Migration nach SAP NetWeaver Process Orchestration (PO)

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1 Erschienen im E3-Magazin, Dez 2014/Jan 2015 cbs berät Münchner Elektronikkonzern Rohde & Schwarz: SAP-Knowledge-Transfer stärkt interne Abteilung Migration nach SAP NetWeaver Process Orchestration (PO) Zentrale Geschäftsprozesse werden bei Rohde & Schwarz über komplexe Schnittstellen in die SAP-Systemlandschaft integriert. Mit dem Umstieg auf SAP NetWeaver Process Orchestration (PO) lässt sich die Systemarchitektur deutlich verschlanken und der Betrieb stark vereinfachen. Doch wie lassen sich 292 Schnittstellen von SAP NetWeaver Process Integration (PI) auf reine Java-Technologie umstellen? Die cbs Corporate Business Solutions GmbH unterstützte den Münchner Elektronikkonzern mit fachlicher Beratung und individuellem Coaching. Corporate Business Solutions

2 Über Rohde & Schwarz Der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz ist seit mehr als 80 Jahren auf allen Feldern der drahtlosen Kommunikationstechnologie aktiv. Mit seiner strategischen Ausrichtung auf die vier Standbeine Messtechnik, Rundfunk- und Medientechnik, Sichere Kommunikation sowie Funküberwachungs- und -ortungstechnik adressiert das Unternehmen verschiedene Marktsegmente wie Mobilfunk-, Rundfunk- und Elektronik-Industrie sowie Luftfahrt und Verteidigung. Als Hersteller von Mobilfunkund EMV-Messtechnik sowie von Sende- und Messtechnik für das digitale terrestrische Fernsehen ist Rohde & Schwarz Weltmarktführer. Als unabhängiges Familienunternehmen mit Sitz in München finanziert Rohde & Schwarz sein Wachstum aus eigener Kraft. Mitte 2014 betrug die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 9.800, davon in Deutschland. Das Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2013/2014 einen Umsatz von 1,75 Milliarden Euro. SAP NetWeaver Process Orchestration (PO) als strategische Integrationsplattform Wer eine Vielzahl an Applikationen und Geschäftsprozesse integrieren möchte, muss mit komplexen technischen Anforderungen rechnen. Rohde & Schwarz setzte am Hauptstandort München bisher erfolgreich auf die Plattform SAP NetWeaver Process Integration (PI). Über diese Schnittstellen sind unter anderem die Produktionswerke zur Materialstamm-, Stücklisten- und Arbeitsplanpflege angebunden. Neben der Anbindung

3 der Finanzbehörde über Elster und Systemen für Zoll- und Credit- Management sind zudem mehrere selbst entwickelte Systeme integriert, z.b. das hauseigene CRM-System. Ebenfalls laufen auf der Integrationsplattform verschiedene Business-Process-Management- Szenarien wie der Versand von Rechnungen und Gutschriften inklusive Funktionen zum Generieren von PDFs und Signieren der Dokumente. Dabei sind ungefähr 85% der Schnittstellen an das zentrale SAP ERP-System angebunden und integrieren somit zentrale Geschäftsprozesse. Um Betrieb und Monitoring der insgesamt 292 Schnittstellen zu vereinfachen sowie deren Komplexität durch eine schlankere System-Architektur zu reduzieren, entschied sich Rohde & Schwarz für eine technische Migration der mit SAP NetWeaver Process Integration (PI) betriebenen Schnittstellen nach SAP NetWeaver Process Orchestration (PO). Während SAP NetWeaver PI eine ABAP- und Java-Laufzeitumgebung verwendet (Dual-Stack), funktioniert SAP NetWeaver PO als rein Java-basiertes System (Single-Stack). Zudem bietet SAP PO neue Features, um Drittsysteme anzubinden sowie Nachrichten zu verarbeiten. Mittels der in SAP NetWeaver PO enthaltenen Business Process Engine (SAP NetWeaver BPM) lassen sich systemübergreifende Geschäftsprozesse auf Basis des BPMN-Standards orchestrieren und automatisieren. Aufgrund des Technologiewechsels von SAP NetWeaver PI Release 7.11 nach SAP NetWeaver PO Release 7.31 war kein technischer 1:1-Upgrade möglich. Stattdessen sollten beide Plattformen für eine gewisse Zeit parallel betrieben und die Schnittstellen phasenweise nach SAP NetWeaver PO und SAP NetWeaver BPM migriert werden. Dazu war bei Rohde & Schwarz ein umfassender Know-how-Aufbau erforderlich. Mit der cbs Corporate Business Solutions holte sich der Konzern für elektronische Kommunikationstechnologie den passenden SAP Integrationsexperten als Coaching-Partner ins Haus. Im Migrationsprojekt beriet die cbs zu allen Fragen rund um SAP Net- Weaver PI, SAP NetWeaver PO und BPM. Dies umfasste Themen wie Konzeption und Architektur, als auch Schnittstellen(re)design und die Implementierung komplexer Anforderungen standen auf dem cbs-projektplan. Fachliches Coaching wurde unter anderem durch Themen-Workshops, Vermittlung von Best Practices und individueller Unterstützung realisiert. Enablement als Zauberwort für dauerhafte Lösungen Im Hause Rohde & Schwarz entschied man sich, fehlendes Wissen nicht einfach extern einzukaufen, sondern nachhaltig intern aufzubauen. Das Migrationsprojekt wurde deshalb von Beginn an zusammen mit der cbs als externem Coaching-Partner konzipiert. Neben der fachlichen Beratung wurde das interne SAP NetWeaver Process Integration-Team durch intensive Trainings in die Lage versetzt, die technische Migration so weit wie möglich selber durchzuführen. Zu Beginn analysierten erfahrene cbs-experten die vorhandene SAP-NetWeaver-PI-Landschaft. Als Ergebnis erhielt Rohde & Schwarz eine Handlungsempfehlung für das Migrationsvorhaben in Form einer Migrationsstrategie. Zusätzlich sprach sich die cbs für ein standardisiertes Entwicklungsvorgehen aus, welches unter anderem neue Namenskonventionen umfasst. Die cbs unterstützte die Mitarbei-

4 ter bei Rohde & Schwarz durch den systematischen Know-how- Transfer über die gesamte Projektlaufzeit. So konnten auch bis dahin aufgelaufene Fragen und Problemstellungen einfach und schnell gelöst werden. Konzeptionelle Themen und komplexe Schnittstellenanforderungen wurden im Rahmen des Projekts von den cbs-beratern gemeistert. Gleichzeitig wurden die internen Mitarbeiter in die Lage versetzt nachhaltig Know-how aufzubauen, um künftig diese Anforderungen selbstständig lösen zu können. Special Expertise: Enterprise & UI Integration Rohde & Schwarz suchte nach einem externen Dienstleister mit entsprechender Expertise. Den Zuschlag erhielt die Heidelberger SAP-Beratung cbs aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen im Geschäftsfeld Enterprise & UI Integration mit SAP NetWeaver PI und PO. Die cbs implementierte als eine der ersten SAP-Beratungen weltweit umfassende und geschäftskritische Integrationsszenarien und serviceorientierte Architekturen auf Grundlage von SAP NetWeaver Exchange Infrastructure und gehört heute zu den marktführenden Unternehmensberatungen im Bereich SAP NetWeaver PI/PO/BPM. Als Lösungsanbieter für SAP- Integration unterstützt die cbs Unternehmen und internationale Konzerne umfassend in den Bereichen Enterprise Architecture, Management von Integrationsprojekten, Integrationsrichtlinien bis hin zur technischen Implementierung von systemübergreifenden Prozessen und Schnittstellenanforderungen. Dabei verbindet das Heidelberger Beratungsunternehmen Expertise in der technischen Umsetzung mit einem umfassenden Prozess- und Anwendungs-Know-how.

5 Häppchenweise Migration im laufenden Betrieb Im Rahmen des zeitweisen Parallelbetriebs beider NetWeaver- Systeme wurden die Schnittstellen phasenweise migriert und live gesetzt. Dazu wurden die Szenarien nach den angebundenen Systemen gruppiert und schrittweise nach Produktion übernommen. Den Anfang machten die SAP- Proxy-Anbindungen, die sich mittels so genannter Weichenstellung schrittweise umstellen lassen. Als neue Entwicklungsumgebung für Schnittstellen und Prozessmodellierung kam dabei das SAP Net- Weaver Developer Studio (NWDS) zum Einsatz. Die Neukonfiguration des Nachrichtenflusses erfolgte mit einem benutzerfreundlichen grafischen Werkzeug auf Basis von Integration-Flows. Neben dem eigentlichen Migrationsauftrag konnten die cbs- Berater noch weitere Optimierungsaspekte umsetzen, von der nicht nur die IT-Abteilung im Hause Rohde & Schwarz profitiert. So wurde beispielsweise eine neue Namenskonvention für Schnittstellen eingeführt und eine neue Softwarekomponenten-Strategie definiert. Zudem haben die SAP- Experten ein neues Berechtigungskonzept für solche Benutzerrollen erstellt, die am Entwicklungsprozess und am Betrieb beteiligt sind. Um selber den Datenaustausch überwachen zu können, erhielten

6 auch die Fachbereiche auf Wunsch benutzerspezifische Rollen für ihre Schnittstellen. Mit dieser einfachen Maßnahme wurde zum einen der IT-Support entlastet, auf der anderen Seite dem Business neue Möglichkeiten geschaffen ihren Datenaustausch selber und unkompliziert prüfen zu können. Im Rahmen der Migration wurden auch Integrationsprozesse von ccbpm nach SAP NetWeaver BPM umgestellt oder neu implementiert. Dank der Unterstützung der cbs-berater konnten auch anspruchsvolle technische Herausforderungen, wie Java- und XSLT-Anforderungen, bei der Umstellung der Schnittstellen auf Java-onlyprocessing, erfolgreich gemeistert werden. Doppelter Nutzen für IT- und Fachabteilungen Das Projekt wurde gemeinsam mit den cbs-beratern erfolgreich durchgeführt und alle Schnittstellen innerhalb des geplanten Zeitrahmens und des veranschlagten Budgets migriert. Im Anschluss konnte die nicht mehr benötigte PI-Systemlandschaft komplett abgeschaltet werden. Die neuen Schnittstellen laufen seitdem zuverlässig und performant auf SAP NetWeaver PO. Im Hause Rohde & Schwarz ist man mit den Leistungen der cbs sehr zufrieden. Uns war wichtig, in unserem Hause entsprechendes Know-how aufzubauen, um das Projekt selbst intern durchzuführen und zu dokumentieren. Die Möglichkeit, ein Netzwerk erfahrener cbs-kollegen anzusprechen, vereinfachte die Lösung von kniffligen Fragestellungen. Dank des Coaching-Ansatzes konnten wir unser Migrationsprojekt unter fachlicher Anleitung sicher durchführen berichtet Manfred Lorenz, Senior Integration Specialist und Appplikationsverantwortlicher für SAP PO bei Rohde & Schwarz.

7 Mit dem Wechsel auf das neue Release und dem Redesign der Schnittstellen erzielte die cbs einen hohen Mehrwert für Rohde & Schwarz. Denn mit der strategischen Entscheidung für Business Process Management als Technologie kann Rohde & Schwarz künftig SAP PO verstärkt sowohl für systemzentrische als auch für benutzerbasierte Prozesse einsetzen. Aus rein technischer Sicht können dank der funktionalen Optimierung der Schnittstellen und der Integrationslogik beispielsweise Coding- Bausteine einfacher wiederverwendet und neue Funktionalitäten genutzt werden. Die höhere Standardisierung und der einheitliche Integrationsansatz sorgen für einen vereinfachten und konsistenteren Entwicklungsprozess. Verbesserungen im Systembetrieb machen sich in höherer Performance und Stabilität bemerkbar, was wiederum den Ressourcenverbrauch senkt und Downtime- Zeiten bei Neustarts und Patches verkürzt. Durch den Technologiewechsel konnten Monitoring und Produktiv-Support der Schnittstellen ebenfalls optimiert werden. Doch der technische Aspekt ist nur die eine Seite, der Nutzen von SAP PO liegt ganz klar auch auf der Business-Ebene: Deshalb möchte der Münchner Elektronikkonzern alle am Prozess beteiligten Personen von den Vorzügen der Prozesstransparenz überzeugen. Konkret heißt das, im Rahmen der Geschäftsprozessmodellierung auch die beteiligten Fachbereiche aktiv einzubinden, um die Vorteile von SAP PO und der BPM-Technologie in einer breiten Anwendung voll auszunutzen.

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