Ratgeber Schweiz. Alles über Schwangerschaft und Geburt von A-Z. Ausstattung, Pflege, Ernährung was Ihr Baby braucht. Babyalltag: Ehrliche Antworten

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1 Ratgeber Schweiz Alles über Schwangerschaft und Geburt von A-Z Ausstattung, Pflege, Ernährung was Ihr Baby braucht Babyalltag: Ehrliche Antworten

2 Willkommen! Impressum Schwangerschaft und Geburt Ausgabe Schweiz, 27. Jahrgang Auflage: Exemplare Redaktion: Ilka El Imadi In Zusammenarbeit mit der Zeitschrift ELTERN, München Konzept und Gestaltung: Aysun Nimmrichter Ergez Marcella Hasters nimmrichter cda ag, Zürich Fotos: GettyImages, München, Verlag, Anzeigen und kostenlose Nachbestellungen: Gruner + Jahr (Schweiz) AG Zeltweg 15, Postfach, CH-8032 Zürich Telefon Fax Druck: Ziegler Druck und Verlags AG Postfach 778, CH-8401 Winterthur Verteilung: Kostenlos über Ärzte, Kliniken, Hebammen und Beratungsstellen Sie erwarten ein Kind? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt beginnt für Sie ein aufregender, neuer Lebensabschnitt. Neun Monate Vorfreude auf den kleinen Menschen, der Ihr Leben verändern wird. Gespannt werden Sie auf seine ersten Bewegungen im Bauch warten, seinen Herztönen lauschen und immer wieder die Ultraschallbilder betrachten. Sie werden Namenslisten studieren, Kinderwagen probefahren und winzige Babykleider kaufen. Voller Stolz werden Sie Ihren wachsenden Bauch betrachten und pflegen. Geniessen Sie Ihre Schwangerschaft, lassen Sie es sich gut gehen, sorgen Sie für sich und Ihr Kind! Wahrscheinlich werden Sie aber auch unsicher sein in diesen neun Monaten und sich fragen, ob es Ihrem Kind gut geht und ob es sich gesund entwickelt. Ob Sie sich angemessen ernähren und richtig verhalten. Und bestimmt überlegen Sie, wie Sie die grosse Veränderung, die bald auf Sie zukommt, bewältigen werden. Nehmen Sie Ihre Sorgen ernst, sprechen Sie über das, was Sie beschäftigt Unsicherheit gehört zu jeder Schwangerschaft. Und wenn Sie bereits ein Kind haben, Sie die Begrifflichkeiten und Abläufe einer Schwangerschaft kennen und sogar die Ausstattung bereits vorhanden ist: Dann wünschen wir Ihnen umso mehr, dass Sie Ihre Schwangerschaft geniessen können, dass Sie Zeit für sich finden, um sich genauso an Ihrem wachsendem Bauch zu erfreuen wie beim ersten Kind und nicht in der Hektik des Familienalltags die ersten Strampelbewegungen Ihres zweiten Kindes verpassen. Freuen Sie sich über Ihren Erfahrungsvorsprung: Sie wissen, dass es anders als erwartet kommt. Und das gilt auch fürs zweite Kind! Dieses ELTERN Special bietet Ihnen wichtige Informationen zu Schwangerschaft, Geburt und den ersten Monaten mit Neugeborenem. Scheuen Sie sich nicht, auch Ihre Ärztin oder Ihre Hebamme zu fragen. Nur wer informiert ist, kann dafür sorgen, dass es sich und seinem Kind gut geht. Und das wünschen wir Ihnen: Eine tolle Schwangerschaft, ein gesundes Kind und einen guten Start ins gemeinsame Leben! Eltern 3

3 Inhalt 10 Ihre Schwangerschaft von Woche zu Woche 18 Koffer packen 20 Mutterfreuden von A bis Z 24 Allergie 24 Allein erziehend 24 Akupunktur 24 Alkohol 24 APGAR-Test 24 Babyblues und Postnatale Depression 25 Beschwerden 26 Blasenschwäche 26 Blasensprung 26 Blutdruck 28 Brust 28 Chorizottenbiopsie 28 Dammschnitt 28 Doula 29 Eileiterschwangerschaft 29 Eisenmangel 29 Eltern im Internet 29 Ernährung 30 Fehlgeburt 30 Fruchtwasseruntersuchung 30 Frühgeburt 30 Geburt 31 Geburtseinleitung 32 Geburtsort 33 Geburtstermin 33 Geburtsvorbereitung 33 Genetische Beratung 34 Gewicht 34 Harnwegsinfektion 34 Hebamme 34 Herztöne 35 Homöopathie 35 Impfen und Infektionskrankheiten 35 Kaiserschnitt 35 Kindsbewegung 36 Körper 36 Krampfadern 36 Kreuzschmerzen Eltern 5

4 Inhalt 36 Medikamente 36 Mehrlingsschwangerschaft 37 Mütter- und Väterberatung 37 Mutterschutz 38 Periduralanästhesie 39 Plazenta 39 Pränatale Diagnostik 39 Reisen 40 Rhesusfaktor 40 Risikofaktoren 40 Risikoschwangerschaft 40 Röntgen 40 Röteln 40 Rückbildung 40 Scheideninfektion 41 Schwangerschaftsdiabetes 41 Schwangerschaftsstreifen 41 Schwangerschaftsvergiftung 41 Sexualität und Partnerschaft 42 Sodbrennen 42 Sport 42 Steisslage 42 Stillen 42 Toxoplasmose 42 Trimester-Test 42 Übelkeit 42 Übertragen 42 Ultraschall 43 Vater werden 44 Versicherung 44 Verstopfung 44 Vorsorgeuntersuchungen 44 Wehen 45 Wochenbett 45 Zähne Was ihr Baby braucht 48 Babybasics 54 Alltagsfreunde 56 Pflegespiel 60 Kleine Helfer 62 Feinschmecker 66 Fragebogen und Verlosung von 10 1-Jahres Eltern-Abos 69 En Guete! Gut zu wissen 78 Adress Index Eltern 6

5 Kalender Eltern 9

6 Kalender 1. bis 4. Woche Zwei Wochen nach der Befruchtung sind Sie bereits einen Monat schwanger das klingt falsch, ist aber aus medizinischer Sicht richtig. Denn die Ärztin zählt den vollen Zyklus, also auch die beiden Wochen vor der Befruchtung mit zur Schwangerschaft. Für die Medizin dauert eine Schwangerschaft deshalb 40 Wochen oder zehn Zyklen zu je 28 Tagen. Wenn sich Samen- und Eizelle verbunden haben und zum ersten Mal teilen, dann ist nicht nur das Geschlecht des Babys entschieden. Auch, ob es Linkshänder ist, die grünen Augen der Mutter oder die dunklen Haare des Vaters geerbt hat, steht jetzt fest. Dieser Keim ist nur etwa den Bruchteil eines Millimeters gross. Während er langsam durch den Eileiter wandert, teilt er sich ständig und wächst. Spätestens sieben Tage nach der Befruchtung gräbt er sich in der Gebärmutter ein. Noch ist die Vorstellung, bald Mutter zu sein, abstrakt. Denn von der Schwangerschaft ist nichts zu sehen und höchstwahrscheinlich spüren Sie auch noch keine Veränderung. Das Einnisten der befruchteten Eizelle löst eine Flut von Hormonen aus, die unter anderem verhindern, dass die Gebärmutterschleimhaut abgestossen wird und Sie Ihre Periode bekommen. Bei manchen Frauen treten leichte Schmierblutungen auf. Denn der Keim zerreisst beim Einnisten in die Schleimhaut Gefässe. Die Blutung ist harmlos und wird oft für den Beginn der Periode gehalten. Im Grunde genommen ist die befruchtete Eizelle ein Eindringling in den Körper der Mutter sie besteht aus fremdem Eiweiss und wird auch eine andere Blutgruppe haben. Damit sie nicht abgestossen wird, produziert sie chemische Substanzen, die die Immunabwehr der werdenden Mutter schwächen. Gelingt dies nicht, kommt es zu einer Fehlgeburt. Bei Frauen, die bereits Fehlgeburten hatten, können Medikamente helfen, die Abwehrreaktion ihres Körpers gegen das Kind zu überlisten. Leben Sie bewusst und gesund, achten Sie darauf, dass es Ihnen gut geht. Nehmen Sie möglichst früh Folsäure ein, sie verhindert Missbildungen. Verzichten Sie ausserdem auf Nikotin und Alkohol. Zu wissen: Wenn Sie Alkohol getrunken haben, als Sie von Ihrer Schwangerschaft noch nichts wussten, müssen Sie sich nicht beunruhigen. Im frühen Stadium der Schwangerschaft gilt die Alles-oder-Nichts -Regel. Entweder ent- wickelt sich die befruchtete Eizelle normal oder gar nicht. Erst, wenn der Keim fest mit dem Blutkreislauf der Mutter verbunden ist, hat deren Alkoholkonsum Folgen für Ihr Baby. Die Tatsache, dass Sie schwanger sind, bedeutet also, dass es Ihrem Kind gut geht. 5. bis 8. Woche Zwei Millimeter gross ist das Zellhäufchen in Ihrem Bauch zu Beginn der fünften Schwangerschaftswoche. Jetzt wird das Gehirn angelegt und das Herz beginnt zu schlagen. Rückenmark und Sinnesorgane werden gebildet und schliesslich die grossen Gelenke wie Schultern, Ellbogen, Hüfte und Knie sichtbar. Am Ende der 8. Woche sind alle inneren und äusseren Organe angelegt, zum Teil funktionieren sie bereits. Das winzige Herz des Ungeborenen arbeitet auf Hochtouren. Es schlägt etwa doppelt so schnell wie das Herz seiner Mutter. Sie spüren zunehmend die Auswirkungen der Hormonveränderungen: Ihr Geruchs- und Geschmacksempfinden verändert sich, Ihr Lieblingsparfum riecht jetzt vielleicht unangenehm. Ausserdem setzen die lästigen Begleiterscheinungen der Frühschwangerschaft ein: Übelkeit, Erbrechen, spannende Brüste, Blähungen und häufiger Harndrang. Viele Frauen fühlen sich jetzt schon vor dem Mittag müde. Alles, was den Kreislauf anregt und Sauerstoff in den Körper schafft, kann dann helfen: Ausdauersport, Wechselduschen und Massagen. Schwangerschaft ist eine körperliche Höchstleistung, 24 Stunden täglich. Ab der 4. Schwangerschaftswoche kann ein handelsüblicher Schwangerschaftstest Gewissheit verschaffen. Die erste Schwangerschaftskontrolle sollte zwischen der 7. und der 12. Woche stattfinden. Dann fragen Arzt oder Hebamme nach früheren Schwangerschaften, nach Krankheiten bei Ihnen und in der Familie, Zigaretten- und Alkoholkonsum. Ihr Blutdruck und Ihr Gewicht werden gemessen, Ihr Urin wird auf Zucker, Eiweiss und Bakterien untersucht, um Diabetes, Nieren- oder Blasenprobleme auszuschliessen. Bei der gynäkologischen Untersuchung wird die Gebärmutter abgetastet, nach Infektionen gesucht und ein Krebsabstrich gemacht. Ausserdem werden Blutgruppe und Hämoglobinwert bestimmt (siehe Eisenmangel), und das Blut auf Antikörper gegen Röteln, Toxoplasmose und andere Infektionskrankheiten untersucht (siehe Infektionskrankheiten). Die Ärztin bestimmt den Geburtstermin und hört die Herztöne des Embryos ab. Wenn Sie unter Morgenübelkeit leiden, frühstücken Sie am besten im Bett und lassen sich Zeit mit dem Aufstehen. Keine Sorge, wenn Sie sich im Augenblick täglich übergeben müssen: Das Baby im Bauch wird über die Plazenta gut versorgt. Wenn Sie mehrfach am Tag erbrechen müssen, kann Ihnen der Arzt Medikamente verschreiben. Ab jetzt gelangen schädliche Substanzen aus Ihrem Kreislauf über die Plazenta zu Ihrem Kind. Achten Sie deshalb zum Wohle Ihres Kindes auf einen gesunden Lebensstil. Eltern 10 Eltern 11

7 Kalender 9. bis 12. Woche Munter schwimmt Ihr Baby in der Fruchtblase. Sie liefert ihm Flüssigkeit und schützt es vor Stössen von Aussen. Fachleute vermuten, dass Babys nach der Geburt süsse Nahrung bevorzugen, weil Fruchtwasser leicht süsslich schmeckt. Zu Beginn der 9. Woche ist Ihr Kind etwa drei Zentimeter lang und 12 Gramm leicht. Sein Gehirn wächst jetzt am schnellsten: Jede Minute entstehen neue Nervenzellen. Ausserdem beginnt es seine Atemmuskulatur zu trainieren, was man sogar im Ultraschall erkennen kann. Dieses frühe Üben hat einen Grund: Ab dem Durchtrennen der Nabelschnur muss das Neugeborene selbstständig atmen können. Ihr Baby fühlt nun mit. Hormone im Blut übertragen Ihre Freude und Ihren Stress. Ängste und Aufregung, die jede Schwangere empfindet, schaden dem Baby aber nicht. Am Ende der 12. Woche ist das Ungeborene mehr als sechs Zentimeter gross, es strampelt mit seinen Beinen, rudert mit den Armen und dreht sich um die eigene Achse spüren können Sie das allerdings noch nicht. Die Muskulatur in Gefässwänden, Bronchien und im Magen-Darm-Trakt erschlafft. Möglicherweise merken Sie dies an der Bildung von Krampfadern, an Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen oder einer Neigung zu Verstopfung. Ihr Herz muss aufgrund der gestiegenen Blutmenge mehr leisten. Durch das Tragen von Stützstrümpfen am Tag können Sie Krampfadern und Besenreissern vorbeugen. Vor allem in der späteren Schwangerschaft helfen sie, sich fitter zu fühlen und nachts besser zu schlafen. Die Hormonumstellung kann Sie ungeduldiger und gereizter machen. Falls Sie dem Durchschnitt aller schwangeren Frauen entsprechen, haben Sie bis zum Ende der 12. Woche 1 2 Kilogramm zugenommen. Zwischen der 11. und 14. Woche ist der 1. Screening- Ultraschall fällig. Systematisch werden der Kopf, der Rumpf und die Extremitäten im Ultraschall untersucht. Nehmen Sie keine Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin ein, auch keine freiverkäuflichen, pflanzlichen Mittel. Machen Sie bitte keine Diät in der Schwangerschaft! Die Essgewohnheiten der Mutter während der Schwangerschaft haben erheblichen Einfluss auf die Entwicklung des Kindes. Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft hungern, müssen lernen, das Wenige, das sie bekommen, auszunützen. Die Folge ist, dass diese Kinder, sobald nach der Geburt genügend Nahrung zur Verfügung steht, schneller dick werden. Weil bestimmte Risiken mit dem Alter ansteigen, schlägt der Arzt Schwangeren, die älter als 35 Jahre sind, vorgeburtliche Diagnostik vor (siehe Pränatale Diagnostik und Genetische Beratung). Lassen Sie sich ausführlich beraten, bevor Sie sich dafür oder dagegen entscheiden. Wenn der werdende Vater mit zur Vorsorgeuntersuchung kommt. Das stärkt das Wir-Gefühl und kann ihm helfen, eine Bindung zum Ungeborenen aufzubauen. Es ist übrigens ganz normal, wenn Sie nicht nur Vorfreude sondern auch Angst empfinden schliesslich verändert ein Baby das Leben für immer! Sprechen Sie darüber mit Ihrem Partner, ihm geht es wahrscheinlich ähnlich. 13. bis 16. Woche Das Gesicht des Ungeborenen bekommt mehr und mehr menschliche Züge, seine Mimik entwickelt sich: Es gähnt, runzelt die Stirn und saugt an seinen Daumen. Seine Knochen verkalken und werden härter, die ersten Haare wachsen. An Fingerkuppen und Zehen entstehen die individuellen Ringe, die seinen einzigartigen Fingerabdruck ausmachen. Mittlerweile ist sein ganzer Körper von Flaumhaar bedeckt. Die feinen Härchen helfen, die Käseschmiere auf der Haut festzuhalten. Die wiederum schützt die Haut vor dem Austrocknen. Wenn Sie sich bewegen, wird Ihr Baby sanft im Fruchtwasser geschaukelt und schult damit seinen Gleichgewichtssinn. Jetzt rundet sich bei den meisten Frauen die Taille, Druck auf den Bauch wird unangenehm. Die wachsende Gebärmutter drückt auf Blase und Harnwege, Sie müssen häufiger zur Toilette. Machen Sie sich keine Sorgen über verstärkten Ausfluss er hat jetzt eine positive Funktion. Die Sekrete dienen als Abwehr gegen aufsteigende Keime und schützen so das Ungeborene vor Infektionen. Nur wenn sich der Ausfluss verfärbt oder unangenehm riecht, müssen Sie Ihren Arzt verständigen. Benutzen Sie für den Hausputz am besten keine aggressiven Reinigungsmittel. Die Chemie kann über Ihre Atemwege zum Kind gelangen. Haben Sie bereits ein Kind? Ist es älter als sechs Jahre, sollte es bald von seinem Geschwister erfahren. Bei jüngeren Kindern können Sie warten, bis der Bauch nicht mehr zu übersehen ist. Sie können aufatmen: Das erste Schwangerschaftsdrittel ist überstanden und die Anpassung Ihres Körpers an den Fötus geschafft! Das Risiko einer Fehlgeburt liegt nur noch bei zwei Prozent. Wahrscheinlich lassen jetzt auch die lästigen Begleiterscheinungen der Hormonumstellung nach. Die meisten Frauen fühlen sich im zweiten Drittel der Schwangerschaft rundum wohl. Geniessen Sie noch einmal die Zeit zu zweit und verreisen Sie! Wenn Sie bereits Kinder haben, arrangieren Sie eine zumindest kurze Auszeit für sich und Ihren Partner. 17. bis 20. Woche Es ist etwa 17 Zentimeter gross und wiegt rund 280 Gramm. Von jetzt an nimmt es die Geräusche seiner unmittelbaren Umgebung wahr: Verdauungsgeräusche und Pulsschlag. Bald kann es auch Ihre Stimme von der einer fremden Personen unterscheiden. Sehen kann es zwar noch nicht, aber die Netzhaut reagiert auf Licht. An Händen und Füssen wachsen Nägel. Ihr Kind schluckt täglich etwa 400 ml Fruchtwasser und lernt damit bereits verschiedene Geschmäcker kennen. Denn das Fruchtwasser verändert seinen Geschmack je nachdem was Sie essen. Ihr Baby entwickelt nun einen eigenen Schlaf- und Wachrhythmus. Dieser stimmt nicht immer mit Ihrem überein, das werden Sie merken, sobald Sie die ersten Kindsbewegungen spüren. Sicher können Sie es kaum erwarten, die ersten Bewegungen Ihres Kindes zu spüren. Erstgebärende müssen sich meist länger gedulden, bis sie diese erkennen. Der grosse Bauch belastet die Rückenmuskulatur. Eine aufrechte Körperhaltung hilft. Durch das hohe Gewicht und die Hormone kommen Sie jetzt rasch ins Schwitzen. Der Schweiss macht Ihre Haut anfälliger für Irritationen. Regelmässige Hautpflege, durchlässige Kleidung und lauwarme Duschen können helfen. Beginnen Sie mit der Wahl des Geburtsortes und überlegen Sie, ob und wie Sie nach der Geburt Ihres Kindes weiter arbeiten möchten. Besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Länge des Mutterschaftsurlaubs und Ihren Wiedereinstieg. Machen Sie sich Gedanken zur Kinderbetreuung: Für Krippenplätze müssen Sie sich sehr früh anmelden! Viele Paare geniessen die Sexualität in der Schwangerschaftsmitte. Keine Sorge, dass Sie beim Sex Ihr Kind verletzen: Das Baby ist geschützt durch Fruchtblase und Fruchtwasser. Wenn die Gebärmutter beim Orgasmus hart wird, ist das kein Grund zur Sorge. Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr müssen aber ärztlich abgeklärt werden. Sie können Hinweis auf eine Scheideninfektion sein. Verspüren Sie aus Angst oder einfach wegen des grossen Bauches keine Lust, sprechen Sie mit Ihrem Partner über Ihre Gefühle und finden Sie gemeinsam eine Lösung. Eltern 12 Eltern 13

8 Kalender 21. bis 24. Woche Noch hat das Kind viel Platz, um im Fruchtwasser Purzelbäume zu schlagen. Wenn es nicht schläft, ist es sehr aktiv: Es spielt mit der Nabelschnur, mit seinen Händen, es stupst sein Gesicht in die Plazenta. Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr ist voll entwickelt; dadurch erkennt Ihr Baby, ob Sie liegen oder sitzen. Wahrscheinlich spüren Sie jetzt auch seinen Schluckauf. Damit stärkt es seinen Atemapparat. Je grösser es wird, desto mehr Flüssigkeit braucht Ihr Baby. Seinen Urin entlässt es direkt ins Fruchtwasser, das stetig gereinigt wird. Über das Blut des Kindes, welches durch die Nabelschnur zur Plazenta transportiert wird, werden Schadstoffe und Kohlensäure an das mütterliche Blut abgegeben und neue Nährstoffe und Sauerstoff aufgeladen. Käme ihr Kind jetzt zur Welt, hätte es eine Chance zu überleben: Dank erfahrener Ärzte für Frühgeborene (Neonatologen) und einer hochentwickelten Intensiv-Medizin. Wenn Sie bereits einmal eine Frühgeburt hatten wird Ihre Schwangerschaft jetzt engmaschiger überwacht. Ihre Gewichtszunahme und die Ihres Babys verändert Ihren Körper erneut. Die Verlagerung des Körperschwerpunktes nach vorne versuchen Sie fast automatisch mit einem hohlen Kreuz auszugleichen. Die Folge sind Rückenschmerzen. In einer der nächsten Kontrollen werden Sie gebeten, nüchtern zu erscheinen, um in Ihrem Blut den Blutzuckerwert zu messen. Ist dieser erhöht, muss durch einen Zuckerbelastungstest bestimmt werden, ob es sich um Schwangerschaftsdiabetes handelt (siehe Schwangerschaftsdiabetes). Zwischen der 20. und der 22. Woche findet die 2. grosse Ultraschall-Untersuchung statt. Alle Organe des Ungeborenen werden kontrolliert, sein Wachstum, sein Gewicht und seine Grösse begutachtet. Ihre Ärztin beurteilt Lage und Struktur der Plazenta und die Menge des Fruchtwassers. Wenn Sie jetzt öfter unter Kopfschmerzen leiden, lassen Sie Ihren Blutdruck kontrollieren. Beginnen Sie einen Geburtsvorbereitungskurs. Hier üben Sie Schwangerschaftsgymnastik und lernen Atem- und Entspannungstechniken, die Ihnen während der Wehen helfen können. Ausserdem ist so ein Kurs eine gute Gelegenheit, sich mit anderen Schwangeren auszutauschen. Auch Bauchtanz, Wassergymnastik oder Yoga für Schwangere machen Sie fit für die Entbindung. 25. bis 28. Woche Es misst jetzt vom Scheitel bis zum Steiss etwa 25 Zentimeter und wiegt zwei Pfund. Damit das Baby in den ersten Lebenswochen nach der Geburt nicht krank wird, trainiert es bereits jetzt sein Immunsystem. Über die Plazenta nimmt es Abwehrstoffe aus dem Blut der Mutter auf, die es vor Krankheiten wie Masern oder Keuchhusten schützen. Als weitere Vorsorgemassnahme beginnt das Kind jetzt Fettdepots anzulegen, damit es genügend Energiereserven hat für die ersten anstrengenden Tage nach der Geburt. Übrigens: Der renommierte Hirnforscher Gerald Hüther vertritt die Ansicht, dass weder Beschallung mit Mozart noch pränatale Förderung durch Sprachprogramme sinnvoll sind. Denn den grössten Teil seines vorgeburtlichen Lebens verbringe das Kind im Schlaf und sollte dabei nicht ständig gestört werden. Nun beginnt die Zeit, in der Sie pro Woche etwa ein halbes Kilo zunehmen. Dadurch dehnt sich die Haut an Bauch und Brust. Insbesondere bei Frauen mit heller, dünner Haut und eher schwachem Bindegewebe kommt es zu feinen Rissen der Muskelfasern im Unterhautgewebe, den Schwangerschaftsstreifen. Nach der Geburt ziehen sie sich wieder zusammen, bleiben jedoch oft als weisse, feine Linien zurück. Eine Vielzahl von Pflegeprodukten soll die Schwangerschaftsstreifen verhindern, bewiesen ist ihre Wirksamkeit nicht. Auf dem Bauch schlafen können Sie schon lange nicht mehr, wahrscheinlich ist auch das Liegen auf dem Rücken nicht mehr angenehm. Der Grund: Je grösser das Kind wird, umso mehr drückt es auf die grosse Hohlvene, die Vena cava. Dadurch wird der Rückstrom des Blutes zum Herzen behindert. Doch keine Sorge: Sie würden automatisch aufwachen und sich auf die Seite legen, wenn der Rückstrom eingeschränkt ist. Manche Frauen lagern nun vermehrt Flüssigkeit im Gewebe ein, vor allem an Händen und Füssen. Dadurch werden Ihnen die Schuhe zu eng oder Ihre Fingerringe passen nicht mehr. Leichte Wassereinlagerungen sind normal. Lymphdrainage kann dagegen helfen. Sind die Ödeme morgens jedoch nicht verschwunden, deutet das auf eine Schwangerschaftsvergiftung hin, und muss unbedingt ärztlich abgeklärt werden. Gehen Sie in die Knie, wenn Sie etwas aufheben wollen und tragen Sie Lasten immer mit beiden Armen vor dem Bauch. Überlastung macht sich häufig als Ziehen im Bauch bemerkbar. Nehmen Sie allfällige Beschwerden Ernst und ruhen Sie sich aus! Kein Stress auf der Waage! Auch 15 bis 20 Kilo gelten noch als normal. Gefährlich sind nur plötzliche extreme Veränderungen der Gewichtskurve. 29. bis 32. Woche Pro Woche wächst es jetzt etwa einen Zentimeter und nimmt deutlich an Gewicht zu. In diesen Wochen reift auch die Lunge weiter aus, sodass Ihr Baby schon sehr gute Überlebenschancen hätte, wenn es jetzt auf die Welt käme. Es lernt jetzt, seine Bewegungen zu koordinieren, sein Nervensystem vervollständigt sich. Seine Knochen werden fester, die Lanugobehaarung geht zurück und seine «echten» Kopfhaare beginnen zu spriessen. Mittlerweile hat das Baby die sogenannte Fötusstellung eingenommen: Weil es kaum noch Platz hat in der Gebärmutter, zieht es die Beine an, verschränkt die Arme und neigt sein Kinn zur Brust. Viele Frauen spüren jetzt manchmal, wie ihr Bauch hart wird. Meist handelt es sich um sogenannte Übungswehen. Die Gebärmutter zieht sich dabei zusammen und trainiert schon mal für die Geburt. Regelmässige und starke Wehen oder Schmerzen im Unterleib sollten Sie aber ärztlich abklären lassen. Gelegentliche Atembeschwerden sind jetzt keine Seltenheit. Die Gebärmutter engt die anderen Organe ein, auch die Lungen. Auch wenn Sie schnell müde werden, ist das ganz normal. Es kann sein, dass aus Ihren Brustwarzen etwas weissliche oder gelbliche Flüssigkeit austritt. Das ist Kolostrum, die besonders nähr- und abwehrstoffreiche Vormilch, die schon in der Schwangerschaft produziert wird. Ihre Brust ist bereit, ein Kind zu stillen. Zwischen der 28. und der 32. Woche steht der 3. Ultraschall an: Die Ärztin schaut sich das Herz, die Nieren und das Gehirn an. Entdeckt sie etwas Anormales, wird das Baby vielleicht früher geholt und sofort behandelt. Ausserdem kontrolliert sie, ob die Fruchtwassermenge ausreichend oder die Plazenta verkalkt ist. Das Kind wird gemessen und Eltern 14 Eltern 15

9 Kalender Kalender sein Gewicht anhand der Messdaten geschätzt. Ihr Blut wird auf Hepatitis-B-Viren (Gelbsucht) getestet. Das ist wichtig, damit Babys erkrankter Mütter sofort nach der Geburt immunisiert und vor Schäden bewahrt werden können. Mindestens einmal pro Tag sollten Sie die Bewegungen Ihres Babys spüren. Falls Sie Flüssigkeit aus der Scheide verlieren, könnte das Fruchtwasser sein. Testen können Sie dies mit einem Schnelltest aus der Apotheke. Lassen Sie sich noch einmal verwöhnen: Nutzen Sie Wellness-Angebote für Schwangere, geniessen Sie ausgiebiges Kaffeetrinken mit Freundinnen und besinnliche Nachtessen mit Ihrem Partner. Bald werden Sie für beides nicht mehr so viel Zeit und Ruhe finden! 33. bis 36. Woche Zu Beginn der 33. Woche ist Ihr Ungeborenes etwas mehr als 30 Zentimeter (Scheitel-Steiss-Länge) lang und wiegt rund 2000 Gramm. Neunzig Prozent aller Babys drehen sich jetzt mit dem Kopf nach unten ins Becken der Mutter. Fünf Prozent lassen sich noch etwas Zeit, der Rest bleibt in Steisslage. Ihr Kind kann jetzt das Zusammenziehen der Gebärmutter wahrnehmen. Diese Vorwehen helfen ihm, das Atmen zu üben. Würde es jetzt auf die Welt kommen, könnte es selbst atmen, intensivmedizinische Betreuung wäre wahrscheinlich nicht mehr nötig. Auch das Verdauungs- und das Zentralnervensystem sind jetzt nahezu ausgereift. Wissenschaftler sind sicher, dass das Ungeborene über Hormone den ent-scheidenden Anstoss zur Geburt gibt. Lediglich vier Prozent aller Babys kommen am errechneten Tag zu Welt. Ab der 36. Woche setzen gewöhnlich Senkwehen ein. Durch sie rutscht das Kind mit seinem Kopf in den Beckeneingang. Ihre inneren Organe bekommen wieder etwas mehr Platz und Sie können besser atmen. Bei Zweit- oder Mehrgebärenden senkt sich das Köpfchen erst später. Wahrscheinlich müssen Sie jetzt in kürzeren Abständen zur Vorsorgeuntersuchung kommen. Ihre Ärztin prüft, ob der Muttermund noch geschlossen ist und hört über den Herzton-Wehen-Schreiber (CTG), wie das Herz des Babys arbeitet. Wie kündigt sich die Geburt an? Meistens beginnt sie mit einem Ziehen im Rücken oder im unteren Bauch, die Abstände verkürzen sich, Druck oder Schmerzen werden stärker. Bei manchen Schwangeren geht zuerst ein wenig Schleim oder Blut ab. Oder die Fruchtblase leert sich. Nur die Ruhe, selbst wenn es echte Wehen sind, haben Sie Zeit. Obwohl das Gewebe in der Schwangerschaft weicher, geschmeidiger und besser durchblutet ist als sonst, ist der Damm, also die Stelle zwischen Scheide und After, bei der Geburt besonders gefordert. Der Damm ist das letzte Hindernis, das Ihr Baby auf seinem Weg nach draussen überwinden muss. Um einen Dammschnitt oder -riss zu vermeiden, empfehlen Geburtshelfer eine Dammmassage. Sprechen Sie Ihre Ärztin oder Hebamme darauf an. Kümmern Sie sich um einen Kinderarzt und melden Sie Ihr Kind bei der Krankenversicherung an (siehe Versicherung). Schwimmen können Sie bis zur Geburt, aber andere sportliche Aktivitäten sollten Sie einschränken. Die meisten Schwangeren wünschen sich, dass während der Geburt ein vertrauter Mensch bei ihnen ist am liebsten der Vater des Kindes. Wenn Ihr Partner dabei sein möchte, aber keinen Geburtsvorbereitungskurs besucht hat, erklären Sie ihm, wie er Ihnen bei der Geburt helfen kann und was Sie von ihm erwarten. Übrigens: Himbeerblättertee soll die Muskulatur lockern und den Muttermund weich machen. 37. bis 40. Woche Ihr Kind ist jetzt etwa 50 Zentimeter gross und wird nicht mehr wachsen aber zunehmen: etwa 20 bis 30 Gramm täglich. Das ist eine Energiereserve für die ersten Tage nach der Geburt, bis die Milch fürs Stillen fliesst. Ihr Kind wird nicht einfach durch Wehen hinausgeschoben, sondern hilft mit geboren zu werden. Es stösst sich mit den Füßchen ab und schraubt seinen Körper durch Drehungen vorwärts durch den engen Geburtskanal. Weil die kindlichen Schädelknochen noch nicht fest verwachsen sind, kann sein kleiner Kopf dabei in die Länge gezogen werden. Das hat jedoch keine bleibenden Folgen. Nach ein paar Tagen nimmt der Kopf seine runde Form an. Wenn sich Ihr Kind noch nicht mit dem Kopf nach unten gedreht hat und dies Ihre erste Geburt ist, so empfehlen heute die meisten Gynäkologen einen Kaiserschnitt. Eine Spontangeburt oder der Versuch einer äusseren Wendung ist für das Kind mit Risiken verbunden und wird nur noch in wenigen Geburtskliniken gemacht. Den meisten Geburtshelfern fehlt dafür die Erfahrung. Meist hat es einen Grund, weshalb sich das Kind nicht gedreht hat: Ein enges Becken, ein grosser Kopf, Nabelschnurumschlingungen oder eine kurze Nabelschnur können die Ursache sein. Ihr Frauenarzt tastet den Muttermund ab, um zu sehen, ob er sich bereits öffnet. Die Gebärmutter hat einen äusseren und einen inneren Verschluss. Erst wenn sich der innere Verschluss öffnet, müssen Sie mit der Geburt rechnen. Oft leiden Schwangere in den letzten Wochen unter Ischiasschmerzen, ziehende Schmerzen von der Pobacke bis in den hinteren Oberschenkel (siehe Beschwerden). Der Druck des Babys kann jetzt beim Sitzen und Laufen unangenehm sein. Packen Sie die Kliniktasche (siehe Checkliste) und machen Sie eine Probefahrt zum Geburtsort, damit Sie einschätzen können, wie lange Sie für den Weg brauchen werden. Wenn die Wehen eingesetzt haben, fahren Sie erst los, wenn der Abstand zwischen den Kontraktionen nur noch fünf Minuten beträgt. Viele Schwangere werden nämlich wieder nach Hause geschickt, weil die Wehen in der Klinik plötzlich weg sind. Echte Wehen verstärken sich nach einem warmen Bad, Übungswehen verschwinden durch Entspannung. Kontrollieren Sie mit der Uhr, ob die Abstände kürzer werden. Übrigens: Können Sie während der Wehen noch auf Fragen antworten, ist es noch keine Geburtswehe. In den letzten Wochen sind Sie oft müde. Schlafen Sie so viel wie möglich tagsüber, um Energie zu sammeln für die Geburt und die Zeit danach. Pflegen und verwöhnen Sie sich noch einmal, geniessen Sie die Zeit zu zweit! Wenn Sie bereits Kinder haben, organisieren Sie eine Auszeit für sich allein oder zusammen mit Ihrem Partner. Hat der Nestbautrieb Sie erfasst und Sie wollen noch schnell alle Fenster putzen und Böden schrubben? Lassen Sie das Putzzeug liegen und schonen Sie sich lieber für die anstrengende Zeit, die vor Ihnen liegt! 41. bis 42. Woche Keine Sorge, wenn Ihr Kind es nicht eilig hat. Nur vier Prozent aller Kinder kommt pünktlich zum errechneten Termin. Etwa neun Prozent der Babys kommen zu früh auf die Welt, vor der vollendeten 37. Schwangerschaftswoche, zirka zehn Prozent sogar mehr als eine Woche nach dem errechneten Termin. Ist der errechnete Geburtstermin vergangen, werden Mutter und Kind in sehr kurzen Abständen, also etwa alle zwei Tage, untersucht. Der Arzt kontrolliert die Herztöne des Kindes überprüft die Fruchtwassermenge und stellt fest, ob die Plazenta ausreichend arbeitet. Geht es Ihnen und Ihrem Kind gut, wird man mit der Geburtseinleitung warten. Spätestens 7 Tage nach dem Termin wird gewöhnlich die Geburt eingeleitet, da dann die Gefahr für eine Schädigung des Kindes deutlich steigt. Eltern 16 Eltern 17

10 Klinikkoffer Koffer packen Bequeme Schuhe, die Sie einfach an- und ausziehen können, damit Sie sich während der Wehen im Krankenhaus bewegen können. Warme Socken Kalte Füsse hemmen die Wehen! Ein langes T-Shirt oder Hemd aus kochfester Baumwolle. Wählen Sie etwas Bequemes in dem Sie sich wohlfühlen und gut bewegen können. Bedenken Sie, dass es während der Geburt befleckt werden kann. Lippenpflegestift Die Lippen trocknen während der Wehen meist aus. Wasserspray Eventuell zum Erfrischen zwischendurch. Etwas zu Essen und zu trinken für sich und Ihren Partner. Die Wehen können lange dauern. Eine Strickjacke oder Joggingjacke Um sich nach der Geburt zu Wärmen. Duftlampe, Aromaspray, Massageöl u.ä. Alles, was Sie zum Wohlfühlen während der Wehen benötigen. Ihre Lieblings-CDs Die meisten Spitäler haben einen CD-Spieler im Gebärsaal. Einen Bademantel und 2 3 Sets komfortabler, weiter Nachtwäsche. Am besten kochfeste Wäsche, wegen des Wochenflusses. Bei Nachthemden darauf achten, dass sie sich vorne einfach öffnen lassen, um zu stillen. Nach einem Kaiserschnitt sind Nachthemden oft angenehmer zu tragen als Pyjamahosen. 2-3 Still-BHs Wählen Sie diese eine Nummer grösser als Ihre Körbchengrösse während der Schwangerschaft. Es macht Sinn zu warten und die Still- BHs erst nach dem Milcheinschuss zu kaufen. Lassen Sie sich dabei gut beraten! Manche Stillberaterinnen im Krankenhaus verkaufen auch Still-BHs. Einweg-Stilleinlagen und Wollwachs für wunde Brustwarzen Die Klinik stellt beides, Sie benötigen beides aber auch für das Wochenbett zuhause. Es gibt auch waschbare Stilleinlagen aus Baumwolle und wiederverwendbare Einlagen aus Silikon. Einweg-Slips und extra lange Binden. Beides erhalten Sie im Spital. Besorgen Sie es auch für das Wochenbett zuhause. Legen Sie alte oder kochfeste Baumwollunterhosen parat und ein paar Pakete dicker Binden. Kulturbeutel mit Ihren Pflegeprodukten. Auch Kosmetik, wenn Sie diese zum Wohlfühlen benötigen. Hausschuhe Insbesondere nach einem Kaiserschnitt solche, in die man ohne sich zu bücken reinschlüpfen kann. Stillkissen Falls es nicht von der Klinik gestellt wird. Ohrstöpsel oder MP3-Player und Kopfhörer. Um bei Besuch und Babygeschrei die Ruhe zu bewahren, wenn Sie kein Einzelzimmer haben. Kleider für die Heimfahrt In der Grösse, die Sie etwa im 6. Schwangerschaftsmonat getragen haben. Fotoapparat! Bodies, Strampler und Schlafsack oder Decke. In der Klinik stehen gewöhnlich Bodies, Strampler und Bettzeug zur Verfügung. Sie können aber auch Ihre eigenen Kleider und Schlafsack bzw. Decke mitbringen. Wählen Sie für Kleider Grösse 56 bzw. 62, wenn Sie ein sehr grosses Kind erwarten. Windeln für Neugeborene bekommen Sie in der Klinik Jacke, Mützchen, Socken und eine Decke für den Heimweg. Je nach Jahreszeit auch Schneeanzug und Fäustlinge. 5 Mulltücher oder Stoffwindeln Gut geeignet als Spucktücher. Babyschale Wenn Sie mit dem Auto nach Hause fahren, ein Muss! Ansons-ten Kinderwagen oder Tragetuch all das kann Ihr Partner aber am Ab-reisetag mitbringen. Mutterpass Falls vorhanden oder sonstige medizinische Dokumente Blutgruppenpass Ausweise beider Elternteile Heiratsurkunde bei verheirateten Eltern Familienstammbuch Versichertenkarte Eltern 18 Eltern 19

11 Kauflust Mutterfreuden Mamas It-Bag Diese Wickeltasche werden Sie auch noch tragen, wenn Ihr Baby längst windelfrei ist! Das Tascheninnere lässt sich komplett entnehmen und ist maschinenwaschbar. Versteckte Spezialriemen sorgen dafür, dass sie an jedem Kinderwagen befestigt werden kann. Aus Nappa-Leder inklusive Wickelunterlage und Flaschenwärmer. Das Geheimnis für entspannte Windelwechsel: Ein Mobile über dem Wickeltisch. Und dieser handgefertigte Mini-Zoo zieht ganz sicher den Blick Ihres Lieblings auf sich. Bauchgefühl Woher weiss sie, was ich denke? Das werden Sie sich fragen, wenn Sie schwanger sind und von Linda lesen, die auch schwanger ist. Und dann werden Sie lachen und lachen und feststellen: Schwangerschaft ist ein verrückter und schöner Ausnahmezustand und irgendwie auch ganz normal. Leonie Jakobs: Schön macht`s nicht, aber glücklich. Ein ehrlicher Schwangerschaftsroman. Das Design von gestern für das Erbstück von morgen wenn Ihr Kleines keine Flecken hinterlässt! In jedem Fall viel zu schade, um als Pyjama unter der Bettdecke zu verschwinden. Eau de Maman Mit dem vertrauten Geruch von Mama schlafen viele Babys besser. Tragen Sie diesen weichen Baumwollhasen eine Zeit lang an sich und legen ihn dann in die Wiege. Ihr Baby wird glücklich mit dem beruhigenden Dufthasen kuscheln. Eltern 20

12 Lexikon Illustrationen: Silke Schmidt Eltern 23

13 Lexikon Lexikon Nasensprays mit Kochsalzlösung sind unbedenklich, auch frei verkäufliche Antihistaminika dürfen bei starken Beschwerden in Augen und Nasen angewendet werden, ebenso minimal dosierte Cortisonsprays und solche, die Cromoglicinsäure enthalten. Wenn das nicht hilft, suchen Sie Rat bei einem Allergologen. Sollten Sie unter allergischem Asthma leiden, sprechen Sie unbedingt Ihren Frauenarzt darauf an und setzen Sie notwendige Medikamente nicht ohne ärztliche Rücksprache ab. Ist eine werdende Mutter unverheiratet, muss der Vater das Kind auf dem Zivilstandsamt anerkennen. Unverheiratete Eltern müssen einen Unterhaltsvertrag schliessen und diesen von der Vormundschaftsbehörde genehmigen lassen. Dort können sie auch das gemeinsame Sorgerecht beantragen. Sind sich die Eltern wegen Vaterschaft oder Unterhalt nicht einig, ernennt die Vormundschaftsbehörde einen Beistand für das Kind, der die Vaterschaft regelt und die Mutter berät. Ob und wieviel Unterhaltsvorschuss gezahlt wird, wenn der unterhaltspflichtige Elternteil seinen Verpflichtungen nicht nachkommt, ist kantonal unterschiedlich geregelt. Sind die Eltern unverheiratet, bekommt das Kind den Nachnamen, den seine Mutter bei seiner Geburt führt, auch wenn dies ein Name aus einer vorherigen Ehe ist. Der Schweizerische Verband alleinerziehender Mütter und Väter (SVAMV) berät und informiert über Rechte und Pflichten von Alleinerziehenden. Er vernetzt kantonale und regionale Vereine und Selbsthilfegruppen. Gegen ein geringes Entgelt erhalten Sie dort die Ratgeber: Baby ohne Trauschein und Wie kommen Kinder zu Ihren Alimenten. Tel Blog unter: Einelternfamilie.wordpress.com. Berufsberatung für Alleinerziehende: Durch Akupunktur können manche Schwangerschaftsbeschwerden gelindert werden, zum Beispiel Kreuzschmerzen. Sie hat keine Nebenwirkung für das Ungeborene. Ausserdem soll Akupunktur, ab der 36. Schwangerschaftswoche eingesetzt, die Geburtsdauer verkürzen. Wenn der errechnete Geburtstermin bereits überschritten ist, können die Nadeln zudem Wehen anregend wirken. Und während der Geburt werden sie an Händen und Füssen als sanftes Schmerzmittel eingesetzt. Die Grundversicherung übernimmt die Kosten, wenn die Behandlung durch Ärztinnen oder Therapeuten mit Fähigkeitsausweis Akupunktur erfolgt. Eine Liste anerkannter Akupunkteure erhalten Sie bei Ihrer Krankenversicherung. (s. Risikofaktoren) Mit dem Apgar-Test bestimmt die Hebamme den gesundheitlichen Zustand des Neugeborenen 1, 5 und 10 Minuten nach seiner Geburt. Herzfrequenz, Atmung, Reflexe, Muskeltonus und Hautfarbe werden je mit Punkten von 0 bis 2, schlecht bis gut, bewertet. Die Punkte werden dann addiert. Ergibt ihr Gesamtwert 8 10, ist mit dem Baby alles in Ordnung, zwischen 5 und 7 gilt das Neugeborene als gefährdet, weniger als 5 Punkte bedeuten eine akute Lebensgefahr für das Kind. Das Schema wurde bereits 1953 von der US-amerikanischen Narkoseärztin Virginia Apgar eingeführt, um gesundheitliche Schwächen bei Neugeborenen rasch zu erkennen und der damals hohen Säuglingssterblichkeit vorzubeugen. Das Baby ist da, doch die Freude darüber stellt sich nicht ein. Viele junge Mütter erleben wenige Tage nach der Geburt eine Phase der Traurigkeit. Sie fühlen sich leer und gereizt, sind aggressiv oder verwirrt und suchen vergebens das Glück, das ihnen ihr Neugeborenes schenken sollte, zu fassen. Heultage oder Babyblues nennen Fachleute dieses seelische Tief. Seine Ursache liegt in der hormonellen Umstellung des Körpers aber auch in dem Gefühl von Überforderung, das ein Neugeborenes bei seinen Eltern auslösen kann. Verständnis, Geduld und Ruhe helfen der jungen Mutter über diese Tage hinweg. Wenn der Babyblues aber länger als vierzehn Tage anhält, ist er meist nicht mehr harmlos. Man spricht von einer postnatalen Depression. Für Aussenstehende ist sie oft nicht erkennbar, da die Betroffenen bemüht sind, die Fassade der glücklichen Mutter aufrecht zu erhalten. Ausserdem sind manche Anzeichen wie Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen oder sexuelle Unlust, in Massen normal bei jungen Müttern. Eine genetische Veranlagung zu psychischen Krankheiten, vor allem eine bereits erlebte Depression erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine Postnatale Depression (PND). Weitere Faktoren, die eine PND begünstigen, sind: Schlafmangel und Mangelernährung, fehlende praktische und emotionale Hilfe im Alltag mit Kleinkind, die Isolation als junge Mutter und Probleme mit dem Partner. Man geht davon aus, dass zehn Prozent aller jungen Mütter eine Postnatale Depression erleiden. Und auch junge Väter können davon betroffen sein. Je eher sie erkannt und behandelt wird, desto schneller und leichter kann sie überwunden werden. Leider ist das Bewusstsein für diese Erkrankung selbst bei Fachleuten wie Gynäkologen und Psychologen noch nicht hoch, sodass selbst Müttern, die offen von ihren Problemen berichten, oft nicht ausreichend geholfen wird. Der Verein Postnatale Depression Schweiz bietet erkrankten Müttern und Vätern Hilfe. So stehen unter anderem Frauen, die eine PND selbst erlebt und überwunden haben, als Gesprächspartnerinnen zur Verfügung. Denn nur, wer es selbst erlebt hat, weiss, wie diese Krankheit das Leben beeinträchtigt und mit welcher Hilfe man sie überwinden kann. Wenn Sie das Gefühl haben betroffen zu sein, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen! Es handelt sich dabei um eine Erkrankung und nicht um die Unfähigkeit, Mutter oder Vater zu sein. Verein Postnatale Depression Schweiz, Beratungstelefon von Pro Mente Sana: Bei Pro Mente Sana erhalten Sie gegen 10 Franken Schutzgebühr einen Ratgeber zum Thema: Postpartale Depression Wie Sie Hilfe finden und was Sie selber tun können, Blähungen Vermeiden Sie blähende Hülsenfrüchte, Kohl- und Lauchgemüse, sowie fettige und zuckerreiche Speisen. Würzen Sie mit Kümmel, Anis und Fenchel, und trinken Sie nach jeder Mahlzeit einen Tee aus Thymian, Majoran und Pfefferminz. Was dem Baby hilft, kann auch Ihnen jetzt helfen: Eine sanfte Massage des Bauches im Uhrzeigersinn, mit einem speziellen Babybäuchlein-Öl. Blasenschwäche und Harndrang Die meisten Frauen müssen während der Schwangerschaft häufiger zur Toilette. Das liegt an den Schwangerschaftshormonen und gegen Ende der Schwangerschaft auch am Druck des Kindes auf die Blase. Beides kann dazu führen, dass Sie ungewollt Urin ablassen, vor allem, wenn Sie schwer heben, niessen oder husten. Es hilft, wenn Sie dann Ihren Beckenboden anspannen. Und beugen Sie einer anhaltenden Blasenschwäche nach der Schwangerschaft bereits jetzt mit Beckenbodentraining vor. Es ist Teil der Schwangerschafts- und der Rückbildungsgymnastik (siehe Rückbildungsgymnastik). Geruchsempfindlichkeit Man vermutet, dass eine erhöhte Konzentration weiblicher Sexualhormone für die erhöhte Geruchsempfindlichkeit von Schwangeren sorgt. Wenn Ihnen aufgrund dessen rasch übel wird, kann ein erfrischender Zitrusduft helfen, etwa als Deodorant, Aromaspray oder Raumduft. Als homöopathisches Mittel wird Sepia D6 eingesetzt, drei Mal täglich fünf Globuli. Krampfadern Das Schwangerschaftshormon Progesteron begünstigt leider die Bildung von Krampfadern und Besenreissern. Es sorgt dafür, dass sich die Wände der Venen entspannen und durch die vermehrte Blutmenge während der Schwangerschaft gedehnt werden. Krampfadern vorbeugen können Sie, indem Sie Ihre Beine so oft wie möglich hochlegen und beim Sitzen nicht übereinander schlagen. Wenn Sie bei der Arbeit viel stehen müssen, sollten Sie Stützstrümpfe tragen. Rückenschmerzen Die Wirbelsäule wird in der Schwangerschaft stark und einseitig belastet und die Bänder, die sie halten lockern sich hormonell bedingt. Das führt Eltern 24 Eltern 25

14 Lexikon bei vielen Schwangeren zu Kreuzschmerzen. In den letzten Schwangerschaftswochen drückt das Baby oft auf den Ischiasnerv, und verursacht einen ziehenden Schmerz von der Pobacke bis in den hinteren Oberschenkel. Was hilft? Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Becken nicht nach vorne kippen und bemühen Sie sich so gerade wie möglich zu stehen. Entlasten Sie Ihre Wirbelsäule, erledigen Sie viele Tätigkeiten im Sitzen mit einem Keilkissen unter dem Hintern. Legen Sie sich hin, am besten mit einer Wärmflasche an der schmerzenden Stelle. Auch Schwangerschaftsyoga und Schwimmen können schmerzlindernd wirken. Sodbrennen Im letzten Schwangerschaftsdrittel leiden fast alle Frauen darunter. Es hilft, wenn Sie viele kleine Mahlzeiten statt weniger grosser essen. Lagern Sie Ihren Oberkörper beim Schlafen etwas hoch, damit die Säure nicht so leicht aufsteigen kann. Weisskohlsaft schmeckt gewöhnungsbedürftig, kann aber bei Sodbrennen helfen, wenn Sie über den Tag verteilt einen Viertelliter davon trinken. Eine schmackhaftere Alternative sind geschälte Mandeln, die lange im Mund gekaut werden. Übelkeit und Erbrechen Sind harmlos, solange Sie dadurch nicht an Gewicht verlieren. Die Beschwerden vergehen fast immer nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Was hilft? Lassen Sie sich morgens Zeit: Genehmigen Sie sich Pfefferminztee und einen kleinen Snack im Bett und bleiben Sie anschliessend noch eine Weile liegen. Gut geeignet für dieses Frühstück sind Zwieback, Vollkornkekse oder ein paar Nüsse. Am Tag soll Rohkost und Ingwertee die Übelkeit vertreiben. Verstopfung Bis zu drei Tage ohne Stuhlgang gelten während der Schwangerschaft als normal. Um die Darmtätigkeit anzuregen hilft Bewegung, viel Trinken und ballaststoffreiches Essen (siehe Ernährung). Nehmen Sie keine Abführmittel ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin ein. Natürliche Mittel, die abführend wirken sind erlaubt: Zum Beispiel 3 bis 4 Dörrpflaumen über Nacht in einem Glas Wasser einweichen, morgens essen und die Einweichflüssigkeit dazu trinken. Homöopathisches Mittel: Alumina D6, dreimal täglich fünf Globuli. Wadenkrämpfe Gegen nächtliche Muskelkrämpfe wirken kalt-warme Wechselduschen vor dem Schlafen. Lagern Sie Ihre Beine während der Nacht hoch. Wenn Magnesiummangel die Ursache ist, achten Sie auf magnesiumhaltige Lebensmittel und lassen Sie sich ein Magnesiumpräparat verschreiben. Bei müden, schweren Beinen hilft viel Bewegung, flache Schuhe, Wechselduschen und öfters mal die Beine hochlegen. Velofahren, auch auf dem Heimtrainer, stärkt die Beinmuskulatur. Bei Venenschwäche sollten Sie konsequent Kompressionsstrümpfe tragen. Wassereinlagerungen Wenn während des Tages die Hände oder Füsse anschwellen, ist das zunächst kein Grund zur Sorge. Sollten die Schwellungen aber über Nacht nicht abklingen, besteht der Verdacht auf Schwangerschaftsvergiftung. Informieren Sie Ihren Arzt sofort über die Symptome. Buchtipp: Ingeborg Stadelmann. Die Hebammensprechstunde, Stadelmann Verlag. Hier finden Sie Ratschläge und Tipps aus Pflanzenheilkunde, Homöopathie und Aromatherapie für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. (s. Beschwerden) Nur bei etwa zehn Prozent aller Schwangeren springt die Fruchtblase tatsächlich vor der Geburt und kaum je so dramatisch, wie man es in Filmen sehen kann. Sollten Sie Fruchtwasser verlieren, informieren Sie sofort Ihre Hebamme oder Ihren Arzt. Bei einem Blasensprung besteht die Gefahr, dass Bakterien und Keime in die Gebärmutter eindringen und das Kind infizieren. Meist beginnen innerhalb der folgenden 48 Stunden die Wehen. Je nach Schwangerschaftswoche wird man deshalb im Spital versuchen die Wehen mit Ruhe und Medikamenten etwas hinauszuzögen. Da durch den grossen Bauch ein starker Druck auf Ihrer Blase lastet, kann es auch sein, dass Sie nur Urin verlieren das sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden. Ist der Blutdruck auffallend hoch oder niedrig, kann das auf eine schlechte Versorgung des Ungeborenen hinweisen. Deshalb wird er bei jedem Vorsorgetermin kontrolliert. Ein niedriger Blutdruck in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten ist jedoch kein Grund zur Sorge: Durch die Hormone senkt er sich bei allen Schwangeren vorrübergehend. Angenehm für Frauen mit gewöhnlich hohem Eltern 26

15 Lexikon Lexikon Blutdruck, alle anderen fühlen sich müde und schlapp. Ein auffallend hoher Blutdruck kann aber auch Zeichen der sogenannten Schwangerschaftsvergiftung sein (siehe Schwangerschaftsvergiftung). Ab dem zweiten Schwangerschaftsmonat wächst die Brust, sie wird schwerer und ist besser durchblutet. Manchmal färbt sich der Warzenhof dunkel, viele Frauen spüren ein Spannen in der Brust oder reagieren empfindlich auf Berührungen. Gegen Ende der Schwangerschaft sind die Milchkanäle bereit fürs Stillen und erste Vormilch kann austreten. Etwa vier Tage nach der Geburt schiesst die Milch ein, die Brüste wachsen nochmals, bei manchen Frauen kommt es dadurch zu Rissen im Gewebe. Regelmässiges Cremen kann Schwangerschaftsstreifen an den Brüsten vorbeugen. (s. Pränatale Diagnostik) Je näher der Geburtstermin rückt, desto grösser die Angst werdender Mütter: Wie schafft es mein Körper das Kind zu gebären? Die Schmerzen kann man betäuben aber den Körper nicht umgehen. Scheidenwand und Damm werden bei der Geburt sehr stark gedehnt. Vor allem bei einer schnellen Geburt kann es sein, dass das Gewebe dem Druck nicht standhält und reisst. Deshalb wurde lange Zeit systematisch ein Dammschnitt gemacht, mit der Begründung, dem Kind den Druck auf den Kopf zu ersparen und Verletzungen der Scheide oder einer Überdehnung des Beckenbodens vorzubeugen. Wissenschaftlich belegt sind die angeblichen Vorteile eines Dammschnitts nicht. Dammrisse sollen zudem schneller und unproblematischer verheilen als Dammschnitte. Informieren Sie sich bei der Klinikwahl, welche Praxis gängig ist. Viele Hebammen sind überzeugt, dass die Massage des Dammes in der Schwangerschaft einem Riss während der Geburt vorbeugen kann Sprechen Sie Ihre Gynäkologin oder Hebamme darauf an. Früher war es üblich, dass die Frauen der Familie, die bereits Mütter waren, die Gebärende während der Geburt emotional unterstützten. Diese Unterstützung war deshalb so wertvoll, weil diese Frauen bereits eine Geburt selbst körperlich erlebt hatten, gleichzeitig aber weniger emotional eingebunden waren als der werdende Vater. Heute kann man sich diese Hilfe als Zusatzleistung kaufen. Doulas unterstützen die Schwangere oder das Paar während der Geburt und sorgen dafür, dass sich die Gebärende sicher und geborgen fühlt. Auch wenn die Schicht der Hebamme beendet ist, bleibt eine vertraute Person kontinuierlich bei ihnen, sie macht Mut und tröstet. Die Betreuung durch eine Doula kann vor allem dann sinnvoll sein, wenn der Partner nicht anwesend sein wird, Komplikationen bei der Geburt absehbar sind oder die Schwangere nicht Muttersprachlerin ist und Unterstützung bei der Verständigung mit der Hebamme benötigt. Die Betreuung durch eine Doula mit Vor- und Nachgesprächen, sowie Rufbereitschaft rund um den Geburtstermin kostet zwischen 800 und 1000 Franken. Infos und Kontakt zu Doulas über Selten kommt es vor, dass sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter sondern ausserhalb, im Eileiter einnistet. Bemerkbar macht sich dies meist Mitte bis Ende des zweiten Schwangerschaftsmonates durch Blutungen und krampfartige Schmerzen im Unterleib. Ursache dafür ist häufig, dass der Eileiter verengt oder durch Entzündungen verklebt ist. Eine Eileiterschwangerschaft wird operativ beendet. Die Ärzte bemühen sich dabei den betroffenen Eileiter zu erhalten. Wenn der noch verbliebene Eileiter gesund ist, kann die betroffene Frau wieder schwanger werden. Bei jeder Schwangerschaftskontrolle wird der Hämoglobinwert Ihres Blutes bestimmt. Das Hämoglobin versorgt Ihre Körperzellen mit Sauerstoff und liefert diesen auch an das Ungeborene. Um Hämoglobin bilden zu können, benötigt der Körper Eisen, ist der Hämoglobinwert niedrig, spricht man deshalb von Eisenmangel. In der Schwangerschaft ist der Eisenbedarf erhöht und eine eisenreiche Ernährung deshalb besonders wichtig (siehe Ernährung). Manchmal reicht diese jedoch nicht aus, um den Hämoglobinwert zu steigern, dann wird Ihre Ärztin Eisentabletten verschreiben. Schwanger sein ist spannend und Eltern werden eine Reise ins Ungewisse. Immer wieder mischen sich auch Sorgen und Ängste in Vorfreude und Begeisterung. Auf de steht Ihnen deshalb das Know-how der Zeitschrift ELTERN zur Verfügung. Hier finden Sie Expertenrat und Erfahrungsberichte, Videos, die anschaulich erklären, wie man zum Beispiel ein Baby richtig badet oder ein Tragetuch wickelt. Und vor allem finden Sie hier Gehör für Ihre Fragen und Anliegen: Im Forum können Sie sich mit anderen (werdenden) Müttern und Vätern austauschen. Hier erhalten Sie wertvolle Tipps für den Babyalltag, von Profis, die es wissen müssen. Ob Stillschwierigkeiten oder Partnerschaftsprobleme, kein Thema ist Tabu. Loggen Sie sich ein und werden Sie Teil der grossen ELTERN-Community! Alles, was ein ungeborenes Kind zum Wachsen benötigt, erhält es aus dem Blutkreislauf seiner Mutter. Während der Schwangerschaft muss sie deshalb beim Essen an zwei denken, an ihr Kind, das sie miternährt und an sich selbst, weil ihr Organismus jetzt Höchstleistungen erbringt. Beim Essen an zwei denken heisst aber nicht für zwei essen! Der Kalorienbedarf ist erst ab dem vierten Schwangerschaftsmonat erhöht, und selbst dann reichen ein Apfel und ein Käsebrot zusätzlich völlig aus. Der Nährstoffbedarf jedoch steigt mit dem Beginn der Schwangerschaft, vor allem der Bedarf an Eiweiss, Kalzium, Zink, Vitamin B2, Eisen, Folsäure und Jod. Schwangere sollten deshalb möglichst hochwertige Lebensmittel zu sich nehmen. Wo steckt was drin? Eiweiss liefern Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte und Milchprodukte. Kalzium steckt vor allem in Milch, Joghurt und Käse, aber auch Nüssen und grünem Gemüse. Einen hohen Zinkgehalt haben Haferflocken und Rindfleisch. Vitamin B2, auch Riboflavin genannt, ist in Fisch, Vollkornprodukten und Gemüse vorhanden. Eisen liefern Fleisch, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot. Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme des Körpers, der gleichzeitige Verzehr von Milchprodukten, Kaffee oder schwarzem Tee hemmen sie. Folsäure steckt in Vollkornprodukten, Gemüse, Kalbsund Geflügelleber. Der Bedarf daran kann zu Beginn der Schwangerschaft oft nicht über die Nahrung allein gedeckt werden. Hier können mit Folsäure angereicherte Lebensmittel oder Tabletten helfen. Jodiertes Speisesalz und Seefisch sind die besten Jodlieferanten. Zwei Mal pro Woche Fisch, egal ob frisch oder tiefgekühlt, empfehlen Ernährungswissenschaftler Schwangeren. Grundsätzlich sollten Sie sich fettund zuckerarm, aber ballaststoffreich ernähren, mit viel Obst und Gemüse. Obst und Gemüse möglichst roh oder nur blanchiert geniessen, da Vitamine hitzeempfindlich sind. Geben Sie gesunden Fetten den Vorzug: Kaltgepresste Pflanzenöle enthalten viel Vitamin A und E, tierische Fette wie Butter sind Vitamin D-Lieferanten. Meiden Sie gehärtete Fette und vor allem Eltern 28 Eltern 29

16 Lexikon versteckte Fette in Gebäck, Saucen und Wurstwaren. Innereien sollten selten auf Ihrem Speiseplan stehen, da sie heute oft stark schadstoffbelastet sind. Ganz verzichten sollten Sie während der Schwangerschaft auf Rohmilch und Rohmilchprodukte. Sie können Bakterien enthalten, die die für Schwangere und Ungeborene gefährliche Infektionskrankheit Listeriose auslösen. Gleiches gilt für Mayonnaise, rohes oder geräuchertes Fleisch, rohen oder geräucherten Fisch und Fertiggerichte und -salate, die länger in Kühltheken liegen. Fleisch muss immer gut durchgegart sein, um Toxoplasmose- Erreger abzutöten. Und wenn die Heisshunger-Attacke kommt? Auf so etwas richtig Ungesundes, Fettiges, Nährstoffarmes? Nur kein Stress: Nachgeben! Wenn es nicht täglich eine Tüte Chips ist, sollte man lieber mit Vergnügen der Lust nachgehen, als sich mit peniblem Vitaminzählen unter Druck zu setzen. Endet eine Schwangerschaft vor der 25. Woche, spricht man von einer Fehlgeburt. Oft kündigt sich eine Fehlgeburt durch anhaltende, ziehende Schmerzen im Unterleib oder Rücken und durch Blutungen an. In diesem Fall sollten Sie umgehend Ihre Ärztin oder Hebamme aufsuchen. Fehlgeburten sind ein Tabu, kaum jemand spricht darüber. Deshalb bleiben die trauernden Eltern oft allein mit ihrer Ohnmacht, ihren Ängsten und nicht selten dem Gefühl, Schuld zu sein an dem Tod ihres Kindes. Hilfe, Informationen und Kontakt zu Menschen in ähnlicher Situation bietet die Seite (Amniozentese) (s. Pränatale Diagnostik) Ein Kind, das vor der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt und Neugeborene, die weniger als 2500 Gramm wiegen, gelten als Frühgeburt. Je länger ein Baby im Mutterleib bleibt, desto höher ist seine Überlebenschance und desto geringer die Wahrscheinlichkeit für Behinderungen. Ab der 32. Woche sind die Chancen für Frühgeborene fast gleich mit denen reif geborener Babys. Bei etwa jeder zehnten Schwangerschaft kommt es zu einer Frühgeburt. Gründe dafür sind Fehlbildungen im Uterus, Scheideninfektionen und Mehrlingsschwangerschaften. Statistisch gesehen haben sehr junge und ältere Schwangere ein erhöhtes Risiko, ebenso Raucherinnen. Mediziner glauben, dass bei mehr als 50 Prozent der Frühgeburten psychosoziale Gründe der Auslöser waren, das heisst, Stress, Überforderung und Zukunftsangst. Manchmal hilft deshalb bereits Ruhe und Besinnung auf die Schwangerschaft gegen frühzeitige Wehen. Denn diese sind immer ein Warnzeichen und mahnen, nicht nur nebenbei schwanger zu sein, sondern sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Hilft es nicht, einen Gang runter zu schalten, werden Wehenhemmer eingesetzt und konsequente Bettruhe verschrieben. Elternverein Frühgeborener Kinder: Elternverein Känguru: Es gibt sicherlich keine Erstgebärende, die bei aller Vorfreude nicht auch Angst hat vor der Geburt, vor dem Unbekannten und den Schmerzen. Auch all die Theorie aus den Schwangerschaftskursen versteht man meist erst hinterher, wenn man wirklich weiss, wie sich Wehen anfühlen, was Pressen bedeutet und richtiges Atmen. Vertrauen Sie der Hebamme, die Sie während der Geburt betreut und vertrauen Sie sich selbst. Sie werden merken, welche Position Ihnen die Wehen erträglich macht, ob die vorher sorgsam ausgewählte Musik oder doch eher Stille während der Geburtsschmerzen gut tut und potentielle Dogmen (Keine PDA! Auf jeden Fall eine Wassergeburt!) verwerfen. Egal wie lange die Geburt letztlich dauert, ob sich der Muttermund in 4 oder 24 Stunden öffnet, ob Ihr Kind sich durch Becken und Geburtskanal schnell oder langsam windet: Ihre Strapazen werden belohnt! Wie verläuft eine Geburt? Während der Eröffnungsphase öffnet sich der Muttermund von anfangs zwei Millimetern Durchmesser auf zehn Zentimeter. Es ist der längste und der schwerste Teil jeder Geburt. Die ersten Eröffnungswehen fühlen sich dabei noch wie starke Menstruationskrämpfe an. Später, wenn die Wehen in immer kürzeren Abständen kommen, werden auch die Schmerzen stärker. Wenn sie es möchte und sich dazu in der Lage fühlt, kann sich die Gebärende während der Wehen bewegen. Die Hebamme wird immer wieder die Öffnung des Muttermundes kontrollieren und feststellen, wann die Austreibungsphase, die eigentliche Geburt beginnt. Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist, schiebt sich das Baby Kopf voran aus der Gebärmutter heraus. Die Gebärende verspürt dabei einen plötzlichen Drang zu pressen. Sobald Kopf und Schultern des Babys geboren sind, gleitet der übrige Körper leicht heraus. Die Hebamme wird diesen Geburtszeitpunkt festhalten. Die Geburt ist jedoch für die Mutter erst dann abgeschlossen, wenn die Nachgeburt, die Plazenta, ausgeschieden ist. Sie wird sorgfältig auf Vollständigkeit kontrolliert, da zurückbleibende Reste in der Gebärmutter zu Entzündungen führen können. Anschliessend werden gegebenenfalls Dammrisse oder -schnitte unter lokaler Betäubung genäht. Das Baby wird in der Zwischenzeit abgenabelt falls der Vater anwesend ist, wird man ihn fragen, ob er die Nabelschnur durchschneiden möchte. Dann untersucht die Hebamme das Kind (siehe APGAR-Test) und versorgt es. Wenn mit ihm alles in Ordnung ist und die junge Mutter stillen möchte, wird man ihr das Baby nun an die Brust legen. Wehen werden hauptsächlich aus folgenden drei Gründen künstlich eingeleitet: Wenn der errechnete Geburtstermin überschritten ist und sich eine Gefahr für Mutter oder Kind abzeichnet (z.b. Unterversorgung der Plazenta). Wenn es, aufgrund einer Krankheit der Mutter (z.b. Schwangerschaftsvergiftung) oder des Kindes (z.b. Mangelentwicklung) nötig ist, die Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Und wenn nach vorzeitigem Blasensprung keine Wehen einsetzen und somit die Gefahr für eine Infektion des Ungeborenen Eltern 30

17 Lexikon Lexikon besteht. Was hilft, wenn der errechnete Geburtstermin überschritten ist, Mutter und Kind gesund sind, aber keine Wehen einsetzen? Akupunktur, körperliche Anstrengung wie schnelles Treppensteigen oder Wandern, chininhaltige Getränke wie Tonic Water, stark gewürzte Speisen mit Zimt und Ingwer, ein Bad mit Kampfer- oder Eukalyptusöl, Tee aus Himbeerblättern und echtem Eisenkraut und ausserdem: Sex, denn Prostaglandine in der Samenflüssigkeit wirken jetzt aufweichend auf den Gebärmutterhals. Sie entscheiden selbst, wo Sie Ihr Kind zur Welt bringen wollen. Hausgeburt Nach der 37. Schwangerschaftswoche, wenn das Ungeborene im Ultraschall keine Auffälligkeiten zeigt, die Schwangerschaft unproblematisch verlaufen ist und eine komplikationslose Geburt zu erwarten ist, dann spricht nichts gegen eine Hausgeburt. Überlegen Sie bei der Entscheidung: Ist Ihre Wohnung schalldicht, um die Nachbarn nicht am Event zu beteiligen? Können Sie sich eine Geburt ohne starke Schmerzmittel vorstellen? Wird Ihr Partner oder eine andere Ihnen vertraute Person während der Geburt sicher anwesend und voll einsatzbereit sein? Und können Sie sich vorstellen, die Tage nach der Geburt allein zuhause zu meistern? Hebammen finden Sie über den Schweizerischen Hebammenverband, Tel , Die Kosten werden ohne Belastung von Franchise und Selbstbehalt von der Grundversicherung übernommen. Geburtshaus Geburtshäuser bieten nicht das vertraute Umfeld einer Hausgeburt, aber meist eine familiäre Atmosphäre. Sie haben den Anspruch, die Wünsche der jeweiligen Frau in den Vordergrund zu stellen und möglichst natürliche Geburten zu gewährleisten. Für den Notfall sind sie mit denselben Instrumenten und Medikamenten ausgestattet wie Gynäkologen. Manche Geburtshäuser arbeiten auch fest mit einer Frauenärztin zusammen. Zeichnen sich Komplikationen vor der Geburt oder während der Wehen ab, wird die Gebärende in ein Spital verlegt. Es gibt 13 Geburtshäuser in der Deutschschweiz: ch. Die Kosten der Geburt werden ohne Belastung von Franchise und Selbstbehalt von der Grundversicherung übernommen. Der Aufenthalt (Zimmer und Verpflegung) wird in Rechnung gestellt und meistens von der Zusatzversicherung übernommen. Spital Achtzig Prozent der Geburten verlaufen völlig komplikationslos und können ohne weiteres zu Hause stattfinden. Handelt es sich aber um eine Risikoschwangerschaft, sind Komplikationen während der Geburt zu erwarten, liegt das Kind quer oder in Steisslage oder handelt es sich um eine Mehrlingsgeburt, dann gibt es keine Alternative zum Spital. Auch wer unbedingt schulmedizinische Schmerzmittel wie eine PDA (siehe PDA) möchte und wer sich sicherer fühlt, wenn für den Notfall vorgesorgt ist, wählt am besten ein Spital. Denn dort kann jederzeit ein Notfallkaiserschnitt gemacht werden. Verfügt die Klinik zudem über eine Neonatologische Abteilung, dann ist alles vorhanden, um Frühgeborene oder kranke Neugeborene im Notfall sofort behandeln zu können, ohne dass diese in ein anderes Spital verlegt werden müssen. Wie finden Sie ein Spital das Ihren Vorstellungen entspricht? Nutzen Sie Informationsveranstaltungen der Kliniken, sehen Sie sich die Räumlichkeiten an, sprechen Sie mit dem Personal. Fragen Sie nach der Haltung des Spitals zu einer möglichst natürlichen Geburt und sanften Schmerzmitteln, nach der Häufigkeit von Dammschnitten, künstlicher Weheneinleitung und Kaiserschnitten. Wie oft kommt es vor, dass eine Hebamme mehrere Frauen gleichzeitig während der Wehen betreut? Steht immer ein Anästhesist für die PDA zur Verfügung? Wird das Stillen gefördert? Letztlich ist die Entscheidung für ein Spital aber überwiegend Gefühlssache. Die Kosten für eine Klinikgeburt werden von der Grundversicherung ohne Franchise und Selbstbehalt übernommen, die Übernahme des Hoteleriezuschlags (Zimmer und Verpflegung) ist abhängig von Ihrer Versicherung. Meist ist die Unterbringung im Mehrbettzimmer im Versicherungsumfang enthalten. Ambulante Geburt Nach einer komplikationslosen Geburt und mit einem gesunden Neugeborenen können Sie die Klinik auch sofort wieder verlassen und das Wochenbett daheim verbringen. Eine Hebamme wird Sie dann vor Ort betreuen. Bei dieser Option, genauso wie bei der Hausgeburt, müssen Sie sich sicher sein, die ersten Tage mit einem Neugeborenen allein meistern zu können und die nötige Unterstützung in Ihrem Umfeld zu haben. Besprechen Sie mit Ihrer Hebamme was das bedeutet. Für alle Varianten gilt: Bis zum zehnten Tag nach der Geburt haben Sie ein Anrecht auf die Nachbetreuung durch eine Hebamme bei sich zuhause. Sie schaut, wie sich ihr Baby entwickelt, ob sich Ihre Gebärmutter gut zurückbildet und berät sowohl beim Stillen, als auch bei all den Fragen, die sich mit einem Neugeborenen stellen. Nutzen Sie diese Hilfe und suchen Sie sich rechtzeitig vor der Geburt eine freiberufliche Hebamme. Weil man den genauen Zeitpunkt der Befruchtung nicht kennt, gehen die Ärztin oder die Hebamme vom ersten Tag der letzten Regel aus. Von diesem Tag an dauert eine Schwangerschaft im statistischen Durchschnitt 280 Tage, also 40 Wochen. Tatsächlich kommen am errechneten Termin aber nur sehr wenige Babys zur Welt, etwa 4 Prozent. Ein kleiner Teil kommt in den zehn Tagen vor dem errechneten Termin zur Welt, Frühgeburten nicht eingerechnet. Die meisten Kinder aber werden in den zehn Tagen danach geboren. Der errechnete Geburtstermin kann aber auch von der Ärztin korrigiert werden, wenn bei den Ultraschall-Untersuchungen die Masse des Kindes auf eine fortgeschrittene Schwangerschaft schliessen lassen. Wenn der Termin verstreicht, ohne dass die Geburt beginnt, müssen Sie sich aber nicht sorgen. Ihre Ärztin oder Hebamme wird Sie nun in kurzen Abständen zur Kontrolle bestellen und die Herztöne des Kindes sowie den Zustand der Plazenta und die Fruchtwassermenge kontrollieren. Sollte es Ihrem Baby nicht gut gehen, wird die Geburt eingeleitet (siehe Geburtseinleitung). Yoga, Aquafitness, Bauchtanz in der Geburtsvorbereitung wird längst nicht mehr nur gehechelt. Alles was das Körpergefühl und die Fitness stärkt, ist auch eine Vorbereitung auf Wehen und Geburt. Wer jedoch den Ablauf einer Geburt einmal vorab durchspielen möchte, Gebärhaltungen ausprobieren, Atemtechniken üben und Entspannungsmethoden lernen, findet dies nur in klassischen Geburtsvorbereitungskursen. Gerade für Erstgebärende kann der Besuch solch eines Kurses von Vorteil sein, weil sie die Gelegenheit haben, einer Fachfrau all ihre Fragen zu stellen und Ängste zu schildern. Ausserdem trifft man hier vielleicht zukünftige Krabbelgruppenfreundinnen. Vorbereitungskurse können hilfreich sein, sind aber keine Pflicht. Wer sich nicht mit anderen Schwangeren auf Hüpfbällen wippen sieht, lässt es bleiben und trifft sich lieber zu einem Einzelgespräch mit einer Hebamme. Die Grundversicherung bezahlt bis zu 100 Franken für Gruppenkurse, die von einer Hebamme durchgeführt werden. Bei anderen Kursen lohnt sich die Anfrage nach Kostenübernahme. Kursleiterinnen finden Sie über den Schweizerischen Hebammenverband, Tel , ch und die Fachstelle BirthCare, früher Berufsverband für Geburtsvorbereiterinnen, Tel , Über Kurse in Ihrer Region informieren zudem Gynäkologinnen und das Internet. Hier können Paare in vielen Fällen die Wahrscheinlichkeit für ein geschädigtes Kind während, aber auch bereits vor einer Schwangerschaft abklären. Folgende Situationen können Beweggrund für eine solche Beratung sein: Eine vorhandene Erbkrankheit bei einem Elternteil, in der Familie oder bei einem bereits geborenen Kind. Häufung von Tumorerkrankungen in der Familie. Mehrere Fehl- oder Totgeburten, deren Ursachen sich nicht klären lassen. Blutsverwandtschaft zwischen den Eltern. Gründe für den Wunsch nach genetischer Beratung sind ausserdem auffällige Befunde im Trimester-Test, während des Ultraschalls oder bei der Pränataldiagnostik (siehe Pränatale Diagnostik), sowie Virusinfekte, Medikamenteneinnahme oder Strahlenbelastung während der Schwangerschaft. Eltern 32 Eltern 33

18 Lexikon Lexikon Was geschieht bei einer genetischen Beratung? Oft genügen bereits genaue Angaben über Erbkrankheiten in der Familie, um das Risiko für ein geschädigtes Kind zu definieren. Manchmal sind weitere Untersuchungen, wie Bluttests dafür nötig. Die genetische Beratung vor einer Schwangerschaft ergibt nie eine sichere Vorhersage, sondern einzig eine Wahrscheinlichkeit für bestimmte Krankheiten. Nur eine kleine Anzahl genetisch bedingter Erkrankungen und Fehlbildungen können absolut sicher erkannt werden. Die Befürchtungen sind oft grösser als der Befund: genetische Schäden sind selten. Wird während der Schwangerschaft eine schwere Schädigung des Embryos nachgewiesen, kann die Schwangerschaft auch nach der 14. Schwangerschaftswoche noch abgebrochen werden. Oft entscheiden sich Eltern nach gründlicher Beratung dafür, ihr krankes oder behindertes Kind aufzuziehen. Lassen Sie sich in jedem Fall genau über das Ergebnis informieren und nehmen Sie sich ausreichend Zeit über Konsequenzen zu entscheiden. Die Entscheidung liegt allein bei Ihnen. Genetische Beratungsstellen in der Deutsch-Schweiz: Universitäts-Kinderspital beider Basel, Sprechstunde Klinische Genetik, Tel , Kinderkliniken des Inselspitals Bern, Sprechstunde Genetische Beratung, Tel , Institut für Medizinische Genetik, Universität Zürich, Tel , Die unabhängige Informations- und Beratungsstelle für pränatale Untersuchungen APPELLA bietet Telefon- und Online-Beratung: Tel , Pro Infirmis informiert und unterstützt Eltern, die ein behindertes Kind haben oder erwarten: Tel , Die optimale Gewichtszunahme hängt vom Gewicht der Frau vor der Schwangerschaft ab. Je geringer ihr BMI (Body Mass Index: Gewicht geteilt durch die Körpergrösse in Metern im Quadrat), desto mehr darf sie zunehmen. Letztlich ist aber von 7 bis 18 Kilo alles akzeptabel. Viel wichtiger als auf die Kilos zu achten, ist eine gesunde Ernährung mit ausreichend Mineralstoffen und Vitaminen. Wer sich daran hält, kann fast nicht zu viel zunehmen (siehe Ernährung). Auf keinen Fall darf während der Schwangerschaft gefastet oder Diät gehalten werden. Beides kann zu Mangelernährung des Ungeborenen führen. Mit dem Abnehmen nach der Geburt darf Frau sich dann genau so viel Zeit nehmen, wie mit dem Zunehmen: 9 Monate braucht der Körper, um sich von der Schwangerschaft zu regenerieren. In der Schwangerschaft kommt es häufig zu Harnwegsinfektionen, weil der Urin einen veränderten Säuregrad hat und Bakterien sich leichter vermehren. Deshalb wird bei jeder Vorsorge-Untersuchung Ihre Urinprobe auf weisse Blutkörperchen (Leukozyten) untersucht. Findet das Labor sie vermehrt, ist das ein Hinweis auf eine Entzündung. Infektionen in Harnwegen, Blase und Nierenbecken können vorzeitige Wehen auslösen. Sie müssen unbedingt behandelt werden. Sie betreut die Schwangere während der Geburt, egal ob zu Hause, im Geburtshaus oder im Spital. Nur bei Risikoschwangerschaften oder Unregelmässigkeiten während der Geburt sind eine Ärztin oder ein Arzt anwesend. Die Hebamme untersucht auch das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt (siehe Apgar-Test). Hebammen sind nicht nur als Geburtshelferin ausgebildet. Sie können auch anstelle einer Gynäkologin die Schwangerschaftskontrollen durchführen, mit Ausnahme des Ultraschalls. Sie bieten Geburtsvorbereitungskurse und Rückbildungsgymnastik an und betreuen Mutter und Kind im Wochenbett. Bei Hausgeburten und ambulanten Geburten zahlt die Grundversicherung die tägliche Betreuung durch eine Hebamme bei Ihnen zuhause. Und auch wenn Sie Ihr Kind im Spital zur Welt bringen, haben Sie bis zum zehnten Tag nach der Geburt ein Anrecht auf deren Besuch. Kümmern Sie sich rechtzeitig vor der Geburt um eine Hebamme, damit diese rund um den errechneten Geburtstermin auch noch Kapazitäten frei hat. Schweizerischer Hebammenverband, Tel , Unbemerkt von der werdenden Mutter beginnt das Herz des Kindes zu schlagen: 21 Tage nach der Befruchtung pocht es zum ersten Mal. Im Ultraschall sieht man ab der 7. Schwangerschaftswoche die Bewegungen des Herzens. Im dritten Monat kann man die Herztöne dann auch hören, mit dem sogenannten Doppler-Gerät. Ein grosses Erlebnis! Keine Angst aber, wenn die Hebamme oder der Arzt die Herztöne noch nicht finden können: Wenn die Plazenta an der Vorderwand der Gebärmutter liegt, blockiert sie den Schall. Nach dem fünften Monat kann man den Herzschlag auch mit einem gewöhnlichen Hörrohr durch die Bauchdecke wahrnehmen. Wenn die Geburt begonnen hat, werden die Herztöne elektronisch registriert, um das Wohlbefinden des Kindes zu überwachen. Ändert sich die normale Herzfrequenz anhaltend, ist das ein Zeichen, dass es dem Ungeborenen nicht gut geht. Bei Schwangerschaftsbeschwerden wie Brechreiz und auch zur Schmerzlinderung während der Geburt können Globuli eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Sie nicht einfach irgendein Mittel schlucken, sondern sich von einer Fachperson beraten lassen. Denn die als nebenwirkungsfrei bekannten Mittel können in der Schwangerschaft dennoch Nebenwirkungen haben, wie beispielsweise frühzeitige Wehen. Auch für Babys und Kleinkinder hat sich die Homöopathie als sanfte Alternative bei leichten Beschwerden und Schmerzen durchgesetzt, etwa als fiebersenkendes Mittel oder Gabe bei Zahnungsschmerzen. Klären Sie aber auch hier alle schweren oder anhaltenden Beschwerden immer ärztlich ab! In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten können Masern, Mumps, Röteln, Diphterie und Windpocken dem Ungeborenen schaden. Tritt im Umfeld eine dieser Erkrankungen auf, sollten Sie unverzüglich zum Arzt gehen. Er kann feststellen, ob Sie Antikörper gegen die Krankheit im Blut aufweisen und Ihnen durch einen Impfstoff, der dem Kind nicht schadet, einen zeitlich begrenzten Schutz vor Ansteckung verschaffen. Vor allem eine Ansteckung mit dem Rötelnvirus kann zu Beginn der Schwangerschaft schwere Schäden beim Ungeborenen verursachen. Frauen mit Kinderwunsch sollten deshalb gegen Röteln geimpft sein. Ebenso empfehlenswert ist eine Tetanusund Diphterieimpfung. Von Impfungen während der Schwangerschaft wird generell abgeraten. Manchmal ist ein Kaiserschnitt unabdingbar, um das Kind auf die Welt zu bringen und das Leben von Mutter und Kind nicht zu gefährden. Er wird geplant, wenn das Ungeborene quer im Mutterleib liegt oder das innere Becken der Frau im Verhältnis zur Grösse ihres Kindes zu klein ist. Wenn die Mutter eine schwere Schwangerschaftsvergiftung hat, an einer aufsteigenden Infektion, Zuckerkrankheit oder Fieber leidet. Und wenn die Plazenta sich ablöst, zu tief oder vor dem Muttermund sitz. Auch während der natürlichen Geburt kann ein Kaiserschnitt notwendig werden, etwa wenn die Nabelschnur abgeklemmt ist und das Baby nicht genügend Sauerstoff bekommt. Oft wird ein Kaiserschnitt auch bei sogenannten Steisslagen durchgeführt, das heisst Babys, die mit dem Kopf nach oben im Mutterleib verharren. Nur noch wenige Geburtshelfer trauen sich die vaginale Geburt eines Steisslagen- Kindes zu. Da die Anzahl der Kaiserschnitte an den Geburten in den letzten Jahren rapide zugenommen hat, wird spekuliert, ob es sich dabei um Geschäftemacherei handelt. Ein Kaiserschnitt wird von den Krankenkassen weit höher entlohnt als eine natürliche Geburt, die Operation ist oft planbar und ihre Dauer wesentlich kürzer als eine spontane Geburt. Die Gegenseite argumentiert, dass Frauen heute bei der Geburt ihrer Kinder immer älter und somit eher Risikopatientinnen seien, was einen Kaiserschnitt notwendig mache. Zwar ist der Kaiserschnitt inzwischen ein Routineeingriff, er bleibt aber eine mittelgrosse Bauchoperation, mit Gefahren für Mutter und Kind. Insbesondere früh per Kaiserschnitt geborene Kinder erkranken häufig an Atemstörungen und Asthma. Spätere Schwangerschaften können beeinträchtigt werden und die Rückbildung ist oft langwieriger und schmerzhafter. Ausserdem fühlen sich Frauen, die per Kaiserschnitt geboren haben oft schuldig daran oder sind enttäuscht, dass sie und ihr Kind keine natürliche Geburt erleben durften. Dabei bleibt diese Operation, trotz aller Kritik an ihrer Häufigkeit, ein Segen für all die vielen Kinder und Mütter, die eine natürliche Geburt nicht gesund oder lebend überstehen würden. Heute bedeutet ein Kaiserschnitt auch nicht mehr, dass jede weitere Geburt zwangsläufig per Kaiserschnitt erfolgen muss. Wenn die Gründe, die einen Kaiserschnitt nötig gemacht haben, zum Beispiel eine Querlage des Kindes, bei der folgenden Schwangerschaft nicht bestehen, kann eine natürliche Geburt erfolgen. Denn mit den heutigen Operationsmethoden sind Gebärmutterrisse, die zu Komplikationen führen können, selten geworden. Erstgebärende spüren die Bewegungen Ihres Kindes meist ab der 20. Schwangerschaftswoche, erfahrene Mütter oft einige Wochen früher. Merken Sie sich den Zeitpunkt, Ihre Ärztin oder Eltern 34 Eltern 35

19 Lexikon Lexikon Hebamme wird danach fragen, um die Entwicklung des Kindes abschätzen zu können. Aus den zarten Klopfzeichen werden in den folgenden Monaten kräftige Tritte und Bewegungen, die Sie nicht nur spüren, sondern auch an der Bauchdecke sehen können. Dabei hat jedes Baby sein eigenes Temperament und seinen eigenen Rhythmus. Einmal täglich sollten Sie Ihr Kind spüren, das kann einem aber im Alltag tatsächlich auch entgehen. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie Ihre Ärztin oder Hebamme. Und zu Ende der Schwangerschaft ist Ihr Kleines einfach zu sehr in seinem Bewegungsspielraum eingeschränkt, um noch grosse Turnübungen zu vollbringen. Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Schwangeren fühlen sich schöner denn je! Und das ist nicht nur ein Gefühl. Die hormonelle Umstellung sorgt bei ihnen für einen frischeren Teint und fülligeres Haar. Oft normalisiert sich fettige Haut und Unreinheiten verschwinden für die kommenden neun Monate. Ausserdem fallen weniger Haare aus während neue rasch wachsen, was zu mehr Haarvolumen führt. Für manche Frauen bedeutet die Schwangerschaft aber leider strähnige Haare und trockene Haut. Und nach den neun Monaten kann die erneute Hormonumstellung dem guten Gefühl die Grundlage rauben. Dann nämlich fallen vermehrt Haare aus und der Körper kann mit Hautunreinheiten und -ausschlägen reagieren. Halten Haarausfall oder Ausschläge an, lassen Sie einen Dermatologen abklären, worin die Ursache liegt. Vielleicht handelt es sich um eine Mangelerscheinung. Manchmal reagiert der Körper bis zu zwei Jahre nach der Geburt mit Autoimmunerkrankungen oder verstärkt bereits vorhandene Symptome wie Neurodermitis. Übrigens: Während der Schwangerschaft sollten Sie die Sonne zwar geniessen, Ihre Haut aber ausreichend schützen. Denn die Sonne kann jetzt bleibende Pigmentflecken hervorrufen. Und nun noch ein kleiner Dämpfer: Ob man Schwangerschaftsstreifen davon trägt oder nicht, ist in erster Linie bedingt durch Veranlagung. Schwaches Bindegewebe reisst eher als starkes, egal wie häufig man cremt und egal wie teuer das Produkt ist. Und Schwangerschaftsstreifen können nicht nur an Oberschenkeln entstehen, sondern auch am Rücken oder an den Brüsten etwa durch den schnellen und starken Milcheinschuss. Das Cremen hilft dennoch, wenn auch nicht gegen die Streifen: Es hilft, weil Sie sich Zeit für sich nehmen, sich pflegen und sich etwas Gutes tun. (s. Beschwerden) (s. Beschwerden) (s. Risikofaktoren) Sie ist heute keine Seltenheit mehr. Vor allem Frauen, die durch künstliche Befruchtung schwanger werden, erwarten oft Mehrlinge. Diese können eineiig oder mehreiig sein. Zu eineiigen Mehrlingen kommt es, wenn sich die befruchtete Eizelle in den ersten Tagen nach der Befruchtung teilt. Alle Kinder haben deshalb die gleichen Erbanlagen und sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Bei zwei- oder mehreiigen Babys sind im Körper der Mutter mehrere Eizellen gleichzeitig herangereift und jeweils von einer anderen Samenzelle befruchtet worden. Die Kinder sind also genauso verschieden, wie wenn sie unabhängig voneinander gezeugt und geboren worden wären. Ein besonderes Verhältnis zueinander entwickeln sie aber über die gemeinsame Zeit im Mutterleib und sicherlich auch über das zeitgleiche Heranwachsen. Mehrlingsschwangerschaften werden immer als Risikoschwangerschaften deklariert und besonders intensiv ärztlich überwacht. Die Belastung des mütterlichen Körpers ist um ein vielfaches grösser als bei nur einem Kind. Schwangerschaftsbeschwerden, wie Krampfadern, Kreuzschmerzen oder Bluthochdruck, treten eher auf. Deshalb sollten sich Schwangere, die Mehrlinge erwarten, besonders schonen. Frühgeburten sind bei Mehrlingen häufig der Fall. Verläuft die Schwangerschaft komplikationslos, kann die Mutter ihre Kinder auf natürlichem Wege gebären. Allerdings werden Mehrlinge häufig per Kaiserschnitt auf die Welt gebracht. Kümmern Sie sich deshalb frühzeitig um ein Geburtsspital und wählen Sie ein Spital, das sowohl gute Erfahrungen mit Schnittgeburten hat, als auch über eine Neugeborenen-Intensivstation (Neonatologie) verfügt. Jedes Neugeborene ist für seine Eltern eine grosse Herausforderung, mit Mehrlingen steigt diese, allein schon logistisch, noch einmal. Nutzen Sie die Schwangerschaft, um sich mit Mehrlingseltern auszutauschen und von deren Erfahrung zu profitieren. Ein Forum zum Erfahrungsaustausch bietet Bücher und kostenpflichtige Broschüren zum Thema gibt es bei Mit einem Neugeborenen kommt auch mindestens ein wenig Unsicherheit ins Haus. Wer zweifelt, ob sich sein Kind richtig entwickelt, Probleme mit dem Stillen hat oder Fragen zu Pflege und Erziehung, findet bei der Mütter- und Väterberatung fachliche Auskunft. Das Angebot besteht schweizweit und ist in der Regel unentgeltlich. Hier können Sie sich auch mit anderen Eltern austauschen. Manche Beratungsstellen bieten zudem Kurse für werdende Eltern oder zu Themen rund um Kinderpflege und -erziehung an. Teilweise sind Hausbesuche möglich. Die für Ihren Wohnort zuständige Beraterin finden Sie über den Schweizerischen Verband der Mütterberaterinnen SVM, Tel , Es gibt keine Verpflichtung, den Arbeitgeber zu einem bestimmten Zeitpunkt über die Schwangerschaft zu informieren. Empfehlenswert ist es den dritten Schwangerschaftsmonat abzuwarten, da es im ersten Trimester häufig zu Fehlgeburten kommt. Wer noch in der Probezeit ist, sollte erst nach deren Ende die Schwangerschaft verkünden, da dann erst der Kündigungsschutz gegeben ist. In körperlich anstrengenden Berufen oder bei potentiell gesundheitsgefährdenden Arbeiten, sollte der Arbeitgeber rechtzeitig informiert werden, da besondere Richtlinien für Schwangere gelten. Zulässige Arbeiten Werdende Mütter und Stillende haben Anspruch auf Arbeitsbedingungen, die Eltern 36

20 Lexikon Lexikon Ihre Gesundheit und die Ihres Kindes nicht gefährden oder sich negativ auf das Stillen auswirken. Welche Arbeiten dies sind, ist in einer speziellen Mutterschutzverordnung geregelt. Informationen dazu gibt es beim Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Tel , Arbeitszeit Schwangere dürfen nicht mehr als 9 Stunden täglich arbeiten und ab dem 8. Monat keine Nachtarbeit mehr leisten. Kann der Arbeitgeber keine Alternative zur Nachtarbeit bieten, darf die Schwangere bei 80-prozentiger Lohnfortzahlung zuhause bleiben. Schwangere dürfen ausserdem nach Meldung jederzeit der Arbeit fernbleiben. Lohnfortzahlung erhalten Sie dann jedoch nur mit ärztlichem Attest. Kündigungsschutz Während Ihrer Schwangerschaft und in den ersten 16 Wochen nach der Geburt Ihres Kindes, darf eine Frau nicht gekündigt werden, egal, ob sie Lernende ist, Teil- oder Vollzeit arbeitet. Während der Probezeit jedoch ist eine Kündigung zulässig. Der Kündigungsschutz gilt auch dann, wenn eine Firma geschlossen wird oder einen neuen Eigentümer erhält. Wenn Sie während einer Kündigung schwanger werden, verlängert sich Ihr gekündigtes Arbeitsverhältnis bis Ende der 16. Woche nach der Geburt. Als Schwangere können Sie jederzeit unter Einhaltung der Fristen kündigen. Allerdings verlieren Sie dann Ihren Anspruch auf Mutterschaftsurlaub und Mutterschaftsentschädigung. Lohnzahlungspflicht Erwerbstätige Frauen haben ein Anrecht auf 14 Wochen bezahlten Mutterschaftsurlaub, wenn sie zum Zeitpunkt der Geburt als erwerbstätig gelten, in den neun Monaten zuvor in der AHV obligatorisch versichert waren und währenddessen mindestens 5 Monate erwerbstätig waren. Sie erhalten 80 Prozent Ihres letzten Lohnes, jedoch höchstens ein Taggeld von 172 Franken. Wer aufgrund der Schwangerschaft nicht arbeiten kann, erhält seinen Lohn gemäss den Richtlinien für Krankheit und Unfall für eine befristete Zeit. Die Länge ist abhängig von den Dienstjahren und Vertragsvereinbarungen. Der Arbeitsgeber kann den Ferienanspruch kürzen, wenn die Schwangere länger als zwei Monate krankheitsbedingt fehlt. Weitere Informationen zur Mutterschaftsentschädigung und das Antragsformular dafür gibt es beim Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Tel , Beschäftigungsverbot Wöchnerinnen dürfen während 8 Wochen nach ihrer Niederkunft nicht beschäftigt werden. Auf Verlangen der Wöchnerin darf dieser Zeitraum auf 6 Wochen gekürzt werden. Hierfür ist ein ärztliches Attest der Arbeitsfähigkeit erforderlich. Die PDA ist die gängigste Schmerzlinderung während einer Geburt. Mit ihr können Sie selbst entscheiden, wie stark sie die Geburtsschmerzen spüren wollen. Sie bestimmen ihre Dosierung und können sie auch für die Presswehen komplett ausschalten. Die PDA wird während der Wehen durch einen Anästhesisten gelegt und braucht etwa 30 Minuten bis sie wirkt. Sie können also durchaus abwarten, ob Sie sie wirklich nutzen möchten, allerdings ist es oft nicht mehr möglich, eine PDA zu setzen, wenn die Presswehen kurz bevor stehen. Sie würde dann auch nicht mehr rechtzeitig wirken. Egal, ob Sie eine PDA in jedem Fall wünschen oder ob Sie erst einmal abwarten wollen: Teilen Sie dies der Hebamme bei der Ankunft im Spital mit. Ein geringer Teil des Wirkstoffes der PDA gelangt in Ihren Blutkreislauf und somit auch zum Ungeborenen. Er schadet dem Kind nach aktuellem Kenntnisstand nicht. Verfechterinnen einer natürlichen Geburt lehnen eine PDA deshalb dennoch ab und argumentieren, dass Generationen von Frauen ihre Kinder ohne Schmerzbetäubung auf die Welt brachten, bevor es die PDA gab. Versuchen Sie sich bei Ihrer Entscheidung dafür oder dagegen nicht von Trends beeinflussen zu lassen. Besprechen Sie Ihre Ängste vor den Geburtsschmerzen mit Ihrer Hebamme oder Gynäkologin und fragen Sie nach alternativen Schmerzmitteln. Die Ängste sind ganz normal und Schmerzen werden unterschiedlich empfunden. Sie sind nicht stark, wenn sie ohne durchhalten und sie sind nicht schwach, wenn Sie Ihre Schmerzen lindern wollen. Wichtig: Wenn Sie eine Tätowierung in Hüfthöhe auf Ihrem Rücken haben, kann es sein, dass sich der Anästhesist weigert eine PDA zu legen. Denn dann besteht die Gefahr, dass Farbpigmente mit der Nadel in den empfindlichen Hohlraum in der Wirbelsäule gelangen. Die Plazenta versorgt das Ungeborene mit Nahrung und Sauerstoff und transportiert dessen Stoffwechselausscheidungen ab. Sie schützt das Kind vor vielen Schadstoffen und Krankheitserregern aus dem Blutkreislauf der Mutter, die nicht durch die Membran der Plazenta dringen können. Leider fängt sie nicht alle Schadstoffe ab, weshalb man zum Beispiel bei Medikamenten immer abklären sollte, ob sie für Schwangere geeignet sind. Nikotin kann die Funktion der Plazenta stören (siehe Risikofaktoren), ebenso eine Schwangerschaftsvergiftung oder das Übertragen des Kindes. Eine Funktionsstörung der Plazenta kann zu einer Unterversorgung des Babys und damit zu Entwicklungsverzögerungen führen. Das wird aber in den meisten Fällen während des Ultraschalls entdeckt. Auch eine Fehllage der Plazenta, etwa vor dem Muttermund, sieht man rechtzeitig. In diesem Fall muss das Kind per Kaiserschnitt geboren werden. Etwa eine halbe Stunde nach der Geburt des Babys wird die Plazenta ausgestossen. Da die Plazenta den Hormonspiegel während der Schwangerschaft stark anhebt, fühlen sich Mütter nach der Geburt wie auf Entzug: Der plötzliche Hormonabfall kann auf die Stimmung schlagen und deprimieren. Kaum sind Sie schwanger, werden Sie mit den potentiellen Risiken für ein geschädigtes Kind konfrontiert. Ihre Ärztin berechnet statistische Wahrscheinlichkeiten, die vor allem für über 35-jährige beängstigend klingen können. Überlegen Sie sich gut, welche Untersuchungen Sie durchführen lassen wollen. Informieren Sie sich über die Aussagekraft potentieller Untersuchungsergebnisse und bedenken Sie, ob Sie anhand dieser Ergebnisse eine Entscheidung für oder gegen Ihr Kind treffen könnten. Eine Garantie für ein gesundes Kind gibt Pränatale Diagnostik nicht. Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) Bei dieser Untersuchung wird ab der 14. Woche mit einer dünnen Nadel durch die Bauchdecke Fruchtwasser aus der Gebärmutter entnommen. Aus den darin vorhandenen kindlichen Zellen werden Kulturen angelegt. Chromosomen-Veränderungen, Erbkrankheiten oder Fehlbildungen können damit festgestellt werden. Es dauert zwei bis drei Wochen bis das Ergebnis vorliegt. Die Amniozentese ist ein operativer Eingriff. Das Risiko einer Fehlgeburt liegt dabei zwischen 0,5 und 1 Prozent. Chorizotten-Biopsie Die Chorizotten-Biopsie gibt ab der 11. Schwangerschaftswoche Hinweis darauf, ob das Ungeborene an einer Erbkrankheit oder Chromosomen-Störung wie dem Down-Syndrom leidet. Dafür wird über die Scheide oder durch die Bauchdecke Gewebe aus der äusseren Begrenzung der Fruchthöhle entnommen. Dies ist ein operativer Eingriff, das Fehlgeburtsrisiko beträgt 0,5 bis 1 Prozent. Statistiken zeigen, dass mit zunehmender Erfahrung des behandelnden Arztes das Fehlgeburtsrisiko sinkt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung liegen bereits nach wenigen Tagen vor. Sie gelten als zuverlässig, aber ungenauer als die der Fruchtwasseruntersuchung. Ersttrimester-Screening (früher Triple-Test) Hierbei versucht man im ersten Ultraschall möglichst viele Daten zu erheben, die bei einer normalen Schwangerschaft anders ausfallen, als wenn das Kind beispielsweise eine Trisomie 21 (Down Syndrom) aufweist. So wird unter anderem die Nackentransparenz beim Fötus gemessen. Andere Daten sind Blutwerte, Alter und Lebensgewohnheiten der Mutter, etwa ob sie raucht. Alle diese Daten werden miteinander verrechnet und ergeben ein individuelles Risiko für die Schwangere ein krankes Kind zu gebären. Man geht davon aus, dass die Ergebnisse relativ aussagekräftig sind, allerdings handelt es sich dabei nicht um ein klares Ja oder Nein, sondern nur um eine Wahrscheinlichkeit. Weitere Informationen und Beratungsstellen: Siehe Genetische Beratung. Die beste Zeit zu Reisen ist das zweite Trimester der Schwangerschaft: Die lästige Morgenübelkeit ist vorüber, die Eltern 38 Eltern 39

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