FACC. Auslandseinsatz in der Wüste 10

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1 Fachverlag 4/09 Das Fachmagazin für technische Ausbildung, Jobs und mehr... FACC. Auslandseinsatz in der Wüste 10 Informationstechnologie Die Informationstechnik stellt ein Bindeglied zwischen der klassischen Elektrotechnik und der Informatik dar Werkstoffe der Zukunft Die Werkstoffe der Zukunft sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken

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3 EDITORIAL Wieder Wind in den Segeln Als begeisterte Seglerin kann ich es sehr gut nachvollziehen, was es heißt auf Wind zu warten. Eine leichte Brise lässt unser Schiff bereits wieder Fahrt aufnehmen und wir können Segel setzen. So richtig in Fahrt werden wir allerdings erst im kommenden Jahr kommen. Vor allem die anzuheuernde Crew muss sich noch in Geduld üben. MMag. a Sabine Steiner Leitung Fachmagazin WANTED Wenn man den kommunizierten Zahlen der Wirtschaftsforschungsinstitute Glauben schenken darf, dann wird im nächsten Jahr das Wirtschaftswachstum wieder über einem Prozent liegen. Eine Erholung des Arbeitsmarktes wird jedoch noch auf sich warten lassen. Vorsichtige Prognosen rechnen frühestens im 2. Quartal 2010 mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Berufsbilder, Bewerbungsinterview In der Rubrik Berufsbilder stellen wir Ausbildungsrichtungen und Berufe vor, die am Arbeitsmarkt gefragt sind bzw. Berufe mit/der Zukunft sind. Es ist jeder Arbeitssuchende/ Arbeitslose gut beraten Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten anzunehmen, um nicht den Anschluss zu verlieren qualifi zierte Mitarbeiter werden nach wie vor gesucht. Der Unterschied ist nur: Die Unternehmen können zurzeit aus einem gut gefüllten Pool bestens Qualifi zierter auswählen. Qualifi zierung ist das eine, sich auch gut am Arbeitsmarkt zu verkaufen ist das andere. Daher informieren wir darüber, worauf es bei einem Bewerbungsinterview ankommt. Unter dem Motto Wie verkaufe ich mich richtig fi nden Sie Ratschläge und Vorgehensweisen, wie Sie ihren Gesprächspartner beeindrucken können. Immer vorausgesetzt, Sie haben sich z. B. mittels Online-Formular bzw. per beworben. Informationstechnologie Die Kommunikations- und Informationstechnik hat in unserem Leben bereits einen großen Platz eingenommen und ist in all ihren Ausprägungen aus dem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Der Bedarf an IT-Spezialisten ist auch in Krisenzeiten vorhanden und die Karrierechancen stehen gut. Ob gesunde Software (Health IT), Ausbildungsmöglichkeiten generell, E-Gouvernement - wir haben hinter die Kulissen geblickt und geben einen Überblick. Werkstoffe der Zukunft Kunststofftechnik wird gerne mit Werkstoffe der Zukunft gleichgesetzt. Es ist aber mehr. Zu den Werkstoffen der Zukunft zählen wir heute z.b. Verbundwerkstoffe, hochfesten Stahl, Superlegierungen, spezielle Kunststoffe und sogar Nano-Werkstoffe. Wir geben ein Überblick und namhafte Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen stellen ihre Werkstoffe mit Zukunft vor. Bundesländerspecial In unseren westlichsten Bundesländern heißt es nicht nur warten auf den ersehnten Schnee und die damit beginnende Wintersaison. Auch die Arbeitsmarktsituation erfordert Geduld und Ausdauer. In Tirol ist noch kein wirklicher Aufschwung sichtbar und Vorarlberg will sich aus eigener Kraft aus der Krise ziehen und verzichtet auf Kurzarbeit und staatliche Unterstützung. Wir hinterfragen und geben einen Überblick über Betriebe, Ausbildungseinrichtungen, Messen Das nächste WANTED erscheint am 9. März 2010 und wie üblich sind Tipps, Anregungen, Infos jederzeit gerne gesehen und willkommen. Ich wünsche allen viel Erfolg bei den anstehenden Prüfungen und Tests und schon jetzt ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. 3

4 INHALT SPECIAL: BERUFSBILDER FACC Auslandseinsatz in der Wüste - Coverstory 10 Mechatronik 14 Virtuelles Labor Simulation inside 15 Automatisierungstechnik 16 Kunststofftechnik 17 Erfolgreich in der Kunststoffindustrie 17 Umwelttechnik 18 TIPPS UND INFOS Bewerbung per Mausklick 19 Alles rund ums Bewerbungsinterview - Gastkommentar 20 Studienzentrum Weiz 21 Auslandsaufenthalte 22 TEAMWORK Hand in Hand mit der Industrie 24 Labortechnik von Festo 25 TECHNIK Leise rieselt das Hydroxyd 26 Landschaftsmodelle aus Roboterhand 28 Motorradhelm mit automatischem Riemenverschluss 28 SPECIAL: INFORMATIONSTECHNOLOGIE Gesunde Software 30 Jobmotor IT-Branche gibt wieder Gas 32 Ausbildungsübersicht IT 34 Bedarf an IT-Spezialisten auch in Krisenzeiten 34 Digitales Klassenzimmer bald Realität? 35 IT für Österreich 36 Die Zukunft der vernetzten Welt gestalten 37 European Industrial Ethernet Award 38 SPECIAL: WERKSTOFFE DER ZUKUNFT Werkstoffe der Zukunft 40 Fliegende Werkstoffe 42 Metalle mit Diamanten 43 Die spinnen die Techniker 43 Dünnere Isolierung für mehr Power 44 Geballte Forschungskapazität 44 Neuer Werkstofftyp für Vollwand- und Profilwandrohre 45 BUNDESLÄNDERSPECIALS 10 FACC. Auslandseinsatz Seit Ende 2008 besteht zwischen der FACC AG und Mubadala Development Company Investmentgesellschaft eine industrielle Partnerschaft, mit dem Ziel die wirtschaftliche Diversifizierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) voranzutreiben. Die Vereinbarung sieht einerseits vor, dass FACC das Partnerunternehmen bei der Errichtung der Strata Composite- Fertigungsstätte (Strata) in Abu Dhabi berät und hat sich andererseits verpflichtet Composite-Bauteile für die äußere Flugzeugstruktur aus dem neuen Werk über einen längeren Zeitraum zu beziehen. Bundesländerspecials Tirol & Vorarlberg Trends und Entwicklungen in unseren östlichsten Bundesländern, Jobaussichten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, Ausbildungseinrichtungen, Messen und Events, Firmenpräsentationen Special: Berufsbilder Tirol Vorarlberg 50 STANDARDS Editorial 3 Short News 6 Events 8 Firmenverzeichnis 51 Impressum 51 Technikerberufe bieten trotz Wirtschaftskrise tolle Perspektiven. Unternehmen und Ausbildungseinrichtungen stellen Berufsbilder der Zukunft vor. Qualifizierung ist das Eine, sich auch gut am Arbeitsmarkt zu verkaufen ist das Andere WANTED 4/Dezember 2009

5 INHALT Special: Informationstechnologie Die Informationstechnik stellt ein Bindeglied zwischen der klassischen Elektrotechnik und der Informatik dar. In der noch jungen Geschichte der IT, haben sich vielfältige Tätigkeitsfelder entwickelt Special: Werkstoffe der Zukunft Große Abschnitte in der Geschichte wurden nach Werkstoffen benannt, wie die Stein-, Kupfer-, Bronze und Eisenzeit. Heute spricht man von Verbundwerkstoffen, hochfesten Stählen, Superlegierungen, Titan, Glas- und Keramikwerkstoffen, speziellen Kunststoffen und sogar Nano-Werkstoffen Nachgefragt Sonnige Grüße aus Abu Dhabi INTERVIEW DI (FH) Josef Seyringer Program Manager International, FACC AG Umwelttechnik INTERVIEW DI Nina Kieberger Verfahrens- und Prozesstechnikerin, voestalpine Stahl GmbH Gesunde Software INTERVIEW DI (FH) Martin Trummer Leiter Business Unit mpa-g3, systema GmbH

6 SHORT NEWS MEC 2009 verliehen Der Österreichische Mechatronik-Preis (MEC) 2009 wurde am 10. November 2009, in Anwesenheit von mehr als 300 Gästen, in der Raiffeisenlandesbank OÖ in Linz vergeben. Ausgezeichnet wurden die besten mechatronischen Studienarbeiten in fünf Kategorien. Nur Studienarbeiten, die mit einem sehr gut bewertet wurden, konnten zum MEC eingereicht werden. Die Jury ging bei der Auswahl der besten Arbeiten nach einem Kriterienkatalog vor: In die Bewertung fl ossen die wissenschaftliche Aktualität, der Innovations- und Anwendungsgrad, die Struktur der Arbeit und der Lebenslauf des Verfassers ein. Die Gewinner freuten sich nicht nur über den MEC, sondern auch über Preisgelder in der Höhe von EUR 1.000,- für die Kategorie Bestes HTL-Projekt, 1.500,- für die Kategorien Diplomarbeiten bzw ,- für die Kategorie Dissertation. Den Sieger des ACCM-Sonderpreises erwartet ein Forschungsaufenthalt an einer renommierten internationalen Forschungsstätte nach seiner Wahl im Wert von EUR 4.000,-. Die Preisträger (v. l. n. r) Simon Reith (HTL Steyr), Sergiy Antonov (TU Wien), Christian Weiß (HTL Steyr), Martin Heinisch (JKU Linz), Daniel Alberer (JKU Linz), Markus Andres (FH Vorarlberg). Plan Crash Nützliches wissenschaftliches Experiment oder nur Quoten-Hit? Umstritten ist die Ansage des britischen TV Senders Channel 4, einen geplanten Flugzeugabsturz live zu übertragen. Aus Sicht der Sendungsverantwortlichen soll es dabei nicht nur um Rekordquoten gehen, sondern auch wissenschaftliche Erkenntnisse daraus gewonnen werden. Eine wahre Armee an Sensoren und Kameras, im Rumpf des 300-Sitzplatz-Jets, soll völlig neue Erkenntnisse im Bezug auf Flugzeugabstürze liefern, und unter Umständen die Überlebenschance der Passagiere erhöhen. Sorgen um Menschenleben muss man sich trotzdem keine machen, da die einzigen Fluggäste B&R kooperiert mit Alfa Laval Der schwedische Maschinenbauer Alfa Laval hat B&R als neuen Partner für modernste SPS basierte Steuerungssysteme gewählt. Ziel der technologischen Zusammenarbeit ist die Nutzung von B&R Automatisierungstechnologie in einer Vielzahl von Anwendungsgebieten. Die leistungsfähigen Steuerungssysteme werden künftig in modernen Separationsverfahren, wie der Aufbereitung industrieller Flüssigkeiten oder der Reinigung von Gasen in Dieselmotoren bei LKWs und Schiffen, eingesetzt. die beiden Piloten sich rechtzeitig nach der Aktivierung des Autopiloten mittels Schleudersitz aus der Gefahrenzone katapultieren werden. Nevertheless, die wissenschaftliche Motivation wird in diesem Fall sicherlich nur zweitrangig sein. Björn Tore Olsson, Global Strategic Purchaser bei Alfa Laval (links) und Hans Wimmer, B&R Geschäftsführer. Interaktiver Wohnzimmertisch Die interaktive Steuerungsanwendung CRISTAL kann man in den Schauräumen des FH OÖ Media Interaction Lab in Hagenberg live erleben. Durch die Forschungs- und Entwicklungsarbeit zweier FH Hagenberg-Studierender wird das interaktive Wohnzimmer von morgen bereits heute Wirklichkeit. So bündelt CRISTAL die interaktive Technologie von Florian Perteneder und Christian Rendl die verschiedenen Fernbedienungen für DVD-Player, HiFi-Anlage, Spielkonsole, Beleuchtung etc. im Couchtisch. Gesteuert wird das interaktive Table-Top System durch bloße Fingerberührung der Tischoberfl äche ganz ohne Maus oder Tastatur. So wischt man z. B. DVD-Filme durch Handbewegungen auf dem Tisch direkt auf das TV-Gerät, um sie abzuspielen Lampen werden durch eine einfache Slide- Bewegung gedimmt. 6 WANTED 4/Dezember 2009

7 SHORT NEWS Weltmeisterlich Roboter-Segel WM 2009 Die internationale Konkurrenz aus den USA, Großbritannien, Frankreich, Schweiz konnten den Österreichern, bei der Roboter Segel WM in Portugal, nicht den Wind aus den Segeln nehmen. Das österreichische Team, unter der Leitung von Roland Stelzer, bestätigte die Leistung des Vorjahres und holte den Weltmeistertitel im Roboter- Segeln wieder nach Österreich. Roboat ist das weltbeste autonome Segelboot, das in der Lage ist jedes beliebige Ziel anzusteuern. Der Skipper muss lediglich die Koordinaten eingeben, die optimale Route wird anhand der Wetterdaten berechnet und laufend angepasst. Auch die Segel werden durch die ständige Anpassung vom Boot selbst getrimmt. Sogar Wende und Halse werden ohne menschliches Zutun von selbst durchgeführt. Würden Sie für Ihre Karriere lügen? Bilingualer Bildungsweg Als eine der ersten HTLs Österreichs bietet die Spengergasse die Kombination Technik und Sprache. Profunde Englischkenntnisse gelten heute allgemein als unverzichtbar. Gerade in Wissenschaft und Technik ist Englisch besonders gefragt. Als innovative Unterrichtsform im Bereich der HTLs bietet nun die HTL Spengergasse diese zukunftsorientierte Ausbildung im Bereich Informatik an. Als Fachsprache in Wirtschaft, Wissenschaft und Technik kommt der englischen Sprache im Zeitalter der Globalisierung eine überragende Bedeutung zu. Die bilinguale Ausbildung will die SchülerInnen dazu befähigen, die englische Sprache nicht nur in Alltagssituationen sondern auch in Fachgesprächen sicher zu verwenden. Klarerweise ist die bilinguale Ausbildung für alle, die Englisch nicht als Muttersprache haben, gerade in den ersten Wochen eine Herausforderung die aber bald in Ehrgeiz und Stolz, diese zusätzliche Herausforderung angenommen zu haben, übergeht. Darüber hinaus sichere man sich eine besonders gute Basis für den späteren Berufseinstieg. Wer Karriere machen will, muss ehrlich sein laut aktueller karriere.at-umfrage. Während 60 von 100 Deutschen der Meinung sind, Ehrlichkeit bremse den beruflichen Aufstieg, sagen 60 Prozent aller Österreicher genau das Gegenteil so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des österreichischen Karriereportals at. Österreichs Arbeitnehmer sind keine Lügner, wenn es um ihre Karriere geht viel eher Wahrheitsverdreher oder Schönfärber, so das Statement von karriere.at-geschäftsführer Mag. Oliver Sonnleithner zur aktuellen Umfrage. Dennoch: Wer beispielsweise bei der Bewerbung schummelt, dem kann auch Jahre später noch gekündigt werden. Sonnleithner: Wer schwindelt und dabei ertappt wird, muss sich das Vertrauen des Gegenübers womöglich erst wieder hart erkämpfen. Aufrichtigkeit im Berufsalltag bringt vor allem langfristig gesehen mehr Klarheit und Konstanz in Arbeitsbeziehungen. Neues Karrierenetzwerk Acht Berufsplanungs- und Beratungszentren der österreichischen Universitäten haben im Herbst 2009 die gemeinsame Plattform Career Services Austria (CSA) gegründet (TU Graz, TU Wien, Universität Graz, Universität Innsbruck, Universität Klagenfurt, Universität Linz, Universität Wien und WU Wien). Im Vordergrund sämtlicher aktueller und zukünftiger Aktivitäten steht die Unterstützung von Studierenden und AbsolventInnen beim Berufseinstieg. Allein die Tatsache, dass die aktuellen Mitglieder bereits rund 82 % aller Studierenden in Österreich bei der Berufsplanung betreuen, lässt auf spannende Synergien in der geplanten Zusammenarbeit schließen. Als erstes, gemeinsames Projekt ist bereits ein Employer Brand Report in Umsetzung. Dabei werden österreichische Studierende zu ihren Präferenzen und Erwartungen in Bezug auf Berufseinstieg, Wunschbranchen und Top-Arbeitgebern befragt. >> Unser Ziel ist es, regelmäßig den Austausch mit VertreterInnen aus Politik, Medien, Interessenvertretungen sowie den Rektoraten zu suchen. << Michael Kaiser, Präsident von CSA und GF des TU Career Centers. 7

8 EVENTS Fronius live Technik hautnah Fronius International lädt am 19. März 2010 zum dritten Mal in Folge zum Fronius Techniker Tag ein. TechnikerInnen sind herzlich dazu eingeladen, das Unternehmen persönlich kennen zu lernen und Technik hautnah zu erleben. Betriebsbesichtigungstouren, Fachvorträge, Info-Points für informelle Gespräche sind nur einige der Highlights die auf interessierte Besucher warten. Mehr Infos gibt es unter Keine Anmeldung erforderlich! Fronius International ist Technologieführer bei Batterieladesystemen, Schweißtechnik und Solarelektronik. Neben den vier oberösterreichischen Standorten hat das Unternehmen Produktionsstätten in Tschechien und der Ukraine. An 13 Vertriebstöchter und 130 Repräsentanten werden die Produkte weltweit ausgeliefert. Bei einem Exportanteil von mehr als 88 % hält Fronius rund 580 aktive Patente und genießt einen ausgezeichneten Ruf als innovatives, wirtschaftliches, soziales und umweltbewusstes Unternehmen. Termin Ort Link 19. März 2010, von bis Uhr Fronius Straße 5, A-4642 Sattledt Discover your way! Die Karrieremesse Discovery fi ndet am 24. März 2010 bereits zum 16. Mal statt. StudenInnen und AbsolventInnen haben die Gelegenheit mit renommierten Unternehmen erste Kontakte zu knüpfen. Personalverantwortliche informieren gerne über die verschiedenen Möglichkeiten des Berufseinstiegs, vergeben Praktika, Diplomarbeiten und vielleicht auch den Traumjob. Auf der Vorveranstaltung zur Discovery, der Prepare2discover, am 17. März 2010 können sich Interessierte bereits im Vorfeld optimal auf den Messebesuch vorbereiten. Die Veranstalter AIESEC und IAESTE nehmen seit Ende Oktober Anmeldungen von Unternehmen für die Karrieremesse 2010 entgegen. TUday10 Die Jobmesse der TU Wien will 2010 wieder allen Flügel verleihen und ist der ideale Treffpunkt für alle die höher hinaus wollen. Im abgelaufenen Jahr hatten ca BesucherInnen die Möglichkeit mit rund 100 Unternehmen in ungezwungener Atmosphäre in Kontakt zu treten. Personal- und/oder Marketingverantwortliche haben noch bis 19. Dezember die Möglichkeit, sich als Aussteller anzumelden. Termin 24. März 2010 Ort Link JKU Linz Wer sich ein erstes Bild, einen Überblick oder Informationen holen will, kann schon jetzt auf der Homepage hineinschnuppern. Termin 29. April 2010 Ort Link Freihaus der TU Wien Kontaktforum 2010 Wirtschaft meets Wissenschaft Das alljährliche Kontaktforum der IAESTE Leoben fi ndet, am 2. März 2010, im neu umgebauten Erzherzog Johann Trakt der Montanuniversität Leoben statt. Zentraler Gedanke von Wirtschaft meets Wissenschaft ist es, Studierenden und Unternehmen eine Plattform zum Gedankenaustausch in ungezwungener Atmosphäre zu bieten. Neben einer Fülle an Informationen bis hin zu Praktikaplätzen, aktuellen Jobangeboten können Studierende wie Unternehmen von interessanten Gesprächen profi tieren und sich somit eine gute Ausgangsbasis für die Zukunft schaffen. Den verantwortlichen Organisatoren, Michael Gaggl und Michael Maringer, ist es ein besonderes Anliegen, auch diesmal wieder ein breites Spektrum an nationalen und internationalen Firmen präsentieren zu können. Firmenanmeldungen seit 21. Oktober 2009 möglich. Termin 02. März 2010 Ort Link Neues Unigebäude der Montanuniversität Leoben 8 WANTED 4/Dezember 2009

9 EVENTS BeSt³ die Messe für Beruf, Studium & Weiterbildung Vom 4. bis 7. März ist es wieder soweit! Die BeSt³ in der Wiener Stadthalle ist Österreichs größte Bildungsmesse und eine der größten ihrer Art in Europa. Nirgendwo ist es leichter, als auf der BeSt³, erste Informationen einzuholen und sich gleichzeitig von kompetenten BeraterInnen diese Informationen erläutern zu lassen. In erster Linie informieren die Aussteller über Ausbildungswege. Traditionell stark vertreten sind technische Ausbildungen, von der HTL über die FH bis zur Uni. Aber auch im Bereich der Jobanbahnung tut sich auf der BeSt³ einiges: Namhafte Unternehmen der Privatwirtschaft stellen ihre innerbetrieblichen Qualifikationsprogramme vor, suchen aber auch gezielt nach potenziellen MitarbeiterInnen. Kurzum: Gut vorbereitet kann man auf der BeSt³ ein umfassendes Bild über die Möglichkeiten seiner eigenen Zukunft bekommen. Termin Ort Link März 2010, Uhr Der Eintritt ist frei! Wiener Stadthalle STEP-FOUR Neu: X Messe- und Veranstaltungskalender 2009/2010 Jänner 10 Tag der offenen Tür 15. FH Kärnten Open House FH Kufstein www2.fh-kufstein.ac.at Vorarlberger Techniktag 19. FH Dornbirn Februar 10 FIT Frauen in die Technik FH JOANNEUM Graz März 10 Kontaktforum 2. Montanuniversität Leoben ac.at/neu/index.html BeSt³ Wien Stadthalle Wien Tag der offenen Tür 12. FH Wiener Neustadt Open House FH JOANNEUM Kapfenberg Tag der offenen Tür 13. FH Campus Wieselburg Open House FH JOANNEUM Graz Prepare2discover 17. JKU Linz Fronius-Techniker Tag Fronius International, Sattledt Tag der offenen Tür 19. FH BFI Wien Tag der offenen Tür 19. FH Campus Tulln Tag der offenen Tür FH St. Pölten Open House FH JOANNEUM Bad Gleichenberg Open House FH Krems Discovery IAESTE 24. JKU Linz Tag der offenen Tür 26. FH Kärnten April 10 Recruitingmesse 20. FH Krems TUday TU Wien 9 system ßen STEP-FOUR GmbH Bayernstr.77 A-5071 Wals-Siezenheim Tel.: ++43/(0)662/

10 SPECIAL: BERUFSBILDER I COVERSTORY Aufbau der Luftfahrtindustrie in Abu Dhabi FACC. Auslandseinsatz in der Wüste Seit Ende 2008 besteht zwischen der FACC AG und Mubadala Development Company Investmentgesellschaft eine industrielle Partnerschaft, mit dem Ziel die wirtschaftliche Diversifizierung der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) voranzutreiben. Die Vereinbarung sieht einerseits vor, dass FACC das Partnerunternehmen bei der Errichtung der Strata Composite-Fertigungsstätte (Strata) in Abu Dhabi berät und hat sich andererseits verpflichtet, Composite-Bauteile für die äußere Flugzeugstruktur aus dem neuen Werk über einen längeren Zeitraum zu beziehen. Im Zuge dieses einzigartigen Projektes bietet sich für FACC-Mitarbeiter die Gelegenheit, in einem multinationalen Team in Abu Dhabi zu arbeiten bzw. Mitarbeiter aus den VAE in Österreich zu trainieren. 1 2 WANTED 4/Dezember 2009

11 SPECIAL: BERUFSBILDER I COVERSTORY Die Basis dieser Partnerschaft bildete ein Vertrag zwischen dem Flugzeughersteller Airbus und Etihad Airways zur Lieferung einer Flugzeugfl otte. Als Gegengeschäft zum Kauf der Flugzeuge wurde der Aufbau eines Werkes zur Herstellung von Composite Bauteilen ver-einbart. FACC als wichtiger Lieferant für Airbus wurde als Partner zur Abwicklung dieses Kompensationsgeschäftes ausgewählt. Diese Zusammenarbeit mit Mubadala ist für FACC in vielerlei Hinsicht ein weiterer bedeutender Schritt zu einem globalen Unternehmen. Oase für Expatriates * Mit einem Expatriate-Anteil von rund 80 Prozent vom Bauarbeiter bis zum Top Manager eröffnet sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein multikulturelles Umfeld mit einem sehr hohen Lebensstandard, einem exzellenten Gesundheitssystem und Sicherheitsstandard. Die Kultur der Emirate ist von der islamischen Religion stark geprägt und für uns Mitteleuropäer zu Beginn ungewohnt, ebenso wie die hohen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit. Dennoch bietet das Land eine Vielzahl von Möglichkeiten und ein interessantes kulturelles Umfeld. *) Als Expatriate versteht man eine Fachkraft, die von dem international tätigen Unternehmen, bei dem sie beschäftigt ist, vorübergehend meist für 1 3 Jahre an eine ausländische Zweigstelle entsandt wird. FACC Team berät multinationales Projektteam Seit Juni 2009 wird in Al Ain, einer Wüstenoase mit ca Einwohnern an der Grenze zum Oman eifrig an einem völlig neuen Produktionswerk für Composite Bauteile gebaut, das im 4. Quartal 2010 in Betrieb genommen werden soll. Al Ain bildet mit Abu Dhabi und Dubai ein Dreieck und ist von beiden bekannten Metropolen nur rund zwei Autostunden entfernt. In Zuge weiterer Ausbauschritte ist geplant, dass das Werk eine Fertigungsfl äche von m² erreichen wird. FACC wurde als wichtiger Tier 1-Lieferant (Direktlieferant von Teilen) von Airbus als Partner zur Abwicklung dieses Kompensationsgeschäftes ausgewählt und wird umfangreichen technischen Support bei Aufbau, Zertifi zierung und Anlauf des neuen Werkes und der Ausbildung der Mitarbeiter geben. In der ersten Phase wird FACC die Fertigung Landeklappenträgerverkleidungen für Airbus A330/A340 in die Vereinigten Arabischen Emirate verlagern. Zu diesem Zweck wurde ein FACC Projektteam zusammengestellt, das großteils nach Abu Dhabi entsendet wurde und dort in das Team von Strata, einem multinationalen Team aus weltweit rekrutieren Experten und Managern aus der Luftfahrt, integriert. Diese Gruppe wird von Mitarbeitern verschiedener Fachbereiche der FACC von Österreich aus unterstützt. 1, 2 Ein Schlüsselelement der Abu Dhabi Economic Vision 2030 ist die Entwicklung einer florierenden internationalen Luftfahrtdrehscheibe in Abu Dhabi mit dem Fokus auf Know-how-Transfer, Technologie und Innovation, um so eine hochtechnologische Luftfahrtindustrie für Abu Dhabi aufzubauen. 3 3 Händische Fertigung der Landeklappenverkleidungen. Greg Epperson - Fotolia.com 11

12 SPECIAL: BERUFSBILDER I COVERSTORY FACC fertigt Composite-Bauteile für die äußere Flugzeugstruktur in den VAE und verpflichtet sich gleichzeitig zur längerfristigen Abnahme dieser Teile aus dem neuen Werk. Durch den Einsatz eines integralen Composite- Beschlages entfällt die teuere Bohrung mit Titanschrauben zur Gänze. Mittendrin, statt nur dabei Die Aufgaben des FACC-Teams umfassen die Planung und Definition der Fertigungsstätte, die Qualifikation der Anlagen und Prozesse, Schulung der Mitarbeiter sowie die erfolgreiche Verlagerung der geplanten Arbeitspakete. Als Teil des Projektteams können die FACC-Mitarbeiter nicht nur bei der Errichtung einer neuen modernen Fertigungsstätte mitwirken, sondern auch Prozesse von Beginn an mitdefinieren und -gestalten. Mit dem Aufbau eines neuen Werkes bietet sich die Gelegenheit alles neu, besser und effizienter zu gestalten und mit dem bereits Gelernten und dem Wissensschatz von FACC Abläufe oder Ausstattungen weiter zu optimieren. Deshalb ist es häufig notwendig die FACC-Brille abzusetzen, um möglicherweise neue Lösungen und Ansätze zu finden. Vorbereitung auf den Wüsteneinsatz Ein derartiger Auslandseinsatz bedarf einer intensiven Vorbereitung der ausgewählten Expatriates. Um sich mit der Kultur des Gastlandes auseinanderzusetzen, wurde ein firmeninternes Kulturtraining veranstaltet, in dem die Geschichte und Kultur der VAE näher erläutert wurde, um die Menschen, deren Sitten und Gebräuche sowie deren Religion besser zu verstehen. Dies erleichtert den Umgang im Alltag mit Unterschiedlichkeiten und soll verhindern, dass durch nicht adäquates Verhalten Missverständnisse und Konflikte entstehen, die die Zusammenarbeit stören könnten. Auch die Eingliederung in den neuen, temporären Lebensraum soll damit erleichtert werden. Was kommt nach dem Einsatz in der Wüste? Dass nur Männer in dieses vom Islam geprägte Land entsendet werden können, wo in vielen öffentlichen Institutionen Männer und Frauen strikt voneinander abgeschirmt und getrennt werden, ist ein Klischee, das FACC mit einer weiblichen Mitarbeiterin im Vorort-Team in Abu Dhabi widerlegen konnte. Akzeptanz kann auch mit Kompetenz und Wissen erzielt werden. Traum - Auslandsaufenthalt Abgesehen von dem Wüstenprojekt in den VAE nehmen jährlich zwischen fünf und zehn Mitarbeiter von FACC die globale Herausforderung an und entschließen sich, eine bestimmte Zeit im Ausland zu tätig zu sein. Vorwiegend aus den Bereichen Projekt- und Programm-Management, dem Bereich Engineering sowie der Qualitätssicherung und der Produktion werden Mitarbeiter für die Dauer von einem Monat bis zu zwei Jahren über den Globus verteilt (Nord- und Südamerika, Asien, Europa und seit Kurzem in den arabischen Raum). Viele träumen von einem beruflichen Auslandsaufenthalt, doch nicht jeder ist dafür geschaffen oder ist am Ende erfolgreich. Entsendungen bringen neben einer häufig sehr herausfordernden Aufgabe ein völlig anderes kulturelles Umfeld mit sich, die auch auf persönlicher und sozialer Ebene für jeden Expatriate eine große Umstellung sein können. Hinzu kommt entweder die Integration der Familie in dieses Umfeld oder das Getrennt-sein von Familie und Freuden, die in der Heimat zurückbleiben. Um die verschiedenen Phasen der Expatriierung (von der Ankunft über den ersten Kulturschock bis zur Anpassung und das sich zu Hause Fühlen ) optimal zu durchleben, muss ein Mitarbeiter zahlreiche Attribute und Kompetenzen aufweisen. Nach erfolgreicher Projektverlagerung wird das bestehende entsendete Projektteam die Zelte in Abu Dhabi wieder abbauen und in die kühlere Heimat zurückkehren. Für jeden einzelnen Expatriate wird die Mitarbeit an diesem Projekt eine einzigartige Erfahrung sein, die eine wesentliche fachliche wie auch persönliche Weiterentwicklung mit sich gebracht hat. Mit diesem gewonnenen Erfahrungsschatz werden die Mitarbeiter wieder in die FACC-Organisation, unter Berücksichtigung ihrer vorigen Position sowie dem Gelernten und ihren Potenzialen, integriert (vertraglich festgelegt). Kontakt Petra Kainhofer FACC AG Fischer Straße 9, 4910 Ried Tel WANTED 4/Dezember 2009

13 SPECIAL: BERUFSBILDER I COVERSTORY Sonnige Grüße aus Abu Dhabi Ein Expatriat steht Rede und Antwort Seit Mitte des Jahres ist Herr DI (FH) Josef Seyringer, als Program Manager International Cooperations und Mitglied des FACC Teams, in Abu Dhabi tätig. Josef Seyringer ist kein Neuling in Sachen Auslandsentsendungen: Im Zuge seiner 10-jährigen Laufbahn bei FACC war er neben unzähligen Dienstreisen rund um den Globus bereits Expatriate im Dienste des Unternehmens. Herr Seyringer absolvierte die Fachhochschule für Wirtschaftsingenieurwesen, ist 31 Jahre alt und verheiratet. Der Expatriat stand WANTED Rede und Antwort: Luigi Visco - Fotolia.com Herr Seyringer, wie gefällt es Ihnen bisher in den VAE / in Abu Dhabi? Sehr gut. Mir gefällt die Aufbruchstimmung in dieser Region. Zum einen fi nde ich hier die multikulturelle Gesellschaft aus Expatriates und Gastarbeitern aus allen Teilen der Welt aufregend, zum anderen fi nde ich die arabische Kultur mit all ihren Facetten interessant. Bitte beschreiben Sie Ihre Funktion und Ihre Aufgaben im Rahmen dieses Projektes in den VAE. Meine Aufgaben im Rahmen dieses Projektes sind einerseits eine Beratungsfunktion und die Unterstützung unseres lokalen Partnerunternehmens beim Aufbau der notwendigen Strukturen sowie der Defi nition von Abläufen. Andererseits koordiniere ich mit meinen Kollegen hier vor Ort und zu Hause Becoming or being an expat Die Schlagworte Interkulturelle Kompetenz sind für einen Auslandseinsatz unabkömmlich. Interkulturelle Kompetenz, die Fähigkeit in einem anderen Land und Kulturkreis erfolgreich zu agieren, verlangt nach dem Verstehen der anderen Kultur und einem adäquaten Denken und Handeln. Dafür benötigt ein Expatriate hohe Kommunikationsfähigkeit und Empathie. Oft gelten andere Spielregeln, Sitten und Gebräuche, die man nur durch Flexibilität, Toleranz und Aufgeschlossenheit akzeptieren und mittragen kann. Um die Menschen eines unterschiedlichen Kulturkreises besser verstehen zu können, braucht man eine gut fundierte Selbst(er) kenntnis. Nur wenn man sich selbst, seine sämtliche Aktionen die notwendig sind, um eine erfolgreiche Produktionsverlagerung sicherzustellen. Worin sehen Sie Ihre größte Herausforderung sowohl fachlich als auch persönlich? Meine größte fachliche Herausforderung sehe ich in der Doppelgleisigkeit meiner Funktionen. Auf der einen Seite bin ich Interessensvertreter von FACC und somit Kunde, auf der anderen Seite unterstütze ich Strata bei deren Gründungsphase und bin somit deren Lieferant. Die persönliche Herausforderung besteht für mich darin, auch bei längeren Auslandsaufenthalten nicht zu entwurzeln. Wie haben Sie sich auf Ihre Entsendung in die VAE vorbereitet bzw. welche Hilfestellungen gab es? Denkmuster, seine Werte, Einstellung und Verhalten kennt, kann man eine andere Kultur verstehen und mit dieser umgehen. Jeder Expatriate braucht ein gesundes Maß an Selbstvertrauen gepaart mit dem Willen, sich persönlich weiterzuentwickeln. Nicht jeder entsendete Mitarbeiter ist vollkommen interkulturell kompetent, oftmals stellt eine Entsendung eine ausgezeichnete Lernmöglichkeit dar, um den eigenen Horizont zu erweitern und sich persönlich weiterzuentwickeln. Neben der jeweiligen fachlichen Kompetenz sind sehr gute Englischkenntnisse für Einsätze außerhalb des deutschsprachigen Raumes unumgänglich. Noch wichtiger als die fachliche Kompetenz erachte ich die Bereitschaft zur Integration sowie eine gewisse Abenteuerlust. Schwer gewöhnt man sich an den arabischen Sommer mit Temperaturen von 45 C und mehr. Das kann einem Mitteleuropäer ernsthaft zusetzten. Auf die kulturellen und politischen Unterschiede habe ich mich vorher schon (interkulturelles Training, Bücher) vorbereitet und wusste somit, was auf mich zukommt. Was würden Sie anderen, zukünftigen Expatriates für ihre Entsendungen mitgeben? Mir war es immer wichtig, nicht auf die sozialen Wurzeln zu vergessen und den Kontakt zu Freunden und Familie daheim nicht zu vernachlässigen. Als weiteren Rat möchte ich darauf hinweisen, dass man im Entsendungsland nur Gast ist und sich den hiesigen Sitten und Gewohnheiten anpassen sollte. Kulturelle Eigenheiten müssen berücksichtigt und akzeptiert werden. Danke für das Gespräch! 13

14 SPECIAL: BERUFSBILDER Mechatronik Mechatronik ist einer der technischen Hybridberufe des 21. Jahrhunderts mit einem erheblichen Wachstumspotenzial und ausgezeichneten Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Will man einen Vergleich mit einer Sportart anstellen, so würde die Beschreibung des Mechatroniker am ehesten zum modernen Zehnkämpfer passen. Autor: MMag a.sabine Steiner / WANTED Durch die Ausbildung in den unterschiedlichsten Bereichen, wie Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik sind Mechatroniker vielseitig einsetzbar und am Arbeitsmarkt sehr gefragt. Ihre Einsatzgebiete reichen vom Forscher, Entwickler, Programmierer, Berechnungs-, Versuchs-, Betriebs-, Mess- und Instandsetzungsingenieur bis hin zum Verkehrsingenieur aber auch in der technischen Aus- und Weiterbildung oder im Management technischer Unternehmen werden sie gerne eingesetzt. So bauen Mechatronikabsolventen moderne Hydrauliksysteme, Walzanlagen, Integrierte Schaltkreise und Roboter oder entwickeln automotive Elektronik. So vielfältig wie das Berufsbild, so vielfältig sind auch die Ausbildungsmöglichkeiten. Diese reichen vom klassischen Mechatronikstudium, wie z. B. an der Johannes Kepler Universität Linz, bis hin zu den einzelnen Studienrichtungen wie Informatik, Maschinenbau, Elektronik und Elektrotechnik und Automatisierungstechnik. Studienhinweise Mechatronik Johannes Kepler Universität, Linz Campus02 FH der Wirtschaft FH Oberösterreich, Wels und Hagenberg FH Joanneum, Kapfenberg und Graz FH Technikum Wien FH Campus Wien Technische Universität, Wien Technische Universität, Graz FH St. Pölten FH Wiener Neustadt FH Salzburg FH Kärnten, Villach Management Center Innsbruck Antonis Papantoniou FH Vorarlberg, Dornbirn WANTED 4/Dezember 2009

15 SPECIAL: BERUFSBILDER Bachelor*/Master**: Industrial Simulation Virtuelles Labor Simulation inside Computersimulationen sind wie ein virtuelles Labor und ihre Stärke liegt in der breiten Palet-te der Einsatzmöglichkeiten. Thematisch beginnen sie in unserem Alltag, z. B. bei der Verkehrsplanung und Wettervorhersag, und reichen tief in die unterschiedlichsten Gebiete der Technik, über die Wirtschaft bis hin zu Simulationen von sozialen Aspekten. Jede neue Entwicklung beginnt mit einer Simulation! Im Projekt OptWood wird mittels Simulationsverfahren die Festigkeit der Keilzinkenverbindung in Hinblick auf neue gesetzliche Vorschriften optimiert, wodurch gleichzeitig die Material- und Produktionskosten reduziert werden. ( Holzforschung Austria Keilzinkenverbindung) Bretter, Bretter nichts als Bretter. In jedem Seminar- oder Büroraum des Gebäudes der FH St. Pölten sieht man sie die Keilzinkenverbindung. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man im Holzfensterrahmen eine Zickzack-Linie, die Bretter zu endlosen Brettlamellen verbindet. Die Keilzinkung ist Grundlage für die wirtschaftliche Herstellung von Brettschichtholz. Simulation ist grün Im Projekt OptWood wird mittels Simulationsverfahren die Festigkeit der Keilzinkenverbindung in Hinblick auf neue gesetzliche Vorschriften optimiert, wodurch gleichzeitig die Material- und Produktionskosten reduziert werden. Kürzlich wurden von Mathematikern schnelle Randele-mentmethoden zur Elastizitätsberechnung vorgestellt. Die Rechenzeit und der Hauptspeicherbedarf dieser Verfahren skalieren linear mit der Problemgröße. Im Rahmen des Projektes soll eine Simulationsmethode entwickelt werden, die schnelle Randelementverfahren, finite Elementmethoden und globale Optimierungsalgorithmen basierend auf neuronalen Netzen kombiniert, um der Industrie ein Werkzeug zur Optimierung von Holzverbindungen zur Verfügung zu stellen. Computersimulation Das Projekt OptWood ist Teil des Forschungsschwerpunktes Material. Der Einsatz sogenannter Multiskalensimulationen ermöglicht Berechnungen über mehrere (physikalische) Größenordnungen z. B. von der atomaren Struktur des Werkstoffes (z. B. Holz, Stahl, Glas oder magnetisches Material) bis hin zum Verhalten des Materials in der Anwendung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit von Entwicklungen Sustainable Deve-lopment. Die Forschungsprojekte zielen dabei darauf ab, den Energie- oder Ressourcenverbrauch zu reduzieren. So wird im Projekt Green IT die Reduktion des Energieverbrauchs durch Virtualisierung und Konsolidierung von IT-Infrastruktur berechnet um damit den CO 2 - Ausstoß verringert (green-dynamics.t-mobile. de). Green Cars hier hilft Computersimulation bei der Optimierung der chemischen Zusammensetzung von Magneten für Elektromotoren und -generatoren in Hybrid-Autos. Der Einsatz der Computersimulation ist jedoch oftmals nicht auf den ersten Blick erkennbar, obwohl Industrie, Wirtschaft und Wissenschaft zunehmend auf diese Technologie setzen. Simulation inside sollte deshalb an vielen Dingen des alltäglichen Lebens angebracht werden. Und es gibt nichts, was nicht am Rechner simuliert werden kann. Das macht das Studium der Computersimulation so spannend und eröffnet eine Vielzahl von beruflichen Möglichkeiten. Jobaussichten? Excellent! Der Arbeitsmarkt braucht SimulationsexpertInnen, denn die Industrie setzt verstärkt auf Computersimulation. In nahezu allen Bereichen * Vorbehaltlich der Genehmigung durch den FHR. ** Vormals Communications & Simulation Engineering. Vorbehaltlich der Genehmigung der Namensnen-nung durch den FHR. der Forschung, Planung, Entwicklung und industriellen Fertigung können Simulationen zur Produktionssteigerung und -optimierung, Qualitäts-sicherung und Kostenersparnis eingesetzt werden. Durch den technologischen Fortschritt der Rechenleistung ist der Einsatz der Computersimulation nicht mehr nur großen Forschungsinstitutionen vorbehalten, sondern bereits in kleineren und mittleren Unternehmen sinnvoll. Die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten erstreckt sich einerseits über Simulationen für die Produktentwicklung, die Verbesserung von Prozessen bis hin zur Grundlagenforschung im technischen Be-reich, andererseits von sozialen Netzwerken bis hin zur Verbesserung der Energieeffizienz. Kontakt Dr. Christian Hölzl, Dr. Thomas Schrefl Fachhochschule St. Pölten GmbH Matthias Corvinus-Straße 15, A-3100 St. Pölten Tel

16 SPECIAL: BERUFSBILDER Chancen durch Vielseitigkeit Automatisierungstechnik Automatisierungstechnik ist die interdisziplinäre Verbindung der Fachrichtungen Elektrotechnik, Informatik und Maschinenbau. Eine für alle, alle für eine könnte man sagen, denn man stelle sich die diffizilste Maschine ohne elektrischen Antrieb und ohne computergesteuertes Hirn vor. Diese Vielseitigkeit macht die Arbeit von AutomatisierungstechnikerInnen spannend und branchenunabhängig, was in wirtschaftlich schwierigen Phasen ein deutlicher Vorteil ist. Als TechnologiemanagerIn setzt man sein Know-how einerseits vor allem bei der Zusammenführung unterschiedlicher Systeme ein oder entwickelt spezielle High-End-Produkte. Automation in Motion Historisch gesehen hat sich die Automatisierungstechnik aus der industriellen Produktion heraus entwickelt (z. B. Entstehung der Automobilindustrie unter Henry Ford), wo die Zielsetzung die Automatisierung gleich bleibender manueller und zum Teil belastender und gefährlicher Tätigkeiten war: Aufbauend auf Grundlagenforschung und Entwicklung von Prototypen soll ein bestimmtes Produkt in hohen Stückzahlen zu möglichst optimalen Bedingungen hergestellt werden. Der Automatisierungstechnik stehen in dieser Hinsicht Ressourcen wie Humankapital, Maschinen, Energie und Materialeinsatz zur Verfügung, die den Faktoren Zeit, Qualität sowie Stückkosten und Umweltverträglichkeit gegenüberstehen. Die Optimierung des Endergebnisses ist ausschlaggebend, und dieses Endergebnis ist andererseits im Produkt-Lebenszyklus immer wieder veränderlich: Es muss kostengünstiger werden, die Qualität muss verbessert werden, rechtliche Rahmenbedingungen hinsichtlich der Umweltverträglichkeit ändern sich. Mit dem raschen technischen Fortschritt in elektro- und informationstechnischer Hinsicht hat sich schließlich auch der Begriff Prozessautomatisierung entwickelt. Die Einsatzgebiete wurden und werden ständig erweitert. Mittels prozessautomatisierter Verfahren werden z. B. auch chemische, biologische und physikalische Vorgänge miteinander verknüpft ein Paradebeispiel wäre eine Abwasseranlage, deren Systeme ununterbrochen von Messgeräten überwacht werden und Zusatzstoffe automatisch in präzisen Mengen dosiert werden, was manuell kaum möglich wäre. Studium mit Zukunft an. Die Lehrveranstaltungen fi nden am Freitagnachmittag und Samstag statt, was volle Berufstätigkeit ermöglicht, aber nicht voraussetzt. Neben der Vermittlung von fachspezifi - schen Kompetenzen und unternehmerischem Denken profi tieren die Studierenden an der FH CAMPUS 02 auch von den engen Kontakten zur Wirtschaft. Die Berufsaussichten von ausgebildeten AutomatisierungstechnikerInnen sind äußerst positiv: Innerhalb der heimischen Wirtschaft gibt es mehr Nachfrage als Angebot an qualifi zierten TechnikerInnen, das Branchenumfeld ist vielseitig, kreatives (Quer-) Denken vor allem im Entwicklungsbereich gefragt. Und die persönliche berufl iche Erfolgsgeschichte lässt sich langfristig fortschreiben, da sich eigene Kompetenzen ständig an die neuen technischen Anforderungen anpassen. Kontakt Die Studienrichtung Automatisierungstechnik an der CAMPUS 02 Fachhochschule der Wirtschaft in Graz bietet ein Bachelor- und ein Masterstudium in berufsbegleitender Form Fachhochschule der Wirtschaft GmbH Körblergasse 126, A-8021 Graz Tel WANTED 4/Dezember 2009

17 SPECIAL: BERUFSBILDER Kunststofftechnik Hightech-Branche der Zukunft Die Einsatzgebiete des Kunststoffes sind sehr vielfältig. Ob in der Auto- oder Verpackungsindustrie, Infrastruktur der Kunststoff ist aus unserem heutigen Alltag nicht mehr wegzudenken. Ausbildungen zum Kunststofftechniker sind von der Wirtschaft stark nachgefragt, werden aber nur in begrenztem Maße angeboten. Borealis Autor: MMag a.sabine Steiner / WANTED Die Kunststofftechnik befasst sich mit der Erforschung bzw. Anwendung physikalischer, chemischer, biologischer und physiologischer Eigenschaften der Kunststoffe und ist aus der Verfahrenstechnik als eigenständiger Forschungszweig hervorgegangen. Ziel dieser Forschungen ist es, Kunststoffe zu entwickeln oder auszuwählen, die die für eine bestimmte Anwendung benötigten Eigenschaften aufweisen. Kunststoffi ndustrie erlebt zurzeit einen regelrechten Ansturm und mit dem Zuschlag des Polymer Competence Centers in Leoben (PCCL) als K1-Zentrum wurde dieser Entwicklung eindeutig Rechnung getragen. Rund EUR 20 Mio. wurden für Forschungszwecke genehmigt und mit rund 40 Unternehmenspartner und 75 MitarbeiterInnen kann weiterhin und verstärkt praxisrelevant geforscht werden. Studienhinweise Kunststofftechnik AbsolventInnen der Kunststofftechnik sind am Arbeitsmarkt gefragt und die Berufsaussichten sind exzellent. Die Einsatzgebiete sind sehr vielfältig vom Bereich der Forschung und Entwicklung, bis hin zum Vertrieb, Geschäftsführung oder im Bereich der Verpackungs-, der Sportartikel- Automobil-, Elektro- oder Luft- und Raumfahrtindustrie überall werden gut ausgebildete KunststoffspezialistInnen gesucht. Viele Fragen sind in Zukunft noch zu beantworten und täglich tun sich neue interessante Tätigkeitsbereiche auf. Um die Nachfrage der Industrie decken zu können hat die Johannes Kepler Universität reagiert und bietet seit Herbst 2009 auch ein Kunststofftechnikstudium an. Die Montanuniversität Leoben Johannes Kepler Universität FH Oberösterreich Campus Wels HTL Bregenz HTL Innviertel-Nord Andorf TGM Wien HTL Wolfsberg HTBLA Kapfenberg andorf Erfolgreich in der Kunststoffindustrie Die Gallneukirchnerin Julia Pleiner BSc absolviert an der Fakultät für Technik & Umweltwissenschaften in Wels den Studiengang EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik. Erst kürzlich feierte sie ihren ersten Studienabschluss zum Bachelor of Science, BSc. Die dafür nötige Bachelorarbeit hat sie erfolgreich für das Maschinenbauunternehmen ECON ausgearbeitet. Die 21-Jährige Studentin hat in ihrer Arbeit die Prozessparameter einer Luftgranulierungsanlage analysiert und optimiert. Bisher hat das Weißkirchner Unternehmen ECON GmbH Kunststoffe ausschließlich unter Wasser granuliert. Mit dieser neuen Anlage ist es nun möglich, Kunststoffe auch an der Luft effi zient zu verarbeiten. Dies wird vor allem bei Holz-Kunststoff-Compounds eingesetzt, denn die Holzfasern nehmen in der Regel, physikalisch bedingt, unter Wasser vermehrt Feuchtigkeit auf, was einen hohen Trocknungsaufwand verursachen würde. Das Holz-Kunststoffgranulat wird anschließend in Spritzguss- und Extrusionsmaschinen zu bekannten Produkten, wie etwa dem Holz-Kunststoff-Terrassenboden verarbeitet. Die AHS-Absolventin kann das Studium EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik nur empfehlen: Die Entwicklung neuer Kunststoffe ermöglicht viele neue Anwendungsgebiete, die u. a. auch den Umweltschutz und das Energiesparen unterstützen, weiß Pleiner. Julia Pleiner hat am 1. Oktober ihr Masterstudium EntwicklungsingenieurIn Metall und Kunststofftechnik begonnen. Dieser 4-semestrige Studiengang zeichnet sich vor allem dadurch Die Studentin Julia Pleiner BSc hat in ihrer Bachelorarbeit die Prozessparameter einer Luftgranulierungsanlage des Unternehmens ECON analysiert und optimiert. aus, dass die StudentInnen neben ihrem Studium auch in Firmen an Forschungsprojekten mitarbeiten können. 17

18 SPECIAL: BERUFSBILDER Meine Arbeit ist abwechslungsreich und herausfordernd. Es ist spannend, etwas Neues zu entdecken! Es ergeben sich auch immer wieder neue Fragestellungen, die mit der Stoffflussanalyse beantwortet werden können. Da ich kreativ, neugierig und technikbegeistert bin, würde ich diesen Beruf wieder ergreifen. In meiner Arbeit lerne ich nicht nur die Produktionsprozesse genau kennen, ich arbeite auch mit vielen netten Kollegen zusammen und kann Kontakte knüpfen, die auch über unser Unternehmen hinausreichen. Welche Ausbildung und welche Voraussetzungen bringen Sie mit? UmwelttechnikerIn Frau Nina Kieberger arbeitet in der voestalpine Stahl GmbH und ist im Bereich Umwelt für die Verfahrens- und Prozesstechnik zuständig. Stoffflussanalysen, Auswirkungen auf das Produktionsverhalten bestimmter Stoffe, zukunftsorientierte Lösungsansätze entwickeln, kommunizieren sind nur einige Aufgaben, die die Umwelttechnikerin wahrnimmt. WANTED sprach mit Frau DI Nina Kieberger, über ihre Aufgabenbereiche, Ausbildung... Eine gute Basis ist mein abgeschlossenes Studium der Technischen Physik an der Universität Linz. Nach meinem Abschluss habe ich in der voestalpine Stahl GmbH das Technik-Trainee Programm durchlaufen und konnte dadurch das Unternehmen und die gesamte Produktionskette kennenlernen. Genauigkeit, exaktes Arbeiten und laufende Weiterbildung(Fachliteratur ) werden vorausgesetzt.aber auch Kreativität, Teamfähigkeit und Kommunikation sind in meinem Job gefragt. Nicht nur die genauen Kenntnisse der Abläufe der Produktionsprozesse sind wichtig, sondern auch neue Ideen sind gefragt. Oft müssen Details abgeklärt, Ergebnisse interpretiert und aufbereitet und letztlich kommuniziert, präsentiert und vermittelt werden auch in englischer Sprache. Frau Kieberger, können Sie uns erzählen, was genau Ihre Aufgabe als Verfahrensund Prozesstechnikerin im Umweltbereich ist? Im Rahmen dieser Tätigkeit betrachte ich mithilfe der Stoffflussanalyse den Produktionsprozess also alle relevanten Materialströme und deren Zusammenhänge in der Roheisen- und Rohstahlherstellung. Dadurch ist es möglich, eine objektive und systematische Beurteilung sowohl des ganzen Prozesses als auch der einzelnen Produktionsstufen bezüglich ihrer umwelt- und prozessrelevanten Parameter zu treffen. Was sind die konkreten Fragestellungen? Konkrete Fragestellungen sind z. B.: Bei welchem Prozessschritt in der Produktion fällt ein bestimmter Stoff an? (Wo kommt der Stoff her? Wie verteilt sich der Stoff? Wo verbleibt der Stoff?) Wie kann damit, wenn es ein Schadstoff ist, umgegangen werden bzw. wie kann dieser, wenn es ein Nutzstoff ist, wieder für den Produktionsprozess verfügbar gemacht werden? Anhand von Modellen, die auf diesen Stoffflussbilanzen beruhen, können Auswirkungen auf das Prozessverhalten prognostiziert und zukunftsorientierte Lösungsansätze entwickelt werden. Und das alles mit dem Ziel einer nachhaltigen ökologischen Prozessführung. Können Sie uns dazu ein Beispiel nennen? Ja, gerne. Die Fragestellung war folgende: Wie verhält sich das alternative Reduktionsmittel Altkunststoff im Hochofenprozess? Durch die Betrachtung der Stoffflüsse im Prozess, einmal mit und einmal ohne Einsatz von Altkunststoffen, konnten wir aus dem Vergleich zeigen, dass der Einsatz von Altkunststoffen keine nachteiligen Auswirkungen auf den Prozess und die Umwelt hat. Ganz im Gegenteil. Durch den Einsatz von Altkunststoffen können Primärrohstoffe, wie die Reduktionsmittel Koks und Schweröl, substituiert werden. Was ist für Sie das Besondere an Ihrer Arbeit? Wie schätzen Sie die Berufsaussichten inerhalb und außerhalb des Unternehmens ein? Die Stoffflussanalyse ist ein aktuelles Thema und es liegen uns dadurch Daten und Informationen vor, die uns im Vergleich zu den Mitbewerbern den one step ahead bringen. Oft wird das Analysesystem auch als unterstützendes Instrument für die firmeninterne Entscheidungsfindung herangezogen. Auch über die Unternehmensgrenzen hinweg interessieren sich andere europäische Stahlindustrien und Unternehmen für Forschungsprojekte und anlagenübergreifende Problemlösungen. Kurz gesagt: Ein Berufsfeld mit bzw. der Zukunft. Das Interview führte MMag a. Sabine Steiner Kontakt voestalpine Personalberatung GmbH voestalpine Stahl GmbH voestalpine-straße 3, A-4031 Linz Tel WANTED 4/Dezember 2009

19 TIPPS UND INFOS Bewerbung per Mausklick Die konventionelle Bewerbung in postalischer Form hat mittlerweile sehr stark an Bedeutung verloren. Heutzutage bewirbt man sich immer stärker mittels oder Online-Formular bei einem Unternehmen. Dies mag vielleicht ganz einfach klingen, dennoch sind einige To Do s und Dont s zu beachten. Grundsätzlich gilt, dass sich eine Bewerbungs- von einer normalen unterscheidet. In gewöhnlichen s wird oftmals auf Groß- und Kleinschreibung verzichtet oder es werden kryptische Abkürzungen, wie: cu und Emoticons eingebaut. Diese Dinge haben in einem Bewerbungs- nichts verloren, dennoch muss man sich auch nicht an die strengen DIN-Vorschriften wie bei einem Brief halten. für Damit es einem nicht so ergeht wie im ersten -Roman von Daniel Glattauer Gut gegen Nordwind, sollte man sich im ersten Schritt konkret überlegen, an wen die überhaupt geht. Ist ein Name bekannt, sollte die Person direkt angesprochen werden, wie z. B. Sehr geehrte Frau Mag. Müller!. Ist es unmöglich eine Kontaktperson ausfindig zu machen, empfiehlt sich dennoch eine höfliche Anrede, wie: Sehr geehrte Damen und Herren!. Die Formatierung eines Mails ist so einfach wie möglich zu gestalten. Oftmals können Unternehmen formatierte s mit verschiedenen Schriftarten, Bildern, etc. nicht verarbeiten. Daher eignet sich der Versand im Nurtext-Format. Als Attachement sollten nur Dokumente mitgeschickt werden, die explizit vom Unternehmen verlangt werden wie Lebenslauf, Zeugnisse usw. Dabei ist vor allem auf eine maximale Dateigröße von 2 MB zu achten, denn größere Dateien können die Nerven des Empfängers strapazieren. Es sollen gängige Formate, wie z. B. pdf und doc verwendet werden. Ein eindeutiger Betreff ist notwendig, damit der Empfänger selektieren kann, welche s wichtig sind und welche nicht. Wählt man einen originellen Betreff, kann dies natürlich die Lesebereitschaft des Empfängers erhöhen aber auch zu Verwechslungen mit Spam-Mails führen. Kurz und prägnant Profil auf karriere.at Der Inhalt bzw. das Anliegen im soll kurz und prägnant gehalten werden. Zu lange Texte werden nicht gerne gelesen und alle ausführlichen Informationen zur Ausbildung und zum beruflichen Werdegang sollten im angehängten Lebenslauf zu finden sein. Sowohl die Rechtschreibung als auch eine korrekte Grammatik sind Voraussetzung. Bei Unsicherheit empfiehlt es sich, die Bewerbung noch von einer weiteren Person korrigieren zu lassen. Den Abschluss einer bildet zum Beispiel eine Floskel wie: Ich werde mir Die Erstellung eines kostenlosen Profi ls auf karriere.at bringt jede Menge Vorteile mit sich. Durch die Eingabe eines eigenen Profi ls haben Unternehmen die Möglichkeit direkt Kontakt aufzunehmen, um Details zu einem Jobangebot mitzuteilen. Möchte man anonym bleiben, stellt dies auch kein Problem dar, denn es besteht die Möglichkeit sein Profi l nicht komplett öffentlich zu stellen. Außerdem hat man durch die Aktivierung eines eigenen Profi ls die Möglichkeit, verschiedene Zusatzservices, wie einen kostenlosen Gehaltscheck oder auch einen Persönlichkeitstest zu erhalten. erlauben, in den nächsten Tagen mit Ihnen Kontakt aufzunehmen oder Auf Ihre Antwort freue ich mich! sowie der Name und die Kontaktdaten. Online Bewerbungsformular Eine immer populärer werdende Alternative der Bewerbung stellt das Online- Formular dar. Dieses wird mittlerweile von vielen Unternehmen auf ihren Webseiten angeboten. In diesen Formularen wird nach den Lebensdaten, der beruflichen Erfahrung und den Soft Skills gefragt. Hierbei ist es wichtig, dass auch zu den Dingen, die eventuell schwierig zu beantworten sind, ein paar Zeilen geschrieben werden, denn die Personalverantwortlichen wollen sehen, ob man sich Gedanken zu seinen persönlichen Fähigkeiten gemacht hat. 19

20 TIPPS UND INFOS nyul - Fotolia.com Wie verkaufe ich mich richtig? Alles rund ums Bewerbungsinterview Sie sind auf Jobsuche. Mit den richtigen Bewerbungsunterlagen (siehe WANTED 01/2009) haben Sie die erste Hürde schon geschafft. Nun halten Sie eine Einladung zum Jobinterview in Händen. Jetzt geht es erst richtig los! Ab jetzt müssen Sie sich höchstpersönlich verkaufen und vermitteln, dass Sie der beste Kandidat/die beste Kandidatin von allen sind. Sigrid Winkelmayer, Direktorin der Techniker-Karriereschmiede Manpower Professional, verrät Ihnen, worauf es wirklich ankommt: Gute Vorbereitung ist der halbe Job Warten Sie nie bis zum letzten Moment! Schauen Sie sich die Homepage des Unternehmens genau an und saugen Sie jede Information auf. Sie werden sie brauchen. Auch Werbespots und Anzeigen sind ein guter Anknüpfungspunkt, wenn Sie mit fundiertem Wissen beeindrucken wollen. Lernen Sie die Namen Ihrer Interviewpartner auswendig, bis Sie Ihnen glatt über die Lippen gehen. Menschen schätzen es, mit Namen angesprochen zu werden! Wo findet das Interview statt? Checken Sie den Anfahrtsweg und rechnen Sie einen üppigen Zeitpuffer ein. Murphy s Law besagt, dass immer dann, wenn es besonders wichtig ist, die U-Bahn Verspätung hat oder Sie keinen Parkplatz finden. In Ihre Tasche packen Sie die kompletten Bewerbungsunterlagen, selbst wenn der Personalchef sie längst hat. Auch Ihre Zeugnisse von Schule, Lehre und Uni und Arbeitszeugnisse von früheren Arbeitgebern gehören mit hinein. Nehmen Sie sowohl die Originale als auch einen Kopiensatz mit. So können Sie Ihren Interviewpartner beeindrucken, wenn er etwas nachkopieren will. Zuletzt stecken Sie noch Block und Kuli ein. Grundsätzlich: Sie dürfen alles mitschreiben, besonders Namen es könnte der Ihres zukünftigen Chefs sein. Welches Bild will ich vermitteln? Was sind Ihre Vorstellungen und Erwartungen an den Job? Legen Sie sich ein paar Sätze zurecht und üben Sie die vor dem Spiegel. Vertraute Freunde sind hier hilfreiche Sparringspartner. Klingt komisch, ist aber ungeheuer wichtig! Falls Sie unklare Lücken in Ihrem CV haben, überlegen Sie sich Erklärungen. Personalchefs sind auf diese Punkte trainiert. Sie 20 WANTED 4/Dezember 2009

Innsbruck http://www.uibk.ac.at Linz http://www.jku.at Wien http://www.univie.ac.at TU Graz http://www.tugraz.at. TU Wien http://www.tuwien.ac.

Innsbruck http://www.uibk.ac.at Linz http://www.jku.at Wien http://www.univie.ac.at TU Graz http://www.tugraz.at. TU Wien http://www.tuwien.ac. Informatik Ö S T E R R E I C H UNIVERSITÄTEN UNI- Bioinformatics (Double-Degree-Studium in englischer Sprache) Universität Budweis (Tschechien) und Universität Linz http://www.jku.at Informatik Innsbruck

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