Von den aufgabenbezogenen Rollen der Hauptakteure im Kindes-/Erwachsenenschutz

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1 Von den aufgabenbezogenen Rollen der Hauptakteure im Kindes-/Erwachsenenschutz Daniel Rosch, lic. iur., dipl. Sozialarbeiter FH MAS Nonprofit-Management. Kontakt: / 079/ VABB - Tagung, Rollen- und Aufgabenklärung für Leitungen von Berufsbeistandschaften vom 1. März 2013 I. Hinführung Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 1

2 Professionelle Hauptakteure gemäss ZGB Aufsichtsbehörde Gericht KESB (Auftraggeber/-innen) Mandatsführung (Auftragnehmer/-innen) Vormunde, Beistände 4 Rollendefinitionen - Ansprüche der Gesellschaft an Träger/in einer Position (soziale Rolle) - Rolle, die den zumeist unausgesprochenen Zielen der Gruppe dienen, damit diese ihre Arbeit fortsetzen kann (gruppenbezogene Rolle) - Handeln, das von einer Person aufgrund einer bestimmten Aufgabe erwartet wird (Rechte und Pflichten) (aufgabenbezogene Rolle) 5 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 2

3 Disziplin/Berufsethik (Legitimität) Recht (Legalität) Aufgabe/Auftrag Handlungsplan (BB)/ Kompetenzen Institutionelle/sozi alräumliche Faktoren Persönliche Disposition Rolle 6 Sorgfaltspflichten II. Die Aufgaben Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 3

4 1. Mandatsträger/innen Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Schwächezustand/Ursachen Schutzbedürftigkeit/Kindeswohlgefährdung Ziel einer behördlichen Massnahme? Bestimmung der Aufgabenbereiche und der erforderlichen Vertretungsmacht Verhältnismässigkeitsprüfung: (Geeignetheit, Erforderlichkeit, angemessene Zweck-Mittel-Relation) Entscheid der Erwachsenenschutzbehörde 9 Mandatsführung Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 4

5 Aufgaben Beistände/innen - Persönliche Schutz- & Beistandsbedürftigkeit persönliche Betreuung - Schutzbedürftiges Vermögen Vermögenssorge - Mangelnde Handlungsfähigkeit gesetzliche Vertretung Vgl. insb. Art. 400 ff. ZGB KESB, Klienten/innen Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 5

6 Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde - nicht massnahmegebundene Aufgaben: - z.b. Auslegung Vorsorgeauftrag (Art. 364 ZGB) - Anordnung/Änderung/Aufhebung behördlicher Massnahmen (Art. 393 ff., 443 ff. ZGB) - Mitwirkung bei ausgewählten Rechtsgeschäften - z.b. mitwirkungsbedürftige Geschäfte (Art. 416 f. ZGB) - Aufsicht, Steuerung, Qualitätssicherung - z.b. Patientenverfügung (Art. 373 ZGB), Organisation Behörde, Aufsicht Mandatsführung etc. 12 Klienten/innen - Kaum gesetzliche Aufgaben/Pflichten, z.t. Mitwirkungspflichten: - Verfahrensrechtliche Mitwirkung (Art. 448 Abs. 1 ZGB) - Inventar (Art. 405 Abs. 4 ZGB) - Mitwirkungsmöglichkeiten, z.b. - Berichterstattung (Art. 411 Abs. 2 ZGB) - Verpflichtungsmöglichkeiten im Rahmen der noch vorhandenen Urteilsfähigkeit (z.b. höchstpersönliche Rechte; Art. 407 ZGB) - Beschwerdemöglichkeit (Art. 419 ZGB) 13 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 6

7 3. Leitung Berufsbeistandschaften / Soziale Dienste Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Leitung Berufsbeistandschaft/ Soziale Dienste - öffentliches Anstellungsverhältnis - Aufgaben gemäss Anstellungsvertrag, i.d.r.: - Operatives Management: - Infrastruktur - Personalmanagement - Qualitätssicherung - Organisation (Prozessmanagement, Aufbauorganisation) - Mitarbeit/Inputs Strategisches Management 15 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 7

8 III. Von der Aufgabe zur Rolle Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Aufgabenbezogene Rolle KESB - Verantwortliche für KESR - Auftraggeber/innen der Massnahmen - In der Tendenz Ausrichtung auf: - Verfahrensrecht - Formales hat Wichtigkeit (Sprache, Stil etc.) - rechtliche Korrektheit der Massnahmen - Entscheidfindung, weniger prozessorientiert im sozialarbeiterischen Sinne - Kurze Zeiten im Fall / kurze Interventionen, oft Krisenintervention 17 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 8

9 Aufgabenbezogene Rolle Berufsbeistände/-innen Im Grundsatz bleibt die Situation unverändert in Bezug auf Aufgaben und Rolle: - Mandatsträger/innen als Auftragnehmer/innen der KESB - Mandatsträger/innen müssen alles (organisieren/erschliessen/selber) können und tun, was erforderlich im Einzelfall ist; d.h. v.a. - Kenntnisse Kindes- & Erwachsenenschutzrecht/ Sozialversicherungen / Treuhand - Begleitung/Beratung/Betreuung (prozessorientiert) Methodik (Verhaltensänderung, Schwächezustände, Zwangskontext, 18 Ressourcenerschliessung etc.) Aufgabenbezogene Rollen Klientschaft 19 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 9

10 Aufgabenbezogene Rolle Leitung Berufsbeistandschaft/Soziale Dienste - Policy und Strategie der Organisation - Organisation: Aufbau- und Prozessorganisation (Kern-, Führungs- und Supportprozesse) - Personalmanagement: Rekrutierung, Entwicklung, Beurteilung, Honorierung, Austritt - Sicherstellung einer zweckmässigen Infrastruktur (Räume, Einrichtungen, EDV) - Qualitätsmanagement (Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität) Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 10

11 Rollenbestimmende Akteure für Leitungen von Berufsbeistandschaften - Leistungsermöglichende: - Gemeinde / Steuerzahler / Öffentlichkeit -KESB - Leistungserbringende: - Sozialarbeitende/Berufsbeistände - Sachbearbeiter/innen -Revisorate - Führungsverantwortliche - Leistungsbeziehende: - Schutzbedürftige Personen - Angehörige / Dritte 22 Inputkreislauf Outputkreislauf 23 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 11

12 Beispiele interne Führung - Aufgabenerfüllung ist bekannt (Produkte/Dienstleistungen) - Prozesse/Abläufe/Standardisierungen - Funktionenprofil Mitarbeitende/Führung gemäss Prozess (Stellenbeschrieb/Pflichtenheft) - Kompetenzen Dienstleistungserbringung stimmt mit Kompetenzen Mitarbeitenden überein - Aufbauorganisation passt zur Ablauforganisation 24 - Führung durch Ziele (MAG, Personalentwicklung etc.) IV. Herausforderungen in der Zusammenarbeit Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 12

13 Herausforderung I: Unterschiedliche aufgabenbezogene Rollen Disziplin/Berufsethik (Legitimität) Recht (Legalität) Aufgabe/Auftrag Handlungsplan (BB)/ Kompetenzen Institutionelle/sozi alräumliche Faktoren Persönliche Disposition Rolle 27 Sorgfaltspflichten Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 13

14 Herausforderung II: Überschneidungen in den Aufgabenbereichen Zusammenarbeit der Hauptakteure im künftigen Kindes- und Erwachsenschutz KESB Leitung BB und SD Führung Beiständin (Vormund) bei D. Rosch / K. Anderer, Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 14

15 Überschneidende Rollen der Hauptakteure KESB und Leitung BB/Soziale Dienste: - Aufsicht und Führung überschneiden sich (Personalentwicklung etc.) - Beide haben Aufsicht über die Qualität der Dienstleistung (Bestellung Mandatsträger/in, Eingriff/Vorgaben Mandatsführung) BB und KESB (z.t. auch Leitung BB): - Rechtliche Verantwortung für die Mandatsführung (Ausführung/Aufsicht/Führung) - Beschwerdeinstanz/Unmutsbekundungen in der Fallführung - z.t. Aufgabenteilung (mitwirkungsbedürftige Geschäfte) 30 Herausforderung III: Interdisziplinarität Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 15

16 V. Strukturelemente einer gelingenden Zusammenarbeit Daniel Rosch lic. iur./dipl. Sozialarbeiter FH/ MAS in Nonprofit-Management Prof. (FH) Hochschule Luzern Soziale Arbeit Kompetenzzentrum für Kindes- und Erwachsenenschutz Institut Sozialarbeit und Recht Strukturelle Kriterien für eine gute Zusammenarbeit - Ziele gemeinsam bestimmen - Absprachen, insb. Zuständigkeiten/typische Fallbeispiele treffen - Konzept erarbeiten / Verschriftlichen der Absprachen z.b. mit Zusammenarbeitsverträgen und anwenden - Strukturelle Förderung der Selbstdisziplin und des Durchhaltevermögen Zeitfaktor beachten! 33 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 16

17 Elemente einer Organisationsstruktur - bei grossen Aufgabenüberschneidungen oder strategischen Fragen standardisierte formelle/ informelle Gefässe mit wichtigen Zusammenarbeitspartnern/innen - bei Entscheiden betr. Richtlinien, Weisungen, Qualitätssicherungsinstrumente Miteinbezug/Anhörung - bei Informationen, die weitgehend selbsterklärend sind (z.b. Statistik) schriftlicher Austausch - bei einfach abgrenzbaren Aufgabenfeldern ad hoc Zusammenarbeit - Evaluationen und Reflexionsrunden standardisieren 34 Checkliste Zusammenarbeit - «das» / mein / unser Ziel der Zusammenarbeit klären - Kooperationspartner auswählen - rechtlicher Rahmen für Kooperation prüfen. - Gegenseitige Interessen und Erwartungen einschätzen - Bisherige Erfahrungen mit Kooperationspartner evaluieren - Unsere Angebotsmöglichkeiten und voraussichtlichen Erwartungen des Partners einschätzen. - Einschätzung Kooperationspartner (persönlich (Haltung, Werte etc.), aufgabenbezogene/soziale/ gruppendynamische Rolle; Machtanalyse) - Inhalte, bei welchen wohl Konsens besteht, eruieren - «Knacknüsse» und deren Lösungsoptionen klären (Ansprech-/Schlüsselperson, Informationsgestaltung, Kompetenzen für Gespräche festlegen etc.) 35 Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 17

18 Rimmele/Näpfli: Sozialdienste managen, interact Daniel Rosch, 2013, alle Rechte vorbehalten, Kontakt: 18

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