Kurzanleitung GOM ATOS I. Kurzanleitung Kalibrierung. Seite I

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1 Kurzanleitung GOM ATOS I Erstellt im Rahmen des MB-Projektlabors WS 08/09 M. Maier, I. Seitz, B. Schiefer Version 2010 Seite I

2 1 Inhaltsverzeichnis 1 Inhaltsverzeichnis... II 2 Vorwort Aufbau Aufbau und Verkabelung der Baugruppen Laptop Dongel Steuergerät Verkabelung der Bauteile Vorbereitungen zur Messung Messobjekt vorbereiten Referenzpunkte aufbringen Mattieren der Oberfläche Messvorgang Neues Projekt anlegen Start der Messung Ausrichten der Kamera Messung Kalibrierung Wann muss kalibriert werden? Kalibrierobjektauswahl Behandlung von Kalibrierobjekten Voraussetzungen Kalibriervorgang Software zum Kalibrieren starten Kalibrierobjektpositionierung Kalibrierergebnisse Bearbeitung mit Software Polygonisieren mit Assistent Löcher füllen Wann sollten Löcher gefüllt werden? Vorgehen beim Löcher füllen Netz glätten Wann ist das Glätten eines Netzes erforderlich? Glättungsvorgang Inspektion Abstände messen Vergleich mit CAD-Daten Koordinatensystem zuweisen Vorgehensweise bei der Koordinatensystem-Zuweisung Import von CAD-Daten Auswertung Flächenabweichung Export von Daten in andere Formate Seite II

3 2 Vorwort Der 3D-Scanner ist ein hochempfindliches Messgerät. Auf Erschütterungen während der Messung reagiert er äußerst empfindlich mit Messfehlern. Zur Höhenverstellung bitte nur in Mitte der Ständersäule anpacken, nicht am 3D-Scanner. Diese Kurzanleitung kann nicht die offizielle Bedienungsanleitung des Herstellers ersetzen. Sie ist viel mehr als eine Unterstützung bei Standard -Messungen gedacht. Bei speziellen Fragen nutzen Sie bitte die offizielle Bedienungsanleitung von GOM oder wenden sich an geschultes Personal (Herrn Kolb, Studiengang Maschinenbau). 3 Aufbau Die Messeinrichtung besteht aus drei Baugruppen: - Laptop - Steuergerät - 3D-Scanner Diese stehen miteinander im Datenaustausch und müssen hierfür zuerst aufgebaut und miteinander verbunden werden. 3.1 Aufbau und Verkabelung der Baugruppen 3.2 Laptop Die hier aufgelisteten Geräte befinden sich alle in der vorderen großen Tasche der Laptop-Tragetasche. Für die Stromversorgung den Laptop mit dem Netzkabel (und dem Umformer dazwischen) an der Steckdose anschließen Die Maus an einem USB-Anschluss anschließen Den Dongel (Abb. 1) an einem USB-Anschluss anschließen Die Netzwerkkarte (PCMCIA-Adapter) einstecken Seite 3

4 Abb. 1 Laptop Draufsicht 3.3 Dongel Der Dongel lässt sich durch Drücken auf das schwarze Plastikteil herausziehen. Abb. 2 Dongel 3.4 Steuergerät Für die Stromversorgung das Steuergerät mit dem Netzkabel und der Steckdose anschließen. Das Netzkabel hierfür befindet sich im Trolley. Abb. 3 Steuergerät Seite 4

5 3.5 Verkabelung der Bauteile Hierfür befindet sich im Trolley das Kabelpaket, mit dem alle drei Bauteile (3D- Scanner, Steuergerät und Laptop) miteinander verbunden werden. Abb. 4 Trolley Draufsicht Den 3D-Scanner um 90, wie in Abb. 5 zu sehen, nach unten schwenken. Dadurch wird sichergestellt, dass dem 3D-Scanner genügend Kabelweglänge zur Verfügung steht, um im Betrieb unproblematisch verstellt werden zu können. Abb. 5 3D-Scanner Seitenansicht Seite 5

6 Das Kabelpaket wird nun auf den Querarm des Stativs gelegt und mit den beiden Klettverschlüssen, wie in Abb. 6 zu sehen, befestigt. Diesen Schritt unbedingt beachten, da die Klettverschlüsse als Zugentlastung für die Anschlüsse dienen. Bei der Verlegung des Kabelpaketes ist darauf zu achten, dass dieses Anschlussende des Kabelpaketes zum 3D-Scanner weist, welches die passenden Anschlüsse für das jeweils anzuschließende Gerät hat. Ein Betrachten der beiden runden metallischen Anschlussstecker lässt dies schnell erkennen. Abb. 6 Kabelbefestigung Stativ Sämtliche Stecker des Kabelpaketes werden gemäß Abb. 7 angeschlossen. Die Pfade gelb und pink sind die Kameraanschlüsse. Hier ist auf die Markierung L und R zu achten. Diese befindet sich jeweils an den Geräten und den Kabeln und darf beim Anschließen nicht vertauscht werden. Das Netzwerkkabel (blau) wird wie in Abb. 8 über ein Zwischenelement, das Ethernet, als USB angeschlossen. Dieser Ethernetanschluss ist in der Laptop-Tragetasche zu finden. Seite 6

7 Abb. 7 Verkabelung Abb. 8 Ethernetanschluss 4 Vorbereitungen zur Messung 4.1 Messobjekt vorbereiten Je sorgfältiger die Vorbereitungen am Messobjekt durchgeführt werden, desto wirkungsvoller ist der Messvorgang. Es vereinfacht sich das Aufnehmen von Bildern Seite 7

8 und das Nachbessern der 3D-Aufnahme. Das Messergebnis wird insgesamt besser bei zugleich weniger Messabweichung und ist in kürzerer Zeit erstellt. Es werden zuerst die Referenzpunkte auf das Messobjekt aufgebracht und dann die gesamte Oberfläche mit einem speziellen Spray mattiert. Die ebenfalls übersprühten Referenzpunkte werden mit Wattestäbchen wieder sichtbar getupft. Alle hier benötigten Mittel befinden sich im Trolley. Für den 3D-Scanner sind von GOM drei Messvolumina (klein, mittel, groß) erhältlich. Die HS Heilbronn hat davon das kleine und mittlere Messvolumen. Diese werden der Einfachheit halber im Folgenden als klein und groß bezeichnet. Gleiches gilt für die Referenzpunkte. 4.2 Referenzpunkte aufbringen Zur Auswahl stehen zwei Größen von Referenzpunkten. Welche verwendet werden, hängt vom Messvolumen (Kameraobjektive) ab. Bei kleinem Messvolumen werden die kleinen Referenzpunkte und bei großem die großen Referenzpunkte verwendet. Sollte für die Messaufgabe ein anderes Messvolumen benötigt werden als bereits verbaut ist, bitte wie eingangs beschrieben sich an das Fachpersonal wenden. Abb. 9 Messpunkte Eine Pinzette erleichtert das Aufbringen. Für das Anbringen der Referenzpunkte gelten nachstehende Grundsätze: - möglichst auf ebenen oder nur leicht gewölbten Flächen verteilen - entsprechenden Abstand zu Kanten halten - sie sollten aus allen Ansichten sichtbar und im Messvolumen gut verteilt in Länge, Breite und Höhe auftreten - Die Anzahl der Referenzpunkte im Messvolumen ist so zu wählen, dass bei nachfolgenden Einzelmessungen immer deutlich mehr als drei Referenzpunkte vorangegangener Messungen erfasst werden. Seite 8

9 4.3 Mattieren der Oberfläche Die optimale Scan-Oberfläche ist hell und matt. Ist dies bereits der Fall, kann dieser Schritt Mattieren der Oberfläche ausgelassen werden. Weist das Messobjekt einen starken Glanz auf und reflektiert das Licht des 3D- Scanners zu sehr, muss mit dem beigelegten Mattierspray das Messobjekt mattiert werden. Für das Besprühen ist darauf zu achten, dass nur so viel wie nötig aufgetragen wird. Je dicker die Lackschicht, desto größer die Messabweichung. Nach dem Besprühen sind die Referenzpunkte mit Wattestäbchen abzutupfen, um sie sichtbar zu machen. Eine umgekehrte Reihenfolge, zuerst Messobjekt besprühen und dann Referenzpunkte aufkleben, würde nicht funktionieren. Die Referenzpunkte bleiben an der Lackschicht nicht haften. Seite 9

10 5 Messvorgang - Das Messobjekt nach Möglichkeit auf einen matt schwarzen Untergrund stellen. - Abdeckkappen am 3D-Scanner für die beiden Kameras und die mittig befindliche Beleuchtung abnehmen. - Laptop und Steuergerät anschalten. - Benutzer und Passwort eingeben Benutzer: User Passwort: User Nachdem der Laptop hochgefahren ist, erscheint folgendes Bild: Abb. 10 Desktop des Laptops Hier ist linksgerichtet in der unteren Menüleiste das GOM-Programm ATOS, ATOS 3D-Digitizing durch Klicken auf das Icon zu starten. Seite 10

11 5.1 Neues Projekt anlegen. Datei -> Neues Projekt Es öffnet sich ein Dialogfenster wie in Abb. 11 zu sehen. Unter Verzeichnis kann der Speicherort und unter Name der Dateiname festgelegt werden. Ist dies eingegeben, auf Weiter klicken. Abb. 11 Fenster Neues Projekt - Speicherort Als nächster Schritt sind eine Reihe von Angaben für die Dokumentation zu machen. Diese Angaben sind nicht zwingend zu machen. Auf Weiter klicken. Abb. 12 Fenster Neues Projekt Allg. Angaben Seite 11

12 Angaben zu Referenzpunkten. Hier muss die Farbe und Größe der verwendeten Referenzpunkte angegeben werden. Abb. 13 Fenster Neues Projekt Ref.-Punkte Das Feld Ellipsenqualität wird in der Regel auf dem hier gezeigten Wert belassen. Die Ellipsenqualität gibt an, wie viele Pixel für die automatische Erkennung eines Referenzpunktes nötig sind. Dies soll in Abb. 14 verdeutlicht werden. Abb. 14 Ellipsenqualität Links ist eine Messaufnahme zu sehen, bei der der Referenzpunkt fast frontal aufgenommen wurde. Das weiße Feld zeigt im Durchmesser genügend Pixel zur automatischen Erkennung. Rechts im Bild ist eine Messaufnahme zu sehen, bei der der Referenzpunkt schräg aufgenommen ist. Der Referenzpunkt weist nicht genügend Pixel im Durchmesser auf. Der 3D-Scanner kann diesen Punkt nicht automatisch erkennen. Anschließend auf Abschließen klicken. 5.2 Start der Messung In der oberen Menüleiste finden sich vier Icons. Hier wird auf das Icon Start/Stop Messung geklickt. Verdeutlicht ist dies in Abb. 15. Seite 12

13 Abb. 15 Start / Stop Messung 5.3 Ausrichten der Kamera Rechts unten im Bildschirm ist das Messobjekt zu sehen, wie es die beiden Kameras sehen. Das linke Bild ist aus Sicht der linken Kamera, das rechte Bild aus Sicht der rechten. Referenzpunkte werden als grüne Kreuze angezeigt. Generell ist darauf zu achten, dass möglichst viele Referenzpunkte in der ersten Messung erfasst werden. So können weitere Messungen gut in die erste transformiert werden. Als Messstrategie hat sich als gut erwiesen: - eine Aufnahme von oben - sechs bis acht Aufnahmen unter einem Winkel von 45 bis 60 um das Messobjekt herum Für alle Messstrategien gilt: - Referenzpunkte müssen von beiden Kameras aus im Messvolumen erfassbar sein. - Pro Einzelmessung müssen mindestens drei vom ATOS-System bereits erkannte Referenzpunkte aus vorangegangenen Messungen mit erfasst werden. Für optimale Messergebnisse werden vier oder mehr Referenzpunkte benötigt, die nicht auf einer Linie liegen und idealerweise räumlich gut verteilt auftreten. - Die Überlappungsbereiche der einzelnen Messungen müssen ausreichend groß sein. Hierdurch wird die Messabweichung gering gehalten. Seite 13

14 Abb. 16 Überlappungsbereich Werden vom 3D-Scanner keine Referenzpunkte gefunden. muss eine andere Kamerastellung gewählt werden. Finden sich mehrmals keine Referenzpunkte, so muss der 3D-Scanner kalibriert werden. Hierfür finden sich im Kapitel 6 Kalibrierung (Seite 16) Erläuterungen zum Vorgehen. 5.4 Messung Links unten im Bildschirm befinden sich zwei Buttons. Abb. 17 Detailansicht Messfenster Mit dem linken Button kann die Beleuchtung ein- und ausgeschalten werden. Zu empfehlen, wenn eine Messpause gemacht wird. Seite 14

15 Mit dem rechten Button wird die Messung gestartet. In Abb. 18 ist der Bildschirm nach einer solchen Messaufnahme zu sehen. Abb. 18 Fenster Messaufnahme Die durch die Messung erfassten Referenzpunkte werden nun grün nummeriert angezeigt. Rechts oben ist ein Koordinatenfeld zu sehen. In ihm sind die erfassten Flächen des Messobjektes zu sehen. Hier lässt sich durch Drehen und Zoomen erkennen, an welchen Stellen zusätzliche Messaufnahmen erstellt werden müssen. Die drei wichtigsten Funktionen mit der Maus sind: - linke Maustaste gedrückt halten, Bild wird gedreht - rechte Maustaste gedrückt halten, Bild wird verschoben - das Scrollrad ist die Zoomfunktion. Für weitere Funktionen der Maus wird auf die Bedienungsanleitung Kapitel A S.10 verwiesen. Im Koordinatenfeld ist das Messvolumen mit grünen Linien umrandet. Es ist darauf zu achten, dass die Fokusebene im Messobjekt liegt. Dann erscheint sie grün. Liegt sie außerhalb, ist die Fokusebene rötlich. Seite 15

16 Abb. 19 Fokusebene rot In Abb. 19 ist die rötliche Fläche zu sehen. Es ist zu erkennen, dass der 3D-Scanner zu weit vom Messobjekt weg ist. Die Fokusebene muss in das Messobjekt gelegt werden. Abb. 20 Fokusebene grün In dieser Abb. 20 ist der 3D-Scanner nun näher zum Messobjekt verschoben. Die grüne Fläche signalisiert, dass das Messobjekt innerhalb des Messvolumen liegt. 6 Kalibrierung 6.1 Wann muss kalibriert werden? Bevor zum ersten Mal gemessen werden kann, muss kalibriert werden. Wenn die Einstellungen der Kameraobjektive zueinander verändert werden Wenn das System eine mögliche Dekalibrierung meldet, sollten Sie auch erneut kalibrieren. Seite 16

17 6.2 Kalibrierobjektauswahl Welches Kalibrierobjekt zu verwenden ist, hängt vom Messvolumen ab, das Sie benutzen möchten. Achtung! In dieser Kurzanleitung wird ausschließlich der Kalibriervorgang für das mittlere Messvolumen beschrieben, da sich dieses Messvolumen für die meisten Anwendungen als das am besten geeignete erwiesen hat. Das heißt, wir verwenden die große Kalibrierplatte beim Kalibriervorgang. 6.3 Behandlung von Kalibrierobjekten Die Kalibrierobjekte sind sorgfältig zu behandeln und vor Verschmutzung und Verkratzen zu schützen. Achten Sie darauf, die Oberfläche des Kalibrierobjekts möglichst nicht zu berühren. Verstauen Sie die Kalibrierplatte nach jedem Gebrauch an dafür vorgesehenen Stellen. Abb. 21 Große Kalibrierplatte 6.4 Voraussetzungen Es ist zu empfehlen, den Sensorkopf ca. 15 bis 20 Minuten warmlaufen zu lassen (Kamera und Projektor an), damit die Kalibrierung unter Betriebsbedingungen stattfindet. Seite 17

18 6.5 Kalibriervorgang Software zum Kalibrieren starten Für den Kalibriervorgang müssen Sie in der Software den Menüpunkt Siehe Abb. 22. öffnen. Abb. 22 Menüpunkt Kalibrieren Daraufhin öffnet sich das Fenster (Abb. 23) in dem Sie das Kalibrierobjekt auswählen können. Klicken Sie hier auf das mittlere wie in Abb. 23 zu sehen ist. Anschließend bestätigen Sie mit der Schaltfläche Weiter. Abb. 23 Auswahl Kalibrierobjekt Seite 18

19 Im nächsten Fenster können Sie die Brennweite der Kamera und die Temperatur der Messumgebung eintragen. In der Regel sind hier schon die richtigen Werte voreingestellt, so dass Sie nur auf die Schaltfläche Weiter klicken müssen. Abb. 24 Eingabefeld Brennweite / Temperatur Abschließend werden nochmals alle eingestellten Parameter in einem Fenster zur Kontrolle dargestellt (Abb. 25). Wenn alles korrekt eingestellt ist, bestätigen Sie mit der Schaltfläche Abschließen. Um Änderungen vorzunehmen, klicken Sie auf die Schaltfläche Zurück. Abb. 25 Übersicht der Kalibrierparameter Nun startet der eigentliche Kalibriervorgang. Hierbei folgen Sie einfach den Anweisungen der Software am linken Rand des Fensters. Seite 19

20 Abb. 26 Startfenster Kalibriervorgang Kalibrierobjektpositionierung Platzieren Sie das Kalibrierobjekt in der Mitte des Messfeldes, so dass auf dem Bildschirm die senkrechte rote Linie des Fadenkreuzes und die senkrechte schwarze Linie des projizierten Kreuzes übereinstimmen. Folgen Sie dann den Anweisungen in der Software. Um das gesamte Messvolumen zu erfassen, müssen Sie während der Kalibrierung den Sensor bewegen, wenn Sie die Software dazu auffordert. Dafür gilt folgende Faustregel: Der Sensor sollte um 1/3 der Messvolumenhöhe näher an das Objekt bewegt werden und um ½ der Messvolumenhöhe weiter weg jeweils ausgehend von der Mitte des Messvolumens. Für das mittlere Messvolumen heißt das: Zu Beginn der Kalibrierung steht der Sensor in einem Abstand von 65 cm zum Objekt. Bei der Aufforderung näher zum Objekt: Bewegen Sie den Sensor auf einen Abstand von 58 cm. Bei der Aufforderung weiter weg: Bewegen Sie den Sensor auf einen Abstand von 75.cm. Der Abstand wird immer zwischen Projektorunterkante und Kalibrierobjekt gemessen (siehe Abb. 27). Seite 20

21 Abb. 27 Abstandsmessung 6.6 Kalibrierergebnisse Am Ende des Kalibriervorgangs werden Ihnen die Kalibrierergebnisse angezeigt. Für eine gute Kalibrierung muss die Kalibrierabweichung zwischen 0,01 und 0,04 Pixel sein. Seite 21

22 Abb. 28 Kalibrierergebnisse 7 Bearbeitung mit Software Um aus den Messdaten verwertbare Daten zu erhalten, ist es unumgänglich, die Messdaten mit der Software zu bearbeiten. Dazu sind in der Regel die nachfolgenden Schritte durchzuführen. Zunächst ist es erforderlich, in den Auswertemodus zu wechseln. Seite 22

23 Abb. 29 Anwahl Auswertemodus 7.1 Polygonisieren mit Assistent Der Assistent zur vollständigen Polygonisierung fasst alle für eine Polygonisierung notwendigen Schritte zusammen (Polygonisieren, Feinausrichten, Fehler eliminieren, Referenzpunkte füllen, Glätten, Ausdünnen). Dabei können Sie einige Parameter ändern, in der Regel sind aber die Standardeinstellungen vollkommen ausreichend. Der Assistent schließt die Projektdatei und öffnet die polygonisierten Daten im Auswertemodus. Die zu polygonisierenden Flächen müssen in der 3D-Ansicht selektiert werden. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf das zu selektierende Projekt in der Liste am linken Rand des Fensters und wählen dann Element in 3D selektieren (siehe Abb. 30). Seite 23

24 Abb. 30 Element in 3D selektieren Um nun die eigentliche Polygonisierung durchzuführen, wählen Sie in der Menüleiste Projekt -> Vollständige Polygonisierung. Siehe Abb. 31. Abb. 31 Anwahl Vollständige Polygonisierung Im nun geöffneten Fenster wählen Sie Verzeichnis und Dateinamen aus, unter dem das polygonisierte Messobjekt gespeichert werden soll. Unter Parameter kann die Genauigkeit der Polygonisierung eingestellt werden. Wichtig: Wenn kein neuer Dateiname ausgewählt wird, wird die alte Datei überschrieben! Seite 24

25 Abb. 32 Parameter der Polygonisierung In der Regel ist nach der Polygonisierung kein weiteres Bearbeiten (Löcher füllen, Netz glätten) mehr erforderlich. 7.2 Löcher füllen Wann sollten Löcher gefüllt werden? Mitunter passiert es, dass beim Digitalisieren nicht alle Flächen komplett erfasst werden, z. B. weil eine kleine Fläche durch ein Detail des Messobjekts verdeckt war. Die fehlenden Daten verursachen ein Loch im Polygonnetz. Ist dieser Bereich für die Messaufgabe nicht so wichtig, dass er ein erneutes Digitalisieren der fehlenden Bereiche erfordert, können Sie dieses Loch mit Hilfe der Software füllen. Ein weiterer Anwendungsbereich für die Funktion zum Löcher füllen ist z.b., dass Sie ein Loch absichtlich erzeugen, indem Sie fehlerhafte Stellen in den Messdaten (z. B. erfasste Unebenheiten auf dem Messobjekt) ausschneiden und diese anschließend wieder füllen Vorgehen beim Löcher füllen Um die Funktion Interaktives Füllen von Löchern zu aktivieren, wählen Sie in der Menüleiste: Netze -> Löcher füllen -> Interaktives Füllen von Löchern. Seite 25

26 Abb. 33 Anwahl Interaktives Füllen von Löchern Um Löcher zu füllen, klicken Sie mit gehaltener Strg-Taste in die Nähe eines zu füllendes Loches. Dadurch wird eine dunkelgraue Fläche über das Loch gelegt, wie in Abb. 34 zu sehen ist. Anschließend bestätigen Sie das Füllen mit der Schaltfläche Anwenden. Diesen Vorgang wiederholen Sie, bis alle Löcher gefüllt sind und beenden dann mit der Schaltfläche Schließen. Abb. 34 Parameter - Interaktives Füllen von Löchern In die Nähe des Loches klicken Strg halten mit Anwenden bestätigen. Seite 26

27 7.3 Netz glätten Wann ist das Glätten eines Netzes erforderlich? Wenn Sie die automatische Polygonisierung mit den Standardwerten verwenden, wird das Netz bereits sinnvoll geglättet und so vorhandenes Rauschen eliminiert. Ein zusätzliches Glätten im Auswertemodus ist nur dann erforderlich, wenn die Messdaten für besondere Zwecke verwendet werden sollen, in denen ein noch glatteres Netz von Vorteil ist. Hinweis: Zu starkes Glätten verändert die Messdaten in Teilbereichen! Je nach Anwendung ist zu entscheiden, ob starkes Glätten die gewünschten Zieldaten positiv beeinflusst. Abb. 35 Vergleich nach Glätten Glättungsvorgang Beim Glätten werden die Punkte so verschoben, dass sie sich besser in die Umgebung einfügen und diese dadurch glatter erscheint. Je größer die Umgebung ist, desto glatter wird das Polygonnetz. Die Software berechnet dazu eine Durchschnittsfläche durch die Punkte in der Umgebung und verschiebt den zu glättenden Punkt auf diese Fläche. Die Aufgabe beim Glätten besteht darin, eine Glättungsintensität zu wählen, die das Punktrauschen eliminiert, kleine Objektdetails, die für den Anwender wichtig sind, aber erhält. Außerdem sollten Kanten nicht verrundet werden. Grundsätzlich wird ein Punkt nur dann auf die Durchschnittsfläche verschoben, wenn die Distanz der Durchschnittsfläche zum ursprünglichen Polygonnetz kleiner als die eingestellte Oberflächentoleranz ist. Um die Glättung zu starten, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die zu glättende Fläche und wählen dann Auf Oberfläche selektieren (siehe Abb. 36). Seite 27

28 Abb. 36 Anwahl Netzglätten Abb. 37 Bereich zum Glätten selektieren Durch Klicken kann ein Bereich aufgezogen werden, der selektiert werden soll. Schließen mit Rechtsklick. Selektierter Bereich erscheint nach Abschluss in rot. Seite 28

29 Abb. 38 Ansicht selektierter Bereich Die Netzglättung starten Sie durch Klicken auf Netze -> Netz glätten in der Menüleiste. Abb. 39 Ansicht geglätteter Bereich Durch Klicken mit der Strg-Taste in die Nähe des selektierten Bereichs wird die Oberflächengenauigkeit des entsprechenden Punktes aufgenommen und für den selektierten Bereich übernommen. Seite 29

30 8 Inspektion Zunächst ist es erforderlich, in den Auswertemodus zu wechseln. Abb. 40 Anwahl Auswertemodus Der Menüpunkt Inspektion beinhaltet alle Softwarefunktionen, um Abweichungen von Flächen und Linien der Messdaten zu den entsprechenden Flächen und Linien der CAD-Daten bzw. zu Geometrieelementen zu ermitteln und zu dokumentieren. Das bedeutet, dass von jedem Punkt der Messdaten aus der kürzeste orthogonale Abstand zu der Fläche bzw. Linie des CAD-Modells berechnet wird. 8.1 Abstände messen Mit Hilfe des Menüs Abstände (Auswertemodus Maße Abstände ) sind Sie in der Lage, einfache Abstandsmessungen durchzuführen und mit Fähnchen zu dokumentieren. Beispiel für den Punkt-zu-Punkt-Abstand: Seite 30

31 Abb. 41 Punkt-Punkt-Abstand Die Punkte können durch Halten der Strg-Taste selektiert werden. Die Richtung bestimmt die parallele Achse zur Messung, wodurch eine orthogonale Messung der Punkte sichergestellt werden kann. Durch Erzeugen können Sie das Maß fest in die Ansicht integrieren. Das Maß kann anschließend frei im Raum angeordnet werden. 8.2 Vergleich mit CAD-Daten Eine der einfachsten Inspektionsmethoden ist das Vergleichen von Polygonnetzen mit CAD-Daten. Die optische Darstellung der Abweichungen erfolgt mit farbigen Abweichungsplots, d.h. jeder Polygonpunkt der Messdaten wird entsprechend seiner Abweichung zu den CAD-Daten eingefärbt. 8.3 Koordinatensystem zuweisen Voraussetzung für einen erfolgreichen CAD-Vergleich ist die Übereinstimmung der Ursprungskoordinatensysteme, d.h. das Koordinatensystem des gescannten Objekts muss dem des CAD-Objekts angepasst werden. Das Koordinatensystem in ATOS ergibt sich zunächst rein zufällig. Damit die Daten zur Durchführung von Inspektionsaufgaben weiterverwendet werden können, müssen sie in ein definiertes Koordinatensystem transformiert werden. Abb. 42 Koordinatensystem zuweisen Seite 31

32 Um ein Koordinatensystem in einen definierten Zustand zu bringen, müssen einige Referenzpunkte in ihren Soll-Koordinaten bekannt sein. In der Regel zeigt die Z- Achse nach oben, die X-Achse nach hinten und die Y-Achse nach rechts. Richten Sie sich hier jedoch nach dem Koordinatensystem des CAD-Objekts, mit dem Sie ihre Messung vergleichen möchten Vorgehensweise bei der Koordinatensystem-Zuweisung Die Zuweisung erfolgt anhand der Transformation, die wie folgt geöffnet wird. Abb Transformation anwählen bedeutet, dass drei 3D-Punkte (Z1, Z2, Z3, möglichst weit auseinander und nicht in einer Linie liegend) eine Ebene beschreiben, weitere zwei 3D-Punkte beschreiben eine Linie (Y1, Y2, in X-Achsenrichtung möglichst weit auseinander liegend) und einen 3D-Punkt (X). Die Transformationsmethode ZZZ-YY-X bedeutet also folgendes: Drei Z-Punkte (Z1, Z2, Z3, rote Ebene) definieren die Z-Ebene. Die weiteren beiden Y-Punkte (Y1, Y2, blaue Ebene) definieren die Y-Ebene. Der X-Punkt (X, grüne Ebene) definiert nun die X-Ebene. Im Kreuzungspunkt der Ebenen liegt der Nullpunkt des Koordinatensystems. Die Zusammenhänge sind im nachfolgenden Bild verdeutlicht. Seite 32

33 Abb. 44 Definition des Koordinatensystems Abb Transformation geöffnet Durch Klicken in die entsprechenden Felder Koordinatenpunkte (Z1, Z2, Z3 ) können Sie durch Halten der Strg-Taste die Punkte auf der entsprechenden Ebene des Messobjekts auswählen. In der unteren linken Ecke befindet sich der Kompass, der Ihnen Informationen über die Ausrichtung des aktuellen Koordinatensystems anzeigt. Seite 33

34 8.3.2 Import von CAD-Daten Nachdem Sie das Koordinatensystem Ihres Messobjekts auf das Koordinatensystem des zu vergleichenden CAD-Objekts ausgerichtet haben, können Sie nun CAD-Daten einlesen. Abb. 46 CAD-Daten einlesen Abb. 47 CAD-Daten einlesen Unter Dateiname haben Sie die Möglichkeit, Ihr entsprechendes CAD - Projekt auszuwählen. Eine der einfachsten Inspektionsmethoden ist das Vergleichen von Polygonnetzen mit CAD-Daten. Die optische Darstellung der Abweichungen erfolgt mit farbigen Abweichungsplots, d.h. jeder Polygonpunkt der Messdaten wird entsprechend seiner Abweichung zu den CAD-Daten eingefärbt. Seite 34

35 Abb. 48 CAD - Daten einlesen Zuerst öffnet sich ein Fenster, in dem Sie die Möglichkeit haben, die Darstellungsgenauigkeit Ihres CAD-Objekts zu manipulieren. Diese bereits eingestellten Werte haben sich in vorausgehenden Messungen jedoch als sehr gut bestätigt und sollten nicht verändert werden. Im nächsten Fenster wird durch Abschließen das CAD-Objekt geladen. Sollten das Messobjekt und das geladene CAD-Objekt nicht exakt übereinander liegen, ist es zu empfehlen, die Transformation bzw. die Zuweisung des Messobjekt-Koordinatensystems noch mal zu überprüfen. Abb. 49 Nach dem Einlesen der CAD-Daten Seite 35

36 8.3.3 Auswertung Flächenabweichung Bei einer Flächenabweichung wird die in der 3D-Ansicht selektierte Fläche oder der gesamte Körper des Messobjekts mit den dazugehörigen CAD-Daten verglichen. Hierfür muss das Referenzteil (das Objekt, mit dem das Messobjekt verglichen werden soll) als Referenz markiert sein. Dies ist durch das rote Schloss erkennbar. Durch Inspektion Flächenabweichung Abweichung zum Referenzteil kann der selektierte Körper oder Fläche verglichen werden und wird farblich dargestellt. Abb. 50 Anwahl zur Darstellung der Flächenabweichung Hier kann die maximal anzuzeigende Abweichung des Referenzobjekts zum Messobjekt eingestellt werden. In der Regel reichen hier maximal 2 mm aus (wenn größere Abweichungen bekannt sind, muss dieser Wert erhöht werden). Seite 36

37 Abb. 51 Darstellung der Flächenabweichung Auf der rechten Seite befindet sich eine Farbskala, die Informationen über die Abweichung der Objekte anzeigt. Durch Doppelklick auf die jeweiligen Werte kann die Skalierung der Farbskala geändert werden. 9 Export von Daten in andere Formate (Punktewolke) Sie können Daten für verschiedene Anwendungen exportieren. Häufig werden Polygonnetze zur Weiterverarbeitung in anderen Systemen im STL- Format exportiert. STL ist ein Format für Polygondaten und unterstützt auch farbige Polygonisierungen. Wenn Sie einen ST-Export vornehmen, verwenden Sie die Standardparamter und speichern Sie die Exportdatei in ein spezielles Verzeichnis. Ungefähr Punkte eines Polygonnetzes ergeben ca. 1 MB an STL- Daten. Seite 37

38 Abb. 52 Anwahl Daten-Export Abb. 53 Anwahl Daten-Export In dem Fenster Export STL können Sie das gewünschte Verzeichnis auswählen, in dem die exportierten Daten abgespeichert werden sollen. Seite 38

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