, vergilbtes Papier eine Suche nach Namen, Orten und Daten, die mit dem Thema in Verbindung stehen. Aus detailgenauen Beobachtungen erarbeiten wir Ausstellungen, die mitreißen und verzaubern > Christa und Gerhard Wolf. Unsere Freunde, die Maler > Warum sein Bild in meinem Zimmer hängt. Kurt Tucholsky und Theodor Fontane > Armin T. Wegener: Aber ein anderes Vaterland findet man nicht so leicht > Erich Arendt: Menschen sind Worttiere > Mit Hass aus Liebe. Ansichten der Weltbühne > Else Weil Fragmente eines deutsch-jüdischen Lebensweges. Auf dem Dach des Rheinsberger Schlosses grüßen vier steinerne Allegorien zur Stadt. Jede steht für eine besondere künstlerische Gattung: die Rhetorik, die Malerei, die Bildhauerkunst und die Musik. Drei dieser vier Künste präsentieren wir Ihnen im Museum.

5 Es gibt ein Kunstgesetz, das ewig ist: Wir wollen nicht gelangweilt werden! Wechselausstellungen in der Galerie Neues sehen, anders sehen, Künstlern bei ihren Erkundungen der Wirklichkeit folgen, die Welt in anderen Farben und unvertrauten Perspektiven neu wahrnehmen das Museum zeigt hochrangige Ausstellungen zeitgenössischer Bildender Kunst. Von großer Bedeutung ist die Kooperation mit der Berliner Akademie der Künste. Seit 2002 zeigen wir jährlich eine Ausstellung eines Akademie-Mitglieds. Publikationen stellen unsere Forschungsergebnisse vor und verlängern die Wirkung von Ausstellungen. Zu den Kunst- und Literatur-Ausstellungen sind seit 1991 insgesamt 15 Publikationen und 18 Kataloge erschienen, als eigene Kataloge oder in Zusammenarbeit mit Partnern. D a s K T L i s t n e u g i e r i g

6 Gut geschrieben ist gut gedacht. Autographen In der Sammlung des Museums befinden sich etwa 50 originale Handschriften und Gegenstände aus Kurt Tucholskys Besitz. Diese kostbaren Dokumente und Objekte geben einen Einblick in die Persönlichkeit des Autors, machen ihn greifbar und rücken ihn in unsere Nähe. Kunstsammlung Etwa 250 Werke umfasst die Kunstsammlung des Museums. Darunter sind künstlerische Zeugnisse zum Leben und Werk Kurt Tucholskys und Illustrationen, angeregt von seinen Werken und Figuren.

7 Eine Schreibmaschine ist ein Gedankenklavier. Archiv und Bibliothek Das Archiv und die Bibliothek (ca Objekte) sind die Fundamente der Museumsarbeit. Schwerpunkte unserer Sammlung sind die literarische Publizistik der Weimarer Republik, vor allem die Weltbühne, Bücher und Zeugnisse von Zeitgenossen sowie biografische und wissenschaftliche Literatur zu Kurt Tucholsky. In der Sammlung enthalten sind sämtliche Erstausgaben Kurt Tucholskys, eine umfangreiche Fotosammlung und eine Rekonstruktion seiner Bibliothek. Sonderbestände bilden die biografischen Sammlungen zu Kurt Tucholskys erster Ehefrau Else Weil, zu den Dichtern Armin T. Wegner und Erich Arendt sowie zum Naturforscher Alfred Wegener. D a s K T L b e i d e r A r b e i t

8 Das Wetter ist an allem schuld. Alfred Wegener Museum D a s K T L i s t g r e n z e n l o s Seit 2009 gehört auch das Alfred Wegener Museum in Zechlinerhütte in unser Ressort. Als Kind verbrachte Alfred Wegener ( ) dort seine Ferienzeiten. Er war ein»wikinger der Wissenschaft«, der den Geheimnissen der Natur mit eigenen Beobachtungen auf die Schliche kommen wollte. Er begründete die Theorie der Plattentektonik und unternahm vier Reisen ins Polargebiet. Bei seiner großen Grönland- Expedition 1930 kam er ums Leben. Das Museum stellt das Leben des Forschers vor und sensibilisiert für Fragen zum Klimawandel.

9 Führungen, Audio-Guides Die Worte mit der Wurzel ausgraben: das ist Literatur. Seit dem Frühjahr 2010 ist im Museum die Führung mit einem Audio-Guide möglich. So können sich unsere Gäste ihren Besuch in der Ausstellung individuell gestalten. Die kurzen Hörtexte können selbstständig ausgewählt werden. Dies ermöglicht tiefer gehende Informationen zu speziellen Exponaten, orientiert am Interesse der Besucher. Kulturelle Bildung»Augen auf Augen zu«,»aufbrechen«,»heimat-träume«waren Titel von Schreibwerkstätten. Gemeinsam mit der DGB-Jugendbildungsstätte in Flecken Zechlin veranstalten wir jährlich eine Kreativwoche. Neben dem Schreibprozess fertigen die Schüler bei dem Künstler Ralf Hentrich Holzschnitte an. Ergebnis ist ein eigenes Künstlerbuch mit Texten und Grafiken. Auf großen Beifall stießen auch ein Literaturwettbewerb und ein»literarisch-kulinarisches Menü in 3 Gängen«mit Titus Giese, Wiglaf Droste und Peter Böthig. Im Sommer beteiligen wir uns an dem regionalen Ferienangebot»Hier könnt ihr was erleben«. D a s K T L i m D i a l o g

10 Rheinsberger Bogen 27 Stadtschreiber zu Rheinsberg Februar bis Juni 2008 Schloss Rheinsberg Rheinsberger Bogen 28 Stadtschreiber zu Rheinsberg August bis Dezember 2008 Schloss Rheinsberg Rheinsberger Bogen 29 Stadtschreiber zu Rheinsberg März bis Juli 2009 Schloss Rheinsberg Rheinsberger Bogen 30 Stadtschreiber zu Rheinsberg August bis Dezember 2009 Schloss Rheinsberg Rheinsberger Bogen 31 Stadtschreiber zu Rheinsberg Januar bis Juli 2010 Schloss Rheinsberg Rheinsberger Bogen 32 Stadtschreiber zu Rheinsberg August bis Dezember 2010 Schloss Rheinsberg 18 Rheinsberger Bogen 33 Stadtschreiber zu Rheinsberg Januar bis Mai 2011 Schloss Rheinsberg 18 In der vollkommenen Stille hört man die ganze Welt. Gerhard Falkner Regina Scheer Volker Braun Christina Koenig Ulrich Enzensberger Literaturstipendium»Stadtschreiber«Schon Theodor Fontane und Kurt Tucholsky erschlossen die preussische Residenzstadt Rheinsberg in ihrer Literatur. Seit 1995 führen die Stadtsschreiber diese Tradition fort und verorten Rheinsberg auf der geistigen Landkarte Deutschlands. Das Museum vergibt jährlich an zwei AutorInnen das Stipendium»Stadtschreiber zu Rheinsberg«. In einer schön gelegenen Wohnung mit Blick auf den Schlosspark finden die Autoren Inspiration und Ruhe zum Schreiben. Die museumseigene Edition»Rheinsberger Bogen«stellt in Erstveröffentlichungen die Texte der Stadtschreiber vor. Gregor Laschen Kopf Stein Pflaster Richard Pietraß Traumsaum Wiglaf Droste Auf sie mit Idyll! Ulrich Enzensberger RHEINSBERGER ABC Marion Poschmann Preußische Pyramiden Volker Braun Die ewige Beschäftigung mit der Zukunft Regina Scheer Zerbrochene Bilder D a s K T L l ä d t e i n kurt tucholsky Literaturmuseum kurt tucholsky Literaturmuseum kurt tucholsky Literaturmuseum kurt tucholsky Literaturmuseum kurt tucholsky Literaturmuseum kurt tucholsky Literaturmuseum kurt tucholsky Literaturmuseum

11 Bücher sind Inseln der Freiheit Lesungen Literatur sehen wir als Herausforderung und Anregung, sich in den Strom der geistigen Auseinandersetzung einzumischen. Bis heute haben über 250 Schriftsteller im Museum aus ihren neu erschienenen Büchern gelesen. Auf diese Weise lernen unsere Gäste nicht nur immer wieder neue Autoren kennen, sie bleiben auch im Kontakt mit der aktuellen Literaturentwicklung. D a s K T L i s t a k t u e l l

12 Missverstehen Sie mich recht. Christa Wolf, Gerhard Wolf Unsere Freunde, die Maler > 1995 KTL Rheinsberg > 1996 Schloss Wolfsburg, Abtei Brauweiler im Pulheim, Stadtbibliothek / Ribbeckhaus Berlin > 1997 Schloss Arolsen Sonderausstellungen / Wanderausstellungen Das Kurt Tucholsky Literaturmuseum ist Dienstleister für andere kulturelle Einrichtungen. Unsere Ausstellungen sind in ganz Deutschland und europaweit gezeigt worden. Kurt Tucholsky Gesichter eines Europäers > 1997 Goethe-Institut Amsterdam > 1999 Goethe-Institut Paris, Goethe-Institut Bordeaux, Goethe-Institut Lille und Bibliotheque Municipal Le Vesinet > 2002 Museum Saarlouis > 2003 Museum Trier > 2010 Volkshochschule Gifhorn Erich Arendt: Menschen sind Worttiere > 2003 Kurt Tucholsky Literaturmuseum Rheinsberg, Peter Huchel Haus Wilhelmshorst, Akademie der Künste Berlin > 2004 Literaturhaus Berlin > 2007 Museum Neuruppin > 2008 Stadt- und Regionalmuseum Bautzen > 2009 Hans Fallada Museum Carwitz Mit Hass aus Liebe. Ansichten der Weltbühne > 2005 Kurt Tucholsky Literaturmuseum Rheinsberg > 2006 Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg > 2007 Koeppenhaus Greifswald, Hans-Fallada-Museum Carwitz > 2008 Universitätsbibliothek Oldenburg, Deutsches Zeitungsmuseum Wadgassen D a s K T L i s t u n i v e r s e l l Else Weil Fragmente eines deutsch-jüdischen Lebensweges > 2010 Kurt Tucholsky Literaturmuseum Rheinsberg > 2011 Dominikanerkloster Prenzlau, Museum Graal-Müritz

13 Ansprechpartner Der Geist ist ein Bestandteil des Lebens nicht sein Gegensatz. Bei Forschungsvorhaben und Publikationen von der Abschlussarbeit bis zu Dokumentarfilmen sind wir ein gefragter Ansprechpartner. Wir recherchieren biografische Details und vermitteln Kontakte bis nach England und Schweden. Wir betreuen das Archiv des Kunst- und Kulturvereins Rheinsberg e.v. und sind seit 1997 federführend beteiligt an der jährlichen Rheinsberger Langen Nacht der Künste. Beide Monografien basieren unter anderem auf Recherchen im Archiv des Museums. Das Museum agiert auch als Kulturreferat der Stadt. Wir betreuen den städtischen Kulturausschuss und Arbeitsgruppen sowie kulturelle Vereine in der Stadt, wir übernehmen Funktionen im Stadtmarketing und üben die Fachaufsicht über die Stadtbibliothek aus. D a s K T L i s t u n i v e r s e l l

14 Niemand ist so ungerecht gegen die Provinz wie der Provinzler. Stadtgeschichtliche Sammlung Im Gegensatz zur höfischen Geschichte des Schlosses war die bürgerliche Geschichte des Ortes nicht dokumentiert verbrannte das Stadtarchiv in Rheinsberg. Um diese Lücke zu schließen richtete das Museum 1993 eine stadtgeschichtliche Sammlung ein. Seit 2004 führt der vom Museum mitbegründete Verein»Stadtgeschichte Rheinsberg e.v.«diese Arbeit weiter. Ergebnisse ortsgeschichtlicher Recherchen: > 2001 Dokumentation»Zwangsarbeit in Rheinsberg«> 2005 Publikation»Juden in Rheinsberg«D a s K T L i s t l o k a l

15 Das Team Sie fühlen mit dem Kopf, und sie denken mit dem Herzen. Wir sehen es als unseren Auftrag, unsere Gäste mit unseren Ausstellungen und Aktivitäten kulturell zu bilden und künstlerisch zu unterhalten. Besucherfreundlichkeit steht deshalb für uns an erster Stelle. Unser Team wird regelmäßig durch studentische PraktikantInnen verstärkt. In den Bereichen Redaktion, Öffentlichkeitsarbeit und Archiv ist das Praktikum für sie selbst eine lohnende Erfahrung und für unsere museale Arbeit eine große Unterstützung. D a s K T L i s t f r e u n d l i c h

16 Zivilisierte Menschen denken polyphon.»was für eine Heiterkeit, was für eine Traurigkeit! Welch eine Produktivität in einem Mann! Eine eindrucksvolle Ausstellung über Kurt Tucholsky.Danke dafür, dass dem großen Tucholsky hier ein Museum gewidmet wurde!ein würdiges Erinnern an einen deutschen Demokraten.Heute ist der schönste Tag meines Lebens, das Museum hat seinen Anteil daran.ça aussi c`est l Allemagne! Wie gut, dass es das (auch!) gibt.ich war bei Brecht, Kästner, Mann, aber nicht bei Tucholsky wo hatte ich meine Augen? Danke für dieses in jeder Hinsicht lichte Museum!Meine größten Komplimente und herzlichen Dank für die informative, vor allem geistreiche und ansehnliche Tucholsky-Ausstellung.«D a s K T L k o m m t a n

17 Geld will ernst genommen werden; sonst kommt es nicht zu dir. Stiften Sie Bleibendes Neue Wege der Finanzierung geht das Museum seit 2011: Gemeinsam mit der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin gründeten wir eine Förderstiftung. Begleiten und fördern Sie unsere Aktivitäten! Jeder kann Stifter werden. Durch Zustiftungen selbst kleinerer und mittlerer Beträge oder Erbschaften kann das dauerhaft zu erhaltende Stiftungsvermögen nach und nach erhöht werden und somit der jährlich zur Verfügung stehende Stiftungsertrag. Seien Sie herzlich eingeladen, mitzuwirken an der Zukunft eines attraktiven Literaturmuseums. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf! D a s K T L b r a u c h t s i e

18 Öffnungszeiten Träger: Stadt Rheinsberg Dienstag Sonntag April Oktober 10:00 17:30 November März 10:00 16:30 Mittagspause von 12:30 bis 13:00 Förderer: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kontakt Kurt Tucholsky Literaturmuseum Schloss Rheinsberg Rheinsberg, Telefon Telefax Das Kurt Tucholsky Literaturmuseum wurde in das»blaubuch«der Bundesregierung als ein»kultureller Gedächtnisort mit nationaler Bedeutung«aufgenommen. Zu den Kulturellen Gedächtnisorten gehören zwanzig Institutionen in den Neuen Bundesländern. M Impressum Redaktion: Dr. Peter Böthig, Alexandra Brach Gestaltung: Norbert Haftka, Haftka.Grafik Druck: Das Druckteam, Berlin Wir bedanken uns für die Förderung dieser Broschüre bei der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin, 2011

19 Ein lebendiges useum

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