Stillcafé Karlsruhe. Handout zum Infoabend für Schwangere. Veranstalter AFS-Stillgruppe Karlsruhe

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1 Stillcafé Karlsruhe Handout zum Infoabend für Schwangere Veranstalter AFS-Stillgruppe Karlsruhe Beraterinnen der Stillgruppe Karlsruhe Hotline der AfS / ( Stillen) * *Kosten: 0,14 Euro je angef. Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,42 Euro pro Min.

2 1. Vorteile des Stillens Vorteile und Chancen für das Kind bei Hungersignalen kann sofort gestillt werden Grundimmunisierung, Krankheiten fallen leichter aus Schutz der Atemwege, Ohren, Magen-Darm-Traktes vor vielen Infektionskrankheiten Zeit zum Ausreifen des Verdauungssystems Ausformung des Kiefers Reduktion des Allergierisikos Senkt Krebsrisiko Unterstützt Mutter-Kind-Bindung Bietet notwendigen Körperkontakt Trost, Stressabbau, Sicherheit, Vertrauen Fördert Intelligenzentwicklung Begleitet schnellste und wichtigste Phase der körperlichen Entwicklung und Gehirnentwicklung Immer weicher Stuhlgang (von mehrmals täglich bis zu einmal in der Woche alles okay bei vollgestillten Kindern) Muttermilch Arteigene, unnachahmliche Eiweiß-, Schutz- und Hormonstoffe Enthält jederzeit alle notwendigen Nährstoffe in der richtigen Zus.setzung Passt sich den Bedürfnissen des Kindes an (bei Hitze dünnflüssiger) Verändert sich im Laufe des Stillens (Kolostrum, Übergangsmilch, reife Muttermilch) Keine Überfütterung möglich Vorteile für die Mutter Unterstützt Rückbildung der Gebärmutter Unterstützt hormonelle Umstellung der Mutter Vorbeugung von Brustkrebs, Eierstockkrebs, Osteoporose Bedingt empfängnisverhütend Einfache Handhabung, erfordert keinerlei Vorbereitung Ersatznahrung teuer (bis zu EUR 750,00 in den ersten 6 Monaten) ohne Einkauf, Zubereitung, Abwasch, Sterilisation und Gepäck verfügbar

3 kein nächtliches Aufstehen notwendig Stillzeiten bieten eine gute Gelegenheit sich auszuruhen 2. Der Stillstart Jede Brust - ob groß oder klein- ist zum Stillen geeignet, die Größe sagt nichts über die Milchmenge aus! Erste Muttermilch: Kolostrum (leicht verdaulich, reich an Antikörpern, Eiweiß und Vitaminen), wird bereits in der Schwangerschaft gebildet, d.h. die Mutter hat vom ersten Tag an Milch! Milcheinschuss i.d.r. Zwischen dem Tag (bis zum 10. Tag) nach der Geburt durch hormonelle Umstellung, Beginn der reichlichen Milchbildung. Bei jedem Stillen werden Prolaktin (für die Milchbildung zuständig) und Oxytocin (für die Kontraktion der Milchbläschen zuständig, sorgt für Ruhe, Entspannung, Gelassenheit bei der Mutter) gebildet Die Brust schwillt vorübergehend oft an und wird warm (hohe Durchblutung und Zunahme der Gewebsflüssigkeit). Evtl. kann vor dem Anlegen Milch ausgestrichen werden, falls das Baby die Brustwarze aufgrund der Schwellung nicht gut fassen kann. Kühlen mit Quarkwickeln nach dem Stillen kann helfen. Die Milchmenge wird auch hier nicht durch die Brustgröße beeinflusst, d.h. wenn die Brust wieder kleiner wird, wird, wenn das Baby ausreichend angelegt wird, genug Milch produziert! Milchspendereflex ist für die Freisetzung der Muttermilch verantwortlich, er wird beim Stillen durch den Saugreiz des Babys, sowie durch soziale Signale (sehen, riechen des Babys oder denken daran) ausgelöst, oft mehrmals während einer Stillmahlzeit, anfänglich kann es länger dauern, bis es zum Auslösen kommt. Körperkontakt, Ruhe, Entspannung, Selbstsicherheit der Mutter, Wärme vor dem Stillen fördern das Auslösen des MSR. Stress, falsches Anlegen, Trennung, Unsicherheit, Rauchen können ihn hemmen. Zeichen, dass der Milchspendereflex ausgelöst wurde: Rhythmisches Saugen und Schlucken (Kieferbewegungen, oft auch an Ohr- und Kehlkopfbewegungen sichtbar), bei der Mutter: u.a. evtl. anfangs schmerzhaft, Kribbeln, Ziehen, Milch tropft aus der anderen Brust (Anzeichen bei der Mutter müssen nicht auftreten!) Das Anlegen Das Baby möglichst, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, gleich nach der Geburt auf den Bauch der Mutter legen, es sucht selbst nach der Brust und sollte auch die Möglichkeit bekommen, zu trinken. Der Saugreflex ist in den ersten Stunden nach der Geburt besonders ausgeprägt. Kinder, die durch Medikamente (die die Mutter während der Geburt erhalten hat) oder gesundheitlichen Gründen schläfrig oder schwach sind, sollten

4 dabei unterstützt werden. Anfangs bei jeder Stillmahlzeit beide Brüste anbieten, mit der Brust, an der zuletzt getrunken wurde, bei der nächsten Stillmahlzeit beginnen. Wurde nur an einer Seite getrunken, die nächste Mahlzeit auf der anderen Seite beginnen. Der Magen des Neugeborenen ist am ersten Tag noch sehr klein (5-7ml) und kann demnach nur sehr kleine Milchmengen aufnehmen, er wird mit zunehmender Milchmenge größer, das Baby hat auch noch eigene Energiereserven, Kolostrum ist ideal! Richtiges Anlegen ist wichtig zur Vorbeugung wunder Brustwarzen, zum optimalen Auslösen des Milchspendereflexes sowie des Milchbildungsreflexes, Gedeihstörungen wird vorgebeugt. Bequeme Haltung für die Mutter, evtl. etwas zum Trinken bereitstellen, Kissen zum Abpolstern können hilfreich sein Kind sollte noch nicht vor Hunger schreien, das erschwert das Anlegen Das Kind sollte den Kopf zum Trinken nicht drehen müssen! Kopf, Schulter und Körper des Kindes bilden eine Linie, die Nase liegt auf Höhe der Brustwarze Das Kind muss den Mund voll Brust haben, also nicht nur die Brustwarze, sondern auch einen Teil des Warzenhofes erfassen. Die Brustwarze wird immer wieder weit in den Mund hineingesaugt, der Saugreflex wird durch Berührung des Übergangs von weichem zu hartem Gaumen ausgelöst, ihm schließt sich der Schluckreflex an. Das Kind wird zur Brust geführt, nicht die Brust zum Kind. Die Brust kann von der Mutter mit der Hand vorsichtig geführt werden Zum Andocken evtl. die Lippen des Kindes mit der Brustwarze oder ein paar Tropfen ausgestrichener Milch stimulieren. Die kindliche Zunge liegt über der unteren Zahnleiste und melkt die Brust wellenförmig aus, die Unterlippe ist nach außen gestülpt Das Baby atmet dabei durch die Nase. Der Kopf sollte frei beweglich sein, durch Heranziehen des Pos kann der Nase mehr Freiraum verschafft werden Soll das Kind abgedockt werden (z.b. wenn es nur die Brustwarze gegriffen hat), kann das Vakuum mit einem kleinen Finger im Mundwinkel vorsichtig gelöst werden. Berührungen im Nacken bzw. bei vielen Kindern auch im Kopfbereich können das Kind beim Trinken irritieren, da diese dann ins Hohlkreuz gehen oder den Kopf drehen Ein zu kurzes Zungenbändchen kann das Stillen stark erschweren, das Durchtrennen durch einen Arzt ist hier sinnvoll Auch mit Flach-/ oder Hohlwarzen kann gestillt werden, hier besonders auf korrektes Anlegen achten und die Brust vor dem Anlegen durch Brustschilder, Stimulation u.ä. hervortreten lassen

5 Stillpositionen Die Mutter kann in jeder Position stillen, sofern das Kind gut gedeiht und die Brustwarzen nicht wund werden o.ä.. Besonders ältere Stillkinder entwickeln individuelle und oft sehr originelle Stillpositionen Tipps zum richtigen Anlegen beachten! Wiegenhaltung: Kind liegt auf der Seite, Bauch an Bauch mit der Mutter, Kopf ist nicht verdreht und liegt auf dem Unterarm/der Armbeuge der Mutter, die Nase befindet sich vor der Brustwarze, der Rücken wird durch den Arm der Mutter gestützt, nach hinten lehnen der Mutter erleichtert dem Kind evtl. das Andocken. Mit der Hand, die am Po des Kindes liegt, kann die Mutter das Kind näher an sich heranziehen Stillen im Liegen: Mutter und Kind liegen auf der Seite, Bauch an Bauch, der Rücken und der Kopf des Kindes sollten mit einer Handtuchrolle und/oder Kissen gestützt werden. Der Mund liegt auf Höhe der Brustwarze. Es können sowohl die untere, als auch die obere Brust gegeben werden (dann sollte sich die Mutter etwas nach vorne beugen). Die Untere Brust kann mit einem Tuch unterpolstert und damit ein bisschen erhöht werden, falls das Kind sie dann besser fassen kann. Fußballhaltung: Am Besten auf breitem Bett/Sofa. Der Kopf des Kindes liegt in der Hand der Mutter, sein Körper liegt um ihre Hüfte herum unter ihrem Arm. Stützung mit Kissen ist evtl. hilfreich. Rücklingsstillen: Mutter liegt auf dem Rücken, das Kind auf ihrem Bauch (längs oder quer). Evtl. muss die Mutter das Gesicht stützen, wenn die Nase in der Brust versinkt, damit es genügend Luft bekommt. Im Vierfüsslerstand: Das Kind liegt dabei auf dem Rücken. Im Stehen stillen Stillen nach Bedarf Die Nachfrage regelt das Angebot: Trinkt das Kind häufig, wird mehr Milch produziert. Wird das Kind weniger häufig angelegt, wird auch die Milchproduktion zurückgefahren. Das Baby anlegen, wenn es erste Hungerzeichen zeigt (Fäuste ballen, schmatzen, lecken, Unruhe, später schreien) Muttermilch ist leicht und schnell verdaulich, Babys trinken daher oft sehr häufig! Nicht auf die Uhr schauen, jedes Kind hat sein eigenes Tempo Die Stilldauer sollte nicht begrenzt werden, solange das Kind trinkt. Wenn das Kind nicht mehr schluckt und man selber die Mahlzeit beenden will, kann man mit dem kleinen Finger das Vakuum im Mundwinkel lösen. Um ein Wundwerden der Brustwarzen zu vermeiden, kann man, wenn das Kind nach der Mahlzeit nur noch an der Warze nuckelt (welche so

6 stark beansprucht wird), das Kind auf dieselbe Weise abdocken. Häufiges und dabei ausreichend langes Stillen steigert die Milchbildung (Prolaktin und Oxytocin werden ausgeschüttet, ersteres ist für Milchbildung zuständig, zweiteres für die Kontraktion der Milchblässchen) Während Wachstumsschüben wird das Kind evtl. häufiger trinken wollen Clusterfeeding, v.a. nachmittags und abends weit verbreitet. D.h. das Kind will häufig, oft ganz kurz hintereinander an der Brust trinken, oft über mehrere Stunden. Dadurch wird die Milchpoduktion angekurbelt, der Magen wird gut gefüllt und das Baby kann den Stress des Tages abbauen. Auf korrektes Anlegen achten Mit der Zeit nimmt die Stilldauer oft ab, da das Kind die Brust dann meist effektiver entleeren kann Am Anfang einer Stillmahlzeit ist die Milch wässriger, um den Durst zu löschen (Babys werden im Sommer evtl. häufiger kurz trinken), gegen Ende der Stillmahlzeit fettreicher (ausreichend langes Anlegen ist demnach wichtig, um Hunger zu stillen) Zusammensetzung der Muttermilch ist immer optimal dem Bedarf des Kindes angepasst, variiert demnach nach dem Alter des Kindes, der Tages- und Jahreszeit Auch für Frühgeborene oder besondere Kinder ist Stillen meist ideal und der künstlichen Nahrung weit überlegen, holen Sie sich hierfür professionelle Unterstützung (Stillberaterin IBCLC)! Evtl. können Saugtrainings, Wecken zum Stillen, Abpumpen etc. hilfreich sein Das Stillen von Zwillingen ist ebenso möglich, sehr empfehlenswert ist hier der Austausch mit anderen Zwillingsmüttern Es ist ein Mythos, dass frische Milch nicht auf alte Milch treffen dürfe und daher vorgegebene Stillabstände eingehalten werden müssen. Dies stellt keinerlei Probleme dar! Kinder können zudem mit Muttermilch nicht überfüttert werden Kinder brauchen auch nachts Nahrung! Nächtliches Stillen regt zudem die Milchbildung besonders an. Schnuller verdecken oft Hungerzeichen, Babys, die Schnuller bekommen, daher regelmäßig die Brust anbieten. Gedeihen Das Baby sollte mindestens (!) 8-12 mal in 24 h stillen, jeweils mind Minuten Mind. 5 nasse Wegwerfwindeln (bzw. 6-8 Stoffwindeln) pro Tag, ohne Teezufütterung! In der ersten Zeit mehrmals tgl. Stuhlgang. Nach 6 Wochen mehrmals tgl. bis alle 10 Tage, wenn ausschließlich gestillt wird Zufriedenstellende Gewichtszunahme (regelmäßiges Wiegen zu gleichen Bedingungen, Stillproben mit medizin. Indikation)

7 WHO Kurven für Stillkinder beachten Guter Hauttugor Kind sollte in Wachphasen fit und munter sein Wenn Sie Angst haben, dass ihr Kind nicht gut gedeiht, suchen Sie bitte einen Arzt auf! Bewährte Tipps für die erste Zeit Das Stillen muss nicht vorbereitet werden. Ein Still-BH ohne Bügel und aus Baumwolle kann schon in der Schwangerschaft getragen werden Brüste pflegen sich selbst: Drüsen auf dem Warzenhof bilden fettende Substanz, Brustwarzen deswegen nicht mit Seife reinigen, Sonne an der Brustwarze meiden (Austrocknung) Lanolinsalbe, Stilleinlagen, Stillkissen, Stillshirts, Still-BH (aus Baumwolle, ohne Bügel, diese können einen Milchstau verursachen) können sinnvolle Anschaffungen sein Stillhilfsmittel wie z.b. Stillhütchen nur in besonderen Ausnahmefällen anwenden Duftstoffe vermeiden, Brust lediglich mit Wasser täglich waschen (keine Seife), getrennte Handtücher für Brust und Intimbereich, Milch nach dem Stillen auf der Brust antrocknen lassen Kein Zufüttern ohne mediz. Indikation, auch keinen Tee. Wenn, dann am Besten mit saugfreien Methoden (Becherfütterung, Brusternährungsset, Löffelfütterung) zur Vorbeugung einer Saugverwirrung. Dabei immer zuerst ausreichend lange anlegen, bevor zugefüttert wird. Auf Schnuller und Sauger möglichst verzichten, zumindest die ersten 6-8 Wochen, bis sich das Stillen eingespielt hat. Die Gefahr einer Saugverwirrung ist jedoch auch danach gegeben, bei auftretenden Stillschwierigkeiten nach Saugergabe eine Stillberaterin (IBCLC) aufsuchen. Kurzzeitige Trennung von Mutter und Kind können mit saugfreien Methoden überbrückt werden, bei längerer Abwesenheit muss jedoch, wenn das Kind der Mutter nicht zum Stillen gebracht werden kann, das Saugbedürfnis des Babys anderweitig befriedigt werden. Häufiges Anlegen steigert die Milchbildung, mindestens Mal in 24 Stunden in den ersten Tagen anlegen, danach mindestens 8-10 Mal in 24 h. Bei jeder Stillmahlzeit an beiden Seiten ausreichend lange anlegen Duftstoffe (Parfüm, stark riechendes Duschgel..) vermeiden Keine Trennung von Mutter und Kind (Rooming-in). Bei unvermeidbaren Trennungen mit Abpumpen/Entleerung per Hand die Milchproduktion aufrecht erhalten (mind. 8 Mal täglich, auch nachts abpumpen), und die abgepumpte Milch wenn möglich dem Kind füttern. Bei längerer Trennung kann auch über Relaktation nachgedacht werden.

8 Ausgewogene, gesunde Ernährung der Mutter. Manche Babys reagieren auf bestimmte Lebensmittel (Kohl, Knoblauch, Zwiebeln, zu viel Kaffee, Milch und Milchprodukte..). Bei Verdacht mindestens eine Woche das Lebensmittel weglassen. Alkohol und Zigaretten meiden. Bei veganischer Ernährung der Mutter auf Gedeihen des Kindes besonders achten ( und ausreichende zufuhr von Vit. B12, Eiweiß, Eisen, Kalzium). Ausreichend trinken, jedoch nicht mehr als zwei bis drei Liter, da sonst die Milchproduktion zurück geht. Ebenso nicht zu viel Milchbildungstee (2-3 Tassen tgl.), da dies zu Blähungen führen kann. Gemeinsames Schlafen im Familienbett bzw. Schlafen des Babys im Beistellbett erleichtert das nächtliche Stillen (im Liegen stillen). Tagsüber ruhig bei Bedarf schlafen, wenn das Baby schläft! Und ganz wichtig: Hilfe annehmen und jeden unnötigen Stress vermeiden! Besuch vertagen oder im Haushalt einspannen. Auch mal Vorkochen, Tiefkühlnahrung auf Vorrat kaufen, den Haushalt auch mal Haushalt sein lassen. Ein Tragetuch/ eine gute Tragehilfe kann eine große Unterstützung sein. 3. Milch gewinnen Milch kann entweder per Hand oder mit einer Pumpe gewonnen werden Bei beidem gilt: Der Milchspendereflex (MSR) muss ausgelöst werden: An das Kind denken, Ruhe, Entspannung, Ungestörtheit, Massage, Wärme, ein Bild des Kindes oder das Kind an der anderen Seite trinken zu lassen können dabei helfen. Hygiene: Hände gründlich mit Seife waschen, die ersten Milliliter Milch (außer Kolostrum) verwerfen, die Brust evtl. mit Wasser vorsichtig säubern. Flaschen, Behälter und Pumpenteile, die mit Milch in Berührung kommen, nach jeder Benutzung mit Geschirrspülmittel reinigen und auskochen Brustmassage (Alternativ Faustmassage/ Schmetterlingsmassage): Zwei Finger auf die Haut am Rande der Brust ansetzen, kleine Kreisbewegungen, ohne dass die Finger auf der Haut hin- und herrutschen. Dann die Finger auf einer anderen Stelle erneut ansetzen und so spiralförmig um die Brust herum massieren, bis man bei der Warze angekommen ist. Danach leicht nach vorne beugen und die Brust schütteln. Leichter Druck! Es dürfen keine Abdrücke entstehen. Entleerung per Hand: Brustmassage. Daumen und Finger so auflegen, dass sie 2-3 cm von der Brustwarze entfernt, sich gegenüber liegen. Die Brustwarze liegt zwischen Daumen und Fingern. Die Finger stets an dieser Stelle belassen, nicht auf der Haut hin- und herrutschen oder spreizen. Die Hand zum Brustkorb hin drücken, die Hand wieder vom Brustkorb wegführen, dabei die Finger zusammendrücken. Rhythmisches Wiederholen, dabei Hand um die Warze wandern lassen, um alle Milchgänge zu entleeren. C-Griff zum Führen der Brust sowohl beim Abpumpen als auch beim Stillen hilfreich. Der

9 Daumen liegt oben auf der Brust, die restlichen Finger unter der Brust, ca. 3.4 cm vom Warzenhof entfernt. Daumen und restliche Finger formen so ein C. Dabei keinen Druck ausüben. Pumpen: Handpumpen für kleinere Milchmengen (Ballonpumpen werden nicht empfohlen), Elektrische Pumpen (mit Intervallschaltung und regulierbarer Pumpstärke) v.a. bei der Gewinnung größerer Mengen. Evtl. Doppelpumpset verwenden. Ansaugtrichter in der richtigen Größe wählen (möglichst breit und tief, aber nicht zu groß). Auch hier mit einer Brustmassage beginnen, anschließend mit niedriger Intensität das Pumpen beginnen, Intensität später evtl. steigern. Lässt der Milchfluss nach, die Seite wechseln, evtl. Brust erneut massieren (bzw. einzelne Stellen). Insgesamt ca. 20 Minuten Pumpen. Aufbewahrung der Muttermilch: Abgepumpte Milch sofort kühl stellen (hinten in den Kühlschrank, nicht in die Tür) und möglichst nicht umschütten. Mit Datum und Uhrzeit beschriften. Bei Transport Kühlkette nicht unterbrechen. Aufgetaute Milch nicht wieder einfrieren, rasch verbrauchen ( bei max. 4 Grad: aufgetaute Milch bis zu 12 Stunden bei geöffnetem Gefäß, bis zu 24 Stunden bei ständig geschlossenem Gefäß haltbar) Milch möglichst schonend auftauen bzw. erwärmen (Kühlschrank, Wasserbad, nicht in der Mikrowelle!) und erwärmte Milch innerhalb einer Stunde verfüttern. Rest verwerfen (oder zum Baden verwenden) Haltbarkeit abgepumpter Muttermilch: Bei Raumtemperatur: 6-8 Stunden Bei 4 Grad im Kühlschrank 72 Stunden (bei reifen, gesunden Säuglingen bis zu 5 Tage) In vier Sterne Tiefkühltruhe bis zu sechs Monate. Im drei Sterne Gefrierfach bis zu zwei Wochen. Frisch abgepumpte, kurz im Kühlschrank herunter gekühlte Milch kann zu bereits eingefrorener Milch dazugegeben werden, den Behälter sofort wieder in die Tiefkühltruhe stellen. Haltbarkeit richtet sich nach der älteren Milchportion! 4. Stillen wie lange? Solange, wie es für Mutter und Kind stimmig ist Abstillen im ersten Lebensjahr vom Baby aus ist eher unwahrscheinlich. In den meisten Fällen liegt ein Stillstreik vor, falls das Kind in dieser Zeit die Brust verweigert, dessen Ursachen (Krankheit, Saugverwirrung, Stress..) gefunden und behoben werden können Empfehlung der WHO: 6 Monate ausschließlich stillen, bis zum zweiten Geburtstag neben geeigneter Beikost und darüber hinaus, solange es Mutter und Kind wünschen.

10 5. Besondere Stillstarts Stillen bei Kaiserschnitt Die Milchbildung wird nicht beeinflusst Bei Vollnarkose kann das Kind schläfrig sein häufiger anlegen, damit es jedes Mal ein bisschen trinkt Milcheinschuss kann sich verzögern Stillposition: Fußballhaltung, Seitenlage können helfen, Narbe nicht belasten, evtl. mit Kissen abpolstern Hilfe annehmen! V.a. sich beim Aufnehmen des Kindes unterstützen lassen Beine leicht anwinkeln, um Bauchmuskulatur zu entspannen Stillen bei Frühgeborenen Muttermilch bietet hier besonders viele Vorteile (Schutz gegen Infektionen, leicht verdaulich..) Stillen ideal für Bindung Kind auch anlegen, wenn es zum Trinken eigentlich noch zu schwach ist. Dies fördert die Bindung und regt die Verdauung an Abpumpen bei Trennung um Milchproduktion aufrecht zu erhalten (wird nicht angelegt, dann mindestens achtmal in 24 Stunden, auch nachts. Eher öfters.) Besonders auf Hygiene beim Milch gewinnen und richtige Lagerung der abgepumpten Milch achten, erste Milliliter verwerfen Becherfütterung oft ab 30. Lebenswoche möglich, Brusternährungsset evtl. gute Alternative (ermöglicht intensiven Kontakt und Stillen an der Brust) Relaktation bei längerer Trennung evtl. eine Option 6. Stillen bei Krankheiten Bei Krankheit der Mutter: Antikörper der Mutter gegenüber dem Infekt (Erkältung, Magen- Darm-Virus...) gehen in die Muttermilch über und schützen das Kind. Auch bei Medikamenteneinnahme, Operationen und schwerwiegenderen Krankheiten ist Stillen in den meisten Fällen möglich (stillfreundliche Medikamente wählen (Embryotox, medizin. Beirat der AFS). Absprache mit dem Arzt! Krankheiten, bei denen nicht gestillt werden darf: Tumorerkrankungen, Erkrankungen die die Mutter sehr beanspruchen, bei vorausgegangenen Transplantations- OPs, Wochenbettpsychosen, Alkoholismus, Drogensucht, AIDS. Bei Krankenhausaufenthalt Kind mitnehmen/bringen lassen, abpumpen kann hier auch unterstützend wirken. Muss das Kind ins KKH kann sich die Mutter mit aufnehmen lassen.

11 Bei Krankheit des Kindes: Hier ist Stillen meist besonders empfehlenswert und der künstlichen Nahrung überlegen. Stillen belastet das Kind weniger, stärkt das Immunsystem, stimuliert alle Sinne, wird meist angenommen, auch wenn andere Nahrung verweigert wird. Besonders bei Neugeborenengelbsucht ist Stillen von Vorteil, da Muttermilch leicht abführend wirkt. Bei Erkrankung des Kindes einen Arzt aufsuchen. Krankheiten des Kindes, bei denen nicht gestillt werden darf: Galaktosämie, Phenylketonurie (Stillen teilweise mögl.) 7. Wenn Schwierigkeiten auftreten Wunde Brustwarzen Symptome Schmerzen beim Stillen und Berührung Rötungen Krustenbildung Ursachen falsches Ansaugen falsche Stillposition allgemein empfindliche trockene Haut Kleidung aus Kunstfaser schafft ungünstiges Körperklima Flach- und Hohlwarzen erschweren das richtige Anlegen, das Kind saugt leichter neben der Warzenmitte an zu kurzes Zungenbändchen macht richtiges Andocken schwierig bis unmöglich Benutzung künstlicher Sauger (Flasche, Schnuller, Stillhütchen) führt zu falscher Saugtechnik Zahnen Beikostreste an der Brust erneute Schwangerschaft macht die Brüste oft für einige Wochen sehr empfindlich Soorinfektion an der Brust (Juckreiz, Rötung, schuppige Haut) und im Mund des Kindes (weiße Punkte auf Wangeninnenseite, Zahnfleisch und Gaumen) Behandlung Soorinfektionen aller betroffener Familienmitglieder parallel medizinisch behandeln, beim Kind ist häufig nicht nur der Mund sondern auch der Po betroffen bei starken Schmerzen beim Andocken Wehenatmung anwenden so oft wie möglich Luft an die Haut lassen, das ist angenehm und beschleunigt die Heilung nach dem Stillen einige Tropfen Milch antrocknen lassen

12 Wolle-Seide-Stilleinlagen oder Baumwollstilleinlagen verwenden, um ein besseres Hautklima für die Heilung herzustellen Kleidung aus Baumwolle/Wolle tragen, keine Kunstfasern BH auch nachts tragen um Reibung zu vermeiden Wollwachs/-fett (=Lanolin) dünn auftragen nach dem Stillen (Reste müssen vor dem Stillen nicht entfernt werden) Anlegetechnik und Stillposition überprüfen Stillpositionen wechseln um einseitige Belastungen zu vermeiden bei schlecht angedocktem Kind lieber nochmal von vorn beginnen beim Abnehmen von der Brust unbedingt vorher das Vakuum lösen häufig Stillen, denn ein besonders hungriges Kind saugt stärker und schmerzhafter bei Saugverwirrung Saugtraining für s Baby (unter Anleitung einer IBCLC-Stillberaterin) ein zu kurzes Zungenbändchen kann vom Arzt durchtrennt werden, man muss jedoch etwas suchen um einen Arzt zu finden, der diesen Eingriff bei einem Neugeborenen durchführt (der medizinische Beirat der AfS kann evtl. bei der Suche helfen) Milchstau und Brustentzündung Symptome Brust besonders warm harte Stellen / Knoten zu tasten Schmerzen bei Druck Brüste geschwollen / Spannungsgefühl bei Brustentzündung außerdem Rötung und Fieber Ursachen Streß, Anspannung, ungewöhliche Belastungen, schwierige Familiensituation, viel anstrengender Besuch zu seltenes Stillen (z.b. durch Zufüttern, Schnuller oder lange Schlafphasen) zu starke Milchbildung (häufig kurz nach dem Milcheinschuss) Druck auf die Brust durch: enge Oberteile und BHs (passen die Still-BHs gut?) Tragetuch, Umhängetasche oder Gurt im Auto ungünstige Stillpositionen drücken einzelne Bereiche der Brust ab, die dann nicht entleert werden können einmaliger Stoß in die Brust (z.b. Tritt beim Wickeln) Behandlung

13 Ruhe, möglichst mit Kind im Bett bleiben, Termine / Besuch absagen, Hilfe annehmen Wärme und leichte Massage der gestauten Bereiche vor und während dem Stillen fördert Abfließen der gestauten Milch Kälte nach dem Stillen hemmt Milchproduktion, kann aber die Stauung fördern, gegen Entzündung helfen besonders gut Quark- oder Kohl, die mit einer Mullwindel (=Spucktuch) befestigt werden häufig Stillen, evtl. Ausstreichen der gestauten Bereiche lockere Kleidung, evtl. kein BH Stillpositionen wechseln, besonders unbequem aber hilfreich: Kind auf ein großes Bett auf den Rücken legen und sich dann so über das Kind beugen, dass sein Unterkiefer zur gestauten Stelle der Brust zeigt, so wird diese besonders effektiv entleert immer an beiden Brüsten trinken lassen bei anhaltendem Fieber stillfreundliche Medikamente nehmen bei beidseitiger Entzündung, andauernden Symptomen, plötzlicher Verschlimmerung oder starkem Fieber unbedingt ärztliche Hilfe suchen und evtl. ein stillfreundliches Antibiotikum einnehmen während der Entzündung nicht Abstillen, das verhindert das Abfließen der gestauten Milch und behindert die Heilung Zu wenig Milch / Kind saugt nur schwach oder zu selten Bei weniger als 5% aller Frauen sind körperliche Ursachen der Grund für eine zu geringe Milchmenge Symptome (Einschätzung durch Fachleute nötig!) Kind nimmt zu viel ab oder kaum zu wenig Pipi in der Windel Kind trinkt weniger als 6 mal in 24 Std. keine aktiven Wachphasen, immer im "Dämmerzustand" Unzufriedenheit nach dem Stillen (kann auch andere Ursachen haben, z.b. 3- Monatskoliken) schläft erschöpft ein, wacht schnell wieder hungrig auf Scheinsymptome häufiges Stillen (z.b. alle 1,5 Std., phasenweise jede Std.) lange Stillmahlzeiten (z.b. mehr als 30 Min.) kurze Stillmahlzeiten (z.b Min.)

14 Brust erscheint leer und weich Milchspendereflex weniger stark spürbar Ursachen Erkrankungen / Frühgeburt voreiliges Zufüttern, voller Magen, weniger Anregung der Brust falsches Ansaugen (z.b. nur an der Brustspitze) unbequeme Körperhaltung erschwert das Trinken Saugverwirrung durch Brustersatzprodukte: Schnuller, Flaschensauger Stillhütchen führen zu schlechterer Stimmulation der Brust hinauszögern der Stillzeiten vorzeitiges Beenden der Stillmahlzeiten zu lange Stillpause nachts jeweils nur an einer Brust stillen, zu schnelles Wechseln vor dem Milchspendereflex Streß, Anstrengung, starker Schlafmangel Verhütung mittels Pille (auch niedrig dosierte Pillen können den individuellen Hormonhaushalt stören, obwohl andere Frauen mit dem gleichen Präparat weiter Stillen können) Störungen im Hormonhaushalt bei anhaltenden Schwierigkeiten evtl. vom Facharzt abklären lassen bestimmte Lebensmittel hemmen die Milchbildung (Petersilie, Salbei, Pfefferminze, Koffein, Alkohol) auch Rauchen verringert die Milchmenge Behandlung Ruhe und Entspannung Kreislauf ankurbeln durch Spaziergänge und duschen uneingeschränktes Stillen nach Bedarf, häufig Anbieten Wechselstillen, falls das Kind schnell das Interesse verliert oder einschläft Kind nachts regelmäßig zum Stillen wecken keinen Brustersatz anbieten, sondern das Saugen vollständig zur Anregung der Brust nutzen wenn Zufüttern nötig, dann ohne Sauger, auch Neugeborene können mit einem Becher oder Löffel gefüttert werden, diese Technik kann man sich von einer Hebamme oder Stillberaterin zeigen lassen, die darin Übung hat, das Brusternährungsset kann hier auch

15 eine Hilfe sein! zusätzliche Anregung der Brust durch Abpumpen oder Ausstreichen der Milch etwa 2-3 Liter pro Tag trinken (Wasser, Stilltee, Malzbier, kein Koffein) genug, regelmäßig und gesund Essen bei einer Gedeihstörung medizinische Hilfe annehmen Falls sich die Milchmenge überhaupt nicht steigern lässt, muss zwar zugefüttert, aber nicht abgestillt werden, denn auch Teilstillen ist wertvoll für Mutter und Kind. Es bietet einen messbaren Schutz vor Krankheiten und unterstützt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Damit die Milchmenge durch das Zufüttern nicht immer weiter abnimmt, ist ein bestimmtes Vorgehen sinnvoll: Bei jeder Mahlzeit zuerst Stillen, das Stillen häufig anbieten, Nuckeln lassen auch bei Leere-Gefühl, evtl. zusätzliches Abpumpen je nach Stillbereitschaft des Kindes Wenn das Kind nicht an der Brust trinken kann, kann es dennoch vollständig mit Muttermilch und ohne Ersatznahrung versorgt werden. Das sogenannte Pumpstillen ist aufwändig, kann aber bei einem schwachen/kranken Kind oder wenn das Kind die Saugtecknik an der Brust nicht beherrscht vorübergehend oder sogar dauerhaft die Lösung sein. Vor allem Frühgeborene können davon sehr profitieren und evtl. später auf die Brust umsteigen. Beim Abpumpen sollte eine individuelle Häufigkeit und Dauer gefunden werden, bei der die Milchmenge nicht abnimmt. Bei Wachstumsschüben muss durch häufigere und längere Pumpzeiten, die Milchmenge angepasst werden. Zu viel Milch Symptome häufige Milchstaus das Baby nimmt wenig zu obwohl es häufig trinkt und viel Milch da ist Scheinsymptome das Kind verschluckt sich häufig und hat Schwierigkeiten beim wiederholten Andocken (hier liegt es nicht an der Menge sondern an einem starken Milchspendereflex, die Milch kommt zu schnell aus der Brust sodass das Kind sie nicht aufnehmen kann) es läuft Milch aus der anderen Brust während das Kind an der einen trinkt (völlig normal in den ersten Wochen, manchmal auch Monaten) Ursachen individuelle Unterschiede im Hormonhaushalt und andere Faktoren wie Ernährung und

16 psychische Verfassung Behandlung bei jeder Mahlzeit nur eine Brust anbieten, nicht wechseln Falls sich die Milchmenge nach einigen Tagen noch nicht genug verringert hat, kann auch über mehrere Mahlzeiten immer die selbe Brust gegeben werden und z.b. erst nach 6-8 Stunden wieder gewechselt werden. Dabei sollte allerdings besonders auf die volle Brust geachtet werden, um einen möglichen Milchstau sofort zu bemerken. Bei der anderen Brust evtl. etwas Milch ausstreichen, um ein Spannungsgefühl und eine Stauung zu vermeiden, jedoch nicht so viel, dass die Produktion weiter angeregt wird. evtl. Tee trinken, der die Milchbildung hemmt (vorsichtig mit 1/2 Tasse Pfefferminztee oder Salbeitee täglich beginnen) Durch Kühlung der Brust nach dem Stillen kann die Milchproduktion gehemmt werden. Stillstreik biologisch normale Stilldauer beim Menschen liegt bei 2,5-7 Jahren stillt sich ein Kind von selbst ab, so werden die Stillmahlzeiten über einen langen Zeitraum immer weniger bis das Kind das Stillen schließlich ganz vergisst Symptome Kind trinkt gar nicht mehr oder nur widerwillig oder es beendet die Stillmahlzeiten bevor es satt ist sobald es merkt, dass die Mutter es anlegen will dreht es sich weg, macht sich steif und fängt an zu weinen es macht einen allgemein unzufrieden oder sehr zurück gezogenen Eindruck Ursachen Hektik, Anspannung oder Streß verwirren das Baby die Mutter versucht die Stillzeiten festzulegen, einzuschränken oder ist ungeduldig beim Stillen eine ungewohnte Betreuungssituation verunsichert das Kind nachdem das Kind die Mutter gebissen hat, ist es von ihrer Reaktion so erschrocken, dass es sich nicht mehr traut zu saugen eine Saugverwirrung durch Schnuller oder Flaschensauger erschwert das Trinken an der Brust eine verstopfte Nase erschwert die Atmung während des Stillens

17 Hals oder Ohrenschmerzen machen das Stillen unangenehm die Zahnleisten sind gereizt und geschwollen, weil bald Zähne durchbrechen eine Soorinfektion macht das Trinken schmerzhaft ungünstige Beikost (sehr süß, gehaltvolle Milchersatznahrung) sättigen so sehr, dass zusätzliche Muttermilch abgelehnt wird der Geschmack der Milch hat sich durch ungewöhliche Lebensmittel oder das Einsetzen der Regelblutung verändert ein neues Deo, Parfüm oder Duschgel iritieren das Baby, weil es sich anfangs noch sehr an Gerüchen orientiert und u.a. daran seine Mutter erkennt Behandlung in der Regel dauert ein Stillstreik nur wenige Tage, dann trinkt das Baby wieder völlig normal an der Brust, die folgenden Tipps helfen diese Tage zu überbrücken falls das Kind evtl. wegen Schmerzen nicht an die Brust geht, müssen natürlich die Ursachen gefunden und behandelt werden Für belastende Situationen sollte Hilfe gesucht werden bei Freunden, Verwandten und Nachbarn, was nicht absolut dringend ist, kann evtl. um ein paar Tage verschoben werden Das Stillen in verschiedenen Situationen ausprobieren, z.b. im Liegen, in einem abgedunkelten ruhigen Raum, wenn das Kind grade aufwacht und noch im Halbschlaf ist, dabei herum laufen (evtl. mit Tragetuch oder Bauchtrage), mit viel Hautkontakt, beim gemeinsamen Baden Um einen Milchstau zu vermeiden, kann Milch ausgestrichen oder abgepumpt werden Wenn die Mutter dem Kind ihre Milch auf andere Weise anbieten möchte, sollte das unbedingt ohne Sauger sondern mit Becher oder Löffel geschehen damit keine Umgewöhnung stattfindet, es ist außerdem ungünstig, wenn zu diesem Zeitpunkt eine andere Person das Füttern übernimmt Die Mutter sollte versuchen dem Kind möglichst viel Sicherheit zu geben, z.b. durch Tragen am Körper, viel Kuscheln, Hautkontakt, Singen Auch die Mutter wird durch diese Situation warscheinlich sehr verunsichert, dagegen können vielleicht ein entspannendes Bad, eine Massage oder ein Telefongespräch mit der besten Freundin helfen. 8. Relaktation Stillen auch ohne Schwangerschaft bei Adoptivkindern möglich Milchbildung kann nach dem Abstillen wieder stimuliert werden bis hin zum Vollstillen erfordert viel Kraft, Unterstützung und Durchhaltevermögen

18 9. Beikost WHO-Empfehlung: ab 6 Monaten, Brei oder andere Beikost nur ANBIETEN, keine Tricks anwenden, das Kind entscheidet, was und wieviel es isst, gesundes Hunger und Sättigungsgefühl bleibt erhalten Getränk: Wasser, von Anfang an aus Becher oder Tasse manche Kinder möchten erst spät Essen, Geduld bewahren Beikost mit Muttermilch kombinieren, bessere Verdauung, weniger Allergieen Beikost ist nicht gleich Abstillen, WHO-Empfehlung: mindestens 2 Jahre Stillen, gilt weltweit auch für Industriestaaten 10. Erneute Schwangerschaft Bei guter Ernährung der Mutter kann ohne Nachteile für die Mutter oder eines der Kinder weiter gestillt werden. Manchmal wird das Stillen allerdings vorübergehend oder dauerhaft als unangenehm empfunden. Die Milch verändert ihren Geschmack, Menge und gegen Ende der Schwangerschaft auch ihre Zusammensetzung. In der späteren Schwangerschaft können durch das Stillen Wehen angeregt werden, ob diese allerdings eine Frühgeburt auslösen können ist nicht ausreichend untersucht, daher sollte die Schwangere selbst besonders aufmerksam auf ihr Körpergefühl hören. Wird das Geschwisterkind bis zur Geburt weiterhin gestillt so passt sich die Milch dennoch den Bedürfnissen neuen Babys an. Nach der Geburt können beide Kinder weiter gestillt werden, sofern es der Mutter Recht ist. Das Baby sollte natürlich bevorzugt werden, da nur das ältere Kind ggf. fehlende Milch durch Beikost ersetzen kann. Nach der Geburt wird Kolostrum gebildet, das Neugeborene immer zuerst anlegen. 11. Literaturtipps und Anlaufstellen Embryotox (telefonische Beratung zu stillverträglichen Medikamenten für Fachpersonal, Homepage für jeden zugänglich) Medizinischer Beirat der AfS kann zu Behandlungsmöglichkeiten und Medikamenten beraten

19 Persönliche Beratung Stillcafe und Beratung per Telefon und (vor Ort..., AfS-Hotline: (=01805 STILLEN) Hotlinegebühren: 14 Cent pro Minute) Hebamme mit Ausbildung zur IBCLC-Stillberaterin (kann während der gesamten Stillzeit mit der Krankenkasse abrechnen, ist in manchen Krankenhäusern z.b. im DiaK auf Nachfrage verfügbar) Wochenbett-Hebamme mit aktuellem Wissensstand zum Thema Stillen Internetforen für Eltern mit sinnvollen Stilltipps Rabeneltern.org Stillen-und-Tragen.de Broschüren und Hefte der AfS zu bestimmten Aspekten wie Stillen von Zwilligen, Frühgeborene brauchen Muttermilch, Stillen nach Kaiserschnitt etc. Buchtipps Bücher zum Stillen Das Handbuch für die stillende Mutter Hrgb: La Leche Liga ausführliche, gut sortierte, praxisnahe Informationen, zum Nachschlagen bestimmter Themen gut geeignet bei der La Leche Liga zu bestellen Das Stillbuch Hannah Lothrop etwas angestaubt, ausführlich, sehr kämpferischer Tonfall Stillen und Stillprobleme Hrgb: AfS Fachbuch mit medizinischen Begriffen, auch zum Nachschlagen geeignet zu bestellen im AfS-Shop Wir stillen noch Norma Jane Bumgarner behandelt das Stillen von Kleinkindern, amerikanische Perspektive

20 Bücher, die uns gut gefallen, aber nicht vorrangig das Stillen behandeln In Liebe wachsen Carlos González Mein Kind will nicht essen Carlos González Menschenkinder Herbert Renz-Polster Kinder verstehen Herbert Renz-Polster Das 24-Stunden-Baby William Sears Schlafen und Wachen William Sears Schlafen statt Schreien: Das liebevolle Einschlafbuch Elizabeth Pantley Auf den Spuren des Glücks Carola Eder Geborgene Babys Julia Dibbern Bindung stärkt: Emotionale Sicherheit für Ihr Kind - der beste Start ins Leben Evelin Kirkilionis Wir wünschen eine schöne Stillzeit!

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