Externe Evaluation Schule Emmen Dorf

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1 Externe Evaluation Schule Emmen Dorf Januar 2016

2 Externe Schulevaluation Die externe Schulevaluation stellt in den teilautonomen Schulen im Kanton Luzern eine vergleichbar gute Schul- und Unterrichtsqualität sicher und trägt zu einer wirkungsvollen Qualitätssicherung und -entwicklung bei. Dabei stärkt und unterstützt die Schulevaluation die Lehrpersonen, die Schulleitungen und die Schulbehörden in ihrem Bemühen um eine gute Schul- und Unterrichtsqualität. Die externe Evaluation versteht sich als Partner der Führungsund Qualitätsverantwortlichen und vermittelt den Schulen rund alle 6 Jahre eine professionelle Fremdbeurteilung, welche der Schule als Grundlage für die weiteren Entwicklungsschritte dient. Die externe Evaluation vermittelt den Schulen eine systematische, fundierte und umfassende Aussensicht ihrer Schulqualität zeigt den Schulen Stärken und Schwächen auf weist die Schulen auf Bereiche mit Entwicklungspotenzial hin gibt den Schulen Impulse zur Weiterentwicklung ihrer Schul- und Unterrichtsqualität liefert den Schulbehörden und Schulleitungen Steuerungswissen für ihre Führungsentscheide dient der Rechenschaftslegung der Schulen. Bildungs- und Kulturdepartement Dienststelle Volksschulbildung Abteilung Schulevaluation Kellerstrasse Luzern

3 1 Zusammenfassung 1.1 Schulprofil Das Schulprofil beinhaltet eine Kurzdarstellung der qualitativen Ausprägungen der Schule Emmen Dorf in den vier nachfolgenden Bereichen. Schulklima und Schulgemeinschaft Das Schulklima zeichnet sich durch eine Willkommenskultur aus, in der Heterogenität als Bereicherung geschätzt wird. Die vielfältigen identitätsstiftenden Anlässe unter dem Einbezug der Erziehungsberechtigten prägen die Gestaltung der Schulgemeinschaft in hohem Masse. Die Lernenden werden ernst genommen und fühlen sich sehr wohl an der Schule. Unterricht und Zusammenarbeit Der Unterricht fördert das eigenverantwortliche Lernen und zeichnet sich durch klare Strukturen sowie eine abwechslungsreiche Rhythmisierung aus. Die Lehrpersonen stellen den förderorientierten Unterricht in das Zentrum ihrer Zusammenarbeit. Sie arbeiten trotz einer optimierbaren Kommunikationskultur im Gesamtteam mehrheitlich gewinnbringend zusammen. Schulführung und Schulentwicklung Die Schulleitung nimmt die Personalführung wertschätzend wahr und bezieht die Lehrpersonen bei der Gestaltung der Schul- und Unterrichtsentwicklung gezielt ein. Sie nimmt Impulse aus dem Kollegium auf, koordiniert diese miteinander und steuert deren Umsetzung. Darüber hinaus wirkt sie auf die Erarbeitung weiterer übergreifender Absprachen hin. Zufriedenheit der Schulangehörigen Die Schüler/innen und Eltern sind mit der Qualität von Schule und Unterricht zufrieden und nehmen die Schule sehr positiv wahr. Die Lehrpersonen identifizieren sich mit der Schule und sind mit ihrer Arbeitssituation mehrheitlich zufrieden. Sie erachten das Verhältnis zwischen Belastung und Befriedigung grösstenteils als ausgewogen. Zusammenfassung 1

4 1.2 Fokusbereiche Neben dem Schulprofil wurden sechs der 14 Qualitätsbereiche aus dem «Orientierungsrahmen Schulqualität» vertieft untersucht. Die Kernaussagen und daraus resultierendes Entwicklungspotenzial ( ) werden nachfolgend dargestellt. Führung und Management Führung wahrnehmen Die Schulleitung hat eine zukunftsorientierte pädagogische Vorstellung, vermag ihre damit verbundenen Zielsetzungen jedoch erst teilweise zu vermitteln. Die vorhandenen Strukturen an der Schule begünstigen einen reibungslosen und effizienten Schulbetrieb. Trotz fehlendem Qualitätskonzept ist in einigen Bereichen eine gezielte Qualitätsentwicklung erkennbar. Die Schulleitung ist offen für Veränderungen und agiert in solchen Prozessen als Koordinatorin. Die eingerichteten Kommunikationswege begünstigen eine gute Information aller Anspruchsgruppen. Erwartungen an die pädagogische Führungsfunktion. Die Lehrpersonen haben unterschiedliche Erwartungen an die pädagogische Führungsfunktion der Schulleitung und erachten deren Visionen nur teilweise als fassbar. Eine gegenseitige Klärung könnte Transparenz schaffen und wäre einer höheren Identifikation der Lehrpersonen mit dem pädagogischen Profil der Schule förderlich. Systematische Qualitätssicherung. Die Systematik sowie die Umsetzung der verschiedenen Elemente zur Qualitätssicherung sind nicht in jedem Fall abschliessend definiert. Verbindliche Vorgaben bezüglich einer gezielten Qualitätssicherung und -entwicklung würden institutionalisierte Qualitätskreisläufe und ein wirkungsvolles Zusammenspiel der einzelnen Elemente begünstigen. Schul- und Unterrichtsentwicklung steuern Die Schulleitung orientiert sich bei der Gestaltung der Schul- und Unterrichtsentwicklung an einem klaren Rahmen und berücksichtigt bei der Schwerpunktsetzung das schulische Umfeld. Die geplanten Vorhaben werden gezielt umgesetzt, wobei sie noch nicht in jedem Fall eine nachhaltige Wirkung zu entfalten vermögen. Obschon die Schulleitung ihre Entwicklungsvorhaben offen legt, sind die damit verbundenen Erwartungen noch nicht für alle Beteiligten ausreichend transparent. 2 Zusammenfassung

5 Nachhaltigkeit der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Schule verfügt über ein Profil, das gegen aussen erst in Ansätzen transparent gemacht wird, da die vorhandenen Gemeinsamkeiten nur teilweise an die Schule gebunden sind. Die Leitbildarbeit könnte dazu genutzt werden, das an der Schule Vorhandene nachhaltig zu sichern und an dadurch das Profil der Schule zu schärfen. Bildung und Erziehung Unterricht gestalten Der gut strukturierte und abwechslungsreich gestaltete Unterricht spricht verschiedene Sinne und Lerntypen an. Die Lehrpersonen fördern das eigenverantwortliche Lernen und tragen den individuellen Lerntempi der Lernenden Rechnung. Obschon kein gemeinsamer Rahmen für die Ausgestaltung der Integrativen Förderung von Schüler/innen mit besonderen Bedürfnissen besteht, werden die Lernenden insgesamt wirkungsvoll unterstützt. Die Lehrpersonen fördern die Selbständigkeit der Lernenden gezielt in ihrer Selbstständigkeit und orientieren sich hierbei zunehmend an gemeinsamen Absprachen. Die umsichtig wahrgenommene Klassenführung und gut akzeptierte Regelwerke begünstigen ein insgesamt sehr lernförderliches Klassenklima. Ausgestaltung der Integrativen Förderung. Die integrativen Fördermassnahmen werden in den Unterrichtsteams bilateral geklärt und in den einzelnen Klassen unterschiedlich umgesetzt. Klar definierte Eckwerte, mit denen sich alle Lehrpersonen identifizieren, würden Sicherheit vermitteln und zum Aufbau von gemeinsamen Haltungen beitragen. Kompetenzen beurteilen An der Schule sind gemeinsame Eckwerte zur Gestaltung der Beurteilung im Aufbau begriffen. Die Lehrpersonen leiten die Schüler/innen gezielt zur Selbstbeurteilung und -reflexion an. Bis anhin werden an der Schule hauptsächlich die Lernprozesse von Schüler/innen mit Förderbedarf systematisch dokumentiert. Die Eltern werden gezielt über den Lernstand und das Verhalten ihrer Kinder informiert und adäquat in die Förderung der Lernenden einbezogen. Gemeinsame Eckwerte zur Beurteilung. Die Lehrpersonen haben sich in ausgewählten Bereichen auf inhaltliche Absprachen zur Beurteilung der fachlichen und überfachlichen Leistungen von Schüler/innen verständigt. Weitere verbindliche Eckwerte wären einem höheren Mass an Transparenz förderlich und würden den Lehrpersonen noch mehr Sicherheit geben. Zusammenfassung 3

6 Zusammenarbeit gestalten Die Lehrpersonen gestalten im Rahmen klar definierter und wirkungsvoll miteinander vernetzter Gefässe eine zielorientierte Zusammenarbeit. Während sich die Lehrpersonen in verschiedenen Konstellationen wirkungsvoll unterstützen, ist die Kommunikationskultur im Gesamtteam optimierbar. Die Lehrpersonen stellen den förderorientierten Unterricht in das Zentrum ihrer Zusammenarbeit und verantworten den Unterricht teilweise gemeinsam. Offene und konstruktive Kommunikationskultur. Eine offene Kommunikationsbzw. Streitkultur ist im Team insgesamt wenig ausgeprägt. Das Offenlegen von Meinungen und das direkte Ansprechen von Konflikten wären einer konstruktiven Zusammenarbeit förderlich. Ergebnisse und Wirkungen Bildungslaufbahn Die Schule verfügt über angemessene Unterstützungs- und Förderangebote und hat damit gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gestaltung des schulischen Bildungswegs. Obschon die Übergänge zwischen den Stufen verträglich gestaltet werden, findet eine Überprüfung der Anschlusslösungen noch wenig systematisch statt. Überprüfung der Anschlussfähigkeit. Wir haben über die vorgegebenen Übergabegespräche hinaus keine Hinweise erhalten, dass die Anschlussfähigkeit an die nachfolgenden Stufen bzw. Schulen systematisch überprüft wird. Die Lehrpersonen könnten auf diese Weise Rückschlüsse für die eigene Praxis ziehen und die Lernenden noch gezielter auf die Folgestufe vorbereiten. 4 Zusammenfassung

7 2 Entwicklungsziele Basierend auf den Ergebnissen der externen Schulevaluation haben die Schulführung der Schule Emmen Dorf und die Evaluationsleitung am nachfolgende Entwicklungsziele für eine vertiefte Weiterbearbeitung vereinbart. Standards in der Ausgestaltung der Integrativen Förderung definieren Die Volksschule Emmen verfügt über ein verbindliches Konzept zur Umsetzung der Integrativen Förderung. Diese Eckwerte orientieren sich an den kantonalen Vorgaben und Umsetzungshilfen. In der konkreten Ausgestaltung verfügen die Schuleinheiten indes über Freiräume. Klar definierte schuleinheitsspezifische Verbindlichkeiten können den Lehrpersonen mehr Orientierung bieten und sind einem gemeinsamen Verständnis bei der Ausgestaltung der integrativen Fördermassnahmen förderlich. Ausgehend von den vorgegebenen Eckwerten der Volksschule Emmen definiert die Schule Emmen Dorf bis Ende Oktober 2016 in ausgewählten Bereichen Verbindlichkeiten, die an die Rahmenbedingungen und Bedürfnisse vor Ort angepasst werden (Zeitgefässe, Rollenverteilung, Instrumente). Ende des ersten Semesters des Schuljahres 2016/17 soll im Gesamtkollegium und in den einzelnen Unterrichtsteams ein Zwischenstand zur Umsetzung und Praktikabilität der definierten Verbindlichkeiten erfolgen. Ende Schuljahr 2016/17 überprüft die Schulleitung in Gesprächen mit den einzelnen Unterrichtsteams die Umsetzung, Eignung und Einhaltung der Standards. Das Ziel ist erreicht, wenn die festgelegten Verbindlichkeiten in den Unterrichtsteams eingehalten werden und sich aus Sicht der Lehrpersonen bewähren. Die festgelegten Verbindlichkeiten sollen längerfristig konsolidiert und unter Einhaltung der gesamtschulischen Vorgaben bei Bedarf angepasst werden. Entwicklungsziele 5

8 Kommunikations- und Streitkultur im Kollegium weiter optimieren Die Kommunikations- und Streitkultur im Kollegium wurde an der Schule in den vergangenen Jahren wiederholt thematisiert. Mit dem neu erarbeiteten Leitbild auf Ende des Schuljahres 2015/16 bietet sich im Bereich der Schulhauskultur ein geeigneter Anknüpfungspunkt, diese Thematik weiter zu vertiefen. In den Schuljahren 2016/17 und 2017/18 fordert die Schulleitung vom Kollegium wiederholt Feedbackrunden zur Förderung der Kommunikations- und Streitkultur ein. Zu diesem Zweck erarbeitet die Schule ausgehend vom «Orientierungsrahmen Schulqualität» und dem Qualitätsteilbereich «Zusammenarbeitskultur pflegen» geeignete Instrumente. Mithilfe dieser Instrumente sollen die Lehrpersonen regelmässig dazu aufgefordert werden, an einer offenen Kommunikations- und Streitkultur zu arbeiten (Unterrichtsteam, Stufenteam, Gesamtteam). Ende der Schuljahre 2016/17 und 2017/18 wird jeweils eine Standortbestimmung vorgenommen. Als Vergleichswerte dienen die Daten aus der Online-Befragung anlässlich der externen Evaluation vom Dezember Zu den beiden Erhebungszeitpunkten wird auf der 6-stufigen Skala eine Verbesserung ausgewählter Items von jeweils mindestens 0,5 Punkten angestrebt. Eine offene und konstruktive Kommunikations- und Streitkultur soll sich längerfristig im Kollegium etablieren. 6 Entwicklungsziele

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