Neue Wege zur nachhaltigen Mobilität. Mit Ihnen.

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1 T E C H N I K D A S K A R R I E R E M A G A Z I N F Ü R I N F O R M A T I K E R U N D I N G E N I E U R E HIER GEHT'S RUND MANUEL STAMMLER, DENNIS GUNST UND VERENA WEISS MACHEN KARRIERE BEI CONTINENTAL SIGNALE INGENIEUR-MANGEL EIN MÄRCHEN? EINBLICKE FILM- UND COMICINGENIEURE: TAUGLICH FÜRS ECHTE LEBEN? AUSBLICKE ESSAY: SIND WIR ZU ZUKUNFTSFEINDLICH?

2 Neue Wege zur nachhaltigen Mobilität. Mit Ihnen. Für den besten Weg in die Zukunft der Mobilität haben wir einen einzigartigen Kompass die Ideen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Durch die Fähigkeiten jedes Einzelnen und die Möglichkeit, sich ständig weiterzuentwickeln, entstehen in den Teams zukunftsfähige Produkte und unkonventionelle Lösungen. Nicht nur in der Forschung und Entwicklung, sondern z. B. auch in der Produktion, Logistik, im Vertrieb, Einkauf oder in der Informationstechnologie. Nur so überzeugen wir unsere Kunden auch weiterhin mit Automobilen, die in puncto Komfort, Sicherheit und Verbrauch die Richtung vorgeben. Ihr Weg in die Zukunft startet hier. In einem Konzern, in dem alles möglich ist, weil Sie es möglich machen. Jetzt bewerben unter:

3 Vom Hype zur Angst Wird die Zukunft abgeblasen? Es scheint fast so, wenn man sich die zunehmend kritische Berichterstattung in den Medien über Elektromobilität vergegenwärtigt. Noch vor kurzem hochgejubelt bis zum Gehtnichtmehr, macht sich angesichts erster verfügbarer E-Mobile Ernüchterung breit. Die Herausforderungen sind ja auch gewaltig und weitgehend ungelöst: Batterien, Energieerzeugung, Reichweite, Preis alles weitgehend offene Probleme. Uwe Heinrich Ebenso immens wie die Hoffnung ist aber auch die Naivität, mit der wir davon träumen, dass die elektromobile Zukunft sich gleichsam per Schalterdruck herbeizaubern lässt. Was im Moment in Sachen Elektromobile läuft, welche Chancen sich daraus für Berufseinsteiger ergeben und welche Qualifikationen gefragt sind, lest ihr in unserem Beitrag Zurück in die Zukunft auf den Seiten zehn bis zwölf. Dabei stehen die Chancen für zunehmende Elektromobilität gar nicht mal schlecht. Denn: Keiner ist so richtig dagegen. Niemand hat Angst vor Elektroautos. Im Gegensatz zu anderen Ingenieurleistungen. Wie sehr das Gefühl, von technischen oder zivilisatorischen Errungenschaften bedroht zu sein, Fortschritt, Komfort und manchmal gar Gesundheit und Leben behindern bzw. gefährden kann, erläutert Professor Walter Krämer in seinem meinungsfreudigen Essay auf Seite 22. Eure Meinung dazu? Gern an Viel Spaß beim Lesen dieser und aller anderen Beiträge wünscht Inhalt Signale // Titel // 08 Hier geht s rund Karriere bei Continental 04 Wettbewerbe & Timer 06 Ingenieurmangel: Bloß ein Märchen? Einblicke // 10 Überblick für Einsteiger: Automotive und Elektromobilität 14 Branche kompakt: Elektro-, Maschinen- und Anlagenbau 18 Hollywood-Ingenieure: Hätten Sie eine Chance im wahren Leben? Ausblicke // 22 Essay: Sind wir zu fortschrittsfeindlich? 24 Karrieremessen: So werden sie richtig genutzt 26 Große Sprünge: Bauingenieur untersucht Stadion-Tribünen 28 Ferchau-Challenge 2.0: Das sind die Sieger-Teams 30 Soft Skills für Ingenieure: Fachwissen allein reicht nicht 32 Geo-Engineering: Retten Ingenieure das Klima? 34 Evolution im Büro: Wie sich unsere Verhaltensweisen erklären lassen 36 Technischer Redakteur: Ein Beruf mit Potenzial UNICUM.de Deine Karriereplattform UNICUM.de ist das Ratgeberportal für Studenten und Absolventen und die Online-Plattform für deine Karriere! Versorge dich im Karriere-Channel mit aktuellen Tipps zur richtigen Bewerbung: Vom perfekten Anschreiben bis zum souveränen Meistern von Assessment Centern helfen wir dir weiter, damit du ganz locker dahin kommst, wo du hin willst. Die attraktiven Stellen vom Praktikum bis zur Top-Position stehen übrigens in den UNICUM Jobbörsen. Und wenn du den Berufseinstieg geschafft hast, lassen wir dich nicht allein: Wie die Benimmregeln im Business sind, wie du deine Work-Life-Balance gestalten kannst, wie du gut präpariert in Gehaltsverhandlungen einsteigst dies und noch mehr findest du bei uns im Netz. Auf dem Laufenden bleibst du immer mit dem monatlichen UNICUM Karrierenewsletter. Den kannst du ganz bequem auf UNICUM.de abonnieren. Schau doch einfach mal rein, wir freuen uns auf dich! // UNICUM BERUF TECHNIK // 3

4 Wettbewerbe Text // Ann-Christin von Kieter Foto // Thinkstock Timer November Dezember 2011 Nacht der Unternehmen 23. November, Mannheim 30. November, Stuttgart Mit Vollgas zum Job. Bei diesem besonderen Event bringen Shuttlebusse Interessenten direkt zu den Unternehmen. Anders als am Messestand gibt es so gleich die Atmosphäre am Arbeitsplatz zu spüren. Absolventenkongress 30. November/1. Dezember, Köln 150 Programmpunkte, 300 Aussteller und freie Stellen: Das ist Deutschlands größte Jobmesse in Zahlen ausgedrückt. Alle Infos und die Anmeldung unter Industriekontakte (und) gewinnen: ProsteP ivip Award 2012 Wie Aufmerksamkeit in der Industrie finden? Wie Akzente im Lebenslauf setzen? Wie Gewinn machen? Dafür hat der ProSTEP ivip Verein einen Award ausgeschrieben. Im Verein haben sich führende Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsam Standards zu setzen. Der Award ist ein Aufruf an interessierte Absolventen mit Schwerpunkt virtuelle Produktentstehung. Master- und Diplomarbeiten werden mit Euro, Dissertationen mit Euro dotiert. Einsendeschluss: 20. Januar Details unter: Art of Engineering: Noch schnell bewerben! Schwärme lösen Aufgaben, die das einzelne Individuum nicht bewältigen kann. Die Art, wie Einzelinstanzen im Kollektiv richtig reagieren, obwohl sie nicht zentralistisch gesteuert werden, ist sowohl aus künstlerischer als auch technischer Perspektive ein inspirierendes Thema. Wie Schwarmverhalten künftig unsere Mobilität, Kommunikation und Energieversorgung noch stärker verändern wird, ist Gegenstand des Wettbewerbs Art of Enigneering, den Ingenieurdienstleister Ferchau nun schon zum dritten Mal veranstaltet. Noch bis zum 30. November können sich Künstler ebenso wie Techniker am Thema versuchen und ihre Arbeit einreichen. Generalprobe für Gründer: Science 4Life Venture Cup Eine Idee allein reicht oft nicht. Der Science4Life Venture Cup sorgt dafür, dass gute Einfälle in den Bereichen Life Sciences und Chemie nicht länger nur in den Köpfen der Erfinder schlummern. Der Businessplan-Wettbewerb teilt sich in drei Phasen auf. Los geht es mit der Einreichung eines Konzepts bis zum 13. Januar Eine Teilnahme ist ab sofort möglich unter: Dort warten zusätzlich jede Menge nützliche Infos und Termine auf die Gründer von morgen. IT-Nachwuchspreis: Cloud 4 Society Award Jungunternehmer, die an innovativen Cloud-Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen arbeiten, bekommen von Microsoft Deutschland mit dem Cloud 4 Society Award nun die Gelegenheit, ihre Idee am Markt zu etablieren. Interessierte Start-ups können sich für eine der fünf Kategorien Bildung & Forschung, Gesundheit & Umwelt, egovernment, ecommerce sowie Social & Entertainment bewerben. Die jeweiligen Finalisten werden ihr Projekt dann auf der CeBIT 2012 vorstellen, wo auch der Gewinner des Preisgeldes in Höhe von Euro ermittelt wird. Einzelheiten unter: Bonding Firmenkontaktmesse November, Aachen 12./13. Dezember, München 23./24. Januar, Kaiserslautern Die Stundenteninitiative bonding e. V. präsentiert sich mit der eigenen Firmenkontaktmesse zum Jahresende noch einmal in Aachen und in München. Auch die Termine für 2012 stehen bereits fest: VDI Nachrichten Recruiting Tag 30. November, Hamburg 11. Dezember, Ludwigsburg 2. Februar, Dortmund 24. Februar, Mannheim 15. März, Hanau Die offene Karrieremesse bietet Ingenieuren ein umfangreiches Programm samt Vortragsforum, Karriereberatung, Bewerbungsunterlagen-Check und Job Board. Weitere Termine: CAR Connect 8. Februar, Bochum Das CAR-Institut der Uni Duisburg-Essen lädt Studenten und Absolventen zum persönlichen Gespräch mit Personalverantwortlichen aus der Automobilbranche und den angrenzenden Industriezweigen ein. Infos und kostenlose Anmeldung unter: Diese und viele weitere Termine gibt s auch im Online-Kalender unter karriere.unicum.de/stellenangebot/ terminkalender 4 // UNICUM BERUF TECHNIK // // SIGNALE

5 Wovon Sie früher auch träumten: Jetzt ist die Zeit, es wahr zu machen. Sie wollten schon immer an wegweisenden Projekten mitwirken? Bei uns können Sie das. Vom ersten Tag an. Einer guten Idee ist es schließlich egal, wer sie hat: der Junior oder der Abteilungsleiter. Und gute Ideen die brauchen wir. Sie haben uns zu dem gemacht, was wir sind: einer der wichtigsten technologischen Schrittmacher. Im Mobilfunk. Im Digital-Fernsehen. In der Funktechnik. Auch bei Flugsicherung, drahtloser Automobiltechnik oder EMV sind wir federführend und praktisch in allen unseren Geschäftsgebieten einer der drei Top-Player am Weltmarkt.Damit wir das auch bleiben, brauchen wir Sie. Als frischgebackenen Hochschulabsolventen, Praktikanten, Werkstudenten (m/w) oder fertigen Sie Ihre Abschlussarbeit (Bachelor, Master, Diplom) bei uns an. Wir freuen uns auf Sie!

6 Fachkräftemangel gibt s den wirklich? Das grosse flehen Die Personalmanager in deutschen Unternehmen haben eine neue Sportart für sich entdeckt: das Händeringen. Ob Ingenieure oder Informatiker sie werden händeringend gesucht. Die daraus abzuleitende Verzweiflung unterfüttern die Absender gerne mit großen Zahlen und lauten Appellen. // Text // Roland Karle Foto // Thinkstock So freut sich der Engineering-Dienstleister Ferchau zwar über volle Auftragsbücher und zweistelliges Wachstum, klagt aber im gleichen Atemzug über fehlende Fachkräfte. 80 bis 100 Ingenieursstellen könnte das Unternehmen beispielsweise in Baden-Württemberg bis zum Jahresende besetzten, wenn da nicht der Fachkräftemangel wäre, wie Regionalleiter Daniel Roppelt berichtet. In einer Pressemitteilung heißt es dann wenig überraschend, der Engineering Dienstleister suche, na klar, händeringend nach neuen Fachkräften, speziell in der Soft- und Hardwareentwicklung, der Produktentwicklung und Konstruktion, der Automatisierungstechnik sowie in Projektmanagement und -koordination. Mangelerscheinungen konstatiert auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz Bitkom, der mehr als Unternehmen mit etwa 135 Milliarden Euro Umsatz und Beschäftigten vertritt offene Stellen für IT-Experten gebe es, so eine Umfrage. Besorgt klingen auch die Botschaften des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) und des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): Die Zahl der offenen Ingenieurstellen habe im September 2011 mit einen Höchststand erreicht. Gleichzeitig waren nur noch rund Ingenieure ohne Beschäftigung. Auf jeden arbeitslosen Ingenieur kommen mehr als fünf offene Stellen. So eine große Lücke haben wir seit Beginn der Aufzeichnungen im August 2000 noch nie gesehen, sagt IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös zu den Daten des aktuellen VDI-/IW-Ingenieurmonitors. Fachkräftemangel weil er der Wirtschaft dient? Und da wagt es Gerd Bosbach, Co-Autor des Buches Lügen mit Zahlen, die Existenz des Fachkräftemangels zu leugnen. Der wird herbeigeredet, behauptet der Professor für Statistik, Mathematik und Empirie an der Fachhochschule Koblenz. Killerstatistiken würden in Umlauf gebracht und dadurch singuläre Interessen verfolgt. Wenn sich Unternehmen öffentlich beschweren über fehlende Fachkräfte, können sie zum Beispiel ihre Forderung unterstreichen, Nicht-EU-Ausländern schon ab einem Mindestjahresgehalt von Euro eine Arbeitserlaubnis zu erteilen. Derzeit liegt die Grenze bei Euro. Dadurch verschärfe sich der Wettbewerb zwischen einheimischen und ausländischen Fachkräften und die Preise werden dadurch gedrückt. So argumentieren Kritiker wie Bosbach. Für besonders verquer hält er die Prognose, in Deutschland könnten im Jahr 2025 zwischen sechs und sieben Millionen Fachkräfte fehlen. Die Aussage stammt von Frank-Jürgen Weise, dem Leiter der Bundesagentur für Arbeit, und beruht auf einem nicht öffentlichen Hintergrundpapier des Instituts für Arbeitsmarktund Berufsforschung (IAB). Bosbach hat herausgefunden, dass bei der Berechnung keinerlei Wanderungsbewegung mit dem Ausland unterstellt wird, von einer sich nicht erhöhenden Erwerbsquote der Erwerbsfähigen ausgegangen wird und Effekte auf die Erwerbsquote durch die Rente ab 67 unberücksichtigt bleiben. Auch das IAB sei inzwischen zurückgerudert und spreche nun von einer 3,5-Millionen-Lücke, die aber nicht unbedingt zu einem wirklichen Fachkräftemangel führen müsse. Lebende Gegenbeweise Ist der Mangel nur ein Mythos? Klagen Arbeitgeber und Verbände über ein Phantom? Werden Statistiken aufgeblasen und dem eigenen Interesse folgend interpretiert? Stephan Pfisterer, Bereichsleiter Personal und Arbeitsmarkt bei Bitkom, stellt sich der Diskussion. Wir können unsere Zahlen gut belegen und wir lassen sie von Statistikern überprüfen, sagt er. Wichtig sei es, nicht nur Momentaufnahmen zu machen, sondern Entwicklungslinien aufzuzeigen. Natürlich bekommt er nach jeder öffentlich gemachten Mitteilung über Fachkräftemangel oder Fachkräfteknappheit (Pfisterer: Das sind semantische Feinheiten ) mehrere Zuschriften von abgelehnten Bewerbern, die sich als lebender Gegenbeweis für die These fühlen. Und, ja, dass die Gehälter für Fachkräfte selbst in Mangeldisziplinen nicht durch die Decke schießen, sei richtig. Aber dafür gebe es plausible Gründe. Händeringend flehen: So dringend suchen Personaler Nachwuchs... Meist bewegen sich Unternehmen in wettbewerbsintensiven Märkten, in denen deutliche Kostensteigerungen auch für Personal kaum zu verkraften sind. Die A l t e r n a t i v e sind Auslagerungen in Länder mit niedrigeren Produktions- und Personalkosten. Am Beispiel Nokia kann man sehen, wie eng der Spielraum ist, erläutert Pfisterer. Für Personalberater Axel Haitzer, Autor des Buches Bewerbermagnet, ist die beklagte Malaise von den Unternehmen oftmals selbst verschuldet. Wenn zum Beispiel selbst in teuren Stellenanzeigen in überregionalen Zeitungen kein persönlicher Ansprechpartner für Bewerber genannt wird, ist das hochgradig unprofessionell und rührt aus einer altmodischen Haltung, wonach sich der Bewerber hin zum Arbeitgeber bewegen muss und nicht umgekehrt. Die Firmen müssen in der Personalrekrutierung ihr Selbstverständnis ändern, ihre abwartende Rolle aufgeben und aktives Bewerbermanagement praktizieren. So wie man das aus wettbewerbsintensiven Märkten kennt. Wenn die Geschäfte nicht laufen, stellt sich ja auch kein Unternehmer hin und spricht von Kundenmangel. // Hier geht s direkt zum Interview mit Professor Gerd Bosbach über Wahrheit und Unwahrheit beim Thema Fachkräftemangel. 6 // UNICUM BERUF TECHNIK // // SIGNALE

7 Die Welt braucht Zeichen. Und Menschen, die sie setzen. Diese Menschen finden Sie bei uns. Sie prägen die Zukunft mit sicheren und nachhaltigen Lösungen im Spannungsfeld von Mensch, Umwelt und Technik. Eindrucksvoll an über 490 Standorten in 61 Ländern. Hoch qualifiziert als Ingenieure, Naturwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Ärzte oder Informatiker und Pädagogen. Wir trauen Ihnen zu, dass auch Sie bei uns ganz viel erreichen werden als Zukunftsdesigner (w/m) Sie sind hoch motiviert und wollen an Aufgaben und Herausforderungen wachsen. Genau richtig, denn Sie haben ein klares Ziel: mehr Verantwortung. Und dabei unterstützen wir Sie langfristig mit attraktiven Weiterbildungsprogrammen und Coachings. Willkommen im Team derer, die auch im Job sichtbare Spuren hinterlassen. design your future

8 Karriere bei Continental Hier geht's rund Woran denkt man beim Namen Continental? Genau, an Reifen. Doch zum Produktportfolio gehört weitaus mehr auch fernab der Automobilbranche. UNICUM BERUF TECHNIK sprach mit drei jungen Angestellten über Job und Berufung bei einem Weltkonzern. Verena Weiß, Dennis Gunst und Manuel Stammler (r.) ließen uns tief blicken. // Text // Ann-Christin von Kieter Fotos // Michael Godehardt 8 // UNICUM BERUF TECHNIK // // EINBLICKE Die Exponate im Forum der Continental in Hannover lassen uns stutzig werden. Ob wir hier richtig sind? Immerhin wollten wir doch zu einem Autozulieferer und Reifenhersteller, aber Autos samt der rollenden Rundlinge stehen hier weiß Gott nicht im Vordergrund. Nicht erschrecken, wir sind hier ja bei ContiTech, scherzt Manuel Stammler. Der 30-Jährige ist seit zwei Jahren Vorstandsassistent bei ContiTech, einer der fünf Divisionen der Continental AG, die als Spezialist für Kautschuk- und Kunststofftechnologie fernab von Reifen gilt. Nur etwa die Hälfte unseres Umsatzes bei ContiTech generieren wir in der automobilen Erstausrüstung. Die andere Hälfte setzen wir im Industriegeschäft um. Somit bestehe die Produktpalette nicht nur aus Reifen jeder Größe, Breite, Profilierung. Zwei davon sehen wir an einer glänzenden Achskonstruktion dann aber trotzdem. Und voller Elan verweist Stammler auch auf die ausgestellten Motorblöcke: Hier sind die Antriebsriemen und diverse Schläuche von uns, sagt der Wirtschaftsingenieur. Aber er erklärt uns auch all das ausgestellte Gummi-Hightech drumherum: Transportbänder, Luftfederungen, Lagerungen, Schläuche, Dämpfungselemente für fliegende Teleskope, ein futuristisch anmutender Schutzanzug Schwarz und rund und noch viel mehr Doch nach wie vor sind Reifen ein elementar wichtiger Geschäftsbereich für Continental. Mit ihnen beschäftigen sich Verena Weiß (33) und Dennis Gunst (30). Beide stiegen mit einem technischen Trainee-Programm bei Continental ein und arbeiten jetzt in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Reifendivision. Unsere etwas ketzerische Annahme, es könne womöglich langweilig sein, sich ausschließlich mit Reifen zu befassen, führt Dennis Gunst freundlich auf mangelnde Sachkenntnis zurück: Klar, das Erste, was man beim Thema Reifen denkt, ist: schwarz und rund, konzediert er entgegenkommend. Aber was wirklich dahintersteckt, ist vielen gar nicht bewusst. Ein Reifen besteht schließlich aus verschiedenen Komponenten, die sinnvoll kombiniert werden müssen, damit die Anforderungen der Kunden erfüllt sind. Auch Hersteller, die Markenimage und technische Eigenschaften ihrer Karossen gleichermaßen pflegen, dächten zum Beispiel ganz unterschiedlich, erklärt Verena Weiß. Namen will sie nicht nennen, verrät aber,

9 dass manche Erstausrüster eher auf Komfort und Gediegenheit Wert legen, andere wiederum auf die sportliche Note eines Reifens achten. Und was passiert, wollen wir wissen, wenn ein Erstausrüster einen richtigen Rennschlappen bestellt, einen Reifen, der bis 340 km/h durchhält? Für solche Geschwindigkeiten ist meine Gruppe der Ultra-High-Performance-Reifen zuständig, sagt Verena Weiß. Wenn solch ein Auftrag komme, erstelle sie mit ihrem Team Guidelines, an denen sich Entwickler wie Dennis orientieren können: Wir sagen dann: Wenn du diese und jene Bauteile benutzt und dich in folgenden Grenzen bewegst, dann funktioniert das. Beide sind sich einig: Bei Reifen bekommt man sehr schnell die Verantwortung für das gesamte Produkt. Wenn man an Motoren arbeitet, ist man dagegen nur ein kleines Zahnrad im Gesamtprozess. Trotzdem entwickelt man nicht unbedingt den gesamten Reifen komplett allein: Ich bin hauptsächlich für den Kern zuständig und dann gibt es noch Experten für das Profil oder die Lauffläche, sagt Dennis Gunst. Daher sei es wichtig, Kontakt zu den verschiedenen Abteilungen zu haben, um sich das Know-how dort abzuholen. Gemeinsam statt einsam Auch für Manuel Stammler ist Kommunikation mit verschiedenen Schnittstellen das A und O. Und das, obwohl seine Tätigkeit zunächst eher nach einer One-Man-Show klingt. In der Division ContiTech arbeitet er seinem Vorstand Heinz- Gerhard Wente zu, ihm erstellt er beispielsweise Präsentationen und recherchiert Fakten. Gleichzeitig übernimmt er aber auch eigene Projekte, bei denen er meist entlang der Supply Chain agiert: Vom Einkauf angefangen über Produktion und Logistik bis hin zum Vertrieb bekomme ich von allem etwas mit. Und, fragen wir, fühlt man sich irgendwie ganz besonders, wenn man derart nah dran ist an der Macht? Stammlers Antwort ist bescheiden und bestimmt zugleich: Das darf man nicht! Man selbst handelt ja auch immer nur im Auftrag. Zudem bin ich auch auf die Unterstützung anderer Mitarbeiter angewiesen und wenn ich da nicht vernünftig auftrete, komme ich nicht an die Informationen, die ich brauche. Pures Nützlichkeitsdenken, so erfahren wir im Nachsatz, sei aber gar nicht das Entscheidende. Im Grunde ist es so: Solch ein Verhalten wäre gar nicht Continental-like. Wir sind hier offen und kommunikativ diese Kommunikationskultur lässt mich mit einem Vorstand genauso reden wie mit Kollegen aus aus anderen Abteilungen. In seinem zweiten Wirkungskreis, den Human Resources für den Gesamtkonzern, achtet er neben den formalen Voraussetzungen daher besonders darauf, dass Bewerber aufgeschlossen sind und gut kommunizieren können: Was wir nicht gebrauchen können, sind lonesome Cowboys Leute, die sich nicht abstimmen und Informationen nur sammeln und nicht weitergeben. Die Erinnerung von Dennis Gunst an die eigene Bewerbung bei Continental ist noch frisch. Kein Wunder, allzu lange liegt diese Phase noch nicht zurück: Im Assessment Center war ich der einzige Deutsche. Das hat mir gezeigt, wie entscheidend gute Englischkenntnisse sind. Immerhin gab es nur eine einzige individuelle Aufgabe, ansonsten nur Teamarbeit. Dadurch war die Situation recht angenehm. Verena Weiß ist auch wenn sie seit mehr als sieben Jahren bei Continental arbeitet vor allem im Gedächtnis geblieben, wie schnell die Entscheidung zugunsten ihrer Bewerbung getroffen wurde: Das ging ratz fatz. Am Freitag war das Assessment Center, am Montag lag der Vertrag auf dem Tisch. Und Manuel Stammler entsinnt sich an das Typische seines ersten Tages im Unternehmen: Ich bin gleich dem kompletten Team vorgestellt worden und zwar weltweit. In meiner ersten Station ging es direkt ums Business Development für die Region Asien. Das war schon beeindruckend, von Beginn an ein so großes Netzwerk aufbauen zu können. Routine ist ein Fremdwort Wir sprachen mit Fast hätten wir Dennis Gunst (30) auch in einem ganz anderen Kontext kennenlernen können. Immerhin hat er früher erfolgreich Handball gespielt sogar bis zur Zweiten Bundesliga. Nach seinem Maschinenbaustudium an der TU Darmstadt hat er sich jedoch lieber für eine Ingenieurlaufbahn entschieden. Zu seinem jetzigen Arbeitgeber ist eher durch puren Zufall gekommen: Während meines Auslandsaufenthaltes in Shanghai haben ich jemanden von Continental getroffen, der mir von dem Explore-Programm vorgeschwärmt hat. Direkt nach meiner Rückkehr ging die Bewerbung raus seit 2010 bin ich nun hier. Die Dame im Bunde, Verena Weiß (33), ist in Kenia aufgewachsen und hat schon als Kind im Sandkasten mit Matchbox-Autos gespielt. Mittlerweile dürfen die Fahrzeuge natürlich etwas größer sein, wie zum Beispiel ihr weißer Oldtimer, ein Mercedes 250 CE, den sie sich zum Abitur gekauft hat und seitdem hegt und pflegt. Bei so viel Liebe zum Automobil war es fast schon Mittlerweile sind die drei nicht nur gut assimiliert im Unternehmen, sondern teilweise schon alte Hasen. Dominiert deshalb die Routine? Nein, keine Spur davon: Der Ausdruck typischer Tagesablauf ist ein Fremdwort, auch wenn es natürlich wiederkehrende Elemente gibt. Doch generell ist die Arbeit eher projektbasiert. Das ist mir auch besonders wichtig. Wenn ich jeden Tag von neun bis fünf das Gleiche machen müsste, würde ich ausflippen, verrät Verena Weiß. Besonders abwechslungsreich findet sie dabei die Zweiteilung ihres Jobs: Ich habe sowohl eine Fach- als auch eine Führungstätigkeit. Wie man sich das konkret vorstellen kann? Ein Großteil der Arbeit geschieht vom Büro aus. Dort koordiniert sie ihre Gruppe, verteilt Aufgaben, arbeitet neues Personal ein und steht ihren Mitarbeiten als Coach zur Seite: Zu Spitzenzeiten steht etwa alle zehn Minuten jemand bei mir in der Tür und braucht eine Entscheidung oder fragt um Rat. Gleichzeitig packt sie aber auch in eigenen Projekten selbst mit an: Man findet mich auch durchaus mal mit Arbeitskleidung in der Produktion, wo ich Ursachenforschung betreibe. Und selbst auf ihrem Schreibtisch findet sich der eine oder andere Reifenabschnitt, der dort seine (Ruß-)spuren hinterlässt. Deshalb kann ich auch nie weiße Blusen anziehen, verrät sie mit einem Augenzwinkern. So wie Verena Weiß irgendwann herausgefunden hat, dass ihr neben der fachlichen Arbeit auch die Personalführung liegt und Spaß macht, bekommt jeder Continental-Mitarbeiter die Möglichkeit, sich nach seinen Vorstellungen zu entwickeln. In einem jährlichen Personalgespräch mit dem Vorgesetzten werden die persönlichen Ziele herausgearbeitet. Gemeinsam wird dann ein Plan aufgestellt, wie man diese u. a. mithilfe von Weiterbildungsmaßnahmen am besten umsetzten kann. Wir wollen uns der schnellen Entwicklung am Markt anpassen und dafür brauchen wir einfach Leute, die das Unternehmertum leben, d. h. über den Tellerrand hinausschauen und Überlegungen anstellen, erklärt Manuel Stammler. Zu diesem Continental-Spirit gehöre ebenfalls, dass man keine Angst hat, Fehler zu machen. Dennis Gunst fasst das geschmeidig zusammen: Wenn man nichts wagt, kann man nichts vorwärtsbringen. Was in einem Unternehmen, das sich aufs Voranbringen in vielerlei Weise spezialisiert hat, gar nicht im Sinn der Sache wäre. // s e l b s t v e r s t ä n d - lich, dass sie nach dem Studium der Umwelttechnik in dieser Branche Fuß gefasst hat. Seit 2004 arbeitet sie in der Forschung und Entwicklung bei Continental und ist seit drei Jahren G r u p p e n l e i t e r i n der Plattform PKW- Reifen. Manuel Stammler (30) studierte Wirtschaftsingenieurwesen und stieg dann 2008 über das ContiTech-Management-Programm in den Konzern ein. Aktuell ist Manuel Stammler als Vorstandsassistent für die Division ContiTech und für das Ressort Personal im Konzern verantwortlich. Nicht nur beruflich, sondern auch privat geht es für ihn hoch hinaus. Neben Schwimmen und Fahrradfahren stehen auch regelmäßig Besuche in der Kletterhalle auf dem Programm. EINBLICKE // // UNICUM BERUF TECHNIK // 9

10 Trendthema Elektromobilität: Zurück ins 19. Jahrhundert Bei der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2011 kannte die Branche nur ein Thema: das Elektroauto. Der Hype wirft Fragen auf: Werden sich alternative Antriebe durchsetzen? Woran forschen die deutschen Text // Julien Knobloch Foto // Getty Images, Opel Autohersteller aktuell? Wo liegen Probleme und Herausforderungen? Und was bedeutet der neue Trend für den akademischen Nachwuchs? Fest steht: Begeisterte Tüftler und Bastler haben gute Chancen auf ein Ticket für die Reise zurück in die Zukunft. // Massen flüsterleiser Elektroautos sucht man auf den Straßen indes vergebens. Im Jahr 2010 war der Smart Electric Drive mit 150 Zulassungen im Jahr 2010 Champ der E-Klasse. Insgesamt, so eine Zählung des Kraftfahrtbundesamts, fuhren Ende September genau 2307 Stromer über den Asphalt. Ein Phänomen im PromilleBereich. Die Probleme sind bekannt: Kaum Infrastruktur fürs Stromtanken, lange Ladezeiten, geringe Reichweiten, wenige Modelle, und die sind auch noch richtig teuer. Eine Studie der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers ergab, dass fast alle Befragten im Elektroauto die Zukunft sehen, aber nur 19 Prozent sich mittelfristig eines anschaffen wollen. Wegen der hohen Kosten. Einige Beobachter sehen darum ein alsbaldiges Ende des großen Elektrohypes. Camille Jenatzy fuhr mit seiner Elektrozigarre rund 105 Kilometer schnell. Vor 112 Jahren. Stolz macht sich in den Gesichtern der Konstrukteure breit, als das zigarrenförmige Elektroauto mit gut 100 km/h vorbeigleitet. Der Elektroantrieb ist im Vergleich zum Verbrennungsmotor geradezu flüsterleise. Die Zuschauer am Rande der Teststrecke sind aus dem Häuschen. Jubel und Beifall branden auf. Eine aktuelle Szene auf dem Testgelände eines großen Automobilherstellers? Denkste! Vielmehr ein Ausflug ins 19. Jahrhundert, ins Jahr In diesem Jahr fuhr der erste Mensch über 100 km/h, nämlich 105,88 km/h. Camille Jenatzy hieß der belgische Fahrer, und er saß tatsächlich in einem Elektroauto. Jenem Fahrzeugtyp, auf dem aktuell über einhundert Jahre später die Hoffnungen einer ganzen Industrie ruhen. Und die der Bundesregierung gleich mit. Die hat nämlich das Ziel ausgerufen, Deutschland zum Leitmarkt in Sachen Elektromobilität zu machen. Ein neues Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz treibt die Renaissance des Elektroautos voran. Immerhin entstehen gut 18 Prozent der deutschen CO 2 -Emissionen im Bereich Verkehr. Außerdem zählt die Automobilindustrie zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Deshalb wird in Berlin ordentlich Geld ausgegeben. Ein Gesamtvolumen von 500 bis 700 Millionen Euro sah der Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität allein für den Zeitraum 2009 bis 2011 vor. Schon vor Ablauf dieser Zeitspanne scheinen die ersten Früchte reif für die Ernte, die Ergebnisse der politischen Offensive konnten auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) 2011 in Frankfurt bestaunt werden: Zum ersten Mal stellte die IAA Elektromobile in einer eigenen Halle aus. E-Car-Zulassungen noch im Promillebereich Alle großen deutschen Automobilhersteller investieren inzwischen in diesem Bereich. Sie lassen ihre Entwickler forschen, tüfteln und testen. Vielleicht aber wird ausgerechnet die lange von Biederkeit umflorte Marke Opel für substanziellen Fortschritt beim elektrischen Fahren sorgen. Auf der IAA stellten die Rüsselsheimer mit dem Opel Ampera das erste serienreife und voll alltagstaugliche Elektrofahrzeug eines europäischen Herstellers vor. Je nach Fahrweise ermöglicht die Batterie im Ampera eine emissionsfreie die Emissionen fallen im Strom erzeugenden Kraftwerk an Reichweite von 40 bis 80 Kilometern. Bei längeren Strecken wird über einen Benzinmotor, den sogenannten Range-Extender, Strom für den Elektroantrieb produziert. Die Ladezeit der Batterie gibt Opel mit vier Stunden an. Gänzlich ohne Ladezeit kommen Autos mit Wasserstoff-Brennstoffzelle aus, die deutsche Hersteller teilweise seit Jahren im Flottentest auf Praxistauglichkeit prüfen. Sie können ähnlich wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor betankt werden und unterliegen daher bei Größe oder Reichweite keinen besonderen Einschränkungen. Alle Autohersteller mischen mit Die Beispiele zeigen, dass die europäischen und unter ihnen besonders die deutschen Autobauer bestrebt sind, den Anschluss beim weltweiten Wettrennen um die fortschrittlichsten Elektroautos nicht zu verlieren. Um das Feld nicht Franzosen und Japanern zu überlassen, die teilweise bereits E-Cars verkaufen, schuf die Daimler AG einen eigenen Unternehmensbereich. In der Direktion E-Drive & Future Mobility 10 // UNICUM BERUF TECHNIK // // EINBLICKE

11 Auch dieses Jahr wurde Tognum wieder als Top Arbeitgeber für Ingenieure ausgezeichnet und punktete vor allem in den Kategorien a) Unternehmenskultur b) Karrieremöglichkeiten c) Vergütung d) in allen drei Bereichen Entwicklungsingenieur (m/w) Gasmotoren-Versuch Neues schaffen. Weiter denken. Vorwärtskommen. Aus faszinierenden Ideen machen unsere rund Mitarbeiter kraftvolle Technik vom kW-Dieselmotor bis zum klimafreundlichen Blockheizkraftwerk. Mit den Marken MTU und MTU Onsite Energy ist Tognum einer der weltweit führenden Anbieter von Motoren, kompletten Antriebssys temen und dezentralen Energieanlagen. Innovative Einspritzsysteme von L Orange vervollständigen unser Technologie-Portfolio rund um den Antrieb. Bewegen auch Sie mit uns die Welt! Wenn es um Motoren und Antriebe geht, steht MTU Friedrichshafen für größte Präzision im Detail und ein reibungsloses Zusammenspiel im System. Verstärken Sie unsere Entwicklungsabteilung für Gasmotoren bei der Versuchsdurchführung an unserem Standort in Augsburg. Ihre Leistung. Planung, Vorbereitung, Durchführung sowie Auswertung von Versuchen im Rahmen der Kompo nen ten- und Motorerprobung auf unseren Prüfständen in Friedrichshafen bzw. Augsburg Optimierung der Bedatung für die Gemisch-, Drehzahl- und Leistungsregelung Zusammenarbeit mit internen Stellen wie Konstruktion, Analytik, Vertrieb, Service und Qualitätsmanagement sowie mit externen Lieferanten Vorbereitung und Durch führung von Außen erprobungen oder technisch besonders anspruchsvollen Erstinbetriebnahmen bei Kunden vor Ort Ihre Kompetenz. Erfolgreich abgeschlossenes Studium in Maschinenbau mit Vertiefung Verbrennungsmotoren Gern erste Berufserfahrung; auch Einsteiger/innen willkommen Kenntnisse im Bereich Gasmotoren sowie Mess- und Regelungstechnik wünschenswert Strukturiertes Vorgehen und analytisches Denkvermögen Fähigkeit, funktionelle Zusammen hänge zu erkennen Willkommen bei der MTU Friedrichshafen GmbH in Augsburg. Senden Sie uns Ihre aussagekräftige Bewerbung ganz unkompliziert über unsere Online-Stellenbörse. Tognum AG Personalservice Benjamin Winzer Maybachplatz Friedrichshafen Tel /

12 erfolgt die Serienentwicklung aller wesentlichen Komponenten mit einer integrierten Forschung und Vorentwicklung aus einem Guss, berichtet Dominique Albrecht, zuständig für die Kommunikation im Bereich Human Resources and External Affairs. Auch Opel hat zusammen mit dem Mutterkonzern General Motors die weltweite Forschungsstruktur schon früh auf die neuen Technologien zugeschnitten. Etwa mit der Forschungszentrale in Mainz-Kastel, in der rund 250 Mitarbeiter am Auto der Zukunft basteln. Und dabei sind besondere Kenntnisse und Fähigkeiten gefragt. Akademischer Nachwuchs mit Kenntnissen auf dem Gebiet der Elektromobilität hat momentan beste Chancen. Alle deutschen Hersteller suchen aktuell Fachkräfte in diesem Bereich. Und das wird voraussichtlich auch in Zukunft so sein, erklärt Lars Funk, Leiter des Bereichs Beruf und Gesellschaft beim Verein Deutscher Ingenieure (VDI). Studenten und Absolventen technischer Fachrichtungen sollten die Entwicklung also fest im Blick haben. Von einer allzu frühen Festlegung auf dieses Forschungsfeld rät der Experte aber ab. Ein Bachelorstudium in einer der klassischen Fachrichtungen wie Maschinenbau, Fahrzeugtechnik oder Elektrotechnik bildet immer noch eine gute Grundlage, so Funk. Von den neuen, stark spezialisierten Studiengängen hält er Tanken an der Stromsaugsäule. Bis es flächendeckend so weit ist, werden noch Jahre vergehen daher, zumindest im Bachelor-Bereich, wenig. Schließlich könne niemand garantieren, dass der Boom der alternativen Antriebe auch in zwanzig Jahren noch anhält. Sinnvoller ist es, nach einem klassischen Grundstudium Schwerpunkte im Masterstudium zu setzen. Studiengänge mit dem Schwerpunkt Elektromobilität gibt es inzwischen einige, so zum Beispiel an den Hochschulen in München und Bochum. Stephan Matz, Diplom-Ingenieur und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik an der TU München, gibt zu bedenken, dass es die optimale Vorbereitung für eine Arbeit im Bereich Elektromobilität wahrscheinlich nicht gibt: Die Entwicklung eines Elektrofahrzeuges umfasst viele verschiedene Disziplinen, sodass jeder nach wie vor seinen Interessen folgen sollte. Es ist aber sicherlich nicht schlecht, möglichst früh mit dem Thema in Kontakt zu kommen, um die verschiedenen Zusammenhänge und Problemstellungen zu verstehen. Knackpunkt Batterietechnik Wie wichtig Arbeit im Verbund ist, zeigt das Beispiel der Geschäftsstelle Elektromobilität (GSE) an der RWTH Aachen. Dort wird die Forschungsarbeit von mehr als 30 verschiedenen Forschungsinstituten zum Themenfeld Elektromobilität koordiniert und vernetzt. Von einer solchen Vernetzung profitieren letztlich die Fachleute aller Fachrichtungen wechselseitig. Vernetzung ist auch für die Zulieferer ein entscheidendes Stichwort. Eine große Herausforderung liegt in der Herstellung langlebiger und leistungsstarker Batterien. Die sogenannte Systemkompetenz ist dabei besonders gefragt, sagt Otmar Frey vom Fachverband Batterien beim Zentralverband der Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI). Bei der Batterietechnik sind chemische Prozesse zwar sehr wichtig, Gleiches gilt jedoch auch für die elektrische Verschaltung. Deshalb werden sowohl Chemiker als auch Elektrotechniker gebraucht. Von den Fachleuten beider Fachrichtungen wird aber erwartet, dass sie über den Tellerrand hinausschauen, sich also für das jeweils andere Fachgebiet interessieren und entsprechende Kenntnisse haben. Lars Funk vom VDI rät allen Studenten, die ihren Jobchancen den richtigen Kick geben wollen, praktisch tätig zu werden. Im Team eigene Projekte umzusetzen, dabei Persönlichkeit zu entwickeln und wichtige Schlüsselkompetenzen für die spätere Arbeit im Unternehmen zu erlernen, das alles sei für den Karriereschub fast genauso wichtig wie die theoretische Schwerpunktsetzung im Studium. Wer zum Beispiel bei einem Event wie der Formula Student Germany dabei war, kann sich seinen Arbeitgeber später praktisch aussuchen, sagt Funk. Seit 2006 ist der VDI Schirmherr dieses Wettbewerbs. Dabei treffen sich Studenten aus aller Welt am Hockenheimring, um fünf Tage lang ihre selbst konstruierten Rennwagen miteinander zu messen. Im vergangenen Jahr wurde der studentische Wettbewerb der aktuellen Entwicklung in der Kraftfahrzeugbranche angepasst. Unter dem Namen Formula Student Electric treten seit 2010 Studenten auch mit Eigenkonstruktionen im Bereich Elektromobilität gegeneinander an. Dabei müssen sich die Teilnehmer auf rein elektrische Antriebe beschränken. Die angehenden Ingenieure sollen so mit der entscheidenden Zukunftsfrage, der nach der größtmöglichen Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, konfrontiert werden. Nennenswerte Stückzahlen für Nischenverkehr Denn zu den größten Herausforderungen bei der Entwicklung rein elektrischer Antriebe zählt immer noch das Problem der Stromspeicherung. Selbst die modernsten Batterien erzielen nur eine vergleichsweise geringe Reichweite, haben lange Ladezyklen, leiden unter relativ kurzer Lebensdauer und horrenden Preisen. Allein deshalb erwartet kaum jemand, dass der Verbrennungsmotor bald gänzlich von der Straße verschwindet. Das meint auch Wissenschaftler Stephan Matz: Es wird in absehbarer Zeit nicht so sein, das der elektrische Antriebsstrang den konventionellen komplett ablöst. Elektroautos könnten zunächst ein Nischenprodukt für den regionalen Mobilitätsbedarf sein. Allerdings spielt sich in dieser Nische ein Großteil des gesamten Individualverkehrs ab. Auch für Batterieexperte Otmar Frey ist klar, dass die Entwicklung praktisch noch ganz am Anfang steht. Aber natürlich bereitet man sich auch in der Elektroindustrie auf einen Boom vor. Dieser Industriezweig kommt ins Spiel, wenn es um entsprechende E-Car- Infrastruktur geht, etwa um den Bau von Wasserstofftankstellen oder Strom- Zapfsäulen. Um alle Herausforderungen meistern zu können, benötigen die Autohersteller helle Köpfe mit entsprechenden Kenntnissen. Künftig werden in allen Bereichen der Elektromobilität vermehrt Fachkräfte und Ingenieure aus dem Bereich Elektrotechnik gebraucht, heißt es deshalb bei Opel. Wer den Rat beherzigt, seinen Studienschwerpunkt nach persönlicher Neigung zu wählen, nebenher auch noch praktische Erfahrungen sammelt und anschließend gezielt Zusatzqualifikationen erwirbt, kann dabei sein: Bei der Reise zurück in die Zukunft. // 12 // UNICUM BERUF TECHNIK // // EINBLICKE

13 WIR FÖRDERN NICHT NUR UNTER TAGE. Sie sind dynamisch, voller Ideen und Tatendrang? Sie haben eine unstillbare Neugier auf Menschen und neue Projekte? Sind begeisterungsfähig und begeistert zugleich? Dann freuen wir uns auf Sie! Wir suchen Nachwuchskräfte, die von neuen Wegen fasziniert sind und zukunftsorientiert denken und handeln. DÜNGEMITTEL SALZ ERGÄNZENDE GESCHÄFTSBEREICHE

14 Branche Kompakt Elektro-, Maschinen- und Anlagenbau-Branche Eine große Umstellung steht der Maschinen- und Anlagenbau-Branche bevor: Die Produktionstechnik muss CO 2 -Emissionen reduzieren, während in den kommenden Jahren die Elektromobilität auf den weltweiten Märkten rasant ansteigen wird. Der deutsche Maschinenund Anlagenbau wird in den kommenden Jahren vom Ausbau der Elektromobilität stark profitieren. Denn durch die Einführung von Fahrzeugen mit elektrischem Antriebsstrang sind auch jene Kompetenzen des Maschinenbaus gefragt, die bislang nur selten in der Automobilproduktion genutzt wurden. Daraus ergeben sich attraktive Marktchancen für Anlagen- und Maschinenbauer. Durch neue Produktionsanlagen für Elektrobatterien wird sich bis 2020 ein Geschäftspotenzial von 4,8 Milliarden Euro ergeben. Marktfähiger Leit-Anbieter wird Deutschland nur dann, wenn die Elektomobilität besser und billiger wird: Nicht mit der Prämie beim Kauf im Handschuhfach, sondern mit Investition, Kooperation und Innovation, sagt VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner anlässlich der Präsentation der Studie E-Mobility Chancen und Risiken für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Weitere Ergebnisse der E-Mobility-Studie: > Bis 2025 werden elektrische und Hybrid-Fahrzeuge einen weltweiten Marktanteil von rund 40 Prozent der Neuzulassungen erreichen > Der Maschinenbau wird erheblich dazu beitragen, Fertigungstechnologien für Elektromotoren und Batterien zu optimieren, um Kosten zu senken und hohe Qualitätsstandards zu erreichen > Batterieproduktion wird auch in Europa und den USA angesiedelt > Neues Produkt- und Technologieportfolio sowie Kooperationen und Allianzen werden im Maschinenbaubereich entstehen Branchenvergleich Elektro Maschinenbau Automobil Umsatz: Mrd. Euro = 11 % des Industrieumsatzes in Dtl ,6 % der Innovationsaufwendungen am Umsatz Exporte: 151 Mrd. Euro (2010) Importe: 136 Mrd. Euro Umsatz: Mrd. Euro = 11 % des Industrieumsatzes in Dtl ,3 % der Innovationsaufwendungen am Umsatz Exporte: 125 Mrd. Euro Importe: 59 Mrd. Euro Quelle: IHS Global Insight und ZVEI-eigene Berechnung, Destatis, VDMA, VDA, VCI, ZEW Von deutschen Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau investieren nur 26 % kontinuierlich in Forschung und Entwicklung. 25 % tun dies gelegentlich und 49 % der Unternehmen investieren gar nicht in Forschung und Entwicklung. Quelle: ZEW Prognose für den Automotive-Bereich Für die deutsche Maschinenbaubranche spielt der Automobilbau schon jetzt eine wichtige Rolle. So wurden im Jahr 2010 rund 14 Milliarden Euro direkt im Automotive- Bereich umgesetzt. Zusätzlich existieren indirekte Beziehungen: Maschinen und Anlagen werden oft in vorgelagerte Wertschöpfungsstufen der Automobilbranche geliefert. Die Bedeutung des Maschinen- und Anlagenbaus wird vermutlich weiter zunehmen: Wurden im vergangenen Jahr rund 72 Millionen Autos weltweit verkauft, so werden es im Jahr 2020 voraussichtlich 100 Millionen sein Beschäftigte Elektroindustrie Beschäftigte Maschinenbau Quelle: Statistisches Bundesamt, VDMA Umsatz: Mrd. Euro = 21 % des Industrieumsatzes in Dtl ,6 % der Innovationsaufwendungen am Umsatz Exporte: 159 Mrd. Euro Importe: 69 Mrd. Euro Umsatz im Maschinenbau im Ländervergleich China und Deutschland (von 2006 bis 2009 in Mrd. Euro) Quelle: VDMA CHINA DEUTSCHLAND Mit Beschäftigten Ende 2010 ist die deutsche Elektroindustrie der zweitgrößte industrielle Arbeitgeber. Ein Fünftel der Mitarbeiter sind Ingenieure, weitere drei Fünftel Fachkräfte. Neben den Inlandsbeschäftigten sind etwa Menschen im Ausland für die deutsche Elektroindustrie tätig gab es Beschäftigte in der Maschinenbau-Branche. In diesem Jahr ist die Zahl auf Beschäftigte gestiegen. Der Bruttojahresverdienst von Arbeitnehmern im Maschinenbau in Deutschland betrug im Jahr 2009: Euro // UNICUM BERUF TECHNIK // // EINBLICKE

15 SPECIAL Lufthansa Technik AG Enter High-Tech! Die Lufthansa Technik AG ist ein Geschäftsfeld der Deutschen Lufthansa AG rund um die Themen Wartung und Überholung von Flugzeugen, Geräteversorgung, Triebwerke- Services, Fahrwerke-Services und VIP-Services. // Mit 50 Standorten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit davon rund in Deutschland ist das Unternehmen eines der führenden im Bereich luftfahrttechnischer Dienstleistungen und zugleich zertifizierter Entwicklungs- und Herstellungsbetrieb. Das High-Tech-Unternehmen bietet jungen Frauen und Männern neue, faszinierende Herausforderungen und beste Karriereperspektiven egal ob in Engineering, Logistik oder Controlling.Wer im Bereich Luftfahrttechnik den Abflug Richtung Karriere sucht, ist hier auf der richtigen Route. Vor allem Ingenieurinnen und Ingenieuren bieten sich vielfältige Einstiegsmöglichkeiten. Systemingenieure etwa warten und überholen nicht nur Triebwerke und andere Systeme. Sie verstehen sich auch als Anwalt der Airlines gegenüber den Herstellern, indem sie Optimierungspotenziale der jeweiligen Systeme sammeln. Sie regen Verbesserungen gegenüber Herstellern an oder entwickeln neue Produkte durch Fertigung im eigenen Haus. Auch in den Gebieten Mechanik/Struktur, Avionik/Elektronik und Kabinensysteme verbessern Ingenieure bestehende Lösungen oder entwickeln neue. Für anspruchvollste Kunden entwerfen Design- und Verifikationsingenieure komplette VIP-Kabinen, testen diese und bringen sie zur luftfahrtrechtlichen Zulassung. Studenten der Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften, die nach ihrem Studienabschluss verschiedene Bereiche kennenlernen möchten, bietet sich das 18-monatige Traineeprogramm StartTechnik an. Nach Abschluss des Programms eine Station führt ins Ausland erwartet die Trainees eine anspruchsvolle Anschlussposition. Direkteinstiegspositionen stehen auch in kaufmännischen Bereichen wie Vertrieb, Marketing, Controlling, Finanz- und Rechnungswesen zur Verfügung. Lufthansa Technik sucht für Direkteinstiegspositionen und das Traineeprogramm kontinuierlich Ingenieure aus Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Elektrotechnik, des Wirtschaftsingenieurwesens sowie Wirtschaftswissenschaftler. Unsere Anforderung: Know-how, Leidenschaft und Ambition, gepaart mit Eigeninitiative, Verantwortungsbereitschaft und Teamgeist. Enter High-Tech! // Link-Tipps: ÜBERMORGEN AUS FORMELN FORTSCHRITT MACHEN? Sie wollen alles werden? Projektmanager für innovative Powertrainkonzepte? Führungskraft für vielfältige Entwicklungsaufgaben? Lead Engineer bei führenden Lösungen? Sie können! Bei Bertrandt hat Ihre Zukunft viele Chancen. Hier arbeiten Sie für alle, die die mobile Welt bewegen. Sie erwartet ein internationales Engineering-Unternehmen, das Partner der Zukunft ist. Und ein weiteres Mal in Folge ausgezeichnet wurde: als Top-Arbeitgeber 2010/2011. Was wollen Sie bewegen? Sabrina Bruch , Bertrandt AG, Birkensee 1, Ehningen

16 SPECIAL Kleben als Schlüsseltechnologie Was die Welt zusammenhält Kleben? Na klar, da hätten wir den Pritt-Stift fürs Papier, Ponal für das Verleimen von Holz und Pattex für den ganzen Rest. So denkt der Laie. Aber nicht Melanie Lack, Chemieingenieurin im Bereich Industrieklebstoffe bei Henkel. // Text // Ann-Christin von Kieter Foto // Henkel Im Technikum von Henkel wird die Kunststoffverarbeitung beim Kunden nachgestellt. Melanie Lack diskutiert mit Mitarbeiter Markus Müller über die Qualität eines Musters, das er dort hergestellt hat. Die 35-Jährige weiß berufsbedingt genau, wozu Klebstoffe in der Lage sind. Sie halten nicht nur Handys, Möbel und Bücher zusammen, sondern spielen auch in der Luftfahrttechnik und Automobilindustrie eine entscheidende Rolle: In jedem Wagen stecken heute rund 20 Kilo Klebstoffe, die sowohl Motor- als auch Karosserieteile miteinander verbinden. Sogar Solarzellen und Windkrafträder werden geklebt. Im ersten Moment mag man kaum glauben, dass das auch wirklich sicher ist. Kleben? Das kann doch nie so fest und unverbrüchlich sein wie Schweißen oder Schrauben. Doch Crashtests beweisen: Geklebte Autos schneiden allgemein am besten ab. Der Grund: Ein Klebstoff ist in der Lage, unterschiedlichste Materialien zusammenzufügen, ohne diese zu beeinträchtigen. Beim Dübeln, Schrauben oder Nieten hingegen wird das Material an einer Stelle geschwächt, erklärt Melanie Lack. Außerdem wird bei diesen Techniken immer nur eine kleine Stelle belastet. Die Klebung verteilt die Kraft auf eine größere Fläche. Auch der größte Konkurrent der Klebetechnik das Schweißen kann nicht mithalten. Um Energie zu sparen, setzt die Industrie bei der Herstellung von Autos und Flugzeugen zunehmend auf Leichtbauweisen. Doch die dafür verwendeten besonders leichten Kunststoffe können nicht geschweißt werden unter anderem, weil sie sehr hitzeempfindlich sind. Ein klarer Sieg für das Kleben. Oberflächentechnik wächst jährlich um rund drei bis fünf Prozent. Das spürt auch Henkel: Das Unternehmen ist We l t m a r k t f ü h r e r in diesem Bereich und erzielt rund die Hälfte des Gesamtumsatzes allein mit den sogenannten Adhesive Technologies. Melanie Lack führt diesen Umstand unter anderem auf die Bandbreite an Möglichkeiten zurück: Von Tapetenkleister über Zwei-Komponenten-Kleber bis hin zu Strukturklebstoffen und -harzen, die zum Beispiel beim Bau eines Airbus A380 zum Einsatz kommen für fast alles bietet Henkel die passende Klebstoff-Technologie. Die industriellen Anwendungen haben für Henkel das größte Potenzial. Sie machen rund 70 Prozent des Umsatzes aus, der klassische Konsumentenmarkt etwa 30. Kontinuierliche Forschung Doch Henkel stellt nicht nur Klebstoffe her. Der Weltkonzern mit Headquarter in Düsseldorf investiert auch intensiv in Forschung. Es ist wichtig zu wissen, welche Anforderungen die Kunden Berufseinstieg bei Henkel an unsere Produkte haben. Deshalb stehen wir im ständigen Dialog mit ihnen und entwickeln unsere Produkte und Fertigungsverfahren entsprechend weiter, so Lack. Eine besondere Rolle spielt dabei auch das Thema Nachhaltigkeit. Der gesamte grüne Bereich ist eines der Forschungsfelder, an denen intensiv gearbeitet wird. Wir wollen unsere Klebstoffe und Techniken kontinuierlich verbessern zum Beispiel durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe oder die Entwicklung biologisch abbaubarer Klebstoffe. Auch Sparsamkeit ist bei Forschern im Hochleistungsbereich angesagt: Das Ziel ist, mit weniger Klebstoff mehr zu verkleben. Eine Branche mit Zukunft Entsprechend gut sind auch die Karriereperspektiven für Studenten und Berufseinsteiger. Wir suchen ständig Nachwuchs, sagt Flora Spannagel, Employer Branding Managerin bei Henkel. Neben Ökonomen sind vor allem Chemiker und Ingenieure für uns interessant. So wie Melanie Lack. Als Leiterin eines siebenköpfigen Teams kümmert sie sich um den Technischen Kundenservice für Haftklebstoffe in ganz Europa, im Mittleren Osten und in Afrika. Wir beraten unsere Kunden bei Produkten für bestimmte Anwendungen, empfehlen Maschinen für die Verarbeitung und helfen bei Problemen. Eine durchaus reizvolle Aufgabe, für die sie ihre ursprüngliche Stelle in der UV-Klebstoffforschung gerne gewechselt hat: Über die Produkte, die ich vor einigen Jahren entwickelt habe, kann ich unsere Kunden heute aus erster Hand informieren und umfassend beraten. // Egal, für welchen Bereich sich Studenten und Absolventen interessieren, eines steht fest: Bei Henkel starten Berufseinsteiger sofort mit einem Training on the job, so Spannagel. Jeder neue Kollege hat vom ersten Tag an definierte Verantwortlichkeiten und bekommt direkt eine spannende Position mit vielfältigen Aufgaben. Gefördert werden Berufseinsteiger ebenso wie langjährige Mitarbeiter durch ein umfangreiches Weiterbildungsangebot. Eine Besonderheit bei der Talentförderung von Henkel ist zudem die Idee Triple Two eine einzigartige Form von Job-Rotation: Dabei werden angehende Führungskräfte in zwei Unternehmensbereichen (zum Beispiel Wasch-/Reinigungsmittel und Kosmetik/ Körperpflege), in zwei Funktionen (beispielsweise im Marketing und Finanzen) und in zwei verschiedenen Ländern eingesetzt. Das ermöglicht einen Perspektivenwechsel und bringt einen Zuwachs an internationaler Erfahrung, kulturellem Wissen und persönlichem Netzwerk. Sogar beim Airbus wird geklebt Der Weltmarkt für Klebstoffe, Dichtstoffe und Wer bei Henkel reinschnuppern möchte, kann sich für ein Praktikum bewerben: Pro Jahr stellt das Unternehmen rund 600 Praktikanten in Deutschland ein. Weitere Informationen liefert die Website 16 // UNICUM BERUF TECHNIK //

17 Warum nur eine Herausforderung, wenn Sie POTENTIAL für viele mehr haben. Neue Technologien. Vielfältige Projektfelder. In den unterschiedlichsten Bereichen der Fahrzeugtechnik. Das alles finden Sie spannend? Das alles finden Sie bei uns. Bei FERCHAU profitieren Sie von der Vielfalt unserer Leistungen mit mehr als kompetenten Mitarbeitern an über 50 Standorten. Überzeugen Sie uns mit Ihrem Talent als INGENIEUR (M/W) Fahrzeugtechnik Einsteigen und loslegen so vielseitig wie Sie sind auch unsere Aufgaben in der Fahrzeugtechnik. Entwicklung und Konstruktion: Mit modernen CAE-Systemen entwickeln Sie Fahrzeugkomponenten in den Bereichen Karosserie, Interieur, Powertrain, Fahrwerk oder Fahrzeugelektronik Qualitätsmanagement: Mit Methoden wie FMEA und 8D-Reports garantieren Sie eine hohe Qualität Messtechnik und Prüffeld: Sie entwickeln Prüfmethoden, wenden diese an und bewerten die Ergebnisse Projektmanagement und Prozessoptimierung: Sie haben Qualität, Termine und Kosten im Blick und sorgen für einen reibungslosen Engineering- und Produktionsablauf Individuell und erfolgsorientiert Ihre Perspektiven sind ausgezeichnet. Modulare Einarbeitung Entwicklung bereichsübergreifender Fachkompetenz Karrieremöglichkeiten in Technik, Führung und Vertrieb Machen Sie den entscheidenden Schritt in die Praxis bei FERCHAU! Als engagierter und wissbegieriger Ingenieur (m/w) der Fahrzeugtechnik bringen Sie das nötige theoretische Know-how mit. Jetzt wird es Zeit, es endlich praktisch anzuwenden. Arbeiten Sie mit uns an sich für neue Erfolge. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung gerne online oder per Post unter der Kennziffer UN bei Frau Alexa Wigger. Denn was für unsere Kunden gilt, gilt für Sie schon lange: Wir entwickeln Sie weiter. FERCHAU Engineering GmbH Zentrale Steinmüllerallee Gummersbach Fon Fax

18 Im wahren Leben nicht zu vergeben Hollywood-Ings im Charaktertest Dem Ingenieur ist nichts zu schwör vor allem, wenn man die Ing.-affinen Helden in Film und Fernsehen betrachtet. Aber taugen geniale Tüftler, abgedrehte Wissenschaftler und technikversessene Bösewichter als Role Models? UNICUM BERUF TECHNIK macht die Probe aufs Exempel und hat sich Kurzbewerbungen von Q & Co. für einen Job im echten Leben angesehen. Wären die Jungs an Unternehmen zu vergeben? // Zusammstellung // Roman Milenski, Martin Przegendza Fotos // Getty Images, Paramount Pictures, Concorde Home Entertainment GmbH, Sony Pictures Home Entertainment, JD Hancock, Flickr, Universal Pictures Name: Dr. Emmett Doc Brown Name: Howard Wolowitz, M. Eng. Bekannt aus: The Big Bang Theory Alter: 30 Tätigkeit: angestellt, Raumfahrtingenieur am California Institute of Technology, Pasadena Ausbildung: Master of Science in Ingenieurwissenschaft am Massachusetts Institute of Technology Typ: Nerd Skills: Miese Anmachsprüche und Zaubertrick Größte Errungenschaft: Das Wolowitz sche Schwerelosigkeit-Notdurftentsorgungssystem (= Weltraumklo für die ISS) Schwächen: Erdnussallergie, Comic- und Videospielsucht, hat keinen Doktortitel Wäre im wahren Leben: Genau das, was er in der Fernsehserie ist. Vielleicht kein Role-Model, dennoch recht realistisch. Hat viel auf dem Kasten, aber ein Problem mit Frauen. Typischer Ing. also Würde in der Echtwelt die Fach-, keine Führungskarriere einschlagen. Und scheitern. Name: Lt. Commander Montgomery Scotty Scott Bekannt aus: Star Trek Alter: 43 Tätigkeit: angestellt, Chefingenieur des Raumschiffs Enterprise Ausbildung: Diente der Sternenflotte in jungen Jahren auf entlegenen Außenposten, schrieb eine Doktorarbeit über die Veredelung von Dilithium-Kristallen durch negative Zentrifugation Typ: patenter Schrauber Skills: Ruhe in Person kann bei dringenden Reparaturen der Enterprise die unrealistischen Zeitvorgaben des Captains stets unterbieten Größte Errungenschaft: Entwickelte aufgrund theoretischer Überlegungen eines gewissen Spock das Beamen Schwächen: Keine, vielleicht zu nachsichtig gegenüber Chef-Allüren. Hat als Handicap vier Finger an der rechten Hand (Schauspieler James Doohan fehlte wirklich der rechte Mittelfinger, den er als Soldat im Zweiten Weltkrieg verlor. Durch Handdoubles und geschickte Kameraführung wurde dies fast immer retuschiert). Wäre im wahren Leben: Ein interessantes Vorbild, etwa typischer technischer Betriebsleiter mit Hang zum Pragmatismus. Übrigens: Wissenschaftler haben in Experimenten tatsächlich schon Atome gebeamt. Um allerdings die atomaren Bindungen eines Menschen oder Objekts zwecks Beamens zu lösen, müsste eine Erhitzung auf ca. 1 Milliarde K erfolgen. Das wäre ungesund. DVD & Blu-ray Zurück in die Zukunft I-III (Universal Pictures) Bekannt aus: Zurück in die Zukunft Alter: 71 Tätigkeit: selbstständig, freiberuflicher Wissenschaftler Ausbildung: unklar, möglicherweise Autodidakt, bezeichnet sich selbst als Schüler sämtlicher Wissenschaften Typ: Zerstreutes Genie Skills: Denkt divergierend, dafür temporär vergesslich/verwirrt/abwesend Größte Errungenschaft: Fluxkompensator. Geheimnisvolles Aggregat, das den 80er-Jahre-Traumschlitten De Lorean DMC-12 auf Zeitmaschine tunt. Schwächen: Erinnerungslücken (beginnender Alzheimer?), dunkle Flecken in der Vita, hervorgerufen durch Beschaffungskriminalität, die in massiven Ärger mit lybischen Terroristen mündet. Wäre im wahren Leben: Ein bei Umweltschützern verpönter Großtechnik- Fascho ohne jede Lobby! Denn: Der Fluxkompensator schluckt mit 1,2 Gigawatt locker die Nennleistung eines Atomkraftwerks (zum Vergleich: das AKW Emsland kann maximal 1,4 Gigawatt produzieren). In Zeiten der Energiewende ein Unding. 18 // UNICUM BERUF TECHNIK // // EINBLICKE

19 Wenn Sie glauben, dieses Auto könnte man noch besser machen, sind Sie bei uns genau richtig. Porsche sucht Absolventen (m/w) und Praktikanten (m/w). Informationen unter

20 Name: Angus MacGyver Bekannt aus: MacGyver Alter: 35 Tätigkeit: Angestellter der Phoenix Foundation (Forschungsorganisation und privater Sicherheitsdienst) Ausbildung: Physikstudium, Agent der Special Forces Typ: Pfiffikus Skills: Ahnung von Physik, Handwerkliche Begabung, Sprachen (Deutsch, Russisch, Französisch, Italienisch, Gebärdensprache), Empathie, Organisationstalent Größte Errungenschaft: Selbstgebauter Laser (kristallbestückte Stangen, Rubin, goldener Ball, Schüssel + Sonnenlicht) Schwächen: Glaubt unablässig an das Gute im Menschen blindes Vertrauen. Wäre im wahren Leben: Wahrscheinlich Soziologe und größter Mitbewerber um die Nachfolge Niklas Luhmanns, denn: Niemand beweist durch die Kombination physikalischen Wissens und handwerklicher Begabung, dass Reduktion von Komplexität eine feine Lösung für jede Art von Problemen ist. Alternativjob: Moderator der Mythbusters -Reihe auf DMAX. Name: Q (Major Boothroyd) Bekannt aus: James Bond Alter: unterschiedich, bis zu 85 (Desmond Llewelyn) Tätigkeit: Quartiermeister der Q-Abteilung (Forschungs- und Entwicklungsabteilung) des britischen Geheimdienstes MI6. Ausbildung: unklar Typ: Daniel Düsentrieb Skills: Vertrauenswürdigkeit, analytisches + logisches Denken, Kreativität, Selbstbeherrschung, britischer Humor Größte Errungenschaft: Unterwasser-Auto ( Der Spion, der mich liebte ) Schwächen: Kann sich schwer von seinen Gadgets trennen, oberlehrerhafte Selbstdarstellung Wäre im wahren Leben: Leiter F+E eines visionären, innovationsgetriebenen Unternehmens, das ständig neue Kondratieff-Zyklen startet. Siehe die frühen Bond-Filme: Autotelefon und Pager, dazu eine Art GPS für die Verfolgung von Bösewichtern. Damals revolutionär, heute Alltagsgegenstände. Name: Professor Hubert J. Farnsworth Bekannt aus: Futurama Alter: 170 Tätigkeit: angestellt, CEO von Planet Express, Professor an der Mars University Ausbildung: Machte 14 Jahre lang den Master, Professur mit 59 Typ: Mad Scientist Skills: Neugier, Kreativität Größte Errungenschaft: Schwarze-Energie-Antrieb bewegt nicht das Raumschiff, sondern den Raum drumherum Schwächen: Senil, verwirrt, amoralisch, kaltblütig, verheizt Angestellte mit den Worten good news, everyone Wäre im wahren Leben: Am Kernforschungszentrum CERN beschäftigt, alles andere wäre zu wenig urgewaltig. Schließlich stand die Welt durch Farnsworths Erfindungen schon öfter kurz vor dem Untergang. Auch der Large Hadron Collider am CERN sollte nach Lesart der Physik-Auguren die Welt bei Inbetriebnahme in ein Schwarzes Loch stürzen. Steht aber noch alles. Bis Farnsworth käme.

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