Ruhestand März Jahrgang

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1 3 Aktiv im Ruhestand März Jahrgang Frohe Ostern! Seite 32 < Geschichten Memoro bewahrt erzählte Geschichte Seite 8 < Gesundheit Mollig oder schon übergewichtig?

2 Neues Auto? Wie Sie jetzt die Kfz-Versicherung wechseln und Geld sparen in e h c s t u 2e5gen V or-lagge dieselisedgeurts, cdhieeinmsit ihrer G g dbb-mit unde zur erhalten herung als Neuk malig 25. ic in Autovers RG wechseln, e U B O HUK-C Hätten Sie das gewusst? Wer ein neues Auto oder einen Gebrauchtwagen erstmals auf sich zulässt, der kann mit dem Auto auch die Versicherung wechseln. So ein Wechsel spart oft mehrere hundert Euro ein. Nutzen Sie deshalb die Chance und vergleichen Sie Ihre Autoversicherung mit unserem Angebot! Das sind Ihre Vorteile bei der HUK-COBURG: Niedrige Beiträge z.b. 20 % Beitragsvorteil im Tarif Kasko-SELECT Top-Schadensservice in mehr als Partnerwerkstätten Beratung in Ihrer Nähe immer fair und kompetent Fordern Sie gleich Ihr Angebot an! Wir informieren Sie gern und zeigen Ihnen, wieviel Beitrag Sie sparen können. HUK-COBURG Bahnhofsplatz Coburg Telefon * Mo. Fr Uhr Telefax * *Kostenlos aus deutschen Telefonnetzen Die Adressen unserer Geschäftsstellen und persönlicher Ansprechpartner finden Sie in Ihrem örtlichen Telefonbuch unter»huk-coburg«oder unter

3 Inhalt Gesundheit Mollig oder schon übergewichtig? 8 Osterzitat: Es ist das Osterfest alljährlich für den Hasen recht beschwerlich. Wilhelm Busch 32 Geschichten Memoro bewahrt erzählte Geschichte Impressum: Herausgeber und Verlag: dbb verlag gmbh. Internet: Verlagsort und Bestellanschrift: Friedrichstraße 165, Berlin , Telefax , Bankverbindung: Sparkasse Köln/Bonn: BLZ , Konto Redaktion: Anna-Kathrin Furth, Redaktionsschluss: 10. jeden Monats. Beiträge, die mit vollem Namen des Verfassers gekennzeichnet sind, geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. erscheint zehnmal im Jahr. Preis des Einzelheftes 3,50 Euro inkl. Versandkosten. Jahresabonnement für Nichtmitglieder 33,90 Euro inkl. Porto und Versand. Adressänderungen und Kündigungen bitte schriftlich an den dbb verlag. Die Kündigungen des Jahresabonnements müssen bis zum 10. Dezember beim dbb verlag eingegangen sein, andernfalls muss der Bezugspreis für das nächste Jahr bezahlt werden. Einsendungen zur Veröffentlichung: Manuskripte und Leserzuschriften müssen an die Redaktion geschickt werden mit dem Hinweis auf Veröffentlichung, andernfalls können die Beiträge nicht veröffentlicht werden. Titelbild: line-of-sight Fotolia.com. Fotos: Fotolia, MEV. Herausgeber der dbb Seiten: Bundesleitung des dbb, Friedrichstraße 169/170, Berlin, , Telefax , Internet: Chefredaktion: Dr. Walter Schmitz. Re daktion: Christine Bonath, Jan Brenner. Fotos: dbb, fotolia, MEV, Layout: Dieter Schröter, FDS Geldern. Anzeigenverkauf: dbb verlag gmbh, Mediacenter, Dechenstraße 15 a, Ratingen , Fax , Anzeigenleitung: Petra-Opitz-Hannen, Anzeigenverkauf: Panagiotis Chrissovergis, , Anzeigendisposition: Britta Urbanski, , Anzeigentarif Nr. 54 (dbb magazin) und 40, gültig ab Druckauflage: dbb magazin Exemplare (IVW 4/2012). Druck auflage Exemplare (IVW 4/2012). Anzeigenschluss: 6 Wochen vor Erscheinen. Herstellung: L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG DruckMedien, Marktweg 42 50, Geldern. Gedruckt auf Papier aus elementar-chlorfrei gebleichtem Zellstoff. ISSN Editorial 4 Leserbrief 5 Reiseziel Museumsstück Osterei 6 Gesundheit Mollig oder schon übergewichtig? 8 Spiel mit dem Risiko Diabetes wird aus mangelndem Wissen oft auf die leichte Schulter genommen 18 Projekt Klimaverträglich mobil 60+ gibt älteren Menschen Tipps zur Mobilität 19 Trojaner, Viren, Netzschnupfen Neuer Nepp übers Telefon 20 Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Keine Beschränkung der Beihilfe fähig keit von A rzneimitteln auf Festbeträge 22 Tradition Sorbische Ostereier 23 Rezepte 24 Rosstäuscherei Wie gefährlich ist Pferdefleisch? 26 3 Ernährung Das Gelbe vom Ei? 27 Rechte sichern Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung 28 Geschichten Memoro bewahrt erzählte Geschichte 32 Der Charme vergangener Zeiten Nostalgiereise zu den Sehens würdig keiten der Romantischen Straße 34 Aktív im Ruhestand > brh Energieeffizienz Bruch mit Energiesparlampe? 38 Kunstprojekt Stolpersteine als Denkmal 39 Rätselspaß 40 Filmtipps 42 Termine 44 Rätselauflösung 46 Lesergedicht 47 Die Vorschau 47 Druck mit Truck 12 Gewalt gegen Menschen im öffentlichen Dienst: Absolute Sicherheit gibt es nicht 14 Burnout ab 55 plus: Nichts geht mehr 17 > dbb > brh

4 Editorial Liebe Leserinnen und Leser, Erinnern und in die Zukunft schauen ist das Schwerpunktthema der druckfrisch vorliegenden März-Ausgabe von. Nicht zufällig wurden zwei Zeitintervalle gewählt, die zunächst gegensätzlich erscheinen, bei näherem Hinsehen jedoch in sehr enger Beziehung zueinander stehen. Schon ein altes chinesisches Sprichwort weiß: Wer die Zukunft erforschen will, muss die Vergangenheit kennen. Klar in die Zukunft gerichtet im persönlichen Bereich stehen doch oftmals finanzielle Zukunftsfragen an, bei deren Lösung unter anderem die Tipps unseres Rechtsexperten zu Versorgung und Patientenverfügung helfen sollen. Bei so viel ernsthafter Auseinandersetzung mit Vorsorgefragen soll aber auf keinen Fall vergessen werden, welch freudiges Fest mit Ostern unmittelbar vor der Tür steht: Das März-Heft bietet mit leckeren Rezepten, der Vorstellung beliebter Osterbräuche und Veranstaltungen einen Vorgeschmack auf das Frühlingsfest. Und selbst wenn der Wettergott nicht mitspielen und der traditionelle Osterspaziergang buchstäblich ins Wasser fallen sollte, besteht kein Grund zur Verdrossenheit, denn mit zwei Seiten Rätselspaß und kleinen Reisetipps sorgt wieder bestens für Unterhaltung auch in verregneten Mußestunden. Oder nutzen Sie einfach die freie Zeit und schreiben Sie uns einen Leserbrief. Wir warten auf Ihre Meinung. MEV Aktív im Ruhestand 4 Den Fokus auf die Vergangenheit beziehungsweise das Erinnern legt im vorliegenden Magazin die Reportage über Memoro, eine faszinierende Datenbank der Erinnerungen. Konkret lassen uns Zeitzeugen der Jahrgänge 1953 und früher in Audiound Videointerviews an ihren Lebenserfahrungen teilhaben. Jeder Angehörige dieser Jahrgänge kann übrigens dazu beitragen. Frohe Ostern wünscht Ihre Redaktion

5 Leserbriefe Bitte haben Sie dafür Verständnis, dass wir nur dann Ihren Leserbrief in der Zeitschrift abdrucken können, wenn Sie uns mit dem Brief oder der eine Abdruckgenehmigung übersenden. Wir behalten uns das Recht vor, Ihre Lesermeinung oder Ihren Leserbrief zu kürzen. Gerne beantworten wir Ihre Fragen rund ums Heft und die darin enthaltenen Artikel oder leiten Ihre Fragen an unsere Experten weiter. Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf hingewiesen, dass es in einem Beitrag in der Aus- gabe 1/ eine Unstimmigkeit gegeben hat. Lesen Sie hier seinen Leserbrief und unsere Antwort. Auf der Seite 47 finden Sie überdies die Einsendung eines Lesergedichts. Wir danken Georg Marinitsch für diese Verse. 5 Leserbrief Sehr geehrte Damen und Herren, Unter Was ist jetzt zu tun heißt es : in der letzten Ausgabe gibt es auf Seite 38 eine Rubrik bezüglich des neuen Rundfunkbeitrags ab Dort heißt es unter anderem: Wichtig: Alle Befreiungen endeten am 31. Dezember Auch die Ermäßigung auf ein Drittel muss schriftlich beantragt werden. Wenn Sie bisher aus gesundheitlichen Gründen von der RF-Geb.Pflicht befreit waren: Ihre Befreiung wird zum 1. Januar 2013 automatisch auf den ermäßigten Beitrag umgestellt. Für die Umstellung brauchen Sie nichts weiter zu tun! Die Aussage steht im Gegensatz zu der Plattform unter ARD-ZDF-Rundfunkbeitrag.de im Internet. Dort steht unter: Seit 1. Januar 2013 gelten folgende Regelungen. reits ein Schreiben von dem Beitragsservice erhalten haben. Die Befreiung aus anderen Gründen hingegen muss erneut beantragt werden und die komplette Befreiung für das Merkzeichen RF fällt in den meisten Mit freundlichen Grüßen Hans Jakupak, Bundesseniorenbeauftragter DPolG-Bundespolizei gewerkschaft Info Antwort der Redaktion Tatsächlich ist es so, dass die Befreiung aus gesundheitlichen Gründen für die bisherige Rundfunkgebühr automatisch auf die ermäßigte Beitragspflicht umgestellt wird. Hierzu sollen die meisten Betroffenen be- Da meine Familie aus gesundheitlichen Gründen befreit war, stellt sich mir nun die Frage: Was ist denn nun richtig? Fällen weg. Hier gelten dann die Regelungen wie beschrieben in Ausgabe 1/ Mit freundlichen Grüßen Ihre Redaktion Sie haben ebenfalls Fragen an oder Anregungen für die Redaktion? Schreiben Sie uns: oder per Post an: dbb verlag gmbh Redaktion Friedrichstraße Berlin Aktív im Ruhestand WernerHilpert Fotolia.com Natürlich sollen Ihre Leserbriefe auch weiterhin einen Platz in der Zeitschrift haben. Vielen Dank für die zahlreichen Zuschriften.

6 Reiseziel Museumsstück Osterei denn das Museum organisiert einen Künstlermarkt und Sonderausstellungen in seinen Räumlichkeiten. Kleine und große Kostbarkeiten Durchstreift man die Räume des aufwändig restaurierten, alten Schulhauses, sieht man vielerlei Gestaltungsformen des Ostereis, von ausgeblasenen Exponaten in der Lochtechnik, die fast schon Spitze glei- chen, zu den ganz normalen Eiern, wie man sie von Zuhause kennt. Die Exponate kommen aus aller Welt, wie zum Beispiel aus Afrika, Osteuropa, Russland, Italien, Frankreich. Auch unterschiedliche Techniken zur Eierfärbung werden am oft zerbrechlichen Objekt gezeigt, die den Variantenreichtum des Ostereis erst ermöglichen. Ob ein Osterei vom Huhn oder einem anderen Geflügel kommt, ist übrigens völlig irrelevant, auch die win- RSPS Aktív im Ruhestand 6 Versteckt im kleinen schwäbischen Ort Sonnenbühl öffnete vor 20 Jahren ein Museum, das ein sehr saisonales Produkt als Ausstellungsobjekt wählte: Das Osterei. Sonnenbühl liegt südlich der Stadt Reutlingen, e ine beschauliche Einwohner-Gemeinde auf der schwäbischen Alb. Nicht unbedingt der Ort, wo man das erste Ostereimuseum Deutschlands erwartet. Natürlich ist besonders vor Ostern viel los, RSPS Das Verschenken von Ostereiern hat nicht nur in Deutschland eine lange Tradition. Als Symbol für die Wiederauferstehung wurde das Osterei bereits im Mittelalter verziert. Ein Museum in Schwaben klärt über das österliche Ei auf und wie es zum Geschenk wurde.

7 zigen Finkeneier werden von Osterenthusiasten und Eiliebhabern zu kleinen Kunstwerken verzaubert, genauso wie das im Vergleich geradezu monströs wirkende Straußenei. Kunstwerke aus verschiedenen Ländern zeigen, dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Eier-Schachteln Doch nicht nur das Ei selbst, auch daraus entlehnte Verpackungen ziehen den Besucher in ihren Bann. Das Papp-Ei, das auch heute noch zu Ostern genutzt wird, um für seine Lieben eine Kleinigkeit zu verstecken, ist zentraler Bestandteil der Jubiläumsausstellung in Sonnenbühl, die den einleuchtenden Namen Gut verpackt trägt. Bereits im 19. Jahrhundert nutzte man aufwändig gestaltete, eiförmige Verpackungen, um Preziosen zum Auspackerlebnis zu machen. Auch die Eier selbst wurden teilweise zu Geschenken, erinnert man sich an die kunst- und vor allem wertvollen Fabergé- Eier, die sich die russische Zarenfamilie und europäische Aristokraten zu schenken pflegten. Später wurde daraus das Papp-Ei für die Allgemeinheit. Für jeden erschwinglich und ein Hingucker für das Osternest. Noch heute gibt es Hersteller, die von Pop-Art bis Kinderbuchillustrationen alles auf das eiförmige Material bannen. Die Fabergé-Eier kann man in dieser Sammlung zwar nicht betrachten, dennoch sind die vorhandenen Exponate nicht minder kostbar, wenn man die feinen Pinselstriche sieht, die so manches Ei zieren. Unter anderem finden sich kleine Applikationen an den Ausstellungsstücken, Stickereien und Veredelungen. Beim Ostereimuseum findet sich das Gelbe vom Ei übrigens draußen. Aufgrund der leuchtenden Fassadenfarbe, kann man es in Sonnenbühl kaum verfehlen. Erstes Deutsches Ostereimuseum Steigstraße 8 t z t je n e s n i! Z n e r a p s Jetzt Zinstief nutzen! Und Nerven sparen! Und Gebühren sparen! Jetzt Bausparen! Sichern Sie sich jetzt günstige Finanzierungskonditionen. Mit einem Ideal Bausparvertrag von Wüstenrot Sonnenbühl-Erpfingen Telefon Öffnungszeiten: 23. Februar bis 20. Mai 2013: Jetzt Angebot anfordern: Dienstag bis Samstag 10 bis 17 Uhr Sonntag und Feiertag 11 bis 17 Uhr Montags geschlossen außer an Feiertagen. Vom 21. Mai bis 3. November 2013 ist das Museum nur sonntags zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet. Täglich für Gruppen, nach Anmeldung. bausparensparen oder 030/

8 Gesundheit Mollig oder schon übergewichtig? In Deutschland sind rund zwei Drittel der Männer sowie die Hälfte der Frauen im Erwachsenenalter übergewichtig. Neben der psychischen Belastung, die aus Übergewicht resultieren kann, ist es ein klassischer Risikofaktor für Begleiterkrankungen von Herz und Kreislauf oder des Stoffwechsels. Doch nicht nur Organe sind von Folgeerkrankungen betroffen, auch der Bewegungsapparat kann durch ein zu hohes Körpergewicht beeinträchtigt werden. Die Gefahr, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, steigt mit zunehmendem Gewicht ebenfalls. Grund genug darüber nachzudenken: Gehöre ich zur gefährdeten Personengruppe und was kann ich dagegen tun? Fastenkuren oder Diäten sollten immer von einem Arzt begleitet werden. JPC-PROD Fotolia.com Aktív im Ruhestand 8 Übergewicht gilt ebenso wie Adipositas als Zivilisationskrankheit und die Umstellung der Essgewohnheiten im Alltag haben ihren Teil dazu beigetragen. Rasch verfügbare, unausgewogene, fettreiche Ernährung, sogenanntes Fast-Food, kalorienreiche Getränke sowie die Verminderung körperlicher Aktivität führen zu einer Energiezufuhr, die der Körper nicht in ausreichendem Maße verbrennen kann. Stattdessen lagert er die überschüssige Energie in Form von Fett ein, für Notzeiten. Das Resultat sind mehr und mehr Kilos auf der Waage.

9 Bin ich schon zu dick? Als Skala zur Ermittlung von Übergewicht gilt der sogenannte Body-Maß-Index, bei dem das Körpergewicht in ein bestimmtes Verhältnis zur Körpergröße gesetzt wird. Die Kennzahl gibt Aufschluss darüber, ob man unter-, normaloder übergewichtig ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Kategorisierung der BMI-Werte vorgenommen, die grob wie folgt zusammengefasst werden kann: Klassifikation BMI Untergewicht unter 18,5 Übergewicht ab 25 Adipositas Grad I ab 30 Adipositas Grad II ab 35 Adipositas Grad III ab 40 Auch wenn es eine Vielzahl von BMI-Rechnern im Internet gibt, kann jeder seinen Body-Maß-Index (BMI) selbst bestimmen, indem er sein Körpergewicht in Kilogramm durch seine Körpergröße in Metern im Quadrat teilt. Als übergewichtig werden Menschen mit einem BodyMaß-Index (BMI) von mehr als 25 bezeichnet. Krankhaftes Übergewicht, die sogenannte Adipositas, beginnt bei einem BMI von 30 und mehr. Unser Rechenbeispiel hat einen BMIWert von 32,7 (gerundet), was dem Adipositas Grad I entspricht. Neben dem erhöhten Gewicht, gepaart mit einem erhöhten BMI, entscheidet vor allem die Verteilung des Körperfetts, ob Folgekrankheiten zu befürchten sind oder nicht. Besonders das Fett im Bauchraum wird mit verschiedenen Erkrankungen in Verbindung gebracht. Deshalb misst man den Bauchumfang, um die Fettverteilung im Körper zu ermitteln. Je nach Statur gibt es zwar Unterschiede, aber misst der Bauchumfang bei Männern mehr als 102 cm, bei Frauen mehr als 88 cm, gilt er als deutlich e rhöht. 9 rsachen U von Übergewicht und Adipositas Die Ursachen von Übergewicht und Adipositas sind vielfältig und können sowohl körperliche als auch psychische Ursachen haben. Nimmt man etwa mehr Nahrung zu sich, als der Körper über den Tag hinweg zu Energie um wandeln kann, ist Übergewicht e ine mögliche Folge. Bewegungsmangel und BMI-Formel Die Formel lautet BMI = (Körpergewicht in Kilogramm) : (Körpergröße in Metern)². Rechenbeispiel: Ein Mann ist 1,75 m groß und wiegt 100 Kilogramm. Trägt man die Daten in die Formel ein, kommt man auf folgende Zahl: BMI = 100 : 1,752 = 32,65 Lebensmittel werden in verschiedene Gruppen unterschieden. Längst ist die Lebensmittel pyramide nicht mehr nur 2-dimensional. n ge sunde Ernährung spieu len bei vielen Fällen von Übergewicht eine große Rolle. In einigen Fällen kann eine Veranlagung zur Adipositas nachgewiesen werden. Ein Beispiel ist die verminderte Produktion des Eiweiß Leptin, das bei der Regulierung des Fettstoffwechsels hilft und das Hungergefühl unterdrückt. Die Zwillingsforschung gibt Hinweise darauf, dass innerhalb einer Familie Adipositas verstärkt auftreten kann. Weitere Gründe, die nicht zwingend mit Veranlagung Aktív im Ruhestand 18,5 bis 25 Okea Fotolia.com Normal gewicht

10 Aktív im Ruhestand 10 Mit welchen gesundheitlichen Folgen muss ich rechnen? Unterschiedliche Beschwerden wie zum Beispiel Kurzatmigkeit, starkes Schwitzen, Schlafstörungen, um nur wenige zu nennen, können die Folge von Übergewicht sein. Schwerwiegendere Krankheiten sind zum Beispiel Bluthochdruck, die Verkalkung der Herzkranzgefäße, die Zuckerkrankheit (Diabetes Typ 2), die erhöhte Gefahr eines Hirnschlages sowie der Verschleiß von Gelenken, welcher die Bewegungsfähigkeit besonders im Alter einschränken kann. Verschiedene Krebsarten können durch Über gewicht ebenfalls begünstigt werden, nter anderem Brust- und u Darmkrebs. Bei Männern kann außerdem das Prostatakrebsrisiko steigen. Neben den zahlreichen physischen Risiken kann auch die seelische Konstitution unter dem Körpergewicht leiden. Vermindertes Selbstwertgefühl, Ängstlichkeit bis hin zu Angststörungen und Depressionen können sich bei Übergewichtigen einstellen. Oft begeben sich Betroffene in eine soziale Isolation, um kritische Kommentare oder Blicke aus dem Umfeld zu vermeiden, in vielen Fällen begeben sich Betroffene dann in einen Teufelskreis. Was kann ich für mich tun? Ein erhöhter BMI bis hin zu Adipositas oder ein deutlich erhöhter Bauchumfang sollten Sie zum Arzt führen. Hier bekommen Sie Anregungen zu einer ausgewogenen Ernährung und twaige Begleiterkrankune gen können ausgeschlossen werden. Gezielte Programme zur Gewichtsreduktion können vom Arzt empfohlen werden. Sind die Kriterien für eine Adipositas erreicht, dann sollten sie ärztlich kontrolliert abnehmen. Bei schnellem Gewichtsverlust kann nicht nur der bekannte Jojo-Effekt eintreten, auch die Gesundheit wird unter Umständen nachhaltig geschädigt, wenn der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen und Vitaminen versorgt wird. Das Ziel einer jeden Diät ist die möglichst anhaltende Gewichtsabnahme, dabei sollten vor allem reali sierbare Zwischenziele gesetzt werden. Diese können zum Beispiel in der ersten Stufe durch eine Reduktion des Fettverzehrs unter 60 Gramm pro Tag herbeigeführt werden, wobei Für das Normalgewicht spielen Körpergröße und Gewicht neben der Statur eine große Rolle. der Verzehr von Kohlenhydraten nicht begrenzt ist. Studien haben ergeben, dass in einem Zeitraum von 6 Monaten das Gewicht allein durch die Umstellung auf eine fettärmere Ernährung um 3 bis 4 Kilo reduziert werden kann. Kombiniert man die Reduktion von Fett, Kohlenhydraten und Eiweiß in Form einer mäßig energiereduzierten Mischkost, dann kann man von einem Gewichtsverlust von circa 5 Kilo innerhalb von 12 Monaten ausgehen. Bei diesen Methoden erzeugt man ein tägliches Energiedefizit von 500 bis 800 Kilokalorien je nach Grundumsatz, das heißt man nimmt weniger zu sich als der Körper verbraucht. Eine bewährte Methode, um die eigene Nahrungsaufnahme zu kontrollieren ist, seine Mahlzeiten aufzuschreiben. Welche Nahrungsmittel welchen Brennwert und Gehalt haben, findet man überall, zum Beispiel bei der Deutschen Gesellschaft für Ernäh- Schlierner Fotolia.com oder falscher Ernährungsweise zu tun haben, sind Störungen des Hormonhaushaltes. Aber auch Medikamente (wie zum Beispiel Cortison oder Psychopharmaka) oder andere Therapieformen können eine Gewichtszunahme begünstigen, insbesondere dann, wenn die Ernährung unausgewogen ist.

11 rung in Form einer drei dimen sionalen Lebensmit telpyramide. Lebensmittel hersteller sind zudem dazu angehalten, die Kalorienzahl ihrer Produkte auf den Ver packungen auszuweisen. Dort werden auch Hinweise zum empfohlenen Verzehr gegeben. Sogenannte Appli kationen (App) können Tech nikbegeisterten mit Smart phones behilflich sein. Diese einfachen Diätformen kann jeder mit Übergewicht selbst durchführen solange keine Begleiterkrankungen bestehen. der Essgewohnheiten. Sind die ersten Pfunde verloren, hilft vor allem Bewegung, den Effekt zu verstärken oder zu erhalten. Mit einer Stunde Sport pro Woche kann man bereits 500 Kilo kalorien verbrennen. Eine weitere Diätform sind sogenannte Formulardiä ten, dabei wird eine Mahl zeit zum Beispiel durch ein Getränk oder andere kalo rienreduzierte Alternativen ersetzt. Sie können die Ge wichtsreduktion deutlich steigern, sollten aber spä testens nach 3 Monaten auf eine kalorienarme Misch kost umgestellt werden. Besonders bei Lebensmittel unverträglichkeiten werden oftmals Formular diäten zu rate gezogen, um den Pati enten optimal mit Nähr stoffen zu versorgen. Medikamentöse Gewichts abnahme zum Beispiel durch Appetitzügler oder operative Eingriffe sollten nur bei schweren Fällen von Übergewicht eine Alternati ve darstellen und sind zwin gend mit einem Arzt abzu klären. Was zahlt die Krankenversicherung? Ein paar Kilos zu viel zählen für Krankenkassen nicht zu behandlungsfähigen Krank heiten. Krankenkassen übernehmen Kosten für Diäten und andere Abnah meformen nur in nachweis bar schweren Fällen, wenn das Übergewicht den Ge sundheitszustand zu beein trächtigen droht oder be reits beeinträchtigt. Ähnlich ist es bei der Beihilfe, die nur in krankheitsbedingten Fällen Nahrungsergän zungsmittel und Formeldiä ten unterstützt, wenn der Eigenanteil überschritten wird. Im Rahmen ihrer Vor sorgeleistungen beteiligen sich einige Krankenkassen allerdings an den Kosten von Gesundheitskursen zum Thema Abnehmen und gesunder Ernährung. Der je weilige Träger muss dabei bestimmte Qualifikationen vorweisen können. Versi cherer haben meist einen weitreichenden Katalog von Gesundheitskursen. Je nach Versicherungsstatus kön nen die Leistungen jedoch variieren. Dr. Karl-Christian Appl Meine Empfehlung: Die faire Adresse fürs eigene Zuhause. Baufi-Wochen bei der Sparda-Bank: Nutzen Sie das aktuelle Zinstief und die günstigen Konditionen des fairsten Baufinanzierers Deutschlands. Einfache Abwicklung und umfassende Beratung inklusive: r Ja, ich will mir ÖD 3 Top-Konditionen sichern! Bitte senden Sie mir Informationen. Der Weg zu den Sparda-Banken ist einfach: Coupon ausfüllen und einsenden an die Serviceagentur der Sparda-Banken, Postfach 108, Wadgassen, Fax / Name, Vorname Straße, Hausnummer PLZ, Ort Telefon (tagsüber)! Weitere spezielle Diätfor men zur Gewichtsredukti on zum Beispiel die AtkinsDiät, bei der Kohlenhydrate vermieden werden, können das Gewicht reduzieren, sind aber bezüglich Lang zeiterfolgen anderen Me thoden nicht zwingend überlegen. Auch andere Di äten bringen zwar zunächst einen schnellen Erfolg, je doch kann das Gewicht nur selten gehalten werden. Gerade diese Langzeiterfol ge (anhaltende Gewichts reduktion über 12 Monate hinaus) bedürfen einer Ver haltensänderung und einer nachhaltigen Umstellung Dateiname: _1G51U_Sparda_Banken_DBB_3_2013.pdf; Seite: 1; Nettoformat: (90.00 x mm); Datum: 11. Feb :19:41; PDF-CMYK, L. N. Schaffrath DruckMedien

12 dbb Einkommensrunde Länder 2013: Druck mit Truck aktuell 12 Fotos: Friedhelm Windmüller > Und Action: Kernelement der Truck-Tour-Events war ein turbulentes Spiel rund um die Belastungen, denen Beschäftigte im öffentlichen Dienst ausgesetzt sind. Hier gespielt in Hamburg. Im Vorfeld der Einkommensrunde für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder hat der dbb mit der dbb Truck-Tour in sechs Großstädten über berechtigte Forderungen des dbb informiert. Musik, Information und Aktionen zogen viele Bürgerinnen und Bürger an. Dresden war am 24. Januar 2013 der erste Haltepunkt der dbb Truck-Tour. Es folgten Stopps in Mainz, Stuttgart, Düsseldorf und Hamburg, wo die Öffentlichkeit jeweils auf zentral gelegenen Plätzen mit einem originellen Programm aus Musik, Fakten und Interaktion Gelegenheit hatte, die Arbeitswelt der im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten kennenzulernen und Einzelheiten über die dbb Forderungen zu erfahren. Am 31. Januar 2013 erreichte der dbb Truck pünktlich zur Auftaktrunde mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) Berlin. > Zum Auftakt der Tarifverhandlungen am 31. Januar 2013 in Berlin stellte sich dbb Verhandlungsführer Willi Russ den Fragen der Presse. > AiR dbb seiten März 2013 < Dresden Willi Russ, der Verhandlungsführer des dbb, wies beim Start der Truck-Tour auf dem Altmarkt in Dresden auf die Entschlossenheit der Beschäftigten hin, ihren fairen Anteil an der Einkommensentwicklung in Deutschland notfalls auch ge- gen Widerstände der Arbeitgeber durchzusetzen. Die Landesregierungen sollen sich da nicht täuschen. Wenn wir von gerechten Forderungen sprechen, denken wir an die Straßenwärter, die gerade jetzt im Winter für freie Straßen und sichere Fahrt sorgen. Wir denken an die Kollegen bei der Polizei, die die Sicherheit in diesem Land garantieren. Wir denken an die Kollegen in den Finanzämtern, Krankenhäusern und Landeskliniken. Sie alle erwarten ein faires Angebot und werden sich nicht mit Almosen abspeisen lassen. Der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes Jens Weichelt bekräftigte in seiner Rede die Forderung nach einheitlichen Regelungen für die Eingruppierung und damit die Bezahlung der angestellten Lehrerinnen und Lehrer: Macht endlich Schluss mit dieser Eingruppierung nach Gutsherrenart. Wir fordern die lange überfällige Grundtarifierung einer Entgeltordnung für Lehrer! > Siegfried Damm, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der dbb Bundestarifkommission, legte in Mainz besonderen Wert auf die Einführung einer sozialen Komponente für die unteren Einkommensgruppen.

13 dbb Mainz In Mainz forderte Siegfried Damm, Mitglied der Geschäftsführung der dbb Bundestarifkommission, am 25. Januar 2013 auch die Beamtinnen und Beamten in Rheinland-Pfalz zur Solidarität mit den Tarifbeschäftigten auf. Ihnen wurde eine jährliche Mini-Anpassung von nur einem Prozent für fünf Jahre diktiert. Damit und unter Berücksichtigung des Abschlusses 2012 für Bund und Kommunen sowie der Teuerungsrate entsteht ein dickes Minus im Portemonnaie. < Stuttgart Auf dem Schlossplatz in Stuttgart warben die dbb Vertreter um den stellvertretenden Bundesvorsitzenden und BBW-Landesvorsitzenden Volker Stich am 28. Januar um die Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger. Unsere Forderung nach 6,5 Prozent mehr für alle ist angemessen und fair, das hat der Abschluss mit Bund und Kommunen im letzten Jahr gezeigt, sagte Stich. Jetzt müssen die Länder nachziehen, denn ihre Angestellten und Beamten dürfen nicht zu Beschäftigten zweiter Klasse gemacht werden. Sollte sich die Einkommens-Schere zwischen den Beschäftigten im öffentlichen Dienst weiter öffnen, werde dies die Wettbewerbsfähigkeit der Länder im Werben um Nachwuchskräfte massiv beeinträchtigen, warnte Stich. Gerade in BadenWürttemberg hätten die vergangenen Monate gezeigt, wie sehr immer neue Angriffe auf die Einkommen langsam aber sicher die Moral der Beschäftigten zerstören. < Düsseldorf In Düsseldorf stellte der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Bundesvorsitzender der komba gewerkschaft Ulrich Silberbach am 29. Januar eindringlich dar, dass 6,5 Prozent mehr für Krankenschwestern, Straßenwärter, Lehrer, Beschäftigte bei Polizei, Justiz und in der Steuerverwaltung nicht zu viel verlangt sind: Ohne sie ginge schließlich auch hier in Nordrhein-Westfalen gar nichts. Aber wenn auch künftig Kinder eine ordentliche Ausbildung erhalten, winterliche Straßen gut befahrbar, öffentliche Sicherheit und medizinische Versorgung garantiert sein sollen, brauchen wir eine angemessene Bezahlung. < Hamburg In Hamburg betonte der dbb Verhandlungsführer Russ am 30. Januar erneut, dass das Argument der Arbeitgeber, vertreten durch die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), die öffentlichen Kassen seien leer, nicht ziehe: Insgesamt > BBW-Chef und dbb Vize Volker Stich, der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Bundesvorsitzende der DSTG Thomas Eigenthaler sowie der stellvertretende Vorsitzende des BBW Joachim Lautensack zeigten in Stuttgart Flagge für die Einkommensforderung des dbb. nahm der deutsche Staat im vergangenen Jahr 2,2 Milliarden Euro mehr ein, als er ausgab; erstmals seit fünf Jahren zahlt die Bundesrepublik Kredite zurück. Die öffentlichen Haushalte profitieren also vom starken Aufschwung, und hier fordern wir eine gerechte Teilhabe für die Angestellten und Beamten der Länder. dbb Landeschef Rudolf Klüver warnte die Arbeitgeber vor einer harten Auseinandersetzung: Gerade hier in Hamburg, wo der Senat sich erdreistet, die Tarifautonomie zu umgehen und im Haushaltsplan 2013/2014 eine Gehaltserhöhung für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst auf maximal 1,5 Prozent fixiert hat, ist der Unmut groß. Und die zur Debatte stehende Absenkung des Jahresurlaubs auf 26 Arbeitstage sorgt da nicht gerade für Entspannung. Vor diesem Hintergrund werden wir entschlossen handeln, kündigte Klüver an. < Verhandlungsauftakt in Berlin Zum Auftakt der Einkommensrunde hat der dbb Verhandlungsführer Willi Russ die Tarifgemeinschaft deutscher Länder am 31. Januar nachdrücklich aufgefordert, ein realistisches Angebot vorzulegen: Wir sollten uns dieses ganze ritualisierte Hinauszögern schenken und gleich zur Sache kommen. Die Kolleginnen und Kollegen verlangen einen gerechten Lohn für ihre Arbeit und einen angemessenen Gehaltszuwachs. Die Eckdaten der Inflation und der allgemeinen Einkommensentwicklung liegen alle auf dem Tisch, genauso wie der Tarifabschluss für Bund und Kommunen. Das Einzige, was immer noch fehlt, ist ein Arbeitgeberangebot. Damit weiter hinter dem Berg zu halten ist unfair und respektlos gegenüber den eigenen Mitarbeitern, so der dbb Verhandlungsführer. Russ verwies zudem auf den sehr engen Zeitplan: Wir haben keine Zeit zu verlieren. Mit nur drei verabredeten Verhandlungsrunden und ohne Schlichtungsvereinbarung wird es im März ganz schnell zum Schwur kommen. Wenn wir bis dahin den Durchbruch nicht schaffen, drohen Scheitern, Urabstimmung und vielleicht sogar Arbeitskampf. Ich kann die Arbeitgeber nur davor warnen, die Entschlossenheit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu unterschätzen. Nehmen Sie beispielsweise die Krankenschwestern, Straßenwärter, Lehrerinnen oder IT-Spezialisten im Landesdienst die werden konsequent für ihre Interessen eintreten. > Der stellvertretende dbb Bundesvorsitzende und Bundesvorsitzende der komba gewerkschaft Ulrich Silberbach stritt auf der Truck-Tour-Kundgebung in Düsseldorf für faire Löhne. > AiR dbb seiten März aktuell <

14 dbb Gewalt gegen Menschen im öffentlichen Dienst: Absolute Sicherheit gibt es nicht fokus 14 Vandalismus gegen öffentliches und privates Eigentum verursacht in Deutschland bis zu einer Milliarde Euro Sachschaden pro Jahr. Graffiti und zersplitterte Fensterscheiben sind nur eine Seite der Medaille. Auf der anderen werden Beschäftigte des öffentlichen Dienstes immer öfter Opfer von Gewalt. Schlimmstenfalls mit Folgen für ganze Familien wie im Fall Daniel Nivel, eines französischen Bereitschaftspolizisten, der im Sommer 1998 von deutschen Hooligans lebensgefährlich verletzt wurde und bis heute an den gesundheitlichen und psychischen Folgen des Übergriffs leidet. Vandalismus und Gewalt sind keine Resultate eskalierender Jugendstreiche. Sie sind Ausdruck einer gesamtgesellschaftlichen Fehlentwicklung und werden von immer mehr Menschen als legitime Mittel > AiR dbb seiten März 2013 gegen die vermeintliche Staatsgewalt begriffen. Militante Jagdgegner randalieren an Hochsitzen, Tierschützer sabotieren Mastbetriebe, politisch motivierte Täter greifen zu Farbbeuteln und Feuer. Immer öfter richtet sich die Gewalt auch gegen die Menschen, die den Staat nach außen repräsentieren. Beschäftigte bei der Polizei, in den Arbeitsagenturen oder beim Ordnungsamt. Kurz: Überall dort, wo Kolleginnen und Kollegen aus dem öffentlichen Dienst ihre Arbeit an der Schnittstelle zwischen Bürger und Staat tun. Es scheint, dass hier etwas Grundsätzliches in der Gesellschaft schiefgeht. Das sieht auch die stellvertretende dbb Bundesvorsitzende Kirsten Lühmann so, die in der dbb Bundesleitung für Sicherheitspolitik zuständig ist: Ein großes Problem ist zum Beispiel der Anstieg politisch motivier- ter Kriminalität mit einer Steigerung von rund elf Prozent auf Straftaten bundesweit im Vergleich von 2011 zu Besonders betroffen von diesen Straftaten seien Polizeibeamte, sagte Lühmann dem dbb magazin. Die Gewalt gegen Polizisten hat zum vierten Mal in Folge in 2011 um fast 15 Prozent zugenommen. Von mehr als jeder dritten Körperverletzung aus der politisch motivierten Ecke waren Polizisten betroffen, zum Großteil bei Demonstrationen. Das zeige, wie sehr die Polizei im Spannungsfeld zwischen Politik und öffentlicher Meinung stehe. Die Polizei brauche nicht nur mehr Personal, sondern auch die ideelle Unterstützung von Politik und Gesell-

15 dbb < schaft. Die Kolleginnen und Kollegen halten den Kopf hin und nehmen schwere körperliche und psychische Schädigungen in Kauf. Viele fühlen sich zu Recht von der Politik im Stich gelassen. Besonders Extremisten richteten ihren Hass gegenüber dem Staat auf Polizisten aus, weil diese für sie, offensichtlich an der Uniform zu erkennen, den Staat schlechthin repräsentierten. Auch wenn die Innenministerkonferenz jetzt endlich eine Verschärfung des Strafrechts für Gewalt gegen Polizisten umgesetzt hat, erledigen sich damit nicht die sozialen und gesellschaftlichen Ursachen, ist Lühmann überzeugt. Die dbb Vize fordert Zivilcorage ist wichtig Ein Beispiel für diese Zivilcourage ist Gerke Minrath, Vorsitzende des Vereins Keine Gewalt gegen Polizisten e.v., die sich mit einer Homepage des Themas annimmt. Unter www. kggp.de widmet sie sich den Erscheinungsformen und den Folgen von Gewalt gegen Polizisten. In Form von Blogs gibt sie Polizisten eine Stimme. Die ausgebildete Seelsorgerin hat viel Zeit im Ausland zugebracht und dort viele Situationen erlebt, die mit dem Handeln deutscher Polizeikräfte nicht vergleichbar sind: Ich kann Ihnen versichern, dass die deutsche Polizei die freundlichste und geduldigste ist, mit der ich jemals zu tun hatte, sagt Minrath. Einmal wurde ich in einem Entwicklungsland zwei volle Stunden einer Verkehrskontrolle unterzogen, weil mein Reiseführer einfach kein Bestechungsgeld zahlen wollte. Seitdem kann ich die Mär von der deutschen Polizeiwillkür schlicht nicht mehr ernst nehmen. Minraths Credo: Vielfalt kann es nur geben, wenn eine demokratische Polizei Grenzen setzt. Sonst setzen sich die Brutalsten und Intolerantesten durch, denen die Belange der anderen am Allerwertesten vorbeigehen. Auch Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), sieht die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nahezu überall als Zielscheibe verbaler und tätlicher Attacken. Polizisten und Feuerwehrleute, Sachbearbeiter in der Verwaltung, Lehrer und Erzieher, Justizkräf- te und Gerichtsvollzieher müssten sich immer häufiger ihrer Haut wehren, weil staatliche Autorität auf breiter Front verloren gegangen ist, sagte Wendt dem dbb magazin. Das sind nicht nur ein paar alkoholisierte oder bekiffte Schläger, die hier durchdrehen. Die Gewaltbereitschaft reicht mittlerweile tief in die bürgerlichen Schichten unserer Bevölkerung hinein. Die Politik hat an dieser Entwicklung einen gehörigen Anteil. Rückzug des Staates auf breiter Front durch massiven Personalabbau, die Anbetung der,marktkräfte und Verächtlichmachung der öffentlich Beschäftigten sowie nicht zuletzt die mangelnde politische Unterstützung und das fehlende eindeutige Bekenntnis zu den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern durch politische Mandatsträger, das alles seien nur einige Wegmarken einer Entwicklung, die zu mangelnder Akzeptanz, bis hin zu offener Ablehnung und Hass gegen diesen Staat führe. < Gewalt nicht akzeptieren Diesen Trend werde man mit noch so viel Polizisten und noch so guter Bewaffnung und Ausrüstung nicht aufhalten können, meint der DPolG-Chef. Das hohe Gut eines funktionierenden Staatswesens darf nicht länger diskreditiert werden, die Spitzen des Staates müssen sich wieder eindeutig zu den Garanten gesellschaftlicher Stabilität bekennen und nicht zuletzt müssen klare Strafgesetze und präventiv wirkende harte Urteile unserer Gerichte dafür sorgen, dass Gewalt gegen den Staat und seine Beschäftigten unter keinen Umständen akzeptiert wird. Insgesamt rund Straftaten im Sinne von Widerstand gegen die Staatsgewalt und Straftaten gegen die öffentliche Ordnung weist die polizeiliche Kriminalstatistik 2011 aus. Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte schlugen mit Fällen zu Buche. Aber es sind nicht nur Polizistinnen und Polizisten von Übergriffen betroffen. Auch Beschäftigte der Arbeitsagenturen und Jobcenter oder Vollziehungsbeamte werden zunehmend Opfer von Gewalt. Thorsten Miller zum Beispiel ist seit zwölf Jahren Vollziehungsbeamter bei der Stadt Aachen. Er mag seinen Job, obwohl auch er bereits angepöbelt, beleidigt oder genötigt worden ist. Daher kritisiert Miller Versäumnisse des Dienstherrn bei der Arbeitssicherheit: Bis dato verfügen wir weder über einen Schutz unserer persönlichen Daten, noch werden uns Schuss- oder stichsichere Westen zugestanden. Einen Notfallknopf am PC oder einen Sicherheitsdienst sucht man ebenfalls vergebens, sagt Miller. Leider muss immer erst etwas Schlimmes passieren, bevor man an Prävention denkt. < Bis zum Mord Wie im Fall der Ermordung einer Jobcenter-Mitarbeiterin Ende September 2012 in Neuss. Ein Arbeitsloser stürmte in das Büro der Mitarbeiterin, bedrohte sie mit einem Messer und stach mehrfach zu. Die Kollegin erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Waldemar Dombrowski, Bundesvorsitzender des Verbandes der Beschäftigten der Bundesagentur für Arbeit (vbba), kritisierte die Politik: Unabhängig von diesem Fall ist es für unsere Kolleginnen und Kollegen unerträglich, dass Teile der Politik über die Grundsicherung, landläufig Hartz IV genannt, unsachlich und polemisch diskutieren. Das heizt nicht nur die politische Debatte, sondern auch die Atmosphäre in den Jobcentern an. Das hilft weder den Menschen, die auf diese Leistungen angewiesen sind, noch den Be- > AiR dbb seiten März fokus deshalb neben klaren Vorgaben für die Ausstattung der Polizei eine Politik, die sich entschieden hinter die Einsatzkräfte stellt, sowie eine starke Gesellschaft, die jeder Form von Gewalt couragiert entgegentritt.

16 dbb zu Nachbarbüros geschaffen werden und das Angebot von flächendeckenden Schulungen zu den Themen Deeskalation sowie Selbstbehauptung und Selbstverteidigung mit Bereit stellung der dafür notwendi gen finanziellen Mittel unter stützt werden. Auch nach Übergriffen fordert der dbb weitreichendere Kon sequenzen, als dies bis heute der Fall ist. Das Positionspapier schlägt vor, Opfer von Gewalt durch psychologische Ersthel fer oder Psychotherapeuten betreuen zu lassen. Außerdem sollen Übergriffe von Kunden konsequent verfolgt werden auch unter Anwendung des Hausrechts. Jeder Angriff müs se bei der Polizei angezeigt werden. fokus 16 schäftigten, die täglich einen anspruchsvollen und sehr schwierigen Job machen. Dombrowski forderte Sicher heitskonzepte die verhindern, dass Mitarbeiter mit der Ge waltproblematik nicht allein gelassen werden. Klaus Dauderstädt, damals noch stellvertretender dbb Bundesvorsitzender und Bun desvorsitzender der Gewerk schaft der Sozialversicherung (GdS), äußerte sich nach der Tat in Neuss entschlossen und forderte mehr Sicherheit in den Dienstzimmern. Anfang November 2011 sagte Dauder städt: Die Mitarbeiter in den Job centern müssen im Alltag eini ges aushalten, allein schon an verbaler Aggression. Aber es kommt auch immer öfter zu körperlicher Gewalt. Alarm knöpfe in allen Jobcentern sind zwingend nötig. Wir brauchen auch eigene Sicherheitskräfte, > AiR dbb seiten März 2013 die die Eingänge und Flure kon trollieren. Bei 420 Jobcentern müssten das etwa Leute sein. In Einzelfällen sollten wir zudem über Sicherheitsschleu sen wie an Flughäfen nachden ken. Es brauche zwar keine ausge wiesenen Panikräume. Ein Grundproblem aber sei die Isolation der Beschäftigten: Die Einzelbüros gehören ab geschafft und durch Gemein schaftsbüros ersetzt. Die größere Kontrolle durch die Allgemeinheit vermindert Aggressionen. Was wir sicher nicht brauchen, ist eine Boden klappe unter jedem Besucher stuhl. dbb Resolution Darüber hinaus haben sich die im dbb organisierten Mit gliedsgewerkschaften komba gewerkschaft, vbba und GdS eingehend mit dem schreck lichen Vorfall im Jobcenter Neuss befasst und im Dezem ber 2012 praktische Schritte gefordert, um der Gewalt wirk sam zu begegnen: Leider sind Beleidigungen und tätliche An griffe auf Kolleginnen und Kol legen keine Seltenheit. Genaue Zahlen liegen bisher nicht vor, müssen aber ermittelt werden, um die Dimension der Über griffe darzustellen, heißt es in dem Positionspapier des dbb. Absolute Sicherheit werde nicht zu erreichen sein. Den noch müssten Maßnahmen vor Ort ergriffen werden, darunter die Anschaffung von geeigne ten Alarmsystemen, die im Notfall eingesetzt werden können, die Einführung eines Notfallmanagements für die Jobcenter und die flächende ckende Erstellung von Gefähr dungsbeurteilungen unter be sonderer Berücksichtigung der psychischen Belastungen der Beschäftigten. Darüber hinaus sollten Flucht möglichkeiten für Einzelbüros in Form von Verbindungstüren Da der Gang zum Jobcenter für viele Bürgerinnen und Bürger alles andere als einfach ist, sollten Menschen dort nicht zusätzlich frustriert werden: Lange Wartezeiten und eine zeitlich eingeschränkte Bera tung führen zu Frust und Ag gressionen bei den Kunden. Daher will der dbb die Perso nalausstattung in den Jobcen tern verbessern, damit auch die viel zu hohen Arbeitsbelas tungen der Kolleginnen und Kollegen verringert werden. Eine an den persönlichen Be dürfnissen orientierte Bera tung der Kunden und die quali tativ hochwertige Bearbeitung ihrer Fälle würde auch bei be troffenen Bürgern zu mehr Kundenzufriedenheit führen und das Konfliktpotenzial ge ring halten. Diese Maßnahmen werden nicht alle Probleme lösen. Sie können jedoch zur Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen beitragen und zu einem ge sellschaftlichen Diskurs führen, wie der Staat mit Gewalt gegen ihn und seine Beschäftigten umgehen soll. br

17 dbb Burnout ab 55 plus: Nichts geht mehr... Die demografische Entwicklung und der damit einhergehende Fachkräfte- und Nachwuchsmangel fordern und fördern ältere Arbeitnehmer. Sie sollen in der Wirtschaft wie im öffentlichen Dienst möglichst lange im Job bleiben und bis zur Regelaltersgrenze arbeiten, damit weder Dienstleistungsnoch Produktionsausfälle entstehen können, die volkswirtschaftlich schädlich und die Finanzierung des Sozialstaats Bundesrepublik gefährden würden. Die Folge: Ältere Arbeitnehmer arbeiten weiter als seien sie ebenso leistungsfähig und belastbar wie 40-Jährige. Jeder, der seinen 40. Geburtstag schon einige Jahre hinter sich gelassen hat, weiß indes, dass dem nicht so ist, und Ausnah- men lediglich die Regel bestätigen. Das Gros der lebensälteren Beschäftigten spürt zunehmenden Leistungsdruck und zunehmenden Stress aufgrund eines wenig problembewussten Normenverhaltens der Arbeitgeber, das der ältere Arbeitgeber trotz körperlicher Unzulänglichkeiten zu erfüllen sucht. Von den circa Arbeitnehmern, die 2011 frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sind, haben zur Begründung Burnout-Symptome angegeben. Im Jahr 2000 war der Anteil nur knapp halb so hoch. < Präventivprogramme erforderlich Aufgrund dieser Entwicklung hat Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen eine ge- meinsame Initiative mit Unfallkassen, Arbeitgebern und Gewerkschaften eingeleitet, um Präventivprogramme und -konzepte zum Schutz der Beschäftigten vor psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zu entwickeln. Psychische Gesundheit gewinne angesichts des Wandels in der modernen Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung. Das stelle auch den staatlichen Arbeitsschutz vor neue Herausforderungen. Seelische Belastungen am Arbeitsplatz könnten durch gut gestaltete Arbeitsbedingungen verringert werden. Psychische Gesundheit müsse als ein Ziel der Gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie verstanden und umgesetzt werden. Konkret hieße dies unter anderem, Abbau von Überstunden, Reduzierung der Informationsflut, Beseitigung von Arbeitsspitzen und genereller Arbeitsverdichtung durch Neueinstellungen und Neuorganisation innerbetrieblicher beziehungsweise behördlicher Abläufe, altengerechte Gestaltung der Arbeitsplätze, Reduzierung bis Wegfall von Schichtdiensten sowie Teilnahme an AntistressProgrammen. Letzteres ist nicht nur für die Gestaltung der letzen Arbeitsjahre wichtig, sondern sorgt auch für den gelungenen Übergang von der Erwerbstätigkeit in den Ruhestand. < Vorbeugen gegen Senioren-Burnout Die Meinung vieler Älterer, Augen zu und durch, ist zwar eine (noch) gängige Auffassung, doch schafft sie die besten Vor- aussetzungen, um Burnout auch zur Seniorenkrankheit zu machen. Einer Studie des Robert Koch Instituts zurfolge leiden 6,3 Prozent der über 65-jährigen an entsprechenden Symptomen. Die Ursachen liegen in den Schwierigkeiten, den Alltag zu bewältigen, in finanziellen Problemen, weil die Alterseinkünfte nicht reichen, im notwendigen Wohnungswechsel oder gar den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim. Auch die Angst, den Partner zu verlieren und zu vereinsamen, führen zu massivem Stress und zu Depressionen. Dem lässt sich, gegebenenfalls mit professioneller Hilfe und entsprechenden Trainingsprogrammen, vorbeugen. Entspannungstechniken stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Hinweise zur sinnvollen Gestaltung der freien Zeit. Spaziergänge, Hobbys und die Pflege sozialer Kontakte sind wirkungsvolle Maßnahmen gegen Alters-Burnout. Wer Sport treiben kann, sollte dabei nicht auf Perfektion und Leistung abstellen, sondern auf Ruhe und Entspannung. Und vor allem eines: Wer sich im Seniorenalter ausgebrannt fühlt, darf den Weg zum Arzt nicht scheuen. sm < Web-Tipps Weitere Informationen zu Symptomen, Ursachen, Prävention und Behandlungsmöglichkeiten von Burnout: > AiR dbb seiten März spezial... Dieser aus dem Glücksspiel bekannte Ausruf des Croupiers kennzeichnet anschaulich die Wirkung von Krankheitssymptomen, die zunächst als Managerkrankheit Bekanntheit erlangt haben und für Stress, Ruhelosigkeit und Depressionen, begleitet von organischen Beschwerden bis zum Zusammenbruch, stehen. Inzwischen ist bekannt, dass diese Beschwerden nicht nur Führungskräfte, sondern jeden treffen können. Das facettenreiche Krankheitsbild wird deshalb heute unter dem Begriff Burnout subsumiert. Betroffen sind zunehmend auch Angehörige der Generation 55 plus und Senioren.

18 Spiel mit dem Risiko Diabetes wird aus mangelndem Wissen oft auf die leichte Schulter genommen Foto: djd/diabetes-behandeln.de/thx 18 (djd/pt). Nach Schätzungen von Experten haben rund zehn Millionen Deutsche Diabetes. Während etwa sieben Millionen behandelt werden, wissen die übrigen drei Millionen bislang nichts von ihrer Krankheit. Dies ist bedenklich, denn über längere Zeit erhöhte Blutzuckerspiegel können zu gesundheitlichen Folgen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nieren- und Nervenschädigungen oder Fußgeschwüren führen. Doch viele Menschen verharmlosen diese Gefahren oder achten nicht auf erste Anzeichen. Dabei verursacht die Stoffwechselkrankheit nach Angaben der Deutschen Diabetes Hilfe jährlich mehr Todesfälle als Brustkrebs und Aids zusammen. Aufklärung tut not Häufig wird angenommen, dass nur übergewichtige Menschen an Typ-2-Diabetes erkranken. Zwar ist das Risiko für Übergewichtige doppelt so hoch, doch gibt es weitere Risikofaktoren wie die genetische Veranlagung und ein höheres Lebensalter. Auch die Annahme, dass ausschließlich ein hoher Zuckerkonsum zu Dia betes führt, stimmt nur bedingt, denn nicht nur Zucker, sondern auch Fett spielt eine Rolle. Diabetiker müssen jedoch nicht auf Dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel können die Lebensqualität stark beeinträchtigen. spezielle Lebensmittel zurückgreifen. Auch für sie gelten die gängigen Regeln einer gesunden Ernährung: wenig Fett in Form ge sättigter Fettsäuren und Transfette, Zucker und Salz in Maßen, stattdessen Getreideprodukte, Gemüse und Früchte. Mehr Infos gibt s unter behandeln.de nachzulesen. Unterzucker vermeiden Die Angst, dass Typ-2-Diabetiker von Anfang an Insu- lin spritzen müssen, ist unbegründet. Dies wird meist erst im späteren Stadium notwendig, wenn die Bauchspeicheldrüse kaum noch Insulin produziert. Nach Beginn der Erkrankung ermöglichen moderne Medikamente in Tablettenform lange Zeit eine verträgliche Behandlung mit einem geringeren Risiko für Unterzuckerungen, weiß Prof. Dr. Stephan Jacob: Die sogenannten DPP-4-Hemmer oder Inkretinverstärker, wie zum Beispiel Sitagliptin, regulieren die Insulinausschüttung abhängig vom jeweiligen Blutzuckerspiegel, erklärt der Diabetologe aus Villingen-Schwenningen. Nur wenn dieser etwa durch Nahrungsaufnahme steige, erhöhen sie die Insulinfreisetzung. Diabetes Typ 2 (Anm.d.R.) Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselkrankheit und wird in verschiedene Typen kategorisiert. Bei allen Formen kann Zucker im Urin nachgewiesen werden. Aus unterschiedlichen Gründen kann der Körper Zucker nicht verarbeiten. Die Typ-2-Diabetes kann genetische oder erworbene Ursachen haben, zum Beispiel Medikamenteneinnahme.

19 Wir richten uns nicht nach den Maßstäben einer modernen Rechtsschutz-Versicherung. Wir definieren sie. Projekt Klimaverträglich mobil 60+ gibt älteren Menschen Tipps zur Mobilität Online-Service-Portal 60plus Quelle: BAGSO Pressemitteilung vom 18. Februar Berlin, 18. Februar Ältere Menschen sind heute so mobil wie nie zuvor. Dabei spielt das Auto eine zentrale Rolle. Zwischen 2000 und 2010 stieg die Führerscheinquote in der Altersgruppe 60+ von gut 63 Prozent auf knapp 80 Prozent. Doch meist gibt es auch gute Alternativen zum Auto. Um diese bekannter zu machen und um zu verhindern, dass der Klimaschutz nicht auf der Strecke bleibt, gibt es ab heute das Online-ServicePortal 60plus.vcd.org. Inte ressierte finden hier praktische Tipps unter anderem zu seniorenfreundlichen Angeboten des öffentlichen Nahverkehrs, zu sicherem Rad fahren, zum Kauf von Fahrrädern und Elektrorädern, Einkaufen ohne Auto sowie Hinweise zum klimafreundlichen Reisen und zum Spritsparen. Das Service-Portal ist Teil des Projektes Klimaverträglich mobil 60+, einer Kooperation des ökologischen Verkehrsclubs VCD mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und dem Deutschen Mieterbund (DMB). Ziel des Vorhabens ist es, Menschen ab 60 zu ermutigen, verstärkt die Verkehrsmittel Bus, Bahn und Fahrrad als Alternative zum Auto zu nutzen. Sich klima- und ressourcenschonend zu verhalten, bedeutet keine Einschränkung. Im Gegenteil: Wer sich frühzeitig umorientiert, sich auch auf andere Mobilitätsformen einlässt und das Auto als eine Option unter vielen versteht, erweitert seine Mobilität, hält sich fit und ist länger selbstständig unterwegs. Tipps dazu liefert das Service-Portal 60plus.vcd.org. Das Projekt beschränkt sich jedoch nicht nur auf OnlineInformationen: In Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind sogenannte VCD-Regionalkoordinatoren vor Ort aktiv, ab Mitte 2013 kommen Ansprechpartner in fünf weiteren Bundesländern hinzu. Interessierte können sich bei diesen regionalen Ansprechpartnern kostenfrei und persönlich zu individuellen Mobilitätsfragen beraten lassen, zum Beispiel zu vergünstigten Senioren tickets im Verkehrsverbund oder zum klimabewussten Autokauf. Die Regionalkoordinatoren führen darüber hinaus Informationsveranstaltungen und Aktionen durch, sind Ansprechpartner für lokale Kooperationspartner wie Mietervereine, Seniorenvertretungen, Wohnungs- oder Verkehrsunternehmen. Die Kontaktdaten der Regionalkoordinatoren und weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter 60plus.vcd.org. Klimaverträglich mobil 60+ wird vom Bundes ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktor sicherheit aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert. ROLAND. Der Rechtsschutz-Versicherer. Was erwarten Sie von Ihrer Rechtsschutz-Versicherung? Die beste Problemlösung in allen rechtlichen Angelegenheiten! ROLAND bietet Ihnen das vollständige Leistungsspektrum. Von Prävention über Rechtsschutz bis zur Mediation. Von der Prozessfinanzierung bis zu Assistance-Leistungen. Für Privatkunden und Unternehmen wir kämpfen für Ihr gutes Recht. Seit 1957 unser Versprechen. RECHTSSCHUTZ PROZESSFINANZ ASSISTANCE Empfohlen durch Alles, was Sie wissen müssen, erfahren Sie bei Ihrem persönlichen AXA DBV Betreuer ganz in Ihrer Nähe.

20 Trojaner, Viren, Netzschnupfen Neuer Nepp übers Telefon Betrüger geben sich derzeit vermehrt als Techniker der Firma Microsoft aus, Verlust ihrer Daten oder die um an die Zahlungsdaten der Opfer zu kommen. Der derzeitige Telefonnepp Zahlung des geforderten ist nicht der einzige Versuch, die Kontodaten von Internetnutzern auszu spähen. Betrages in Kauf. Mit der Zahlung des Geldes war der Virus dennoch nicht von der Festplatte verschwunden. bofotolux Fotolia.com 20 Das Polizeipräsidium Frankfurt warnt seit Anfang Februar vor Betrügern, die am Telefon behaupten, sie seien Techniker des Softwarekonzerns Microsoft. Grund i hres Anrufs sei ein Virenbefall des heimischen Computers, den sie mit einer Software beheben möchten gegen eine Gebühr von 150 Euro. Die Software späht anscheinend die Festplatte des Computers aus, so dass zum Beispiel Kreditkartendaten an die Betrüger gehen. Welche Daten des Op fers darüber hinaus gesammelt werden, ist unklar. Betrug über das Internet setzt sich fort Die Masche ist nicht neu. In den letzten zwei Jahren trieb der sogenannte BKATrojaner beziehungsweise Ukash-Virus sein Unwesen im Netz. Von Virenschutzprogrammen meist unentdeckt, installierte er sich auf dem Computer und forderte über den Bildschirm beim nächsten Start ein Lösegeld von 100 Euro. Begründung: Mit dem Computer sollen kinderpornographische Inhalte verbreitet, unerlaubt Musik verbreitet oder Hackerattacken gestartet worden sein. Einziges Mittel gegen den Trojaner war die komplette Neuinstallation des Rechners, da außer der Bildschirmanzeige keine Funktion gestartet werden konnte. Bei der Polizei gingen stetig Strafanzeigen ein. Viele Betroffene versäumten es dennoch, die Polizei zu informieren und nahmen stattdessen den Phishing Nicht ins Netz gehen Neben Viren und Trojanern ist vor allem das sogenannte Phishing ein großes Problem für Internetnutzer. Hierbei wird der Nutzer durch fingierte s, MMS, SMS oder automatische Umleitungen auf eine Seite geführt, die zum Beispiel so aussieht wie das regulär genutzte Onlinebanking. Allerdings ist diese Oberfläche allein dazu da, um die Zugangsdaten auszuspähen und im weiteren Verlauf, das Konto zu plündern. Es sind meist nur kleine Unterschiede zur Originalseite, die das Phishing verraten, denn die Betrüger nutzen das Aussehen des Originals, um ihre Masche so glaubwürdig wie möglich zu gestalten. Viele Banken warnen deshalb auf ihren Onlinepräsenzen vor betrügerischen Webseiten oder s. Das einzig probate Mittel gegen Viren ist ein ausreichender Virenschutz und der verantwortungsvolle Umgang mit den persönlichen Daten. Meldungen über Computer oder Telefon bezüglich eines Virenbefalls und das Angebot, dieses Problem gegen Entgelt zu beheben, sind stets

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